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Skandal um Träger
päpstlicher Würden


Nicht nur das „K“ verbindet die Katholische Kirche und Kolping mit der Korruption, sondern über Waldemar Zorn auch das Wort Korruptionsverdacht, den die Würzburger Main-Post am 19.10.09 unter dem Titel „Millionen-Verschwendung aufklären“ aufgedeckt hat.

Waldemar Zorn ist Ihnen bereits bekannt aus dem Artikel „Ein Abgrund staatlicher Willkür“. Dort wird berichtet, wie im Jahr 1992 der seinerzeitige Bürgermeister von Hettstadt und Kolpingfunktionär Waldemar Zorn beim Finanzministerium vorstellig wurde und mit dreisten Lügen die Aberkennung der Gemeinnützigkeit des Vereins Universelles Leben einleitete. Zorn behauptete damals unverfroren, die von ihm als "Sekte" verketzerte Gemeinschaft, die aufgrund ihrer religiösen Ziele seit langem als gemeinnützig anerkannt war, baue "unter dem Deckmantel der religiösen Betätigung ein Wirtschaftsunternehmen von immensen Ausmaßen" auf.

Dass Zorn hier nur eigene Vorstellungen auf andere projizierte, war anständigen Bürgern längst bekannt und wurde jetzt auch von der Main-Post aufgedeckt:
Als Vorsitzender des Kolping-Verwatungsrates fädelte Zorn für die Kolping-Dienstleistungs GmbH einen millionenschweren Vertrag mit dem Landkreis Würzburg ein, dessen Landrat er damals war. Dabei ging es um finanzielle Mittel zur Eingliederung von Langzeitarbeitslosen. 600 Betreuungsplätze waren gebucht – doch nur knapp die Hälfte der Arbeitslosen wurde tatsächlich weitergebildet. Das stellte 2007 eine Prüfgruppe des Bundessozialministeriums fest und forderte die Eingliederungsmittel in Höhe von 1,9 Millionen Euro vom Landkreis zurück.

„Wer trägt die Schuld am Millionenschaden, der dem Landkreis durch die Rückforderung der Hartz-IV-Mittel entstanden ist?“ fragte die Main-Post. Der Großteil des Geldes war nicht sachgerecht an die Kolping-Dienstleisungs-GmbH weitergereicht worden und – so berichtet die Main-Post – obwohl Zorn von Mitarbeitern der Kreisverwaltung immer wieder auf Fehlentwicklungen aufmerksam gemacht wurde, schlug dieser die Warnungen in den Wind. Als die Verwaltung eine Anpassung der Maßnahme vorschlug, drohte der Kolping-Geschäftsführer sogar mit Insolvenz und dem Verlust von Arbeitsplätzen.

Am 10.12.2004 hatte der Würzburger Kriminalist Uwe Dolata gegenüber der Main-Post erklärt: „Deutschland ist Weltmeister der Korruption“. Ob er damals schon Dinge gewusst hat, die heute erst ans Licht der Öffentlichkeit gelangen?

Der Staatssekretär Rudolf Anzinger aus dem Bundessozialministerium, das die Verwendung der Mittel beanstandet hatte, sagte seinerzeit einem Vertreter des Landratsamtes: „Was Sie gemacht haben, war eine Maßnahme zur institutionellen Förderung von Kolping.“ Vielleicht war auch das einer der Gründe, weshalb Zorn kurz vor seinem Tod im Jahr 2008 mit dem päpstlichen Silvesterorden ausgezeichnet wurde.

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