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»Der Prophet«
 > »Der Prophet« Nr. 7

Das Leben der Christen im Jahreslauf




A U S Z Ü G E:

Der Christusfreund:
Als ich neulich einen Versandhauskatalog durchblätterte, kam mir dort allerlei "Weihnachtliches" entgegen. Neben gepflegter Kleidung und zum Teil schönen, gediegenen Gebrauchsgegenständen fand ich im Bild all das, was in der Vorstellungswelt der meisten Menschen "Weihnachten" ausmacht. Tannengrün und Kerzenschein, leuchtende Kinderaugen, trautes Familienglück am Gabentisch. Der rotwangige Weihnachtsmann bzw. Nikolaus präsentierte mit verschmitztem Lächeln seinen prall gefüllten Sack, Englein aus Terrakotta oder Kunststoff sangen oder spielten diverse Instrumente; ein Kästchen zur Aufbewahrung von Schmuck enthielt eine Spieldose, die ganz nach Wahl "Stille Nacht, heilige Nacht" oder "O du fröhliche" oder "Ihr Kinderlein kommet" spielen konnte. Weihnachtskrippen aus Holz und Kunststoff wurden angeboten mit dem niedlichen Jesusknäblein in der Holz- und Kunststoffwiege, das segnend die Händchen hob, mit einer andachtsvollen Maria, dem Josef mit hochgehaltener Stallaterne, in der ein Glühbirnchen für richtiges Licht sorgte. Da waren kniende Hirten, Schäfchen und die drei Könige aus dem Morgenland in prächtigen Gewändern mit Kronen auf den Häuptern. Der strahlende Stern und musizierende, mit wehenden Stoffbändern bekleidete, rundliche Englein waren auch vorhanden - alles, was eben zu einem "richtigen" Weihnachten so dazugehört.
Ein paar Seiten weiter Schmuck-anhänger in Form eines Kreuzes, zum Teil mit Corpus, in Gold und Silber, mit Diamanten besetzt und für den schmaleren Geldbeutel mit Zirkonia. Neben dem traditionellen Weihnachtsgebäck auch feinste Gänseleberpastete und zarte Schinken mit Gütesiegel und anderes mehr.
Auf den weit über 1000 Seiten dieses Kataloges begegneten mir, eingefangen von geschulten Werbefachleuten, all die Wunschvorstellungen, die Klischees, die in Menschen um Weihnachten so lebendig sind. Wären sie es nicht, so würden jene geschickten und psychologisch geschulten Werbefachleute sie nicht so gekonnt - und werbewirksam - ins Bild setzen. Ich war betroffen. Mir kam der Gedanke: Was haben wir Menschen - Christen - aus Weihnachten gemacht?
Doch zugleich fiel mir ein: Obwohl ich mich auch während meiner - vor 18 Jahren beendeten - Zugehörigkeit zur katholischen Kirche durchaus als Christ fühlte, hatte diese veräußerlichte Weihnacht mit ihren Klischees und Sentimentalitäten auch zu meiner Welt gehört. Obwohl ich Jahr für Jahr die Christmette und jede Woche den Sonntagsgottesdienst besuchte, kam mir die wahre Bedeutung von Weihnachten erst zum Bewußtsein, als ich der Kirche den Rücken gekehrt und mich auf die Suche nach der Wahrheit gemacht hatte.

 

Der Prophet:
Wie es dir erging, erging und ergeht es wohl vielen, die sich Christen nennen. Weihnachten ist zum Rummel geworden, zum Spektakel der menschlichen Genußsucht und Eitelkeit, dem sich letztlich erst derjenige entziehen kann, der sich mit der Nachfolge Jesu befaßt und innere Werte aufbaut. Erst wenn wir uns bewußt machen, daß Christus in unserem Herzen lebendig ist und wir durch die aktive Umsetzung der Gebote Gottes und der Bergpredigt Jesu unsere Lebensinhalte wandeln, wird sich auch unsere weihnachtliche Bilder- gleich Programmwelt ändern. Wir werden dann auch des Sohnes Gottes gedenken, dessen Geburt als Mensch dem Weihnachtsfest zugrunde liegt. Höre ich von der Geburt Jesu, dann geht mir das Herz auf. Besonders in der Weihnachtszeit wird mir erneut bewußt, wie der Sohn Gottes den Himmel, die Herrlichkeit, das Sein, den Frieden und nicht zuletzt den ewigen Vater und auch Seinen Thron, der zur Rechten des Ewigen steht, zurückgelassen hat, um Sich in einen Menschenkörper, in einen Säugling, einzugebären. Er nahm, wie alle Kinder dieser Erde, die irdische, rauhe und kalte Welt an, um darin zu leben. Die Reichen dieser Welt haben warme, mit kostbaren Dingen ausgestattete Wohnräume; ihr Leben verläuft in einer wohlhabenden Gesellschaft, in der zwar einer über den anderen oftmals nicht gerade freundlich denkt und redet, doch Reichtum deckt immer wieder die vielen zwischenmenschlichen Unebenheiten zu, nach der weltlichen Maxime: "Tue du mir nichts, dann tue ich dir auch nichts." In diesem Bewußtsein leben viele Reiche, und sie leben, so weit man von "gut" sprechen kann, recht gut. Man kann sich im Äußeren alles Erdenkliche leisten - man ist "gut situiert".

Doch wie war es mit dem Wohlhabenden der Himmel, dem Sohn des Allerhöchsten, der aus dem Inneren Reich kam, in welchem alle Wesen reich sind, weil sie Erben der Unendlichkeit sind, also wahrhaft Wohlhabende? Jesus kam in die Zimmermannsfamilie zu Maria und Josef. Er kam nicht in eine irdisch wohlhabende Familie, aber zu Menschen, die durch ihr gottbewußtes Leben dem Ewigen wohlgefällig waren, der ihnen durch Seinen Engel die Frohbotschaft verheißen ließ. Maria und Josef waren also Gott zugetane Menschen, die in ihrer Seele den Auftrag trugen und ihn auch erfüllten, den Sohn des Allerhöchsten als Mensch in ihre Mitte aufzunehmen. Er kam in ihre Mitte, umschlossen von Hirten, Schafen und von weiteren Tieren, die an der Geburtsstätte zugegen waren, in dem Stall, der das Licht der Himmel beherbergte.

Obwohl ich in meinem irdischen Leben so manche Entbehrungen auf mich nehmen mußte, bin ich dankbar und froh, daß ich im Äußeren nicht reich bin. Besitz, Macht, ein millionenschweres Ansehen würden mich niederdrücken im Angesicht Gottes, der Seinen Sohn in die Niedrigkeit dieser Welt hat eingebären lassen, der Ihn Menschen anvertraut hatte, die nur ein kleines Häuschen besaßen und nicht mehr als das zu essen hatten, was Josef durch seiner Hände Arbeit verdiente.

 

Der Christusfreund: 
Wäre Gott für den Reichtum der Reichen, so hätte Er Seinen Sohn in eine reiche Familie eingebären lassen oder Maria und Josef zu Wohlstand verholfen. Gerade Weihnachten symbolisiert mir Gottes Liebe. Gerade Weihnachten zeigt mir, daß ich mit meiner geringen Habe auf dem rechten Weg bin. Gerade zu Weihnachten spüre ich, daß es einzig darauf ankommt, das zu tun, was uns der Mitregent der Himmel in Jesus gelehrt und vorgelebt hat. Gerade zu Weihnachten fühle ich, daß ich, ein kleines Lichtlein, Ihm, dem großen Licht, nachfolgen darf, indem ich mich immer wieder am großen Licht, am Christus Gottes, entzünde, so daß mein Liebeflämmchen größer wird.
Weihnachten ist für mich nicht mehr das, was mir auf den Advents- oder Weihnachtsmärkten, in den Ladenstraßen der Städte, in den Angeboten der Versandhäuser begegnet - doch die Adventswochen und Weihnachten selbst sind heute für mich eine ganz besondere Zeit.
Zu Weihnachten ist mir, als würden sich in meinem Inneren Schleusen öffnen, Kräfte frei werden, die mir nicht das Jesus-Kindlein nahebringen, sondern den Christus Gottes, der als Jesus zu uns kam, der in die Dunkelheit dieser Welt eintrat und uns das Licht der Himmel brachte, die Verheißung der Liebe Gottes und die Erlösung für alle Seelen und Menschen.

 

Antwort des Propheten:
Wie recht du hast! Weihnachten ist eine besondere Zeit. Sie kann die Herzen der Menschen weich machen, dann, wenn diese das Jahr über das vollzogen und angewendet haben, was die harten Krusten der Ichsucht und des Profitdenkens löst, was den Menschen versöhnlicher und friedlicher macht: die Bereinigung des Allzumenschlichen, um in die Nachfolge des Jesus, des Christus, zu treten. Dann ist unsere Seele lichter geworden, denn wir spüren, daß sich das zur Neige gehende irdische Jahr für uns gelohnt hat. Unser Leben verläuft dann mehr und mehr bewußt, weil die Mitte unseres Lebens Christus geworden ist. Wir haben Schritte getan, die uns zu unserem Nächsten führten, um für ihn zu sein. Die positive Kommunikation - mit unseren Mitmenschen, mit Tieren, Pflanzen, Steinen, den Gestirnen, den Elementarkräften, mit allem, was lebt - nimmt zu.
Das bringt ein dankbares Gefühl im Erfülltsein, das inneres Glück bedeutet und uns reich macht, unabhängig davon, wie es mit dem äußeren, materiellen Wohl bestellt ist. Wer den inneren Reichtum erschließt, der erfreut sich auch an den kleinen Dingen des Lebens; er wird lebensbewußt und lebensnah. Er bejaht in allem das Positive, auch dann, wenn er das Negative sieht. Dem Gegensätzlichen wird er keine Kraft verleihen, sondern sich mit dem Positiven verbinden, gleich in Kommunikation treten. Wir sind nun mal auf Erden, um in die Erdenschule zu gehen, das heißt, Tag für Tag unsere Lernschritte zu tun, indem wir die Aspekte unseres Sündhaften erkennen, bereuen und bereinigen, die uns der Tag zustrahlt, so daß wir mit der Hilfe des Christus Gottes und mit Seiner Führung Gott, unserem Vater, näherkommen. Auf diesem Erkenntnis- und Bereinigungsweg werden wir sensibler, aufgeschlossener für unsere Mitmenschen, weil sich unsere Seele immer wieder am Licht des Christus Gottes entzündet.

Blickt man in diese Welt, dann sieht man in all dem katastrophalen, machthungrigen, ausbeuterischen und habgierigen Treiben immer wieder ein Lichtlein, einen Menschen, der sich von diesem Vampirdasein abgekehrt hat und sich Christus zuwandte, der sich eines Besseren besonnen hat, der sein Denken und Leben an den Zehn Geboten Gottes und an den Lehren Jesu mißt. Daß diese Lichter an Zahl zunehmen, daß sie sich zu einem erdumspannenden Lichternetz zusammenfügen, das weitere anzieht, die ihr Herzenslicht durch ein positives, Gott zugewandtes Leben entzünden wollen - darin liegt die Hoffnung für eine bessere, eine wahrhaft christliche Welt, in deren Mitte Christus ist, das Leben in Gott.

Solche Menschen sind sanft, also weichen Herzens, weil sie das Jahr über mit ihren Fehlern und Schwächen, ihrem egoistischen Denken und Verhalten gerungen haben, um mit der Hilfe unseres Erlösers davon frei zu werden. Es sind Menschen, die sich vielfach von dem Brimborium um das Ton-, Wachs- oder Holzfigürlein, welches das Kindlein zu Bethlehem symbolisieren soll, abgewendet haben, um sich dem Auferstandenen zuzuwenden, dessen erlösende Kraft in ihnen - wie in jedem von uns - lebt. Es sind diejenigen, die bei sich selbst die Tempelordnung vornehmen, was besagt, den Tempel Gottes, die Seele und den Leib, von den Sünden zu reinigen, so daß das große Licht - von dem du eben sprachst - im Tempel, in der Seele und im Körper des Menschen immer mehr auferstehen kann. Diese gottbezogenen Menschen sind es, die um die Allkraft und Allmacht Gottes wissen, die in jedem Menschen wohnt und in allen Lebensformen der Natur. Für sie gilt: Hebe den Stein auf, und du empfindest Gott. Spüre in den Wassertropfen, in das Bächlein, die mächtige Meereswoge hinein, und du erlebst Ihn. Betrachte ein Tierlein, und du nimmst göttliches Leben wahr. Schau eine Blume an, und du schaust das Licht der Himmel. Blicke in das Firmament, betrachte die Gestirne, und es leuchtet dir die Allmacht Gottes entgegen. Nimm deinen Nächsten an, und du erfährst, daß in ihm die Liebe Gottes wohnt.
Für solche Menschen ist das Weihnachtsfest ein großes Danke-Fest für das zur Neige gehende Jahr. Sie leben in der inneren Betrachtung und wissen, daß auch sie Kinder des Allerhöchsten sind, die während ihres Erdendaseins wieder bewußt zum Sohn, zur Tochter Gottes geistig heranreifen, um in die Ewigkeit, in Gott einzugehen, also zu Dem zurückzukehren, der Seinen Sohn zu uns Menschen sandte, Jesus, den Christus.
In der Weihnachtszeit werden Unsummen ausgegeben, um in den Straßen der Städte, in den Häusern und teilweise auch in den Vorgärten im Äußeren das Licht zu produzieren, das im Inneren vieler Menschen nicht entfaltet ist. Wohl liegt der Funke göttlichen Lichtes, der Gottes- und Erlöserfunke, unauslöschlich in der Tiefe unserer Seele, wohl wird er - besonders zur Weihnachtszeit - in so manchem angerührt. Doch wo das Eis des Herzens nicht während des Jahres zum Schmelzen gebracht wurde, wird aus der sehnsuchtsvollen Empfindung aus dem Seelen- gleich Herzensgrund wenig mehr erblühen können als eine diffuse Wehmut, eine Rührseligkeit - Sentimentalität. Sentimentalität ist daran als solche zu erkennen, daß sie fruchtlos, also ohne Konsequenz für das Denken und Leben des einzelnen bleibt. Rührseligkeit bedeutet das Herumrühren im Topf unklarer Wehmutsgefühle und uneingestandener Schuld, vermengt mit Selbstmitleid, dem Bedauern, manches versäumt zu haben. Wer sich der Rührseligkeit hingibt, wird davon kaum selig werden, hingegen werden Schuldzuweisungen an die Adresse des Nächsten, Vorwurf, Anklage und nicht selten Aggressionen nicht lange auf sich warten lassen. Mitunter wird zur sogenannten "Heiligen Nacht" viel gestritten; eventuell wartet man noch mit den Auseinandersetzungen, bis die Kleinen zu Bett gegangen sind. Viele ertränken ihre massiven und aggressiven Gemütsbewegungen in Wein und Champagner. "Stille Nacht, heilige Nacht." Am nächsten Tag geht's weiter wie zuvor. Würde so mancher in seine weihnachtlichen sentimentalen Anwandlungen hineinblicken, das Gefühl kommen lassen, so würde er daraus Selbsterkenntnis gewinnen und die Kraft zur Reue für manches Begangene oder schuldhaft Versäumte und könnte so mit der Kraft seines, unseres Erlösers Christus vieles wiedergutmachen und eine Wende in seinem Leben einleiten.

Wie die Sonne eines einzigen Tages nicht einen großen Eisblock in lebendig fließendes Wasser verwandeln kann, so wird auch zur Weihnacht das Herz so manches "Christen" nicht weich werden, der die Energien seiner Tage dazu verwendet hat, seine Mitmenschen weichzukneten oder aus ihnen herauszupressen, was ihnen zu seinem Nutz und Frommen abzugewinnen war. Viele haben längst ihr Gewissen zum Schweigen gebracht, so daß es ihnen nur noch wenig bewußt wird, daß sie das ganze Jahr über ihre Nächsten mißachteten, diese für ihre Zwecke mißbrauchten, ausbeuteten, Besitzansprüche geltend machten, auf sie Druck ausübten, damit diese für sie das tun, was sie selbst nicht tun wollen, die sich mit den Ellbogen auf der Leiter des Erfolgs emporrangelten. Es war und ist das Weichkneten der Mitmenschen durch Verleumdung, Diskriminierung, durch Verbreitung von Unwahrheiten und vieles mehr. Viele Menschen kamen an den Rand des Existenzminimums, Millionen sind arbeitslos. Jedoch Abertausende sind Millionäre, die ihre Bankkonten weiter auffüllen, auf daß es ihnen wohlergehe auf Erden. Sie alle, Reich und Arm, Ausbeuter, Hetzer, Vergewaltiger, Kindesmißhandler, Bordellbesitzer, Tierquäler, Erpresser und viele mehr nennen sich "Christen"; viele davon sind katholisch und lutherisch. Sie sitzen im Kreise der Familie als traute Familienväter und -mütter um den frischgeschlagenen Tannenbaum, der duftend seine Lebenskraft aushaucht, verzehren "gesittet" den lebend in kochendes Wasser geworfenen Hummer oder die durch Stopfen fettgemästete, jetzt gebratene Gans, singen "Stille Nacht, heilige Nacht", unterdrücken eventuell eine Träne der Wehmut, weil sie, von der Weihnachtsstimmung erfaßt, an ihre Kindheit denken müssen, wo Vater und Mutter ihnen wenigstens zur Weihnachtsstunde ein wenig "heile Welt" ins Wohnzimmer beschert hatten.
Das Weihnachtsfest, das "höchste Fest des Jahres", ist zur Krönung der Lächerlichmachung des Jesus, des Christus, geworden. Werfen wir nachfolgend einige Schlaglichter auf das Blendwerk Welt, das im Namen des Christseins vollzogen wird. Um die Weihnachtszeit neigt sich das Jahr dem Ende zu. Blicken wir auf das Jahr zurück. Einige Tage nach dem Weihnachtsfest beginnt der Neujahrsrummel, an dem "Christen" einige hundert Millionen für Feuerwerkskörper als Knalleffekte für das beginnende Jahr in die Luft jagen. Wie vielen Menschen könnte mit diesen Millionen geholfen werden - Kindern, die erbärmlich in Waisenhäusern dahinvegetieren, Menschen, die unter Brücken hausen, Kindern in den unterentwickelten Ländern mit dicken Bäuchen, die der quälende Hunger auftreibt. Kinder sterben an der Brust ihrer Mutter, weil diese keine Nahrung hat und der Körper infolgedessen keine Milch entwickelt, um das Kleine zu nähren. Menschen, die zu Zehntausenden Hungers sterben, Menschen, die in den Elendsvierteln oder Flüchtlingslagern dahinvegetieren, deren Körper von Krankheiten übersät sind, die auf ihren Tod warten müssen, weil ihnen der Christ, der die Nächstenliebe praktizieren soll, nicht die notwendigen Medikamente, oftmals nicht einmal eine Handvoll Reis, eine Handvoll Korn, ein Stück Brot bringt. Der "Christ" jagt es in die Luft. Prosit Neujahr! Der Alkohol strömt, trunken ist so mancher "Christ". Wieder andere stellen ihren wohlgenährten Leib zur Schau und wissen vor Überfluß vielfach nicht mehr, welche kulinarischen Köstlichkeiten sie sich noch einverleiben sollen. Es geht weiter: Dem Prosit Neujahr schließt sich der Karneval an. Rauschende und berauschende Feste in Nachtclubs, in Diskotheken, in wohlgeschmückten Tanzlokalen bieten die Gelegenheit, dem Mann die Frau zu nehmen und der Frau den Mann. Man bietet sich geradezu an. Was ist schon Treue, wenn man Lust hat, die Lüste zu steigern? Die Wohlhabenden und Reichen in aller Welt finden sich zu Galafesten und Galaabenden zusammen. Wer steht vor der Tür? Ein armer, zerlumpter Junge, der die Hungersnot vieler Menschen symbolisiert, eine junge Frau, mager und verhärmt, die ihr totes Kind an ihrer Brust trägt. Sie verkörpern die Straßen des Elends. Der arme Junge und die magere junge Frau mit ihrem toten Kind symbolisieren die Worte Jesu: "Ich Bin hungrig gewesen, und ihr habt Mich nicht gespeist. Ich Bin durstig gewesen, und ihr habt Mich nicht getränkt. Ich Bin ein Gast gewesen, und ihr habt Mich nicht beherbergt. Ich Bin nackt gewesen, und ihr habt Mich nicht bekleidet. Ich Bin krank und gefangen gewesen, und ihr habt Mich nicht besucht." Da werden sie Ihm auch antworten und sagen: "Herr, wann haben wir Dich gesehen, hungrig oder durstig oder als einen Gast oder nackt oder krank oder gefangen und haben Dir nicht gedient?" Dann wird Er ihnen antworten und sagen: "Wahrlich, Ich sage euch: Was ihr nicht getan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr Mir auch nicht getan." Sie alle, die vor den Pforten der Gala-Lokale, vor den Clubs, vor den Nobel-Hotels stehen, versinnbildlichen auch die Herbergssuche von Maria und Josef. Maria, die hochschwangere Frau, und Josef gingen von Haus zu Haus und klopften an die Pforten der Menschen, weil Maria der Niederkunft nahe war. Die Türen blieben verschlossen. Ein Mensch, der selbst kaum ein Zuhause hatte, der selbst kaum Nahrung besaß, gab Maria und Josef Herberge; wir nennen sie den Stall zu Bethlehem. Dort kam Maria nieder, dort lag das Kind in einer Krippe auf Stroh. Heute steht ein Kind in Lumpen, eine junge Frau mit ihrem toten, verhungerten Kindlein vor dem Gala-Lokal. Wo? In London? In Delhi? In Rio? In New York? - Unter uns, hier und heute. Unter denen, die sich "Christen" nennen. Hört ihr "Christen", vor einigen Wochen schallte es aus demselben Festsaal: "Fröhliche Weihnacht, überall!". Und: "Ihr Kinderlein, kommet, o kommet doch all ..." Jetzt verlassen einige sentimental Angehauchte die Festlichkeit durch die hellerleuchtete Eingangshalle - die Mägen gefüllt mit Wein und köstlichen Speisen, mit Fisch, Truthahn, gespickter Rehkeule, wohl zubereitetem Hasenrücken, also Wildbret für die "Christen"; ein feiner Rinderbraten darf auch nicht fehlen, ein Stück vom Schwein soll es auch sein, ein schöner Hühner-, Enten- oder Gänseschenkel, festlich zubereitet, natürlich in der rechten Tunke. In die Händchen des mageren, zerlumpten Jungen werfen die hohen Gäste einige Groschen. Vor der mageren Frau mit den weit aufgerissenen Augen bleiben sie entsetzt stehen, denn der Anblick des toten Kindes erschreckt sie zutiefst. Sie schütteln ihr wohlgepflegtes Haupt und meinen: Welch eine Zumutung! Und so etwas vor unserem Club! Entrüstet gehen sie weiter. Ihre aufflackernde Sentimentalität schwindet dahin im sanften Wiegen der Luxuslimousine, die sie in ihr geheiztes Haus, in ihre warme Wohnung bringt, in ihre heile, schöne Welt.
Der Karneval neigt sich dem Ende zu, der Aschermittwoch zieht herauf - Asche auf das geschätzte Haupt. Es heißt: Gedenke Mensch, daß du Staub bist und wieder zu Staub zurückkehren wirst. Doch wer denkt schon über den Staub nach, der er, der Mensch, sein soll? Für so manchen liegt dieser nur auf der Straße. Oder es sind für ihn die Menschen, die arm und elend auf den Straßen dieser Welt liegen oder bettelnd vor den edlen Lokalen stehen. Solange sich der "Staub" in kostbare Gewänder kleiden kann, sind der Staub "die anderen".
Nun ist Fastenzeit! O nein, für so manchen - in Bayern - ist nun die Starkbierzeit! Jetzt fließt mehr das Starkbier, weniger der Wein; von irgend etwas muß der "Christ" trunken sein. Draußen vor dem Starkbierzelt steht ein Kind, eine alte Frau mit einem frierenden Kind. In der Hand trägt sie einen Korb und bietet Blümelein an, auch für den bierstarken Mann. Im Kindlein und in der alten Frau steht Jesus vor der Tür.

Wie verhältst du dich, o Christ,
der du ein Weltkind und begütert bist?
Hast du für Christus ein Gespür,
vor einem Bierzelt, einer Gala-Tür?
Im Nächsten ist der Herr zur Stelle,
der Meister ruft: "Hör' zu, Geselle,
ein Kindlein bittet um Brot,
im Gesicht steht einer alten Frau die Not!"
Was tust du, o trunkener Christ?
Dein Gewissen weiß, wer du bist,
doch du verschenkst ein paar Groschen
und schon ist das Mitleid erloschen.

Neigt sich die Fastenzeit und die Starkbierzeit dem Ende zu, dann ist die Osterwoche angesagt. Wochen vor diesen Feiertagen denken viele Christen darüber nach, wo und wie sie die Feiertage verbringen werden. So mancher legt noch ein, zwei oder weitere Urlaubstage dazu, um ins Gebirge zu fahren oder in wärmere Gegenden, ans Meer. Was kümmert viele "Christen" der Karfreitag? So mancher sagt sich: Die Predigt des Pfarrers zum Karfreitag oder zu Ostern ist ohnehin jahrzehntelang die gleiche. Karfreitag heißt für viele Christen: Wir gedenken des Sterbens Jesu am Kreuz. Zu Ostern heißt es: Wir gedenken der Auferstehung Jesu. Man gedenkt also. Hat der Christ in all den zweitausend Jahren schon darüber nachgedacht, warum trotz der Auferstehung Jesu der tote Mann noch immer am Kreuz hängt - gestern, heute und morgen? Die Gedenktage, Karfreitag und die Ostertage, sind für viele Christen nur Erinnerungen zum Einprägen des Geschehens vor 2000 Jahren, das die Prediger immer wieder auffrischen. Auferstehung heißt: Christus hat den Tod überwunden.
Warum - ich betone: warum, also aus welchem Grund und zu welchem Zweck - macht man Jahr für Jahr Seine Auferstehung gleichsam rückgängig? Als Bild genommen: Warum tötet man Ihn erneut? So foppt man den Gläubigen, der durch das "Vollbracht" des Jesus, des Christus, die Erlösung trägt und den Weg des Freiwerdens von seinen Sünden gehen möchte, indem er Christus, dem Auferstandenen, nachfolgt. Das ist Hohn und Spott auf Christus, Hohn und Spott auf all jene, die ihr Kreuz aufnehmen, um sich mit der Hilfe des Christus Gottes und dank Seiner Auferstehung von ihrer Sündenlast zu befreien, sich zu erheben und dem Reich des Friedens und der Liebe zuzuwandern. Angesichts des toten Mannes, der noch immer am Kreuz hängt, fragen sich viele: Was hat uns der Tote, der Nazarener, gebracht? Die Welt ist nicht besser geworden. Die vielen gutgemeinten Worte der Pfarrer und Priester machten aus dieser Welt nicht das Paradies. Was soll's also mit dem Karfreitag und mit dem Osterfest? Vielleicht, denkt so mancher, ist das Ganze nur noch für die alten Leute und für all jene, die noch ein wenig Sentimentalität brauchen. Vielleicht in der Art, wie der Philosoph Nietzsche kritisch über einen Gott schrieb, "der uns zur rechten Zeit vom Schnupfen kuriert oder der uns in einem Augenblick in die Kutsche steigen läßt, wo gerade ein großer Regen losbricht", gerade so, wie es sich der Mensch eben nach seinem Gefühl wünscht. Andere haben sich ganz vom Glauben verabschiedet und halten es insgeheim so wie Nietzsche selbst, für den die Kirchen nichts anderes mehr sind als "die Grüfte und Grabmäler Gottes". Und wie zum Zeichen, daß der Philosoph recht haben könnte, hängt darin auch reglos ein toter Mann am Kreuz, während - so Nietzsche - ein "Kanzelrabe" dort seinen Dienst tut. So mancher Christ geht in seiner Distanz nicht so weit wie der Philosoph, doch er mißt den Pfarrerworten ebenfalls keine große Bedeutung bei. Aber wenigstens den Schein will er noch wahren. Um nicht ganz und gar gewissenlos zu erscheinen, macht er den Karfreitags- und Osterbrauch gerade noch am Rande mit. Am Karfreitag, einem Fastentag, ißt man Fisch. Natürlich soll es ein frischer Karpfen, eine frisch geschlachtete Forelle oder ein Kabeljau sein. Gestern noch spazierte man am Bach entlang und erfreute sich an den lustigen Sprüngen der Forelle, an den anmutigen Bewegungen ihrer Artgenossen. Morgen liegen diese eventuell schon als Kadaver, geschmackvoll zubereitet, auf dem Mittagstisch. Unbekümmert um die Forelle mit ihrem jetzt starren Blick, wird das "Mahl" gehalten. Man denkt nicht mehr daran, daß es gestern noch diese Fische waren, die munter und lebensfroh im Wasser schwammen und sich ihres Daseins erfreuten. Für den Tier-Kannibalen Mensch ist alles recht, ob Forelle oder Hecht. Wichtig für ihn ist der Genuß ohne Verdruß, vermutlich auch dann, wenn ein Mensch wie ich ihm ins Gewissen spricht. Viele sind der Ansicht, der Mensch sei zum Tier geworden. Bitte nicht das Tier beleidigen! Es ist oftmals um vieles edler und feinfühliger als der grobschlächtige, kannibalische Mensch.

Was sich die oberen Zehntausend leisten, einschließlich der kirchlichen Obrigkeiten, das will der Steuer- gleich Kirchensteuerzahler auch. Gerade die kirchlichen Obrigkeiten - so glaubt der Nachahmer - müßten es wissen, und er macht jedes Brauchtum mit, ob es heidnisch oder kannibalisch ist. Er, der einfache Christ, mordet und schlachtet ja nicht selbst. Er läßt die blutige Arbeit andere verrichten. Gestern sah der christliche Spaziergänger ein Lämmchen auf der Weide tollen, das Häschen auf der Wiese hüpfen, das Rehlein schnell in das Gebüsch schlüpfen. Er erfreute sich am Leben der Tiere, an ihrer Schönheit, ihrer Anmut und an ihrer Lebensfreude. Morgen, am Ostersonntag, verspeist der Kirchenchrist die Lammkeule, den gebeizten Hasen oder den gespickten Rehrücken. Der Bauer, ebenfalls ein Christ, hat das kleine Lamm erschlagen. Der Jäger - wiederum ein Christ - hat den lustigen Hasen und das anmutige Reh gejagt und erlegt. Was soll's? Von irgendetwas soll man sich doch ernähren! Lamm, Hase und Reh wandern zerstückelt, gut gewürzt, gekonnt gespickt in die Bratenpfanne und dann auf den Tisch der kirchlichen Würdenträger und der nachahmenden Kirchenchristen. Den Übernächsten, die wir Schweine nennen, geht es nicht besser. Gestern war das Ferkel noch munter und vergnügt, heute ist es geschlachtet und zerlegt. Stücke seines toten Leibes werden vom Metzger geräuchert, also genußfertig gemacht und zum Kauf angeboten. So mancher Kirchenchrist, der weiß, was sich schickt, wickelt den geräucherten Schinken in ein feines und sauberes Tuch ein, um ihn dann im Korb in die Kirche zum Priester zu tragen. Dieser legt den Segen über die "Naturgaben". Nun ist der Schinken gesegnet und zum Verzehr bereit; gesegnet sei - durch den geweihten Schinken - der tier-kannibalische Leib. Am Rande war man doch noch "Christ". Das christliche Gewissen, das sich weniger an den Zehn Geboten und der Lehre Jesu orientiert als am Vorbild der Theologen, ist flexibel. Am Karfreitag gab es schließlich Fisch, an Ostern - ganz nach traditionell-österlicher Art - gibt es am Sonntagmorgen ein Stück geweihten Schinken, zu Mittag den gespickten Reh- oder Hasenrücken oder ein Stück gebratenes Rind oder eine Lammkeule, denn "schließlich hat auch Jesus Lammfleisch gegessen". Wer noch die Kirche besucht, wird beim Ostersonntagsgottesdienst mit fester und sicherer Stimme das bekannte Auferstehungslied singen: "Jesus lebt, mit Ihm auch ich. Tod, wo sind da deine Schrecken?" Der Christus Gottes ist wahrlich auferstanden. Sein Geist lebt in uns - doch leben wir in Ihm und mit Ihm? Tut der Christ, was Jesus lehrte und vorlebte? Oder wurden viele Menschen gleichsam zu Schreckensgespenstern für die Tiere des Waldes, des Feldes, der Luft, der Gewässer und der Ställe? Wurden nicht viele zu Schreckensgespenstern für die gesamte Natur? Der "Christ" fällt die Bäume, einerlei, ob es Frühling, Sommer, Herbst oder Winter ist, ähnlich wie er die Tiere malträtiert, schlägt und tötet. Christen wurden zu Schlächtern und Metzgern der Naturreiche. Tiere nehmen Reißaus vor dem ungezügelten Tier-Kannibalen Mensch. Viele Christen nehmen dies alles als selbstverständlich hin - fühlen sie sich doch als die Herren der Erde und der Gesellschaft. Welcher Gesellschaft? Einer Gesellschaft von Schlächtern, Dieben, Mördern, Erpressern, Räubern, Betrügern, Gewalttätern, Lügnern, Verleumdern, Diskriminierern, Ehebrechern, Kinderschändern, Gewalttätern in der Natur, Tierquälern, Pflanzen- und Mineralienschändern und, und, und - also von Zerstörern des ganzen Planeten Erde. So mancher wird nun empört den Einwand bringen: "Aber nicht ich!" Er muß sich entgegenhalten lassen: "Beweise es!" Wie verhältst du dich mit deinen Worten und Taten gegenüber deinen Mitmenschen, geschweige denn erst in deinen Gedanken? Wie sprichst du über deine Mitmenschen? Was sind deine Taten und Werke? Wie groß ist deine Gottes- und Nächstenliebe? Wohl dem, der aus ganzem Herzen Gutes fühlt, Gutes wünscht, das Gute will, gut denkt und sich auch danach verhält. Er wird ein gutes und ruhiges Gewissen, also ein von Frieden erfülltes Herz haben.

 

Der Christusfreund:
Halt, jetzt reicht mir's! Ich hatte letztlich immer noch ein so schönes Bild vom Weihnachtsfest. Bin ich verrückt gewesen, daß ich als Kirchenchrist so etwas mitgemacht habe! Ich schäme mich, daß ich überhaupt Christ bin, denn bei dem, was du dargelegt hast, habe ich mich etliche Male an die eigene Brust klopfen müssen. Aber Jesus hat zum Passahfest auch ein Stück Lamm gegessen. Und außerdem hat Er doch auch Fische vermehrt. Hat Er uns damit nicht gezeigt, daß wir - zumindest hin und wieder - Fleisch essen können?

 

Antwort des Propheten:


 

[...]

Der Christusfreund:
Und dieser soll aber nur noch indirekt und mittelbar über die Prediger wie Bischöfe, Pfarrer und Priester sprechen. Denn diese haben für Ihn, den großen Geist, das freie Reden des Christus Gottes nicht vorgesehen. Laut II. Vatikanischem Konzil (1965) heißt es: "Erfüllt und vollendet hat sich die Offenbarung und das Heilswerk Gottes in Jesus Christus. In ihm ist in der Zeit die Offenbarung abgeschlossen." "Daher ist die christliche Heilsordnung, nämlich der neue und endgültige Bund, unüberholbar, und es ist keine neue öffentliche Offenbarung mehr zu erwarten vor der Erscheinung unseres Herrn Jesus Christus in Herrlichkeit."

 

Antwort des Propheten:
Du glaubst doch nicht, daß sich Gott nach kirchlichen Obrigkeiten richtet und erst 1965 Jahre nach Jesus solches verkündet haben soll? Er beachtet den freien Willen - gleichsam den Eigenwillen der kirchlichen Obrigkeiten. Deshalb spricht Er nicht mehr in ihren Kirchen, auch wenn die Altäre noch so sehr goldverbrämt sind und die sogenannten Vertreter Gottes in Purpur glänzen. Jesus lag weder in einer Wiege aus Gold, noch trug Er Purpur. Das will uns etwas sagen - aber nur dem, der denkt.
Der Heilige Geist, der Geist des Christus Gottes, ist in jedem von uns. Im Urgrund unserer Seele pocht das große Leben und ruft uns, wieder Söhne und Töchter der Himmel zu werden, also Wesen des Lichts aus Seinem Licht.
Der Heilige Geist pocht und ruft uns, Seine Gebote zu halten und Jesus, dem Christus, nachzufolgen, der die Liebe des Vaters nicht nur verkündete, sondern selbst Offenbarung der Liebe Gottes war. Jesus liebte die Menschen und sprach immer wieder von der Gottes- und Nächstenliebe. Jesus liebte die Tiere, die Pflanzen, ja jeden Stein. Die Natur war für Ihn der große Garten Gottes, in dem Er lebte, den Er schätzte, den Er mit Seinen Gefühlen und Gedanken pflegte und die Tiere soweit umsorgte, wie es Ihm möglich war.
In "Das ist Mein Wort. Alpha und Omega. Das Evangelium Jesu. Die Christus-Offenbarung, welche die Welt nicht kennt" steht dazu:

"Es geschah, daß der Herr aus der Stadt zog und mit Seinen Jüngern über das Gebirge ging. Und da kamen sie an einen Berg mit sehr steilen Wegen. Dort begegneten sie einem Mann mit einem Lasttier.
Das Pferd aber war zusammengebrochen, denn es war überlastet. Der Mann schlug es, bis das Blut floß. Und Jesus trat zu ihm hin und sprach: 'Du Sohn der Grausamkeit, warum schlägst du dein Tier? Siehst du denn nicht, daß es für seine Last viel zu schwach ist, und weißt du nicht, daß es leidet?'
Der Mann aber erwiderte: 'Was hast Du damit zu schaffen? Ich kann mein Tier schlagen, so viel es mir gefällt; denn es gehört mir, und ich kaufte es für eine schöne Summe Geldes. Frage die, die bei Dir sind, sie sind aus meiner Nachbarschaft und wissen es. Und einige von den Jüngern antworteten und sagten: 'Ja, Herr, es ist so, wie er sagt, wir waren dabei, als er das Pferd kaufte.' Und der Herr erwiderte: 'Sehet ihr denn nicht, wie es blutet, und höret ihr nicht, wie es stöhnt und jammert?' Sie aber antworteten und sagten: 'Nein, Herr, wir hören nicht, daß es stöhnt und jammert!' ..."
"Selbst wenn der Mensch ein Tier erworben hat, so ist es trotzdem nicht sein Eigentum. So, wie der geistige Leib, die Seele im Menschen, zum ewigen Sein gehört, weil der Ewige den geistigen Leib geschaffen hat und das Geistwesen durch den Ewigen im ewigen Sein lebt, so wurde auch das Tier vom ewigen Schöpfergeist geschaffen und gehört zu dem Leben, das ist und ewig währt - zu Gott.
Die ganze Unendlichkeit ist dienende Liebe, dienendes Leben: Auch der Mensch ist von Mir, Christus, gerufen, seinem Nächsten in selbstloser Weise zu dienen. Dazu gehört auch der Übernächste, das Tier. Denn auch das Tier ist mit den Gaben selbstlosen Dienens ausgestattet und dient gern und bereitwillig dem Menschen, der es liebt.
Wenn der Mensch seine Nächsten, seine Mitmenschen also, nicht selbstlos liebt, wird er ihnen auch nicht selbstlos dienen. Seine Selbstsucht überträgt er dann ebenfalls auf die Tier-, Pflanzen- und Mineralwelt.
Das Tier kann nicht reden. Still leidet und duldet es und kann kaum seinen Schmerz und sein Weh mitteilen. Nur der vernimmt, was das Tier an Schmerz und Pein erduldet, der Menschen, Tiere, Pflanzen und Steine selbstlos liebt. Der Ichbezogene, der Herrenmensch, erwartet, daß seine Mitmenschen ihm dienen. Er verlangt auch vom Tier, daß es über seine Möglichkeiten und Kräfte hinaus ihm dient. Er selbst bestimmt - und dient nicht. Deshalb fügt er Menschen und Tieren unsagbare Qualen zu. Wenn der Mensch seine Mitmenschen zu seinen Abhängigen - gleichsam zu Sklaven - macht, dann wird er auch die Tiere unterjochen. Wer nicht mehr auf sein Gewissen hört, der wird hartherzig gegenüber Mensch und Tier. Er sieht nur noch auf seine Belange, auf seinen Eigennutz. Er nimmt sich selbst sehr wichtig und vergißt dabei, daß seine Nächsten und Übernächsten, die Tiere, unter seiner ichbezogenen Herrschaft zu leiden haben. Er spürt dann auch nicht mehr, was sein Nächster und das Tier benötigen. Wenn die Sinne des Menschen verroht sind, dann ist der ganze Mensch gefühlsarm. Um so empfindlicher reagiert er jedoch, wenn sein eigenes Ich angesprochen und sein Tun in Frage gestellt wird.

Erkennet: Wer nur mit dieser Welt ist, der blickt auch nur auf seine kleine, begrenzte Welt des Ichs. Dadurch wird er stumpf gegenüber dem Gesetz des Lebens und wird somit ein geistig Toter. Geistig Tote sind stumm und taub für das wahre Leben. Sie werden so lange, wie es nach den Gesetzen der Einverleibung noch möglich ist, wieder in die Materie eingeboren werden, um im Wandel ihrer Schicksale zu erfahren und zu erleben, dass ihr Nächster, der neben ihnen steht, und ebenso auch das Tier empfindet und leidet – zumal alle das Leben aus Gott haben.“

Christus offenbarte uns damit das Bewusstsein der großen Einheit in Gott, das uns zu Seinen Söhnen und Töchtern macht. Denn jedes Wesen ist kosmisches Sein, das in Kommunikation mit allen reinen Kräften der Unendlichkeit steht.
Streben wir Menschen danach, dann verwandeln wir Schritt für Schritt mit der Hilfe des Christus Gottes unsere Sünden in Licht, was besagt, wir bereuen die von uns erkannten Sünden, bereinigen sie mit der Hilfe des Christus Gottes, unseres Erlösers, und tun diese nicht mehr. Dann tauchen wir allmählich in den Urgrund unseres Wesens ein, das göttlich ist, und stehen in Kommunikation mit dem Heiligen Geist, dem Geist des Vater-Mutter-Gottes, der in Christus die Auferstehung und das Leben ist.

Erstehen – gleich auferstehen – wir in Christus, dann durchstrahlt uns die Macht des Geistes, und wir werden denken, reden und tun, was Gott will. Dann brauchen wir nicht mehr zu warten, ob irgendwann wieder einmal Pfingsten kommt. Pfingsten war vor nahezu 2000 Jahren. Pfingsten war gestern. Pfingsten kann heute und morgen sein, dann, wenn wir bereit sind, den Heiligen Geist zu empfangen.

Lieber Bruder, liebe Schwester, lasst uns in Christus auferstehen, damit wir wieder bewusste Söhne und Töchter Gottes sind, die untereinander in Frieden leben, die Erde und alles, was auf und in ihr ist, schätzen und so von ihr empfangen, was wir für unser irdisches Dasein benötigen.

 

Der Christusfreund:
Bis dahin ist es sicher noch ein langer Weg. Als du eben die hohen Worte von unserem wahren Sein gesprochen hast, kam mir ein Schreckensbild in den Sinn. Wenn ich mich noch recht erinnern kann, ist es um die Pfingstzeit, zu der junge Tiere geboren werden. Seit einigen Jahren fahre ich des öfteren durch ein Dorf, wo im Frühsommer eine Herde junger Gänse auf einem nicht allzu großen Terrain lebt und so recht und schlecht ihr Dasein fristet. Sie sind lustig und begnügen sich mit der Enge, in der sie leben müssen. Ich beobachtete, wie sie heranwuchsen, und fragte mich, warum Menschen so viele Gänse halten, wo doch der Platz für sie so klein ist. Als ich diese Frage an einen meiner Freunde richtete, sagte dieser: „Du bist ganz schön naiv. Hast du in den vergangenen Jahren nicht erlebt, dass sie von Beginn der Adventszeit an immer weniger werden und nach dem 24. Dezember, also nach dem Fest von Christi Geburt, keine mehr zu sehen ist?“ Mir fiel es wie Schuppen von den Augen: Jedes Jahr dasselbe! Die armen Tiere – nicht einmal ein Jahr lang dürfen sie leben, dann werden sie von Tier-Kannibalen verschlungen. Seither will ich auch kein Federbett mehr. Wer weiß, wie viele Weihnachtsgänse auch hierfür die Federn lassen müssen.

Mein Freund fuhr fort: Weißt du nicht, wie viele Robbenbabys jährlich enthäutet werden, damit die Damen der High Society einen außerordentlich schönen Pelzmantel vorzeigen können? Mit weiteren Beispielen vermieste mir mein Freund den ganzen Tag. Er berichtete weiter, dass vorwiegend die Weihnachtsgänse nicht nur getötet werden, sondern ihnen wird zuvor mit Gewalt der Schnabel aufgerissen und spezielle Nahrung in die Speiseröhre gepresst, sogar mit dem Stil eines Kochlöffels noch "nachgestopft“, so dass das arme Tier schlucken, schlucken und schlucken muss, damit der Tier-Kannibale, der Mensch, eine feine Gänseleberpastete zum Fest „Christi Geburt“ genießen kann; dass Hühnchen auf engstem Raum leben müssen, gleichsam in Legebatterien, und die Hähnchen, wenn sie die richtige Größe und das entsprechende Gewicht haben, geköpft werden, um in den Koch- und Brattopf zu wandern oder sich aufgespießt im Schaufenster zur Schau stellen müssen, damit der Kannibale sein Hähnchen selbst aussuchen kann. Er erzählte mir auch, wie es in den Schlachthöfen zugeht, dass die Tiere aus Angst vor dem Todesschuss brüllen, denn sie fühlen, dass ihnen das Leben gewaltsam genommen wird. Die Tiere merken schon, dass sie zur Schlachtbank geführt werden, wenn sie den Stall des Bauern verlassen.

Mein Begleiter gab weitere Aufklärung, was den Tieren alles einverleibt wird an Medikamenten und Hormonen, die das Wachstum beschleunigen, bis hin zu chemisch oder gentechnisch verunstalteten Kühen, die ihr präpariertes Euter kaum mehr zwischen den Beinen zu tragen vermögen. Der krönende Abschluss seiner Worte war: „Alles, aber auch alles wird gemolken. Die Großen dieser Welt melken die Kleinen, und die Großen und Kleinen melken die ganze Mutter Erde, bis diese ausgemolken, gleichsam ausgezehrt ist von einem Ungeheuer, das sich Mensch nennt.“
Von dem, was er mir alles geschildert hat, habe ich mich, Gott sei gedankt, nicht mehr erholt. Ich bin ein anderer geworden, der mehr und mehr schätzt, was uns Gott täglich gibt; dem mehr und mehr bewusst wird, was Gottes- und Nächstenliebe heißt; dem mehr und mehr dämmert, wer die Institutionen Kirche sind.

 

Der Prophet:


 

[...]

Der Christusfreund:
Das Pfingstfest ist für viele jedoch nicht die Hinwendung an den Geist Gottes, den Heiligen Geist. Viele gehen mal wieder für einige Tag in Urlaub, um sich den Sonnenstrahlen zuzuwenden. Der Sommer beginnt, die Bräune der Haut ist zum Prestige geworden. Man sieht dann, dass man noch „mithalten“ kann.

 

Der Prophet:
Ja, man kann sich gerade noch einen Urlaub leisten. Der Mensch der heutigen Zeit könnte es sich schon lange nicht mehr leisten, sich weiterhin gegen Gott zu versündigen, denn nicht nur die Erdkatastrophen kommen uns immer näher, sondern auch unsere hautnahen Katastrophen wie z.B. Arbeitslosigkeit, Geldknappheit, Krankheiten, und die vielen Folgen der Umweltverschmutzung. Das Krankengeld wird immer knapper, obwohl es bald jeder zweite in Anspruch nehmen müsste, weil Allergien um sich greifen und bestimmte Arten von Krankheiten wieder aufflammen, von denen man bisher glaubte, man hätte sie durch umweltverbessernde Maßnahmen und durch Impfstoffe unter Kontrolle. Doch was soll´s? – denkt so mancher und kratzt und schafft das letzte Geld für den Sommerurlaub zusammen, in Schicksalsergebenheit die Möglichkeit ins Auge fassend, dass er sich eventuell im nächsten Jahr nicht noch einmal einen Urlaub würde leisten können. Gedanken, Gedanken, Schicksalsergebenheit – die Einschränkungen werden schwerwiegender, die Einbußen schmerzlicher. Wenige machen sich jedoch Gedanken, warum das so ist. „Heute ist heute“, denkt so mancher „Christ“ und erlebt seinen ausgedehnten Sommerurlaub wie der Unchrist.

Das Jahr ist fortgeschritten; seine zweite Hälfte ist angebrochen. Wie schnell die Zeit vergeht! Schon steht der Sommer wieder vor der Tür. Vor mir sehe ich schon die Autoschlangen, die in den Süden rollen, zwischen den schnellen Fahrzeugen die Anhänger mit Wohnwagen und Motorbooten. Wer mit seinem Auto 10 – 20 kmh schneller fährt, hupt den anderen an, er möge ausweichen. Ist dieser nicht sofort bereit, wird ihm schon der „Vogel“ gezeigt. Jedes Jahr der Stau auf den Autobahnen, doch jedes Jahr muss immer wieder die Karawanenfahrt in den Süden sein.
Der Beifahrer, die Frau oder der Mann, ist vielfach ein willkommenes Objekt, um im stundenlangen Stau das loszuwerden, was dem einen schon wochen- oder monatelang auf der Seele brennt. Es bahnt sich ein Streit an; eventuell mischen sich auch die Kinder ein, denen es auf dem Rücksitz langweilig wird. Nun kocht´s und brodelt es im kleinen Wägelein. Vorn und hinten hört man zusätzlich das Gehupe. Es geht weiter. Wohin? Natürlich in den Urlaub, man will sich ja vom Stress und der Eintönigkeit erholen. In so manchen Fällen liegt die Erholung darin, dass sich die Frau einen anderen Mann anlacht, und der Mann eine andere Frau. Am Abend setzt sich dann der Streit fort, der schon im Fahrzeug begonnen hat. Der Mann denkt sich: „Mein „Urlaubsschatten“, die neue Bekanntschaft, ist mir wie auf den Leib geschnitten. Sie ist um vieles angenehmer und verständnisvoller als meine angetraute Frau. Bei der Eheschließung habe ich mich doch verschaut. Würde ich diesmal wählen können, dann wäre es die neue Bekannte. Diese Frau ist gerade die richtige. Sie passt zu mir.“ Schon beginnt die Überlegung, was wohl eine Ehescheidung kosten würde. Oder soll es nur eine Nebenfrau sein? Kann ich mir sie leisten? Wie wird sie es wohl aufnehmen, wenn ich es ihr andeute? Und wie wird wohl meine Frau reagieren, die ja ebenfalls ihren ständigen Begleiter auf Zeit hat, um einfach mal aus der Ehe auszuspannen?
Bei nicht wenigen heißt es nach dem Urlaub: Wir spannen aus, was bedeutet, wir ziehen nicht mehr gemeinsam den Ehewagen. Wir lassen uns scheiden, oder wir kommen überein, dass jeder von uns einen Nebenpartner hat. Für so manchen war der Urlaub das Ende der Gemeinsamkeit, das Ende einer Ehe. Familienbande zerbrechen. Sind Kinder aus der Ehe hervorgegangen, so wissen diese vielfach nicht, wohin sie gehören, zum Vater oder zur Mutter. Der eine oder andere hört – z.B. von der Schwiegermutter – den Einwand, nach kirchlicher Lehre sei Ehescheidung nicht erlaubt. Doch wer kümmert sich in diesem Punkt schon um Schwiegermutter und um den kirchlichen Brauch? Der Priester spricht wohl von der gottgewollten Ehe. Es ist hier wie in anderen Lebensbereichen: Die herkömmlichen Bräuche, die Regeln und Gebote gelten nicht mehr. Der Mensch macht, was er will, und er erlebt dann auch früher oder später, wer und was er ist und was ihm zukommt. Denn nach dem Gesetz von Saat und Ernte empfängt er und erntet, was er gesät hat.

 

Der Christusfreund:
Blicke ich in das ganze Urlaubsgeschehen hinein, in die Partys, in die Nachtclubs, in die Nacktbaderei an bevorzugten Stränden, in den Sextourismus und manches mehr, dann stellt sich wirklich die Frage, ob man nicht anregen soll, der „Christ“ möge sein scheinheiliges Christsein aufgeben, sich selbst z.B. als Unchrist bezeichnen, oder sich eines anderen, Besseren besinnen. Das Chaos Mensch zieht sich hindurch von Weihnachten zu Weihnachten. Es ist eine Verhöhnung des Christus Gottes ohnegleichen! Es ist ein Leben mit Wechselduschen und Wechselbädern, das nichts mit dem Christsein zu tun hat.

 

Der Prophet:


 

[...]

Der Christusfreund:
Außerdem kann der katholische Geistliche dem Sünder die Sünden abnehmen, dann, wenn dieser einen Beichtstuhl aufsucht. Drei „Gegrüßet seist du, Maria“ – und es hat sich. Morgen geht´s mit dem Sündigen weiter: „Wir sind eben Sünder.“ Noch einfacher geht es in der evangelischen Kirche in der sogenannten “Gemeinsamen Beichte“, wo nicht einmal eine einzige Sünde beim Namen genannt werden muss. Alle stehen auf, und der Pfarrer fragt allgemein nach dem Bereuen von Sünden und dem Begehren der Vergebung. Dann fragt der Pfarrer, ob die Kirchgänger glauben, dass die Vergebung, die er, der Pfarrer, zusprechen wird, gleichbedeutend der Vergebung Gottes ist, und alle antworten im Chor mit „Ja“. Dann spricht der Pfarrer ihnen die Sünden los und die Vergebung zu, und zu bestimmten Gottesdiensttagen, vornehmlich am Karfreitag, wird die Zeremonie wiederholt, denn auch für den evangelischen Glauben heißt es: „Wir sind eben weiter Sünder.“

 

Der Prophet:
Diese Entschuldigungen lässt Jesus nicht gelten, denn ER sprach schon vor 2000 Jahren: Ihr sollt vollkommen werden, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist. Vom Tapfer-weiter-Sündigen sprach Jesus nicht, sondern ausschließlich Luther, der meinte: „Sündige tapfer, aber glaube noch tapferer.“

 

Der Christusfreund:
So geht es also jahraus, jahrein, und wie sich die Jahreszeiten und Festlichkeiten wiederholen, so wiederholt sich auch das Sündigen. Ich bin erschüttert von den Ausführungen, die du in den Verlauf des Jahres hineingelegt hast. Mit Christsein hat das alles nichts zu tun. Das Ganze ist eine einzige Verhöhnung Gottes.

 

Der Prophet:
Und das nicht genug! Es geht erst ganz allmählich auf den Höhepunkt der Verhöhnung des Jesus, des Christus, zu, auf Weihnachten.
Nach dem Sommerurlaub kommen zunächst wieder die ersten Arbeitstage. Stolz zeigt man die Bräune am Arbeitplatz und in der Verwandtschaft. Es ist Prestigesache, im Urlaub gewesen zu sein. Mit der Zeit entpuppt sich das ganze Ausmaß „Urlaub“, dann, wenn die Ehe, die vor dem Urlaub noch bestand, nachher nur noch ein Aushängeschild ist oder zum Scheidungsobjekt wurde. Man spricht von seinem Urlaub, man stellt sich dar, berichtet, welch ein Macher man doch ist und was man sich alles geleistet hat. So mancher hat sich sehr viel „geleistet“, auch Unrühmliches, daran war natürlich der andere schuld. Doch langsam wird es fad, immer dasselbe zu erzählen. Alle Bekannten und Verwandten haben die Dias schon bewundert und kennen die Kommentare, die Witze und Pointen. Man wird wieder uninteressant, sinkt zurück in die Bedeutungslosigkeit. So zieht wieder der gewohnte Energiemangel, die Langeweile, in den Alltag ein; die Möglichkeiten, sich aufzuwerten, werden rar wie eh und je. Also wird auf dem Kalender nachgesehen, wie die Tage zu Allerheiligen fallen. Vielleicht liegt Allerheiligen günstig, um einige Urlaubstage zu planen.
Was sich bis zu Allerheiligen noch alles ereignet, wollen wir lieber nicht beleuchten, denn man müsste immer wieder Jesus, den Christus, zitieren und Ihn zuletzt noch bitten, Er möge fleischlich auferstehen, um die Geißel zu nehmen und den Unchristen auszutreiben oder die Feilscher und Wucherer aus dem Tempel – heute dem sogenannten Gotteshaus -, zu jagen, in welchem der Unchrist scheinheilig die „heiligen Lieder“ singt und sich so scheinheilig gibt, wie so mancher Kirchenmann, der letztlich selbst nicht glaubt, was er predigt.

Solange der Mensch seinen Tempel aus Fleisch und Bein nicht heiligt in dem Bewusstsein, dass der Eine Heilige, der Heilige Geist, in ihm wohnt, wird er immer wieder Kirchen aus Stein aufsuchen, um sich dort so zu geben, wie er wahrlich nicht ist. Irgendwann wird so manchem die Brille „Christ“ vom Gesicht gezogen. Dann wird er nicht nur sehen und erkennen, wer er selbst ist, sondern auch den schauen, gleich durchschauen, der ihm jahrelang scheinheilige Predigten vorgesetzt hat. Von Christus wird er natürlich nichts sehen, weil seine Sünden wie der Mond bei Sonnenfinsternis vor der Sonne stehen.

Allerheiligen ist das Fest der Heiligen. Es ist ein katholischer Feiertag. Warum sollen die Heiligen geehrt werden, wo man doch einzig Gott die Ehre geben soll? Der Tag Allerseelen, der sich an den Feiertag Allerheiligen anschließt, ist natürlich kein Feiertag, sondern ein allgemeiner Arbeitstag. Man ehrt nur die „Heiligen“, die „Seelen“ bleiben die armen Seelen. Wozu auch ein Feiertag für die Seelen, die als Menschen ihre Feiertage hatten, um sie sattsam zu genießen: Wochenenden, kirchliche Feiertage sowie weitere persönliche freie Tage, z.B. im Urlaub. Viele der einst Feiernden sind heute Seelen. Was sie wohl alles sehen werden? Jeder sieht sich selbst nach dem Gesetz: Was du säst, das wirst du schauen und auch ernten. Auch so manche „Heilige“ werden ihre „Heiligkeit“ schauen und erkennen müssen, dass sie von „seiner Heiligkeit“ zwar heiliggesprochen wurden, doch ebenso leiden, also abtragen, wie alle Seelen. Ob wir auf der Erde Allerheiligen feiern oder der Seelen gedenken – die Wirklichkeit wird drüben sichtbar werden: Was der Mensch sät, wird er ernten und als Seele schauen und vielfach abtragen.
Zu Allerheiligen rollt erneut die Woge Erholungssuchender gen Süden. Man muss sich doch im Urlaub erholen, denn man hat schon wieder einige Monate Arbeit hinter sich. Noch Arbeit! Vielleicht haben einzelne morgen schon die Kündigung ihres Arbeitsplatzes in Händen. So mancher denkt wohl daran, verdrängt es jedoch sogleich, oder meint gar, ihm könne eigentlich nichts passieren. „Ich bin ein guter Christ. Ich zahle meine Kirchensteuer, gehe hin und wieder in die Kirche und opfere einige Groschen. Wenn für die Hungernden in Afrika oder für Kirchenrenovierung gesammelt wird, bin ich ebenfalls dabei.“ Nicht so, lieber „Christ“! So hat es Jesus nicht gemeint. Mancher würde nun antworten: „Nicht Jesus, aber die Institution Kirche, der ich angehöre, lehrt mich so – die muss es letztlich wissen.“
Vier Wochen nach Allerheiligen strebt das Spektakel und das Treiben allmählich seinem Höhepunkt zu.
Mit Advent beginnt das höchste Fest des Jahres. „Alle Jahre wieder kommt das Christuskind auf die Erde nieder, wo wir Menschen sind. Kehrt mit Seinem Segen ein in jedes Haus, geht auf allen Wegen mit uns ein und aus. Ist auch mir zur Seite, still und unerkannt, dass es treu mich leite an der lieben Hand.“
Welches „Christuskind“ soll auf die Erde herniederkommen – Christus, der Sohn Gottes, mit der Geißel, um einzukehren in jedes Haus? Oder genügt uns das verstaubte Holz- oder Wachsfigürlein, das „Christuskindlein“ und die verstaubte Krippe mit Maria und Josef und dem Ochs und Eselein, die wir am Ende der Adventstage vom Dachboden holen und entstauben, um sie wie alle Jahre wieder unter den geschmückten Tannenbaum zu stellen? Nichts darf fehlen, weder Ochs noch Eselein, noch Schaf, noch Ziegelein. Natürlich wird zur Heiligen Nacht dem „heiligen Paar“ Maria und Josef und den Hirten ein besonderer Platz in der Krippe eingeräumt. Das Staubtuch ist schon angeschwärzt, das Kripplein glänzt, und der Mensch singt beherzt: „Alle Jahre wieder kommt das Christuskind auf die Erde nieder, wo wir Menschen sind. Kehrt mit Seinem Segen ein in jedes Haus, geht auf allen Wegen mit uns ein und aus. Ist auch mir zur Seite, still und unerkannt, dass es treu mich leite an der lieben Hand.“
Es stellt sich die Frage, ob das entstaubte Mini-Kripplein mit dem entstaubten Jesus-„Kindlein“, mit Maria und Josef, mit den Hirten und Tieren, den Menschen wirklich den Segen bringt. Wer denkt schon daran, dass man endlich einmal seine bösartigen Gefühle, Gedanken, Worte, Handlungen und niederträchtigen Neigungen entstauben sollte? Dazu hat man keine Zeit, weder zur Weihnacht noch zu Neujahr noch zu Ostern, Pfingsten und Allerheiligen und schon gar nicht zur Weihnachtszeit. Über alles Mögliche macht man sich Gedanken, z.B. wer wem wohl was schenkt; wenige machen sich Gedanken, welche Geschenke sie während des Jahres dem Christus Gottes, ihrem Erlöser, gemacht haben. Er, der Geist des Christus Gottes, der Heilig Geist, der täglich an unsere Herzenstüre pocht und wahrlich mit uns auf allen Wegen geht – für die meisten ist Er unerwünscht, denn Der, der vor nahezu 2000 Jahren als Kindlein zu uns auf die Erde kam, uns als Jesus, der Christus, der größte Prophet aller Zeiten, die Liebe Gottes verkündete und uns den Weg zum Vater aufzeigte, stellte und stellt für viele zu hohe Ansprüche.

Jesus lehrte uns die Gottes- und Nächstenliebe. Er lehrte uns die Feindesliebe und lebte sie uns vor. Er lehrte uns die Gleichheit und die Brüderlichkeit. Er gab uns das Gleichnis vom Balken und vom Splitter. Jesus lebte uns die Zehn Gebote vor, die Gott durch Mose den Menschen gab, und lehrte uns die Bergpredigt, die auch Sein Leben war. Er sprach: Folget Mir – also dem Jesu – nach, das heißt: Erfüllt und lebt das, was Ich, der Christus Gottes, euch geboten habe.
Jesus lehrte uns nicht, Jahr für Jahr ein verstaubtes Kripplein mit Inhalt aufzustellen.
Jesus lehrte uns nicht, heilige Lieder in Kaufhäusern und auf Märkten dröhnen zu lassen, um die Kaufstimmung anzuheizen.
Jesus lehrte uns nicht. unserem Nächsten teure Geschenke zu machen, bis hin zum Pelzmantel aus dem Fell junger Robben.
Jesus lehrte uns nicht, Tiere zu jagen und zu erlegen, zu schlachten, um sie dann als Kadaver zu verzehren.
Jesus lehrte uns nicht, die Natur auszubeuten, die Erde zu schänden, die Atmosphäre zu zerstören.
Er lehrte uns nicht, zum Gedenken an Seinen Erdengeburtstag Bäume zu fällen, sie geschmückt in warme Räume zu stellen, um sie dann nach zehn Tagen auf die Straße dieser Welt zu werfen, gleichsam als ausgediente Naturkadaver.
Jesus lehrte uns nicht, unser Ohr kirchlichen Obrigkeiten zu weihen.
Er lehrte uns nicht, Kirchensteuer zu entrichten, damit die kirchlichen Obrigkeiten reich werden und an Ansehen und Macht zunehmen.
Jesus lehrte uns nicht, dass wir sogenannte „heilige Messen“ besuchen sollen. Er lehrte uns die Einkehr in unser Inneres, und das in einem stillen Kämmerlein, also abgekehrt von kirchlichem Luxus und Prunk:
Er lehrte uns nicht, dass nach Seiner Auferstehung ein Corpus, der Seinen Tod symbolisiert, schön aus Holz geschnitzt oder aus Ton und Porzellan gefertigt 2000 Jahre am Kreuz hängen soll.
Er lehrte uns nicht, alles, was in und auf der Erde, in und auf den Gewässern und in der Luft sein Dasein hat, zu malträtieren und zu töten, und alles, was zum Verzehr geeignet ist, hinzuschlachten, um es sich als Kadaver einzuverleiben.

Er lehrte uns nicht, Tier-Kannibalen zu sein, Kindesschänder, Erpresser, Vergewaltiger, Ehebrecher, Verleumder, Diskriminierer, Diebe, Lügner und vieles andere mehr.
Er lehrte uns die hohe Sittenlehre, nicht den Zerfall aller Sitten und Werte.
Er lehrte uns die Moral und nicht die Unmoral.
Er lehrte uns, global gesprochen, dass wir im Bewusstsein der Kindschaft Gottes leben sollten.

Doch was ist aus der Menschheit geworden? Viele glauben, sie würden leben. In Wirklichkeit jedoch sind sie geistig tot, denn ihre Herzen sind gleichsam aus Stein, so, wie ihre Seelen verschattet sind. In unserem Erdendasein haben sich Reich und Arm herauskristallisiert. Die Reichen sind die Machthaber, die Armen die Entmachteten. Da sowohl Reich als auch Arm in Filmszenen sehen, wie man als Reicher leben kann, strebt der Arme danach, ein wenig vom Kuchen des Reichtums zu erlangen.

Wer die Brutalität als allzumenschliches Erbe in sich trägt, das er sich unter Umständen in Vorinkarnationen aneignete und noch nicht abgelegt hat, der wird dann vielfach zu dem, was ich in der Schriftenreihe »Der Prophet« schon des öfteren dargelegt habe. Er wird zum Heuchler, zum Dieb, zum Vergewaltiger und zu vielem mehr. Andere wieder, welche die Anlagen zur Brutalität nicht als prägenden Charakterzug tragen, vegetieren dahin, leben unter den Brücken dieser Welt, liegen auf Heizungsschächten, um von der Wärme, die darunter ist, etwas abzubekommen. Wieder andere liegen oder stehen bettelnd auf der Straße oder ziehen, ähnlich wie Maria und Josef bei der Herbergssuche, von Haus zu Haus, um eventuell in einer bitterkalten Nacht eine Herberge zu finden.

 

 

Es ist Heilig Abend. Ein Mann und eine hochschwangere Frau klopfen an diese und jene Pforte und bitten um Herberge. Immer wieder werden sie abgewiesen. Heute, nahezu 2000 Jahre nach dem ursprünglichen Weihnachtsgeschehen, denken zwei Menschen: Vielleicht kann uns ein kirchlicher Würdenträger, ein Bischof, in seinem Palais mit vielen Räumen aufnehmen, denn er vertritt in seiner Kirche die christlichen Werte, die Werte der Gottes- und Nächstenliebe.
Es ist schon spät am Abend. Der Mann und die Frau stehen vor dem Palais und blicken zu den Fenstern empor. Nur durch wenige Fenster dringt Licht; die meisten liegen im Dunkeln. Der Mann meint: „Frau, hier finden wir bestimmt Unterkunft. Das Palais birgt viele Räume, von denen uns sicher einer zur Verfügung gestellt wird.“
Schüchtern und beklommen klopfen sie an die hehre Pforte des Herrn Bischofs, ganz in demütiger Haltung vor dem großen christlichen Mann, der sicherlich in den Fußspuren Jesu geht. Ihr Klopfen wird nicht vernommen.
Trotz ihrer Bangigkeit wagen sie es noch einmal und pochen etwas fester an die Pforte. Im Inneren des warmen, großzügigen Hauses werden Stimmen laut.
Die beiden Menschen, die frierend aneinandergekauert vor der Pforte des großen bischöflichen Hauses stehen, müssen folgende Worte hören, die im Inneren des Gebäudes gesprochen werden: „Es ist ungezogen, so spät am Heiligen Abend an die bischöfliche Pforte zu klopfen und störend in den ‚heiligen’ Abend einzudringen. Alle geladenen Gäste sitzen bei Tisch und um das Feuer im brennenden Kamin. Wer mag das wohl sein?“
Vorsichtig geht die Wirtschafterin an die Pforte und blickt durch den Türspion. Draußen stehen zwei Menschen. Sie weiß nicht, wer sie sind, und ruft ins Haus zurück: „Erwarten wir noch Gäste?“
Der Bischof nähert sich der Pforte und sagt: „Es ist schon sehr spät. Wir erwarten keine Gäste mehr. Doch die, die da draußen stehen, scheinen ungefährlich zu sein. Hören wir, was sie wollen.“
Die Türkette wird vorgelegt, und die Tür öffnet sich, soweit die Kette reicht. Der Bischof fragt durch den Türspalt: „Was wollt ihr?“
Der Mann antwortet: „Meine Frau ist hochschwanger. Ich bitte um Herberge, denn die Nacht wird sehr kalt, und wir haben keine Unterkunft.“
Der Bischof richtet sich auf, unterdrückte Entrüstung steht in seinem Gesicht. Seine Gedanken sind: „Zwei Menschen in ungepflegter, zerschlissener Kleidung soll ich beherbergen? Es gibt genügend Gasthäuser, in denen sie Einlass finden.“
-„Meine Lieben“, so spricht er sanft und mit demütigem Schein, „es ist mir nicht möglich, euch in meinem Haus unterzubringen, doch in den umliegenden Gasthäusern ist bestimmt Platz für euch.“
Der Mann erwidert: „Wir haben kein Geld und hungern sehr.“ Er fasst sich ein Herz und spricht weiter: „Bitte, Herr, lass uns ein; gib uns Herberge in deinem großen Haus. Gib uns Nahrung für die Mutter und ihr kommendes Kind.“
Geschwind zieht der Bischof seine Geldbörse heraus, um den zwei Menschen Geld für die Unterkunft und das Essen im Gasthaus zu geben. Plötzlich hält er inne und denke: Ist es nicht unter meiner Würde, bares Geld zu spenden? Ein Bischof spendet seinen Segen und nicht schnöden Mammon. Im übrigen handelt es sich hier um Sozialfürsorge. Ist dafür nicht der Staat oder allenfalls der bischöfliche Finanzkämmerer zuständig, der vom Staat jährlich viel Geld für caritative Leistungen erhält? Das Portemonnaie des Bischofs verschwindet wieder in den Falten seiner weinroten Soutane. Doch wo ist der für das Almosen zuständige Kämmerer? Der Prälat ist nicht im Haus. Da fällt dem Bischof etwas anderes ein. Gestern kamen doch einige beachtliche Spenden von gutherzigen Menschen für die Restaurierung eines Gotteshauses. Davon werde ich den beiden ein kleines Sümmchen geben. Schon zögert er wieder und denkt: Einige Häuser weiter ist ein Bauernhof. Der Bauer könnte sie in seinem Stall beherbergen. Dort verursacht die Frau wenig Umstände, wenn sie eventuell in die Wehen kommt, um ihr Kind zu gebären.
Der Hohe und großherzige Mann, der Bischof, bietet den beiden nun zum einen den Bauernhof an, zum anderen Geld für das Gasthaus.
Traurig schauen beide Menschen den gutgekleideten, wohlgenährten Herrn im warmen Bischofspalais an. Ein klein wenig Mitleid spiegelt sich im Gesicht der Exzellenz. „Nun“, so meint er, „hier habt ihr einige Taler aus der Spendenkasse“, und weist ihnen den Weg zum Bauernhof.
Also beginnt die Herbergssuche von neuem. Diesmal sind die beiden, der Mann und hochschwangere Frau, nicht ohne Hoffnung, denn sie können sich auf die Exzellenz, den Bischof, berufen. Wieder klopfen sie an die Pforte. Diesmal kommt der Bauer und fragt: „Wer klopft an zur späten Stund’?“ Draußen öffnet sich ein Mund: „Ich bitte demütig um Herberge. Die Exzellenz, der Bischof, hat uns zu Ihnen gesandt.“
Die Tür geht auf, und der Bauer spricht: „In meinem Haus ist kein Zimmer frei. Vielleicht im Stall nebenan – dort könnt ihr unterkommen. Allerdings liegt nur noch Stroh im Stall. Die Tiere, Ochs, Kuh und Schaf, habe ich verkauft an den Metzger, um einen entsprechenden Preis zu erhalten. Man muss ja sehen, wo man bleibt.“
Dankend nehmen die beiden an. Sie betreten den kalten Stall und legen sich aufs Stroh. Keine Tiere spenden Wärme.
Vor 2000 Jahren erging es Maria und Josef ähnlich. Heute, 2000 Jahre später, ist der Abfall der Moral fortgeschritten. Zur Weihnachtszeit werden unzählige Tiere geschlachtet, gleichsam die Ställe leergeräumt, außer jenen Tieren, die zu den Neujahrstagen und für die Ballnächte zu Karneval bereitgehalten werden. Man will dann ja auch noch einen guten Braten auf den Tisch bringen. In den beiden Menschen begegnen uns Maria und Josef und das noch ungeborene Jesus-Kind. Wer hat sie erkannt? Wer hat die Symbolik verstanden? Weder die Wirtschafterin des Bischofs noch die Exzellenz, noch der Bauer.
Nur eine, die Frau des Bauern, kommt in den Stall und bringt den beiden wärmende Decken und zu essen. Sie ist die einzige, die bei sich denkt: „Sonderbar, sonderbar! Ich muss an das denken, was vor 2000 Jahren geschah! Die Parallelen sind so augenfällig. Will mir Gott durch diese beiden Menschen etwas zeigen?“ Die Frau ist einige Augenblicke ganz still. Dann sagt sie zu sich selbst: „Ist es möglich? Ist Er in mein Haus, in meinen Stall eingekehrt, der große Herr, welcher der Erlöser aller Menschen und Seelen ist? Oder ist es nur ein Gefühl, das mich überkommt, weil heute Weihnachten ist? Ist es Wahrheit? Was will mir das sagen? Ihr Herz pocht immer lauter. Ein warmes Gefühl steigt in der Bauersfrau auf, und sie denkt; „Nicht nur alle Jahre wieder ‚kehrt das Christuskind auf die Erde nieder, wo wir Menschen sind’. Jeden Tag, jede Stunde, jeden Augenblick, ja in meinem ganzen irdischen Dasein ist der Christus Gottes bei mir und geht auf allen Wegen mit mir ein und aus. Er ist mir zur Seite, still und unerkannt, dass Er treu mich leite an der lieben Hand.“

Ein Mensch ist erwacht und versteht nun die stille, heilige Nacht. Heiligen sollen wir unser Leben, Tag für Tag, in dem Bewusstsein, der Christus Gottes, der große Geist, wohnt in jedem von uns. Wir sind die Tempel des Heiligen Geistes, und wir sollen einander lieben und einander helfen, so, wie uns Jesus, der Christus, geliebt hat und liebt und uns täglich, stündlich und minütlich beisteht. In der Bauersfrau geht eine Wandlung vor sich. Sie geht zu den beiden Menschen und bietet ihnen ihre Hilfe an. Ein Kind kommt zur Welt, ein Kind wie du und ich. Und auch in ihm ist der Heilige Geist, der Christus Gottes, unser Erlöser, so wie in dir, in mir und in uns allen.
Ein Mensch hat die Nacht zum Tag gemacht. Der Weihnachtstag ist ein anderer Tag, und das kommende Jahr wird ein anderes Jahr sein. Dieser eine Mensch, die Bauersfrau, fragt sich täglich: Was will Jesus, dass ich jetzt tue? Und dieser Mensch, die Frau, empfängt sinngemäß das Wort des Heiligen Geistes: Tue, was Ich dir als Jesus geboten habe. Miss dein Fühlen, Empfinden, Denken, Sprechen und Tun an den Zehn Geboten Gottes und an den Lehren der Bergpredigt, auf dass du im Inneren reich werdest, auf dass du das Reich Gottes, das in deinem Inneren ist, erschließt, um wieder eine Tochter Gottes zu werden, die im Herzen reich ist und mit allen Menschen und den Naturreichen in Frieden lebt. Erst dann wird Friede sein.

 

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