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  Martin Luther - Leben und Lehre im christlichen Geist der Nächstenliebe?

Die meisten der eben genannten Morde und anderen Verbrechen „im Namen Gottes" gehen auf das Konto der Katholischen Kirche. Ist daraus zu schließen, die evangelische sei positiver zu bewerten? Wie steht es z.B. mit der Menschenfreundlichkeit, Liberalität und Toleranz bei deren Religionsgründer Luther? Wie hielt er es mit seinen Mitmenschen, mit der Nächstenliebe, die das oberste Gebot sein soll? Ein Mann wie Martin Luther steht heute noch hoch im Ansehen. Seine Kirche geht in seinen Fußspuren; das bestätigte Hermann von Loewenich (bis 1999 evangelischer Landesbischof von Bayern) im Internet: Wir wollen das geschichtliche Erbe der lutherischen Tradition bewahren als unsere kulturelle und geistige Heimat. Ein evangelischer Theologe faßte die Forderungen Luthers in einer umfangreichen Broschüre - Der Theologe Nr. 3 - zusammen: Luther fordert die Fürsten auf, die aufständischen Bauern zu töten: Steche, schlage, würge hier wer da kann. Bleibst du darüber tot, wohl dir, einen seligeren Tod kannst du nimmermehr erlangen. Denn du stirbst im Gehorsam gegenüber dem göttlichen Wort und Befehl. (Wider die stürmenden Bauern, Weimarer Ausgabe der Lutherschriften) Luther fordert die Verfolgung von andersgläubigen Predigern: ... wenn sie gleich das reine Evangelium wollten lehren, ja wenn sie gleich Engel und Gabriel von Himmel wären ... Will er predigen, so beweise er den Beruf oder Befehl ... Will er nicht, so befehle die Obrigkeit solchen Buben dem rechten Meister, der Meister Hans [= Henker} heisst ... Luther verleumdet die jüdische Bevölkerung und fordert ihre Verfolgung:
Wenn ich könnte, so würde ich ihn (den jüdischen Mitbürger) niederstrecken und in meinem Zorn mit dem Schwert durchbohren. ... daß man ihre Synagogen oder Schulen mit Feuer anstecke und was nicht brennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, daß kein Mensch einen Stein oder Schlacken davon sehe ewiglich. Und solches soll man tun unserem Herrn und der Christenheit zu ehren, damit Gott sehe, daß wir Christen seien. ... daß man auch ihre Häuser desgleichen zerbreche und zerstöre ... ... diese Taugenichtse und Ausplünderer sind keiner Gnade und keines Mitleids wert. ... daß man ihnen verbiete, bei uns ... öffentlich Gott zu loben, zu danken, zu beten, zu lehren bei Verlust Leibes und Lebens ... (Martin Luther, Von den Juden und ihren Lügen, Wittenberg 1543) Luther: Ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes, durchteufeltes Ding ists um diese Juden, so diese 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen. Luther behauptet sogar, daß Mose, wenn er jetzt leben würde, der erste wäre, der die „Judenschulen und -häuser" ansteckte. Luther forderte außerdem, den Juden ihre gesamte religiöse Literatur wegzunehmen, sie unter Hausarrest zu stellen, ihnen alles Geld und Gut zu entwenden und sie zur Zwangsarbeit zu schicken. Luther ruft auch zum Krieg und zum „Morden" der türkischen Kriegsgegner auf: ... und mit Freuden die Faust regen und getrost dreinschlagen, morden, rauben und Schaden tun so viel sie immer mögen ... Luther fordert den Tod von „Wucherern": ... so man die Straßenräuber, Mörder ... rädert und köpft, wie viel mehr sollte man alle Wucherer rädern und ädern und alle Geizhälse verjagen, verfluchen und köpfen ... Luther fordert den Tod untreuer Partner: Warum tötet man die Ehebrecher nicht? und den Foltertod für Prostituierte: Wenn ich Richter wäre, so wollte ich eine solche französische giftige Hure rädern und ädern lassen. Frauen mit magischen Fähigkeiten sollten nach Luther gefoltert und getötet werden: Die Zauberinnen sollst du nicht leben lassen ... Es ist ein gerechtes Gesetz, daß sie getötet werden. ... Wenn sie sich nicht bekehren lassen, werden wir sie den Folterknechten befehlen. Luther über behinderte Kinder: Wenn man aber von den teufelsähnlichen Kindern erzählt ... so halte ich dafür ... daß sie entweder vom Teufel entstellt ... oder daß es wahre Teufel sind. Viele der behinderten Menschen, die evangelischen Behinderteneinrichtungen (z.B. in Neuendettelsau/Bayern) anvertraut waren, wurden in den Jahren 1940/41 schließlich mit Berufung auf die Staatslehre Luthers (Gehorsam gegenüber der Obrigkeit) den staatlichen Behörden ausgeliefert. Daß sie umgebracht werden, war den Verantwortlichen bekannt. Schließlich wollte Luther noch den Papst umbringen: Der Papst ist der Teufel; könnte ich den Teufel umbringen, warum wollte ichs nicht tun? Auch die lutherische Kirche bezeichnet sich als „christlich". Doch wo ist der christliche Geist, der Geist der Gottes- und Nächstenliebe, in dem, was von Luther verlautet? Seine Anregungen und Maximen wurden mannigfach vom Volk und von Landesherren - bis hin zu den Machthabern des Dritten Reiches - blutig in die Tat umgesetzt.
Wer solche bestialischen und mörderischen Anweisungen gegen seine Mitmenschen erteilt, die in anderer Form in die heutige Zeit hineinsprechen, von dem ist auch kein mitfühlendes Herz oder Barmherzigkeit gegenüber Tieren zu erwarten. Ob es sich um Krieg handelt, um das Zerstören vieler Menschen, Tiere und Landschaften, ob es um Tierversuche oder Genmanipulation geht, die Ethik und Moral in beiden Konfessionen weist kaum Unterschiede auf; gelinde gesprochen, sind beide Kirchen unchristlich.
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