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 Papst: Zynischer Lobpreis der Priester

Ein Papst, der sich zu den Sexualverbrechen des deutschen Klerus nur beiläufig im Flugzeug äußert, hebt nun zu einer Lobpreisung der Priesterkaste an. Wenn sie die Gläubigen leite, so sei dies "kein Herrschen, sondern ein Dienst, der die Freiheit und Würde der Menschen achtet und ihr wahres Heil sucht", so Benedikt XVI. im Mai 2010.
Ob der Papst eigentlich noch merkt, dass seine salbungsvollen Reden vielen wie zynische Sprüche in den Ohren klingen? "Kein Herrschen", sei das "Leiten der Gläubigen", sagte er – obwohl die Kirchenschafe ihre Hirten doch nicht freiwillig gesucht haben, sondern als Säuglinge per Taufe zwangsweise vereinnahmt wurden. Und obwohl jeder, der später wieder aus dem Pferch heraus will, mit ewiger Verdammnis bedroht wird - alles völlig "herrschaftsfrei" im Interesse seines "wahren Heils". Damit es ihm weiterhin winkt, muss er auch kräftig Kirchensteuer bezahlen. Tut er es nicht, droht ihm staatliche Zwangsvollstreckung. Alles in "Freiheit"? Der Eintritt in die Kirche, der Verbleib in der Kirche und die Zahlungen für die Kirche. Wer wird denn da von Herrschaft sprechen?
Vom rhetorisch Feinsten ist es, wenn der Papst die Tätigkeit seines Personals als einen "Dienst" preist, der "die Würde der Menschen achtet". Ganz ohne Einschränkung sagt er das. Die Würde von ein paar Tausend missbrauchten Kindern fällt da eben nicht entscheidend ins Gewicht. Es geht dem Papst um "Lehren, heiligen und leiten", so der Oberpriester aus Rom. Doch das Echo solch erhabener Töne kommt als Missklang zurück: Verführen, verderben und vertuschen. Verführt und verdorben wurden nicht nur Jugendliche, sondern ganze Völker und Staaten, die der Vatikan zu Mord und Totschlag verführte und deren Ethik und Moral er verdarb, um anschließend seine Beteiligung an den Verbrechen seiner Helfershelfer zu vertuschen.
Damit man dem Papst und seinem Personal auch wirklich glaubt, erhält das Publikum am Petersplatz noch eine Lektion über "Autorität". Sie sei den Priestern angeblich "von Gott verliehen". Doch wann und wo ist dies geschehen? Damit niemand Böses denkt, betont er, dass die Autorität, die er meint, nichts mit "blindem oder erzwungenem Gehorsam" zu tun hat, an die man heute leider denke, wenn man das Wort Autorität höre. Wirklich? Dass der Papst daran denkt, kann man verstehen. Bekanntlich ist er als Oberhaupt seiner Institution Gesetzgeber, Verwaltungschef und Richter in einer Person, wie es nur in vollendeten Diktaturen der Fall ist.
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