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  Der Atheist - ein Freund des Propheten?

Guten Tag, Frau Prophetin!
Grüß Gott, Herr Atheist!
Der Atheist: Können ein Prophet und ein Atheist Freunde werden? Unsere Begrüßung läßt mich daran zweifeln, denn aus unserer Anrede hört man schon die Gegensätze heraus.
Der Prophet: Solange wir Menschen nur von Religion sprechen und deren Grundelemente nicht erfüllen, gibt es in dieser Welt Gegensätze. Wären die Menschen e i n e r effektivenreligiösen Gesinnung, dann hätten sie einengemeinsamen Weg. Wie dieser aussehen würde, das müssen wir wohl vorerst dahingestellt sein lassen.
In unserer Welt heißt unter anderem eine Lebensregel: Gegensätze ziehen sich an. Es stellt sich die Frage, ob sich Gegensätze tatsächlich anziehen oder sich letztlich doch gleiche Interessen begegnen, die nicht sogleich offenbar sein müssen. Außerdem kommt es wohl darauf an, was wir daraus machen. Gegensätze prallen dann nicht aufeinander, wenn Gesprächspartner, die unterschiedlicher Meinung sind, sich in beiderseitiger Toleranz begegnen, indem jeder jedem den freien Willen zur freien Entscheidung läßt. Wir beide könnten es auch so halten.
A propos "Prophetin": Ich nenne mich nicht "Prophetin". Ein wahrer Prophet ist das Sprachrohr Gottes. Gott nennt mich Seine Prophetin, also Sein Sprachrohr. Bekanntlich glaubt ein Atheist nicht an das Übersinnliche. So ist auch anzunehmen, daß er die Existenz Gottes be-zweifelt oder ignoriert. Ich glaube an die Existenz Gottes, an den ewigen Vater aller Menschen. In diesem Bewußtsein meines Glaubens sind wir Kinder Gottes und untereinander Brüder und Schwestern. Daraus ergibt sich die Gleichheit und Freiheit, die mich veranlaßt, Ihnen das Du anzubieten. Natürlich, wenn Sie das wollen.
Ich heiße Gabriele.
Der Atheist: Das klingt seltsam in meinen Ohren. Töne der Toleranz, der Gleichheit und Freiheit - und das aus dem Mund eines Propheten, einer Prophetin, die doch angeblich das Wort Gottes vertritt? Mir kam das Wort von Propheten bisher immer reichlich apodiktisch vor.
Nun - um so besser. Dieser Gesprächsbeginn macht mich optimistisch, denn ich fühle mich als Freidenker. Für Floskeln, jene nichtssagenden Schnörkel dessen, was man Etikette nennt, bin ich nie gewesen. Deshalb würde ich mich freuen, wenn wir uns beiderseitig mit du anreden würden.
Ich heiße Kurt. Allerdings möchte ich nicht "Bruder" genannt werden. Das ginge zu weit in die Richtung Gott. Damit will ich nicht identifiziert werden! Vielleicht "Gesprächspartner"? Ich hoffe, daß du deine Worte "Toleranz, Gleichheit und Freiheit" ernst meinst. Daraus könnte sich ein gutes Gespräch entwickeln.
Gabriele: Gut, werter Gesprächspartner.
Kurt: Okay, werte Gesprächspartnerin.
Gabriele: Kurt, du kündigtest an, daß du viele Fragen hast. Deshalb möchte ich möglichst wenig von mir reden, sondern deine Fragen beantworten.
Kurt: Gabriele, du versetzt mich in Erstaunen. Jeder redet doch gern von sich, oder? Es gibt viele, die gar nicht wieder aufhören, wenn sie damit erst einmal angefangen haben. Ist deine Zurückhaltung Bescheidenheit oder Taktik? Unser Gespräch wird es zeigen.
Vor kurzem las ich den "Prophet Nr. 13". In den Antworten - vorwiegend in den deinen - fand ich viele Aussagen, die mit meinem Gedankengut übereinstimmten. Aufgrund dessen faßte ich den Mut, mit meinen vielen und sehr unterschiedlichen Fragen auf dich zuzugehen.
Die erste Frage wäre - eigentlich könnte ich sie mir selbst beantworten, will aber trotzdem deine Antwort hören -: Du sagst, Gott nennt dich Seine Prophetin. Glaubst du tatsächlich an Gott? Oder ist Prophet zu sein nur ein Beruf, um Menschen eine Religiosität, eine gewisse Frömmigkeit nahezubringen, um die Masse der Menschen zu disziplinieren, sie in Schranken zu halten, vergleichbar der Praxis der Kirchen? Man denke nur an deren Angstmacherei mit der ewigen Verdammnis, die die Gläubigen veranlaßt, in Abhängigkeit und hierarchische Anbetung zu verfallen. Mit Speck fängt man Mäuse, mit der ewigen Verdammnis Seelen.
Gabriele: Bevor wir in die Thematik einsteigen, möchte ich gern etwas klären: Du erwähntest soeben das Buch "Der Prophet, Nr. 13". Lieber Kurt, ein Atheist, der sich mit einem Propheten im Gespräch auseinandersetzt, ist nicht unbedingt etwas Alltägliches; das kann unter Umständen recht interessant werden. Daher gleich zu Beginn die Frage an dich: Hättest du etwas dagegen einzuwenden, wenn wir unseren Dialog aufzeichneten und dieser - sinngemäß - in einem kleinen Büchlein oder dergleichen wiedergegeben und veröffentlicht würde? Z.B. in "Der Prophet Nr. 14"?
Kurt: Durchaus nicht! Erstens bin ich davon überzeugt, daß nicht nur ich Fragen zum Themenkreis "Gott" habe, sondern viele. Das kann sogar von allgemeinem Interesse sein. Zweitens habe ich nie aus meinen Ansichten einen Hehl gemacht. Warum sollte ich es jetzt tun?
Wie ist es also, werte Gabriele: Glaubst du tatsächlich an Gott?
Gabriele: Ich glaube nicht nur an Gott, an eine einmalige, überirdische Intelligenz - ich weiß, daß Gott existiert. Über mehr als 20 Jahre erlebe und vernehme ich die allmächtige und allgegenwärtige Kraft in mir, das Wort Gottes.
Die unendliche, ewige Ur-Intelligenz ist namenlos. Wir Menschen geben der Ur-Intelligenz Namen und meinen doch immer dieselbe ewige Kraft, den Weltall-Geist. Wir Menschen nennen sie Gott, All-Kraft, Sein, Schöpfer, All-Geist, Jahwe, Elohim, Allah oder anders - es gibt viele Begriffe, die alle dasselbe meinen. Ohne Wenn und Aber sage ich: Es gibt eine überirdische, einmalige Intelligenz, die in allem ist. Diese universelle All-Intelligenz, die das reine Sein, das feinstoffliche Universum - das für uns unsichtbare -, geschaffen hat, ist die universelle Energie, die auch im feinerstofflichen Kosmos und im grobstofflichen Kosmos, in der Materie, wirkt. Wir nennen sie DEN GEIST, Gott; man spricht auch vom Heiligen Geist.
Gott, die einmalige, allwaltende Ur-Intelligenz, ist Freiheit. Sie läßt sich weder in äußere Religion noch in Tradition pressen. Der Weltall-Geist, Gott, ist das ur-ewige, reine Gesetz der Liebe, der Gleichheit, Freiheit, Einheit, Brüderlichkeit und Gerechtigkeit. Seit über 20 Jahren vernehme ich tagtäglich die ur-ewige Stimme des Einen, Gott.
Kurt: Du behauptest, daß es eine überirdische Intelligenz gibt. Wie bist du an diese herangekommen? Und: Kannst du mir "Gott" beweisen?
[...]
Kurt: Wenn ich dich richtig verstehe, hast du die Wirklichkeit Gottes für dich buchstäblich "in Erfahrung gebracht". Das heißt also, daß du keine Rituale und religiösen Hand-habungen praktizieren mußtest, um an den Gott, an den du glaubst, heranzukommen. Ich war früher gläubig, doch speziell an den religiösen Handlungen habe ich mich so oft gestoßen, bis ich Gott ganz und gar ablehnte und am Ende gar nichts mehr von Ihm wissen wollte.
Ein Mensch, der sich die Freiheit erhalten will, möchte mit einem Gott, den die Kirchen scheinheilig als "den liebenden Vater" apostrophieren und den sie mit Prunk, Luxus, mit Gold und Edelsteinen, mit Dogmen, Zeremonien, Riten, liturgischen Gesängen und den dazugehörenden Gewändern beweihräuchern müssen, nichts zu tun haben. Sind das vielleicht eine spezielle Art von Opfergaben, damit man Seiner Gnade sicher sein kann? Die Ihn besänftigen sollen, damit nicht das Strafgericht mit Donner, Pech und Schwefel hereinbricht? Ein Gott, der eine solche Anbetung verlangt, der mit so viel Getue zur Mäßigung angehalten werden will, kann doch kein "liebender Vater" sein! Der ist in Seiner Unberechenbarkeit doch vielmehr zum Fürchten. Für mich ist ein solcher Gott ein Monster, das mit viel Tamtam gefüttert werden will, damit es nicht ausbricht und wer weiß was anstellt und in seinem Zorn vielleicht noch die ganze Welt zerstört.
Du nanntest vorhin auch das Wort "Gleichheit". Ich erlaube mir zu behaupten: Sollte Gott existieren, dann hat Er in Seinem Gesetz sicherlich nicht die Gleichheit, denn wenn Er eine solche Anbetung verlangt, die sogenannte kirchliche Würdenträger praktizieren und die das Kirchenvolk finanziell unterstützt, damit es in den "Himmel" kommt, und andere, die das nicht tun, in die Hölle fahren, dann ist das meines Erachtens ein Gott, der viele Ausnahmen macht. Und das soll ein Vater sein, der angeblich alle Seine Kinder gleich liebt? Daß ich nicht lache! Wo ist denn die Gleichheit der "Kinder Gottes", wenn sich einige dieser "Kinder" als "Hochwürden" - und wie sie sonst noch heißen mögen - aufs hohe Roß setzen, während das Kirchenvolk, in der Mehrzahl die einfachen Leute - logischerweise die "Niedrigwürdigen" -, das Fußvolk sind?
Überhaupt ist alles, was Religion betrifft, total unlogisch und ungerecht; von Gleichheit kann nicht die Rede sein. Kinder Gottes, die vor Seinem Angesicht alle gleich sein sollen, tun sich mit abgehobenen Kleidern hervor, erhabener als das Volk, und geben sich Titel wie "Hochwürden" und "Exzellenz", und der einfache Bürger heißt "Herr Meier", "Herr Huber" et cetera pp. Die Gehälter der Hochwürden sind entsprechend ihren Titeln; Herr Meier und Herr Huber empfangen einen Lohn, der gerade zum Leben reicht. Sie alle können doch niemals Kinder ein und desselben Vaters sein. Und wenn: warum nennt sich der Vater nur "Vater", und unter Seinen Kindern nennen sich einige "Exzellenz" und "Eminenz" und andere, der einfache Mensch, nur mit seinem Namen? Das ist so unlogisch, daß es zum Himmel stinkt!
Um wieviel reicher - geistig gesehen, meine ich - ist ein Menschenvater, der für seine Kinder sorgt, ohne daß sie ihn anbeten, ihm liturgische Gesänge darbringen, ihn in Weihrauch einhüllen und ihn durch Zeremonien besänftigen müssen, ein Vater, zu dem die Kinder jederzeit kommen können. Ein guter Menschenvater liebt seine Kinder von Herzen. Er tut für sie alles, was er kann. Eine einmalige Intelligenz jedoch, die sich auch noch als "liebender Vater" bezeichnet, hat solche "Verneigungen" nötig, ist auf diese ewigen Frömmeleien angewiesen, die kirchlichen Praktiken und die ganze Rangordnung Seiner angeblichen Kinder mit Titeln und entsprechendem Vermögen bis hinunter zur Armut? Welch ein Armutszeugnis für einen solchen Gott!
Mit diesem Ganzen will ich nichts zu tun haben. Ich will auch nicht als "Sein Kind" angesehen und daher auch nicht "Bruder im Geiste" genannt werden. Diese aufgesetzte Gleichheit ist nichts anderes als subtiler Freiheitsentzug und verkappter Zwang. Die kirchlichen Zwänge werden scheinheilig und mit vielen Vorspiegelungen einer "heiligen Ordnung", die dies angeblich erfordert, in zwei Worte eingebunden, die heißen: du mußt. Wer nicht tut, wie die "allein seligmachende" Kirche verlangt, der ist auf ewig verdammt. Das soll Freiheit sein?
Ich glaube weder an einen Gott noch an eine heilige Kirche und schon gar nicht an die ewige Verdammnis. Nach dem Tod ist es eben aus; es ist vorbei mit dem, der man eine Sekunde zuvor noch war. Nix Glanz der Ewigkeit, nix Englein, die einen an irgendeinen schönen Ort führen, nix himmlische Seligkeit! Starr, stumm, tot - aus.
Gabriele: Kurt, darf ich dich unterbrechen? Deine Darlegungen haben dich jetzt in Erregung versetzt. Ganz ehrlich gesagt: Darüber freue ich mich, denn das zeigt mir, daß du nicht durch und durch ein Atheist bist, nicht stumpf gegenüber der Wahrheit und dem Geistigen, sondern vielmehr ein Suchender. Wärest du ein vollkommen überzeugter Atheist, ein Mensch, der sich nur noch an der Peripherie des Lebens, in in-tellektuellen und materiellen Kategorien, bewegt, dann würden dich die Institutionen Kirche mit all dem Prunk und Schaugepränge, die kirchlichen Obrigkeiten mit ihren elitären Gewändern und hohen Gehältern und was sie sonst noch alles darbieten, und das Kirchenvolk, das sie bei der Stange zu halten versuchen, nicht derart erregen. Das alles wäre dir gleichgültig.
Eventuell willst du dir mit dem Hinweis auf das Drum und Dran selbst beweisen, daß Gott nicht existiert?
Solange ein Mensch nach Beweisen sucht, ist er ein Suchender.
Kurt: Gabriele, du hast eine gewisse Raffinesse an dir. Du willst mir den Atheisten ausreden und willst mir den "Suchenden" schmackhaft machen. Das wird dir aber kaum gelingen! So leicht gebe ich meinen Standpunkt nicht auf; schließlich habe ich ihn mir selbständig errungen und es mir nicht leicht gemacht. Wenngleich ich mir sehr gern weiter anhöre, was du sagst - ich bin durch und durch Atheist und bleibe Atheist. Punkt!
Gabriele: Das hat schon mancher gesagt. Nach einigen Jahren kam er dahinter, daß Gott der freie Geist ist und mit einer äußeren Religion, mit den Institutionen Kirche, nichts gemeinsam hat. Die Institutionen Kirche haben ihre Vorstellungen geprägt, wie Gott sein müsse und wie man Ihm zu begegnen habe, und haben ihre Gottesvorstellung ihren Gläubigen aufgezwungen, letztlich auch durch die Säuglingstaufe. Es sind eben äußere religiöse Vorstellungen, es ist das Gottesbild der kirchlichen Institutionen, das aber mit dem wahren Einen, Gott, nichts zu tun hat.
Äußere Religionen haben zur Anbetung ihrer Gottesvorstellung ihre jeweiligen Traditionen. Im Reich Gottes existieren weder äußere Religionen noch Traditionen. Das alles sind festgefahrene Strukturen, etwas, das sich ständig wiederholt und das sich Menschen ausgedacht haben. Gott ist ewige Evolution. Im Reich Gottes gibt es nichts Festgefahrenes, nichts Starres. Gott ist vollkommen und einmalig, unwandelbar. Gott ist aber auch Schöpfer und somit Geber unendlicher Fülle und Lebenskraft. Gott gibt und gibt, wodurch sich das ganze Sein, die Universen, in beständiger Ausdehnung und Evolution befinden.
In Gott gibt es also nichts Starres, nichts Statisches und somit auch keine Tradition. Die kirchlichen Traditionen sind vorwiegend Bestandteile aus dem Heidentum. Aspekte aus dem Heidenkult wurden der Lehre Jesu beigemischt, und es kamen Teile aus dem Alten Testament hinzu. Saulus, der später zum Paulus erhoben wurde, regiert mit in die kirchlichen, institutionellen Glaubensvorstellungen hinein.
Die kirchlichen Amtsträger und viele Kirchengläubige sind in ihren Traditionen erstarrt. Wer in diesem rituellen Ablauf mitmacht, der wird zu einem rituellen Mitläufer, der sich gläubig nennt. Was dabei Dichtung und Wahrheit ist, kann nicht mehr herausgefunden werden. Wer mitläuft, ist eben in diese Glaubenskongregation eingebunden.
Wer die institutionellen Traditionskirchen genauer betrachtet, kommt mit der Zeit zu der Erkenntnis, daß dies alles mit Gott, der die Gleichheit, Freiheit, Einheit, Brüderlichkeit und Gerechtigkeit ist, nichts zu tun haben kann und schon gar nicht mit Gottes All-Liebe. Weil es nun kirchlich von Amts wegen so ist, wie es ist, sollte man Gott, den Ewigen, nicht als nicht-existent abtun. Ich wiederhole: In Gott existieren die Traditionskirchen nicht, doch Gott ist existent.
Kurt: Wenn ich dich so reden höre, kommen mir die Worte "geistiger Revolutionär" in den Sinn. Bist du ein geistiger Revolutionär oder gar ein Atheist, wie ich einer bin? Du stellst vieles in Frage, was Menschen, die ich als gläubige bzw. religiöse Menschen kennengelernt habe und die sich selbst auch als solche bezeichnen, nach ihren eigenen Aussagen üblicherweise glauben. Du lehnst das ganze kirchliche Brauchtum buchstäblich ab.
Ich stelle fest: Unsere Ansichten gehen nicht so weit auseinander, wie ich vor der Lektüre von "Prophet 13" gedacht habe. Deshalb habe ich dich ja auch um ein Gespräch gebeten, denn ich wollte genauer eruieren, in welcherlei Hinsicht wir, der Prophet und der Atheist, konform gehen. Ich war auf mehr Divergenzen gefaßt. Um so besser! Das verspricht höchst interessant zu werden.
Gabriele: Werter Gesprächspartner, in bezug auf die kirchlichen Institutionen und ihre Traditionen gleichen sich unsere Wertmaßstäbe, sie gleichen sich jedoch nicht, wenn es den wahren, den Einen Gott betrifft, welcher der Vater aller Wesen und Menschen ist.
Solange ich Gott in mir nicht gefunden hatte, war ich ein suchender, ängstlicher Mensch, der wohl betete, sich aber vor Gott fürchtete. Wie gesagt, war ich Katholikin und in die dementsprechenden Traditionen eingebunden, die ich jedoch selten mitmachte, und wenn, dann hin und wieder an sogenannten hohen Fest- gleich Feiertagen. Ansonsten war ich ein Mensch wie viele. Ich versuchte, an einen Gott zu glauben, und betete auch. Trotz dessen hatte ich meine Zweifel. Meinen Eltern zuliebe tat ich so, als wäre ich religiös. Ich war immer auf der Suche nach der Gerechtigkeit.
Um das 35. Lebensjahr erlebte ich in meiner Familie einen Schicksalsschlag, der in mir die Frage nach Gott und Seiner Existenz verstärkte. Ich begann, über den Sinn des Lebens nachzudenken und darüber, was Gerechtigkeit bedeutet. Als eine Suchende nach Gott - Wer oder was ist Gott? Und: Was ist Gerechtigkeit? - kam ich unter anderem auch mit Priestern ins Gespräch. In diesen Gesprächen mußte ich sehr bald feststellen, daß mir die dogmatischen Traktate bezüglich Gott nicht halfen, den Sinn des Lebens zu finden. Immer dann, wenn das Gespräch auf den Punkt kam - Wer oder was ist Gott? Warum läßt Gott die vielen Schicksalsschläge der Menschen, die Grausamkeiten und Brutalitäten an Menschen und Natur zu? -, hieß es: Das sind die Geheimnisse Gottes; wir Menschen können Seine Geheimnisse nicht ergründen.
Damit endete das Gespräch über "wer oder was ist Gott". Ich setzte dann noch folgendes hinzu: Er läßt sich also nicht in die Karten blicken. Die Trümpfe hält Er in der Hand und spielt sie nach Seinem Gutdünken aus. Der Leidtragende ist gerade der, dem Er - aus Willkür - die Bürde des Schicksals auferlegen möchte. - Die nächstfolgende theologische Phrase hieß: Wir haben aber die Möglichkeit der Gnade. Als ich dann fragte: Wann setzt die Gnade Gottes ein? - hieß es wieder: Das weiß allein Gott. Meine Antwort darauf hieß: Auch das ist wieder mal ein "Geheimnis" Gottes, Sein "Gutdünken". - Das Gespräch mit Theologen, einerlei welcher Fakultät und Prägung, war damit für mich zu Ende. Ich kam zu der Überzeugung, Theologen wissen nichts von Gott.
Theologe ist ein Beruf, ähnlich wie z.B. der Beruf eines Schreiners oder Zimmermanns, wobei das, was der Schreiner oder Zimmermann herstellt, zu sehen und zu greifen ist. Die Dienstleistungsberufe sind vielseitig. Was z.B. der Schreiner handwerklich erstellt, kann der Mensch erwerben und sich daran erfreuen, und sei es nur ein Kasten, der repariert wurde. Die Priesterkaste hingegen hat nichts Fühlbares, nichts Greifbares, nichts Spürbares anzubieten. Ein Zimmermann erstellt einen Dachstuhl, so daß die Menschen, die das Haus beziehen werden, darin beschützt sind vor Regen und einbrechender Kälte. Die Priesterkaste bietet den Menschen nur das Dach eines Kulthauses, das sie Kirche nennt. Nach spätestens einer Stunde Gottesdienst müssen die Gläubigen das "Gotteshaus" verlassen. Ob sie draußen ein Dach über dem Kopf haben, kümmert einen Theologen selten.
Der Beruf Theologe hat nichts Produktives aufzuweisen. Sein "Handwerk" bringt nichts Greifbares hervor. Es besteht aus Phrasen über Gott und Seine "Geheimnisse". Was Theologen allerdings anzubieten haben, ist der blinde Glaube an Gott - sofern aber der Gläubige an die theologischen Konstruktionen nicht glaubt, wird er von der Kirche mit Dachstuhl ausgeschlossen und ihm die ewige Verdammnis angedroht. Wer jedoch treu ein Kirchenschaf bleibt, der erlangt weitere theologische Angebote wie z.B. die Sakramente, die Erfüllung der Dogmen, jede Woche und zu bestimmten Festtagen bestimmte Zeremonien, das Ganze mit einem Schaugepränge verziert und mit den entsprechenden Gewändern garniert. Von alledem hat der Gläubige nichts; er bezahlt nur, z.B. für die Zwangseinweisung in die entsprechende kirchliche Institution durch die Säuglingstaufe, für die kirchliche Trauung und für das Begräbnis. Die Dachkonstruktion des Ganzen ist dann noch die Kirchensteuer. Will man den Menschen mit dem Haus Gottes vergleichen, dann muß man sagen: Es regnet in das Haus weiterhin hinein, denn es ist nicht mit der Wahrheit gedeckt.
Diese Gespräche mit Theologen bewogen mich, noch ernsthafter nach Gott und der Gerechtigkeit zu forschen und nach dem Sinn meines Lebens. Ich sprach sowohl mit vielen Lutheranern als auch mit Katholiken und mußte feststellen, daß mich viele verständnislos anblickten, wenn es um die Frage ging: Was ist der Sinn des Lebens?
Eines Tages sagte ein weit entfernter Bekannter zu mir: "Suche die Antwort deiner Fragen in dir, denn in dir ist Gott." Symbolisch gesprochen, bekam ich lange Ohren, entgegnete jedoch, seine Aussage wörtlich nehmend: Ich bestehe nur aus Fleisch und Knochen. Daraufhin antwortete er mir sinngemäß: Wir können nicht in die Himmel blicken und verstehen auch nicht die Sprache der Wahrheit, wenn wir uns nur nach außen orientieren und uns an kirchliche, institutionelle Traditionen binden. Wir müssen uns allmählich bewußt machen, daß jeder Mensch ein Tempel Gottes ist und daß in jedem Menschen die Wahrheit wohnt, die wir auch als Gott, Jehova, Christus, Sein, Allah, Heiliger Geist und dergleichen bezeichnen. - Er riet mir, ernsthaft zu beten und meine Fragen nach innen zu richten. Er sagte mir aber auch: Dein Leben ändert sich nur dann, wenn du dich änderst. Die Hilfe wäre, so meinte er, dein Leben nach den Zehn Geboten Gottes und der Bergpredigt Jesu auszurichten.
Meine Frage an ihn lautete: Warum bin ich Katholikin? Die Antwort lautete: Weil dich deine Eltern als Säugling in diese Institution hineingetauft haben; als Säugling konntest du dich nicht frei entscheiden. Jetzt hast du die Entscheidungsfreiheit: Entscheide so, wie du fühlst.
Bald darauf trat ich aus der Institution Kirche aus und fühlte mich wie neu geboren, also frei. Ich wußte: Meine vielen Fragen kann mir weder ein Theologe noch ein Kirchengläubiger beantworten. Ich dachte an ein altes Sprichwort, das lautet: Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott. Das "Hilf-dir-selbst" verstand ich wie folgt: Zuerst zu beten und schrittweise die Gebote Gottes und die Bergpredigt Jesu zu erfüllen, so, wie es mir mein Bekannter empfohlen hatte. Das Weitere, darauf vertraute ich, würde Gott tun. Und ich machte die Erfahrung: Er tat es.
Ich begann, zu beten und mein Leben mehr und mehr nach den Zehn Geboten Gottes und der Bergpredigt auszurichten. Nach ungefähr fünf Jahren brach der geistige Auftrag hindurch, der, wie ich schon kurz erwähnte, in meiner Seele lag, die Aufgabe also, Sprachrohr des Ewigen zu sein. Die Stimme Gottes in mir ergriff mich, und ich ließ mich von ihr erfassen, von der einen Macht der Liebe. In den vielen göttlichen Belehrungen aus der ewigen Weisheit Gottes zum Prophetischen Wort bekam ich auf alle meine Fragen Antwort. Durch die Hinwendung zu Gott in mir lernte ich auch meine Mitmenschen zu verstehen. Von innen her wurde ich immer freier und glücklicher.
Die ewige Stimme in mir lehrte mich, was göttliche Gerechtigkeit bedeutet. Aus dem Wissen um die Gerechtigkeit Gottes und deren Umsetzung entwickelten sich in mir die Gesetzmäßigkeiten der Toleranz und Freiheit meinen Mitmenschen gegenüber. Die Gerechtigkeit Gottes besagt, daß jeder Mensch die absolute Freiheit besitzt, sich zu entscheiden: für Gott oder gegen Gott. Die freie Entscheidung beinhaltet jedoch die Verantwortung für das, was wir denken, reden und tun.
Es wurde mir zur Gewißheit: Die Entscheidung für die wahre Freiheit, die einzig Gott ist, bedeutet ein glückliches, friedvolles und gesundes Leben. Die Entscheidung gegen Gott bewirkt Unfreiheit, Gebundenheit, Abhängigkeit und unter Umständen ein schicksalhaftes Dasein.
Durch meine Entscheidung für Gott fühlte ich sehr bald die Gegenwart Gottes in mir. Ängste und quälende Sorgen wichen, denn das Vertrauen gegenüber Gott wuchs. Ich bin nun im Herzen glücklich, geborgen in Gott.
Bewußt sage ich: Im Herzen bin ich glücklich, geborgen in Gott. Die Ausübung des Prophetenamtes war und ist für mich als Mensch eine Bürde, aber es ist nun mal der göttliche Auftrag aus dem Reich Gottes, aus dem letzten Endes alle Wesen kommen, auch du.
Als Wesen in Gott, als Sein Kind, Seine Tochter, bin ich unendlich glücklich, froh und dankbar. Die mächtige Kraft der Liebe in mir zu spüren und sie in mir zu wissen, macht mich unabhängig und frei. Für mich bedeutet das: in und bei Gott zu Hause zu sein.
Kurt: Dies ist also deine Erfahrung, und ich muß sagen, das beeindruckt mich - ich sage es, wie es ist: es berührt mich. Du hast ein reiches Innenleben, das nehme ich dir ab. Ob allerdings tatsächlich, wie du sagst, alle Menschen dem Reich Gottes angehören - davon bin ich nicht so überzeugt wie du. Lassen wir es so stehen. Wer kann es beweisen?
Der sogenannte Gott hat nach deinen Worten also mit keiner äußeren Religion etwas zu tun. Aber du bist doch religiös?
[...]
Kurt: Werte Gesprächspartnerin, du hast viele, mir zum Teil unbekannte Begriffe verwendet, hast mir deine "religiöse Welt" vor Augen geführt, mir das Bild serviert von einer ewigen, unwandelbaren Existenz, die, wenn ich dich richtig verstanden habe, zugleich unendlich ist, die Geist, Kraft, Sein, Ur-Intelligenz in einem ist, Gott, Schöpfer, All-Geist und vieles mehr. Das kann ich gar nicht auf einmal verarbeiten. Der Brocken ist zu groß, als daß ich ihn schlucken könnte. Ich muß erst alles in meinem Kopf sortieren, um dir weitere Fragen stellen zu können.
Auf alle Fälle weiß ich jetzt: Man kann mit dir reden. Du willst mir dein Gottesbild nicht aufzwingen, sondern sagst frei und direkt, wie du es siehst, wie du fühlst und denkst. Ich dachte immer, ein Prophet ist der Hammer von irgendeiner außerirdischen Energie - vielleicht auch von der produzierten Energie vergangener Generationen -, der auf die Menschen einhämmert, damit diese tun, was er, der Prophet bzw. die außerirdische Energie, will.
Damit du nicht etwa falsche Schlüsse ziehst - ich bleibe Atheist, auch wenn ich längst der Überzeugung bin, daß keine Energie verlorengeht, auch nicht die von unseren Vorfahren - also von den Generationen vor uns - geschaffene Energie. Verstehst du, was ich meine? Ich habe mich mit solchen Fragen ein bißchen beschäftigt und finde das hochinteressant! Das sind also Energieansammlungen. Die füllen unsere Welt, unseren Lebensraum, haben Einfluß und sind von Bedeutung und können den Lauf der Dinge und Ereignisse m.E. mehr mitbestimmen, als man gemeinhin weiß. Auf dafür empfängliche Menschen können diese Energien einwirken und sie zu bestimmten Aussagen und Handlungen anregen.
Gabriele, ich bin zwar überzeugter Atheist - es ist ja aber nicht so, daß ich an gar nichts glaube! Ich hasse es nur, wenn man mir dreinredet und mich vom Gegenteil überzeugen will. Von dir fühle ich mich frei gelassen. Und ich spüre, daß du ein freier Geist bist, mit dem man reden kann, allerdings mit dem Touch des Glaubens an eine überirdische Intelligenz, woran ich meinerseits sehr meine Zweifel habe.
Gabriele Werter Gesprächspartner, auch mit dir läßt sich’s gut reden, denn du bist kein fanatischer Atheist. Du sprichst von der Energie, die nicht verlorengeht, und von Energien, die von früheren Generationen herrühren können. Wenn dies so ist - woran ich nicht zweifle -, dann darf aber auch die Ur- gleich All-Energie nicht ausgeschlossen werden, die auch Weltall-Geist genannt wird oder Weltall-Gesetz, das durch Menschen zu reden und zu wirken vermag, die sich auf die Ur-Energie, also auf das Weltall-Gesetz, auch All-Gesetz oder Gott, genannt, einstimmen, indem sie das befolgen, was Gottes Wille ist. Dadurch richten sich solche Menschen auf den Ur-Sender GOTT aus und empfangen von Ihm, von Gott. Sie empfangen die hohe, reine Energie, die göttlich ist.
Vor vielen Jahren sprach das Weltall-Gesetz, der göttliche Geist, Christus, durch mich, daß Atheisten es viel leichter haben, Gott und das Göttliche zu erfassen, als gebundene Kirchenchristen, die in ihren Traditionen und Glaubensanschauungen erstarrt sind und die Freiheit, selbständig zu denken, zu erkennen und auch entsprechend zu handeln, der Kirchenraison geopfert haben.
Ich will dir nichts ausreden und nichts einreden; in meinem Herzen fühle ich: Du bist ein Suchender. Bezeichne dich ruhig weiter als Atheist; das gibt dir gegenüber meinen Antworten und Aussagen eine gewisse Distanz, die für unser Gespräch nur von Gewinn sein kann.
Kurt: Bevor ich dich um eine Zeit zum Nachdenken bitte, damit ich alle Eindrücke und Informationen sortieren kann, um dann wieder präzise Fragen zu stellen, habe ich doch noch eine Frage, die meinen Fragenkatalog bezüglich der Kirchen abrundet. Obschon du keine Kirchengläubige bist, stelle ich dir die Frage: Gehst du hin und wieder in die Kirche, und sei es nur an besonderen kirchlichen Feiertagen wie Weihnachten, Ostern, Pfingsten? Wie man so hört, besuchen viele unserer Mitmenschen, die nach eigenen Aussagen der Kirche und ihren Lehrinhalten innerlich fernstehen, an solchen Tagen Gottesdienste. Viele von ihnen sind trotz ihrer mehr als kritischen Haltung sogar noch zahlende Kirchenchristen.
Gabriele: Ich gehe nicht nur an hohen Feiertagen in die Kirche, sondern jeden Tag. Außerdem bin ich bestrebt, mich sehr viel in der Kirche ...
Kurt: Halt, Moment mal! Das ist nun aber starker Tobak! Ich bin enttäuscht. Ich dachte, du seiest konsequent. Also auch du machst diesen äußeren kirchlichen Festtagszauber mit, auch du gehst in die Kirche wie so viele andere, die angeblich mit den Kirchen nichts am Hut haben. An hohen Feiertagen bekommen sie - also auch du - Gewissensbisse und absolvieren pflichtbewußt den Kirchenbesuch. Mir sind einige solcher Kirchgänger bekannt, die an solchen Feiertagen nicht nur treu und brav einen Gottesdienst besuchen, sondern auch entsprechendes Buß- oder Opfergeld - gleich, wie man das nennen will - geben und dazu beitragen, den Opferstock zu füllen. Diese "Festtagskirchgänger" sind der Ansicht, damit ihre christliche Pflicht erfüllt zu haben. Eventuell haben sie das vage Gefühl, daß Gott sich damit milde stimmen läßt - wie ja auch so mancher, der Geld und Güter besitzt oder erbt, vor seinem Tod einen guten Teil der Kirche vermacht, sich also die Lossprechung erkauft und womöglich den Himmel der "einzig seligmachenden Kirche".
Ich kenne einen, dessen Familie - die Hinterbliebenen - auf diese Weise unversehens in recht schwierige Lebensverhältnisse geriet, weil der gute Mann zu seinen Lebzeiten heimlich sein beträchtliches Vermögen bis auf weniges für seinen Platz im Himmel ausgegeben, also der Kirche vermacht hatte. Leider konnte dann keiner mehr an der Sachlage etwas ändern - der Mann war tot, und die Angelegenheit rechtlich unanfechtbar.
Trotz der abfälligen Ansichten so mancher Festtagskirchgänger über ihre Kirche wird weiter Kirchensteuer bezahlt, um ja sicherzugehen, vom Gott der Rache nicht in die ewige Verdammnis geworfen zu werden. Wenn du, Gabriele, an hohen Feiertagen auch die Kirche aufsuchst, dann bist du ebenso inkonsequent wie diese. Sagtest du nicht soeben etwas von "erkennen und entsprechend handeln"? Ich kenne mich bei dir nicht mehr aus! Ich hatte gerade begonnen, deine Ansichten für ganz vernünftig zu halten. Hast du vielleicht ebenfalls Angst vor diesem Gott - bezeichne Ihn, wie du willst -, daß Er dich in die ewige Verdammnis schicken könnte?
[...]
Kurt: Entschuldige bitte, wenn ich bezüglich des Tempels Gottes, welcher der Mensch sein soll, einen bekannten Ausspruch zitiere: Wer’s glaubt, wird selig - womit ich meinen diesbezüglichen Zweifeln Ausdruck verleihen möchte.
Warum bist du eigentlich gegen die beiden Kirchen, die katholische und die evangelische? Du glaubst an d e i n e n Gott, die Katholiken und Protestanten glauben an i h r e n Gott. Daraus folgt meines Erachtens doch nur: Es gibt mehrere Götter, und jeder betet seinen Gott an.
Gabriele: Ich bin nicht gegen katholisch und lutherisch, und schon gar nicht gegen Katholiken und Protestanten. Meinetwegen können beide Institutionen, römisch-katholisch und lutherisch, weiter existieren, und ihre Gläubigen können sich weiter mit ihrem Katholizismus und Protestantismus beschäftigen, wenn sie es so wollen. Jeder kann glauben, was er will. Fatal und niederträchtig ist nur, daß sich beide kirchlichen Institutionen des Namens des Jesus, des Christus, bemächtigen, indem sie zu ihren heidnischen Kulten, zu ihrem Kirchenglauben "Christliches" hinzusetzen. Ich bin einzig gegen das Wort "christlich" in diesen beiden Amtskirchen, denn man soll für seine persönlichen Zwecke weder Menschen mißbrauchen, geschweige denn den Namen des Jesus, des Christus Gottes.
Das Mischgut - viel heidnisch und ein wenig christlich - ist Irreführung der Gläubigen, denn was beide Amtskirchen, die auch als Staatskirchen bezeichnet werden könnten, lehren und praktizieren, ist römisch-katholisch und lutherisch, aber nicht christlich. Es sind - wie schon gesagt - bei der Rom-Kirche heidnische und altrömische Bräuche und Ansichten. Die Luther-Kirche schöpft aus dem Repertoire des Martin Luther, der wahrlich mit Christsein und somit mit Jesus von Nazareth wenig zu tun hat. Die Priesterkaste beider Institutionen zitiert wohl aus ihrer Bibel, doch von der Erfüllung der "heiligen Schriften" sind sie weit entfernt. Die Praxis "römisch-katholisch" und "lutherisch" dominiert.
* * *
Kurt: Hallo, Gabriele, jetzt bin ich wieder mit weiteren Fragen gerüstet. Mehrere Tage habe ich über unser kurzes Gespräch nachgedacht und über so manchen Begriff, den du gebraucht hast.
Es hat in mir ziemlich rumort. Manches von dem, was du sagtest, war mir im ersten Augenblick seltsamerweise gar nicht so verkehrt vorgekommen, aber je länger ich mich nun damit beschäftigte, desto mehr fielen mir die schlagkräftigen Gegenargumente ein. Obwohl ich mich durch Lesen früher schon recht gut informiert hatte, habe ich nun weitere einschlägige Literatur zu Rate gezogen, und ich muß sagen, das hat mich nicht ruhiger gemacht. Es ist eine ordentliche Empörung in mir aufgestiegen; meinetwegen bezeichne sie als Aufsässigkeit, das ist mir egal. Trotzdem will ich mir Mühe geben, dir alles so ruhig wie möglich zu unterbreiten.
Ich habe mir gut gemerkt: Du bezeichnest Gott auch als "All-Kraft" oder "All-Geist" oder "Weltall-Geist oder Weltall-Gesetz"; es sei also eine energetische Kraft, die überall gegenwärtig, also allgegenwärtig sein soll. Sollte das wahr sein, sollte dieser Gott tatsächlich in allem gegenwärtig sein, sollte Gott wirklich die große Liebe, die Freiheit und Gerechtigkeit und der Vater aller Seiner Kinder, einschließlich uns Menschen, sein, und sollte Er wirklich über ein mächtiges Reich herrschen, in dem das Maß aller Dinge der Friede, die Liebe, die Einheit und Gerechtigkeit ist, in dem die absolute Freiheit ein wesentlicher Bestandteil des Gesetzes ist - wäre das alles wahr und real, dann müßte dieser Gott die Ungerechtigkeit in dieser Welt mit Seiner allgegenwärtigen Macht und Kraft bekämpfen! Er müßte - wenn Er ein mächtiger Herrscher wäre - z.B. ein göttliches Reichsheer aufstellen, das in die Welt einmarschiert und alles Ungerechte schlicht und einfach auslöscht.
Außerdem, wenn Jesus Gottes Sohn sein soll, der als Mensch unter Menschen gelebt haben soll und der angeblich ein gerechter Mann war, der tat, was Gott wollte, dann würde Er doch diese Welt und alle trügerischen Machenschaften kennen. Für Ihn wäre es doch ein Leichtes, dieses "Reichsheer" zu führen. Aber es geschieht nichts dergleichen, ganz im Gegenteil: Der Name Jesus bürgt in den Augen vieler Christen - allerdings nur im christlichen Abendland - für Qualität. "Christlich" gilt als Gütezeichen - in religiöser Hinsicht und ebenfalls in den christlichen Parteien.
Ich habe mich mit dem Glauben der verschiedenen Religionen befaßt und die Zusammenhänge Religion - Politik näher in Augenschein genommen. Dabei bin ich zu der Ansicht gekommen, daß die meisten Religionszugehörigen Schausteller sind, besonders die, welche dem Volk vorstehen wollen. Wer z.B. die "Schausteller" der christlichen Parteien genauer unter die Lupe nimmt, ihre Gesinnung, ihr Verhalten, ihre Ethik, Normen und Werte, der wird früher oder später meine Ansicht teilen, daß es verschiedene Götter gibt, je nach der Willkür der Religion und der C-Parteien. Jeder macht sich seinen Gott zurecht, quasi maßgeschneidert für seine speziellen Bedürfnisse, seine Ansprüche, seine Ziele - ganz nach Zweckdienlichkeit.
Wenn dein Gott der Gott des Friedens, der Liebe, der Einheit, der Gerechtigkeit und Freiheit ist, dann haben die christlichen Kirchen und die christlichen Parteien jeweils einen anderen Gott. Das ist in nichtchristlichen Kulturkreisen auch nicht anders. Der Hinduismus, der Buddhismus, der Islam, die Juden und weitere haben jeweils ihre Götter mit unterschiedlicher Qualität und unterschiedlichen Ansprüchen. Zum Beispiel verlangt der Gott der Moslems, daß sich der Gläubige auf die Knie wirft usw. Der katholische Gott verlangt, daß seine Gläubigen bei der Anbetung einmal aufstehen, dann wieder in die Knie gehen u.a.m. Auch das Händefalten möchte dieser Gott offenbar anders als der Luther-Gott. Der Gott der Rom-Kirche will zusätzlich noch Weihrauch, Weihwasser und andere Krücken zur Verehrung. Die Götter des Hinduismus und des Buddhismus wollen Gong-Klänge, daß ihnen Räucherstäbchen angezündet und Gebetsmühlen gedreht werden und was der Ergebenheitsbezeugungen mehr sind.
Die Formen der Anbetung der diversen Gottheiten will ich nicht alle aufzählen. Wer sich damit einmal beschäftigt, merkt: die Variantenvielfalt ist uferlos.
Warum die vielen unterschiedlichen Götter, von denen jeder anders verehrt und angebetet werden will? Kann es sein, daß sie den einen Gott, von dem du sprichst, in ihren Glaubensvorstellungen nicht mehr haben wollen? Gabriele, du hast mir doch einiges Einprägsame von deinem Gott erzählt, und ich möchte dich ernst nehmen. Ich habe da eine interessante Formulierung bei Dostojewski gelesen. In seiner Parabel "Der Großinquisitor" sagt der Kardinal in etwa zu Jesus: "Wir haben Deine Lehre verbessert. Dich lassen wir nicht mehr herein." Verstehe ich das Ganze richtig, dann muß der gekreuzigte Jesus am "christlichen" Kreuz bleiben.
Es ist unumstritten und in Geschichtsbüchern und Enzyklopädien aller Art nachzulesen, daß der Gott der "christlichen Amtskirchen" ein grausamer Gott ist und der der christlichen Parteien ein einseitiger Gott und dessen Sohn die personifizierte Grausamkeit in den Gottesbeauftragten, den kirchlichen Amtsträgern, sowohl der katholischen als auch der evangelischen Fakultät. Jesus präsentierte sich durch "christliche" kirchliche Obrigkeiten, mit deren Billigung oder gar auf deren Veranlassung hin Gottes Wille auf der Erde durch Henker, Totschläger, Quäler, Diebe, Vergewaltiger et cetera pp ausgeführt wurde. Dabei denke ich unter anderem an die Kreuzzüge, bei denen im Namen Gottes und Seines Sohnes Andersgläubige beraubt und brutal niedergemetzelt wurden, und auch an die Verfolgungen im Mittelalter, an bestialische Folterungen von Christenmenschen, ebenfalls im Namen Gottes und zu Seiner Ehre. Ein Gott des Schreckens, der sich da zeigt! In den "christlichen" Parteien präsentiert Er sich als parteiisch, bürdet den Bürgern schwere Lasten auf, macht die Reichen noch reicher und die Armen noch ärmer. Daß die Armen trotz dieser eklatanten Ungerechtigkeit immer noch Angst vor der ewigen Verdammnis haben und eventuell deshalb Kirchensteuer bezahlen, sich also weiterhin zur Kasse bitten lassen, das ist ihre Sache. Sollen sie doch mal alle aufwachen und endlich kapieren, daß man ihnen etwas vormacht. Sollen sie doch mal ihren Verstand gebrauchen, statt sich die Hölle heiß machen und sich entmündigen und entmutigen zu lassen!
Nach diesen schlagenden Beweisen kannst du doch nicht weiter behaupten, daß es einen Gott gibt, der auch noch milde, mildtätig und gerecht sein soll. Ganz im Gegenteil! Und was ist mit den grausamen Morden in den Kreuzzügen und all den Scheußlichkeiten, die von der "unfehlbaren" römisch-katholischen Kirche ausgingen - im Namen Gottes, versteht sich!? Oder wer die Schandreden Luthers von mehreren Seiten her beleuchtet - z.B.: Schlagt die Bauern tot! und: Verbrennt die Synagogen! -, der wird leider nicht anders können, als einzusehen, daß angesichts dieser Grausamkeiten Gott und Sein Sohn Verbrecher und Mörder sind. Außer, es gibt, wie gesagt, mehrere Götter; Götter dutzendweis, unterschiedlichster Couleur. Die einen haben z.B. den Rachegott, den grausamen Gott, die anderen den liebenden Gott, den liebenden Vater, wieder andere haben wieder andere Götter, die sie anbeten und verehren, wie diese es erwarten und verlangen.
Die Kreuzzüge und das Morden im Mittelalter geschahen im Namen des "christlichen" Gottes und Seines Sohnes, also immer des einen Gottes. Vieles geschieht heute noch in Seinem Namen, das mehr als ungerecht ist. Ein Gott oder mehrere Götter - was soll man glauben?
Ich wiederhole immer wieder, daß nur ja keiner auf die Idee kommt, du oder andere könnten mich von ihrem Gott überzeugen: Ich glaube nicht an eine höhere Macht, und sollte eine existieren, dann ist sie unberechenbar, einseitig, grausam, brutal und ausschließlich auf sich bezogen. Wäre Gott oder Jesus, von dem du sprichst, gerecht - außer, du sprichst von einem anderen Gott; man kennt sich ja kaum mehr aus auf der Skala der Götter -, dann hätten beide schon längst das, was in ihrem Namen geschah und geschieht, unterbunden und die Urheber zur Rechenschaft gezogen und nicht zugelassen, daß die Menschheit weiterhin in die Irre geführt wird.
In den Kirchen wird von der Liebe Gottes und der Liebe Jesu geredet und gleichzeitig mit der ewigen Verdammnis gedroht. Das sind Widersinnigkeiten, die jedem Denkenden ins Auge stechen. Die ehemalige Zwangschristianisierung Andersgläubiger, wie z.B. der Indianer, setzt sich heute noch in der Säuglingstaufe fort und in der Indoktrination der Schulkinder im Religionsunterricht. Was bei dieser Rekrutierung herauskommt, ist ein sogenannter "gläubiger Christ". Das kann doch nicht ein Gott der Freiheit und des Friedens sein! Unter den sogenannten "gläubigen Christen" waren schon immer viele Verbrecher, und das ist heute beileibe nicht anders. Und Gott, die angebliche Liebe, Gerechtigkeit, Allwissenheit und Allmacht, schaut dabei zu! Entweder gibt es mehrere Götter verschiedener Qualität - oder gar nichts; oder einer von euch täuscht sich: entweder der Prophet oder die Amtsträger der christlichen Kirchen und die Vertreter der C-Parteien.
Gabriele, hast du schon einmal einen ein bis drei Wochen alten Säugling gesehen, der fähig gewesen wäre, für sich eine lebenswichtige Entscheidung zu treffen?
Gabriele: Nein. Das kann kein Säugling. Die Eltern tun es für ihn.
Kurt: Richtig. Sie übergeben ihn dem Schoß der allein seligmachenden Kirche. Unter deren Einfluß und auf die Einflüsterung hin, sie retteten damit seine Seele.
Auch ich wurde als Säugling zwangschristianisiert. Ich soll bei der Taufe damals in der Kirche ein fürchterliches Geschrei angestimmt haben. Kein Wunder! Ich werde schon gewußt haben, warum.
Als ich dann mit 18 Jahren durchsetzte, was ich schon lange zuvor wollte, und aus dieser Kirche austrat, hatte ich mit meiner Mutter und meinen Verwandten die größten Schwierigkeiten, denn ich nannte sie "Blindgänger". Damit meinte ich: Menschen, die heute noch blind einem "christlichen" Rachegott folgen, der mit Hilfe Seiner Diener, der kirchlichen Amtsträger, derart gewütet hat, daß es mir vorkam, als sei Er ein lüsterner Meuchelmörder. Er und Sein Sohn Jesus, der es - trotz Allmacht und All-Gerechtigkeit - zuließ, daß in Seinem Namen gemordet, vergewaltigt, hingerichtet, geplündert, geraubt wurde etc. sind für mich nicht besser als die, welche in der damaligen Inquisition die Ausführenden waren.
Das Buch, das die Kirchen als die Wahrheit bezeichnen, ist ein Buch, in dem die Grausamkeiten begründet sind, die sie in der Inquisitionszeit ausgeführt haben und wonach sie sich nach meinen Beobachtungen in vielen Fällen heute noch richten. Über die Bibel ist ein Strom von Blut geflossen - und muß sie nicht heute noch herhalten, wenn Menschen verurteilt und gerichtet werden?
Übrigens, die Bibel ist das beste Buch für Gewalttäter - ein exzellentes Lehrbuch der Grausamkeit! Mose gab darin spezielle Anleitungen zur Durchführung von Greueltaten. Dieses Buch zeigt auf, wie man es mit anderen halten soll, die nicht tun, was "Gott will", oder die das tun, was Gott "nicht will". War Mose ein Krimineller, oder ist Gott, der angeblich durch Mose die Anleitungen zu Mord und Totschlag gab, kriminell?
Von meiner Mutter weiß ich, daß die katholische Kirche sinngemäß sagt: Jesus hat das Alte Testament aufgehoben. Wenn dem so wäre, warum hat Er dann die Kreuzzüge veranlaßt, die Vorgängen im Alten Testament gleichen? Und warum ist dann das Alte Testament noch in der Bibel? Die Worte meiner Mutter klangen mir lange in meinen Ohren. Daraufhin las ich in der Bibel und suchte, womit Jesus das Alte Testament aufgehoben haben sollte. Folgende Worte las ich: "Denkt nicht, ich sei gekommen, das Gesetz und die Propheten aufzuheben, sondern um zu erfüllen."
Entweder meint Jesus damit die Aufhebung des Alten Testamentes oder daß Gott durch die Propheten anders sprach. Auch Mose war ein Prophet. Oder wurden die Grausamkeiten, die im Alten Testament zu lesen sind, von den damaligen Priestern hineingedichtet? Hätte Jesus tatsächlich das Alte Testament aufgehoben, dann hätte Er auch diesen Gott unmöglich gemacht und Seine Gebote für nichtig erklärt - denn diese gehören bekanntlich auch zum Alten Testament. Ist also das Alte Testament ungültig, dann hieße dies, daß Gott veränderlich ist, also ein Gott der Willkür. Ist dieser Gott wandelbar, dann können die Gläubigen Ihm nicht trauen. Wer weiß, ob Er morgen nicht wieder andere Pläne hat? Oder hat sich Jesus über diesen "launischen Gott" gestellt, um Seine eigene Lehre an den Mann zu bringen? Zu letzterem ist zu sagen: Seine Gefolgsleute, die Vertreter beider Kirchen, haben, bei Licht betrachtet, Seine Lehre auch nicht angenommen. Eventuell dachte Jesus, Er könne die Gebote Gottes mit Seiner Bergpredigt ersetzen; diese ist aber für beide Kirchen Utopie.
Also, was gilt noch? Wer ist Gott? Wer war Jesus? Die Vertreter der christlichen Kirchen lehnen beide ab: sowohl den Gott des Alten Testamentes als auch letztlich Jesus. Allerdings verwenden sie - geschickt ausgewählt und gezielt angebracht - Splitter aus dem Alten und Neuen Testament. Mit diesen Splitter-Lehren ritzen die Diener Gottes das Gemüt der Masse des Volkes auf. Ist die Gemütslage der einzelnen Menschen entsprechend angeregt, dann werden diese zu Gläubigen, die gläubig Kirchensteuer zahlen. Und warum? Weil sie Angst haben! Und dann willst du, werte Gesprächspartnerin, mir weismachen, daß Jesus die Liebe sei und daß Gott ein Vater der Liebe sei und daß Er ein Reich besäße, das ein Reich des Friedens sein soll?!
Schau dir die heutigen Pfarrer und Priester genauer an! Ob es die Bischöfe oder Kardinäle sind oder gar der Papst, sie alle erinnern mich mitunter an Pfauen, deren Federn heute noch bunt schillern, wie einst im Mittelalter. Soweit mir bekannt ist, tragen sie ihre von der Masse der Menschen abgehobenen Gewänder zur Ehre Gottes. Und die Nonnen, die angeblich Bräute Christi sein sollen, werden dazu angehalten, ihre Gebete herunterzurattern. Die Mönche in ihren Kutten geben für meinen Geschmack auch kein besseres Bild ab. Und das alles - wozu? Es scheint so, als wünschten sich die verschiedenen Götter nicht nur unterschiedliche Anbetung und Verhaltensweisen von ihren Gläubigen, sondern auch die jeweils entsprechende Aufmachung in Gestalt von Gewändern mit dem dazugehörenden Gehabe. Es scheint, als wolle jeder der vielen Gottheiten auf eine andere Art und Weise besänftigt und hofiert werden!
Gabriele: Könnte es nicht aber doch sein, daß sich der eine oder andere Mensch dazu entscheidet, als Mönch oder Nonne ins Kloster zu gehen, um Gott zu dienen und Ihm näherzukommen?
Kurt: Das kann ja sein, aber das ganze System ist total falsch! Und gesetzt den Fall, da wäre einer, wie man sagt, "reinen Herzens" - also ganz und gar auf Gott aus -, er wird kaum "reinen Herzens" bleiben! Du mußt nur mal nachlesen, wie es in Klöstern und in der ganzen Kirche zugeht! Vieles Lug und Trug weit und breit, von Gott oft keine Spur!
In diesem ganzen Komplex "Kirchen" liegt eine riesengroße Diskrepanz, eine Widersprüchlichkeit. Die sogenannten "Bräute Christi" und die Mönche, die durch ihre Kleidung und ihr Leben dokumentieren wollen, daß sie einzig Gott und Jesus dienen, um diesen beiden näherzukommen, führen ein sehr bescheidenes Dasein. Mir scheint, man hat hier zumindest den grundsätzlich guten Willen, sein Leben auf "Gott im Himmel" auszurichten, mit welchem Erfolg auch immer. Und ob es in rechter Weise geschieht, erscheint mir ebenfalls höchst fraglich - bei dem System und der Lehre!
Selten belehren die Klosterleute ihre Mitmenschen, wie diese leben sollen, um ihrem Gott näherzukommen, also hinaufzukommen, zu dem, der angeblich über allem stehen soll. Quasi der Gott von oben. Nur einzelnen Menschen geben sie ihre Lehranweisungen mit, z.B. denen, die zu ihnen ins Kloster kommen.
Die Nonnen und Mönche haben keine prunkvollen Gewänder, wie sie die kirchlichen Obrigkeiten zur Ehre Gottes tragen. Ist also der Gott der Nonnen und Mönche ein anderer als der der Bischöfe, Kardinäle, Priester, Pfarrer und des Oberhauptes der katholischen Kirche, des Papstes? Außerdem, die nach oben zu ihrem Gott wollen, die Mönche und Nonnen, nehmen, wie gesagt, auf andere Menschen sehr selten Einfluß - wohingegen Pfarrer, Priester, Bischöfe, Kardinäle und nicht zuletzt das Oberhaupt der katholischen Kirche in ihren prächtigen Gewändern mit diversem Zierat Predigten halten, ihre "heiligen Messen" zelebrieren und den Gläubigen die Beichte abnehmen. Sie unterweisen die Sünder, daß diese eben nun mal Sünder sind, und stellen denen, die nicht so recht folg- und fügsam sind, die ewige Verdammnis in Aussicht.
Welchen Gott beten die "Hochwürden" wohl an? Ist es der, den sie in ihren salbungsvollen Predigten zitieren und in ihren Litaneien besingen - oder ist es der Gott der Macht, des Einflusses und der Ränke, der Gott des Geldes und des Ansehens? Ihr "Gütesiegel" Jesus Christus hat, so viel ich weiß, den Schätzen dieses Gottes nicht das Wort geredet, sondern gesagt: Sammelt euch Schätze im Himmel.
Wenn der Gott, dem die kirchlichen Amtsträger dienen, also nicht im Himmel denkbar ist, wo dann? Dann kann es nur "Gott von unten " sein. Also nicht der Gott von oben, nicht aus der himmlischen Welt, sondern die diametral andere Richtung - für mich ganz klar: der Gott der Unterwelt.
Wenn die protzigen Gewänder und all der Aufputz der Kardinäle, Bischöfe, der Priester und des Papstes und deren pfauenartiges Verhalten gottgefällig ist, dann hat doch der normale Bürger keine Chance, irgendeinem dieser Götter näherzukommen, da jeder Gott besondere Vorzüge von seinen Nachfolgern verlangt.
Wie ich schon sagte: Wenn man das ganze Drumherum um die verschiedenen Götter näher beleuchtet, gewinnt man den Eindruck, daß es z.B. in der katholischen Kirche mindestens zwei Götter geben muß: den "Gott von oben", dem die Nonnen und Mönche zustreben, und den "Gott von unten", den die kirchlichen Würdenträger vertreten. Müßte es, genau genommen, nicht noch einen dritten Gott geben - den des Volkes, den die Masse verehrt? Das Ganze ist für mich so verworren, daß ich mir den geradlinigen Weg gewählt habe, Atheist zu sein.
Wenn ich an die riesigen Kreuze denke, die "Geweihte" der Kirche auf ihrer Brust tragen, um eventuell Gott noch mehr lieb Kind zu sein, dann hat der einfache Mann, der brav und gläubig seine Kirchensteuer zahlt, überhaupt keine Möglichkeit, in den Himmel zu kommen. Wenn dem so ist, stellt sich die Frage: Wofür dann Kirchensteuer? Eventuell um der ewigen Verdammnis zu entrinnen? Im Falle, daß Otto Normalbürger dafür bezahlt - wo ist er nach seinem Leibestod, wenn er nicht in den "Himmel" eingehen kann?
Gehört es auch "zur Ehre Gottes", daß nicht wenige Seiner "würdigen Diener" auffällig wohlbeleibt daherkommen und ihre oft massigen Gesichter mit einer gewissen Arroganz zur Schau tragen? Nein danke - mit dem ganzen will ich nichts zu tun haben; laß mich mit Gott, einerlei, an welchen der vielen du glaubst, zufrieden. Mir sind sie allesamt suspekt und zuwider.
Ich könnte beliebig fortfahren, z.B. in bezug auf die Selig- und Heiligsprechungen der katholischen Kirche oder die Reliquenverehrung oder gar die Verehrung einer Leiche am Kreuz usw. Das ist doch alles in allem absurd. Das kann nur einer glauben, der seinen Verstand an die Kirche verkauft hat. Was sich im "Reich Gottes" so alles tummelt, wie z.B. die Seligen und Heiligen! Da gäbe es für mich einfachen Bürger keinen Platz.
Ein Atheist ist ein freier Mensch. Ich glaube an all den Aufwand und das Spektakel um einen Gott oder einige Götter nicht und nicht an den sogenannten "Gottes Sohn". Die katholischen Amtsträger sind der Ansicht, sie seien eine einmalige Spezies von Menschen, weil sie auf ihrem Panier stehen haben: "allein seligmachende Kirche". Derselbe Dünkel zeichnet so manchen "christlichen" Abgeordneten und Minister aus.
Gabriele, bei unserem ersten Gespräch dachte ich, du verstehst mich. Als ich aber über deine Worte von Gott und Seinem Sohn, dem Jesus, den du den Christus nennst, länger nachdachte, kamen mir all diese Gedanken erneut hoch und noch viele mehr, die ich hier lieber nicht ausspreche. Das ist also in etwa der Hintergrund für meine Überzeugung, für meinen "Glauben", wenn du so willst. Es sind zum großen Teil meine eigenen Erfahrungen und Beobachtungen, aus denen ich meine eigenen Schlüsse gezogen habe. Daraus entwickelte sich als Konsequenz mein heutiger Standort: Atheist.
Wer das, was in dieser Welt geschah und geschieht, zuläßt, obwohl er die Macht hätte, es zu verhindern, der ist der schlimmste Verbrecher, der sich denken läßt, und muß wohl selbst eine Art von Freude an diesem himmelschreienden Unrecht haben. Man denke unter anderem an die unzähligen Leiden der Menschheit, die Nöte der Bedürftigen, die Hungersnöte der Ärmsten, die Krankheiten, Seuchen und die Zerstörung des Hab und Gutes - gerade der Ärmsten - in den Katastrophengebieten. Und dann der krasse Gegensatz dazu: die Reichen, die nur darauf bedacht sind, auf Kosten von Minderbemittelten ihren Reichtum zu vergrößern, die in ihrem Vermögen geradezu schwelgen, förmlich baden, und vor Arroganz und Machtgier nicht mehr wissen, was sie noch alles tun sollen, um ihr Vermögen zu vermehren und abzusichern. Sie, die mit ihren Wertpapieren an den Börsen der Welt zu Hause sind und mit ihrem Vermögen jonglieren, um noch reicher zu werden, können doch an einen gerechten Gott nicht glauben!
Sage mir, Gabriele, ist das Adjektiv "christlich" von dem Namen "Christus" abgeleitet? Und was bedeutet es?
Gabriele: Ja, "christlich" kommt von "Christus" und bedeutet, je nach Zusammenhang, soviel wie: im Sinne bzw. im Geist des Christus; nach der Art und Lehre des Christus; in der Nachfolge des Christus; sein und handeln nach dem Vorbild des Christus - und dergleichen.
Kurt: Also! Es ist ein Hohn, daß sich gerade viele dieser "Machtgötter" "christlich" nennen. Sie sind es, die heute noch in den Kirchen - wie vor 2000 Jahren - auf den ersten Plätzen sitzen und sich auch auf diese Weise dem zahlenden Kirchenvolk zur Schau präsentieren. So mancher dieser Hochgeschätzten hat zwei bis drei Ehefrauen hinter sich gelassen, um jüngeren Weiblichkeiten den Vorrang zu geben. Sagte Jesus: "Ihr sollt euch Schätze sammeln und sie vermehren, sie vor Motten und Rost schützen, und sollt Diebe, die nachgraben, um zu stehlen, verfolgen, um sie den Gerichten zu übergeben"? Sagte Er auch: "Ihr Reichen, setzt euch in die ersten Plätze in euren Kirchen aus Stein, die ihr Gotteshäuser nennt, und haltet eure Gebetsriemen breit und hoch, damit euch das zahlende Volk sieht und bei der Stange bleibt und weiter zahlt"? Und sagte Er auch: "Wenn dir eine Frau nicht mehr gefällt, dann nimm eine zweite; und gefällt dir diese nicht mehr, dann nimm eine dritte, wenn möglich immer jünger; begehe also Ehebruch, so oft, wie du willst. Und halte dir, wenn du noch möchtest, Nebenfrauen, ganz wie es dir beliebt - doch laß die Gläubigen zahlen, zahlen, zahlen"? Oder sagte Jesus etwas anderes?
Werte Gesprächspartnerin, ich kenne die Bibel der "geistlichen Hochwürden" ziemlich genau. Atheist wurde ich nicht zum Vergnügen oder um eine Rechnung für meine kirchliche Indoktrination begleichen zu wollen. Ich habe mich genau umgesehen und, wie du siehst, auch die Bibel unter die Lupe genommen und habe das Verhalten der kirchlichen "Würdenträger" und der Reichen, die in den verschiedenen Positionen sitzen und sich das Mäntelchen "christlich" umgelegt haben, damit verglichen.
Sollte Jesus gelebt haben - schlug Er in Seinen Lehren vor, eine reiche Kirche zu schaffen und das Geld in Großkonzernen, in bedeutenden Medien, in Aktien, Wertpapieren und dergleichen anzulegen?
Dieses Geld-Macht-Monopol "christlicher Ehrwürdiger" regiert auch in die Medien, Rundfunk und Fernsehen, hinein, um die Menschen über die Predigten, die ausgestrahlt werden, auch über den religiösen Bereich hinaus, zu manipulieren, zu indoktrinieren, also bei der Stange zu halten. Von kirchlichen "Hoheiten" werden in vielen Fällen kirchentreue Unternehmer dahingehend beeinflußt, nur Leute einzustellen, die kirchlich linientreu sind, also Angestellte und Arbeiter, die ihre Kirchensteuer bezahlen und sich auch sonst getreu der kirchlichen Lehre und Normenvorgabe verhalten. Sollte es ein Reich Gottes geben, dann müßte diese hierarchische kirchliche Machtstruktur bis zu dessen Pforten hin übel riechen. Das Gerede über die Liebe Gottes, Seine Gerechtigkeit, Freiheit, Brüderlichkeit und weiteres mehr ist doch Hohn, ohne einen Funken von Wahrheit - man sehe sich nur mal die Praxis an! Hohle Wort sind es, im Grunde Blasphemie.
Werte Gesprächspartnerin, ich habe noch etwas mitgebracht. Ein Buch, wie du siehst. Damit hat es seine besondere Bewandtnis. Was würdest du sagen, wenn jemand behaupten würde, daß Gottes Wahrheit zuerst eine große Lüge werden muß, ehe sie zur Wahrheit wird, oder: Gott kann nicht Gott sein, er muß zuvor ein Teufel werden, und ähnliches?
Gabriele: Ich kann mir nicht vorstellen, daß jemand so etwas behauptet. Und wenn, dann würde ich, ohne zu fragen, wer, sagen, man müßte ihn auf seinen Geisteszustand untersuchen lassen.
Kurt: Bleibst du bei dieser deiner Aussage?
Gabriele: Natürlich, wenn jemand das allen Ernstes so behauptet hätte.
Kurt: Ich habe ja kurz erklärt, warum ich Atheist wurde. Ich bin nicht ein Mensch, der einfach alles unbesehen beiseiteschiebt oder der wertet und urteilt. Bevor ich diesen Schritt tat, habe ich mich vielseitig informiert. Höre und staune: Es war kein Geringerer als Martin Luther, der folgende Worte von sich gab. Ich lese sie dir vor:
"Also muß Gottes Treue und Wahrheit auch immerdar zuvor eine große Lüge werden, ehe sie zur Wahrheit wird. Denn für die Welt ist sie eine Ketzerei. Es dünkt uns auch selbst immerdar, Gott wolle uns lassen und sein Wort nicht halten und sehet an, in unserem Herzen ein Lügner zu werden. Und Summa, Gott kann nicht Gott sein, Er muß zuvor ein Teufel werden, und wir können nicht gen Himmel kommen, wir müssen zuvor in die Hölle fahren, können nicht Gottes Kinder werden, wir werden denn zuvor des Teufels Kinder. Denn alles, was Gott redet und tut, das muß der Teufel geredt und getan haben. Und unser Fleisch hälts selbst auch dafür, daß uns richtig gesagt der Geist im Wort erhellt und anders glauben lehrt. Wiederum aber der Welt Lüge kann nicht zur Lüge werden, sie muß zuvor die Wahrheit werden. Und die Gottlosen fahren nicht in die Hölle, sie seien denn zuvor in den Himmel gefahren und werden nicht des Teufels Kinder, sie müssen zuvor Gottes Kinder sein ..."
Werte Gesprächspartnerin, was sagst du jetzt?
[...]
Kurt: Das ist doch der Ausdruck eines gespaltenen Bewußtseins! So muß man lehren, wenn man Leute in kurzer Zeit in die Verzweiflung stürzen will. Ich muß hier sagen: Das Maß ist voll! Ziehen wir nun einen Schlußstrich und beenden unser Gespräch.
Gabriele: Werter Gesprächspartner, auch du hast über Jesus und Gott, unseren Vater, sehr deftige und salzhaltige bzw. gepfefferte Worte gebraucht, hast Jesus als einen Verbrecher und Gott, unseren Vater, als Mörder und Meuchelmörder und einiges mehr bezeichnet. Nun, wenn ich das Ganze von deiner Seite aus betrachte - natürlich ohne die Schärfe deiner Worte -, dann kann ich deine Sichtweise nicht verneinen.
Wenn du möchtest oder wenn es dir noch möglich ist, dann höre bitte auch du mich an. Ich will dir das ganze Ausmaß dessen, was im Namen des Jesus, des Christus, geschah und heute noch geschieht, von einer anderen Seite beleuchten, und zwar ausgehend von der Freiheit, die wir auch als den freien Willen bezeichnen können.
Kurt: Ich höre.
Gabriele: Bitte habe Verständnis, wenn ich etwas aushole. Wenn es um die Freiheit geht, haben wir Menschen sonderbare Ansichten. Das Wort "Freiheit" ist in unserem Sprachgebrauch ein dehnbarer Begriff. Zum Beispiel meinen wir mit "Freiheit", daß wir tun und lassen können, was uns beliebt. Freiheit bedeutet auch für viele, über andere bestimmen zu können, damit diese tun, was sie wollen. Bestimmte Kategorien von Menschen versuchen, andere zu beeinflussen, sie zu manipulieren. Bringen sie bestimmte Menschentypen unter ihre Manipulationsgewalt, dann fühlen sie sich erhaben und bei Gleichgesinnten anerkannt, also besser als die anderen und, nach ihren Maßstäben, "frei".
Auch in einem ansehnlichen Vermögen stellt sich eine sogenannte "Freiheit" dar, wenn der Wohlhabende aufgrund seiner Position Minderbemittelte bestimmen kann. Auch manche Angewohnheit wird als Freiheit bezeichnet, dann, wenn durch geschickte Manipulation andere jene Arbeiten verrichten, die dem trägen Gewohnheitsmenschen unangenehm sind. Das und einiges mehr wird als "Freiheit" angesehen. Stellt man diese Scheinfreiheit der göttlichen Freiheit gegenüber, dann ist der menschliche Freiheitsbegriff Täuschung, gleich Illusion.
Unsere vielfach hochgeschätzte "Freiheit" können wir sehr bald spüren, wenn wir z.B. mit unserem Fahrzeug auf den vor uns fahrenden Wagen auffahren oder wenn wir an einem Halteverbot parken oder wenn wir unserem Nachbarn dies oder jenes entwenden oder wenn uns bei einem hitzigen Gespräch die Hand ausrutscht und der andere sich lediglich mit einer Ohrfeige revanchieren sollte. Das alles sind kleine Delikte. Größere "Freiheitsmerkmale" brauche ich nicht aufzuzählen; wir hören und sehen sie täglich in den Medien.
Unsere hochgeschätzte "Freiheit" kann sehr rasch zur Unfreiheit werden, dann, wenn wir gegen die Rechtsordnung unseres Staates verstoßen. Kleinere Delikte können mit einem Verweis abgegolten werden, größere mit Geldstrafe oder gar Gefängnis. Unser Rahmen, den wir als "Freiheit" bezeichnen, ist also sehr begrenzt.
Betrachten wir unsere menschliche Freiheit genauer, dann müssen wir erkennen, daß jeder Bürger eines Staates für seine Verhaltensweisen selbst Verantwortung trägt gemäß der Rechtsordnung des Staates, den er gewählt hat und in dem er lebt. Entsprechend unserer Rechtsordnung tragen wir Verantwortung für unser Tun und Lassen. Wir können uns also nicht verhalten, wie wir wollen. Unsere Rechtsordnung, die sich im Rahmen der Verfassung bewegt, bestimmt, wie wir uns im Staat zu verhalten haben. Jeder Staat hat seine Gesetze, welche die Bürger dieses Staates zu respektieren haben; andernfalls droht ihnen die Bestrafung und - je nach Delikt - der Freiheitsentzug.
Wir reden von Freiheit, sind aber nicht frei, weil unsere Vorstellung von Freiheit auf "Trenne, binde und herrsche" basiert. Z.B. teilen wir unsere Erde in Kontinente, Länder, Städte, Gemeinden und Dörfer auf und in "mein" und "mir". Jeder will seine "Parzelle", gleich, ob sie gekauft oder gepachtet ist. Der eine hat seinen Landsitz, der andere sein Häuschen mit Garten, der Nächste seine Wohnung, eventuell mit Schrebergarten. Jeder hat für seinen Teil oder sein Teilchen seinen Schlüssel und fühlt sich als Herr durch die Schlüsselgewalt. Jeder schließt also seine Parzelle vor dem anderen ab, was besagt: Betreten nur, wenn erlaubt.
Zu einer Parzelle gehören unter anderem auch Haus- und Stalltiere. Auch sie sind Eigentum des Besitzers. Der eine nimmt sich die "Freiheit", das Tier zu quälen, der andere verweichlicht es oder richtet es zu einem bestimmten Zweck ab. Zum Beispiel muß der Papagei oder der Wellensittich im Käfig die Worte sagen können, die ihm der Besitzer einhämmert; die Katze muß ihre Katzentoilette aufsuchen, und der Schmusehund muß unter Umständen Männchen machen oder darf nur an der Leine Gassi gehen. Auch die Tiere im Stall müssen sich so verhalten und müssen das tun, was der "Besitzer" will. Er bestimmt gemäß seiner Ansicht, was "Freiheit" ist, was er mit den Tieren macht, ob sie es so wollen oder nicht, da sie gekauftes Gut sind.
Die "Lieblings"-Tiere werden selbstverständlich nicht verzehrt, dafür so manches Stalltier; man liebt es eben weniger als die Schmusekatze. Anders gesagt: Man ist so frei, das eine Tier lebendig zu "lieben", vom anderen hingegen dessen Kadaver, den man dann verzehrt. Die "anderen" Tiere sind eben die "Schlachttiere", die Schweine, Kälber, Enten, Gänse, Truthähne, Hühner usw. Der "freiheitliche" Gaumen macht auch vor den Tieren des Waldes wie Hasen, Rehen und Wildschweinen keinen Halt. Auch so mancher Singvogel muß seine Freiheit lassen für den "freiheitlichen" Gaumen.
Die berühmte - oder vielmehr berüchtigte? - Freiheit liegt auch auf den Sparkonten, wird in Aktien, Wertpapieren und Beteiligungen an Großunternehmen oder Banken angelegt. Die Freiheit des Konzerns, Zehntausende von Mitarbeitern in die Arbeitslosigkeit zu entlassen, treibt seinen Aktienkurs steil in die Höhe. Freiheit, Freiheit, nichts als Freiheit! Oder doch Unfreiheit, Unfreiheit und Schuld? Schuld, nicht nur gegenüber anderen, sondern in bezug auf uns selbst, weil wir die göttliche Freiheit mißbrauchen durch Trenne, binde und herrsche. Wir bereichern uns also an Menschen, Tieren, Pflanzen, Mineralien, an der ganzen Erde.
Müssen wir aufgrund des Gesetzes "Aktion gleich Reaktion" die Rechnung für unsere sogenannte "Freiheit", die vielfach nichts anderes als Diebstahl ist, begleichen durch Schicksal, Krankheit, Not, Leid, durch Erdkatastrophen, dann geben wir Gott die Schuld an dem Übel, das letztlich durch u n s e r e üblen Werke ausgelöst wurde. Infolgedessen sind w i r die Übeltäter. Wir geben also Gott die Schuld für das, was w i r verursacht haben.
Wenn du mich noch anhören willst, dann möchte ich gerne im Gespräch fortfahren und die göttliche Freiheit in bezug auf uns Menschen beleuchten.
Kurt: Ich höre gerne zu, wenn ich auch skeptisch bin, wenn es um Gott und Seine Freiheit geht.
Gabriele: Ein Beispiel, um die göttliche Freiheit besser erläutern zu können:
Wie würdest du dich als Vater verhalten, der seinen Söhnen und Töchtern sein ganzes Vermögen, das ganze Erbe ungeteilt - also jedem alles - gab, so, wie es auch die Kinder wollten. Alle waren für das einheitliche Erbe, also für das ganzheitliche Vermögen, unteilbar, um das Ganze als Ganzes zu erhalten und zu vermehren. Nach einer geraumen Zeit entstanden Streitigkeiten, Unstimmigkeiten um die Rangfolge. Der eine, der größer sein wollte als die anderen, bestand darauf, das Erbe zu teilen. Andere schlossen sich ihm an. Der eine wollte einen Teil, um sein ausschweifendes Leben zu finanzieren, der andere, um es in der Spielbank einzusetzen und seinen Teil für sich persönlich zu vermehren.
Nehmen wir einmal an, du, Kurt, bist z.B. der Vater. Du mahnst deine Kinder, die Einheit zu wahren und das einheitliche Vermögen, das einheitliche Erbe, so, wie es als Ganzes überschrieben wurde, auch zu erhalten und zu vermehren.
Die Söhne und Töchter, die das Erbe aufteilen, also trennen und jeder einen Teil an sich nehmen, an sich binden wollen, hören wohl die mahnenden Worte des Vaters, doch sie wollen so, wie es ihnen beliebt. Was würdest du, werter Freund, als Vater dieser Kinder tun?
Kurt: Entweder würde ich sie enterben oder mit ihnen vor Gericht gehen, um das zu erzwingen, was ausgemacht war, oder ich würde sie von Haus und Hof jagen.
Gabriele: Du hast gar nicht das Recht, mit ihnen vor Gericht zu gehen oder sie von Haus und Hof zu jagen. Du hast ihnen doch alles überschrieben, sie als Erben eingesetzt. Damit sind sie zu Eigentümern geworden und können über ihr Eigentum frei entscheiden. Sie sind frei in ihrem Tun und Lassen, haben jedoch die Verantwortung für das, was sie tun oder lassen.
Gehen wir zurück auf Gottes Wirken:
Gott ist Geist. Der Geist, Gott, ist das allgegenwärtige, ewige All-Gesetz, der Ur-Strom der Unendlichkeit. Gott ist der ewige All-Lebensstrom für alles Sein.
Der Geist, Gott, schuf aus Sich Selbst Sich als die erste Form und nannte Sich Vater. Christen nennen Ihn auch Gott-Vater.
Damit es für dich ganz klar ist: Gott, der Geist, ist fließende Ur-Kraft. Gott, die Form, ist manifestierte Ur-Kraft; wir Menschen würden sagen: eine Person. "Form" bzw. "Manifestation" bedeutet: komprimierte All-Kraft; die Manifestation beinhaltet in potenzierter Form alle Kräfte und alle Seinsformen der Unendlichkeit. Anders gesagt: Die Form, das Geistwesen, ist komprimiertes Gesetz Gottes, komprimiertes Sein.
Gott-Vater ist also formgewordenes Sein aus Seinem allgegenwärtigen, ewigen Lebensstrom, auch Geist, All-Geist, All-Sein, Weltall-Geist oder auch Weltall-Gesetz genannt. Aus Seinem ewigen, allgegenwärtigen Gesetz, dem Ur-Lebensstrom, schuf und schafft weiterhin Gott-Vater Seine Kinder, die Söhne und Töchter des ewigen Reiches. Der geistige Körper Gott-Vaters und die geistigen Körper der Kinder Gott-Vaters sind formgewordenes, komprimiertes, ewiges Gesetz. Aus demselben ewigen Lebensstrom, dem All-Gesetz, schuf Gott-Vater das ewige Reich, die Himmel mit ihren geistigen Gestirnen; es ist das ewige Sein.
Den göttlichen Wesen, Seinen Kindern, vererbte Gott-Vater die ganze Unendlichkeit, alle Himmelsebenen mit ihren geistigen Formen, den Sonnen, Planeten, Welten und Naturreichen. Alles ist eine Energie-Einheit, die untrennbar ist. Durch das ganzheitliche Erbe sind den Kindern Gottes keine Grenzen gesetzt. Sie sind im Ur-Lebensstrom gegenwärtige Form.
Gott ist Geist, ist All-Gesetz, allgegenwärtiger Ur-Lebensstrom, der von Gott-Vater an Seine Kinder nicht vererbt wurde, denn der allgegenwärtige Lebensstrom ist gleichzeitig Schöpfungs- und Schaffungsenergie für die Söhne und Töchter der Himmel, um das Ganzheits-Erbe zu vermehren, also geistige Formen zu schaffen.
Ich wiederhole: Der fließende Geist, Gott, auch All-Gesetz oder allgegenwärtiger Lebensstrom genannt, ist nicht vererbbar. Gott ist allgegenwärtiges, ewiges Leben.
Einzig Gott, die Ur-Kraft, das Ur-Licht, der ewige Geist, ist also allgegenwärtig. Die Kinder Gott-Vaters sind, wie auch die Form "Gott-Vater", die "Person", gegenwärtig - und nicht allgegenwärtig -, weil die geistigen Körper komprimiertes ewiges Gesetz sind, also Form.
In der ganzen Unendlichkeit strömt das ewige, allgegenwärtige Gesetz, Gott, der ur-ewige Lebensstrom. Das allgegenwärtige, strömende ewige Gesetz, das auch die Schöpfungs- und Schaffungsenergie der Kinder Gottes ist, durchströmt und durchdringt sämtliche Himmelsebenen. Es ist der Odem, gleich Atem aller göttlichen Formen, auch der Gott-Vaters und aller Seiner Söhne und Töchter der Himmel. Durch beständiges Ein- und Ausatmen vermehrt Gott die Ur-Energie, den ewigen Lebensstrom. Dadurch dehnen sich die Himmelsebenen aus. Weil der Lebensstrom auch Schöpfungsenergie ist, entstehen in den himmlischen Ebenen weitere Sonnen, Planeten und geistige Naturreiche. Das Reich Gottes ist also in ständiger Ausdehnung, in ständiger Evolution, begriffen. Im ganzen All gibt es keinen Stillstand, weil der All-Geist, Gott, unermüdlich einatmet und in Sich Selbst weitere Energien schafft und diese den Bewohnern des Reiches Gottes zu weiteren Formgebungen wieder zuatmet.
Kurt: Das fasziniert mich. Als Hypothese, versteht sich. Mir fiel soeben ein: Es hat einmal einen griechischen Philosophen gegeben, Heraklit hieß er, der hat den Satz geprägt: Panta rhei - alles fließt. Aber entschuldige bitte, ich habe dich unterbrochen. Bitte, fahre fort.
Gabriele: Aus dem ewigen göttlichen Energiefluß entstehen auch weitere Kinder Gottes durch die Dualisierung der göttlichen Wesen. Die geistige Dualität zu beschreiben, die auf dem Polaritätsprinzip des ewigen Seins besteht, würde zu viel Zeit in Anspruch nehmen. Ich will nur andeuten, daß es im Reich Gottes Großfamilien gibt, natürlich nach dem Prinzip Gleichheit, Freiheit, Einheit, Brüderlichkeit und Gerechtigkeit.
Gott-Vater vererbte Seinen Söhnen und Töchtern die Unendlichkeit, alle Formen und formgewordenen Kräfte. Dadurch sind sie gegenwärtiges Sein, aber nicht allgegenwärtig; das ist Gott, der ur-ewige Lebensstrom.
Gott ist die unpersönliche Ur-Kraft, die nichts für sich will, die beständig gibt und die alle komprimierten Formen, Seine Kinder, gleich liebt und bedenkt. Jeder erhält gleich viel wie der andere - das ganze Erbe der Unendlichkeit. Daher bindet Gott nichts. Er ist die Freiheit.
Alle göttlichen Wesen haben die Ganzheit als einheitliches Erbe angenommen. So wurde es beschlossen, und so geschah es auch. Die Söhne und Töchter Gottes sind Erben aller formgewordenen Himmelsebenen und göttlichen Kräfte.
Im Laufe des Schaffens und Wirkens der Kinder Gottes begann der Fall einiger Wesen. Sie wurden Abtrünnige. Sie wollten, jeder für sich selbst, Energie, um für sich selbst auch ihnen Eigenes, also Persönliches, zu schaffen. Sie wollten also wie Gott sein.
Bei einem zyklischen Ausatmen des All-Geistes nahmen sich die Abtrünnigen, was ihnen an Energie zur Verfügung stand. Gott ließ sie gewähren; Er ließ dies zu, denn Gott-Vater hatte allen Seinen Kindern das Ganzheitserbe gegeben, das sie vermehren konnten und können, da ihnen der All-Geist in geistigenZyklen weitere Energien zuatmet. In dem Maße, wie sich einige Seiner Kinder an dem Ganzheitserbe bereicherten, konnten sie samt der ihnen verfügbaren Energie nicht mehr im Reich Gottes sein, denn das Reich Gottes ist unpersönliches Leben, unpersönliches Sein; es ist Gleichheit; sie hingegen begannen zu trennen. Das Reich Gottes ist Freiheit; sie jedoch wollten für sich persönlich schaffen, und jeder so viel, wie er entwenden konnte. Das Reich Gottes ist Einheit; sie aber wurden untereinander uneins durch das Trennen von ihren Nächsten. Das Reich Gottes ist Brüderlichkeit, gleich Geschwisterlichkeit; sie jedoch waren einander nicht mehr Geschwister, nicht mehr Brüder und Schwestern, sondern Feinde, da einige größer sein wollten als andere und auch mehr besitzen wollten als ihre Brüder und Schwestern. Das Reich Gottes ist Gerechtigkeit; durch die Trennung entwickelte sich die Ungerechtigkeit und das Rechthaben-Wollen. Auf diese Weise entstand das Prinzip des Gegensatzes: Trenne, binde und herrsche. Göttliche Wesen trennten sich also von ihren himmlischen Geschwistern, die das Einheitserbe erhalten und vermehren, und wurden so zu Fallwesen.
Die verfügbare Energie der abtrünnigen Wesen - die unter anderem aus Teilen von Planeten bestand - war deren Schöpfungs- und Schaffungspotential. Sie erkannten nicht, daß sie diese Energie vom ewigen Sein auf Dauer nicht abtrennen können. Sie waren der Ansicht, daß dieser Teil Energie, den sie unlauter erworben hatten, ihnen genüge, um allmählich alle Schaffungsenergien an sich zu ziehen. Weil ihre geistigen Körper komprimiertes ewiges Gesetz blieben, glaubten sie, über den All-Geist siegen zu können.
Was geschah in den ehemals göttlichen Wesen im Laufe der indirekten Trennung von Gott? Ganz allmählich verringerte sich die Strahlung ihrer göttlichen Körper. In der verfügbaren göttlichen Energie, mit der sie niedrigschwingende Formen schufen, blieb jedoch der All-Geist, das Prinzip Gleichheit, Freiheit, Einheit, Brüderlichkeit und Gerechtigkeit. In der verfügbaren Energie, mit der die heutigen formgewordenen Wesen, die Menschen, immer noch schaffen und manipulieren, blieb der All-Geist, der die Kommunikation zum ewig reinen Sein, zum Reich Gottes aufrechterhält.
Kurt: Verzeih, ich unterbreche den Fluß deiner Rede ungern, aber ich kann im Augenblick nicht mehr so ganz folgen. Ich bin an den Worten "Menschen schaffen und manipulieren" hängengeblieben. Dann sagtest du, daß in dem, was von Menschen "geschaffen und manipuliert" ist, trotzdem der All-Geist ist. Ich denke da gerade an Bomben und Kriegsmaterial, z.B. eine Atombombe. Die ist ja nun wirklich etwas extrem Negatives. Und damit sollte Gott, den du mir als DAS GUTE schlechthin geschildert hast, etwas zu tun haben? Ist Gott also doch auch negativ?
[...]
Kurt: Darin kann ich dir folgen. Die Energie also, die ich - negativ - schaffe und die ja nicht vergeht, kommt wie ein Bumerang zu mir zurück. Das leuchtet mir ein.
Gabriele: Also: Was der einzelne sät, das wird er auch ernten.
Ein Blick auf unsere Erde: Die Erde ist, als Ganzes gesehen, eine Einheit und somit im Einheitsgesetz der Schöpfung. Auf dem ganzen Planeten Erde ist, wenn wir ihn als Schöpfungsgebilde betrachten, alles fließend, ohne Grenzen. Die Natur geht fließend ineinander über. Je nach Klima leben entsprechende Tierarten und wachsen Pflanzen und Bäume. Das Wasser, das vom Meer aufsteigt, Wolken bildet, herniederregnet, in die Flüsse, Seen und Bäche strömt und wieder zurück zum Meer, kennt keine Grenzen. Die Wolken, die am Firmament ziehen, machen vor keiner Grenze, die Menschen zogen, halt. Sie regnen da und dort ab; sie fragen nicht, ob es uns Menschen angenehm ist oder nicht oder an welcher Grenze sie halt machen sollen.
Wir Menschen sind die Urheber von Grenzen durch das unersättliche "mein" und "mir". Auch die Flüsse und Seen binden sich nicht an unser Wollen, auch dann nicht, wenn wir Flüsse begradigen und Staudämme errichten. Irgendwann müssen wir unsere Ursachen als Wirkungen erleben, denn die Wasser richten sich, auf Dauer gesehen, nicht nach uns, die wir gegen die Schöpfungsgesetze verstoßen. Auch der Wind hält sich nicht an die von uns geschaffenen Grenzen; er bläst, wie und wo er will, oder er reißt ein, was wir ihm in den Weg gestellt haben. Alle Gestirne, die wir sehen oder nicht sehen, strahlen gemäß ihrer Lichtintensität und ziehen in ihren vorgegebenen Bahnen. Nichts, aber auch gar nichts im Kosmos weist die Strahlung eines Gestirns in Schranken. Alles ist eine Einheit, ein Strömen und Fließen. Es ist eine Kraft, die unermüdlich dem gibt, der keine Grenzen setzt. Wir können die beiden Kosmen, den feinerstofflichen Kosmos und den grobstofflichen Kosmos, durch unsere Eingaben in diese Gestirne nur belasten, sie aber nicht aus ihren Bahnen bringen.
In unserer Welt herrscht überall der Fallgedanke Trenne, binde und herrsche, was besagt: Teile die Erde in Parzellen auf, trenne dich von deinem Bruder, deiner Schwester, denke nur an dein Wohlergehen, und vermehre dein Hab und Gut zu deinem Wohl. Hast du viel Vermögen ergattert - einerlei, auf welche Art und Weise -, dann mache Weniger-Begüterte zu deinen Arbeitern; versklave sie, indem du ihnen - im Vergleich zu deinem Vermögen und zu deinem Besitz - geringen Lohn gibst. Binde sie an dich durch Verträge, und herrsche über sie, die sich in bezug auf Arbeit und Unterhalt von dir abhängig gemacht haben. Der eine ist immens reich, der andere läuft als gehobener Mittelständler mit und versucht, sich mit allen Mitteln - legal oder illegal - hochzuranken. Er blickt sehnsüchtig zu dem auf, der auf der Leiter der Vermögenden einige Sprossen höher steht. Wieder andere sind die Armen und die Untersten die Ärmsten der Armen. Jeder, ob arm oder reich, möchte vom "Kuchen des Glücks" ebenfalls profitieren. Daraus entwickelten sich Unzufriedenheit und Haß.
Die Auswirkungen dieser Ungleichheit sind zuerst die Kleinkriege in den Familien und am Arbeitsplatz. Es geht weiter vom Diebstahl bis hin zum Verbrechen jeglicher Art, bis zu den Landeskriegen und Weltkriegen. Brüder stehen sich gegenüber und bekämpfen sich. Einst waren sie Wesen in Gott, in Seiner großen Einheit und Freiheit, und waren sich eins mit den Wesen des Reiches Gottes, gleichsam im Einheitsverbund als Erben der Unendlichkeit. Jetzt rangeln und kämpfen die Kleingeister, die Menschen, um ein Stück Land, kämpfen gegen ihre Brüder, um eine Stadt oder ein ganzes Land zu erobern und ihre Geschwister zu unterjochen. Brüder begehen Bruder- und Schwestermord und wissen nicht, daß sie im Grunde gesehen alle unendlich reich sind. Weil sie in der Illusion leben, sterben sie auch in der Illusion.
In Wirklichkeit hört nur der Mensch zu atmen auf; die Seele, der feinerstoffliche Leib, der die Hülle, den Menschen, abgelegt hat, atmet weiter, weil Gott in allem das ewige Leben ist, das nicht zerstört werden kann. Die Hülle geht, wie schon gesagt, in die Erdsubstanzen über. Im feinerstofflichen Leib, im Seelengrund der Seele, ist das komprimierte ewige Gesetz, das unveränderlich bleibt. Die Last, die heruntertransformierte Energie aus dem verfügbaren göttlichen Erbe, nennen Christen auch Sünde. Diese belastet auch die Seele und muß von dieser oder vom Menschen irgendwann in göttliche Energie umgewandelt werden. Die feinerstoffliche Form, die Seele, wird einst wieder zum feinstofflichen göttlichen Wesen - dann, wenn die belastete Form, Seele oder Mensch, mit Hilfe der Allkraft, Gott, die verfügbare und von ihr heruntertransformierte Energie umgewandelt und wieder in das göttliche Erbe eingebracht hat. Wann und wie, und sei es nach vielen Wiederverkörperungen, bleibt - gemäß dem freien Willen - jedem Wesen selbst überlassen.
Ich wiederhole: Aus dem Ganzheitserbe ergibt sich die Freiheit. Jeder kann sich verhalten, wie es ihm beliebt, doch jeder trägt für sein Tun und Lassen die volle Verantwortung.
Wer seinen Bruder beraubt, sich also das aneignet, was diesem gehört, der kann sicher sein, daß nach dem Gesetz Aktion gleich Reaktion ihm dies irgendwann genommen wird. Und wer seinen Bruder oder seine Schwester ermordet, dem widerfährt irgendwann das gleiche. Wer Schätze hortet und andere hungern sieht, wird eines Tages selbst hungern. Wer seinen Bruder per weltliches Gesetz in den Krieg gegen seinen Bruder schickt, wird einst selbst im Krieg das erleben, was andere durch ihn erleiden mußten. Das ganze wird als "Ursache und Wirkung" bezeichnet oder als "Saat und Ernte" oder auch "Aug’ um Aug’, Zahn um Zahn" oder "Aktion gleich Reaktion".
Gott greift nicht ein, weil alle reinen Wesen göttlich und frei sind und alle Seelen und Menschen das Göttliche in sich tragen, das gesamte Erbe der Unendlichkeit. Gott wird, wie gesagt, keinem Menschen, keiner Seele etwas nehmen, das Er gegeben hat, einerlei, wie sich der Mensch gebärdet.
Gott-Vater greift also nicht in die Willkür der Menschen ein. Er schickt auch kein himmlisches Heer in diese Welt, um das Gegensätzliche zu vernichten. Damit würde Gott Sich selbst richten und sich als der ungerechte Gott erweisen, denn wer hat sich nicht verschuldet am Erbe der Unendlichkeit?
Ich wiederhole: Gott hat Seinen Kindern die Unendlichkeit vererbt und sie somit zu göttlichen Wesen gemacht und sie Sich als formgewordenem Wesen gleichgestellt, bis auf die Allgegenwart, die der Lebens-, gleich Atemstrom ist. Für Gott-Vater sind und bleiben Seine Söhne und Töchter göttliche Wesen, ob sie heute Seelen oder morgen Menschen sind. Irgendwann kehren sie als reine Wesen wieder zurück zu Gott, weil das Urprinzip, Gott, ihr Ursprung ist und ihr Ursprung bleibt.
Gott, der ewige Geist, mahnte und mahnt durch Seine Propheten. Er gab durch den Propheten Mose die Zehn Gebote, durch Jesus, den größten Propheten, die Lehren und den Weg hin zum Gesetz der Liebe und Einheit, hin zum Einheitsbewußtsein, das gleich das Einheitserbe ist. Jesus lehrte auch die Bergpredigt, die ebenfalls zur Einheit und zur Freiheit führt. Der Mensch, der Jesus nachfolgt, nimmt schrittweise wieder das göttliche Erbe an, das die Einheit und Freiheit beinhaltet. Das ist der Weg zur Reinwerdung der Seele, die dann als wieder reines Wesen allen Wesen des Reiches Gottes gleichgestellt ist.
Durch viele erleuchtete Männer und Frauen mahnte Gott. Auch heute mahnt der Ewige und lehrt uns Menschen wieder den Weg zur Einheit, den Weg über die Versöhnung mit unserem Bruder, unserer Schwester. Er lehrt uns aber auch, was Gnade und Barmherzigkeit bedeuten und daß diese erhebenden und verzeihenden Gotteskräfte erst dann wirken können, wenn der Mensch sich mit seinen Mitmenschen versöhnt und durch die Läuterung seiner Seele den göttlichen Prinzipien zuwächst: Gleichheit, Freiheit, Einheit, Brüderlichkeit und Gerechtigkeit, die der reifen Seele das Reich Gottes erschließen und die Einheit mit Gott, unserem ewigen Vater.
Wenn du von den "christlichen" Kirchen mit all ihrem Glitzer, Gehabe und Reichtum sprichst oder von den sogenannten christlichen Parteien, dann sollte dir bewußt sein, daß dieses Rankenwerk mit der Garnierung "christlich" ein Mißbrauch des Namens des Jesus, des Christus, ist und das Ganze mit Gott oder Christus nichts zu tun hat. Wie schon gesagt: Gott greift nicht in den freien Willen Seiner Kinder ein. Doch eines sollte uns bewußt sein: daß Gottes Mühlen langsam mahlen. Es ist das Gesetz von Saat und Ernte. Jede Ursache, die einmal durch unsere gegensätzlichen Aktionen geschaffen ist, kommt irgendwann zur Wirkung, zur Reaktion, wenn wir sie nicht rechtzeitig erkennen, bereuen und bereinigen wollen; denn bevor uns Gegensätzliches trifft, mahnen viele Vorboten. Unser Gewissen ist der Maßstab, der uns sagt, was gegen Gott ist, daß uns letztlich nach dem Gesetz keine Wirkung ohne Ursache trifft.
Im Wandel der Rollenverteilung durch die Reinkarnationen wird irgendwann jede Seele oder die immer wiederkehrende Seele, die in einer ihr gemäßen Hülle verkörpert, also Mensch ist, erkennen, daß ihr Weg zurück zur Einheit der einzige Weg zur Freiheit ist, wo es weder Trennen noch Binden noch Herrschen gibt, sondern das Gesetz Gottes, das Liebe ist. Das kann auch wie folgt ausgedrückt werden: Verbinde, und sei.
Werter Gesprächspartner, ich hoffe, daß dich meine Ausführungen nicht gelangweilt haben. Ohne dieses geistige Allgemeinwissen, das für mich Wahrheit ist und das die Wahrheit ist, könnte ein Mensch, der nach Gerechtigkeit sucht und danach strebt, kaum existieren. Er würde an Gott und dieser Welt verzweifeln.
Kurt: Werte Gesprächspartnerin, ich danke dir für diese Darlegungen; sie haben mich nicht gelangweilt. Ich kann sie nur nicht ganz verstehen, also nicht erfassen. Dennoch will ich nicht werten. Ob das die Wahrheit ist - ich halte mich da her-aus. Kritische Distanz zu bewahren, hat noch nie geschadet.
Bei deinen Ausführungen kam mir folgendes Bild: ein Regentropfen, der in kältere Zonen fällt, der kristallisiert und zu einer Schneeflocke oder zu einem Eiskristall wird. Es kommt mir so vor, als könnte diese Metamorphose quasi ein Gleichnis für die Vorgänge der Menschwerdung sein, wie du sie geschildert hast.
Lassen wir das, was du hier gesagt hast, unerörtert stehen, denn ich habe noch viele Fragen, die immer wieder das Warum beinhalten. Vielleicht ergeben sich daraus weitere bildhafte Analogien, die mich deine Darlegungen über die Menschwerdung besser verstehen lassen.
Du sagst, der menschliche Körper sei lediglich eine Hülle, in welcher eine Seele wohne und in deren Urgrund der "All-Geist" sei. Gilt das für alle Menschen?
Wenn ja, dann wäre jeder Mensch ein Tempel Gottes? Ich kann mich vage erinnern, daß du auch bereits etwas in der Richtung gesagt hast. Weitere Frage: Gesetzt den Fall, das gälte allgemein - bliebe der sogenannte "All-Geist" auch in Dieben, Verbrechern, Mördern etc.? Auch solche Typen sollen Tempel Gottes sein? Geht das mit der sogenannten göttlichen Freiheit nicht zu weit? Willst du mich verkohlen? Ich will dir sagen, daß ich mich für das Gespräch mit dir gerüstet habe. Nicht ohne weiteres falle ich auf Aussagen herein, die ich nicht nachvollziehen kann.
Gabriele: Dich zu täuschen, gar zu "verkohlen", liegt mir wahrlich nicht. Ich orientiere mich an den Worten des Jesus, des Christus; sie sind für mich die Wahrheit.
Darf ich dir meine Aussage, daß alle Menschen ohne Ausnahme, also auch Diebe, Verbrecher, Mörder etc., Tempel Gottes sind, durch einen "bildhaften" Vergleich näher erläutern?
Wir alle wissen, daß es vielerorts Müllhalden gibt. Jede Müllhalde eines Ortes oder einer Stadt ist je nach Größe des Ortes und der Lebensgewohnheiten der Menschen angelegt und beinhaltet den entsprechenden Unrat. Wie würdest du einen Müllberg einschätzen, auf dessen Grund ein kostbarer Schatz von unermeßlichem Wert liegt? Wäre die Müllhalde für dich wertlos, oder gewänne sie für dich, der du um den Schatz weißt, nicht vielmehr einen einmaligen Wert? Sicherlich würde dich nicht der Unrat interessieren, sondern der Schatz auf dem Grund des Müllbergs.
Derjenige, der um den Schatz nicht weiß und dem es soweit gut geht, der z.B. angesehen und reich ist, der mit seinen Aktien jongliert, um immer reicher zu werden, den wird der Berg Müll wenig interessieren. Ein anderer hingegen, der sehr arm ist und oftmals nicht weiß, was er heute oder morgen essen soll, oder der Kleidung und Schuhe benötigt - für den hat der Müllberg den jeweiligen Wert. Solche Menschen richten ihre Aufmerksamkeit auf die Müllhalde, in der Hoffnung, das zu finden, was sie dringend benötigen.
Wer nicht weiß, was der Müllberg birgt, der lädt weiter seinen Unrat ab oder sucht nach dem Passenden für sich.
Wenn du nun das Bild der Müllhalde auf die ganze Menschheit beziehst und auf jeden einzelnen Menschen anwendest, wirst du eventuell verstehen, was der ewige Geist, welcher der Schatz des Seins ist, mit dem Tempel meint, der jeder Mensch ist.
In jedem Menschen ist dieser unermeßliche Schatz - eine einmalige Kostbarkeit. Der Schatz, die Kostbarkeit, ist das ewige Leben, das Glück, die Geborgenheit im Reich des Seins, der Friede und nicht zuletzt die göttliche, universelle Liebe. Das Leben, der Schatz, ist das ewige, kosmische Sein, das universelle, ewige Gesetz, das göttliche Erbe der göttlichen Wesen. Um diese Kostbarkeit liegt das menschliche Ego, das Trenne, binde und herrsche. Der Schatz ist also von dem Allzumenschlichen, dem Müll, umschlossen.
Jeder hat seinen Müllberg. Es ist das, womit sich die meisten Menschen beschäftigen. Die Masse der Menschen befaßt sich mit dem Unrat, dem Abfall, und jeder mit seinem egozentrischen Abfallprodukt, seinem Ich, das mit dem Schatz, dem Göttlichen, dem Gesetz der Gleichheit, Freiheit, Einheit, Brüderlichkeit und Gerechtigkeit, nicht in Einklang zu bringen ist. Das Ego drückt sich im "mein" und "mir" aus, was besagt: "Alles nur für mich".
Die meisten Menschen, ob reich oder arm, sind der Meinung, sie seien das A und O, das Alpha und das Omega. Die Reichen dieser Welt tragen um ihr göttliches Erbe ebenso den Unrat des niederen Ichs wie die Armen und die Ärmsten der Armen, nur daß sich der Müllberg der Reichen in Form von "Reich-Sein", von Aktien, Gütern, Geld und Ansehen, darstellt. Die Armen müssen sich mit einem vergleichsweise geringen Lohn begnügen, für den sie den Reichen Dienste leisten, wobei ihre Gedanken und Worte in bezug auf die Arbeitgeber nicht gerade vom Schatz, dem Edelstein, geprägt sind. Die Ärmsten betteln um ein Stück Brot. Wie gesagt, die Reichen beschäftigen sich mit Ak-tien, jonglieren damit an den Börsen, um ihr Vermögen zu steigern. Das arbeitende Volk protestiert und kämpft um einige Prozente mehr Lohn. Ob "groß" oder "klein", ob "reich" oder "arm" - jeder will vom "Kuchen" ein entsprechendes Stück, je größer, um so besser.
Ein weiteres Bild als Vergleich: Wie würdest du es halten, wenn du ein Bild bekämst, z.B. mit einer blühenden Landschaft, und du wüßtest, daß die Grundsubstanz des Bildes ein Gemälde von Van Gogh ist? Dir wird bewußt, daß über diesem Gemälde drei bis vier Farbschichten verschiedener Art liegen, also Bilder von unbedeutendem Wert. Was würdest du tun?
Kurt: Ich würde einen Fachmann, einen Restaurateur, zur Hilfe nehmen, der die wertlosen Bilder, die über das wertvolle Gemälde gepinselt wurden, behutsam ablöst, also Schicht für Schicht abträgt.
Gabriele: Werter Gesprächspartner, ähnlich ist es mit dem Urgrund der Seele, der Seele und dem Menschen. Um das in Vergleich zum Göttlichen zu setzen, ist der Urgrund der Seele das Bild von Van Gogh; was darüberliegt, die verschiedenartigen Bilder, die Farben und Formen, wurde von Menschen geschaffen, die unter Umständen nicht wußten, welch kostbares Gemälde sie in ihrem Besitz haben. Wer darum weiß und sich dessen bewußt ist, wer sich mit der wertlosen Malerei allzumenschlichen Ichs nicht mehr begnügt, der wird Schicht für Schicht das fade, unschöne Ego abtragen.
Im Seelengrund liegt also das göttliche, ewige Erbe des einzelnen, das unendliche Licht, die ewige Heimat, das Glück, die Geborgenheit, die Freiheit, also die Prinzipien des Seins. Der "Fachmann" ist z.B. der Prophet des Ewigen, es sind erleuchtete Männer und Frauen, die um den Schatz wissen und die wissen, wie die Schichten der wertlosen Ego-Bilder abgelöst werden können, um zum Urgrund der Seele zu finden, zum wahren Selbst. Wer mit den oberen Schichten, mit dem eventuell geringfügigen Wert dieser Bilder zufrieden ist, obwohl er weiß, daß die Ur-Substanz des Bildes ein Gemälde von Van Gogh ist, gleichsam im Urgrund der Seele das wahre Wesen ist, und sich nicht die Mühe macht, dieses zu erreichen, der wird immer mehr Staub auf die obere Schicht des Bildes, gleichsam auf die Hülle Mensch legen und sich damit beschäftigen und begnügen.
Kurt: Wenn ich deinen Hypothesen einmal folge: Kommt dann, wenn der Mensch stirbt, nicht automatisch der "Van Gogh" zum Vorschein, und die darübergemalten Bildschichten gehen mit dem physischen Körper den Weg der Verwesung?
[...]
Die Lebensregeln für ein ethisch-moralisch hochstehendes Leben, das der Wiedererschließung des ewigen Erbes im Urgrund jeder Seele förderlich ist, sind die Auszüge aus dem allumfassenden Gesetz, Gott, die Zehn Gebote Gottes und die Bergpredigt Jesu. Sehr wenige Menschen sind sich bewußt, daß sie der Tempel Gottes sind und daß nur das Leben nach den Geboten und der Bergpredigt zählt, alles andere hingegen nur Ballast und Last für die Seele ist.
Unsere Gesellschaft ist eine Profitgesellschaft. Es zählt das Geld und das Ansehen. Die Wohlhabenden und Angesehenen, einerlei, welcher gesellschaftlichen Rangordnung sie angehören, ob Politiker oder kirchliche Hochwürden, sind darauf bedacht, das Volk, gleich wie, in der Abhängigkeit zu halten. Dazu dienen vor allem die kirchlichen Traditionen. Es sind jedes Jahr dieselben ritualen Abläufe, in die das Volk eingebunden wird, um ihm vorzugaukeln, daß das zum großen Ganzen, zur "Einheit", gehöre - in Wirklichkeit nur zum Schaugepränge der Großen, zum "Trenne, binde, herrsche". Ohne über die Ungleichheit in Kirche und Gesellschaft nachzudenken, leistet die Masse der Menschen ihren Tribut, wodurch die Reichen immer reicher werden und das Volk immer ärmer.
Der Gegenspieler Gottes ist gegen die göttlichen Prinzipien, denn diese einen und führen zum göttlichen Erbe, das das Einheitserbe aller Wesen in Gott ist. Er ist immer darauf bedacht, kostbare Energien, die sich unter Umständen Menschen durch schrittweise Erfüllung der göttlichen Prinzipien wieder erworben haben, an sich zu reißen und - im weltlichen Sinne gesprochen - zu "verbraten". Deshalb setzt er alles daran, die Menschen immer wieder zu verführen, um gegensätzliche Energien zu produzieren, die Ungleichheit zu schaffen oder aufrechtzuerhalten. Sein ganzes Bestreben ist, die Müllhalden menschlichen Egos immer größer werden zu lassen, in der Hoffnung, daß eines Tages alles aus den Fugen gerät und die "Müllberge", der Abfall, gleich Fall, der sich um den Schatz gelegt hat, das Ungleiche, das niedere, egoistische Ich, sich ganz und gar, mit Seele, Haut und Haar, ihm, dem Gegenspieler, darbringt.
Alle, die so denken wie der Gegenspieler Gottes, der Dämon, täuschen sich, denn nach den ehernen, ewigen Gesetzen können weder das egoistische Ich noch der Dämon den Schatz heben. Er gehört dem ewigen Sein an, dem Reich Gottes, das die Seele nicht betreten kann, solange Seele und Mensch die göttliche Kostbarkeit, das göttliche Erbe, nicht durch das Leben nach den göttlichen Prinzipien erschließen. Der Verführer, der Gegenspieler Gottes, gibt so lange nicht auf, an den Schatz heranzukommen, als ihm Menschen zu Willen sind. Um den Energiefluß umzuleiten und denen zuzuführen, die ihm - bewußt oder unbewußt - dienen, schuf er das personenbezogene Gesetz: Trenne, binde und herrsche. Er stufte die Menschen in Klassen ein, um jeden, der sich ihm durch sein gegensätzliches Fühlen, Empfinden, Denken, Reden und Handeln zuwendet, entsprechend steuern zu können.
Aufgrund des Prinzips der Ungleichheit gab und gibt es Reiche, Arme und Ärmste. Diese Steuerungsfaktoren ermöglichen es dem Widersacher Gottes, einen gegen den anderen auszuspielen, jeden gegen jeden aufzubringen, so daß jeder sein Ego verteidigt, woraus sich die Trennung gegenüber seinen Mitmenschen ergibt, was unter anderem bedeutet, daß jeder nur darauf bedacht ist, aus allem für sich Kapital zu schlagen.
Das ist der Wille des Dämons, des Gegenspielers Gottes. Er ist bestrebt, einen gegen den anderen aufzuwiegeln. Was dadurch an gegensätzlichen Kräften von den einzelnen produziert wird, ist sein Lebenselixier, die Energie, von der er lebt. Die Drehscheibe dieser Energie heißt: Immer nur ich, ich, ich! Alles dreht sich um das Persönliche. Ist die Habe noch so gering, es heißt doch immer: Alles nur für mich! Ich bin das Alpha und Omega. - Das schafft zum einen die Trennung und zum anderen wieder Bindung an die Herrschenden, so daß diese die Unterwürfigen und Untergebenen beherrschen.
Das satanische Prinzip führt immer zu Unfrieden. Es ist die Ungleichheit, in die die Masse des Volkes eingebunden ist. Die ohne zu denken mitschwimmen, machen mit, denn jeder hofft, irgendwann die Leiter zum Erfolg zu erreichen, um höherklettern zu können.
Es ist geradezu natürlich, daß die Reichen und Angesehenen für die äußere Religion sind, der sie auch angehören. Mit der Tradition und der Androhung der ewigen Verdammnis versuchen die kirchlichen "Würdenträger", die Masse des Volkes gefügig zu halten, denn wer will schon als Seele ewig schmoren? Die Reichen und die Macher in den Großkonzernen - einerlei, welchen Grades des Reichseins und gesellschaftlichen Standes - brauchen treue Untergebene, also Arbeiter, gleich welcher Finanzklasse.
Diesen Zwecken dient unter anderem die Angstmacherei in den äußeren Religionen. Es bedurfte also des Glaubens an die Götter, gleich Rachegötter, die ihre Keulen schwingen, in der Androhung des Fegefeuers oder der ewigen Bestrafung durch die ewige Verdammnis, die einer Todesstrafe gleichkommt: ausgeschlossen von der Kindschaft Gottes, verstoßen von Gott selbst - geistig tot in alle Ewigkeit. Wer daran glaubt, der duckt sich.
Nach den ersten urchristlichen Gemeinden baute sich die "christlich" angehauchte Staatskirche auf, welche in ihr religiöses Gebäude die ewige Verdammnis einbaute. Im gleichen "religiösen" Staatskirchenbau wurde auch die Säuglingstaufe eingeführt, die der Staatskirche ein gewisses Recht einräumt, ihre getauften Kinder nach ihren "religiösen" Anordnungen zu belehren, sie gleichsam zu "Kirchenrekruten" auszubilden, die dann, wenn sie in das Arbeitsverhältnis eintreten, die entsprechenden Leistungen bringen, zum ersten finanzieller Art, z.B. als Kirchensteuer, zum zweiten - und das ist sekundär - die "religiösen Anordnungen" befolgen.
Für die kirchlichen Amtsträger ist gerade heute die Kirchensteuer das Maßgebende, denn sie ist für die laufenden Einnahmen notwendig. Der bereits vorhandene Reichtum der Kirche besteht außer Aktien und Wertpapieren aus Diebesgut, das sie unter anderem durch kirchlich "gesegnete" Landsknechte auf grausame Art und Weise von Indianern und sogenannten Ketzern rauben ließ. Um das Ganze in eine Form zu bringen, um ihre Religion und ihren Anspruch auf Geld und Gut zu erhalten und zu vermehren, setzten sie auf das i das i-Tüpfelchen: die ewige Verdammnis, die "Todesstrafe" der "armen" Seelen, wenn diese als Menschen nicht der "allein seligmachenden Gnade" angehörten.
Die Staatsdiener, vor allem die in den höheren Rängen, wurden immer mehr zu Abhängigen dieser sogenannten "christlichen" Religion, da sie ausführten, was ihnen kirchliche Obrigkeiten einhauchten, wie z.B. im Mittelalter, sogenannte Ketzer und Hexen zu foltern und zu töten. Alles, was der "Geistlichkeit" im Weg stand, mußte weggeräumt werden. Das war die Kultur der kirchlichen Institutionen. Ähnlich ist es auch heute noch. Sie hauchen den Staatsdienern nicht mehr den Tod Andersdenkender ein, sondern hetzen auf andere Art und Weise, um die unliebsamen Nachfolger des Jesus von Nazareth an den Rand ihrer Existenz zu bringen. Das ist die kirchliche "Kultur" von heute, die sie dem Staat immer wieder überzustülpen versuchen. An die Lehre Jesu denkt man erst ganz zuletzt, dann, wenn man Seinen Namen gebrauchen, gleich mißbrauchen kann, um die Masse zu blenden.
Die Vertreter beider Klassen, Kirche und Staat, sind sich - wie man bei Staatsempfängen sieht - einig. Sie sitzen tatsächlich, wie du schon sagtest, wie zu Zeiten Jesu in den vordersten Reihen - was schon Jesus angeprangert hat -, und das Volk wie eh und je hintan. Für die Reichen beider Klassen, ob Kirche oder Staat, ist es von Bedeutung, daß man zum einen das Volk klein hält, und sei es mit der ewigen Ver-dammnis, es zum anderen zur Arbeitsamkeit anhält. Die "Großen" kann man den Drohnen gleichsetzen; sie lassen es sich auf Kosten anderer gutgehen. Wer sich anmaßt, aufzubegehren oder gar vom großen "Kuchen" mehr zu wollen, oder - o Schande! - sich auf die urchristliche Lehre besinnt, wird unter das staatliche Auge genommen, und die, die Urchristliches im Sinne haben, als gefährliche "Sekte" verschrien, die man am liebsten - wie zu allen Zeiten - vom Staatsgefüge ausgegrenzt sehen möchte.
In dem Text eines Liedes von Reinhard Mey gibt es eine Passage, die auf die "Allmächtigen" in Kirche und Staat und auf das buckelnde Volk zugeschnitten ist. In dem Lied "Sei wachsam" heißt es unter anderem:
Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm:
Halt’ du sie dumm - ich halt’ sie arm!
Kurt: Zu unserem Thema möchte ich dir eine Passage aus dem "Großinquisitor" von Dostojewski vorlesen, die ich mir angestrichen habe. Diese Aussagen gehen konform mit meinem Gedankengut.
Der Großinquisitor spricht zu Jesus: "... So werden wir, wir ihnen den Turm zu Ende bauen; denn der baut ihn auf, der die Menschen satt macht, und wir werden sie satt machen in Deinem Namen - denn so wollen wir es dann sagen und lügen, daß es in Deinem Namen geschehe. Niemals, zu keiner Zeit werden sie ohne uns den Hunger stillen. Nie wird ihnen eine Wissenschaft das Brot geben, solange sie frei bleiben, und das Ende wird sein, daß sie uns ihre Freiheit zu Füßen legen und zu uns reden werden: Macht uns, wenn es nicht anders geht, zu euren Knechten, aber macht uns satt! Sie werden endlich selber einsehen, daß die Freiheit und das Brot, beide zusammen, nicht denkbar sind, denn niemals werden die Menschen das Brot untereinander zu teilen verstehen. Zudem werden sie sich davon überzeugen, daß sie auch darum nicht frei sein können, weil sie kleinmütig, lasterhaft und nichtig sind und voll von Empörung stecken."
Der Großinquisitor sprach weiter zu Jesus: "Du hast ihnen das Himmelsbrot versprochen, aber ich wiederhole: Kann dieses Himmelsbrot sich in den Augen eben dieses schwachen, ewig lasterhaften und ewig undankbaren Geschlechtes mit dem irdischen Brot vergleichen? Und wenn Dir auch im Namen des Himmelsbrotes Tausende und Zehntausende folgen, was geschieht dann mit den Millionen und Zehntausendmillionen von Schwachen, die nicht die Kraft haben, das irdische Brot von sich zu weisen und dafür das himmlische zu nehmen? Sprich, sind Dir vielleicht nur die zehntausend Starken und Großen lieb, und sollen die Millionen, die zahllos wie der Sand am Meer und schwach sind, aber Dich lieben, sollen diese nur Stoff sein in der Hand der Großen und Starken? Nein, uns sind auch die Schwachen lieb. Freilich sind sie Sünder und Empörer, aber schließlich werden sie doch den Gehorsam lernen. Und sie werden uns anstaunen und darum für Götter halten, weil wir, nunmehr die Herren, darin eingewilligt haben, die Freiheit, vor der sie zurückgeschreckt sind, auf uns zu nehmen und also die Herrschaft zu führen - so entsetzlich wird es für sie geworden sein, frei zu sein. Wir aber werden zu ihnen reden, daß wir Dir gehorchen und in Deinem Namen herrschen. Wir werden sie abermals betrügen, denn Dich werden wir nun nicht mehr zu uns einlassen."
Gabriele: Wie treffend hat Dostojewski den Plan der Dämonen und ihre Hinterlist dargelegt! Wer den Sinn der Worte des Großinquisitors erfaßt und die Masse der Menschen an dessen Aussagen mißt, der wird das befolgen, was in der Johannes-Offenbarung steht: Gehet hinaus aus ihr, Mein Volk, daß ihr nicht teilhabt an ihren Sünden und nichts empfangt von ihren Plagen.
Kurt: Mir war schon immer schleierhaft, was es damit auf sich hat, daß die Katholiken ein Kruzifix haben. Zu Ostern dachte ich immer wieder - bis ich abschaltete -: "Jetzt singen die Katholiken Jesus lebt, mit Ihm auch ich. Sie feiern also Jesu Auferstehung ..." Jedoch das Kreuz mit dem Gekreuzigten blieb, was beweist: Jesus war also nur theoretisch auferstanden - jedenfalls in der katholischen Kirche.
Als ich noch kirchlich orientiert war, wurde mir fast übel, wenn ich den leidentstellten Körper an dem Kreuz sah, das der Papst wie ein Vermächtnis - oder wie eine Beschwörung - vor sich hertrug. Sehr oft regte ich mich darüber auf, was zu Diskussionen mit meiner Mutter führte. Bei unserer letzten und sehr heftigen Diskussion über den "Auferstandenen" und über das Kruzifix, vor allem über den zermarterten Leichnam am Kreuzesstab, den der Papst vor sich herträgt, schleuderte sie mir folgende Worte ins Gesicht, die ihre Kapitulation waren: "Das ist eben Tradition!" Das war unser letztes Gespräch.
Also Tradition - und nicht Wahrheit!
Ich dachte mir: Was ist nicht alles Tradition - Osterlamm, Osterhase, geweihtes Fleisch, geweihtes Wasser et cetera pp. Jetzt dämmert es mir: Soll das Kreuz mit dem leiddurchsetzten Körper den Sieg über den Auferstandenen bedeuten? Soll das Kreuz mit Korpus, das zur katholischen Tradition erhoben wurde, bedeuten, daß sie Jesus traditionell, also solange die katholische Amtskirche besteht, nicht mehr zu sich hereinlassen, da sie, wie Dostojewski sinngemäß sagte, seine Lehre "verbessert" und ihren Gläubigen die Freiheit abgenommen haben?
Jetzt verstehe ich die Kapitulation meiner Mutter: "Es ist eben Tradition." Das heißt: Es ist eben so; an der Tradition bleibt alles hängen. Man soll nicht weiter darüber nachdenken, weil die katholische Kirche den Menschen das Denken abgenommen hat, also deren Freiheit, freiheitlich zu denken, freiheitlich zu leben, freiheitlich zu entscheiden. Wer sich die Freiheit herausnimmt, freiheitlich zu denken, der ist nach kirchlich-institutioneller Aussage ewig verdammt.
[...]
Kurt: Auch du wohnst im bayerischen Kirchenstaat! Hast du dir diesen Wohnort ausgesucht?
Gabriele: Es ist egal, wo man wohnt. Das kirchliche Zepter Geld und Macht regiert überall hinein, wo Machthungrige an der Macht sind.
Kurt: Werte Gesprächspartnerin, du bist - wie man so sagt - nicht ganz ohne. Deine Vergleiche sind haarscharf! Das mit dem sogenannten Tempel, der der Mensch sein soll, habe ich verstanden. Daß in jedem Menschen der große "ewige" Schatz liegt, kann man glauben oder nicht. Nun, wir können beide unsere Sichtweise nicht beweisen - du nicht, daß es so ist; ich nicht, daß es nicht so ist.
Stimmt das, was du sagst, dann leuchtet mir ein, daß eine eventuelle höhere Intelligenz in das Weltchaos nicht eingreift. Wir haben das Chaos geschaffen, das auch wir - so, wie du es geschildert hast - selbst entwirren müssen. Das ist eigentlich ganz logisch. Doch wer entwirrt für wen das Chaos, wenn einer stirbt, bevor er seine chaotische Hinterlassenschaft entwirrt und weggeräumt hat?
Gabriele: Wie schon gesagt, ist jeder für sein Tun und Lassen selbst verantwortlich. Infolgedessen kann keiner dem anderen sein Chaos übertragen, auch nicht durch den Leibestod.
Obwohl viele Menschen in sogenannten hochstehenden Kreisen als intellektuell gelten und sogar als intelligent bezeichnet werden wollen und sich als analytische Denker bezeichnen, werden sie dann total unlogisch, wenn es unter anderem darum geht, sich die Aussagen der Wissenschaft zu eigen zu machen, daß alles Energie ist und keine Energie verlorengeht oder daß auf jede Aktion eine Reaktion erfolgt.
Sobald es um das Persönliche geht, sind die meisten Menschen nicht nur engstirnig, sondern, wie gesagt, auch unlogisch. Jeder hat dann die tollsten Argumente, die immer darauf abzielen, zu überzeugen, wie gut er sei, z.B. "Ich bin nicht so schlecht wie der andere" oder "Ich tue nichts Böses" oder "Der andere ist der Schuldige, der andere ist der Charakterlose" oder "Der andere ist der Feind des Guten" und vieles mehr.
Wer sich selbst zum "besten" Menschen hochstilisiert und keinen weiteren Egotrumpf mehr in der Tasche hat, der nimmt als letzten Trumpf den "Glauben" in Anspruch, in der Hoffnung, daß der Kirchenmann durch die Beichte "alle Sünden tilgt" oder, wenn dies nicht mehr möglich ist, durch die "Letzte Ölung" alles hinwegnimmt. Der Kirchenmann ist jedoch selbst ein Sünder. Jesus hat nicht gelehrt, daß Sünder anderen Sündern die Sünden vergeben können, die sich gegen Dritte - also nicht gegen den Kirchenmann - versündigt haben. Jesus lehrte, daß Menschen, die miteinander in Unfrieden leben, einander vergeben und diese Sünden nicht mehr tun sollen. Dann kann ihnen auch Gott vergeben. Wer aber dem anderen nicht vergibt, dem wird auch Gott nicht vergeben.
Wie gesagt, jeder Mensch trägt in sich das ganzheitliche göttliche Erbe, die Freiheit, und ist daher für seine Verhaltensweisen selbst verantwortlich. Der einzelne ist also gefragt, ob er seinem Bruder, seiner Schwester, mit denen er - und sei es in Gedanken - im Streit liegt, vergeben möchte. Natürlich gilt das auch umgekehrt. Findet eine ernsthafte gegenseitige Vergebung statt, dann wird die gegensätzliche, die negative Energie - denn alles ist Energie - vom Geist der Unendlichkeit in positive Lebenskraft umgewandelt. Die positive, die göttliche Energie wird dann für den Menschen mehr und mehr zum Leitstrahl, der die Verbindung zum ewigen Sein herstellt.
Kein Kirchenmann kann die Sünden eines anderen vergeben und auflösen, auch nicht bei der sogenannten "Letzten Ölung".
Wie schon erwähnt, ist das ganze Weltall Gesetz, in dem "Aktion gleich Reaktion" gilt. Im Weltall-Gesetz, das Einheit und Liebe ist, befinden sich alle Wesen, jeder Mensch, die Naturreiche, alle Gestirne, ob sie feinstofflich, feinerstofflich oder grobstofflich sind, also Materie. Das Weltall-Gesetz, auch GOTT genannt, ist das ewige Leben. Wir haben es von Gott empfangen und empfangen es ewiglich - es ist also ewiges Leben. Im Seelengrund jedes einzelnen Menschen ist das ewige Wesen, die Erbsubstanz unendlichen Seins, die unauslöschlich ist. Jedes feinstoffliche, also reine Wesen im Reich Gottes, schöpft und gibt aus dem ewigen Strom der Weltall-Energie.
Durch die Beatmung des All-Geistes, Gott, das heißt, durch beständige Zuführung von Energie, ist das All in beständiger Evolution. Nach ehernen Gesetzen dehnt es sich unaufhörlich aus. Alle Wesen und Menschen gehören den ehernen Weltall-Gesetzen an. Die Energie, die Gott, der All-Geist, der Unendlichkeit zuatmet, gehört wiederum allen Wesen. Damit wirken sie. Sie formen und gestalten. Wir würden sagen: Sie arbeiten mit dieser Energie. Die Ausschüttung von Energie erfolgt in Zyklen, nach ehernen Gesetzen. Dadurch vermehrt sich das ganzheitliche Erbe.
Unsere Wissenschaft sagt: "Alles ist Energie." Gehen wir davon aus, dann sind auch die Verhaltensweisen der Menschen, unser Für und Wider, das aus unseren Gedanken, aus unserem Wollen und Wünschen, aus unserem ganzen Verhalten gegenüber anderen besteht, Energie. Die gegensätzliche Energie, also alles, was gegen die Einheit ist, trennt; sie verbindet nicht. Die Trennung von Gott beruht also auf unserem egoistischen Verhalten.
Was geschieht im Laufe der Zeiten, wenn wir kontinuierlich gegen die urewigen Gesetze des Weltalls, der Unendlichkeit verstoßen, z.B. in Form von Zerstörung der Natur oder durch massive Beeinflussung unserer Mitmenschen? Gott ist untrennbare Einheit und Liebe, daher bleibt das Weltall-Gesetz ein Ganzes. Was geschieht, auf Dauer gesehen, wenn Menschen sich anmaßen, andere zu richten, sie von sich stoßen, z.B. in Arbeitslosigkeit und Armut? Oder wenn der eine sich am anderen bereichert, und sei es, weil er - gleich, auf welche Weise er es erhalten hat - mehr Vermögen und Geld besitzt als der andere, den er um einen geringeren Lohn arbeiten läßt, wobei der Arbeitgeber um vieles mehr für sich behält? Oder wenn Ernten zerstört werden, um die Preise zu halten, und andere Menschen Hungers sterben? Oder wenn man Tiere als Schlachttiere hält, sie dann qualvoll zu den Schlachthöfen transportiert, wobei diese Geschöpfe, die niemandem etwas angetan haben, Todesängste ausstehen, die schreien, wenn sie in die Schlachthöfe getrieben werden, um dort gleichsam ermordet zu werden? Oder wenn ganze Wälder abgeholzt oder gar niedergebrannt werden, wenn dadurch Tiere verbrennen und ganze Tierarten ausgerottet werden?
Dies sind nur einige wenige Beispiele von grausamen Aktionen. Diese Verhaltensweise, diese maßlose Zerstörungswut, hat mit Gottes- und Nächstenliebe wahrlich nichts zu tun. Es ist brutale Trennung vom Weltall-Gesetz der Einheit und Liebe Gottes. Dies alles und vieles mehr schlägt sich irgendwann als Reaktion in Form von Krankheit, Leid, Hunger, Erdkatastrophen und vielem mehr nieder. Der Aktionist ist also der Reaktion unterworfen, denn was der Mensch bewegt, das kommt auf ihn zu. Es besteht auch das, was ich "Aktionseinheit" nennen möchte: Eine Gruppe von Menschen wirkt auf eine andere Gruppe ein, um ihre Ziele zu erreichen, oder die Mächtigen eines Volkes unterjochen ein anderes Volk, z.B. durch Kriege, durch Unterdrückung und Ausbeutung oder durch Sanktionen.
Die Reaktion ist Haß und eventuell ein Kriegsbeginn von der anderen Seite. Die großen und kleinen Verkettungen sind gegensätzliche Aktionseinheiten. Der Geist Gottes spricht von einem Gruppen- oder Landeskarma, was besagt, daß aus der Aktion eine entsprechende Reaktion erfolgen kann, wenn die Ursachen nicht zuvor auf gütliche Art und Weise behoben werden. Der Gottesgeist nennt alles, was gegen das Welltall-Gesetz und gegen den einzelnen Menschen ist, die Saat, der die entsprechende Ernte folgt, oder auch die Ursache, auf die - insofern diese unbereinigt bleibt - die Wirkung eintritt.
Unter anderem lehrt uns auch die Wissenschaft: Keine Wirkung ohne Ursache. Nur wir Menschen glauben, bei uns wäre das etwas anderes. Alles, aber auch alles, beruht auf Energie und Aktion, gleich Reaktion.
Wer sich vom ewigen Weltall-Gesetz der Einheit und Liebe getrennt hat, der schuf sein persönliches, sein Ego-Gesetz. Es ist sein persönliches Aktionsgesetz, das als Reaktion auf ihn, den Urheber, wieder zurückkommt. Was vom Menschen an Egoistischem ausgeht, fällt also wieder auf ihn zurück nach dem Prinzip: Gleiches zieht Gleiches an. Es geht in seine Körperzellen und in die entsprechenden Funktionen des Leibes ein und in seine Seele, darüber hinaus als Speicherung in die entsprechenden Planetenkonstellationen des materiellen Kosmos und des feinerstofflichen Kosmos der Reinigungsebenen. Das ist der sogenannte Müll, der sich wie eine Müllhalde um das feinstoffliche Wesen, um die göttliche Erbsubstanz, gruppiert. Das Gegensätzliche, all das, was gegen das Weltall-Gesetz ist, unser gegensätzliches Verhalten, vermehrt sich und ummantelt mehr und mehr unser wahres Sein.
Das Prinzip Was der Mensch sät, wird er ernten gilt für den einzelnen von uns, der sich an Menschen und Dingen vergeht, auch an der Erde. Es gilt auch für Menschengruppen, für Parteien und für kirchliche Obrigkeiten. Ob reich oder arm, keiner ist davon ausgenommen, und er kann sich davon auch nicht loskaufen. Jeder Mensch, der gegen das Weltall-Gesetz verstößt, in das jedes Wesen und jeder Mensch, alle Naturformen und Planeten eingebunden sind - denn alles ist Gesetz -, unterliegt mit diesem Verstoß der zwingenden kausalen Abfolge Ursache - Wirkung. Die Seele steht mit ihren Speicherungen in den entsprechenden Planeten in Kommunikation. Die Planeten, die ihre Eingaben tragen, sind die Aufenthaltsorte der Seele, wenn diese ihren Leib verläßt, also wenn der Mensch hinscheidet. Nichts, aber auch gar nichts, wird ohne das Zutun des Menschen, also ohne seine aktive Bereinigung - Aussöhnung durch Vergeben und Um-Vergebung-Bitten - von Mensch und Seele genommen.
Beim Tod des physischen Leibes sind die Würfel gefallen. Die Seele nimmt ihr Für und Wider mit, ob ein Kirchenmann seine Rituale vollzieht oder nicht. Hat die Seele, die sich nun in einem anderen Aggregatzustand befindet, viele Ursachen mit in das Jenseits genommen, in die von uns Menschen nicht einsehbaren Bereiche, in feinerstoffliche Zonen, und ist sie damit erdenschwer, dann wird sie reinkarnieren. Ihre Ursachen ziehen sie erneut zur Erde, wenn sie in Vorinkarnationen mit Menschen, die jetzt wieder Menschen sind, Ursachen gesetzt hat; mit diesen ihren Nächsten kann sie dann im Zeitlichen das Verursachte gemeinsam abtragen oder durch beiderseitige Vergebung tilgen. Es zieht also Gleiches wieder zu Gleichem.
Jede Aktion, die personenbezogen ist, hat im Weltall-Gesetz keinen Bestand. Alles, was gegen das Gesetz der Einheit und Liebe ist, muß irgendwann durch Bereinigung mit den Menschen, die daran beteiligt sind, getilgt werden.
Das ewige Weltall-Gesetz ist gerecht, und Gerechtigkeit ist Ausgewogenheit. Alles Unausgewogene wird im Gesetz des mächtigen Alls gewogen, gemessen und gerecht verteilt. In die Seele geht nur das ein, was sie selbst als Mensch verursacht hat, nicht das, was ein anderer getan oder unterlassen hat. Infolgedessen kann kein Kirchenmann einem Menschen die Sünden vergeben, die dieser an anderen oder mit anderen begangen hat. Auch ein Ablaß zur Sündenvergebung durch die katholische Kirche besteht im Weltall-Gesetz nicht und hat somit im Gesetz der Gerechtigkeit, in der Ausgewogenheit, keine Gültigkeit. Wie so vieles, ist auch der kirchliche Ablaß menschliche, kirchliche Geschäftemacherei, die zum kirchlichen Wirtschaftsimperium gehört: Geld, Geld, nichts als Geld, ob Religion im allgemeinen oder Ablaß im besonderen. Das hat aber mit Gott nichts zu tun.
Kurt: Mir ist egal, was der Mensch denkt oder glaubt. Die Staatskirchen sind schlicht und einfach Wirtschaftsimperien, die mit Religion, auch, wie du sagst, durch "Ablaß", ihre Geschäfte machen. Wer darüber nicht nachdenken will, bezahlt eben.
In so mancher Religion habe ich mich umgesehen, auch in der katholischen Kirche, und meine Erfahrungen gemacht. Wenn ich mich nicht täusche, ist die vorhin von dir erwähnte "Letzte Ölung" das Bedeutungsvollste für den Sterbenden. Meines Erachtens "bestimmt" die Kirche mit ihrer kirchlichen Lossprechung, ob der Gläubige "in den Himmel" oder "in die Hölle" kommt. Wenn das für alle Menschen gilt, wird das Lügen gefördert. In Anbetracht der Art unserer Rechtsprechung und der weitreichenden "himmlischen" Kompetenz des Priesters der katholischen Kirche wäre doch folgendes logisch: Wer einen Rechtsverstoß begeht und diesen zugibt, wäre einfältig. Steht er vor Gericht, dann wäre ihm anzuraten, alles zu leugnen, also zu lügen, daß sich die Balken biegen, das heißt, die Richter zu täuschen, um einen Freispruch oder eine unangemessen niedrige Strafe zu bewirken. Diese Unwahrhaftigkeiten brauchten sein Gewissen nicht zu belasten - wichtig wäre nur, daß er kurz vor seinem Sterben einen Pfarrer erreicht, dem er seine Sünden beichtet und der ihm die "Letzte Ölung" verabreicht.
Vor einiger Zeit bekam ich ein sogenanntes Ablaßschreiben eines Papstes in die Hand, in dem Menschen durch Geldleistungen ihre Sünden losgekauft haben. Wer ein solches Schreiben erworben hat, braucht in seiner letzten Stunde nur noch "Jesus, Jesus!" zu rufen, dann ist alles abgegolten, das heißt, er ist dann von jeglicher Schuld freigesprochen. Infolgedessen sind die "Letzte Ölung" und der "Ablaß" das Lossprechungsgesetz der katho-lischen Kirche. Wenn das so rechtens ist, dann stellt sich hier die Frage, ob dieses Lossprechungsgesetz für alle gilt, auch für Verbrecher und Mörder?
[...]
Kurt: Die Widersprüchlichkeit, die sich nicht nur auf die Beichte und Lossprechung von Sünden bezieht, sondern auf vieles, was "christlich" sein soll, kann nur deshalb aufrechterhalten werden, weil die Kirchenschafe blindlings alles hinnehmen, was ihnen vorgesetzt wird. Wer an die vielen Ungereimtheiten glaubt und dafür noch Kirchensteuer bezahlt, dem ist meines Erachtens nicht zu helfen. Wie hieß gleich die Aussage in dem Liedtext von Reinhard Mey, den du neulich zitiert hast?
Gabriele: Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm: Halt’ du sie dumm - ich halt’ sie arm!
* * *
Kurt: Werte Gesprächspartnerin, entschuldige, daß ich mich telefonisch melde. Ich bin zur Zeit auf Geschäftsreise, deshalb kann ich nicht um ein direktes Gespräch bitten.
Ich danke dir, daß du dir die Zeit für einen kurzen Austausch nimmst. Mir geht etliches Aktuelle im Kopf herum, und ich sehe jetzt vieles im Zusammenhang mit dem, was in unseren Gesprächen angeklungen ist.
Gestern ist der Kosovo-Krieg ausgebrochen, der mich sehr beschäftigt. Da ich deine Einstellung zu Krieg und allem Feindseligen kenne, griff ich kurzerhand zum Telefon, um dir zu sagen, daß ich einen solchen Krieg verabscheue. Wie ich gehört habe, soll es in den USA verboten sein, gegen ein ausländisches Staatsoberhaupt vorzugehen - in bezug auf das einfache Volk scheint das nicht zu gelten. Die Großen werden geschont, der kleine Mann muß leiden. Wenn schon Krieg, dann soll er wenigstens auf die beschränkt bleiben, die sich gegenseitig attackieren. Daß aber Länder, die damit nichts zu tun haben, in Attacken eingreifen, die innerhalb eines fremden Landes ablaufen, kann ich absolut nicht befürworten.
Wer noch ein Fünkchen Gewissen hat, der muß diesen Krieg - egal, von welcher Seite er geführt wird - verabscheuen. Du weißt, ich bin nicht gläubig und glaube daher auch nicht an das Übersinnliche, aber ein gesundes Einschätzungsvermögen für Recht und Unrecht, das besitze ich sehr wohl. Was zu viel ist, ist zu viel! Diese Attacken sind aggressives Unrecht an unschuldigen Menschen und werden sich irgendwann rächen, denn nicht nur du sprichst davon, sondern schließlich habe auch ich es schon in der Schule im Physikunterricht gelernt, daß es keine Aktion ohne Reaktion gibt. Meiner Erfahrung nach hat dieses Prinzip auch in der umgekehrten Richtung Gültigkeit: Jede Reaktion schafft wieder eine neue Aktion. Es ergibt sich eine Kette, ein Kreislauf ohne Ende. Mag eine ungute Aktion auch eine Reaktion auf einen Affront sein - sie bewirkt weiteres Ungute.
Bei diesen ganzen Verkettungen kommt also nichts heraus als Ungutes, Unrecht und noch mehr Ungutes und noch mehr Unrecht! Dieser Kreislauf des Unrechts entwickelt eine Eigendynamik; er schafft immer wieder erneut Unrecht, und Unschuldige müssen darunter leiden.
Gabriele: Ob Unschuldige darunter leiden, das sei dahingestellt, denn wer ist kein Aktionist? Jeder agiert unablässig, ob er sich dessen bewußt ist oder nicht. Ständig produzieren wir Menschen Energien - Gefühlsenergien, Gedankenenergien ... Jeder von uns ist an dem Welt-Kausalgesetz beteiligt, entweder durch sein Fühlen, Empfinden, Denken, Reden und Handeln in Vorexistenzen oder in diesem Erdenleben. Jeder wird seinen Teil an einer gegensätzlichen Aktion erleben oder erleiden müssen, denn das Gesetz des Ausgleichs strahlt in das Kausalgesetz hinein, um Ausgleich zu schaffen.
Wir Menschen müssen früher oder später die Ordnung, den Ausgleich, wiederherstellen, dort, wo wir an der Unordnung beteiligt waren. Jeden Augenblick können wir frei entscheiden, ob wir diesen Ausgleich bewirken, indem wir uns auf die wahre christliche Lehre besinnen - oder ob wir es z.B. befürworten, daß die sogenannten "christlichen" Parteien unter der Bezeichnung "christlich" beim Zerbomben eines anderen Landes dabei sind, weil sein Führer sich nicht richtig verhält, wie es beim Kosovo-Bombardement der Fall ist, und somit zu christgläubigen Befürwortern werden, die an diesem schrecklichen Geschehen mitbeteiligt sind. Beteiligen wir uns - aktiv oder durch stillschweigendes Geschehenlassen, das einer Bejahung gleichkommt - an einem solchen Frevel, so liegt das wohl im Gesetz der Freiheit, wird jedoch nicht ohne Wirkung für uns sein.
Was wäre, wenn die Staaten, die nun das Zerbomben eines anderen Landes befürworten und sich sogar aktiv daran beteiligen, die Milliarden, die sie als Bomben über Einrichtungen, gleich, welcher Art, abwerfen, zusammengelegt hätten, um diesem betroffenen Land durch gezielte Maßnahmen zu helfen, anstatt alles niederzubomben? Durch ein solches Vorgehen hätte den verfolgten Menschen Hilfe zuteil werden und eventuell auch einem Diktator sein Fanatismus schwer gemacht werden können.
Aber es scheint so, als müßten das riesige Arsenal von Kriegsgerät und die dazugehörenden Vernichtungsmittel ausprobiert werden. Bei jedem Bombardement denke ich nicht nur an das unsägliche Leid der Menschen, sondern auch an die unschuldigen Tiere, die durch die Einschläge zerfetzt werden oder mit unvorstellbaren Qualen dahinsiechen.
Werter Gesprächspartner, eventuell ist dir folgende Wahrheit zu prosaisch und alltäglich, aber es ist die Wahrheit: Dort singt ein Vogel, hier baut die Amsel ein Nest, der Wurm bewegt sich aus der Erde, der Hase hoppelt gemächlich übers Feld, langsam und erhaben schreitet das Reh dem Wald zu, im blühenden Baum summen die Bienen, überall ist Leben. Hier steht ein Baum in der Blüte, dort blühen Blumen. Die Schöpferkraft in der Natur ist allwaltend; es ist der große Geist, der alles durchströmt und der das Leben ist. Ohne an die mächtige Schöpferkraft in der Natur zu denken, wird diese niedergebombt. Der Vogel ist zerfetzt; die Amsel hat einen Flügel gebrochen oder gar verloren, sie kann ihr Nest nicht mehr bauen und nicht mehr brüten; der Wurm liegt totgebombt am Boden; dem Hasen, nun blind, fehlen die Vorderläufe; das Reh hat ein Bein verloren und liegt jammernd neben dem toten, verstümmelten Körper des Gefährten auf dem Feld; die Biene summt nicht mehr; der Baum ist geköpft, ihm wurde die Krone abgeschlagen, nur noch ein zersplitterter Stumpf ragt empor; die Blüten liegen verstreut am Boden. Die Natur klagt an! So wie die Menschen, die Tempel Gottes, in diesen Kriegsgebieten von der Hetze und der Kriegsmaschinerie gepeinigt, zu Invaliden gemacht und getötet werden, so wird auch die Natur niedergebombt, ohne daß jemand fragt, wie es den Nächsten geht oder wie die Natur darunter leidet.
Krieg kann keinen Frieden bringen, nur noch größere Aggressionen.
Jesus lehrte die Feindesliebe; doch "Christen" beantworten Gewalt mit Gewalt. Der Glaube an Christus ist vielfach tot, das Wort "Jesus" oder "Christus" oder "christlich", das so viele sogenannte Christen in den Mund nehmen, beinhaltet keine Kraft.
Das Wort allein hat keine Wirksamkeit. Auch das Wort "christlich" erhält seine Kraft einzig durch den lebendigen Glauben, das heißt, durch den Glauben, dem die Tat Substanz und Gewicht verleiht. Christus, die Kraft i m Wort, siegt durch den aktiven Glauben, nicht durch Gewalt.
Du als Atheist bist auch der Ansicht, daß ein Geschehen wie das in Jugoslawien nicht ohne Auswirkungen bleiben kann. Der dreiste Kirchenkoloß sagt dazu wenig. Die Stellungnahmen der Bischöfe zum Kosovo-Krieg sind halbherzig, fadenscheinig und lau, ein flatterndes Für Und Wider. Was sollen sie auch sagen - war doch die Kirche um vieles schlimmer als diejenigen, die unter dem flatternden Banner des Für und Wider der "christlichen" Bischöfe die Bombardements befürworten und sich als Staatsmacht daran sogar beteiligen.
Jesus sagte: Deine Rede sei ja ja, oder nein, nein; alles andere ist von Übel. Daß die Bischöfe das klare Wort des Jesus, des Christus, nicht anwenden, ist letztlich darauf zurückzuführen, daß sich gleichsam die mächtigen finsteren Wolken der Schuld, die sich für sie durch die Kreuzzüge und die weiteren Greuel im Mittelalter zusammenballten, im Kausalgesetz noch nicht geklärt haben.
Wer diesen Kosovo-Krieg, ja überhaupt Kriege, befürwortet, der ist ein Rohling, und wer dazu schweigt, ist nicht viel besser. Man kann nur sagen: Ade, ihr Völker, die Menschheit hat ihre Zukunft verdient.
Kurt: Soviel ich weiß, sind die Vertreter der Kirchen mit ihrem Geld, das ihrem Machthunger gleichzusetzen ist, an vielen Großkonzernen beteiligt. Eventuell ist die katholische Kirche auch an Waffenschmieden mitbeteiligt, weil ihre Stellungnahme nicht dem entspricht, was du eben sagtest: Die Rede sei ja, ja oder nein, nein.
Jeder, der nicht total weltfremd ist, weiß, daß in jedem Krieg so viel gelogen wird, daß die, die diese Lügen verbreiten, vielfach selbst an ihre Lügen glauben, sie also für Wahrheit halten.
Gabriele: Bei jedem Kriegsbeginn wird die Wahrheit der Lüge geopfert. Der Stärkere nimmt das Opfer bereitwillig an und lügt mit Vorbedacht, denn die Masse der Menschen schluckt alles, was ihr hingetragen wird.
Dem Stärkeren wird mehr geglaubt als dem Schwächeren, obwohl der eine dem anderen um nichts nachsteht. Der Stärkere besitzt nur mehr Macht; er hat ein größeres Aufgebot von Medien hinter sich, um seine Versionen zu verbreiten.
Das schmalspurige und widersprüchliche Engagement der kirchlichen Amtsträger in bezug auf die Wahrheit erinnert mich immer wieder an die Johannes-Offenbarung, wo auf einer der letzten Seiten steht - ich zitiere es erneut -: Gehet hinaus aus ihr, Mein Volk, daß ihr nicht teilhabt an ihren Sünden und nichts empfangt von ihren Plagen.
* * *
Kurt: Noch immer dauert dieser unselige Krieg an. Der Themenkreis Krieg/Frieden/Töten etc. zieht durch die Gespräche und durch die Gemüter vieler Menschen, durch die Zeitungen, durch Radio und Fernsehen. Die Frage nach der Stellungnahme eines Gottes wird, soviel ich weiß, selten gestellt, auch von den Christen denken kaum welche darüber nach. Dabei gibt es doch eine klare Anweisung hinsichtlich des Tötens in einem der Zehn Gebote.
Was du mir am Telefon u.a. von der Wirkung der Bombardierungen im Kosovo auf die Natur sagtest, ist mir nachgegangen. Ich habe seitdem das Leben, das Blühen und Sprießen im Garten, am Rande der Straßen, auf Feldern und Wiesen mit ganz anderen Augen betrachtet.
Gabriele: Es scheint, als würde ein neues Christentum entstehen, das Aggressoren-Christentum. Jesus lehrte die Versöhnung, das Aggressoren-Christentum die Bombardierung. Menschen werden verletzt, Menschen werden getötet. Jeder dieser unserer Mitmenschen steht für Leid, Schmerzen, Not, Ausweglosigkeit, Verzweiflung. Es sind Christen. Und wer vertreibt und bombardiert? Es sind ebenfalls Christen.
Wir Menschen, besonders die Christen, können nicht sagen, wir wüßten nicht, was wir tun. Die Zehn Gebote Gottes bestehen seit 3500 Jahren, und Jesus gab uns Seine Bergpredigt vor 2000 Jahren. Viele sogenannte Christen wissen um die Gebote Gottes, jedoch wenige kennen diese.
Wir Menschen bombardieren nicht nur Christus in unseren Brüdern und Schwestern, wir bombardieren auch den Schöpfergeist in den Naturreichen.
Inzwischen erhielten wir aus Jugoslawien einen telefonischen Bericht. Eine Schwester, Milona T. aus Klajicevo in Nordserbien, berichtet:
"Seit Beginn des Krieges reden viele in unserem Land vom unsagbaren Leid der Menschen, aber kaum einer spricht über das Leid unserer Mitgeschöpfe, der Tiere und Pflanzen.
Seitdem die ersten Bomben gefallen sind, scheint die Natur wie verstört. Es kommt nur mehr selten vor, daß die Vögel morgens und tagsüber singen. Ich weiß nicht, ob sie ihre Nester bauen. Sie wirken aufgeschreckt und hilflos, und ich habe den Eindruck, daß sie unsere Hilfe und unsere Zuwendung suchen.
Auch die anderen Tiere im Haus und auf dem Feld haben sich verändert. Sie erleben das Kriegsgeschehen offenbar äußerst intensiv. Etwa eine halbe Stunde bevor die Sirenen ertönen oder die Flugzeuge zu hören sind, kommen die Tiere von dort angerannt, wo später die Bomben fallen. Sie sind völlig aufgeschreckt und suchen meine Nähe. Dann weiß ich, die Bomber kommen. Ich versuche, die Tiere mit Zureden zu beruhigen und biete ihnen zu essen und zu trinken an.
Spätestens wenn die Bomben detonieren, rücken alle Katzen und Hunde in unserer Nähe zusammen und schauen uns mit unbeschreiblichen Blicken an. Wenn es kracht, zucken und zittern sie. Eine gute Stunde nach den Detonationen werden die Tiere wieder etwas lockerer. Wir verlassen den Schutzraum - und die Tiere, die zu uns gekommen sind, ebenfalls.
Ich habe auch mit einigen Bauern gesprochen. Sie berichten, daß die Kühe fast ein Drittel weniger Milch geben als vor dem Krieg. Schweine und Pferde wirken aufgewühlt und unruhig. Auch wildlebende Feldtiere verlassen fluchtartig den Ort der Bombardierung und suchen am Rande des Dorfes Schutz."
Milona sagte uns weiter: "Glaubt mir, die Tiere sind feinfühlig und leiden unsagbar. Betet auch für sie!"
Kurt: Was Milona berichtet, spricht für sich.
Übrigens: Sind Tiere für kirchliche Obrigkeiten und Politiker eigentlich nur eine Sache?
Gabriele: Darauf kann ich dir keine präzise Antwort geben. Sowohl die kirchlichen Obrigkeiten als auch unsere Politiker scheren sich oft wenig um das Volk, also um die Menschen, die doch ihre Nächsten sind, und noch viel weniger um das Ergehen ihrer Übernächsten, der Tiere. Selten hört man von ihnen, daß Tiere nicht gequält werden sollen, daß Tiere ebenfalls ein Empfinden haben. Solange man jedoch Tiere verspeist, bleiben - selbst dann, wenn noch so viele wohlklingende, ethisch anspruchsvolle Worte ausgesprochen würden - Tiere für solche Menschen dennoch eine Sache.
Kurt: Neulich hörte ich im Fernsehen einen Militärpfarrer, der zu Soldaten sprach, die ihn zu dem fünften Gebot, "Du sollst nicht töten", befragten. Er belehrte sie, der Wortlaut dieses Gebotes habe ursprünglich die Bedeutung gehabt: "Du sollst nicht morden." Der Militärpfarrer erklärte, daß man Töten hinnehmen müsse.
Mit der Antwort dieses Pfarrers bin ich nicht einverstanden, denn ich will mich weder töten noch morden lassen. Ich kenne mich zwar mit den juristischen Spitzfindigkeiten - töten oder morden, morden oder töten - nicht aus, aber ich fühle ganz klar: Hier stimmt etwas nicht!
[...]
Kurt: Übrigens habe ich kürzlich eine Bibelausgabe aus dem Jahr 1980 gesehen, in der stand statt "Du sollst nicht töten" bereits "Du sollst nicht morden". Die neueste Bibelfälschung ist also bereits festgeschrieben. Was würde dein Jesus wohl dazu sagen?
Noch einmal zum Gebot Du sollst nicht lügen. Das Lügen ist also nicht erlaubt - eventuell aber doch, wenn man lediglich die Unwahrheit sagt oder eine Unwahrheit so hindreht, daß sie als Meinungsäußerung gilt?
Gabriele: Wer das Töten erlaubt, der wird auch dieses Gebot, Du sollst nicht lügen, hintergehen und eine Lüge so hindrehen, daß sie z.B. als Meinungsäußerung gilt. Ob die kirchlichen Amtsträger die Unwahrheit erlauben, müßtest du sie selbst fragen. Wer jedoch als Pfarrer zum Töten sagt, man müsse dies hinnehmen, der wird auch in bezug auf die Unwahrheit oder Lüge keine Skrupel haben.
Kurt: Eine weitere Frage: Kannst du mir sagen, warum die Theologen, die Pfarrer, Priester, Pastoren etc. meist schwarz gekleidet sind? Ist das ihre besondere Note oder ihre Uniform?
Gabriele: Für den Physiker ist Schwarz nach der Farbenlehre das "Nichtvorhandensein von Licht", also letztlich keine Farbe.
Kurt: Bezogen auf deine Antwort könnte man sagen: Schwarz ist keine Farbe, sondern ein Zustand.
Gabriele: Hin und wieder gefällt mir schwarze Kleidung; es kommt auf den Schnitt an und zu welchen Gelegenheiten man Schwarz trägt. Wird sie aber als "Uniform" getragen, dann wird wohl deine Antwort stimmen, daß die Farbe Schwarz ein Zustand sein kann.
Kurt: Weißt du, Gabriele, irgendwie ist es doch eine seltsame Sache mit den Theologen, Priestern, Pfarrern und weiteren "Dienern Gottes". Was ist bloß mit diesen Menschen los? Ich habe schon oft darüber nachgedacht: Wenn ein Pfarrer z.B. einem Gläubigen die Beichte abnimmt oder irgendeine sakrale Handlung vornimmt - woher nimmt er die Sicherheit, daß er wirklich der beauftragte Diener Gottes ist? Ein Diener tut, was sein Herr will. Ich weiß von mehreren Bibelstellen, wo steht, daß es, nach den Worten Jesu, darum geht, daß der Mensch Gottes Willen tut. Jesus hat aber, soviel ich weiß, gar keine Priester eingesetzt, sondern in mehrfacher Hinsicht vor solchen gewarnt. Auch hat Er keine Sakramente empfohlen, auch nicht gesagt, daß sakrale Handlungen jedweder Art vorgenommen werden sollen et cetera pp.
Wenn ich also tue, was ich gar nicht soll, was also gar nicht im Willen meines Herrn ist - ist das dann der Dienst in seinem Sinn? Wenn sie Gott das alles zutrauen, was sie von Ihm sagen: Allwissenheit, Allmacht etc. - kriegen sie dann keine Beklemmungen, kein schlechtes Gewissen, daß sie gegen Seinen Willen handeln? Und ich stelle mir vor, ein wirklicher Diener Gottes müßte ein integrer, durch und durch wahrhaftiger Mensch sein - auch seine Gefühle und Gedanken wären dann gut, und seine Worte hätten Anziehungskraft. Viele würden kommen, um ihn zu hören. Die Kirchen aber werden immer leerer. Wie paßt das zusammen?
Oder fehlt den "Dienern Gottes" das Bewußtsein, den hohen Anspruch, der z.B. in dieser Bezeichnung liegt, zu erfassen? Sind sie der Ansicht, daß sie diesem entsprechen? Zumindest müssen doch hin und wieder lichte Momente da sein, in denen sie sich selbst diesbezüglich Fragen stellen und sich darauf die entsprechenden Antworten geben. Und wenn ihnen die riesige Verantwortung klar wird, die sie haben! Und so viele Menschen in die Irre geleitet zu haben! Ich stelle mir vor, das muß dann wie ein schlimmer Alptraum sein. Ich möchte nicht in ihrer Haut stecken!
Gabriele, meinst du, daß sie wenigstens eine persönliche Beziehung zu ihrem Gott haben?
Gabriele: Ich habe mit vielen Theologen gesprochen. So mancher glaubt nicht an eine Seele und auch nicht an Gott. Es ist eben ein guter Job. Am Sonntag stehen sie auf der Kanzel und predigen aus der Bibel, glauben aber an Gott nicht. Für mich ist das nichts anderes als Opium für das Kirchenvolk.
Vor einiger Zeit stand ich am Grab eines verstorbenen Bekannten. Der Priester sprach von der Seele, gab ihr mit Worten das Geleit in die "ewigen Himmel", im anschließenden Gespräch spürte ich, derselbe Geistliche glaubt in Wahrheit weder an Gott noch an den Himmel. Auf meine Frage, warum er der Seele das Geleit gebe, wenn er doch weder an Gott noch an eine Seele glaube, gab er mir zur Antwort: Es würde von ihm so erwartet. Das sei eben so. Er sei Priester, und es obliege ihm, die Seele einzusegnen und von Gott und dem Himmel zu sprechen. Das sei immer so gewesen - Tradition. Es wäre ein Trost für die Hinterbliebenen in ihrem Kummer.
Kurt: Letztlich kann ich das nicht begreifen. Das sind doch intelligente Menschen mit Hochschulbildung. Die müssen doch fähig sein zu denken! Aber, soviel weiß ich, der Intellekt allein bringt’s eben nicht. Wie sagte noch der Kleine Prinz bei Exupéry?: "Man sieht nur mit dem Herzen gut". Vielleicht mangelt’s daran?
Und obwohl sicher hin und wieder der eine oder andere merkt, daß um ihn herum, unter seinen Füßen, bis hin zu seinen eigenen Worten, alles hohl ist, bleiben die meisten im Amt - bleiben eingebunden in das Macht- und "Wahrheits"-system Kirche, das sicher zu einem guten Teil die fatale Entwicklung der Menschheit mitbestimmt hat.
Gabriele, wenn du so "durch die Brille deines Gottes" - entschuldige, vermutlich ist das mal wieder zu respektlos! -, wenn du also sozusagen mit den Augen deines Gottes auf das Weltgeschehen blicken würdest, was für ein Bild würde sich dir entrollen?
[...]
Das soll jedoch nicht bedeuten, daß es keinen Gott gibt! Wie schon gesagt, Gott gab uns die Freiheit, weil Er uns zu Erben der göttlichen Ganzheit gemacht hat. Deshalb greift Gott auch nicht in unser Erdenleben ein. Er gab uns Orientierungshilfen wie z.B. die Zehn Gebote durch Mose, und Jesus gab uns die Lehren der Gottes- und Nächstenliebe und die Bergpredigt. Außerdem haben wir ein Gewissen. Sofern wir dieses nicht durch Brutalität und bewußten Mißbrauch des Namens des Jesus, des Christus, abgetötet haben, fühlen wir in unserem Denken und Verhalten genau, was zu tun und zu lassen wäre. Wie wir uns verhalten, das obliegt uns.
Wir sollten uns allmählich bewußt werden: Gott greift nicht ein. Wir schaden uns selbst durch gottabgewandte Aktionen, die als Reaktionen auf uns, die Urheber, zurückkommen. Die Gestirne des materiellen Kosmos und die Gestirne der Reinigungsebenen, also des feinerstofflichen Kosmos, bilden die Waage der Gerechtigkeit. Sie wägen und loten jedem seinen Anteil an jeder Aktion aus. Sie speichern für jeden von uns und bringen uns das wieder, was u n s zusteht - also was w i r eingegeben haben -, und nicht das, was ein anderer sich aufgeladen hat. Die Kausalität, in die jeder Mensch eingebunden ist, gibt jedem von uns die Chance, unser Gegensätzliches rechtzeitig zu erkennen und zu bereuen; dafür haben wir unsere Tage, die das aufzeigen, was für uns heute ansteht.
Gehen wir gegen unser göttliches Erbe, gegen die göttlichen Gesetze der Gottes- und Nächstenliebe, vor, und schalten wir jegliche Selbsterkenntnis aus, dann heißt es: Abtragung durch Leid, Krankheit, Not und vieles mehr. Wir haben also unser Leben in der Hand, und kein kirchlicher Amtsträger kann uns die Verantwortung für uns selbst abnehmen. Wer sein Leben in die Hand Gottes legt, der tut, was Gottes Wille ist. Sein Wille steht in den Auszügen des ewigen Gesetzes, in den Zehn Geboten, in den Lehren Jesu, einschließlich Seiner Bergpredigt.
Um Gottes Willen zu erkennen und zu erfüllen, braucht kein Mensch eine kirchliche Exzellenz, Eminenz, keinen "Heiligen Vater" und keine "heilig gesprochenen" Fürbitter. Was jeder von uns braucht, ist GOTT.
Kurt: Ja, das ist zu merken: Gott greift nicht ein, also dann geht es eben, solange es geht, auch mit den Kirchen. Eigentlich ist es erstaunlich, wie lange die sich haben halten können, innerlich morsch und hohl, wie sie sind! Aber wenn man es so betrachtet, haben die Exponenten dieses Machtsystems es immer verstanden, es sich dort behaglich einzurichten. Sogar mit den einschränkenden Auflagen ihres Amtes sind sie ganz gut fertiggeworden, z.B. mit dem Zölibat.
Gabriele: Viele Priester haben Freundinnen oder Freunde. Damit umgehen sie das Zölibat. Für letzteres mag manch einer Verständnis haben. Doch vergessen wir dabei nicht: Im 6. Gebot heißt es: Du sollst nicht ehebrechen.
Nun mag man sagen, Priester führen per se keine Ehe. Vielleicht meinen sie, daraus ableiten zu dürfen, daß sie ihre Ehe logischerweise nicht brechen können. Sind die Freundinnen und Freunde, die man sich nimmt, ebenfalls nicht in eine Ehe eingebunden, so kann man sich, ausgestattet mit einem dehnbaren Gewissen, das gewohnt ist, sich um den Sinn der Gottesworte so gut wie nicht zu scheren, auch diesbezüglich ohne Schuld wähnen.
Auch so kann man dieses Gebot umgehen.
Kurt: Manches ist, so scheint mir, schlicht und einfach "Sache der Auslegung". Phänomenal ist tatsächlich ihr Gewissen, das sich theoretisch auch mal melden könnte, wenn ein solcher "Diener Gottes" über das 6. Gebot spricht; etwa von der Kanzel oder im Religionsunterricht der werdenden Kirchenschafe, der Kinder also, wo dies ja turnusmäßig vorzukommen pflegt. Oder gar in den Stunden, in denen der Geistliche Paare, die heiraten wollen, "fachkundig" auf den "heiligen" Stand der Ehe vorbereitet.
Gabriele: Ja, diese pädagogische Aufgabe könnte ebenfalls noch als Begründung dafür herangezogen werden, weswegen mancher Priester danach trachtet, die praktische Basis für einen lebendigen Unterricht zu erwerben.
Kurt: Wenn wir schon bei heiklen Fragen sind, so habe ich eine noch heiklere Frage: Was sagst du zu der Lewinsky-Clinton-Affäre? Eigentlich sollte man keine Namen nennen, um unmittelbar über diese Personen zu reden, aber Clinton ist ja keine Privatperson, sondern der Repräsentant seines Staates.
Ich denke: Da Präsident Clinton ein Mann des öffentlichen Lebens ist, müßte er doch eine überdurchschnittliche Vorbildfunktion haben, oder? Sollte nicht ein Staatsmann ein glaubwürdiges und moralisches Vorbild sein?
[...]
Kurt: In diesem Zusammenhang möchte ich einige Gedanken aussprechen, die ich mir hinsichtlich der Ehescheidungen und Wiederverheiratung von Abgeordneten, Ministern bis hin zum Bundeskanzler gemacht habe: Es scheint, als wären die vielen Scheidungen und Wiederverheiratungen die Moral der heutigen Gesellschaft, denn Abgeordnete, Minister bis hin zum Bundeskanzler sollten meines Erachtens Vorbilder des Volkes sein. Anscheinend gehört es zur Etikette: Je öfter einer geschieden oder wieder verheiratet ist, desto größer die Aussicht, einen Abgeordneten- oder Ministerposten zu erhalten, unter Umständen sogar Bundeskanzler zu werden.
Gabriele: Zu dieser Moral könnte man sehr viel sagen. Nur soviel: Was die Großen im Staat betrifft, auch, was sich in den Königshäusern hinsichtlich Scheidung und Wiederverheiratung abspielt, dazu schweigt die Kirche. Wer genauer hinsieht und analytisch zu denken versteht, der weiß, daß ein Mann, der mehrere Frauen braucht, ein Schwächling ist, der immer wieder einen neuen, jungen und "festen Pfahl" benötigt, um sich daran festzuhalten. Der Bewußtseinsstand dieser "königlichen Hoheiten" und der Volksvertreter, einschließlich der kirchlichen Amtsträger, auch von Teilen des Volkes, ist das Selbstbildnis unserer Zeit. Wenn sich Staat und Volk an die von Unehrlichkeit geprägte "Kultur" der Kirchen halten, dann kann das Endergebnis nur die Unkultur sein.
Kurt: Werte Gesprächspartnerin, wie recht du sprichst. Leider denken zu wenige so wie du.
Gabriele, ich freue mich, daß du das, was wir besprechen, veröffentlichen willst, denn mir fiel eben meine Mutter ein. Ich hoffe, unsere Fragen und Antworten werden ihr helfen. Sie klammert sich nämlich krampfhaft an die Kirche und sah mich, ihren Sohn, als verloren an, als ich aus der Kirche ausgetreten war. Sie ist der Ansicht, daß sie mich nach unser beider Tod nicht mehr sehen wird, weil ich - so glaubt sie - in die ewigen Jagdgründe fahren und von meinen Sünden gejagt werden würde. Sie meint, die Jagd wäre das ewige Feuer, das der ewig verdammten Seele beschieden sei. Kannst du verstehen, daß ich mich daraufhin zum einen von meiner Mutter abgewendet habe und zum anderen gegen Gott stellte? In weiteren Analysen in Sachen Religion kam ich zu der Überzeugung: Jeder ist sein Gott. Es gibt kein übergeordnetes Wesen.
Bevor ich Atheist wurde, wehrte ich mich vehement gegen einen solch grausamen Gott, wie ihn die Kirchen präsentieren. Oft sagte ich: "Ich wehre mich gegen ihn in alle Ewigkeit." Ich meinte, man kann nicht anders, als einem solchen Tyrannen - der sich auch noch als "unser Vater", als der "gütige Schöpfer", der große Zu-Lobende etc. preisen, ehren und feiern läßt, den Kampf ansagen. Ich habe die Erfahrung gemacht, daß es sich als Atheist leichter lebt.
Irgendwann werde ich sterben; das müssen wir wohl alle. Davor habe ich keine Angst. Leid tut mir nur meine Mutter, die als Kirchgängerin vor der ewigen Verdammnis nicht nur Angst hat, sondern vor lauter Angst geradezu in einer Psychose lebt und alle bedauert und beweint, die Atheisten sind - wie ihr Sohn einer ist.
Wie du bemerkt hast, lehne auch ich unter anderem die ewige Verdammnis strikt ab. Diese ist, wie so manches andere, auch nur Mache der kirchlichen Macher, um engstirnige Gläubige im Pferch zu halten, damit diese, gleich, auf welche Art - Erbschaft, Spenden oder Kirchensteuer -, ihren Tribut leisten. Es ist unumstritten, daß die hohen Gehälter der kirchlich Amtierenden zum einen die Gläubigen bezahlen, zum anderen jeder von uns trägt - durch unsere normalen Steuergelder an den Staat, von denen einiges als Subventionen an die Staatskirche abgeführt wird. Trotz des unermeßlichen Reichtums der Kirchen, der in Gütern und Wertpapieren angelegt ist, wird der Steuerzahler weiter zur Kasse gebeten, ob er einer Konfession angehört oder nicht. Würde es einen Gott geben, der diese Anordnungen erlassen hat, dann wären die bösen Gedanken derer gerechtfertigt, die sich schwarz ärgern, daß sie in ihren normalen steuerlichen Abgaben an den Staat zugleich der Amts- bzw. Staatskirche unfreiwillige Dienste leisten müssen. Aber viele wissen ja nicht einmal, daß es so ist!
Ich muß an das denken, was du neulich erläutert hast: Die Ungleichheit, das Unrecht und solche Macht-Druck-Systeme, wie sie in unserer Welt bestehen, bilden den Nährboden für eine Unzahl negativer, vorwurfsvoller, böser, niederträchtiger, vernichtender Gedankenenergien - ein gefundenes Fressen für die weiteren Gegenkräfte.
Ich glaube nicht, daß ich ausgeprägt negative, niederträchtige Gedanken hege und pflege, eher gleichgültige, was sicherlich in deinen Augen auch nicht in Ordnung ist. Aber, was soll’s? Nach dem Tod ist alles aus! Irgendwann werden auch meine Gedankenenergien sterben.
Gabriele: Wer soll sie töten?
Kurt: Das ist mal wieder eine Frage! Natürlich beweist uns die Wissenschaft, daß Energie nicht verlorengeht - von dem Erhalt der Gedanken sprach sie meines Wissens noch nicht. Man kann Energie umleiten, ableiten, umwandeln und vielseitig einsetzen.
Ich persönlich glaube, in bezug auf den Menschen muß man dies anders sehen.
Darf ich dir darlegen, wie ich es denke? Folgendermaßen:
Stirbt ein Mensch, dann zerfällt er allmählich in seine Bestandteile, als da sind: Mineralien und andere Substanzen, Salze, Gase etc. und Wasser; er löst sich allmählich auf. In einem anderen Aggregatzustand, also auseinanderdividiert in Wasser, Kalk und alles mögliche, ist er eine Art natürlicher Dünger. Auf diese Weise spendet er wieder Energie, z.B. der Erde und allem, was auf und in der Erde, in der Luft und in den Gewässern lebt. Er ist in den großen Energiekreislauf der Natur einbezogen, der besteht, seit es die Erde und die Natur gibt. Von daher gesehen, ist es total natürlich, daß es nach dem Leibestod mit dem Individuum Mensch aus ist. Ich finde, es ist rundum zweckmäßig eingerichtet: Alles - ob Mensch, Tier oder Pflanze - zerfällt in einen anderen Aggregatzustand, um in dieser Form von Nutzen zu sein und zum Erhalt des "Energie-Umsatz-Volumens" seinen Teil beizutragen. Die Erde ist wie ein großes Grab, das alles aufnimmt und in Energie umsetzt für neues Leben auf und in der Erde, in den Gewässern und in der Luft, also für Mensch, Tier und Pflanze. Das ist logisch und zudem nachweisbar.
Also ist es nach dem Tod des Menschen für den Menschen aus. Die Substanzen des Menschen zerfallen und gliedern sich in den Erd-Energiekreislauf ein.
Gabriele: Alles recht und schön. Du bestätigst also, daß alles Energie ist, daß sich Energie wandeln kann, z.B. in einen anderen Aggregatzustand. Wie ist es aber mit dem Atem des Menschen, der ein unsichtbarer Lebensenergieträger ist? Wird dieser beim Tod auch umgewandelt, oder stirbt dieser Energiestrom beim Stillstand des Herzens?
Kurt: Du hast sicher eine andere Betrachtungsweise als ich. Ich sage, der Atem gehört dem Menschen an. Es ist ein physikalischer Ablauf, der beim Eintritt des Todes in die Energieumwandlung des Menschen mit einbezogen ist.
Gabriele: Du glaubst natürlich nicht an eine Seele, die ebenfalls aus Energie besteht, die nicht der Erde angehört, sondern zuerst einmal ihrem Bewußtseinsstand, der aus den Inhalten der Gedanken und Worte ihres ehemaligen Menschen besteht, aus dessen gesamtem Verhalten. Wir haben schon von der Seele gesprochen, die im übrigen in einer geistigen Partikelstruktur aufgebaut ist, so, wie der Mensch in der Zellstruktur. Darf ich kurz wiederholen? Die Seele ist ein energetischer Körper, in dessen Partikeln zum einen die Unendlichkeit gespeichert ist und zum anderen die Fehlhaltungen ihres ehemaligen Menschen. Ähnlich ist es beim Körper. In dessen Zellen wirken die entsprechenden Lebens- und Funktionsprogramme.
Die Seele besteht also aus Partikeln, der Mensch aus Zellen. Beide Körper - der für uns unsichtbare, die Seele, und der sichtbare, der physische Leib - bedürfen der Atmung, denn, wie wir alle wissen, ist der Atem das Leben. Ohne Atem kann nichts als Lebensform existieren. Der Mensch hat einen anderen Atemrhythmus als z.B. das Tier. Auch Pflanzen atmen entsprechend ihrem Energievolumen, wobei der Atem der Naturreiche dem Menschen dient, damit dieser Sauerstoff und all das einatmen und über entsprechende Organe aufnehmen kann, was er zum Leben benötigt. Das Ausatmen des Menschen bewirkt, daß Schadstoffe aus dem Körper ausgestoßen werden, die wiederum die Natur in bestimmte Lebensträger umwandelt. Diese Vorgänge können als Energieversorgung des Körpers bezeichnet werden.
Ich weiß - und deshalb muß ich daran nicht glauben -, daß die Grundsubstanz des Atems - das, was in allem wirkt - der allgegenwärtige, allkosmische Geist ist, das kosmische Leben, das ich als Gott bezeichne. Es ist kein Zufall, daß das neugeborene Menschenwesen beim ersten Atemzug einatmet und schreit. Es schreit, weil die sich einverleibende Seele mit ihrem Menschenwesen, dem Körper, die unmittelbare Verbindung aufnimmt, indem sie ihn an sich heranzieht; sie atmet ihren physischen Leib an sich heran.
Die Seele atmet in ihrem entkörperten Zustand und im verkörperten als Mensch jeweils in einem anderen Rhythmus. Im Augenblick der Geburt ändert sich zum einen der Rhythmus des Atems, und zum anderen nimmt der neue Mensch gleichzeitig die Naturströme der Luft auf wie z.B. Sauerstoff und dergleichen. Die Seele als solche atmet dann nicht mehr im energetischen Rhythmus, sondern in ihrem spezifischen Rhythmus, der vom physischen Körper bestimmt wird gemäß den aktiven Eingaben, die die Seele aus früheren Erdenleben als Belastung trägt und die nun aktiv werden. Diese Eingaben und der dementsprechende Rhythmus werden von ihrem derzeitigen Menschen - dem Körper des Neugeborenen - angenommen und prägen die Atmung des neuen Menschen.
Jeder Mensch hat einen anderen Atemrhythmus; der eine ist kurzatmig, der andere atmet tiefer; der eine atmet atmet flach, ein weiterer rascher und eventuell auch ungleichmäßiger als sein Nächster. Würde man bei jedem Menschen die Zusammensetzung des Atems messen, so könnte man feststellen, daß die Zusammensetzung des Atemstroms bei jedem unterschiedlich ist, auch wenn sich diese Menschen in demselben Raum befinden.
Wir Menschen fragen viel zu selten nach dem Warum. Auch hier stellt sich die Frage: Warum und weshalb hat jeder Mensch einen anderen Atemrhythmus und eine andere Zusammensetzung des Atems? Die Antwort aus der göttlichen Welt lautet: Weil jedes Menschenwesen gemäß seinen persönlichen Eingaben in seine Zellen und Zellverbände, in die Partikelstruktur seiner Seele und in die entsprechenden kosmischen Speicher, gleich Speicherplaneten, atmet. Unsere Eingaben in den Speichergestirnen des materiellen Kosmos und des Kosmos der Reinigungsebenen bestimmen also den spezifischen Rhythmus unseres Atems.
In all diesen Vorgängen ist der ewige Geist, Gott, die wirkende Kraft. Wir stehen zum einen über den Wesenskern unserer Seele mit der universellen, Leben spendenden Quelle der Ur-Kraft, Gott, in unaufhörlicher Verbindung. Zum anderen: Was an uns dem Fallbereich angehört - die Seelenhüllen und der physische Leib - unterliegt dem geistigen Gesetz von Ursache und Wirkung, das durch das Fallgeschehen an die Stelle des All-Gesetzes trat, da heruntertransformierte Energien nicht vom All-Strom aufgenommen werden und somit nicht in den Energiekreislauf des Reiches Gottes einbezogen sind. Dennoch ist auch im Kausalgesetz die All-Weisheit und Güte unseres himmlischen Vaters wirksam, denn es ist auf Ausgleich und Heimführung angelegt. Seit dem Golgatha-Geschehen steht uns die mächtige Kraft des Christus Gottes, unseres Erlösers, zusätzlich zur Verfügung, die in jeder Seele Wohnung genommen hat. Sie wandelt in reine Gottesenergie um, was der Mensch durch sein gegensätzliches Verhalten heruntertransformiert hat - wenn der einzelne will und durch Bereinigung mitwirkt.
Gott wirkt also vielfältig für uns, Seine Kinder - unmittelbar und mittelbar. Da der Mensch, wie soeben dargelegt, vom Allgeist über die Kosmen und über seine Seele direkt und indirekt beatmet wird, ist er - solange die Seele im Menschen agiert - ein in mehrfacher Hinsicht k o s m i s c h e s W e s e n.
Bei der Einverleibung der Seele in den Neugeborenen bringt die Seele ihren Atem, das Leben, für ihren Menschen mit. Der erste Atemzug des Neugeborenen ist das Einatmen, der letzte Atemzug beim Sterben des Menschen ist das Ausatmen. Letzteres besagt, daß die Seele den menschlichen Körper von sich wegatmet und den Atem, der, wie gesagt, das kosmische Leben ist, mitnimmt. Dann zerfällt, wie wir schon sagten, der menschliche Körper allmählich in die entsprechenden Bestandteile Wasser und Erde, aus welchen er besteht. Die Energie Mensch wandelt sich in andere Aggregatzustände und liefert auf andere Art und Weise Energie.
Der dem menschlichen Körper innewohnende geistige Leib, die Seele, ist, sobald diese ihre materielle Hülle verlassen hat, von dem, was mit der Hülle geschieht, nicht mehr betroffen.
Die Seele, die ihren Körper von sich geatmet hat, wird sofort nach dem letzten Ausatmen im sterbenden Menschen als Seele ohne physischen Leib wieder einatmen, wobei dann die aktiven Planetenkonstellationen, also aktive Eingaben, die der Mensch irgendwann gemacht hat, auf die Seele einwirken und ihren Atemrhythmus bestimmen.
Kurt: Laß mich bitte einen Augenblick nachdenken! Nach deiner Theorie - verzeih! für dich ist es ja, wie du sagst, Realität! - kann es also der Seele egal sein, was mit dem Körper, in dem sie gewohnt hat, geschieht. Wenn z.B. ein plötzlicher, gewaltsamer Tod eintritt, etwa bei einem schweren Verkehrsunfall oder wenn ein Mensch erschossen oder von Bomben, Granaten etc. tödlich getroffen wird - merkt dann die Seele nichts mehr davon, daß der Körper verletzt oder gar in Stücke gerissen wird?
[...]
Kurt: Ohne daß ich es möchte, steigen vor meinem Auge die Schlachtfelder im Kosovo auf. Mir fallen auch sofort Intensivstationen ein, Operationssäle, Organentnahmen für Organtransplantationen ... Mich schaudert, wenn ich daran denke! Und die Schlachthäuser für "Schlachttiere"? Geht da - nach deiner Information bzw. deiner Ansicht - Gleiches vor sich?
Gabriele: Ähnliches. Es sind wahrlich von unsäglichem körperlichem und seelischem Leid verdunkelte Punkte der Erde.
Kurt: Da kann man nur hoffen, daß das eventuell doch nicht wahr ist!
Gabriele: Ein Sterben, das gesetzmäßig abläuft, ist ein natürlicher Vorgang - sofern sich die Seele nicht von sich aus an den Körper klammert.
Kehren wir zurück zu der Seele, die im normalen Sterbeablauf den Körper verläßt, die letzten Fäden gelöst und sich von den Hinterbliebenen verabschiedet hat. Für sie geht nun das Leben weiter.
Nach dem Leibestod ist die Seele ein feinerstoffliches kosmisches Wesen. Sie ist allerdings umhüllt mit den Eingaben, also mit dem Allzumenschlichen, mit den Belastungen, die sie sich als Mensch geschaffen hat. Die Umhüllungen bezeichne ich auch als die Kleider der Seele, da sie der jeweiligen Generation, in der die Seele Mensch war, gleichen. In dem Maße, wie die Seele die von ihr geschaffenen allzumenschlichen Energien ablegt, gleichsam bereinigt, verändern sich auch ihr Aussehen und ihre Umhüllungen. Auch ihr Atemrhythmus ändert sich entsprechend der jeweiligen Seelenhülle, die ihr die nächsten Bereinigungsschritte vorgibt. Auf diese Weise geht die Seele von einer zur anderen ihr entsprechenden kosmischen aktiven Planetenkonstellation, um in ihrem feinerstofflichen Leib und in diesen Planeten ihre Fehlhaltungen - wir nennen sie die allzumenschlichen Eingaben, die Belastungen bzw. Sünden - zu tilgen, was besagt, daß sie damit ganz allmählich ihre Umhüllungen ablegt.
Diese Vorgänge sind nur mit der Kraft des Allgeistes möglich, mit der Hilfe Gottes, der die getilgten Energien in positive und lichte Kräfte umwandelt, bis die Partikelstruktur der Seele vom Allzumenschlichen gereinigt ist und das All-Licht, die All-Weisheit und Liebe, das Reich Gottes, diese ganz und gar durchstrahlt. Dann ist der feinerstoffliche Leib nicht mehr Seele, sondern wieder das Geistwesen, das heißt, das göttliche Wesen im Kleid der All-Strahlung, weil es wieder feinstofflich und somit zum Gesetz der All-Liebe und Weisheit geworden ist, gleichsam die Prinzipien Gleichheit, Freiheit, Einheit, Brüderlichkeit und Gerechtigkeit geistig verkörpert. Es hat sein göttliches Erbe wieder ganz und gar an- und aufgenommen.
Die von allen Schatten befreite Seele, das lichte, reine geistige Wesen, geht himmelwärts. Es kehrt zu seinem Ursprung, in seine ewige Heimat im reinen Sein, zurück.
Für eine entkörperte Seele kann der Weg aber auch in die entgegengesetzte Richtung verlaufen, nämlich zurück zu einer weiteren Einverleibung, dann, wenn die Seele eine solche als willkommene Möglichkeit sieht, ihren Wünschen und allzumenschlichen Neigungen, ihren Lastern und Leidenschaften, ihren Macht- und Rachegelüsten und, und, und wieder nachzugehen, diese zu erleben und auszuleben oder das auszuführen, was ihr Sinnen und Trachten ist. Dann nimmt diese Seele die nächste Gelegenheit wahr, sich erneut das Menschenkleid überzustülpen.
Ziehen die Seelensinne, gleich ihre allzumenschlichen Eingaben, also zur Erde, und sind entsprechende Magneten, d.h. Eltern, vorhanden, die ihr Erdenkleid zeugen und gebären, dann wird die Seele dieses "anziehen". Sie wird es gleichsam beim ersten Einatmen als Mensch an sich heranziehen und mit einer anderen Gravur des Körpers leben, die den zu jenem Zeitpunkt aktiven Eingaben in Planetenkonstellationen entspricht, die der Mensch in Vorinkarnationen der Seele eingraviert hat. Die aktiven Eingaben sind dann die Steuerfaktoren des neuen Menschen.
Etwa ab dem 6. - 7. Lebensjahr, wenn das Gewissen aktiv wird, beginnt der Mensch, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Ist das Gewissen ausgeprägt, also sensitiver, dann empfängt der Mensch auch über sein Gewissen Impulse von Gott oder von einem unsichtbaren Helfer, wir nennen diesen auch Schutzgeist. Über unser Gewissen kann uns dann - wenn wir wachsam genug sind - bewußt werden, was in unserem Leben negativ ist, um es dann auch mit der Hilfe des ewigen Geistes umzuwandeln, also von Falsch, gleich Negativ, in Göttlich, also in Positiv. Unser Erdendasein stellt uns also jeden Tag vor die Entscheidung, entweder wieder zum Ursprung unseres Seins zurückzukehren - oder uns jetzt als Mensch für eventuelle neue Inkarnationen vorzubereiten, dann, wenn wir uns gegen die göttlichen Prinzipien, gegen unser göttliches Erbe, verhalten im Trenne, binde, und herrsche.
Ob das so ist oder nicht, ist Glaubenssache. Es ist nicht nachweisbar. Du kannst es glauben oder nicht. Es steht dir und jedem frei. Niemand kann einem anderen seinen Glauben beweisen. Auch die Institutionen Kirche können das nicht beweisen, was sie ihren Gläubigen vorgeben. Für eine Glaubensangelegenheit, also für etwas, das nicht beweisbar ist, sollte kein Geld verlangt werden, außer es wird gespendet. Also ist das Zahlen von Kirchensteuer oder der Einbau von in-direkten Abgaben in unsere Steuer, die Subventionen für die Kirche, gegen das Gesetz der Freiheit und somit gegen das ur-ewige Prinzip der Freiheit.
Kurt: Die Kirche - was kann sie schon an ihre Gläubigen weitergeben! Die kirchlichen Oberen verwalten, wie sie sagen, "den Himmel", und dabei wissen sie selbst am allerwenigsten Bescheid.
Ich will nicht sagen, daß ich deine Darlegungen glaube, aber so manches von dem, was du sagst, klingt plausibel. Es kann so sein, kann aber auch nicht so sein. Es ist jedenfalls wohltuend, daß du mir total die Freiheit läßt.
Werte Gesprächspartnerin, du sagst das alles so selbstverständlich - es hört sich an, als würdest du es genau wissen. Auf jede Frage hast du sofort eine Antwort, die sich nahtlos einfügt und absolut logisch ist. So k ö n n t e es wirklich sein ... Aber ich habe mir zur Regel gemacht, nicht vorschnell etwas zu glauben. Ich kann nur sagen: Ich werde mir das, was du sagst, durch den Kopf gehen lassen.
Was mich immer wieder berührt, ist, daß du überhaupt nicht bigott bist, sondern einen sehr neutralen Gesprächsaufbau hast. Du willst mich nicht überzeugen, mich nicht missionieren, deinen Thesen zu glauben. Gerade das schätze ich sehr. In der Vergangenheit habe ich mit religiösen Menschen gesprochen, von denen mich die meisten in ihren Glaubensverbund eingliedern wollten. Daraufhin habe ich die Gespräche abgebrochen und bin, wie man so sagt, geflüchtet; ich habe sehr schnell gemerkt, daß es nicht um Freiheit ging, sondern darum, die Mitgliederzahl der entsprechenden Glaubensgruppierung zu vergrößern. Auf solche Hintergedanken reagiere ich sofort allergisch.
Blieb ich im Gespräch kühl und zurückhaltend, dann wurde so mancher Gesprächspartner fanatisch und drohte mir mit dem Sündenfall, malte mir den Teufel an die Wand und wo ich sein würde, wenn ich nicht tue, was der "Glaube" der jeweiligen Vereinigung sagt. Die Wahrheit hat also verschiedene Ebenen, oder?
[...]
Kurt: Aber kann ich das, was wahr ist, nicht einfach glauben?
Gabriele: Der blinde Glaube besitzt keine Weisheit. Aus ihm entwickelte sich meist ein Fanatismus, der Scheinblüten unterschiedlicher Art trieb und treibt, wie z.B. die Schicksalsergebenheit oder die Angst vor der ewigen Verdammnis. Die nebulöse Abhängigkeit durch einen blinden Glauben führt unter anderem auch zur Bindung an äußere Religionen. Aus den unterschiedlichen Glaubensvorstellungen entwickelte sich die Priesterkaste, die ihrem religiösen Glaubenskonglomerat vorsteht.
Die äußere Religion beruht vielfach auf einem Geschäft mit dem Glauben durch die Androhung der Gottesstrafe und der "Hinrichtung" der Seele: ewig verdammt. Scheinblüten, gleich Auswüchse blinden Glaubens trieben immer mehr wilde Triebe. Mit der Zeit gab es davon unterschiedliche Ableger. Es waren und sind weitere kirchliche Institutionen mit ihren Priesterkasten.
Eine Priesterkaste, die den blinden Glauben von ihren Gläubigen verlangt, ist mit einem falschen Medizinmann zu vergleichen, der vorgibt, heilen zu können. Der echte Medizinmann bemüht sich, den Menschen zu helfen und sie zu heilen. Der falsche Medizinmann hingegen verschafft sich Ansehen, indem er durch mancherlei Brimborium und Vorspiegelungen den Menschen Angst macht. Bekanntlich macht Angst krank. Unter Umständen droht auch der falsche Medizinmann mit dem Zorn seiner Götter, die diejenigen heimsuchen und auf ewig "verdammen" würden, die seinen Worten nicht glauben und seinen Anweisungen nicht folgen. Derlei ist ein wirksames Mittel, um Menschen gefügig zu machen und in den Pferch der Angst zu treiben.
Die Priesterkaste, die ihrem kirchlichen Glaubenskonglomerat vorsteht, institutionalisiert ihre Gläubigen. Sie macht aus ihnen eine Schar zahlender Institutioneller, welche die kirchlichen Scheinblüten als die Wahrheit anbeten. Die Anbetung geschieht unter anderem auch traditionell, was besagt: Jedes Jahr das gleiche Gebet, dieselben Litaneien, die gleichen zeremoniellen Abläufe und, und, und. Das Kirchenvolk bewegt sich in einem Schema, das Jahr für Jahr dasselbe Muster anbietet.
Was einem ständig eingetrichtert wird, zu dem wird man schließlich; das bleibt nicht aus. Das ist das Prinzip der Indoktrination. So kann man sagen: Das Kirchenvolk ist das Klischee, das getreue Abbild der jeweiligen Priesterkaste. Der einzelne Gläubige ist sich gar nicht mehr bewußt, daß er in den engen Bahnen, die von den Lehren und Vorstellungen der Kirche und deren Amtsträgern vorgezeichnet sind, denkt, fühlt, redet, handelt, Entscheidungen trifft, Dinge befürwortet oder ablehnt; er ist ganz der treue, blind gehorsame Vasall der Kirche. Nebenbei bemerkt, ist das ein einträgliches Geschäft. Die Kaste der Priester lebt gut davon.
Werter Gesprächspartner, wohlgemerkt: Mit Gott und Christus hat das nichts zu tun.
Kurt: Verzeih, Gabriele, daß ich so penetrant immer wieder einhake. Darf ich eine Frage einwerfen? Will dein Gott uns Menschen nicht ebenfalls indoktrinieren? Z.B. mit Seinen Zehn Geboten? Oder der Jesus mit Seiner Bergpredigt? Der Vasall der Kirche muß ich ja nicht sein - aber vielleicht der Vasall Gottes?
Gabriele: Gott kennt in Seinem Gesetz keine Vasallen; Er hat mündige Kinder, die frei sind.
Gott läßt uns die Entscheidung, ob wir Seine Gebote annehmen möchten oder nicht. Und: Gott bietet uns Seine Gebote und Jesus bietet uns Seine Bergpredigt nicht an als Grundmuster für Litaneien oder Zeremonien und dergleichen, sondern als Lebensregeln, die eine echte, gleich wirksame Lebenshilfe sein können. Das zeigt sich dem, der sie in seinem Leben tatsächlich anwendet. Schon allein, wenn er, wie Jesus in der Bergpredigt uns Menschen riet, sich ernsthaft bemüht, bei allem Widrigen die Schuld zuerst bei sich selbst zu suchen, anstatt gleich anklagend auf den Nächsten zu blicken, wird er - durch die eigene Praxis! - erfahren, daß sich sein Leben von Grund auf ändern kann.
Gott indoktriniert dich nicht. Er möchte keinen blinden Glauben an Ihn oder an irgendwelche Glaubenssätze. In einfachen Worten gesagt: Gott, unser ewiger Vater, freut sich, wenn Sein Kind aus freien Stücken Ihm näherkommt, weil es auch die Erfahrung gemacht hat, daß es sich mit Gott leichter leben läßt.
Kurt: Ein umwerfend schlichter Satz! Du sprichst vom "Splitter und Balken", nicht wahr? Wie du siehst, kenne ich die Bibel ziemlich gut.
Wenn du das so sagst, habe ich direkt Lust, das mal auszuprobieren; zu erforschen, ob es bei mir einen Effekt hat, und welchen. Ich muß nur in den Situationen rechtzeitig daran denken. Vielleicht sollte ich es mal mit dem sprichwörtlichen "Knoten im Taschentuch" probieren? Oder ich stecke mir einen kleinen Stein in die Hosentasche, als Erinnerungsstütze. Ich sage dir jedenfalls nächstes Mal, was dabei herausgekommen ist. Es hat mir schon immer Spaß gemacht, zu experimentieren.
Doch zurück zu den Kirchen.
Sollte es im All die Ausgewogenheit der Kräfte geben, in die wir Menschen eingebunden sind, dann ist das, was sämtliche Kirchen betreiben, zu profan, als daß man an ihr "Gottesbild" glauben könnte!
Für mich sind das alles selbstgeschaffene Götter. Jeder, der sich von dieser Vielgötterei abhängig macht, ist göttergläubig und geblendet. Die Götter ändern im Wechsel der Generationen immer wieder ihre Ansichten, denn von Generation zu Generation werden neue Glaubensdekrete erlassen, die das ausschließen, was unter Umständen früher Gültigkeit hatte; dabei denke ich an das Alte Testament. Was im heutigen "Götterhimmel" alles los ist, ist ja gar nichts im Vergleich zu den Zeiten unserer Altvordern, als man den Göttern außer Zeremonien und Weihrauch auch Schlachtopfer darbringen mußte, um sie zu beschwichtigen bzw. gewogen zu stimmen. Man mußte ihnen sogar Menschen opfern. Die damaligen "Götter" haben heute ihre Namen und einige Ansichten geändert; auch ihre Kleider wechselten sie, hingegen der Götterglaube blieb.
Auch heute gibt es noch lebende und verstorbene Götter. Es ist zum einen der "heilige Vater" im Vatikan oder seine "Heiligkeit" aus Tibet; zum anderen wurden von der katholischen Kirche diverse Verstorbene in den Stand der "Heiligen" erhoben. Wo befinden sich eigentlich diese "Götter"?
[...]
Kurt: Die katholischen Götter lehren, daß am jüngsten Tag der verstorbene Mensch, wieder Fleisch geworden, auferstehen würde. Ich weiß nicht, ob die evangelischen Götter dasselbe lehren.
Gabriele, bevor ich weiter meine despektierlichen Gedankengänge abspule, eine Frage:
Da du doch den, den du "Gott" nennst, wie’s scheint, so gut kennst, wirst du mir auch sagen können, ob dein Gott etwas gegen logisches Denken einzuwenden hat. Kirchlicherseits wird logisches Denken abgelehnt. Der dort propagierte Gott ist offensichtlich bar jeden Verstandes. Der gibt, wenn man so Seine Edikte und sonstigen Lehr- und Glaubenssätze betrachtet, viel Widersinniges von sich. Ein Lehrsatz sagt dies, der nächste das Gegenteil. Und das soll die Wahrheit sein?
Und möchte man dieses mehr als verworrene Dickicht mit dem Verstand durchdringen, so sieht man sich mit dem Verweis auf die "Geheimnisse Gottes" daran gehindert. Diese "Geheimnisse" kommen mir vor wie Lückenbüßer. Sie müssen m.E. für alles herhalten, was schlechterdings denn doch zu paradox ist, als daß man es jemandem noch vorsetzen und zumuten könnte.
Also, Gabriele, ich möchte gern wissen, ob bei deinem Gott Logik erlaubt ist.
Gabriele: Werter Kurt, könnte es sein, daß sich hinter manchen deiner einfachen, unschuldigen Fragen hin und wieder ein kleines "Schlitzohr" verbirgt? Mir kommt es fast so vor, als wüßtest du, wenn du die Frage stellst, schon im voraus in etwa die Antwort. Dein Schmunzeln bestätigt es.
Kurt: Werte Gabriele, das ist natürlich richtig. Ich weiß inzwischen in etwa, wo es bei deinem Gott "längsgeht" und daß du mir nicht sagen wirst, Er sei gegen logisches Denken.
Deswegen sind mein Zorn und meine Auflehnung gegen Ihn aber noch lange nicht verraucht. Und annehmen will ich Ihn schon gar nicht. Nach allem, was du mir über das ganze Thema erzählt hast, ist das einzige, was ich gegen Gott - falls Er existiert - an Wirksamem aufbringen kann, mein entschiedenes "Nein!" Ihm gegenüber. Dagegen ist Er machtlos, denn ich habe den freien Willen. Außerdem bin und bleibe ich Atheist, und als dieser möchte ich nun gern das Gespräch fortsetzen.
Jetzt bist du dran!
Gabriele: Nun gut, ich will dir eine Antwort geben, allerdings eine kurze:
Gott ist das All-Gesetz. Das All-Gesetz wird auch der Logos genannt; es ist glasklar und durch und durch logisch. Gott ist der Logos und somit logisch.
Kurt: Danke. Denken wir also logisch in bezug auf die leibliche Auferstehung:
Wie ist das möglich, wenn z.B. ein toter Leib verbrannt wird oder wenn Gliedmaßen abgenommen und verbrannt werden oder, wie es seit neuestem geschieht, daß - sogar unter Befürwortung kirchlicher Amtsträger - von noch nicht Toten Organe genommen und in einen anderen Leib transplantiert werden? Das kranke Herz wird verbrannt, das gesunde Herz, das Spenderherz, schlägt in einem anderen Körper. Haben bei der fleischlichen Auferstehung beide nur ein Herz? Oder wer von beiden bekommt das Herz - der Spender oder der Empfänger? Woher nehmen all jene ihre Gebeine, die schon längst zu Asche geworden sind? Oder wenn der ganze Leib verbrannt wurde, wer oder was wird auferstehen? Fällt das Ganze unter die "Geheimnisse", oder ist das wieder mal die Willkür eines der vielen Götter?
Die kirchlichen Obrigkeiten bezeichnen die Organspende als gottgewollt; sie gehöre unter anderem auch zur Nächstenliebe.
Werte Gesprächspartnerin, bitte, schau nicht so ungläubig - ich habe hier den Beweis. Lies bitte in der "Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz und des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland über die Organtransplantationen."*
Gabriele: Werter Gesprächspartner, darf ich aus dem gemeinsamen Text der katholischen und lutherischen Kirche, den du mir hier zeigst, einiges zitieren, bevor ich mich auf die Lehre des Jesus, des Christus, stütze und auch die pharmazeutische Industrie und die blind Gläubigen mit einbeziehe?
Kurt: Zitiere nur! Das kann jeder lesen, denn es ist veröffentlicht.
Gabriele: Da heißt es im Vorwort auf Seite 5: "Die Kirchen sehen unter bestimmten Bedingungen, die in der Erklärung genannt sind, in einer Organspende durchaus die Möglichkeit, über den Tod hinaus das eigene Leben in Liebe für den Nächsten hinzugeben."
Im gleichen Text heißt es auf Seite 8: "Der Empfänger eines Organs braucht keine Änderung seines Wesens zu befürchten ..."
Das Ungeheuerlichste lese ich hier auf Seite 23. Da heißt es: "Zugleich kann in der Organspende noch über den Tod hinaus etwas spürbar werden von der ‘größeren Liebe’ (Joh 15, 13), zu der Jesus seine Jünger auffordert."
Es wird im Zusammenhang mit Organtransplantation viel vom Herz- oder Hirntod gesprochen. Eines muß bedacht werden:
Kein Toter kann einem Lebenden sein Organ übertragen, sondern der sogenannte Tote hat noch seinen Herzschlag; es bestehen also noch verschiedene Funktionen im Organismus, auch wenn sie künstlich - durch Apparate - aufrechterhalten werden. Auf jeden Fall ist die Seele so lange an ihren Körper gebunden, wie das Herz schlägt. Der Herzschlag, ganz gleich, ob ihn der Körper noch aus eigener Kraft zustande bringt oder nur noch mit Hilfe von außen, weist darauf hin, daß Gott immer noch durch die Seele des Menschen atmet, der zur Organentnahme vorbereitet wird. Daraus ergibt sich, daß die Seele des Menschen sich noch im Körper befindet und die Schmerzen empfindet, wenn das Herz aus dem Leibe genommen wird.
Jesus sprach niemals von einer Nächstenliebe, die eine Organtransplantation gebietet. Jesus sagte: Folge du Mir, und laß die Toten ihre Toten begraben! Er sagte also nicht: Schlachtet eure Brüder und Schwestern aus, die von euch Totgesagten, und erweckt Schwerstkranke durch Organtransplantation zum "neuen" Leben. - Eines Tages werden kirchliche Obrigkeiten und alle, die in einer Organtransplantation die "göttliche Nächstenliebe" wissen wollen, das Weltall-Gesetz vernehmen, den All-Geist, der ihnen die Frage stellt: Kain, wo ist dein Bruder Abel?
Zu den geistig Toten, von denen Jesus sprach, gehören vor allem die kirchlichen Amtsträger und alle, welche die "Nächstenliebe" in Transplantations-Schlachthöfen praktizieren. Diese "kirchliche Nächstenliebe" spricht man wieder einmal Jesus, dem Christus, zu, ähnlich wie das Töten bei den Kreuzzügen und im Mittelalter, wo Menschen bei lebendigem Leib verbrannt wurden und Schlimmeres.
Kurt: Die "Nächstenliebe" der Kirchen ist anscheinend immer auf das Hinschlachten bezogen.
Gabriele: Heute reicht die "kirchliche Nächstenliebe" bis zur pharmazeutischen Industrie, an der - soweit mir bekannt ist - unter anderem auch die Kirchen durch Wertpapiere mitbeteiligt sind, um ihre Finanzskala noch höherzuschrauben. Dabei sollen natürlich auch die Krankenkassen nicht zu kurz kommen, denn sie erhöhen die Krankenkassenbeiträge, weil die Transplantationen - sprich: die "kirchliche Nächstenliebe" - entsprechende Kosten verursachen.
Wer bezahlt diese "Nächstenliebe", die über die Krankenkassen zur Pharmazie und von der Pharmazie wiederum zu den Aktionären gelangt, zu denen auch die Kirchen gehören? Wieder mal das Volk.
Und wer zahlt die kirchliche Hochfinanz? Wieder mal das Volk durch die Kirchensteuer und die Subventionen, die im staatlichen Steuersystem verankert sind.
Ich zitiere abermals Jesus, der sagte: "Laßt die Toten ihre Toten begraben." Die Kirche spricht sinngemäß: Ihr "Totgeweihten" - wohlgemerkt, es sind Scheintote, nicht Tote -, spendet eure Organe, um diese den "Lebenden" zu übertragen, auch wenn diese schon zu den Totgesagten gehören. - Das wäre, so meinen die Kirchen, die überaus große Nächstenliebe des Gottes, unseres Vaters, durch Jesus, den Christus, unseren Erlöser. Wer diese Scheinheiligkeit nicht durchschaut, der soll sich als Scheintoter aufsägen, seine Organe entnehmen lassen und, so er sich Organe seines Bruders oder seiner Schwester wünscht, sich diese transplantieren lassen. Die Mißachtung des Lebens, gleich, in welcher Form, hört wohl nicht mehr auf.
Die kirchlichen Amtsträger wissen nicht, was Nächstenliebe bedeutet. Wenn sie von Nächstenliebe reden, dann halten sie schon das Spendenkonto bereit oder den Klingelbeutel, um das Volk aufzufordern, die Nächstenliebe zu praktizieren.
Anstatt die Organtransplantation zur "Nächstenliebe" zu erklären, wäre es besser, sie würden beginnen, sich in der Nächstenliebe einzuüben, indem sie in unterentwickelten Ländern den alleinstehenden und bettelnden Kindern helfen, von denen immer wieder einige eingefangen werden, um ihnen - überspitzt gesprochen - die "kirchliche Nächstenliebe" aus dem Leib zu reißen, Organe für die Organtransplantation.
Wo befinden sich die Seelen beider - die Seele des Bruders oder der Schwester, also der Hingeschlachteten, gleich Ausgeschlachteten, und die Seele dessen, der ein Organ des nun "Toten" empfangen hat?
Nach dem Prinzip Gleiches zieht Gleiches an befindet sich die Seele bei dem, der mit dem Organ seines nun toten Bruders oder seiner toten Schwester lebt, denn im transplantierten Organ wirken die Lebensprogramme und die Gene des jetzt Toten weiter, also aktive Kräfte, die auch in dessen Seele gespeichert sind.
Ich wiederhole noch einmal: Einem Toten kann man keine lebenden Organe entnehmen, also ist der Mensch nur hirntot. Solange das Herz schlägt und der Körper ausscheidet, ist der Mensch nicht tot, auch wenn eine Maschine für den Herzschlag sorgt.
Wer kann beweisen, daß der von Menschen Totgesagte nicht doch noch zum Leben zurückfindet? Jesus hat nicht gesagt, daß scheintot gleich tot ist. Der Geist Gottes vermag alles. Er kann auch einen Scheintoten erwecken. Jesus hat das getan; Er hat Lazarus erweckt, den Jüngling zu Nain, das Töchterchen des Jairus und andere mehr. Er, der allweise Geist, kann auch einem Hirntoten, also einem Scheintoten, das Erdenleben weiter erhalten, wenn dies gut ist für dessen Seele. Die kirchlichen Obrigkeiten wissen es natürlich besser als Jesus, der Christus.
Was eine Seele bei der Organentnahme durchmacht, dann, wenn sie vernimmt, was geschehen soll, und vor allem, wenn es geschieht, wenn der scheintote Körper mit einer Art Kreissäge aufgesägt wird und die Ärzte - überspitzt gesprochen - im Blut des Aufgesägten waten, kann niemand ermessen.
Die unsagbaren Schmerzen gehen in die Seele dessen ein, der auf der "Schlachtbank" liegt. Die Seele kann ihren Körper nicht verlassen, weil durch entsprechende Maschinen das Herz und alle weiteren Organe künstlich in Gang gehalten werden. Ich wiederhole bewußt ein weiteres Mal: Solange das Herz schlägt - auch durch das Einwirken von Apparaten - ist Atem, also Leben, vorhanden. Atem ist das Leben; das Leben ist Gott. Atmet der Mensch - wie auch immer -, so ist die Seele noch an ihren Körper gebunden. Ist das Organ entnommen und werden die Maschinen beim Spender abgeschaltet, dann bleibt diese Seele bei ihrem Organ, das für die Transplantation vorbereitet wird. Ist es transplantiert, dann hängen zwei Seelen an einem Körper: Die eine, die zum Körper gehört, und die andere, die zum transplantierten Organ gehört. Beide Seelen wollen "ihren Körper". Was sich im Unsichtbaren abspielt, ist unterschiedlich, je nachdem, welche Programme im Spenderorgan und im Körper des Transplantierten aktiv sind.
Im Sichtbaren wird der Kampf dahingehend offenbar, daß die Schwingung des transplantierten Organs sich mit der Körperschwingung des Lebenden nicht verträgt; also werden lebenslang Medikamente verabreicht, welche die Abstoßung des fremden Gewebes verhindern sollen. Über das, was geschieht, wenn der Organismus das Spenderorgan abstößt und sich eventuell im Jenseits beide Seelen begegnen, die des Spenders und die des Empfängers, ist keine generell gültige Aussage zu machen; es kommt auf die Art ihrer persönlichen Eingaben in die entsprechenden Planetenkonstellationen an. Auf jeden Fall sind an der Kausalität dieser sogenannten "Nächstenliebe" die Vertreter der Kirchen erheblich beteiligt - und letztlich jeder, der diese kirchliche Scheinheiligkeit befürwortet, und sei es nur dadurch, daß er davon weiß und dennoch dazu schweigt.
Jeder Mensch hat seine Lebensprogramme. Wirken nun die Programme des Spenderorgans auf den Empfänger ein und umgekehrt, die Programme des Empfängers auf die Seele, die an dem Spenderorgan ihres ehemaligen Menschen hängt, dann finden beide nicht mehr zu ihren persönlichen Lebensprogrammen. Das bedeutet, daß unter Umständen beide Seelen an die Inkarnationskette gebunden sind. So will es der Gegner der göttlichen Prinzipien! Das Prinzip des Widersachers Trenne, binde und herrsche reicht bis zur Organtransplantation und zur Genmanipulation oder gar zur Zeugung in der Retorte oder dem Klonen, aus einem mach zwei.
Es gibt keine fleischliche Auferstehung, sondern die geistige Auferstehung, die sich dann vollzieht, wenn die Seele auf dem Weg zum Reich Gottes "den Reinheitsgrad" erlangt hat, wodurch die göttlichen Prinzipien erwachen und die Seele zurückkehrt in die ewige Heimat, das Gottesreich, das ihr ewiges Sein ist.
Kurt: Wenn das stimmt, was du über die Vorgänge bei Organtransplantationen vorgetragen hast - es ist natürlich nicht nachweisbar -, dann ist das ein Horrorszenario. Und das geht doch möglicherweise lebenslang. Ich habe Berichte gelesen von Menschen, die z.B. mit einem fremden Herzen leben. Sie sind wesensmäßig verändert; sogar ihre Neigungen und Vorlieben sind andere, ihr ganzer Charakter. Das mutet an, wie einem Frankenstein-Thriller entnommen!
Eine Frage: Hast du schon einmal den Transplantationspaß eines kirchlichen Amtsträgers gesehen?
[...]
Kurt: Man könnte fast den Eindruck haben, sie haben Angst, daß der Transplantierte irgendwie Ansprüche auf den Titel "Exzellenz" oder "Eminenz" stellen könnte, wenn diese Programme im transplantierten Organ durchdrücken und unter Umständen der Organempfänger das Gehalt eines solchen kirchlich Hochgestellten beanspruchen würde. Auf der anderen Seite habe ich gelesen, daß ein Kardinal in Rom seinen Organspenderpaß beständig in der Tasche trägt.
Gabriele: Willst du mich auf den Arm nehmen? Die römischen Kardinäle sind meist über 70 Jahre alt. Meines Erachtens können sie einen Organspenderpaß ohne Angst, Organspender zu werden, in der Tasche tragen. Wer möchte denn schon ein abgetragenes, verschlissenes Organ, das schon den "Todespaß" trägt!
Kurt: Das Blut des Menschen ist auch ein Teil seines Körpers und zudem ein wesentlicher Lebensträger. Allerdings ist es mit weniger Aufwand verbunden, es auszutauschen. Was sagst du zur Blutspende?
[...]
Kurt: Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß die Menschheit im Namen des wissenschaftlichen "Fortschritts" und der kirchlichen "Nächstenliebe" entschieden zu weit geht. Auch als Atheist habe ich das sichere Gefühl, daß es bestimmte Grenzen gibt, die nicht überschritten werden sollten. Ich weiß, daß es schon in vergangenen Zeiten, über die wir heute wenig mehr wissen, hohe Kulturen gegeben hat. Es könnte m.E. gut sein, daß auch damals gewisse Grenzen überschritten worden sind, was dann zum Untergang dieser Kulturen führte. Ist es also schon wieder soweit? Dann Gnade uns Gott.
Sollte es einen Gott oder, wie du sagtest, eine kosmische Intelligenz geben - was ich bezweifle -, und entspräche diese deinen Aussagen über Gott und wäre dieser angebliche Gott absolut gerecht, also ohne Vorurteile, dann käme also buchstäblich das eben genannte Sprichwort zum Tragen: Gnade uns Gott!
Ja, könnte Gott uns - so Er existiert - in dieser Situation überhaupt mit Seiner Gnade helfen? Was wäre, wenn Er ein Machtwort spräche - wer würde sich darum scheren? Wer würde sich besinnen?
Gabriele: Er spricht Sein mächtiges Wort - durch Propheten, heute eine Prophetin. Viele, viele hören es, und vielen ist es bekannt. Aber wer besinnt sich? Wer ändert sich und seine Lebensweise, sein Verhalten? Wenige.
Kurt: In unseren Gesprächen wundere ich mich immer wieder, mit welch einer Sicherheit und Logik du meine Fragen angehst und beantwortest. Woher nimmst du die Autorität, so zu antworten?
[...]
Kurt: Ja, und das ist auch deutlich zu merken!
Vor ein paar Tagen hörte ich im Fernsehen die Stellungnahme eines Repräsentanten der Kirche zu "Du sollst nicht töten" und zum Kosovo-Krieg. Es war meines Erachtens ein schwaches Bild. Die erste Aussage, die der Bischof machte, schränkte er sofort mit der darauffolgenden wieder ein. Er sprach von einem "fast unauflösbaren Dilemma" der Kirche und "da weiß im Grunde keiner einen anderen Weg" ... als Krieg, meinte er. Er erwog sogar indirekt die "Vorstellbarkeit" eines "Tyrannenmordes", fügte jedoch hinzu: "Aber ich glaube nicht, daß man heute so denken und so vorgehen kann." Christus erwähnte er mit keinem Wort. Das war also "seine Offenbarung"!
Gabriele: Werter Gesprächspartner, merke dir: Du bist ein freies Menschenwesen. Bleibe frei! Willst du der ewigen Quelle in dir näherkommen, dann achte auf deinen Charakter. Wenn du möchtest, beginne mit folgenden kostbaren Gesetzmäßigkeiten, wegweisenden Worten des Lebens, die uns aus der ewigen Quelle gegeben sind. Es sind Lebensregeln, die aus uns einen wertvollen Menschen mit gutem Charakter machen - natürlich nur dann, wenn wir das anwenden, was uns die ewige Quelle rät:
Was du willst, daß dir andere tun sollen, das tue du ihnen zuerst.
Oder:
Was du nicht willst, daß man dir tu, das füg’ auch keinem anderen zu.
Oder:
Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?
Wer sich daran hält, der wird - symbolisch gesprochen - zu einem geistigen Brunnen und taucht in die ewige Quelle des Lebens ein. Dann versteht er auch die Gebote des All-Einen und die Bergpredigt Jesu.
Kurt: Wer also aus seinem Denken "den Teufel austreibt", dem wäre demzufolge möglich, Hinweise aus der "ewigen Quelle" zu bekommen?
Gabriele: Wenn du mit dem "Teufel" das Gegensätzliche im Verhalten des Menschen meinst, das dieser bei sich selbst austreiben muß, um mehr und mehr von der ewigen Quelle zu empfangen, dann kann deine Frage mit ja beantwortet werden.
Kurt: Kann jeder seinen "Teufel" austreiben? Wenn er das möchte, natürlich?
[...]
Kurt: Das ist eben nicht so! Der Vatikan wird es dir in einem neuen Handbuch beweisen. Vor einiger Zeit las ich im Videotext folgendes:
Rom: Der Vatikan hat ein neues Handbuch für Teufelaustreibungen vorgestellt. In dem 90seitigen Dokument werden als Exorzisten tätige katholische Priester aufgefordert, mit "äußerster" Vorsicht und Umsicht zu agieren, um Fälle von Besessenheit von psychischen Krankheiten unterscheiden zu können. Die bisherigen Richtlinien stammten aus dem Jahr 1614.
Als Zeichen für Besessenheit gelten: das Sprechen fremder Sprachen, eine unnatürliche physische Kraft und eine irrationale Aversion gegen Gott.
Was sagst du jetzt?
Gabriele: Na, das ist ja sehr einsichtig. Soweit mir bekannt ist, mußte der Staat bisher immer der Kirche entgegenkommen. Jetzt, scheint es - und das wenigstens einmal - kommt die Kirche dem Staat entgegen. Denn wenn das so ist, wie es im Videotext steht, spart der Staat einen kirchlichen Feiertag - den Pfingstmontag!
Ist diese Aussage im Videotext mit dem Handbuch für Teufelsaustreibungen identisch, dann müßte das Pfingstfest generell aufgehoben werden, weil dann zu Pfingsten vor ca. 2000 Jahren nicht bei allen die Ausgießung des Heiligen Geistes stattfand, sondern verschiedentlich eine Teufelsbesetzung: Damals sprachen nämlich mehrere Anwesende "in Zungen"; es war das "Sprechen in fremden Sprachen". Bisher galt dies als "Geistesgabe", heute spricht die katholische Kirche von eventuellen Zeichen der Besessenheit. In der Bibel steht hierzu folgendes:
Apostelgeschichte 2:
Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.
Apostelgeschichte 10:
... Die gläubig gewordenen Juden, die mit Petrus gekommen waren, konnten es nicht fassen, daß auch auf die Heiden die Gabe des Heiligen Geistes ausgegossen wurde. Denn sie hörten sie in Zungen reden und Gott preisen. Petrus aber sagte: Kann jemand denen das Wasser zur Taufe verweigern, die ebenso wie wir den Heiligen Geist empfangen haben? ...
1. Korinther 12:
... Es gibt verschiedene Kräfte, die wirken, aber nur den einen Gott: Er bewirkt alles in allen ... Dem einen wird vom Geist die Gabe geschenkt, Weisheit mitzuteilen ..., wieder einem andern verschiedene Arten von Zungenrede, einem andern schließlich die Gabe, sie zu deuten ...
1. Korinther 14:
Jagt der Liebe nach! Strebt aber auch nach den Geistesgaben, vor allem nach der prophetischen Rede! Denn wer in Zungen redet, redet nicht zu Menschen, sondern zu Gott; keiner versteht ihn: Im Geist redet er geheimnisvolle Dinge. Wer aber prophetisch redet, redet zu Menschen: Er baut auf, ermutigt, spendet Trost ...
Kurt: Diese ganze Vielfalt von Ungereimtheiten müßte dich - in bezug auf deinen Gott - ins Wanken bringen.
Bist du dir so sicher, daß dein Gott der wahre Gott ist?
[...]
Kurt: Seitdem ich mit dir im Gespräch bin, denke, denke und denke ich. Vieles habe ich noch nicht begriffen. Zum Begreifen dessen, was du gesagt hast, gehört ein guter Wille, und den habe ich.
Werte Gesprächspartnerin, ich möchte dich für weitere Gespräche gewinnen, dich als wertvollen Gesprächspartner nicht mehr missen, denn die Freiheit, die du in deinen Antworten und Darlegungen herüberbringst, ist wohltuend.
Um mir weitere Informationen für Gespräche über - na ja, ich will’s so nennen - Gott zu holen, werde ich hin und wieder den Ort in Würzburg aufsuchen, den ihr Begegnungsort der Gottsucher nennt. Ich will jedoch gleich richtigstellen, daß ich einen Gott nicht suche, sondern mir nur Gesprächsstoff aneignen möchte, um mit dir wieder ins Gespräch zu kommen.
Gabriele: Natürlich, ganz natürlich.
Kurt: Und ich möchte dir dann auch über das berichten, was dabei herauskommt, wenn ich probiere, in allem erst auf mich zu sehen, meine Schuld und meinen Anteil zu finden, und nicht gleich den "Splitter" beim anderen zu suchen. Da muß ich noch dahinterkommen, wie das geht.
Gabriele: Mal eine Frage an dich: Wie denkst du über einen Menschen, der anders denkt als du? Wenn du z.B. im Gespräch feststellst, daß er ganz anderer Ansicht ist?
Kurt: Meistens wende ich mich dann sehr schnell von ihm ab, denn ich will ihn ja nicht zu meinen Ansichten überreden. Mag er doch anders denken! Das ist s e i ne Sache. Ich sage dann in etwa: "Jeder hat seine Ansicht."
Gabriele: Ja, und während er spricht - was denkst du dann über ihn? Hast du dich diesbezüglich schon einmal beobachtet? Und warum wendest du dich ab? Und warum wendest du dich von mir, die ich, besonders zu Anfang unserer Gespräche, ja auch vieles gesagt habe, das deiner Sichtweise zuwiderlief, nicht ab?
Kurt: Du stellst Fragen! Ich muß sagen, ich weiß es nicht so recht, im Augenblick ...
Gabriele: Stell dir vor, da kommt einer und sagt zu dir: "Ich fände es richtig, daß alle Menschen kirchengläubige Christen wären. Die Kirche tut ja so viel Gutes! Das war schon immer so. Durch alle Jahrhunderte war sie Wohltäter der Menschen. Ich weiß, daß ich ohne die Kirche nicht zu Gott kommen kann. Ihre Gnade bewahrt mich vor der ewigen Verdammnis." So spricht dein Mitmensch.
Na, werter Freund, was sagst du nun?
Kurt: Mag der doch weiter so sein, wie er will, und sich für dumm verkaufen lassen! Von der Sorte laufen viele herum. Auf solches Gerede laß i c h mich doch nicht ein!
Gabriele: Merkst du was?
Irgendwann wirst auch du verstehen, was es heißt, hinter die Worte zu blicken oder, anders ausgedrückt, in die Worte zu schauen.
Kurt: Was meinst du damit!
Gabriele: Werter Gesprächspartner, die absolute Ehrlichkeit zu uns selbst, um uns selbst und unseren Charakter kennenzulernen, zieht nicht den "positiven", eventuell scheinbar uneigennützigen Gedanken oder das wohlmeinend und hilfreich klingende Wort in Betracht, sondern das, was sich i n unseren Gedanken und Worten tummelt. Unsere unter Umständen ganz anderen Gefühle und Hintergedanken, das sind wir, das ist unser derzeitiger Charakter.
Kurt: Du willst damit sagen, daß ich mich nicht kenne?
Gabriele: Die meisten Menschen kennen sich nicht. Viele tun sehr verbindlich und freundlich oder sehr würdevoll und selbstgefällig und merken oftmals gar nicht, daß ihnen die Falschheit gleichsam aus dem Gesicht spricht.
Die Masse der Menschen kann mit einem Schwamm verglichen werden; wo man ihn auch hineintaucht - er saugt alles auf. Die Masse der Menschen kennt sich selbst nicht und durchschaut daher auch nicht die kirchlichen "Würdenträger" und auch nicht die Volksvertreter, obwohl beide, sowohl die Volksvertreter als auch die "Würdenträger" - im Grunde genommen die meisten Menschen -, in einem derart überzogenen Maße sich selbst darstellen, daß es selbst einem Gleichgültigen auffallen müßte.
Für den, der sich selbst erforscht und durchschaut und seinen Charakter durch die schrittweise Erfüllung der göttlichen Gesetzmäßigkeiten verfeinert, für diesen Menschen sind seine Mitmenschen, einerlei, welcher Rangordnung sie angehören, ein offenes Buch.
Kurt: Mammamia, was zauberst du noch alles aus dem Hut oder holst aus der Trickkiste?
Gabriele: Weder zaubere ich, noch hole ich es aus der Trickkiste, sondern empfange es, wie schon gesagt, aus der nie versiegenden ewigen Quelle, die in jedem von uns fließt. Es ist der Ur-Quell, die ewige Wahrheit, die göttliche Weisheit.
Allerdings müssen wir den geistigen Brunnen, der wir sein sollten, erst wieder in uns schaffen, also zum Brunnen werden, um vom Ur-Quell des Lebens, von der ewigen Wahrheit, der göttlichen Weisheit, empfangen zu können.
Kurt: Bitte verdeutliche mir deine letzten Aussagen in bezug auf: In oder hinter die Worte und Gedanken zu schauen. Langsam beginne ich an mir zu zweifeln.
Gabriele: Bitte zweifle an dir nicht, sonst gehst du mit der Masse konform und würdest dich von anderen, von deren Vorstellungen, abhängig machen; dann würden auch unsere weiteren Gespräche einseitig verlaufen und die Würze verlieren.
Zu deiner Frage, "hinter die Gedanken und Worte zu schauen", sei gesagt: Beobachte dich, wenn du z.B. sprichst oder wenn du über deine Mitmenschen nachsinnst oder nachdenkst, ob deine Worte tatsächlich deinem Denken entsprechen und ob deine Gedanken mit deinen Gefühlen übereinstimmen. Oder steckt im Wort - man kann auch sagen: hinter dem Wort oder hinter dem Gedanken - etwas ganz anderes?
Zum Beispiel können wir loyal und einschmeichelnd reden - was denken wir jedoch? Was ist es, das wir nicht aussprechen können, das unserem loyalen Verhalten, unseren scheinbar gütigen und verständnisvollen Worten entgegensteht? Das, was entgegensteht, schwingt in unseren Worten und in unseren Gedanken. Der I n h a l t unserer Worte und Gedanken macht ihren wahren Wert aus.
Zum Beispiel werten wir unsere Gesprächspartner gedanklich ab, unsere Worte jedoch sind sehr verbindlich, sehr wohlwollend und signalisieren, oberflächlich betrachtet, Konformität. Wir müssen zu uns selbst ehrlich sein und uns selbst unter die Lupe nehmen, uns also genau prüfen, was hinter unseren Verhaltensweisen steckt, unsere wahren Gefühle, Ansichten und Absichten. Das, was wir nicht ohne weiteres aussprechen wollen, also unsere Geheimnisse, die wir in unseren Gedanken und Worten verbergen, das sind wir, das ist unser Charakter; das zeichnet und prägt auch unseren Körper. Es stellt sich auch in unserer Körperhaltung zur Schau, auch in unserer Gestik und Mimik.
Kurt: So ehrlich und aufrichtig soll ich zu mir selbst sein? Ich stelle mich dann ja vor mir selbst bloß! Das führt doch zu Minderwertigkeitskomplexen.
Gabriele: Was ist schon dabei, wenn wir uns vor uns selbst bloßstellen? Wer zu sich selbst ehrlich ist, wird sicherlich nicht von seinen Minderwertigkeiten geplagt werden, eher von seinen Niederträchtigkeiten.
Es gibt ein Sprichwort, das heißt: Ehrlich währt am längsten. - Wer nach Ehrlichkeit und Gewissenhaftigkeit strebt, der will auch seine Mitmenschen nicht übervorteilen. Wer sich selbst kennenlernt und das Gebot beachtet: Was du nicht willst, daß man dir tu, das füg’ auch keinem anderen zu, der wird mit der Zeit seine Mitmenschen durchschauen.
Kurt: Oje, ich merke schon: Wie oft habe ich mich über meine Gesprächspartner gestellt und geringschätzig über sie gedacht! Sicherlich habe ich sie oft vor den Kopf gestoßen mit meiner Überheblichkeit. Ich dünkte mich immer sehr klug. Da kommt mir meine Mutter in den Sinn. Mein Verhalten ihr gegenüber muß sie sehr verletzt haben.
Auch ein Kollege steht mir vor Augen. Wie habe ich dem übel mitgespielt! Ihm gegenüber war ich freundlich und zuckersüß - zu unserem Chef redete ich über ihn ganz anders. Wie fies und hinterhältig das war, habe ich mir damals gar nicht bewußt gemacht. Ich wollte nur erreichen, was ich dadurch dann ja auch erreicht habe. Nun tut mir das leid. Es geht ihm nämlich nicht bestens, und er hat Familie ...
Und mein Chef - der hat mich schon immer maßlos aufgeregt, weil er so arrogant und selbstherrlich ist. Er weiß immer alles besser. Nichts kann man ihm recht machen. Und wie der seinen Vorgesetzten zum Munde spricht! Richtig peinlich und widerwärtig ist das! - Du meine Güte, Gabriele, und jetzt sehe ich mit einem Mal, daß vor allem ich es bin, der arrogant, selbstherrlich, besserwisserisch ist, und, wenn es mir von Nutzen ist, sogar kriecherisch, feige, falsch und gemein.
Jetzt müßte ich ehrlicherweise sagen: Ich bin ein niederträchtiges Subjekt, das in vielen Situationen nur auf seinen Vorteil blickt und anderes mehr.
Gabriele: Siehst du, jetzt kannst du sagen: Sieh zuerst deinen Balken in deinem Auge, bevor du immer wieder den des anderen beäugst. Jetzt würde z.B. Jesus, der Christus, zu dir sagen: Willst du so, wie du warst oder noch bist, nicht mehr sein, dann bereue die Falschheit, und tue Gleiches und Ähnliches nicht mehr.
So wir uns daran halten, werden wir lautere und ehrliche Menschen. Dadurch verändern sich unsere Charakterzüge, unser ganzes Verhalten wird offener, freier und zugänglicher. Dann können wir unseren Mitmenschen ehrlich und offen begegnen, ohne sie zu verletzen.
Kurt: Du durchschaust die kirchlichen "Würdenträger" und die Volksvertreter - sicherlich auch mich?
[...]
Kurt: Dann durchschaust du sicherlich auch die Politiker? Eine Frage: Vor kurzem hatten wir die Bundestagswahlen. Warst du oder gehst du überhaupt zur Wahl?
Gabriele: Wen oder was soll man wählen? Man wählt immer nur die Sprüche der Kandidaten.
Kurt: Du bist so geradeheraus! Das stimmt, es geht um Macht; dabei ist man auch mit Sprüchen nicht gerade zimperlich.
Zum Stichwort "Politiker" käme mir jetzt noch so etliches in den Sinn. Aber ich merke, wie ich jetzt zögere, so aufsässig wie sonst meine Gedanken dazu zu äußeren. Wenn ich mich frage "warum?", ist es folgendermaßen: Die für mich niederschmetternde Bilanz auf das hin, was man "meine ersten Gehversuche auf dem Weg der Selbsterkenntnis" nennen könnte, hat mich doch sehr betroffen gemacht und ein wenig verunsichert.
Ist es überhaupt - in deinem Sinne - in Ordnung, wenn ich über die Politiker, über die Kirchen und ihre Vertreter und Gleichartiges meine kritischen Bemerkungen mache? Muß ich eventuell fein still sein, weil ich selbst, wie sich just herausgestellt hat, auch noch etliche "verborgene Mängel" aufweise? Muß ich mich jetzt ändern in Richtung Leisetreter, Duckmäuser, eventuell sogar Jasager?
Gabriele: Die Ehrlichkeit sich selbst gegenüber, die Selbstkritik und schrittweise Bewältigung der festgestellten Schwächen, die schrittweise Bereinigung der eigenen Fehler und Fehlhaltungen weitet das Bewußtsein und läßt den Menschen klarer sehen; es schärft auch den Blick für Änderungsbedürftiges in seiner Umgebung und für das, was er dazu beitragen kann, daß es sich ändern, gleich bessern kann.
Jesus, der Christus, hat nie gesagt: Werdet zu Leisetretern, Duckmäusern und Jasagern. Er war selbst ein geistiger Revolutionär, ein geistiger Rebell, der manches beim Namen nannte und anprangerte, was in der damaligen Gesellschaft nicht in Ordnung war.
Im Volksmund heißt es - und das hat auch im Kausalgesetz Gültigkeit -: Wer Unrecht erkennt und dazu schweigt, macht sich mitschuldig.
Werter Gesprächspartner, es wäre noch Zeit für eine Frage. Dann sollten wir für heute abschließen - wie siehst du es?
Kurt: Lieber heute keine Frage mehr. Mir scheint, ich habe mehr als genug zu verarbeiten. Es wird mir auf keinen Fall langweilig werden, soviel steht fest! Ich bin ein Mensch, der erst alles überdenken muß, insbesondere dann, wenn es mir logisch erscheint und ich es an mir selbst erfahren kann. Ich brauche also Zeit, um Klarheit zu gewinnen.
Du kannst jedenfalls sicher sein: Du wirst mich wieder in dem Ort sehen, in welchem du jeden Sonntagvormittag bist, in der sogenannten Begegnungsstätte für Gottsucher. Irgendwann komme ich wieder auf dich zu, um dich zu fragen, mit dir über Verschiedenes zu reden, das ich durch mein Denken und durch die Beobachtung an mir selbst erfahren habe.
Im Gespräch sagtest du in etwa zu mir: Du mußt ein Forscher werden, der zuerst sich erforscht, um tiefer blicken zu können. - Ich nehme das an und werde es tun. Obwohl ich einen vollen Terminkalender habe, denn ich bin in meinem Beruf sehr engagiert - dafür nehme ich mir ganz bestimmt Zeit: hinter meine Augenbinde zu blicken und zu ergründen, was so in mir wirklich abläuft. Wir werden sehen, was dabei herauskommt!
Nun bin ich doch etwas verlegen, denn ich weiß nicht so recht, wie ich mich von dir verabschieden soll. Unsere erste Begegnung war sehr forsch und - von deiner Seite vor allem - sehr offen, obwohl ich unmißverständlich, ohne Umschweife und sehr mit Nachdruck meine Zweifel anbrachte.
Nach unseren vielen und langen Gesprächen fällt es mir nun schwer, einfach Lebewohl zu sagen. Werte Gesprächspartnerin, die Gespräche mit dir sind mir ein Anliegen, und du bist mir, wenn ich so sagen darf, eine gute Freundin geworden. Wir sprachen deutliche Worte, wenngleich du die - um deine Ausdrucksweise zu verwenden - "salz- und pfefferhaltigsten" ja hoffentlich nicht niederschreiben wirst. Ich will mich nicht förmlich verabschieden, sondern dir in ehrlicher Freundschaft die Hand reichen und sagen: Werte Gesprächspartnerin, werte Freundin, bis bald!
Gabriele: Werter Gesprächspartner, ohne viele Worte - werter Freund, bis bald!
* * *
Nachwort
von Gert-Joachim Hetzel
Wer die vorliegende Broschüre gelesen hat, kommt sicher ebenso wie ich zu der Schlußfolgerung, daß der Gott, dem die sogenannten christlichen Institutionen ihre Herde zuführen, nichts mit dem Gott zu tun hat, den uns Christus als Jesus von Nazareth gebracht hat, und daß die Worte und Taten der Mächtigen der Völker, die von den Institutionen gestützt werden, den Zehn Geboten Gottes und der Bergpredigt des Jesus von Nazareth Hohn sprechen. - Es ist ein anderer Geist, der das Denken und Handeln derer bestimmt, die dem Einen liebenden Gott und Seinem Sohn, dem Jesus, dem Christus, nicht nachfolgen. Wer ist dieser Geist, und wie lauten sein Gesetz und seine Gebote?
Geht man von den Früchten derer aus, die diesem Geist hörig sind, müßten ihre Gebote ungefähr folgendermaßen aussehen:
Die Zehn Gebote und die Seligpreisungen des Aggressoren-Gottes
1. Gebot:
Ich bin der Herr, der Gott aller Aggressoren, der alle eint unter einer Gewalt. Freiheit ist nur in mir. Meine Getreuen, ihr sollt keine fremden Götter neben mir haben!
2. Gebot:
Ehrt meinen Namen, denn die Gewalt liegt in meinen Händen! Meine Streitmacht ist mächtig und grausam und in der Lage, ganze Landstriche zu entvölkern. Meine Streitmacht ist zugleich das bestausgerüstete Bombengeschwader, und mein Regime führt zum Sieg durch das Niederbomben und Niederschießen von all dem, was meiner Weltordnung widerspricht. Ich bin der Machthaber, der im eigenen Land Krieg führt. Ich bin auch der Machthaber, der die Kriegsmaschinerie an feindlichen Ländern erprobt, der die Waffenlager räumt, damit wieder neues und noch besseres Kriegsmaterial hergestellt werden kann. Damit schaffe ich Arbeitsplätze. Auch auf diese Weise entlohne ich meine Getreuen.
3. Gebot:
Was Sabbat bedeutet und wann dieser geheiligt werden muß, bestimme ich, denn ich allein bin der Heilige. Heiligt mich in all eurem Denken und Tun!
Denkt nicht nach, und besinnt euch nicht, denn das ist vergeudete Zeit. Wer zu viel denkt, verfällt gar leicht in Skrupel und Sentimentalität. Das schwächt den Kampfgeist.
4. Gebot:
Meine Getreuen, ihr braucht weder Vater noch Mutter zu ehren. Mit meinem Friedensgruß, der einmal ethnische Säuberung, ein andermal Tornado heißt, schieße und bombe ich mitten in die Herzen der Familien hinein, entzweie sie, so daß die Streitsüchtigen Frieden halten. Ehrt mich, denn ich bin der, der euch glücklich macht, solange ihr lebet auf Erden.
5. Gebot:
Ihr sollt nicht morden, das Töten aber wird euch von den "christlichen" Kirchen erlaubt. Damit geht ihr in den Fußspuren der ehemaligen Kreuzritter im Mittelalter, die alles und all jene niedermachten, die sich nicht christianisieren ließen. Das Blut der Getöteten kommt nicht über euch, nur das Blut der Ermordeten; deshalb tötet, wenn ich es für gerecht halte, und schafft so den machtgesicherten Frieden.
6. Gebot:
Ihr sollt ehebrechen, je öfter, desto besser, und haltet euch neben euren Ehen Freundinnen, so, wie es mir gefällt; je mehr, desto besser, denn Treue ist Schwäche.
7. Gebot:
Ihr könnt stehlen, plündern, rauben und töten, wenn ich es in meinem Land anordne. Und ihr müßt das Hab und Gut eines fremden Landes nicht achten, wenn ich seinen Führer bestrafe. Ich habe angeordnet, daß Unrecht mit Unrecht vergolten wird und die Gerechtigkeit dem Unrecht weicht. Tut dies alles mit gutem Gewissen, denn ihr seid meine Nachfolger. Gehet eurem Vergnügen nach, und verschafft euch weitere Annehmlichkeiten, so, wie ich es halte, denn Bescheidenheit und Genügsamkeit sind Dummheit.
8. Gebot:
Ihr sollt geschickt lügen, so, daß es andere glauben, denn ich habe angeordnet, daß die Wahrheit der Lüge weicht. Dann wird die Masse der Menschen für euch sein, und so ihr mehr Geld für den Krieg zur nationalen Befreiung und den Krieg für eine gerechte Weltordnung verlangt, werden sie es bezahlen, damit wir weitere Tornados zur Bombardierung und weitere Kampfpanzer zur Vertreibung bauen können, um den Frieden aufzurichten und zu sichern.
Wer wahrhaftig ist, ist einfallslos.
9. Gebot:
Ihr könnt jedes Weib begehren durch Verführung oder durch Gewalt, wie es mir, dem Aggressoren-Gott, gefällt, denn der Wunsch nach Abwechslung und dessen Erfüllung bringt Würze ins Leben.
10. Gebot:
Begehrt des Nächsten Hab und Gut, und so er euch nicht zu Willen ist, nehmt es ihm weg und vertreibt ihn, doch laßt es damit nicht genug sein: Pflügt das Land durch Bomben um. Dann werdet ihr von den blindgehaltenen Massen in allen Völkern als Götter angesehen, und ich, der Aggressoren-Gott, werde euer oberster Gott sein.
Preiset mich
Der Lobpreis meines Namens soll über alle Berge und Täler donnern, von West nach Ost, von Nord nach Süd.
Preist allein mich, den Aggressoren-Gott! Verneigt euch vor mir, denn selig werdet ihr, so ihr mich anbetet, in meiner Machtsonne. Ich werde euch ein Teilchen der Erde geben.
Selig seid ihr, die ihr Freude am gerechten Töten habt und die Trauernden mißachtet, denn dann kann ich euch trösten und entlohnen.
Selig, die Gewalt anwenden, denn sie werden von mir entsprechend Land empfangen.
Selig, die anderen Land und Brot wegnehmen, die sie hungern und dürsten lassen, denn im Recht ist der, der alles niedermacht und niederbombt um des eigenen Vorteils und der Macht willen.
Selig seid ihr, meine Unbarmherzigen, denn ihr werdet vor mir Erbarmen finden und von mir mit großen Aufgaben betraut werden.
Selig, die ihr Herz für mich öffnen, den Aggressoren-Gott; sie dürfen mich im Fernsehen schauen.
Selig, die Unfrieden stiften, die Haß, Neid und Zwietracht säen durch Gegensätzliches jeglicher Art, Gedanken, Worte, Handlungen, durch Drohungen, Vertreibungen und Bombardements, denn sie werden Söhne der Verwüstung genannt werden und mich, ihren Gott, den Gott der Aggressoren, noch mehr selig machen.
Selig seid ihr, wenn euch die unwissenden Menschen in vielen Völkern huldigen, denn der, der ungerecht ist, der die Wahrheit verdreht, dem wird Ehre zuteil. So werdet ihr selig in meinem Namen und werdet das Stückchen Land erhalten, das ich euch zugedacht habe, und der Kandidatenstuhl ist euch sicher.
Selig seid ihr, wenn ihr alles tut, was ich, euer Aggressoren-Gott, sage, wenn ihr andere verfolgt, verleumdet und diskriminiert; und so ihr es auf geschickte Weise tut, werdet ihr von mir entlohnt werden. Ja, freuet euch und jubelt, meine Söhne, ihr habt euren Lohn schon: Ihr steht an meiner Seite, treu zu Diensten im rückhaltlosen Kampf gegen den Nächsten.
Ihr, meine Getreuen, seid die Suppe der Erde und die Dunkelheit der Welt. Zündet die Dörfer im eigenen Land an. Löscht die Lichter in den feindlichen Städten, haltet diese dunkel, und haltet das Weheklagen dieser leidgeprüften Menschen von denen fern, die unser Tun und Lassen vom Abstand her betrachten. Verdreht die Wahrheit in Radio und Fernsehen, denn diese Geschicklichkeit kann euer zukünftiges Zepter sein.
Und wer ein Licht in seinem Herzen anzündet, den werde ich von Haus und Hof vertreiben, denn er ist meiner nicht wert. So ihr in meinem Gefolge seid, wird euer Scheinlicht vor den Menschen leuchten, damit sie eure "guten Werke" sehen und mich, euren Gott, preisen, der alles niedermacht, um den Sieg zu erlangen und den Frieden zu erzwingen.
Denkt nicht, ich sei gekommen, um ein unangenehmes und für die Welt unbekanntes Gesetz zu erfüllen; ich habe meine Gesetze, und meine Getreuen kennen meine Stimme. Wer mir huldigt, der ist mir willkommen, und so er Geld und Gut mitbringt, sein Gewissen mir übergibt und mir bedenkenlos dient, weise ich ihm einen Platz an meiner Seite.
Ich bin nicht gekommen, in dieser Welt etwas aufzuheben, sondern das zu erfüllen, was mein Gesetz ist: Einer gegen den anderen. Ich sage euch: Nehmt keinen Buchstaben von meinem Gesetz hinweg, denn so, wie ich es halte, entspricht es auch vielen kirchlichen Würdenträgern, die mir in meiner Glaubenssache Stütze und Halt sind. Das ist das "wahre" Christentum, das Aggressoren-Christentum, das gegeben ist von Ost nach West, von Nord nach Süd.
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