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»Der Prophet«
 > »Der Prophet« Nr. 15

"Was der Mensch anderen antut,
das tut er sich selbst an."
Wie fühlt sich das Tier in seiner Situation?
Das Tier,
ein Gebrauchs- und Verbrauchsgegenstand.



Blicken wir noch einmal in die Zeugnisse des Alten Testaments, wo im 3. Buch Mose - das ja erklärtermaßen Gottes wahres Wort sein soll - auch den Amtsträgern der heutigen Institutionen Kirche Anweisungen gegeben werden, welches Tier sie verspeisen und welches Tier sie lassen sollen. Da heißt es:

Alle Tiere, die gespaltene Klauen haben, Paarzeher sind und Wiederkäuer, dürft ihr essen. (Levitikus 11, 3) (Levitikus 11, 3)

    Und drei Verse weiter ergeht der Appell an die Jäger:

    Ihr sollt für unrein halten den Hasen, weil er zwar wiederkäut, aber keine gespaltenen Klauen hat. Ihr sollt für unrein halten das Wildschwein, weil es zwar gespaltene Klauen hat und Paarzeher ist, aber nicht Wiederkäuer. Ihr dürft von ihrem Fleisch nicht essen und ihr Aas nicht berühren. Ihr sollt sie für unrein halten. (11, 6)
 Die Ergänzung zum vorigen Zitat steht in Levitikus 11, 26, 27: (11, 6)
 Die Ergänzung zum vorigen Zitat steht in Levitikus 11, 26, 27:

Alle Tiere mit gespaltenen Klauen, die aber nicht Paarzeher sind und nicht wiederkäuen, sollt ihr für unrein halten; jeder, der sie berührt, wird unrein.                                                                                   Alle Vierfüßler, die auf Pfoten gehen, sollt ihr für unrein halten; jeder, der ihr Aas berührt, wird unrein bis zum Abend ...
Wer kirchenhörig ist, müßte sich an die Weisungen des Alten Testamentes halten, denn nach kirchlicher Lehre ist dieses das Wort Gottes. Würde sich der Gläubige daran halten, dann hätten wenigstens die Hasen und die Wildschweine eine Chance, ohne Schrot oder Kugel im Leib davonzukommen. 
Zur Rechtfertigung der Jägerei wird oft angeführt, es sei notwendig, den Bestand an bestimmten Tierarten zu „dezimieren", da diese sonst überhand nehmen würden. Der Gottesgeist jedoch lehrte uns: Gott hat Seine Schöpfung, die Natur auf dieser Erde, so eingerichtet, daß sie selbst für Ausgleich, für die Erhaltung des Gleichgewichts, sorgt. Gott hat diese Aufgabe nicht den Jägern übertragen!
An die Fischer und an alle, die dem Meer das entreißen, was dem Meer gehört, richten sich die Anweisungen „Gottes" durch „Mose" wie folgt:

Aber alles, was in Meeren oder Flüssen lebt, alles Kleingetier des Wassers und alle Lebewesen, die im Wasser leben und keine Flossen oder Schuppen haben, seien euch abscheulich. (Levitikus 11, 10)
Wer also Meerestiere wie Hummer und dergleichen verzehrt, verunreinigt sich. Jeder Leser kann sich nun überlegen, ob er heute schon „unrein" geworden ist. 
Wo werden wohl all jene Kleriker nach diesem Erdenleben sein, die das Alte Testament im Neuen Testament vollenden wollen und an schön gedeckten Tischen sitzen und vom Kadaver des Hasen, des Wildschweines und dergleichen essen oder Meerestiere verzehren, die keine Flossen und Schuppen haben, und die dann, im Zustand der Unreinheit, eventuell sakrale Handlungen durchführen? Wohl werden sie heutzutage infolge ihres Sündigens gegen das „Heilige" und den Heiligen, Gott, nicht mehr gesteinigt, aber wird nicht nach klerikaler Aussage das überlieferte „Wort Gottes" noch immer für wahr und gültig gehalten?
Gäbe es unreine, „abscheuliche" Tiere, so müßte die berechtigte Frage lauten: Warum hat Gott solche Tiere geschaffen, wenn Er die absolute Reinheit ist?
Von all diesem sprach Jesus nicht. Jesus liebte alle Tiere. Er tat nicht nur keinem Tier etwas zuleide, sondern ganz im Gegenteil: Er war der große Freund aller Kreatur; Er sprach und handelte für die Tiere.
Viele Menschen hingegen machen sich kaum Gedanken, wenn Tiere gequält und getötet werden. In Das ist Mein Wort auf Seite 433 erklärte Jesus, daß Tiere fühlen und empfinden, ähnlich wie wir Menschen:

Als Jesus von Nazareth sprach Ich zu vielen Menschen vom Gesetz des Lebens, so auch von den Tieren, die ähnlich wie die Menschen Schmerz, Leid und Freude empfinden. So, wie der Mensch nicht gegen, sondern für seinen Nächsten sein soll, so soll er auch für die Tiere sein und ihnen gegenüber Verantwortung tragen, da sie dem Menschen dienen.                                                                     Immer wieder lehrte Ich die Menschen, daß auch die Tiere Geschöpfe Gottes sind, die der Mensch nicht mißachten, sondern lieben soll. Wer sie schlägt und quält, der wird einst an seiner Seele und an seinem Leibe Gleiches oder Ähnliches erfahren. Denn was der Mensch seinen Mitmenschen und Mitgeschöpfen, den Tieren, antut, das tut er sich selbst an.
Viele Menschen erkannten ihre Roheiten und begannen, Meine Lehre zu verwirklichen. Sie bereuten und nahmen die Tiere als ihre Freunde an. Und so mancher verstand Meine Worte und folgte Mir nach. (S. 433-434)                                                                                       Ich wiederhole die Worte des Jesus, des Christus: „Was der Mensch seinen Mitmenschen und Mitgeschöpfen, den Tieren, antut, das tut er sich selbst an." Folgen wir diesen Seinen Worten und beziehen wir einmal das, was die unschuldigen Tiere trifft, auf uns selbst. Versetzen wir uns gedanklich an ihre Stelle und teilen in Gefühlen, Bildern und Gedanken ihr Schicksal.
Z.B. könnten Sie sich, stellvertretend für ein Tier, die Frage stellen: Möchten Sie lieber getötet oder ermordet werden? Wer sich ernsthaft in diese Frage oder Situation hineinempfindet, daß er nun gefragt ist, sein Leben durch Tod oder Mord zu lassen, der wird sicherlich keine Wahl zwischen Tod oder Mord treffen, denn getötet oder ermordet zu werden heißt dann für ihn unterschiedslos, das Leben zu lassen. 
Und wie würden wir reagieren, wenn uns jemand einfängt, in einen Käfig sperrt und über uns bestimmt, wann wir ab und zu die Freiheit schnuppern dürfen?
Stellen Sie sich vor, Sie sind in der Lage eines Goldhamsters, dem viel Bewegung naturgemäß ist. Sehen und fühlen Sie sich gleichsam einige Wochen in einen engen Raum gesperrt. Für Ihre Bewegung haben Sie nur ein Laufrad zur Verfügung, das sich unter Ihren Füßen schnell fortbewegt, so daß Sie auf der Stelle laufen und laufen und laufen, ohne daß Sie vorwärts kommen. Wie lange macht Ihnen das Spaß? So merken Sie sehr bald, wie es dem Hamster ergeht, der Tag für Tag stumpfsinnig in dem engen Rad laufen muß.
Oder fühlen Sie sich in die Situation eines Rindes im Maststall ein, wo Sie, eingesperrt, in Tuchfühlung mit Leidensgenossen, gedopt durch chemiedurchsetztes Mastfutter, sich bewußt sind, daß jeden Augenblick der Schlächter kommen kann, der Sie niedermacht und Ihren Körper in Stücke zerlegt als Opfer-Mahlzeit z.B. für die beleibte Geistlichkeit. Sie hören Ihre Brüder und Schwestern, die anderen Stiere und Kühe, von Zeit zu Zeit dumpf muhen und spüren, daß diese die gleichen Ängste bewegen wie Sie selbst. Doch das bevorstehende Schicksal ist unausweichlich. Sie sind in der Hand des Schlächters Mensch, ausgeliefert seiner Ichsucht, Gefühlskälte und Gier, auch seiner Profitgier.
Viele Menschen gehen über Leichen von Mensch und Tier - dann, wenn es sie persönlich nicht trifft. Deshalb maßen sich Menschen an, in bestimmten Fällen Menschen töten zu dürfen und um wieviel selbstverständlicher auch Tiere. Wer hat das Recht, dem Nächsten, aber auch dem Tier, bewußt das Leben zu nehmen? Wer hat die Seele des Menschen geschaffen, die unsterblich ist? Wer hat ihr den Atem gegeben? Und wer hat dem Tier den Atem und somit das Leben gegeben? Nicht der Mensch, sondern Gott, der Ewige, der Schöpfergeist der Unendlichkeit. Gott nimmt weder Mensch noch Tier das Leben, denn Gott ist der Geber. Und Gott zwingt nicht; Er wendet niemals Gewalt an; Er beeinflußt auch niemanden gegen dessen Willen. Er ist die Freiheit und läßt die Freiheit. Nur der Mensch, der weder der Seele des Menschen noch dem Tier das Leben gegeben hat, tötet das Haus der Seele, den Körper, und tötet das Tier. Wer hat dem Menschen das erlaubt? Jesus sprach davon nicht!

Wer zwischen „Töten" und „Morden" unterscheidet, der ist meines Erachtens ein Paranoiker, der das Leben anderer nicht schätzt und nach dem All-Gesetz, das das Leben ist, folglich selbst sein Leben verwirkt. Denn: Was der Mensch anderen zufügt, das tut er sich selbst an.
Das gleiche gilt, wenn Tiere in Käfigen gehalten werden. Gott sah für die Tiere die Natur als Lebensraum vor, in dem sie sich, jeweils ihrer Art entsprechend, frei bewegen können, wie auch die geistigen Tierformen im ewigen Sein es tun. Er schuf keine Käfige für Seine Kreatur. Nur Menschen maßen sich an, Tiere einzusperren und sie auf engstem Raum ihr Dasein fristen zu lassen.

Jesus, der Christus, sagte sinngemäß: Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen! (Mt 7, 12). Die Aussage Jesu können wir auch folgendermaßen verstehen: Was du nicht willst, daß man dir tu, das füg’ auch keinem anderen zu. Gilt diese Aussage nur in bezug auf uns Menschen oder aber, angesichts der Liebe Jesu zu den Tieren, auch in bezug auf diese?

Gott gab den Menschen und den Tieren die ganze Erde und somit die Freiheit. Die Menschen jedoch teilen die Erde in Parzellen ein. Jeder sucht - legal oder illegal - das größte Stück zu bekommen. Das Stück Land ist dann „sein Besitz". Es ist das, was „ihm gehört" mit allem, was darauf und darin lebt. Doch was wir uns auf Erden angeeignet haben, ist Illusion, also Täuschung, denn der Tod nimmt uns, was wir von der Erde genommen haben. 
Für viele Menschen sind Tiere nur eine Sache, die man kaufen und verkaufen kann, gebrauchen oder auch verbrauchen - wie eine Ware aus einem Kaufhaus. Sie pferchen die Tiere in die Welt ihrer Vorstellungen hinein, in den Pferch, in dem auch sie ihr Dasein fristen. 
Wer gelernt hat, sich in Menschen hineinzufühlen, der spürt, daß auch Tiere fühlen und empfinden, ähnlich wie wir Menschen. Sie empfinden Freude, Leid und Schmerz. Eine alte Indianerweisheit könnte uns helfen, auch Tiere verstehen zu lernen. Sie lautet: Beurteile nie einen Menschen, bevor du nicht mindestens einen halben Mond lang seine Mokassins getragen hast. Auf Tiere bezogen kann gesagt werden: Bevor du Tiere gefangen hältst, sie für deine Zwecke mißbrauchst und sie quälst, ihnen also bestimmte eingeschränkte oder ihrer Natur nicht gemäße Lebensbedingungen zumutest, erprobe es zuerst an dir selbst. Laß dich also in das oben genannte Laufrad zwingen, und du fühlst, was der kleine Übernächste durchmachen muß. Wer anderweitig die lebendige Anschauung für das Schicksal der Tiere erwerben möchte, könnte sich in die Rolle des Mastkalbs versetzen oder in die des Huhns im Käfig einer Hühnerfarm oder in die des Robbenbabys, das sich wohlig am Ufer sonnt, auf das nun die Männer mit der Keule in der Hand zukomme die ihm den Pelz abziehen wollen. Eventuell stellen Sie sich auch vor, was die Robbenmutter fühlt, wenn sie vom Fischfang zurückkommt und statt ihres Kindes einen rohen Klumpen Fleisch vorfindet ...

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