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»Der Prophet«
 > »Der Prophet« Nr. 15

„Töten" oder „Morden"?
Jesus erfüllte das Gesetz und vertiefte die Lehre.



Obwohl es dem Gegenspieler Gottes gelungen war, das Wort Gottes durch den Propheten Mose gründlich zu verfälschen, blieb der Wortlaut der Zehn Gebote, die ein Auszug aus dem ewigen, absoluten Gesetz der Himmel sind, davon bis in unsere Zeit weitgehend unberührt.

Das fünfte Gebot lautete und lautet nach wie vor: Du sollst nicht töten.
Jedoch: In der Einheitsübersetzung der Neuen Jerusalemer Bibel aus dem Jahr 1985 steht in der Reihe der Gebote Gottes an dieser Stelle bereits: Du sollst nicht morden. Diese neue Formulierung ist zweifellos dem Gott des Zeitgeistes, dem Zeitgeist-Gott, zuzuschreiben. Sie stellt eine Abschwächung der umfassenden Aussage „Du sollst nicht töten" dar. Jesus hingegen sagte in Seiner Bergpredigt sogar: Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemand tötet, soll dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt, du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: du (gottloser) Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein. (Mt 5, 21-22)       Jesus hat also nicht die absolute Aussage „Du sollst nicht töten" abgeschwächt und ihre Bedeutung auf spezielle Einzelfälle eingeschränkt - im Gegenteil. Jesus hat sie vertieft. Er hat gelehrt, daß nicht nur in der vollzogenen Tat des Tötens das Gegen-den-Nächsten liegt, sondern bereits in verletzenden oder abwertenden Worten samt den diesen innewohnenden Gefühlen und Empfindungen. Er machte uns damit darauf aufmerksam, daß bereits jede feine Regung der Ablehnung eines Nächsten, eventuell auch gegenüber den Tiergeschwistern, unseren Übernächsten, vor Gott Sünde ist. Jesus forderte uns gleichsam auf, unser Gewissen zu sensibilisieren.
Und: Jesus sprach ausdrücklich vom „Töten" und nicht vom „Morden".

Jeremia hatte das Volk bereits auf die Verfälschungen „der Schrift" aufmerksam gemacht. In Jeremia 8, 8 sprach er vom „Lügengriffel der Schreiber", die das Gesetz des Herrn „zur Lüge gemacht" haben.
Wessen „Lügengriffel" hat nun also erneut das Wort Gottes durch Mose verfälscht? Wem dienen jene, die solches tun? Was soll mit der Aussage „Du sollst nicht morden" gerechtfertigt werden? Soll sie dazu dienen, das Gewissen der Menschen weiter zu beschwichtigen, damit es nicht mehr anschlägt, wenn Unrecht geschieht?
Der Ungeist des Alten Testamentes bereitete vor - sprich: er gab die Methode vor -, im Neuen Testament setzt sich das erfolgreich Durchgeführte methodisch, plan- und zielbewußt fort bis heute. Unter den Augen von vielen Millionen verstandesbegabter Menschen wird - simsalabim! - aus Weiß nun Schwarz. Sind das die „Wunder" von heute?
Wem die Kluft zwischen den beiden unterschiedlichen Aussagen - Töten und Morden - gleichgültig ist, der sitzt auf zwei Stühlen und versucht, zwei Herren zu dienen, dem Geist des grausamen „Gottes" in den „Büchern Mose" und somit den Institutionen Kirche - und ein wenig Jesus, dem Christus, der den Gott der barmherzigen Liebe lehrte. 
Jesus sagte sinngemäß: Mein Vater und Ich sind eins. Wo zwei eins sind, sprechen sie die gleiche Sprache. Wer Ohren hat zu hören, der höre!
Wie lehrte Jesus in Seiner Bergpredigt? Wer dem Nächsten nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein. Und: Wer „Dummkopf!" sagt, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein. Wer Ohren hat zu hören, der höre! Und wer ein Gewissen hat, der wird Jesus, dem Christus, nachfolgen und das befolgen, was in der Johannes-Offenbarung steht, die ich hier wiederhole: Geht hinaus aus ihr, mein Volk, daß ihr nicht teilhabt an ihren Sünden und nichts empfangt von ihren Plagen. (Off 18, 4)

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