nachrichten - Das Universelle Leben Aller Kulturen Weltweit
Christus, der Schlüssel zum Tor des Lebens

 

Religionsunfreiheit in Deutschland


Eine weltweite Radiosendung im Rahmen der Kosmischen Lebensschule

1. Sprecher: Liebe Zuhörer, liebe Zuhörerinnen! Wir haben uns heute wiederum eingefunden zu einer Kleinen Gesprächsrunde der Urchristen im Universellen Leben. Heute mit dem Thema Religions-Unfreiheit in Deutschland.

So mancher, gerade von den Hörern, die uns aus dem entfernten Ausland hören, mag sich fragen, ob dies nun ein Übersetzungsfehler war, oder ob er richtig gehört hat. - Ja, Sie haben schon richtig gehört: Es geht in unserer Sendung um die Religions-Un-Freiheit in Deutschland. Um etwas näher auf dieses Thema einzugehen, haben wir heute zwei Juristen mit im Studio, die uns zu Beginn einmal einführen werden: Wie sieht es denn eigentlich aus mit den rechtlichen Grundlagen der Religionsfreiheit, für die Deutschland im Ausland ja normalerweise bekannt ist?

Rechtliche Grundlagen

2. Sprecher: Die Religionsfreiheit ist nach der deutschen Verfassung ein ganz besonders hohes Gut. Im Artikel 4 des Grundgesetzes heißt es wörtlich: "Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit der religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisse sind unverletzlich. Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet."

Dieses Grundrecht steht nicht einmal unter dem Vorbehalt des Gesetzes, sondern gilt als absolut. Das ist im Ausland bekannt, und dafür wird die deutsche Verfassung auch gepriesen. Aber leider sieht es in der Wirklichkeit inzwischen ganz anders aus, als es in diesem Verfassungsartikel steht. Darüber wollen wir uns heute konkret und an Beispielen unterhalten.

 

1. Sprecher: Was du gerade vorgelesen hast, was aus der Verfassung des deutschen Staates stammt, klingt gut. Da kann man sich eigentlich gar nicht vorstellen, wie dieser Begriff der Religions-Unfreiheit, über den wir ja heute sprechen wollen, zustandekam.

Woher kommt es denn nun, dass die Realität anders ist als das, was in der Verfassung vorgeschrieben wurde?

Der Kampf der Kirchen

2. Sprecher: Als die Kirchen merkten, dass ihnen die Gläubigen immer mehr davonlaufen und Hunderttausende - im Laufe der letzten Jahre sogar Millionen - aus den Kirchen ausgetreten sind, begannen die Kirchen einen Kampf gegen all jene, die aus ihren Organisationen ausgestiegen sind und sich zu neuen religiösen Bewegungen zusammengefunden haben. Die Kirchen installierten so genannte Sektenbeauftragte, die von Berufs wegen Andersgläubige öffentlich in Misskredit bringen. Sie tun es zum Teil dadurch, dass sie behaupten: "Es geht euch gar nicht um Religion, sondern es geht euch nur um wirtschaftlichen Erwerb" - interessant, dass ausgerechnet die Kirchen dies sagen, die zu den größten Wirtschaftskonzernen Deutschlands und der Welt gehören! -, oder sie sagen den anderen, die also ausgestiegen sind und sich einen eigenen Glauben erarbeitet haben: "Eure Lehre ist unchristlich." Das sagen sie insbesondere jenen, die an das Urchristentum anknüpfen und die Lehre des Jesus von Nazareth ohne kirchliche Dogmen, Rituale und ohne die Vermittlung von Priestern umsetzen und im Alltag leben wollen.

Und in einem zweiten Schritt übernimmt dann der Staat das, was die Kirchen Andersgläubigen vorwerfen. Unbesehen übernimmt er es in so genannte Sektenberichte, in denen die Angriffe und Verleumdungen der Kirchen fast wörtlich zitiert werden. Über diese staatlichen Berichte transportiert die Kirche mit Hilfe des Staates diesen Feldzug gegen religiöse Minderheiten in Deutschland in die Gesellschaft, insbesondere gegen die Urchristen im Universellen Leben.

Und das hat dann weitere Folgen: dass diese keine Veranstaltungsräume mehr mieten können, dass man keine Anzeigen mehr schalten kann usw. usf. Insgesamt kann man sagen, wiederholt sich hier ein geschichtliches Muster, das wir über Jahrhunderte erlebt haben - von den Katharern über die Bogumilen und andere mystische Bewegungen, die von den Kirchen verfolgt, zum Teil tatsächlich ausgerottet wurden. Es ist also ein roter Faden; er geht aus von den Kirchen, die andere bekämpfen; der Staat übernimmt diesen Kampf und transportiert ihn in die Gesellschaft.

 

3. Sprecher: Vielleicht müsste man jetzt einmal Schritt für Schritt beleuchten, warum es eigentlich den Amtskirchen in Deutschland - es geht hier um die Vatikankirche und die Lutherkirche - möglich ist, ihre Vorstellungen von Freiheit dem gesamten Staat und allen Staatsbürgern aufzuzwingen. Wir haben schon gehört, viele, sehr viele Kirchenmitglieder haben in den vergangenen Jahren diese Institutionen verlassen. -Offenbar geht es einmal um Macht und auf der anderen Seite um Geld. Und deshalb wollen wir vielleicht zunächst einmal beleuchten: Worauf basiert denn diese Möglichkeit der Einflussnahme der Kirche auf den Staat?

Kirche und Staat

Die Lutherkirche und die Vatikankirche in Deutschland sind die reichsten Institutionen mit Vermögen, die an die 500 Milliarden geschätzt werden. Sie sind die größten privaten Grundeigentümer in Deutschland. Sie haben also ein unendlich großes wirtschaftliches Potential, mit dem sie ihre Macht ausüben.

Auf der anderen Seite besteht natürlich die Gefahr, dass unabhängige Menschen - besonders solche, die aus den Kirchen ausgestiegen sind - darüber informieren, wie diese Macht zustande gekommen ist, wie dieses Geld erworben wurde. Diese Leute trauen sich auch, offen zu sagen, was Karlheinz Deschner, der bekannte Religionswissenschaftler, schon seit vielen Jahren über die Kirchen schreiben kann, nämlich, dass er - sinngemäß - "nach langen Recherchen in Antike, Mittelalter und Neuzeit keine andere Organisation kennt, die so nachhaltig und so schwer mit Verbrechen belastet ist wie diese beiden Institutionen, die Luther- und die Vatikankirche". Diese Leute, die so etwas offen sagen, rütteln natürlich am Machtgefüge der Kirche. Das ist ein Grund, warum die Kirchen ihre Macht einsetzen, um diese Leute mundtot zu machen.

Die zweite Frage, die ich stellen möchte: Warum hat denn diese institutionelle Kirche im Staat einen solchen Einfluss? Wie ist dieser Einfluss zustande gekommen, bzw. wodurch wird er gewährleistet?

 

2. Sprecher: Es sind, glaube ich, mehrere Komponenten, die eine Rolle spielen. Zunächst ist zu berücksichtigen, dass die Kirchen immer noch unglaublich reich sind: reich aus der Vergangenheit, aber reich auch aus der ständigen Subventionierung der Kirchen durch den Staat. Sie erhalten in Deutschland aus dem allgemeinen Steuertopf jährlich 14 Milliarden Euro - zusätzlich zu den Kirchensteuern.

 

3. Sprecher: Darf ich da mal kurz unterbrechen: Da wird sich doch mancher Ausländer fragen: Wieso bekommen die Kirchen vom Staat Geld? Worauf ist denn das zurückzuführen?

 

2. Sprecher: Es ist zum Teil auf uralte Verträge, die mitunter 200 Jahre alt sind, zurückzuführen, in denen sich der Staat - damals, im Zeitalter der Säkularisation - verpflichtet hat, die Kirchen zu entschädigen. Diese Verträge laufen immer noch, sozusagen als eine ewige Rente für die Kirchen. Und das andere ist der Umstand, dass die Kirchen viele Gefolgsleute in den Parlamenten und in den staatlichen und kommunalen Gremien haben, die dafür sorgen, dass beim Haushaltsplan des Staates genug für die beiden Amtskirchen abgezweigt wird. Hier zeigt sich bereits die Verzahnung zwischen Politik und Kirche, zwischen Staat und Kirche, auf die wir noch näher eingehen können.

Um auf deine Frage zurückzukommen: Das erste Standbein für die Macht der Kirchen ist das Geld, das ihnen aus früheren Zeiten und auch heute zur Verfügung steht. Das zweite Standbein ist eine uralte, zähflüssige Tradition, die zum Kartell zwischen Staat und Kirche führte und es immer noch zusammenhält. Ich habe bereits erwähnt, dass die kirchenabhängigen Politiker dafür sorgen, dass ihre kirchlichen Auftraggeber nicht zu kurz kommen.

Eine Rolle spielt aber auch die psychologische Drohung, die die Kirchen immer noch ausüben. Zwar glaubt niemand mehr an das, was sie verkünden; es gehen nur mehr 8% der Deutschen zum Sonntagsgottesdienst. Aber die wenigsten wagen es, dann wirklich die Konsequenz zu ziehen und auszutreten, denn es steht ja im Hintergrund immer noch die Androhung der ewigen Verdammnis. Wer als Säugling in diese Institution hineingetauft wurde, hat ein "unauslöschliches Merkmal", wie die katholischen Theologen zu sagen pflegen, und kann sich nie mehr von dieser Zwangsanstalt lösen, es sei denn, er riskiert ewige Höllenstrafen. Das ist katholische Theologie! Ich glaube, trotz aller Liberalisierung unserer Gesellschaft wirkt dieser psychologische Druck als zweites Standbein der Kirchenmacht immer noch nach. Geld, psychologischer Druck und eine enorme Öffentlichkeitskampagne sind die Machtmittel der Kirchen in Deutschland - eine Kampagne, die mit diesem Geld über die Rundfunk- und Fernsehanstalten geführt wird, so dass diese ständig für die Kirchen Reklame und gegen Andersgläubige, insbesondere gegen religiöse Minderheiten, Stimmung machen. Nur ein Beispiel vorweg: Wenn der Bayerische Rundfunk sich entschlossen hat, für eine Bäckerei, die von Anhängern der Glaubensgemeinschaft Universelles Leben - nicht etwa von der Gemeinschaft selbst, sondern nur von Anhängern dieser Gemeinschaft - gegründet wurde, in einer Werbesendung Reklame zu machen, dann ruft der evangelische Sektenbeauftragte beim Intendanten an - und dann wird diese Werbesendung abgesetzt. So automatisch funktioniert diese Verzahnung zwischen Kirche und Staatsmacht.

Privilegien der Kirchen

3. Sprecher: Man müsste vielleicht - wenn du schon von Rundfunk sprichst - auch einmal auf die institutionalisierten Privilegien dieser Amtskirchen eingehen, die ihnen die Ausübung solcher Machtbefugnisse ermöglichen. Wenn wir gerade von Rundfunk gesprochen haben: Es gibt ja für die Kirchen in vielen Bereichen des täglichen Lebens einen Sonderstatus, zum Beispiel im Rundfunkbereich: Der Bayerische Rundfunk ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts, die dem Staat gehört, eigentlich dem Staatsbürger. Dort haben die Kirchen per Gesetz einen ganz wesentlichen Einfluss auf die Programmgestaltung und auf alles, was dort geschieht. Und so ist es in vielen Bereichen, dass die Kirchen fast staatsähnliche Befugnisse übertragen bekommen haben. Denken wir einmal daran: Die Kirchen haben einen Status, den man "Körperschaft des öffentlichen Rechts" nennt. Sie sind von der Einhaltung vieler Gesetze, die der normale Staatsbürger einhalten muss, ausgenommen. Sie haben Privilegien im Arbeitsrecht, sie haben Privilegien im Steuerrecht - sie zahlen gar keine Steuern wie andere -, sie haben Privilegien in der öffentlichen Meinung, im Rund-funkrecht. Überall reden sie mit; und das, obwohl - wie schon gesagt - nur noch 8 Prozent der Deutschen überhaupt in die Kirche gehen und obwohl, rein formal, nur noch wenig mehr als die Hälfte aller Deutschen überhaupt Mitglied dieser Institutionen sind. Bei all dem, was wir jetzt hören, sollten wir immer im Auge behalten, was wir ganz zu Beginn gehört haben: dass eben die Ausübung der Religion und das Bekenntnis frei sind. Es muss also für jeden Staatsbürger gleiches Recht geben, ob er jetzt Steuern an die Institution Lutherisch oder Vatikanisch zahlt oder nicht. Vielleicht muss man einmal an einem praktischen Beispiel erläutern, was es bedeutet, wenn jemand seinen Glauben außerhalb der institutionellen Amtskirchen tatsächlich leben und die Religion ausüben will, wie es im Grundgesetz heißt, und wie es demgegenüber ist, wenn er dies innerhalb dieser Institutionen tut. Wenn ich als normaler Kirchgänger in Deutschland in einer Kirche bin, dann muss ich Kirchensteuern zahlen, das heißt: Der Staat zieht von mir Geld ein für die Kirche. Die Kirche kann mit diesem Geld machen, was sie möchte. Darüber hinaus, so haben wir gehört, zahlt der Staat im Jahr ca. 14 Milliarden Euro zusätzlich an diese institutionellen Kirchen. Damit können sie ihre Religion betreiben. Wenn z.B. Menschen sich zusammentun und ihren christlichen Glauben außerhalb der Kirchen leben wollen und sie beschließen, gemeinsam einen Raum zu mieten, und beauftragen einen, den Raum anzumieten, und die anderen geben ihm das Geld dafür - dann kommt schon der Staat und sagt: "Das ist eine Schenkung. Hier möchte ich die Schenkungssteuer haben." Wenn es mehr werden, und sie halten Veranstaltungen ab, dann kommt der Staat und möchte dafür die Umsatzsteuer. Bei jedem Schritt, den diese Menschen tun - wenn sie z. B. Radiosendungen machen wollen oder wenn sie Menschen im fernen Ausland unterstützen wollen und vorher gemeinsam Geld sammeln, um das zu tun -, sofort steht der Staat vor der Tür und sagt: "Hier möchte ich meinen Obolus haben." Die Ausübung dieser Religion außerhalb der Amtskirchen wird also vom Staat gleichsam mit einer Strafsteuer belegt.

Natürlich braucht der Staat das Geld, denn er gibt ja dieses Geld wiederum den institutionellen Amtskirchen, wie wir gehört haben, nämlich über 14 Milliarden Euro jährlich.

 

2. Sprecher: Wir haben jetzt gehört, dass gegenüber den Kirchen andere religiöse Bewegungen bereits aufgrund der finanziellen Situation kaum eine Chance haben, ihre Religion zu leben. Wir haben des weiteren gehört, dass die Kirchen durch einen öffentlichen Feldzug gegen diese religiösen Minderheiten diese diskriminieren und diesen ihr religiöses Leben erschweren. Vielleicht sollten wir uns einmal anschauen, wie dieser Feldzug konkret aussieht? Geht es hier nur um einige abwertende Zeitungsartikel, oder geht es hier um mehr?

Kirchlicher Feldzug gegen die Urchristen

Ich habe z. B. als Anwalt erlebt, dass mit Hilfe einer Pressekampagne eine ganze Firma ruiniert wurde. Der kirchliche Sektenbeauftragte streute in der Öffentlichkeit den Verdacht, dass eine Firma, die sich mit EDV-Software beschäftigte und seit 10 Jahren seriös und erfolgreich arbeitete, dass diese Firma vielleicht gegen den Datenschutz verstoßen könnte - vielleicht! Er hatte nämlich keinen Nachweis, und es gab auch keinen einzigen Verstoß. Aber durch diese Verdächtigung wurde eine Kampagne losgetreten - innerhalb von wenigen Monaten musste diese Firma schließen!
Ein anderes Beispiel ist: Ein Marktstand, der seit Jahren hervorragende Produkte verkaufte und von den Kunden äußerst geschätzt war - den Kirchen war dieser Marktstand ein Dorn im Auge, weil er von Anhängern der Glaubengemeinschaft Universelles Leben betrieben wurde. Und schließlich hat die Stadt das einzige Mal in Jahrzehnten einen Marktstand - ohne Angabe von Gründen - gekündigt und diese Leute hinausgeworfen, am Ende sogar hinausgeklagt. Nur weil sie das falsche Gebetbuch haben! Das sind nur zwei Beispiele, ich könnte endlos darüber berichten, was sich hier in Deutschland abspielt.

 

1. Sprecher: Man sieht also, wie der lange Arm der Kirchen bis in den Staat hineinreicht und so über den Staat, über die einzelnen Behörden, den Urchristen Steine in den Weg gelegt werden, wenn es darum geht, dass sie ihren Lebensunterhalt auf ehrliche Art und Weise verdienen möchten.

Hingegen Politikern, die z. B. das richtige Gebetsbuch besitzen, ist es durchaus erlaubt, Aussagen zu treffen wie: "Wir haben den Auftrag, zu missionieren. Das steht so in der Bibel und ist unsere Verpflichtung." Das sagt eine Politikerin, die gleichzeitig auch der EKD-Synode angehört. Würde ein Urchrist sagen, dass er seinen Glauben auch in seine Arbeit hineinträgt, was würde er für Schwierigkeiten bekommen!

 

2. Sprecher: Diese Abgeordnete, von der eben die Rede war, trägt ja ihren missionarischen Eifer nicht nur in ihre persönliche Arbeit hinein, sondern sie macht damit Politik, obwohl sie nach dem Grundgesetz das gesamte Volk zu vertreten hat und nur ihrem Gewissen verpflichtet sein dürfte und nicht ihrer Kirche und einem bestimmten Auftraggeber. Das verzerrt die Verhältnisse erneut auf sehr üble und im Grunde genommen verfassungswidrige Weise.

Volksvertreter sind nicht dazu da, um zu missionieren, sondern um das Wohl des Volkes zu fördern.

 

3. Sprecher: Jetzt könnte man ja sagen: Wenn jeder seinen Glauben in Deutschland frei leben kann, dann kann auch ein Volksvertreter frei sagen, welchem Glauben er anhängt und wofür er einsteht. Gleiches Recht für alle - könnte man sagen.
Ich glaube, wir sollten unseren Zuhörern noch einmal die Feinheit der Methode verdeutlichen, mit der diese Diskriminierung, die von den Kirchen ausgeht, in die Tat umgesetzt wird: Es wurde schon erklärt, dass es die Kirchen fertiggebracht haben, einen Betrieb zu ruinieren, und es wurde auch schon ungefähr erklärt, mit welchen Mitteln das geschieht.

Wenn man in die Geschichte zurückschaut, dann erkennt man, dass zu allen Zeiten die Priester versucht haben, unliebsame Menschen auszuschalten. Denken wir einmal an die Zeit des Jesus von Nazareth:

Jesus war ein gefährlicher Sektierer, damals. Die Priester wollten Ihn loshaben, und sie stachelten die Bevölkerung so lange auf, bis der Staat dann Jesus umbrachte.

Wenn man die Geschichte weiter verfolgt: Denken wir an andere religiöse Bewegungen - es war immer das gleiche Muster: Die Kirche hat gehetzt, der Staat hat eingegriffen und die Menschen umgebracht.

Heute ist aufgrund der Umstände in unserer Gesellschaft dieses Modell nicht mehr eins zu eins zu übersetzen, aber es ist immer noch das gleiche Muster: Die Priesterkaste - heute die amtskirchliche Priesterkaste - hetzt, und der Staat setzt das um, was die Kirchen anstiften. Und wie funktioniert das?

Wir haben gehört: Die Kirche setzt aufgrund ihrer wirtschaftlichen und ihrer Medienmacht üble Verleumdungen in Umlauf gegen die Menschen, die sie loswerden möchte. Das geht los mit Verdächtigungen, mit Beschimpfungen, dann wird erklärt: Die Menschen sind gefährlich. Man warnt vor ihnen. Und all dies wird von Medien verbreitet. Und irgendwann sind dann die Menschen, die das hören, so verunsichert, dass sie sich von diesen ausgegrenzten und verleumdeten Menschen zurückziehen. Und heutzutage ist das Nahziel, das damit erreicht werden soll, der wirtschaftliche und der finanzielle Ruin dieser Menschen. Daraufhin läuft es hinaus.

Nur: Warum kann in Deutschland - wahrscheinlich anders als in vielen Ländern, wo uns die Hörer heute zuhören - warum kann die Kirche das in Deutschland machen und in anderen Ländern nicht?

Das ist die Frage, die wir unseren Zuhörern vielleicht erklären müssen: Das liegt einfach daran, dass der Staat den Kirchen in Deutschland ein Umfeld bietet, in dem sie das durchführen können. Es liegt nicht etwa daran, dass die Bevölkerung in Deutschland vielleicht dümmer ist als anderswo und eher auf das hereinfällt, was die Kirchen sagen, sondern es liegt daran, dass der Staat den Kirchen diesen Freiraum - ich möchte sagen, diesen Verleumdungs- und Rufmord-Freiraum - gibt, und das ist der eigentliche Grund für die Religions-Unfreiheit in Deutschland. Vielleicht können wir diesen Mechanismus unseren Zuhörern noch einmal klar machen: Warum funktioniert das in Deutschland? Warum lässt der Staat das zu?

 

2. Sprecher: Das ist eine gute Frage, denn vielleicht hat der eine oder andere Zuhörer sich gedacht: "Ja, wenn die verdächtigt werden - warum wehren sie sich nicht bei Gericht?"

Freie Meinungsäußerung

Sie haben sich bei Gericht gewehrt! Aber die Gerichte haben gesagt: "Was dieser so genannte Sektenbeauftragte in seiner öffentlichen Kampagne gegen diese EDV-Firma, von der ich vorhin gesprochen habe, vorgebracht hat, war eine “unverbindliche Meinungsäußerung”." Er hat ja nicht behauptet, dass sie tatsächlich gegen den Datenschutz verstoßen haben; er hat nur eine allgemeine Sorge geäußert. Der Umstand, dass diese "allgemeine Sorge", die so infam geäußert wurde, zum Zusammenbruch dieser Firma führte, hat das Gericht nicht interessiert.

Ähnlich geht es auch, wenn so genannte Sektenbeauftragte - die eigentlich eher "Verleumdungsbeauftragte" heißen müssten - gegen die Lehre der Urchristen im Universellen Leben zu Felde ziehen. Zum Beispiel wird behauptet: "Wenn ihr den Inneren Weg geht und ihr euch vornehmt, unpersönlich zu werden, dann leugnet ihr euer Persönlichkeitsbild und verlangt von euren Anhängern, dass sie ihre Persönlichkeit aufgeben." Das klingt sehr gefährlich. In Wirklichkeit: Wer die Schriften liest und die Lehrstunden des Inneren Weges praktiziert, der weiß, dass es bei dem Unpersönlichen um das göttliche Selbst in jedem Menschen geht, um eine Entfaltung der Persönlichkeit und nicht um eine Negierung der Persönlichkeit. Die kirchlichen Apologeten, diese Sektenbeauftragten, sind aber sehr gut geschult und verändern die Worte, spiegeln der Öffentlichkeit etwas vor, was gar nicht existiert, und sagen dann: "Ihr verstoßt gegen die Verfassung." Und mit solchen Wortverdrehungen, für die ja die Priesterkaste seit jeher bekannt ist, gelingt es dann, den Staat aufs Tapet zu bringen und so genannte "staatliche Sektenbeauftragte" in Marsch zu setzen, die in staatlichen Berichten über religiöse Minderheiten das umsetzen, was ihnen die Kirchen vorgegeben haben.

Vielleicht mag der eine oder andere Zuhörer wieder sagen: "Ja, kann man sich dagegen denn nicht wehren?" Wir haben dies oft versucht! Und auch hier hat man uns dann bei Gericht entgegengehalten: "Wenn der Sektenbeauftragte behauptet, euer Innerer Weg würde nicht zur Entfaltung der Persönlichkeit führen, sondern zum Gegenteil, dann ist es eine Meinungsäußerung."

Die Gerichte haben noch nie nachgeprüft, ob das richtig ist, was diese Leute sagen, sondern sie haben jeweils gesagt: "Freie Meinungsäußerung - und deshalb erlaubt." Aber diese so genannten "Meinungsäußerungen" haben verheerende Folgen:

In der Öffentlichkeit entsteht dann der Eindruck, dass hier gefährliche Dinge getan würden, so, wie man ja schon den frühen Christen vor 2000 Jahren alles Mögliche anzuhängen versuchte bezüglich dessen, was sie wohl bei ihren Zusammenkünften taten, dachten oder beteten. So ist es auch heute, dass man verdächtigt, unterstellt, in Verruf bringt, um gesellschaftlich auszugrenzen, um politisch auszugrenzen, um dann so weit zu kommen, dass diesen Leuten keine Veranstaltungsräume vermietet werden, dass man ihnen keine Zeitungsanzeigen mehr schaltet und Ähnliches mehr.

Wir sehen also, das Zusammenspiel zwischen Staat und Kirche funktioniert hervorragend - unter Beihilfe der Gerichte, wohlgemerkt!

 

3. Sprecher: Ich möchte noch einmal einen kleinen Schritt zurückgehen, denn es ist doch sehr schwer, einem anständigen Menschen klarzumachen, warum Lügen, Verleumdungen, Bösartigkeiten und Unterstellungen erlaubt sein sollen. Es ist doch, denkt man, schön, wenn jeder seine Meinung sagen kann. Aber der Christ sollte die Grenze dessen, was er als Meinung von sich gibt, dort ziehen, wo die Lüge beginnt. Für einen Christen ist eigentlich ganz klar: In den Zehn Geboten heißt es: "Du sollst kein falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten." In Deutschland hat sich eine Kunst entwickelt, falsch Zeugnis gegen den Nächsten zu reden in einer Art und Weise, dass die Gerichte dagegen nicht vorgehen. Und das liegt einfach an der Erfindung der intellektuellen Künstler der Wortverdrehung, die es zum einen in der Priesterkaste gibt, die zum anderen aber auch in dem juristischen Bereich mitspielen. Das Wort "Meinungsäußerung" ist das Zauberwort.

Vielleicht ein ganz kleines Beispiel: Wenn ich zu dir jetzt sage: "Du hast mir zwei Mark gestohlen!", und das ist eine Lüge. Du könntest mich deswegen vor Gericht verklagen und würdest gewinnen. Ich habe eine Tatsache behauptet, die nicht stimmt. Jeder, der davon hört, würde sagen: "Das glaube ich kaum, wegen zwei Mark würde der das nicht machen."

Wenn ich aber zu dir jetzt zum Beispiel sage: "Ich halte dich für einen unanständigen Charakter. Du bist geldgierig, und du hast es darauf abgesehen, mich um mein Hab und Gut zu bringen. Du bist außerordentlich gefährlich, und ich warne jeden vor dem Umgang mit dir", und würde das in der ganzen Welt verbreiten und du gingst zu Gericht, dann würde das Gericht sagen: "Das ist eine Meinungsäußerung, dagegen kannst du nichts tun."

 

2. Sprecher: So ist es.

 

3. Sprecher: Vielleicht dass die Zuhörer einmal sehen, wie pervers diese Rechtsprechung ist. Die Menschen, die über diese Aussagen richten, machen sich überhaupt keine Gedanken darüber, welches Unheil dadurch angerichtet wird. Und das ist der Grund dafür, dass durch diese Hintertür der so genannten "Meinungsäußerung" die Verleumdungen und die Bösartigkeiten der Priesterkaste in Deutschland zum Zug kommen können. Und der Staat greift - trotz vielfacher Bitten um Hilfe - nicht ein!
Vielleicht im Folgenden ein Versuch, dieses sehr komplizierte Gebiet einmal klarzumachen. Ein Mensch mit einem einigermaßen ausgeprägten Gewissen weiß: Eine Lüge ist eine Lüge, egal, wie man sie bezeichnet. Aber unter den Kirchenvertretern und unter den Kirchenjuristen wird dieses Instrument heute für die Inquisition benutzt mit den Ergebnissen, die wir gehört haben. Die Auswirkungen für die Menschen: Es wurde gesagt, ein Betrieb wurde ruiniert - man muss sich das mal überlegen! Menschen verlieren ihre Arbeit. Menschen werden aus ihrem Arbeitsplatz gekündigt, weil die Kirchen unter Duldung des Staates gegen sie hetzen, vielleicht sogar der Staat selber mit seinen so genannten "Sektenbeauftragten". Den Menschen, die sich als freie Bürger in unserem Staat bewegen wollen, werden viele bürgerliche Rechte einfach vorenthalten. Das sind Auswirkungen, wie man sie normalerweise von totalitären Staaten kennt, die in Deutschland durch das Zusammenspiel von Kirche und Staat zustande kommen - alles unter der Vorgabe der Kirchen: Religionsfreiheit für uns, Religions-Unfreiheit für alle anderen.

Luthers verfassungsfeindliche Lehre

Man kann eigentlich sagen: Die Kirchen - die Lutherkirche und die Vatikankirche - sind konsequent. Sie halten ihre Vorgaben ein, die entweder in ihrem Katechismus stehen oder von ihrem Glaubensgründer, wie von Martin Luther, gegeben wurden. Denn man darf ja nicht vergessen, was Martin Luther gelehrt hat.

 

2. Sprecher: Im Grunde genommen hat es sich inzwischen ja herumgesprochen, dass der als Reformationsheld gefeierte junge Luther in der zweiten Hälfte seines Lebens in geradezu dämonischer Weise jede freiheitliche Regung bekämpft hat. Er hat eine Lehre vertreten, die den freien Willen des Menschen leugnete. Insofern ist die Lehre der lutherischen Kirche eine verfassungsfeindliche Lehre. Denn wenn ich ein Menschenbild habe, das den freien Willen leugnet, dann bricht im Grunde genommen jede Verantwortlichkeit in sich zusammen.

 

3. Sprecher: Was sagte Luther eigentlich, wie man mit den Menschen umgehen soll, die nicht seiner Lehre anhängen, sondern einen anderen Glauben haben?

 

2. Sprecher: Er empfahl sie dem Henker.

Und ein weiteres beliebtes Totschlag-Argument in Deutschland gegen jedermann, der der herrschenden Strömung nicht genehm ist, besteht ja auch darin, dass man versucht, ihm antisemitische Tendenzen anzuhängen. Auch das versuchen kirchliche Sektenbeauftragte gegenüber religiösen Minderheiten. Und das ist ganz besonders peinlich, wenn man sich die Biographie Luthers vergegenwärtigt, der dazu aufgerufen hat, die Synagogen der Juden in Brand zu setzen und die Juden zu verfolgen. Hitler hat bekanntlich gesagt: "Luther hat den Juden so gesehen, wie wir ihn heute sehen." Und Luther ist im Grunde genommen der geistige Brandstifter der Brandstiftung, die im Endergebnis dann zum Holocaust geführt hat.

Vatikanisches Kirchenrecht

3. Sprecher: Wir haben jetzt die Lutherkirche beleuchtet. Wie sieht es denn bei der Vatikankirche aus? Ich finde, die Religionsfreiheit nach außen, die wir von der Verfassung her vorgegeben haben, ist ja das, was wir alle bejahen an Deutschland und an der deutschen Verfassung: Man gibt sich nach außen so, wie es in der Verfassung steht, im Inneren hält man es aber anders. Hat nicht auch die Vatikankirche ganz strenge Vorgaben dahingehend, dass die Religionsfreiheit eben gegenüber Andersgläubigen nicht gelten darf? Gut, jeder weiß wahrscheinlich, dass nach den katholischen Lehren jeder, der nicht katholisch ist, sowieso der ewigen Verdammnis anheimfällt. Das kann man glauben oder auch nicht glauben. Aber welche konkreten Anweisungen gibt es denn z.B. für Staatsdiener wie Beamte oder auch Richter von Seiten der Vatikankirche, die der Religionsfreiheit diametral entgegenstehen?

 

2. Sprecher: Wenn ich zum Beispiel im Kirchenrecht nachlese, dann finde ich dort den Satz, dass die katholischen Laien die besondere Pflicht haben - und zwar jeder gemäß seiner eigenen Stellung - die Ordnung der zeitlichen Dinge im Geiste des Evangeliums zu gestalten und zur Vollendung zu bringen. Und was der Geist des Evangeliums ist, das bestimmt natürlich die Kirche.

Im Katechismus der katholischen Kirche ist der Laie ausdrücklich dazu verpflichtet, in allen Dingen den Lehren der Kirche zu folgen. Die Weisungen des Evangeliums stehen über dem staatlichen Gesetz. Und zu diesen Weisungen gehört auch, dass man auf den Rat der Priesterschaft hört, wenn es um die Ordnung der weltlichen Dinge geht!
Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, warum ist es eigentlich so wichtig, was ein katholischer Kardinal zu diesem oder jenem Krieg sagt? Doch wohl nur deshalb, weil die Politiker die Ohren spitzen müssen, wenn sie in den Krieg ziehen wollen, ob ihre Kirche damit einverstanden ist oder nicht. Und wir alle wissen, dass die Kirche keineswegs der Lehre des Jesus von Nazareth folgt und sagt: "Krieg ist gegen Gottes Gesetz", sondern dass die Kirche seit Jahrhunderten den so genannten "gerechten Krieg" lehrt und immer wieder Kriegen zustimmt, immer wieder Waffen segnet, immer wieder Soldaten segnet.

Das sind nur einige Aspekte, die erklären, warum die Kirche den Staat immer wieder so umklammern kann, die Staatsverwaltung, auch die Gerichte. Welcher Richter kann sich denn von den Weisungen des Kirchenrechts und des Katechismus wirklich frei machen, dass er in jeder Lebenssituation die Lehre seiner Kirche zu beachten hat? Wie wird er denn denken, wenn es darum geht, seine Kirche vor Gericht zur Ordnung zu rufen, weil sie intolerant gegen die Verfassung verstößt? Selbst wenn es ihm nicht immer bewusst ist, ist er doch von Kindesbeinen an von dieser Kirche indoktriniert worden, und sein Unterbewusstsein ist gefüllt mit der Unfreiheit der kirchlichen Lehre und der Verpflichtung, diese kirchliche Lehre auf Biegen und Brechen durchzusetzen.

 

3. Sprecher: Wenn man diesen Gedanken z.B. in ein gerichtliches Verfahren einbringt, wäre nach deutschem Recht die Möglichkeit gegeben, dass dieser Richter wegen Befangenheit aus dem Verfahren ausscheidet. Aber interessanterweise hält sich keiner dieser Richter deswegen für befangen, weil er in den Traditionen seiner Konventionskirche gefangen ist. Man könnte eigentlich sagen: Bei uns in Deutschland heißt es:

Der Staat ist das Ross, und der Reiter ist die Kirche.
Wohin der Staat läuft, bestimmt der Reiter.

Vielleicht eine Zwischenbemerkung an unsere Zuhörerinnen und Zuhörer: Wenn Sie jetzt etwas erstaunt sind über das, was Sie bisher gehört haben, vielleicht könnten Sie einmal an den deutschen Bundeskanzler schreiben, was Sie von der Religions-Unfreiheit in Deutschland halten. Denn wir haben festgestellt: Es ist durchaus nicht ohne Wirkung, wenn viele kritische Menschen - im Ausland vor allem - das, was in Deutschland geschieht, genau beobachten und begleiten und auch das, was sie davon halten, den deutschen Behörden übermitteln. Also, wenn Sie möchten, schreiben Sie doch einmal an den deutschen Bundeskanzler, was Sie von der Religions-Unfreiheit in Deutschland halten.

 

2. Sprecher: Und damit unsere Zuhörerinnen und Zuhörer sich immer wieder vergegenwärtigen können, dass es hier nicht um Meinungsäußerungen unsererseits geht, sondern um konkrete Vorfälle, darf ich vielleicht noch ein Beispiel in unsere Diskussion einbringen, wie das Zusammenspiel von Staat und Kirche in Deutschland wirkt:

Es gibt einige Landwirte, die ökologischen Landbau betreiben und umfangreiche Landschaftsschutz-Aktivitäten entfalten, die voll im Sinne der deutschen Gesetze stehen. Diese Landwirte wollten ein Waldstück erwerben, das in der Nähe ihres Hofes liegt. Sie wandten sich an die Bundesrepublik Deutschland, die Eigentümerin dieses Waldes ist, und fragten, ob man diesen Wald kaufen könne. Sie erfuhren: "Ja!" Man hat auch einen Preis vereinbart, und die Beamten waren bereit, dieses Waldstück zu verkaufen. Man stand eigentlich schon kurz vor der Beurkundung, als plötzlich auf Seiten des Staates eine merkwürdige Zurückhaltung festzustellen war. Zuständig war das Finanzministerium, dieses hatte plötzlich das Familienministerium eingeschaltet. Es kreisten offenbar innerhalb mehrerer Ministerien Dossiers und Berichte über die Landwirte, die dieses Grundstück erwerben wollten. Obwohl es lediglich um einige Hektar ging, also um einen kleinen Flecken, der normalerweise auf der untersten Verwaltungsebene behandelt würde, ging das bis zum Bundesfinanzminister. Man hat schließlich festgestellt: Gegen diese Leute ist nichts einzuwenden, und man kann ihnen dieses Grundstück verkaufen. Ein hoher Beamter im Bundesfinanzministerium erklärte den Vertretern dieser Landwirte: "Ja, wir haben jetzt alles geprüft, und ich werde den Verkauf befürworten." Die Vertreter der Landwirte gingen nach Hause und erzählten: Ihr könnt das Grundstück kaufen. Doch nach wenigen Wochen ging ein Brief ein. Vom Staatssekretär des Bundesfinanzministeriums wurde mitgeteilt, dass an diese Landwirte und auch nicht an Bekannte dieser Landwirte oder Freunde dieser Landwirte dieses Grundstück verkauft werden könne. Man gab keinerlei Grund an. Aber es war mit Händen zu greifen, dass ausschließlich das Gebetbuch dieser Landwirte den Ausschlag gab, denn es handelte sich um Anhänger der Glaubensgemeinschaft Universelles Leben.

Das ist die Religionsfreiheit bzw. Religions-Unfreiheit in Deutschland! Sie führt inzwischen so weit, dass man mit Leuten, die das falsche Gebetbuch haben, von Seiten des Staates keine Geschäfte mehr macht. Auch das könnte man den verantwortlichen Politikern der Bundesrepublik Deutschland einmal schreiben.

 

1. Sprecher: Ich frage mich die ganze Zeit: Was ist eigentlich die Triebfeder dieser Religions-Unfreiheit in Deutschland? Kann es nicht sein, dass es die Angst ist - die Angst vor der Wahrheit? Die Kirchen treibt die Angst, dass die Wahrheit ans Licht kommt: Dass sie nicht das tun, was Jesus, der Christus, gelehrt hat. Die Politiker treibt die Angst, dass die Wahrheit über ihr Leben vielleicht ans Licht kommt, weshalb man doch lieber so manchen Bund mit der Kirche schließt, damit nicht zu viel von dem, was hinter verschlossenen Türen abläuft, ans Tageslicht dringt. Von der anderen Angst haben wir schon zu Beginn gehört, der Angst vor ewiger Verdammnis, mit der die Kirche schon seit Jahrtausenden den Menschen droht. Ist also nicht die Angst die Triebfeder, die zur Religions-Unfreiheit in Deutschland führt? Daraus folgt: Kann nicht nur derjenige für die Religionsfreiheit eintreten, der selbst keine Angst hat? Keine Angst hat, dass etwas Unschönes über sein Leben ans Tageslicht tritt? Keine Angst hat, weil er weiß, dass Gott nicht der Kirchengott ist?

 

2. Sprecher: Intoleranz war immer schon ein Zeichen von Schwäche. Die Kirchen waren nicht zuletzt deshalb so intolerant und haben Andersgläubige unterdrückt, weil sie wussten, dass sie die Lehre des Nazareners längst verraten haben. Und deshalb haben sie jeden bekämpft, der ihnen dies vorhielt. Und die Politiker im Gefolge der Kirchen leben natürlich von der Unterstützung ihrer Politik durch die "Kirchenfürsten", wie sie sich nennen. Es findet in Deutschland kein Staatsempfang statt, auf dem nicht Minister und Kardinäle nebeneinander sitzen. Man spielt sich die Bälle zu und hat sicherlich auch einiges zu verbergen - auf Seiten der Kirchen, auch auf Seiten der Politiker. Insofern muss ich dir zustimmen: Wer sich so verhält, hat offenbar Angst. Und die Frage stellt sich: Wovor hat er Angst?

Wie aktuell diese Frage ist, zeigte sich erst vor wenigen Tagen wieder, als in Ingolstadt von der Initiative "Ein Mahnmal für die Opfer der Kirche" eine Aufklärungsveranstaltung geplant war. Als Referenten waren ein bekannter Theologe und ein Vertreter des Bundes für Geistesfreiheit eingeladen. Das Thema sollte die finanzielle Verflechtung zwischen Staat und Kirche sein, jene Verflechtung, die zu der bereits mehrfach erwähnten milliardenschweren Subventionierung der Kirchen aus den allgemeinen Steuergeldern führt. Wohlgemerkt: Es ging nicht um die Kirchensteuer der Kirchenmitglieder, sondern um die staatliche Alimentierung der Kirchen, für die alle Bürger - gleich, ob katholisch, evangelisch oder atheistisch - zur Kasse gebeten werden, zur Kasse für Bischofs- und Pfarrergehälter, für Priesterausbildung, für konfessionellen Religionsunterricht, für Militärseelsorge und vieles mehr. Sogar der Messwein beim Abendmahl in den Kasernen wird vom Staat bezahlt.

Mittelalterliches Ingolstadt?

Doch, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, in Ingolstadt darf man darüber nicht reden. Die örtliche Zeitung mit dem schönen Namen "Donaukurier" reagierte auf eine Weise, die praktisch gegen sämtliche Anstandspflichten einer freien Presse verstößt. Sie verweigerte rundweg den Abdruck einer Anzeige zur Ankündigung der Veranstaltung, einer Anzeige, in der lediglich das Thema "Kirche und Geld" angekündigt war, mehr nicht. Es wurde auf die Subventionierung der Kirchen durch den Staat hingewiesen, mehr nicht. Es stand also nichts Unschickliches in dieser Anzeige. Dennoch wollte man sie nicht abdrucken und gab hierzu eine merkwürdige Begründung. Ich zitiere: Man trage Verantwortung, so hieß es in dem Brief, "für die ländlichen Teile der Zeitungsabonnenten". Offenbar fühlt sich diese Zeitung einer Stadt als Vormund, als kirchlicher Vormund seiner Leser. Aber man weiß in Ingolstadt bei München eben, was man den Kirchen schuldig ist. Man ist mit ihnen sogar in dieser Redaktion so eng verschwistert, dass der Chefredakteur des Evangelischen Sonntagblatts und der Chefredakteur des "Donaukuriers" schon einmal hin- und herwechselten.

Aber nicht nur eine Zeitung hat sich wieder einmal als kirchlicher Handlanger entlarvt, sondern zugleich eine Organisation, von der man es wirklich nicht erwartet hätte: Die Gewerkschaft IG Metall, in deren Haus der Vortragsraum gemietet war, in dem die Veranstaltung stattfinden sollte. Als die Gewerkschaftsfunktionäre von dem Flugblatt erfuhren, auf dem für die Veranstaltung in ihrem Haus geworben wurde, mit dem Slogan "Spart euch die Kirche" - ein Slogan, der natürlich in erster Linie auch an Politiker gerichtet war -, gerieten sie schier in Panik. Obwohl dieser Veranstaltungsraum bereits vor vielen Wochen gemietet worden war, kündigten sie wenige Stunden vor der Veranstaltung fristlos mit dem Hinweis auf die Kirchenkritik dieses Flugblattes. Und gleichzeitig veröffentlichten sie dann eine Pressemitteilung, in der sie sich buchstäblich in den Staub warfen. Wörtlich schrieben sie nämlich: "Wir möchten uns ausdrücklich bei all den Menschen entschuldigen, die sich durch eine unzulässige Verbindung auf dem Flugblatt zwischen der angesprochenen Initiative und den Gewerkschaften in ihren religiösen Gefühlen von uns verletzt fühlen." Wer hätte gedacht, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, dass eine so wichtige Organisation der Arbeiterbewegung so tief gesunken ist, dass sie vor den Kirchen, die allgemein als ziemlich unsoziale Arbeitgeber bekannt sind, eine solche Verneigung macht. Aber das Trommelfeuer gegen kirchenkritische Minderheiten wirkt eben! Mit Ketzern darf man in keinem Fall in Berührung gebracht werden. Das war schon im Mittelalter so, und das ist heute immer noch so.

Aber es kommt noch schlimmer: Nicht nur die Gewerkschaft und die örtliche Zeitung verrammelten die Türen vor rechtstreuen Bürgern, die ihre Mitbürger über ein wichtiges gesellschaftspolitisches Thema unterrichten wollten. Auch das Gericht spielte nun mit. Als die Veranstalter gegen den dreisten Rechtsbruch der Gewerkschaften beim Amtsgericht eine gerichtliche Verfügung erwirken wollte, um in letzter Minute die Veranstaltung zu retten, lehnte man dies ab. Grund: Man könne die Veranstaltung ja nachholen. - Wie bitte? Ja, man könne die Veranstaltung ja nachholen. Die Begründung des Gerichts ist ebenso haarsträubend wie zynisch, denn es waren natürlich bereits Tausende von Handzetteln verteilt worden. Die Referenten waren unterwegs, und die Besucher hatten sich auf die Veranstaltung eingestellt. Eine Verschiebung konnte nicht mehr publiziert werden - das Chaos war vorprogrammiert. Aber das nahm der Amtsrichter Dr. Sitzmann gelassen hin. Er erwartet, dass die Veranstalter einen so genannten Hauptsacheprozess durchführen. Vielleicht lässt sich das Gericht dann im Laufe eines Jahres herbei, die Gewerkschaft zu verpflichten, ihre Mietverträge einzuhalten. Fazit: Eine von den Kirchen indoktrinierte und verängstigte Gesellschaft hat sich hier gewaltig entlarvt. Kirchenkritiker haben bei der Justiz keine Chance, haben bei der Presse keine Chance - man weist ihnen die Türe: in einer Gesellschaft, die von den Kirchen, denen die Gläubigen davonlaufen, so indoktriniert ist, dass sie immer noch Angst hat vor den Drohungen, die jahrhundertealt sind, obwohl keiner mehr die Lehre ernst nimmt.

 

3. Sprecher: Vielleicht müssen wir als Urchristen auch noch einmal darauf hinweisen: Die meisten der Urchristen sind ja aus den konventionellen Amtskirchen Lutherisch und Vatikanisch ausgestiegen, weil sie die Verleumdung des Namens des Jesus, des Christus, durch diese Institutionen nicht mehr mitmachen wollten.

Es hat ja niemand etwas dagegen, wenn sich diese Institutionen katholisch oder lutherisch oder evangelisch nennen. Was Urchristen anprangern ist nur, dass sie das Wort "christlich" missbrauchen. Und in diesem Zusammenhang klären sie natürlich auch auf, worin dieser Missbrauch besteht. Das ist für die Amtskirchen sehr gefährlich. Denn das ist auch einer der Gründe, warum ihnen die Menschen seit Jahren in Scharen davonlaufen. Und der zweite Grund, warum gerade die Religions-Unfreiheit gegenüber den Urchristen so gefordert wird, ist die Tatsache, dass die Urchristen kein Blatt vor den Mund nehmen. Und ich kann nur noch einmal das Zitat von Karlheinz Deschner wiederholen, der Folgendes sagt: "Nach intensiver Beschäftigung mit der Geschichte des Christentums kenne ich in Antike, Mittelalter und Neuzeit, einschließlich und besonders des 20. Jahrhunderts, keine Organisation der Welt, die zugleich so lange, so fortgesetzt und so scheußlich mit Verbrechen belastet ist wie die christliche Kirche, ganz besonders die römisch-katholische Kirche."

Das ist Klartext. Damit hat man die Zusammenhänge klar auf dem Tisch. Und die Urchristen scheuen sich auch nicht, zu sagen: "Liebe Mitbürger! Wenn ihr das, was die konventionellen Amtskirchen hier veranstalten, nicht mehr mittragen wollt, dann haltet euch doch an eure Bibel, wo schon in der Apokalypse steht:

Gehet aus von ihr, mein Volk, wenn ihr nicht teilhaben wollt an ihren Sünden und an ihren Plagen."

Ich glaube, die Religions-Unfreiheit gerade gegenüber Urchristen ist deswegen so deutlich geworden, weil die Urchristen dem, was wir gerade geschildert haben, gefährlich werden. Und die, die dem eigenen Verbrechen und dem eigenen Missbrauch gefährlich werden können, müssen mundtot gemacht werden. Früher geschah das durch die Inquisition auf dem Scheiterhaufen, durch die Kreuzzüge und wo auch immer - heute durch Rufmord, durch Existenzvernichtung und Ähnliches. Und das ist nun leider einmal, im Gegensatz zur Verfassungstheorie, die Verfassungsrealität in Deutschland!

 

2. Sprecher: Nun wird sich vielleicht mancher fragen: "Ja, wie soll das weitergehen? Was wollt ihr tun? Wollt ihr diese Dinge nur - so, wie ihr es eben getan habt - beim Namen nennen? Oder was kann man tun, um die Deutsche Verfassung, um das hohe Gut der Religionsfreiheit wieder aufleben zu lassen, in Deutschland und in Europa?" Ich kann nur antworten:

Die Urchristen werden das tun, wofür sie angetreten sind. Sie werden, so gut sie es können, den Namen des Jesus von Nazareth rehabilitieren, durch ihre Lehre und durch ihr praktisches Leben. Sie werden immer wieder darauf hinweisen, dass diese Lehre von den Kirchen missbraucht wurde und wird. Und sie werden auch dafür kämpfen, dass sie dies sagen dürfen - ob es der herrschenden Meinung passt oder nicht. Und jeder Bürger, ob er den Glauben der Urchristen teilt oder nicht, müsste eigentlich daran interessiert sein, dass diese Freiheit der Religionsausübung und der Weltanschauung nicht untergeht. Denn heute sind es die Urchristen, die es trifft - morgen können Sie oder ein anderer es sein, gegen den man vorgeht, den man an den Pranger stellt. Es ist, im Grunde genommen, nicht nur eine urchristliche Aufgabe, für die Religionsfreiheit zu kämpfen, es ist eine Aufgabe jedes Bürgers, der in einem freiheitlichen Gemeinwesen leben will. Und ich hoffe, dass viele Bürger dies mehr und mehr erkennen.

 

1. Sprecher: Und wer das erkannt hat, der wird wahrscheinlich seine Gedanken auch auf Papier bringen mögen. Wir haben schon im Verlauf der Sendung darauf hingewiesen, dass es auch möglich ist, z.B. durch Briefe die staatlichen Stellen an ihre weltanschauliche Neutralität zu er-innern, damit die Religionsfreiheit auch in Deutschland wieder zum Tragen kommt.

 

Lesen Sie die: Erklärung zur Religionsunfreiheit in Deutschland



Weitere Informationen über das Verhältnis des Universellen Lebens
zu den Institutionen Kirche finden Sie unter Urchristen und die Amtskirchen


Weitere Sondersendungen der kleinen Gesprächsrunde im Universellen Leben

© 2014 Universelles Leben e.V. • E-Mail: info@universelles-leben.orgImpressum