
  Vom Mittelalter beflügelt

Weil die Ortsgruppe des Bund Naturschutz in Hettstadt (Landkreis Würzburg) zusammen mit dem international anerkannten Naturschützer Hermann Benjes (dem Erfinder der "Benjes-Hecke") im Juli 2003 nicht-katholische Hecken und Feldgehölze in der nahe gelegenen Greußenheimer Feldflur besichtigte, traten zwei vom Mittelalter beflügelte Intelligenzen prompt aus der Ortsgruppe des Bund Naturschutz aus: Der Hettstädter Bürgermeister Eberhard Götz (SPD) und der Main-Post-Journalist Tilman Toepfer.
Sie verstehen dies nicht? Wir auch nicht. es ist auch nur zu verstehen, wenn man das Mittelalter kennt. Damals wurde selbst zum "Ketzer" erklärt, wer einen "Ketzer" freundlich oder normal behandelte, wer ihn besuchte, mit ihm sprach oder mit ihm gar Geschäfte machte.
Wer also Hecken und Feldgehölze besichtigt, die keine Katholiken, sondern - in diesem Fall - Angehörige der Glaubensgemeinschaft Universelles Leben angepflanzt haben, und wer diesen praktizierten Naturschutz auch noch gut findet, der macht sich nach mittelalterlich-katholischer Auffassung schwerwiegender Ketzerei schuldig und ist in jedem Fall von guten Katholiken, gleich welcher Partei, ab sofort zu meiden.
Man glaubt es kaum, wie lebendig das Mittelalter noch ist. Zumindest in katholischen Köpfen.
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