 |
|
 |

 Wo ist Gott?

(Diese Sendung ist auch in Real Audio zu hören unter www.radio-santec.com)
Christian: Hier ist DAS WORT – DIE KOSMISCHE WELLE! Wir begrüßen Sie herzlich zu einer neuen Gesprächsrunde – heute zu dem Thema: „Wo ist Gott?“ - Im Studio darf ich begrüßen Gabriele und Gert, mein Name ist Christian.
Die Menschen beten zu Gott. Die einen zu Jehova, die anderen zu Allah; im Abendland beten die Christen vor allem zu dem Gott, den die Kirchen lehren. Wenn wir die Welt anschauen, stellt sich die Frage: Was hat dieser Religionsglaube an Allah, an Jehova oder an den von den Kirchen gelehrten Gott gebracht? Liegt es an den Gläubigen, weil sie nicht genug beten? Oder liegt es an den Lehren, die diese Konfessionen verkünden? Jesus von Nazareth hat gelehrt, zunächst den Balken im eigenen Auge zu sehen, und nicht nach dem Splitter im Auge des Nächsten zu suchen. Wir wollen deshalb nicht mit dem Finger auf andere Religionen deuten, sondern wir sollten uns vielleicht zunächst fragen, was im sogenannten christlichen Abendland geglaubt und gelehrt wird. Dort haben sich die Kirchen wenige Jahrhunderte, nachdem Jesus von Nazareth über diese Erde gegangen war, als machtvolle Institutionen installiert, die mit Heerscharen von Theologen, Bischöfen und Kardinälen den Menschen ein Dogmengebäude oktroyierten, Zeremonien und Rituale praktizierten und politische Macht ausübten. Die Kirche sieht sich als den sichtbaren Teil des Reiches Gottes an, ja sogar als den geheimnisvollen Leib Christi und als Institution, ohne die der Mensch keine Chance hat, zu Gott zu kommen. Der berühmte Satz lautet: „Außerhalb der Kirche ist kein Heil“. Maßgeblich für dieses Heil sind nach Meinung der Kirchen die von ihnen angebotenen Gnadenmittel, die sogenannten Sakramente. Eines der wichtigsten davon ist die Taufe. Wer sie nicht empfängt, lebt nach dieser kirchlichen Lehre im Zustand der Erbsünde. Stirbt er in diesem Zustand, dann lebt er ewig von Gott getrennt – es gilt auch für die ungetauften Säuglinge, die nie Gott sehen sollen nach Lehre der Kirche. Um seine Sünden loszuwerden – so lehrt diese Kirche weiter – muss der Mensch eine Beichte ablegen, nach katholischem Glauben in einem Beichtstuhl, nach der Lehre der evangelisch-lutherischen Kirche kann diese auch in einer allgemeinen öffentlichen oder gemeinsamen Beichte geschehen.
Eine wichtige Rolle spielen auch die sogenannten Sündenablässe. Wer gesündigt hat, wird nach Lehre dieser Kirche dafür von Gott im Jenseits gestraft. Allein die Kirche ist befugt, diese Sündenstrafen zu erlassen. Im Jahr 2000 haben wir erlebt, dass dies dadurch geschehen konnte, dass jemand die Ablasspforte in Rom durchschritt - auch Spenden sollen für diese Sünden und Strafenerlass hilfreich sein. Nach kirchlicher Lehre – vor allem im Sinne Luthers – hat Jesus von Nazareth durch Seinen Tod bereits alles getan, was zum Heil des Menschen erforderlich ist. Der Mensch kann nach dieser Lehre für sein Heil praktisch nichts tun. Entscheidend ist, ob man glaubt. Wenn man dennoch sündigt, soll dies kein Verhängnis sein, wenn es denn sein muss – sagt Luther – sündige tapfer, aber glaube noch tapferer.
Gert: Darf ich dich hier mal unterbrechen, Christian? Was du vorgelesen hast, sind bestimmte Mechanismen, die der Mensch erfüllen muss, die jeweils bezogen auf die Kirche sind und die – soweit ich das beurteilen kann – auch mit der Verpflichtung verbunden sind, der Kirche dafür einen Obolus zu entrichten. Was soll das Ganze eigentlich? Wenn diese Lehre, wenn diese Vorschriften, einen Sinn haben sollten, dann müssten sie doch auch zu einem positiven Ergebnis geführt haben. Und wo kann ich denn die positive Wirkung all dieser Handlungen ablesen? Wenn ich mir die Welt heute anschaue, nach dem, was du gesagt hast, müssten wir eigentlich in einem Land leben, in dem es keine Gefängnisse gibt, in dem es keine Gerichte gibt, weil es keinen Streit mehr gibt, in dem es keine Zwistigkeiten gibt, in dem es keine Ehescheidungen gibt, in dem es keine Kinderschändung gibt, in dem alles in Frieden und Harmonie miteinander lebt, denn die Sünden sind ja den Menschen schon durch Christus genommen, durch Seinen Tod – wie die einen sagen – oder zumindest durch die Rituale und Zeremonien, die der Gläubige bei der Kirche abliefert.
Gabriele: Wenn ich das so höre, was zum einen Christian vorgetragen hat, was du gesagt hast, stellt sich doch die Frage: Gibt es überhaupt einen Gott? Denn wo, in welche Religion greift Gott ein, um den Menschen zu helfen? Ob wir Gott Allah nennen, oder ob wir Ihn Jehova nennen, oder ob wir Gott die göttliche Intelligenz nennen, ob wir Ihn den Ewigen nennen, es ist letztlich für alle Gott, die eine Kraft, die existieren soll, um den Menschen zu helfen. Existiert Gott? Hat Gott ihnen geholfen? Welche Lehre? Stimmt die Lehre z. B. des Islams, die Lehre der Buddhisten, der Hinduisten, die Lehre des Christentums, was stimmt? Wir dürfen eigentlich nicht als Menschen im Abendland, die sich Christen nennen, auf andere Lehren deuten und sagen: Die und die und die Lehre stimmt nicht, sie haben Gott nicht. Wir müssen eigentlich an unsere Brust klopfen in dem Bewusstsein, was Jesus, der Christus, uns lehrte: „Sieh zuerst den Balken in deinem eigenen Auge, bevor du den Splitter im Auge des anderen suchst“. Es hilft also nicht, zu sagen: Der Gott der Unendlichkeit existiert nur für uns, für uns Christen. Wir müssen die Bilanz ziehen: Was hat unsere Lehre, die Lehre des Abendlandes, die christliche Lehre, gebracht? Welche Lehre stimmt? Also sehen wir doch einmal den Balken in unserem Auge. Wir sagen: „Wir sind Christen“; und nun müssen wir uns fragen: Was hat Jesus, der Christus, vor 2000 Jahren gelehrt? Er ging als Jesus von Nazareth über diese Erde. Er war und ist der Lehrer der Bergpredigt, der Friedfertigkeit. Wir glauben, dass Jesus, der Christus, der Erlöser aller Menschen ist. Jesus war ein einfacher Mann. Jesus ging höchstens in den Tempel, also in eine Kirche aus Stein, um zu lehren, aber nicht, um in dieser Kirche, in dem Tempel, Gott anzubeten. Er lehrte uns ja: „Das Reich Gottes ist inwendig in euch“. So müssen wir uns die Frage stellen: Ist all das, was die Kirchen um Jesus, den Christus, gemacht haben, die Wahrheit? Ist es Gottes Liebe, Gottes Reichtum? Ist es die Lehre der Bergpredigt, die Lehre des Zimmermanns Jesus, oder sind es die Lehren von Menschen, die aus Gott, Der die Wahrheit ist, ihre Existenz ableiten? Die zentrale Lehre des Jesus, des Christus, ist letztlich die Bergpredigt. Wenn wir jetzt auf die Worte von Christian zurückgehen, der sagte: Die Kirche sieht sich als das Reich Gottes auf Erden, als den geheimnisvollen Leib Christi und als Institution, ohne die der Mensch keine Chance hat, zu Gott zu kommen. Viele sind in diese Institution eingebunden. Sind sie bei Gott? Oder wo sind sie? Nach zweitausend Jahren Christentum müsste man doch eigentlich mal fragen: Die vielen, vielen Menschen im christlichen Abendland, die in eine Kirche eingebunden sind, müssten doch im Reich Gottes sein?
Christian: Ich kann mir nicht vorstellen, dass Gott Sich an Religionen und Konfessionen gebunden hat und der einen oder der anderen dazu verhelfen will, dass sie sich durchsetzt. Das hat auch Jesus von Nazareth nicht gelehrt. Du hast bereits erwähnt, dass Er davon gesprochen hat, dass Gott inwendig in uns ist. Dieser in uns wohnende Gott, Den ich nicht in Steinhäusern finden kann, Den kann ich auch nicht in Konfessionen finden, und Den kann ich auch nicht in dem Korsett finden, in das sich viele Kirchenmitglieder eingebunden fühlen. Man spricht inzwischen vom vierrädrigen Christentum: Kinderwagen, Hochzeitskutsche, Leichenwagen – alle Wagen haben bekanntlich vier Räder – weil viele nur wegen dieser Rituale noch in der Kirche bleiben. Ich glaube, dass all dies mit Gott nichts zu tun hat. Auch in der herkömmlichen Bibel, von der du gesprochen hast, Gert, die vielfach verfälscht wurde, ist von diesen Dogmen und Zeremonien, mit deren Hilfe die kirchlichen Institutionen ihre Gläubigen an sich zu binden suchen, keine Rede. Also, ich glaube, dass die Bindung an Konfessionen nicht zu Gott führt. Gott ist der Vater aller Menschen und nicht der Gott von Konfessionen.
Gabriele: Wir Menschen im Abendland nennen uns „christlich“. Also klopfen wir an unsere eigene Brust und fragen uns: Wenn Jesus die Friedfertigkeit gelehrt hat, wenn Jesus uns den Vater der Liebe gebracht hat, wenn Jesus uns lehrte, das Reich Gottes ist inwendig in euch und das Reich Gottes ist Liebe, ist Frieden, ist Einheit, ist Gerechtigkeit, dann müssen wir uns doch alle fragen, dann, wenn wir zum Beispiel in eine kirchliche Institution eingebunden sind und die Dogmen und Riten dieser Kirche beibehalten haben, diese Dogmen und Riten gelebt haben, sind wir bei Gott? Sind wir friedfertige Menschen?
Christian: Vielleicht darf ich ein wenig aus meiner eigenen Erfahrung berichten: Ich habe eher den Eindruck gehabt, solange ich mich auf die sogenannten Gnadenmittel der Kirche verlassen habe, dass ich mir eigentlich alles leisten kann, solang’ ich an diese Dogmen glaube, solang’ ich diese Rituale befolge und solange ich einmal im Jahr in einen Beichtstuhl mich begebe. Diese scheinbare Sicherheit, Gott nahe zu sein, wenn man bestimmte Rituale befolgt, verführt den Menschen zur Selbstgerechtigkeit.
Gabriele: Gut, wenn die Menschen die Dogmen und die Riten halten, dann fühlen sie sich selbstgerecht, sie sind in die Kirche eingebunden, sie tun das, was die Institution Kirche lehrt – katholisch oder lutherisch, sie nennen sich ja beide christlich. Nun, sie haben’s getan oder tun’s heute noch, ja sind sie friedfertig geworden? Das ist für mich die Frage: Wenn ich das Reich Gottes durch eine Institution erlange, indem ich tue, was die Kirche lehrt: die Dogmen zu erfüllen, die Riten zu halten, die Gnadenmittel, die sogenannten Sakramente, zu empfangen, das wichtigste Sakrament die Taufe usw. Sind diese Menschen friedfertig geworden? Wenn sie friedfertig geworden sind, dann erfüllen sie die Lehre des Jesus, des Christus. Und diese Lehre ist die Liebe, ist die Nächstenliebe, ist die Einheit mit Mensch, Tier und Natur. Wenn das nicht so ist, dann hat diese Kirche, die glaubt, dass sie das Reich Gottes auf Erden verkörpert, nicht Gott. Dann haben sie Gott ausgeschlossen, und schließen all jene aus, die sich der Kirche angehörig fühlen.
Gert: Man kann das Ganze ja auf den Prüfstein stellen: Wie verhalten sich Menschen, die die strenge Einhaltung von Riten und Dogmen zu ihrem Lebensinhalt gemacht haben und dann zu dieser Selbstgerechtigkeit, verleitet werden? Das ist genau die Wurzel des sogenannten Fundamentalismus - in allen Religionen. Die Fundamentalisten behaupten von sich, dass sie die äußeren Abläufe, die der jeweilige Glaubenslehrer vorgeschrieben hat, hundertprozentig einhalten. Wenn man die Wirkung der Fundamentalisten betrachtet, dann sind sie es, die zu diesen heftigen Kriegen Veranlassung geben, die wir heute überall in der Welt haben. Überall ist es der Fundamentalismus, der Hass und nicht Liebe predigt, der die Vernichtung eines jeden Andersgläubigen fordert und deren Gott – für den sie ja ihre ganzen Regeln einhalten – nur ihnen dazu helfen soll, andere Menschen zu unterdrücken, zu unterjochen und zu töten.
Wenn ich also deine Frage jetzt mit der Wirklichkeit konfrontiere, dann muss ich sagen: All diejenigen, die als Fundamentalisten in großer Selbstgerechtigkeit äußere Dogmen, Riten und Regeln einhalten, haben nicht den Gott der Liebe, weder in sich aufgenommen, noch gelebt.
Gabriele: Jetzt habe ich eine Frage: Wem soll dann Gott beistehen? Wem soll Gott helfen? Zum Beispiel sagt die Kirche: „Eines der wichtigsten Sakramente – also Gnadenmittel – ist die Taufe. Wer sie nicht empfängt, lebt im Zustand der Erbsünde, stirbt er, lebt er ewig von Gott getrennt.“ Jesus hat so etwas nie gelehrt. Das ist eine Kirchenlehre. Jesus sagte – und das ist ganz wichtig – „Zuerst lehret und dann taufet“. Wenn also Jesus sagte, „zuerst lehret“, dann ist der Mensch von Kind an nicht getauft, bis er die Lehre des Jesus, des Christus, angenommen und schrittweise verwirklicht oder verwirklicht hat, dann ist er getauft, weil er dann zu einem geistig hochstehenden, ethisch moralischen Menschen geworden ist. Das wollte Jesus damit sagen. Aber hier wurde die Lehre des Jesus, des Christus, total umgedreht und in die Kirchenlehre eingebunden. Wer die Taufe nicht empfängt, lebt im Zustand der Erbsünde. Also sagt die Kirche: Zuerst taufen und dann lehren – aber welche Lehre gibt dann die Kirche dem Kind? Sie gibt ihm die Kirchenlehre, und somit ist der Mensch schon eingebunden in eine kirchliche Institution.
Und dann geht es weiter: Wenn er nicht die Taufe empfängt und stirbt, dann stirbt er in der Erbsünde – ja Moment, die Kirche lehrt doch gleichzeitig, dass Jesus, der Christus, am Kreuz alle Sünden auf sich genommen hat. Wenn Er alle Sünden auf sich genommen hat, dann gehört doch dazu auch die Erbsünde! Wenn Er alle Sünden auf sich genommen hat, dann brauch’ ich keine Beichte ablegen, dann darf es keinen Beichtstuhl geben. Dann braucht es auch keine öffentliche Beichte. Das alles hat doch Jesus nicht gelehrt. Hat Jesus eine Ohrenbeichte gelehrt, wo man sagen kann, es ist eine Aushorchbeichte? Ein Beichtstuhl - so finde ich wenigstens - ist wie ein Richter, der über einen sogenannten Sünder den Richterspruch fällt, indem er ihm Buße auferlegt und dann die Absolution gibt. Aber wenn doch die Kirche lehrt, dass Jesus alle Sünden auf sich genommen hat, wozu braucht man denn dann das Ganze?
Ja, und dann kommt noch dazu – wie Christian sagte - eine wichtige Rolle spielen auch die sogenannten Sündenablässe. Wer gesündigt hat, wird dafür von Gott im Jenseits gestraft – ja wieso denn? Wenn doch Jesus die Sünden schon auf sich genommen hat? Die Kirche ist jedoch befugt, ihm diese Sündenstrafen zu erlassen, wo doch der Pfarrer selbst ein Sünder ist. Wie kann ein Sünder einem Sünder die Sünden vergeben? Jesus lehrte: „Erkenne deine Sünden, bereue sie und bitte um Vergebung und vergib auch deinem Nächsten“. Das hat also mit einer Kirche nichts zu tun. Ja, und außerdem die Kirche lehrt nicht Jesus, und ich wiederhole: Alle Sünden sind am Kreuz von Christus aufgenommen worden. Also müsste jeder ohne Sünde sein. Und wenn jeder Christ ohne Sünde wäre, dann wäre doch jeder friedfertig. Dann wäre doch das Reich Gottes auf dieser Erde, und außerdem lehrte Jesus: „Gehet hinaus, lehret die Menschen und taufet sie in Meinem Namen“. Er hat nicht gesagt, gehet hinaus und bringt sie um. „Bringt ihnen das Evangelium des Friedens, der Einheit, der Liebe, der Nächstenliebe“.
Gert: Du hast nur einige wenige Widersprüche in diesem Dogmengebäude aufgezeigt, aber diese wenigen Widersprüche zeigen schon, um was es sich dabei handelt, nämlich um eine ganz normale Priesterreligion, die zu ihrem eigenen Vorteil die Gläubigen in Angst und Schrecken versetzt und dazu Gott missbraucht. Es ist eben wie bei allen Priesterkulten - auch in den sogenannten sich christlich nennenden Konfessionen - nichts anderes, als eine Ausgeburt des menschlichen Intellekts, um denen, die den Kult anführen, persönliche, materielle Vorteile und die Macht im Staat zu sichern. Mit Gott hat das Ganze nur insofern etwas zu tun, als man den Menschen damit drohen kann. Und ich glaube, die katholische Konfession hat das auch erkannt, denn die Widersprüche, die du aufgezeigt hast, zeigen ja, dass diese dogmatischen Vorgaben in sich unschlüssig sind und absurd sind. Und diesen Widerspruch hat man dann ganz einfach damit aufgelöst, dass Glaube nur das ist, was absurd ist. Man hat also im Prinzip die Absurdität zur Norm erklärt, und damit die Menschen bei der Stange gehalten. Allerdings, warum so viele Menschen auf diesen Unfug hereinfallen, ist eine Frage, die sich immer wieder stellt. Und das ist eine Frage, die sich derjenige, der in diesem Dogmengebäude bleibt, weil er eben als Kind gegen seinen Willen dort hineingesteckt wurde, auch stellen muss, das heißt: Ich muss mich irgendwann mal entscheiden, ob ich mich diesem Dogmengebäude zugehörig fühle oder nicht?
Christian: Die kirchliche Machtausübung hat sich tief in die Seelen der Menschen eingegraben. Wenn man sich vorstellt, dass ja bereits die Säuglinge getauft werden müssen, damit die Eltern nicht in der ewigen Verdammnis landen, und wenn man sich vorstellt, dass ein Kirchenaustritt wieder mit der Androhung von ewiger Verdammnis verbunden ist, wenn man sich vorstellt, dass durch diesen ständigen Beichtzwang die Gläubigen permanent an die Kandare genommen werden, dann kann man sich zum Teil erklären, warum es den Kirchen so lange gelungen ist, die Menschen an dieses absurde Glaubensbekenntnis – wie du zurecht gesagt hast – zu binden.
Gabriele: Wenn wir jetzt die Machtausübung, die wir immer mehr erleben, näher beleuchten, dann führt das vielleicht auf die Aussage Luther zurück: „Sündige tapfer, aber glaube noch tapferer“. Das heißt also: Ich glaube an Gott, aber ich sündige weiter. Nun, noch einmal: Ich sündige weiter! Ja, wenn aber Jesus alle Sünden auf sich genommen hat, kann ich gar nicht mehr sündigen. Stimmt doch auch hier etwas nicht.
Gert: Ich versteh’ sowieso nicht, wie Luther sagen konnte: „Sündige tapfer, aber glaube noch tapferer“. Denn gerade die lutherische Kirche pocht ja so sehr auf den Paulus und auf die Bibel, und hat nicht Paulus gesagt: „Täuscht euch nicht, Gott lässt Seiner nicht spotten. Was der Mensch sät, wird er ernten“? Was ist denn wieder mit dieser Aussage? Das heißt doch, wenn ich sündige, dann werde ich auch die Wirkungen meiner Sünde zu tragen haben.
Christian: Aber dem wird wieder die Lehre entgegengesetzt, dass der Glaube eben hilft und dass Jesus bereits alles für das Heil der Menschen getan hat. Man müsste hinzufügen – oder auch nicht – denn ein Teil der Menschen ist nach der lutherischen Lehre nicht zu retten. Luther verkündet einen Gott, der einen Großteil seiner Kinder von vorneherein in die ewige Verdammnis laufen sieht, und in die ewige Verdammnis laufen lässt, denn Luther spricht diesen Menschen den freien Willen ab und spricht ihnen die Möglichkeit ab, für ihr Heil etwas zu tun. Vielleicht darf ich noch etwas sagen zu dem, was du vorhin – zu dem Ausspruch „sündige tapfer“ gesagt hast: Ich habe hie und da den Eindruck, dass die Kirchen einerseits einen enormen Machtanspruch auf die Menschen ausüben, ihn durch ihre Macht unterdrücken, indem sie ihm ewige Sündenstrafen androhen, wenn er sich von ihnen löst, andererseits aber den Versuch machen, ihm auch gefällig zu sein. Solange er Mitglied dieser Kirchen bleibt, gaukeln sie ihm vor, könne er sich – wenn er diese magischen Rituale beachtet - so gut wie alles leisten. Im Grunde genommen ist das eine Verhöhnung der Lehre des Jesus von Nazareth, Der gesagt hat: „Folget Mir nach“, Der gesagt hat: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“. Der gesagt hat: „Wer zum Schwert greift, kommt durch das Schwert um“, Der vom Inneren Christentum gesprochen hat. Der gesagt hat: „Werdet vollkommen wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.“ All das wird ausgeblendet durch eine veräußerlichte Form des Christentums, die relativ leicht zu erfüllen ist, aber mit der Lehre des Nazareners nichts mehr zu tun hat.
Gabriele: Hat schon gar nichts mehr zu tun! Es ist nur traurig, dass die katholische und lutherische Kirche das Wort „christlich“ gebraucht. Wenn sie sich als katholisch oder lutherisch bezeichnet, ist richtig, aber mit einem Christentum hat das nichts zu tun. So müsste man eigentlich die Frage stellen: Existiert Gott, oder, wo ist Gott? Denn es geht ja weiter mit all dem, was wir in unsere Bilanz aufnehmen sollen, um zu fragen: Wo ist Gott? Existiert Gott? Für wen ist Gott? In der katholischen Welt spielt eine wichtige Rolle die Marienverehrung. Maria gilt als Mutter Gottes, die den Menschen in ihrer Drangsal hilft, wenn sie Wallfahrten unternehmen, Gelübde ablegen, Rosenkränze beten usw. Es wird doch sehr viel gebetet, insbesondere von den einfachen Gläubigen – es wird sehr, sehr viel gebetet. Ja, der Gott müsste doch einmal eingreifen und sagen: Deine Gebete sind mir willkommen. Durch dich helfe ich der ganzen Menschheit. Durch dich wirke ich i n dieser Menschheit, und durch dich bringe ich der Menschheit die Kraft und das Leben. – Geht nichts. Dann heißt es hier wieder: „Wer rechtzeitig beichtet, kann damit rechnen, dass er nach seinem Tod und einem Aufenthalt im sogenannten Fegfeuer, eine Art Vorhölle, beim Jüngsten Gericht leiblich auferstehen wird.“ Mit der leiblichen Auferstehung, meint man da die Auferstehung des Fleisches und des Blutes? Wenn ja, Fleisch und Blut können im Himmel nicht sein, denn Gott ist Geist und aus Seinem Geiste sind die Wesen des Geistes. Und hat Jesus, der Christus, von einem Fegfeuer, von einer Vorhölle, gesprochen? Oder zum Beispiel: Hat Jesus, der Christus, einen unfehlbaren Papst eingesetzt, der sich als Stellvertreter Gottes sieht und Heiliger Vater nennt? Wo Jesus gesagt hat, „es gibt nur einen Heiligen und einen Vater, Der im Himmel ist“. Ja, wenn’s nur einen Heiligen gibt, wozu die vielen Heiligen? Wenn’s nur einen Vater gibt, Der im Himmel ist, warum dann der Heilige Vater auf Erden? Und viele, viele Jahre erteilt der Papst den Urbi und Orbi – was hat dieser Segen gebracht? Auf dem Petersplatz sind jährlich viele Tausende von Menschen, die den Segen empfangen. Und das christliche Abendland empfängt den Urbi und Orbi Segen über Fernsehen, über Radio. Was hat das alles gebracht? Nach dem Segen schlagen sie das Kreuzzeichen auf die Stirn, auf die Brust. Ja, und was hat das gebracht?
Gert: Man kann global sagen, gar nichts. Dieses ganze Brimborium, was da abläuft, hat aber doch ein Ziel. Ich glaube, die, die es veranstalten, wissen genau, dass es nichts mit dem zu tun hat, was Jesus, der Christus, gelehrt und gelebt hat, nämlich das friedvolle Zusammenleben von Menschen, von Natur und Umwelt. Also haben sie etwas anderes als Ziel, nämlich das Ziel, die Menschen in ihrem Sinne zu beeinflussen.
Wenn ich all das, was ihr jetzt gesagt habt, einmal Revue passieren lasse, dann hat dieses Dogmengebäude doch nur ein Ziel: Es entmündigt den Menschen, es nimmt ihm die Verantwortung für sein eigenes Tun, also die Selbstverantwortung, und überlässt es den Priestern, zu entscheiden, ob das Seelenheil nach dem Tode den Gläubigen ereilt oder nicht.
Gabriele: Ist ja richtig, was du sagst, das kann ja sein, aber warum geht es dann in der Welt nicht aufwärts? Warum, wenn die Priester die Sünden lossprechen können, warum geht es dann vom Christentum aus nicht aufwärts? Das heißt, warum steht Gott nicht hinter diesem Christentum und zeigt den Andersgläubigen, dass Gott mit den Christen ist? Wo ist Er denn mit den Christen? Wo ist Jesus, der Christus, mit den Christen im Abendland?
Gert: Du hast zu Beginn als Maßstab des echten Gottesglaubens die Frage gestellt: Sind die Menschen friedlicher geworden? – Wenn wir unsere Welt betrachten, so haben wir aufgrund der konfessionellen Einflüsse weder den inneren Frieden - weder in den Familien, noch in den Gemeinden, noch in den Staaten - noch den äußeren Frieden. Als Wirkung dieses Dogmengebäudes und der Einflüsse auf den Menschen sind die Menschen friedlos, sie streiten im Kleinen miteinander, sie streiten im Großen miteinander. Und wenn wir in die Welt schauen: überall Krieg und Terror. Ich glaube, das ist der Grund, warum ein Gott, ein liebender Gott, so, wie Ihn uns Jesus, der Christus, gebracht hat, denen, die so sich verhalten, nicht beistehen kann und auch ihren Zielen nicht zum Erfolg verhilft. Auch wenn vielleicht vordergründig einmal ein kleiner Vorteil für den einen oder anderen herausspringt, der Vorteil hält nicht lang.
Christian: Aber wenn Gott in diesen Konfessionen und in diesen Ritualen offensichtlich nicht zu finden ist – denn es gilt ja der Satz „an den Früchten sollt ihr sie erkennen“ -, wenn Er dort nicht zu finden ist, dann stellt sich doch die Frage, welche Konsequenzen daraus zu ziehen sind.
Ich habe für mich die Konsequenz gezogen, dadurch, dass ich mich von einer Institution getrennt habe, die mir lediglich vorgaukelte, Gott zu vermitteln, in Wirklichkeit aber nur äußere Rituale brachte. Ich erinnerte mich in diesem Zusammenhang an einen Satz in der Johannes-Apokalypse, der da lautet: „Ziehet aus von ihr, Mein Volk, auf dass ihr nicht teilhaftig werdet ihrer Sünden“. Dieser Satz war gemünzt auf die Hure Babylon, auf einen Machtapparat, der Spiritualität mit Politik verbunden hat, so, wie es die Kirche tut. Ich habe den Satz „ziehet aus von ihr Mein Volk“ verstanden: Trete aus aus einer Institution, die dich von Gott mehr wegführt als zu Ihm hinführt. Und ich habe den Eindruck, dass immer mehr Menschen diese Konsequenz ebenfalls ziehen. Hunderttausende treten - jedenfalls in Deutschland - jährlich aus den beiden kirchlichen Institutionen aus und suchen Gott in ihrem Inneren, beten weiter zu Gott - auch ohne die Kirchen.
Es ist ja ein Grundirrtum, dass die Kirchen den Menschen glauben machten, Kirchenmitgliedschaft und Gottesglaube seien untrennbar miteinander verbunden. Es ist ein Taschenspielertrick, wenn sie den Menschen vormachen, nur derjenige, der Kirchenmitglied sei, sei auch Christ. Wir haben vorhin gehört, dass die Kirchen das Christentum verraten haben, so dass derjenige, der Christ sein will, im Sinne der Lehre des Jesus von Nazareth, sich von diesen Institutionen lösen müsste und unmittelbar die Lehre des Nazareners befolgen müsste.
Gabriele: Denn Jesus sagte ja: „Folget Mir nach!“ Jesus hat keinen Menschen in eine kirchliche Institution eingebunden, denn Er sagte ja auch sinngemäß: „Der Geist Gottes wohnt nicht in Tempeln aus Stein“. – Wo wohnt dann der Geist Gottes, wenn Er nicht im Tempel aus Stein wohnt? Dann wohnt Er doch letztlich in jedem Menschen, in jeder Seele.
Gott ist die Allgegenwart und Liebe, die in der Natur, in jedem Tier, in jedem Stein gleichermaßen lebt, weil Gott Leben ist, und nichts kann existieren ohne Gott, Der das Leben ist. Das Leben, das Gott ist, hat Gesetze der Liebe. Wir Menschen haben Auszüge aus dem großen, allumfassenden, kosmischen Gesetz der Liebe, das wieder Gott ist. Wir haben von Gott über Mose die Zehn Gebote erhalten. Wir erhielten von Jesus, dem Christus, die zentrale Lehre des Gesetzes der Liebe, es ist die Bergpredigt. Und nun stellen wir uns doch alle, die wir uns „christlich“ nennen, die Frage: Leben wir nach den Geboten Gottes und nach der zentralen Lehre des Jesus, des Christus, nach der Bergpredigt?
Wenn wir das nicht tun, dann können wir nicht erwarten, dass uns Gott beisteht, dann können wir auch nicht erwarten, dass der ewige Geist der Liebe einem kriegerischen Abendland beisteht, das das Schwert nicht in die Scheide steckt, also nicht zurücknimmt, das die Waffen nicht zu Pflugscharen werden lasst, sondern sie ausbreitet, damit kämpft, andere niedermacht usw. Wir sagen, „wir müssen unsere Feinde bekämpfen“. – Ja, Jesus sagte: „Liebet eure Feinde! Tuet Gutes denen, die euch hassen!“ Wie wäre jetzt das, wenn wir diese zentrale Lehre, die ja auch in der Bergpredigt verankert ist, zweitausend Jahre ausgeübt hätten, unsere Feinde zu lieben und unseren Feinden Gutes zu tun? Wie wäre das heute, wenn wir unsere Waffen zu Pflugscharen gemacht hätten, wenn wir unsere Schwerter zurückgegeben hätten, wenn wir diese Friedfertigkeit gelebt hätten und unseren Feinden Gutes getan hätten? Wo wären wir heute? Wäre dann Gott mit uns?
Christian: Die Welt würde heute völlig anders aussehen. Gott wäre in der Tat mit uns, und wir hätten mit Seiner Hilfe die Welt nicht in dieses Chaos gestürzt, in dem sie sich befindet. Wir hätten mit Seiner Hilfe nicht so viel Hass und Leid über diese Welt gebracht. Wir hätten nicht nur unsere Mitmenschen anders behandelt, wir hätten auch die Tiere anders behandelt. Die Lehre, die im sogenannten christlichen Abendland als christlich gilt, hat nicht nur die Sklaverei gerechtfertigt, sondern auch die Verachtung der Tiere gerechtfertigt. Sie hat zu einem jahrtausendelangen Massenmord unter den Menschen und gegen die Tiere geführt. All das sind die Früchte einer Lehre, die mit der Lehre des Nazareners nichts zu tun hat.
Gert: In einem Punkt ist diese Lehre aber heute schon widerlegt. Diese Lehre besteht nämlich darauf, dass sie Gott verwaltet und dass Gott, wenn überhaupt, zuletzt durch Jesus, den Christus, gesprochen hat. Und das ist auch ein Teil der Irrlehre, zu glauben, man könne Gott zum Schweigen verpflichten. Dieser Gott kann von der Institution nicht eingegrenzt oder verwaltet werden.
Wir haben viel über die Bergpredigt gesprochen heute, die ja auf den Zehn Geboten Gottes durch Mose basieren, aber wir haben auch noch heute Gottes Wort lebendig unter uns, nämlich durch Gabriele, die heute mit uns am Tisch sitzt. Wir haben unsere Sendung überschrieben: „Wo ist Gott?“ – Du hast gesagt: „Inwendig in jedem von uns ist der Funke Gottes und dort können wir Ihn finden“ - aber wir können Ihn auch hören. Wer möchte, kann seit über 25 Jahren Gottes Wort durch unzählige Offenbarungen, durch Lehrstunden, durch viele Bücher heute wieder in allen Einzelheiten in sich aufnehmen. Und das zeigt mir, die Frage nach dem „Wo ist Gott?“ lässt sich leicht beantworten, man kann Ihn leicht finden, wenn man möchte, aber man muss sich zunächst einmal klar machen, dass die, die von sich behaupten, Gott für diese Erde zu verwalten oder sich sogar zu Seinem Stellvertreter aufschwingen, dass die mit dem Begriff „Gott“ etwas ganz anderes meinen. Sie hängen jemandem an, aber dieser Gott, dem sie anhängen, hat mit dem gütigen und dem liebenden Gott, Den uns Jesus, der Christus, gebracht hat und Der auch in unserer Zeit heute durch das Prophetische Wort uns immer wieder nahegebracht wird, nichts zu tun.
Gabriele: Wir müssen uns aber auch bewusst machen, dass Gott ein Gott der Freiheit ist. Und Er hat jedem Menschen, jedem Wesen die Freiheit eingehaucht. Das heißt, jeder kann tun, was er will, aber er ist für sein Tun selbst verantwortlich, nach dem Gesetz: „Was der Mensch sät, das wird er ernten“. Wenn wir auch Gott durch die Propheten gehört haben und heute noch hören, dann lässt uns Gott absolut die Freiheit, ob wir das Gehörte, das, was Er zu uns gesprochen hat, tun, also verwirklichen, oder nicht erfüllen. Was uns Jesus, der Christus, vor 2000 Jahren gelehrt hat, ist eine Gabe der Liebe. Ob wir sie annehmen oder nicht, das wird uns überlassen, weil wir in uns die Freiheit tragen, aber dafür für unser Handeln - unser Denken, Reden und Tun - selbst verantwortlich sind.
Jesus sagte ja am Ende der Bergpredigt sinngemäß: »Wer Meine Lehre hört und sie tut, ist ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels gebaut hat. Wer Meine Lehre hört und sie nicht tut, baut sein Haus auf Sand. Wenn der Sturm kommt, fällt es gleichsam um wie ein Kartenhaus«. –
Also auch hier hat Er uns die Freiheit gelassen, Seine Lehre zu tun oder nicht zu tun, sie anzuwenden oder sie zu lassen. Und so ist es auch durch das Wort Gottes durch alle Propheten. Gott gibt die Wahrheit, Gott gibt die Lebenskraft; doch wer sie verschmäht, der trägt dafür die Verantwortung. Und somit stehen wir nach 2000 Jahren in dem Dilemma - und jeder einzelne Christ - was er gesät hat, wird er ernten. Und dann sagt z. B. die Kirche: „Ja, wo ist denn da die Gnade, Gott ist doch die Gnade und die Liebe!“ – Stimmt, Gott ist die Gnade und die Liebe in dem Ausspruch „was der Mensch sät, wird er ernten“. Denn wenn der Mensch sein Denken, Reden und Handeln den Geboten Gottes und der Bergpredigt Jesu gegenüberstellt und sich dann sagt, „in diesem Punkt liege ich falsch, ich sündige wider Gott der Liebe“ und dann von Herzen bereut, bereinigt und evtl. Getanes wiedergutmacht, der empfängt die Gnade, die die Hilfe ist, Gleiches und Ähnliches nicht mehr zu tun.
Die Lehre des Jesus, des Christus, ist meines Erachtens eine einfache, eine schlichte Lehre, so, wie Jesus selbst war, der Zimmermann, schlicht und einfach. Und das ist gerade das Geniale. Die schlichte und einfache Lehre, sie ist genial. Und so genial ist Gott, der Genius, der Große Unendliche, Der mit unserer kleingeistigen Denkerei nichts zu tun hat. Er gibt uns die Gesetze der Liebe, und somit auch die Auszüge, die Zehn Gebote Gottes und die Bergpredigt Jesu, und sagt, „So, da habt ihr’s. Wenn ihr danach lebt, dann Bin Ich mit euch. Wenn ihr das verwerft, dann geht ihr mit eurer Selbstherrlichkeit unter“. – Und wo stehen wir nach 2000 Jahren?
Geht das Abendland unter, das sich christlich nennt? Es ist am Untergehen, aber Jesus, der Christus, nicht. Er wird in den Menschen auferstehen, die Schritt für Schritt Seine Lehre befolgen. Das werden nicht viele sein, aber die Wenigen, die werden mit Christus sein. Und Gott, der ewige Geist in Christus, wird diese machtvolle, schöne Erde zurückerobern. Der Ungläubige, auch im Christentum – ich will jetzt gar nicht an die anderen Religionen denken – der ungläubige Christ, der sich Christ nennt und nicht tut, was Jesus lehrte, wird diese Erde nicht retten, auch nicht durch Kampf, durch Terror, durch Bomben und dergleichen. Er wird sie nicht retten, er wird untergehen mit dieser Welt, die mit der Erde nichts zu tun hat. Der die Erde verdorben hat, der wird sie nicht retten.
In der Bibel steht auch sinngemäß: Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein. Jetzt müsste sich die Christenheit die Frage stellen: Wie viele Gruben haben sie schon anderen gegraben?
Christian: Und vor allem die Kirchen müssten sich auch diese Frage stellen, wenn sie in ihre Geschichte zurückblicken. Diese Gruben sind vielfach voller Blut, muss man sagen. Millionen von Menschen haben in diesen Gruben den Tod gefunden. Aber wenn die Kirchen das, was Paulus, auf den sie so große Stücke halten, ernst nehmen, dann müssen sie eigentlich damit rechnen, dass all das, was sie den anderen angetan haben, wieder auf sie zurückkommt.
Gabriele: Dort stellt sich eine weitere Frage – ich denke hier nur an das Christentum. Ich will nicht etwas über die anderen Religionen sagen. Wir müssen uns die Frage stellen: Wer hat das Recht, anderen das Leben zu nehmen? Wer kann einem Menschen den Atem geben? Kann ein Mensch einem Toten den Atem zurückgeben? Wenn nicht, dann kann er auch kein Leben schaffen, denn der Atem ist Leben. Und wenn wir sagen: „Ja, das Leben wird bei der Zeugung geschaffen und der Mensch atmet ab der Geburt“, so müssen wir uns die Frage stellen: Wenn wir durch die Zeugung einem werdenden Menschen das Leben geben, also den Atem, warum können wir dann einem Toten nicht den Atem einhauchen? Gott ist Leben. Und die Seele, die sich in ein Neugeborenes eingebiert, trägt das Leben und den Odem Gottes. Beim ersten Schrei des Kindes geht dieser Odem in den Atem ein, sodass der Mensch im Zeitlichen zu atmen vermag, aber im Atem ist das Leben, ist der Odem Gottes.
Wenn die Seele den Körper eines Menschen verlässt, das heißt, wenn der Mensch tot ist, verlässt die Seele den Körper und nimmt den Atem, gleich Odem, wieder mit. Können wir eine Seele zurückholen und sie wieder in den Körper stecken? – Nein. Können wir einem Toten das Leben geben? – Nein! Wir können auch keinem Kind den Atem geben. Den Atem für diese Erde bringt die Seele mit in den Leib des Kindes. Beim ersten Schrei des Neugeborenen atmet der Geist Gottes, Der das Leben ist, durch Seele und Körper.
Denken wir daran, wie wichtig es ist, dass bei einem Neugeborenen der erste Schrei erfolgt. Warum denn? Weil dann Gott durch den Leib atmet. Und wir nehmen uns einfach das Recht heraus, einen Körper zu töten, in dem das Leben ist, also einem Menschen das Leben zu nehmen. Entspricht das der Lehre des Jesus, des Christus?
Christian: Die frühen Christen wussten das auch noch, was du eben gesagt hast. Der frühchristliche Lehrer Origenes lehrte im 3. Jahrhundert nach Christus, dass die Seele vor ihrer Einverleibung bereits existiert, dass der Odem Gottes es ist, der den Körper belebt. Erst durch ein Konzil wurde dann beschlossen, Anfang des 6. Jahrhunderts, dass diese Lehre verdammt sei. Warum wohl? Diese Lehre ist die Voraussetzung für die Annahme, dass wir öfters uns einverleiben können, weil die Seele sowohl vor als auch nach unserem leiblichen und irdischen Dasein existiert. Die Kirche hat diese Voraussetzungen der Lehre von der Reinkarnation verdammt und hat damit ein neues Machtmittel erlangt, indem sie sagte: „Die Seele entsteht mit der Geburt des Menschen“ und sie hat 60 oder 70 Jahre, um über ihr Heil zu entscheiden, und nicht mehr, nämlich nur diese eine irdische Existenz. Und nur wenn sie sich im Rahmen dieser Existenz an unsere Dogmen und Rituale hält, hat sie eine Chance, in die ewige Seligkeit einzugehen.
Gabriele: Im Grunde genommen ist die Erde eine Gnadenstätte Gottes für alle Menschen, denn die Seele – so, wie du sagtest – kann sich öfter einverleiben, um auf der Gnadenstätte Erde das zu erkennen und zu bereinigen, was sie sich in Vorinkarnationen auferlegt hat. Sie muss nicht alles sofort abtragen, sie kann auf der Gnadenstätte Tag für Tag das erkennen, was bei ihr zugrunde liegt. Der Mensch hat Gefühle. Der Mensch hat Gedanken. Der Mensch hat Begegnungen mit anderen Menschen. Jedem wird jeden Tag die Möglichkeit gegeben, sein Verhalten, sein Denken, Reden und Tun, das gegen die Gebote Gottes und die Bergpredigt Jesu ist, rechtzeitig zu erkennen und mit der Hilfe des Inneren Geistes, des Geistes der Liebe, zu bereuen und zu bereinigen. Und die Kraft der Gnade hilft ihm, diese Sünden, diese Fehlhaltungen gegen die Liebe Gottes, nicht mehr zu tun.
Wir haben aber aus der Erde eine Stätte der Angst, der Krankheit, des Leides, des Siechtums und vieles mehr gemacht. Die Erde ist in Wirklichkeit eine Gnadenstätte. Wer das nicht erkennen möchte, der steht unter der Herrschaft der Sünde.
Ich möchte noch einmal auf den Atem Gottes, der der Odem ist, zurückkommen. Tiere haben ebenfalls den Odem Gottes, denn sie atmen. Dürfen wir mutwillig ein Tier töten? Können wir einem Tier den Odem Gottes einatmen? Nein! Also haben wir auch nicht das Recht, ein Tier mutwillig zu töten. Und nun stellt sich die Frage: Können wir eine Ähre schaffen, die das Korn trägt? Nein! Dürfen wir dann dem Erdreich unsere Exkremente übertragen, Mist und Gülle, die Mikroben zu töten, die Frucht zu vergiften, die Erde damit zu schädigen, dürfen wir das? Wir nehmen es uns einfach heraus und tun’s. Dass wir dann aber das dafür abzutragen haben, dass wir dadurch Krankheit und dergleichen zu erdulden haben, nehmen wir einfach hin. Aber wir bräuchten das nicht zu erdulden. Wir könnten gesund und glücklich sein. Wir könnten auf einer blühenden Erde leben, wenn wir tun würden, was Jesus, der Christus, uns lehrte.
Liebe Hörer, liebe Hörerinnen: Wo ist Gott? In Ihnen. In uns. In dir, lieber Bruder, liebe Schwester, in mir. Gott ist uns nahe. Und jeder von uns ist der Tempel Gottes. Wer ihn reinigt durch die schrittweise Erfüllung der Zehn Gebote Gottes und der Lehre des Jesus, des Christus, der fühlt Gott in sich. Er spürt, dass Gott die Liebe ist. Probieren Sie es aus! Versuchen Sie, ihr Denken, Reden und Tun an den Geboten Gottes und an der Bergpredigt Jesu zu messen! Und wenn Sie merken, dass Sie gegen diese wunderbaren Gesetzmäßigkeiten des Lebens verstoßen oder verstoßen haben, gehen Sie in das Gebet – in Ihnen ist Gott. Treten Sie ein in Ihren Tempel und beten Sie nach Innen zu Jesus, dem Christus, Der in Ihnen wohnt. Bitten Sie um Beistand und um Hilfe, und Sie bekommen die Hilfe, die Sünden, die Fehlhaltungen gegen Gott, wieder gutzumachen. Durch ein inniges Gebet erwacht die Reue gegenüber dem, was sie gedacht oder getan haben. Dann werden Sie auch von Herzen das bereuen und mit der Hilfe der Gnade und Liebe Gottes das bereinigen, was gegen Gottes Liebe ist. Und Sie werden das auch wieder gutmachen, was Sie gegen die Liebe Gottes getan haben. Und Sie bekommen die Hilfe und die Kraft, Gleiches und Ähnliches nicht mehr zu tun. Und dann beobachten Sie sich selbst. Von innen heraus werden Sie ein anderer Mensch, ein friedfertiger Mensch, der den Sinn der Lehre des Jesus, des Christus, versteht und der mit der Zeit eintaucht in die Fülle der Liebe, in das Reich Gottes, das inwendig in jedem von uns ist. Dann verstehen Sie aber auch, was es heißt: „Wer Meine Lehre hört und sie tut, der ist ein kluger Mann“.
Christian: Liebe Hörerinnen und Hörer, unsere Ausgangsfrage lautete: Wo ist Gott? Ich glaube, dass die Antwort auf diese Frage in den Worten Gabrieles deutlich wurde. Ich möchte dem nichts mehr hinzufügen.
Wir danken Ihnen, liebe Hörerinnen und Hörer, für Ihre Aufmerksamkeit.
Weitere Sondersendungen der kleinen Gesprächsrunde im Universellen Leben
|
 |