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»Der Prophet«
 > »Der Prophet« Nr. 15

Die Heilige Schrift -
Altes Testament und Neues Testament -
„ist inspiriert vom Heiligen Geist".



 Die Heilige Schrift wird angeblich von der Kirche verehrt. Wir entnehmen dem Katechismus der Katholischen Kirche u.a. folgende weitere Aussagen:
    Die Kirche hat die Heiligen Schriften immer verehrt wie den Leib des Herrn selbst. Sie reicht den Gläubigen ohne Unterlaß das Brot des Lebens, das sie vom Tisch des Wortes Gottes und des Leibes Christi empfängt. (Nr. 103)

    In der Heiligen Schrift findet die Kirche ständig ihre Nahrung und ihre Kraft ... (Nr. 104).
    Da also all das, was die inspirierten Verfasser oder Hagiographen aussagen, als vom Heiligen Geist ausgesagt gelten muß, ist von den Büchern der Schrift zu bekennen, daß sie sicher, getreu und ohne Irrtum die Wahrheit lehren ... (Nr. 107) (Nr. 104).
    Da also all das, was die inspirierten Verfasser oder Hagiographen aussagen, als vom Heiligen Geist ausgesagt gelten muß, ist von den Büchern der Schrift zu bekennen, daß sie sicher, getreu und ohne Irrtum die Wahrheit lehren ... (Nr. 107)

 

    Daß die Kirche in der Heiligen Schrift „ständig ihre Nahrung und ihre Kraft" findet, wird zwar begründet mit den Worten „In den Heiligen Büchern kommt nämlich der Vater, der im Himmel ist, seinen Kindern liebevoll entgegen und hält mit ihnen Zwiesprache" (Zweites Vatikanisches Konzil: „Dei Verbum" 21, Nr. 104) - bezüglich der Bücher Mose, aus denen wir schon einiges gelesen haben, fragt sich jedoch, ob es der himmlische Vater ist, der uns darin entgegenkommt, und von „liebevoll" kann angesichts der grauenvollen Anweisungen und makabren Zumutungen sowie der harten Strafandrohungen wohl nicht die Rede sein.
    Hier soll und kann nicht auf alle Ausagen eingegangen werden, die der Wahrheit - und Gott, dem All-Einen, der die Wahrheit ist - Hohn sprechen. Die Absurdität der kirchlichen Lehre liegt derart offen zutage, daß man sich nur wundern kann, daß bis heute so wenige darüber gestolpert sind und so viele dies widerspruchslos hingenommen haben.
    Weiter heißt es im Katechismus der Katholischen Kirche:

    Das Alte Testament ist ein unaufgebbarer Teil der Heiligen Schrift. Seine Bücher sind von Gott inspiriert und behalten einen dauernden Wert, denn der Alte Bund ist nie widerrufen worden. (Nr. 121) (Nr. 121)

    „Der Heilsplan des Alten Testamentes war vor allem darauf ausgerichtet, die Ankunft Christi, des Erlösers von allem, ... vorzubereiten". Obgleich die Bücher des Alten Testamentes „auch Unvollkommenes und Zeitbedingtes enthalten", zeugen sie dennoch von der Erziehungskunst der heilschaffenden Liebe Gottes: Sie enthalten „erhabene Lehren über Gott, heilbringende Weisheit über das Leben des Menschen und wunderbare Gebetsschätze"; in ihnen ist „schließlich das Geheimnis unseres Heils verborgen" (Nr. 122)
    Das kann man nur bestätigen: verborgen, ja sehr verborgen ...

    Im letzten Absatz lesen wir: Obgleich die Bücher des Alten Testamentes „auch Unvollkommenes und Zeitbedingtes enthalten," zeugen sie dennoch von der Erziehungskunst der heilschaffenden Liebe Gottes ... Gemäß dieser Aussage hat Gott, der der Absolute und Vollkommene sein soll, auch Unvollkommenes inspiriert. Außerdem soll Gott auch „Zeitbedingtes" offenbart haben. Wenn ja, dann wären auch Gottes Gesetze zeitbedingt und Gott ein wandelbarer Zeitgeist. Nach den Worten Gottes durch Jeremia war jedoch, wie bereits dargelegt, die damalige Priesterkaste am Werk, die sich des Namens Mose bemächtigte und ihren damaligen Zeitgeist einfließen ließ, der bis zur heutigen Zeit weht und wirkt. Es ist der Heidenkult, die Barbarei und der Totschlag gegen Tiere und gegen Menschen, die sich - z.B. im Mittelalter oder in Kroatien - nicht in die katholische Kirche einbinden ließen.
    Um in die Worte der heutigen Priesterkaste Einblick zu gewinnen, müssen wir mit Herz und Verstand lesen. Im Katechismus der Katholischen Kirche steht:

 

    Bei der Bildung der Evangelien lassen sich drei Stufen unterscheiden:
    1. Das Leben und die Lehrtätigkeit Jesu
    Die Kirche hält entschieden daran fest, daß die vier Evangelien, „deren Geschichtlichkeit sie ohne Bedenken bejaht, zuverlässig überliefern, was Jesus, der Sohn Gottes, in seinem Leben unter den Menschen zu deren ewigem Heil wirklich getan und gelehrt hat bis zu dem Tag, da er [in den Himmel] aufgenommen wurde". (Nr. 126)
    Wohlgemerkt: Die Kirche spricht von Bejahung dessen, was der Sohn Gottes als Mensch gelehrt hat; sie sagt aber nicht, daß sie die Lehre Jesu anwendet, also verkörpert.
    Im weiteren Text heißt es:

    2. Die mündliche Überlieferung
    Die Apostel haben „nach dem Aufstieg des Herrn das, was er selbst gesagt und getan hatte, ihren Hörern mit jenem volleren Verständnis überliefert, über das sie, durch die wunderbaren Ereignisse um Christus unterwiesen und durch das Licht des Geistes der Wahrheit belehrt, verfügten". (Nr. 126)
    Die Apostel sollen also nach dem Aufstieg des Herrn das, was Er selbst gesagt und getan hatte, ihren Hörern mit einem volleren Verständnis überliefert haben. Das dürfte wohl nicht so recht möglich sein, wenn sich Saulus, „Paulus", dazwischengemischt und seine Sichtweise in die katholische und protestantische Kirche getragen hat, denn sowohl die Katholiken als auch die Protestanten richten sich mehr nach Paulus als nach den Aposteln. Wenn die Apostel das, was Jesus gesagt und getan hatte, mit vollerem Verständnis überliefert haben, das sie durch die Erfahrung der Verherrlichung Christi und durch das Licht des Geistes der Wahrheit empfingen, wozu dann noch Paulus, der kein Apostel war? Anstatt daß für die Institutionen Kirche die Apostel die Maßgebenden waren, ist es Paulus, der „Heilige", der angeblich Weisungen von Jesus, dem Christus, empfangen haben soll. Paulus war es, der das Urchristentum, in dem der Prophetische Geist redete, mit seinen „Weisheiten" unterwanderte und diese in die Kirchengeschichte einbrachte. Die „christlichen Kirchen" haben letztlich nicht das Recht, sich christlich zu nennen, denn sie sind überwiegend paulinisch.
    Außerdem stellt sich die Frage, warum in Rom der Stuhl Petri steht und nicht der Stuhl des Jesus, des Christus. Steht Petrus vor Christus oder Christus vor Petrus? Von Rom aus wird die paulinische Lehre verbreitet, obwohl sich Petrus und Paulus selten verstanden; muß Petrus dem Paulus weichen oder Paulus dem Petrus - oder haben sich beide arrangiert, um gemeinsam die Lehre Jesu, das urchristliche Leben, in dem der Prophetische Geist weht, zu verdrehen?

    Mehr als alles andere sollte uns folgende Aussage im Katechismus der Katholischen Kirche erschrecken, wo es heißt:

    ... Das Alte Testament bereitet das Neue vor, während dieses das Alte vollendet. (Nr. 140)
    Hiermit ist dokumentiert, daß die Kirche jederzeit ihre grauenvollen Taten fortsetzen kann. Wenn das Neue Testament das Alte vollendet, dann war das Alte Testament vor allem in bezug auf die „Bücher Mose" nur der Anfang jeglicher Brutalität, Grausamkeit und Gewalt. Werden im Neuen Testament die „Bücher Mose" vollendet, dann kann es in Zukunft nur noch schlimmer werden, als es in der Vergangenheit war und derzeit ist.
    Wenn Jesus, der Christus, als Mensch unter uns Menschen leben würde - wäre Jesus wohl mit dieser Dokumentation der Kirchen und mit dem Leben der Kirchenchristen einverstanden, oder würde Er wiederholen, was Er vor 2000 Jahren sagte (Einheitsübersetzung, Mt 15, 7-9): Ihr Heuchler! Der Prophet Jesaja hatte recht, als er über euch sagte: Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit weg von mir. Es ist sinnlos, wie sie mich verehren; was sie lehren, sind Satzungen von Menschen. Oder Er würde aus Seinen Weherufen folgendes wiederholen (Mt 23, 27-28): Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr seid wie die Gräber, die außen weiß angestrichen sind und schön aussehen; innen aber sind sie voll Knochen, Schmutz und Verwesung. So scheint auch ihr von außen den Menschen gerecht, innen aber seid ihr voll Heuchelei und Ungehorsam gegen Gottes Gesetz.


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