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Das ewige kosmische Gesetz ist unpersönlich



Meine Hinweise sind allgemein gehalten und nicht auf eine Person bezogen.

Nur ein Beispiel: Wird eine negative, allzumenschliche Eigenschaft, z.B. „egoistisch“ oder „rücksichtslos“, einer bestimmten Person zugesprochen, dann ist das gegen das Gesetz der Freiheit. Dient das Wort „egoistisch“ bzw. „rücksichtslos“ der allgemeinen Aufklärung, dann ist es unpersönlich, also nicht auf die Person bezogen, und ist im Gesetz der Gottes- und Nächstenliebe.

Wir sollten unser Denken, Reden und Handeln wahrlich hinterfragen, um deren Inhalte zu erforschen und zu ergründen, die über Wert oder Unwert unserer Lebensäußerungen Auskunft geben. Denn es steht geschrieben: „Ich sage euch aber, daß die Menschen Rechenschaft geben müssen am Tage des Gerichts von jedem unnützen Wort, das sie geredet haben.“ Daraus ergibt sich: Jeder ist in jedem Augenblick verantwortlich für das, was er denkt, sagt und tut.

Die Gottes- und Nächstenliebe, das ewige kosmische Gesetz, ist also unpersönlich; es spricht allgemein. Gott spricht nicht persönlich, Er spricht keinen Menschen direkt an, indem Er ihn z.B. als „lieblos“ bezeichnet, denn kein Mensch ist ohne die Liebe Gottes. Sie wohnt in jeder Seele und kann nicht vertrieben werden. Wir können uns von ihr lossagen, aber wir werden sie nie los werden, weil die Liebe Gottes das Gesetz des Lebens ist. Gott klärt allgemein über die Eigenliebe auf, über das Kausalgesetz, wie es entstanden ist, wie es sich weiter aus- und aufbaut, aber Er spricht es keinem Menschen persönlich zu.

 

Das Gesetz Gottes, das Gesetz der Gottes- und Nächstenliebe, beinhaltet nicht das Kausalgesetz, das auch unter der Bezeichnung „Gesetz von Ursache und Wirkung“ oder „Gesetz von Saat und Ernte“ bekannt ist. Dieses schufen die Menschen durch die Zuwiderhandlungen gegen das ewige Gesetz, das Gott ist. Allerdings spricht Gott, das ewige Gesetz, in das Kausalgesetz hinein, um darüber Aufklärung zu geben, so daß diejenigen, die das möchten, sich erkennen und sich aus dem Kausalgesetz befreien können.

Das Kausalgesetz entstand aus der Summe der persönlichen Verstöße gegen Gottes Gesetz. Daher wird es auch das Personengesetz genannt; jeder Mensch ist daran gemäß seinen persönlichen Vergehen beteiligt. Wir müssen also wachsam sein, um zu ergründen, was Gottes- und Nächstenliebe und was Eigenliebe, gleich Kausalgesetz, ist. Die Wurzel unseres Verhaltens – die Inhalte, also das, was sich hinter unserem Denken, Reden und Handeln verbirgt – gibt Auskunft über uns selbst.

Läßt die Schale unseres Verhaltens ein ganz anderes Licht auf uns fallen als dessen Inhalt, so sind wir im Grunde nicht der, als der wir uns geben. Wir sind in uns uneins, gespalten.

Ist unser Gedanke eins mit unseren Gefühlen, entspricht unser Wort unseren Gedanken und Gefühlen, handeln wir in Einklang mit unseren Worten, die inhaltlich wiederum mit unseren Gedanken und Gefühlen übereinstimmen, so sind wir der wahrhaftige, geradlinige Mensch, der in sich selbst eins ist. Die sogenannte Kausalliebe hingegen ist immer zwiespältig, also zweideutig.

 

Gerade in unserer Zeit werden viele Wege aufgezeigt, die angeblich zum „Heil“ der Seele führen. Viele Menschen sind esoterisch angehaucht oder mit göttlichem Wissen vollgestopft. Beides jedoch führt nicht zu dem Leben, das Gott ist. Einzig die schrittweise Erfüllung der Gesetzmäßigkeiten, die den Geboten Gottes und der Lehren des Jesus, des Christus, zu entnehmen sind, macht aus uns einen Menschen des Geistes, einen Menschen der Freiheit, der sich an das Leben hält, das Gott ist, und sich nicht an Bücher und Menschen bindet.

„Vollgestopft“ sind wir dann, wenn unser Oberbewußtsein, gleich Gewissen, nicht mehr in der Lage ist, zu wägen und zu messen, also zu analysieren, ob das, was wir von uns geben, oder das, was wir gesehen oder gehört haben, den Geboten Gottes und den Lehren des Jesus, des Christus, entspricht, also dem kosmischen Gesetz der Gottes- und Nächstenliebe.

Grundsätzlich ist es folgendermaßen: Das Oberbewußtsein des Menschen ist sein Wachbewußtsein. Was das Oberbewußtsein registriert, ist dem Menschen bewußt, und er kann sich später daran erinnern. Was im Unterbewußtsein gespeichert wird, ist dem Menschen gemeinhin nicht bewußt; es läuft unbewußt ab. Das Unterbewußtsein enthält vom Menschen Beiseitegeschobenes, Vergessenes, Unterdrücktes und Verdrängtes, seine geheimen Wünsche und Sehnsüchte ebenso wie seine uneingestandenen Ängste, seine Ambitionen, Triebfedern und anderes mehr.

Wer ein bewußtes Leben anstrebt, wer klar, aufrichtig und von innen heraus frei werden möchte, um aus dem engen Ichkreisel, dem Gefangensein in der Ichbezogenheit, herauszufinden, der wird sich bemühen, seine Unterkommunikationen zu erfassen, das, was unter dem abläuft, was er – oberbewußt – denkt, spricht oder tut. Dieser Mensch lernt sich tiefer kennen als der Oberflächenmensch. Er löst sich allmählich aus der Bindung an die eigene Person, an sein „Persönliches“, „Menschliches“ und Allzumenschliches; er gewinnt Abstand zu sich selbst; er wird sein Leben immer besser meistern und vermag auch anderen mehr und mehr selbstlos, also ohne Verlangen nach Anerkennung und Dankesovationen, zur Seite zu stehen. Er wird zunehmend unpersönlicher, unabhängiger, eigenständiger und freier von innen heraus. Sein Bewußtseinshorizont weitet sich; er erlangt Umblick, Weitblick und den Tiefblick und wird auf diese Weise fähig, wahrlich Verantwortung zu tragen.

 

Menschen, deren Oberbewußtsein und Unterbewußtsein gleichzeitig angehäuft sind mit geistigem Wissen, reagieren unüberlegt. Was sie bewegt, fließt unkontrolliert über ihre Lippen. Die Kontrollinstanz, das Oberbewußtsein und das Gewissen, wurde vom agierenden Unterbewußtsein ausgeschaltet. Diese Zwiespältigkeit erkennt der Betreffende kaum mehr. Ist die Kontrollinstanz, das Oberbewußtsein und das Gewissen, intakt, dann merken wir – sofern wir uns kontrollieren –, daß wir anders denken, als wir reden, und daß wir anders reden, als wir denken. Das Unterbewußtsein speichert ausschließlich die Inhalte unserer Gedanken und Worte, das Oberbewußtsein die Täuschung, die Schale also, nicht den Kern. Wer sich nicht selbst kontrolliert, glaubt, daß er so ist, wie er denkt und spricht.

Weil die meisten Menschen ihre Gedanken, ihre Gespräche und ihre sogenannten guten Werke nicht hinterfragen, sind sie der Ansicht, daß sie positiv denken. Sie glauben selbst ihren Gedanken, die z.B. lauten, wie freundlich und hilfsbereit der Nächste ist oder daß er gut oder ordentlich gekleidet ist oder daß er sittlich und sittsam ist und weiteres mehr. Solche und ähnliche Gedanken sind positiv – doch nur dann, wenn die Inhalte der Gedanken damit übereinstimmen. Erst bei gewissenhafter Selbstkritik und Selbstanalyse kommen wir dahinter, was sich wirklich in der Welt unserer Gedanken und Worte tummelt, was wir also im Unterbewußtsein speichern. Das, was der Mensch im Unterbewußtsein speichert – die Inhalte seiner Verhaltensweisen –, bildet seine wahre Gesinnung, seinen Charakter. Unser Charakter zeichnet mit der Zeit unseren Körper; dieser ist Ausdruck, Abdruck bzw. Prägung unseres Charakters.

Unser Körper tut laufend kund, wer wir in Wirklichkeit sind. Wenn z.B. bei einem Gespräch ein Gesprächsteilnehmer gegen unsere Selbstdarstellung spricht oder gar gegen uns handelt, sich also so verhält, daß es unter Umständen unserem Ansehen schaden könnte – wie reagieren wir? Bleiben wir ruhig und gelassen, oder agiert das Unterbewußtsein, das zuerst über das zentrale Nervensystem das Sonnengeflecht in Aktion versetzt, so daß wir unruhig, fahrig und schließlich aufgebracht reagieren? Ohne daß wir überlegen, sprudelt es dann aus uns heraus und zeigt auf, wer wir wirklich sind. Unsere Gedanken, Worte, Gesten, ja unser ganzes Verhalten gibt der Körper, unser Charakterbild, preis.

In Situationen, in denen wir getroffen sind, in denen wir „aus der Fassung“ geraten, kommt das, was unter unserer „positiven“ Fassade verborgen ist, zum Vorschein. Es kommt zum Tragen oder gar zum Ausbruch. Das Oberbewußtsein, das den Schein des Positiven aufrecht erhielt, kommt nicht mehr zum Zug. Es gerät aus der Kontrolle. Die Maske der Scheinheiligkeit bricht in sich zusammen; das im Unterbewußtsein gespeicherte Unedle, Unschöne oder Bösartige tritt zutage. Wir zeigen – und es zeigt sich uns –, wer wir wirklich sind. Die Nerven blockieren dann den „positiven“ Singsang des Oberbewußtseins. Das wäre der Moment, in dem sich der „Liebevolle“, der glaubt, im Gesetz der Liebe und Nächstenliebe verankert zu sein, erkennen könnte. Doch möchte er das? Wenn das erste Aufbrausen der Sinne abgeebbt ist, wenn sich die Nerven einigermaßen beruhigt haben, dann denkt so mancher: „Was war bloß mit mir los? So kenne ich mich gar nicht.“

Wer sich jedoch noch nie in Frage gestellt hat, wird an seinem gewohnten scheinheiligen Bild, das er von sich hegt, festhalten. Er wird rasch die Maske des Wohlverhaltens über die Entgleisung ziehen und denken: „Trotz allem, ich weiß, daß ich recht, gleich ‚liebevoll’, gedacht und gesprochen habe.“ Es ist durchaus möglich, daß unsere Worte herzlich und liebevoll waren, doch das aufbrausende Gemüt sprach ganz andere Töne. Was steckt hinter der Gemütsaufwallung? Genau das steckt dahinter, was zum Vorschein kommt, wenn uns Menschen mißfallen oder wenn wir nicht das erreichen, was wir uns wünschen, das wir unter Umständen so „gut, gütig und liebenswürdig“ eingefädelt haben, oder wenn wir befürchten, die Aussage unseres Nächsten könnte uns bloßstellen, oder Derartiges mehr.

Die Gedanken und Worte, die als bloße Schalen im Oberbewußtsein gespeichert sind und die der Speicherung im Unterbewußtsein entgegenstehen, können mit der Gottes- und Nächstenliebe nicht in Übereinstimmung gebracht werden. Das ist nichts anderes als eine aufgesetzte Scheinliebe, eine Eigenliebe, eine personenbezogene Liebe – wir nennen sie auch Egoismus. Der Egoismus kann lange mit viel Tand und Rankenwerk verbrämt, mit Taktiken und raffinierten Winkelzügen des menschlichen Ichs verschleiert werden, bis das Unterbewußtsein eines Tages so weit gefüllt ist, daß es das Oberbewußtsein in den Griff bekommt, so daß dieses nicht mehr wägen und messen kann und das Unterbewußtsein die Herrschaft über unseren Körper, über unser Denken, Reden und Tun erlangt.

Der Kern des Egoismus ist immer die selbstbezogene Liebe, es ist die Eigenliebe, die auf die Person bezogen ist.

Der Begriff „Liebe“ ist vielfach zur Worthülse geworden. Für die meisten Menschen bedeutet „Liebe“ die körperbezogene Liebe. Sie ist die Triebfeder für bindende Prozesse; sie führt zu Unglücklichsein, zu Habgier, zu Besitzanspruch und zu Ausbeutung, denn sie ist die personenbezogene Liebe, die nur für sich das Beste verlangt, was besagt: Alles „Gute“ nur für mich. Für mich ist das Beste gerade gut genug. Alles zu meinem Wohl und für meine Existenz. – Wie es dabei dem anderen ergeht, ist der sogenannten „Liebe“ einerlei, vor allem dann, wenn der einst von uns Gelobte sich anders verhält, als wir es ihm „positiv“ zugedacht haben.

Der Egoist sieht seine Mitmenschen so lange im Schein seiner eigensüchtigen, persönlichen Bewußtseinslaterne, wie diese seinem Bewußtseinsmaßstab, seinem Schein, entsprechen und für ihn nutzbringend und förderlich sind. Wenn wir gelernt haben, unsere Vorstellungen von dem, was für uns „Liebe“ bedeutet, in Frage zu stellen, finden wir allmählich heraus, daß die Gottes- und Nächstenliebe eine andere Art von Liebe sein muß.

 

Die Kritiker, die glauben, das Wort Gottes, in die heutige Zeit hineingesprochen, auseinandernehmen zu können, stolpern immer wieder über das Wort „unpersönlich“. Sie sind der Ansicht, daß „unpersönlich“ eine Entpersonifizierung bedeute, die Persönlichkeitsverneinung. Würden diese Kritiker, die meist Kirchenchristen sind, ihre Bibel genauer lesen, so könnten sie feststellen, daß es nicht um den Auf- und Ausbau der menschlichen Persönlichkeit geht, wenn Jesus, der Christus, z.B. sinngemäß sagt: „Ihr sollt vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.“ – Nicht das „Persönliche“ oder das „Menschliche“ bzw. Allzumenschliche kennzeichnet das Ebenbild Gottes, von dem bei Mose die Rede ist, sondern dieses höchste Idealbild ist vielmehr der Mensch, und zwar jener Mensch, der – seiner göttlichen Herkunft und Bestimmung gemäß – in seinem Leben das Göttliche, die göttlichen Grundkräfte und Prinzipien, verkörpert.

Das Persönliche bzw. das Menschliche ist auf die Person zugeschnitten, auf deren mehr oder weniger ichbezogenes Denken, Wollen und Tun. Das Unpersönliche entpersonifiziert den Menschen nicht – ganz im Gegenteil; es ist ein gesetzmäßiger Gradmesser, der nach der Gesetzmäßigkeit der Gerechtigkeit wägt und mißt, der wachsam das Ego, das Persönliche, das letztlich niedere Menschliche, das auf die Person bezogen ist, beobachtet. Das „Persönliche“ bzw. „Menschliche“, alles, was einzig auf die Person bezogen ist, ist letzten Endes Eigenliebe, die im sogenannten Allzumenschlichen zum Ausdruck kommt. Im Allzumenschlichen klingt wieder das „Menschliche“ an, das in unserer Welt von Bedeutung ist. Gerade die Attribute des „persönlich Menschlichen“ verleihen schillernden, eigenwilligen oder „markanten“ „Persönlichkeiten“ in unserer veräußerlichten Gesellschaft oftmals besondere Attraktivität. Das Allzumenschliche, aber auch das Menschliche, hat nichts mit dem Menschen der Bibel zu tun, von dem gesagt wird, er sei Gottes Ebenbild.

Gott, der auch der Vater-Mutter-Gott ist, hat den Menschen nach Seinem Bildnis gemacht. Der Mensch hat gesündigt und sündigt bewußt gegen das Bildnis, den Menschen, und somit gegen Gott. Dadurch ist der Mensch seine personifizierte Eigenliebe, also persönlich, „menschlich“, geworden. Als diese mit spezifischen Merkmalen und Eigenheiten ausgestattete Persönlichkeit begegnet zumeist ein Mensch dem anderen – eben auf der „menschlichen“ Ebene. Sie schätzen einander nach ihren „Menschlichkeiten“ ein und treten auch mit diesen in Wettstreit, wenn es um Ansehen, Geltung, um Einfluß und Macht geht und um weitere Scheinblüten der menschlichen Ichbezogenheit. Der eine trachtet danach, dem anderen den Rang abzulaufen; der Egostärkere triumphiert dann als der Sieger.

 

Gott hingegen schaut auf das, was Er geschaffen hat, auf Sein Ebenbild, das Geistwesen im Wesensgrund der Seele des Menschen. Kommt das Bildnis Gottes in und am Menschen zum Vorschein, dann ist der Mensch zwar derzeit in der Lebensform Mensch auf dieser Erde, doch er ist nicht „menschlich“, gleich „persönlich“.

Das Unpersönliche, das Gesetz Gottes, die Gottes- und Nächstenliebe, richtet nicht; es wertet nicht; es verdammt und züchtigt nicht. Gott liebt das vollkommene Wesen im Innersten der Seele jedes Menschen. Gott strahlt Seine unpersönliche Liebe ohne Ansehen der Person in das Kausalgesetz, um dem zu helfen, der wahrhaft um Hilfe bittet. So verhilft Er dem Menschen zur Selbsterkenntnis, zur Erkenntnis dessen, was in seiner kausalen „Menschlichkeit“, in seiner Ich-Schale, nicht dem Göttlichen entspricht, um dieses mit der Hilfe des Christus Gottes abzubauen.
Gott ist jedoch nicht das persönliche Gesetz, nicht die Kausalität, mit der sich der Mensch umgibt. Gott bejaht das „Persönliche“ des Menschen auch nicht, sondern überläßt es diesem, sich mit der Kraft des Ewigen in den „Abartigkeiten“, den Eigenheiten der niederen menschlichen Natur, selbst zu erkennen und sich für „göttlich“ oder „menschlich“ frei zu entscheiden.

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