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  Das Erleben der Einheit des Lebens in der Natur - die Erfahrung: ich im »Wir«. Die »Sprache« der Natur: Bildübertragungs-Vorgänge.

A propos Verstand: Viele Menschen sind so stolz auf ihr Verstandesdenken. Mit dem engstirnigen, überheblichen Stolz, daß der Mensch einen Verstand habe, die Tiere hingegen nur einen »Instinkt«, setzt sich der hochmütige Intellektuelle über alles hinweg, was er verstandesmäßig nicht zu begreifen vermag. Daß der bloße Verstand kein Brückenbauer ist, sondern nur ein Standbein hat, das außerdem noch im Morast der Selbstbeweihräucherung steht, kann wohl nicht in Frage gestellt werden, wenn man die derzeitige Weltlage betrachtet und die Wissenschaft, die auch nicht mehr weiß, wo es lang gehen könnte. Heute vertritt die Wissenschaft die eine These und preist diese als Wahrheit an – morgen schon muß sie ihre »Klugheit« revidieren und neue Fußangeln aufstellen, die sich übermorgen wieder als nichtig erweisen.
Der Verstandesmensch spricht sich aus seinem Verstand Fähigkeiten zu, die oftmals zu derart wenig qualifizierten Erkenntnissen führen, daß er sie teilweise mit Worten wie »ich meine«, »ich denke«, »ich glaube« oder »ich hoffe« umranken, also vorsorglich relativieren muß. Er wirft mit Begriffen um sich, zieht aus Aussagen anderer Schlüsse, urteilt über andere, und dennoch bildet er sich aus seinem egoistischen Kerker des Glaubens- und Vorstellungszwangs ein und demonstriert durch sein ganzes Gehabe: »Ich habe einen wachen und scharfen Verstand.« In diesem »Kerkerbewußtsein« fühlt er sich, als Ganzes gesehen, über allem Leben stehend, weil er eben des Glaubens ist, der Verstand sei das Alpha und Omega in seinem Dasein. In Wirklichkeit ist das Verstandesdenken nichts anderes als ein Laufsteg, auf dem sich die Intellektuellen präsentieren. Dabei müssen sie immer darauf bedacht sein, nicht herunterzufallen und in die Masse abzugleiten, die verstandesmäßig nicht so »brillant« ist wie sie selbst.
Daß der Verstand, für sich genommen, nur einen engen Horizont und ein geringes Fassungsvermögen besitzt, glaubt selten jemand, denn der Verstand wird dem Menschen als hohes Gut zugeordnet, das ihn vermeintlich über alle sonstigen Lebensformen erhebt. Und doch könnte der Verstand ihm selbst, seiner Aufgabe und dem großen Ganzen, dem Gemeinwohl, dienlich sein.
Das menschliche Haupt ist der Sitz des Gehirns. Was wir Menschen brauchen, ist ein Kopf mit einem gut funktionierenden Gehirn, dessen Zellen die Lebensabläufe aufnehmen, so daß der Mensch auf der Erde existieren und seinen Tag bestimmen kann. Deshalb brauchen wir unser Gehirn, um einen Beruf zu erlernen und um im täglichen Leben messen und wägen zu können. Wir brauchen es, um die grundlegenden Programme für den Ablauf unseres Erdendaseins aufzubauen. Darüber hinaus brauchen wir einen gesitteten Verstand, um Fakten zu sammeln, die wir dann mit dem Geist der Wahrheit analysieren, um für uns selbst und die Welt gerechte Lösungen zu finden.
Stellen wir dann all diese positiven Verstandesattribute dem mächtigen Schöpfergeist zur Verfügung, so merken wir, daß aus unserem Verstand Verständnis wird, aus dem Verständnis das Verstehen für die Dinge des Lebens erwächst, für all das, was um uns ist und was wir nicht sehen und hören können. Das Verständnis beinhaltet also das Verstehen – auch unseres Nächsten.
Um andere verstehen zu können, bedarf es der Hingabe – Hingabe an eine Sache, an eine Angelegenheit, an eine Aufgabe, die uns ganz fordert und der gerecht zu werden wir mit all unseren Kräften bemüht sind, mit unserem Herzen und mit unserem Verstand, aber Hingabe auch an Menschen, denen wir in ihren Sorgen und Nöten helfen wollen oder um sie im Beruf zu unterstützen oder z.B. als Arzt dem Patienten hilfreich zur Seite stehen zu können und vieles mehr.
Verstehen heißt, sich in Situationen oder Menschen hineinzufühlen. Im weitesten Sinne heißt Verstehen, gleich Hineinfühlen, auch, sich bewußt zu werden, daß alles, was lebt, nicht nur die Form selbst, nicht die Gestalt, das Physische als solches, ist, sondern daß alles in Kommunikation mit dem Leben steht, das Gott ist, denn Gott ist das Leben in allem und in jeder Lebensform. Der Mensch ist Träger des Lebens, das Gott ist.
Das Göttliche im Menschen ist nicht der Verstand. Der Verstand beruht auf angelerntem Wissen. Der Geist im Menschen ist urewiges, allgegenwärtiges Gesetz, das absolut, also vollkommen ist und nicht verändert werden kann.
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