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Das Konsortium „Kirche“,
die unheilige Allianz mit dem Staat.



Weiter im Katechismus der katholischen Kirche. Unter Ziffer 2244 ist zu lesen: „Einzig die göttlich geoffenbarte Religion hat in Gott, dem Schöpfer und Erlöser, klar den Ursprung und das Ziel des Menschen erkannt.“ – Das stimmt. Aber nicht für die katholische Kirche. Jesus, der Christus, brachte durch göttliche Offenbarung und durch Sein Leben die Innere Religion. Wo ist diese geblieben?

„Die Kirche lädt die politischen Verantwortungsträger ein, sich in ihren Urteilen und Entscheidungen nach dieser geoffenbarten Wahrheit über Gott und den Menschen zu richten.“ – Diese eigenmächtige Setzung der Kirche, die ihrem Allmachtsanspruch dient, bringt Konsequenzen für das öffentliche Leben in unserem Staat, in unserer Gesellschaft mit sich: Deshalb können die Richter, die der Kirche angehören, nur bedingt frei entscheiden.

Sind die Richter gläubige Katholiken, so müßten sie die Lehren und Weisungen des Katechismus befolgen. Somit könnte man sagen: Auch sie sind indoktriniert.

 

Weil sich die Kirchen, der Staat und auch die Richter – die ja Recht sprechen und nicht die Gerechtigkeit walten lassen – eins sind, sind sie sich auch einig, wenn es um die Wähler geht, die eine Regierung an das Ruder wählen sollen. Das konform gehaltene Volk, das zuerst der Kirche und dann dem Staat angehört, ist das sogenannte „Stimmvieh“. Die Regierungen – einerlei, wie sie sich nennen – sind der Kirche verbunden, weil diese das „Stimmvieh“ antreibt. Also buckeln die Mandatsträger des Staates nach oben und sind so beflissene Untertanen der kirchlichen Obrigkeiten, um, wie schon gesagt, über genügend Stimmvieh zu verfügen. Der Kirchenmann, der für eine bestimmte Partei ist, predigt dann in seiner Kirche mit Nachdruck für jene, die als Partei der Kirche am meisten Vorteile bietet. Auch Richter, die nicht nur dem Staat, sondern auch der Kirche angehören, sprechen mitunter in den Gerichtssälen lieber denen das Recht zu, die – wie sie – kirchliche Konformisten sind.

Daß das so ist, beweist der Katechismus der Katholischen Kirche. Dort heißt es wörtlich: „Der Bürger hat die Gewissenspflicht, die Vorschriften der staatlichen Autoritäten nicht zu befolgen, wenn diese Anordnungen den Forderungen der sittlichen Ordnung, den Grundrechten des Menschen oder den Weisungen des Evangeliums widersprechen.“ (2242) Zum „Evangelium“ im Sinne des Katechismus gehört nach 121 auch das Alte Testament: „Das Alte Testament ist ein unaufgebbarer Teil der Heiligen Schrift. Seine Bücher sind von Gott inspiriert und behalten einen dauernden Wert, denn der Alte Bund ist nie widerrufen worden.“ Dort heißt es im 5. Buch Mose u.a.: „Wenn eine Sache vor Gericht dir zu schwer sein wird ... so sollst du dich aufmachen und hinaufgehen ... zu den levitischen Priestern und zu dem Richter, der zu der Zeit sein wird, und sie befragen. Die sollen dir das Urteil sagen. Und du sollst tun nach dem, was sie dir sagen in der Stätte, die der Herr erwählen wird, und sollst es halten, daß du tust nach allem, was sie dich lehren werden. An die Weisung, die sie dir geben, und an das Urteil, das sie dir sagen, sollst du dich halten ... Und wenn jemand vermessen handeln würde, daß er dem Priester nicht gehorcht, der dort im Dienst des Herrn, deines Gottes, steht, oder dem Richter, der soll sterben ...“

Das hat die Kirche Jahrhunderte hindurch praktiziert, z.B. durch ihre „Heilige“ Inquisition. Der Staat war auch damals der Büttel der Kirche; er vollzog willig die „Hinrichtungen“ verschiedenster Art. Übrigens: Wer der Kirche nicht zu Willen ist, wird auch heute noch von ihr bekämpft – heute durch Rufmord –, letztlich wie ehedem mit dem Ziel, ihn auszuschalten. Heute noch werden Menschen, die nicht der Kirche angehören, ausgegrenzt und benachteiligt.

Nicht nur für die grausame Verfolgung, Folterung und Verbrennung Hunderttausender von „Hexen“ waren Organe der Kirchen verantwortlich, sondern sie inszenierten auch die blutigen Kreuzzüge; auf ihr Geheiß wurden unzählige „Heiden“, Juden, Indios und Andersgläubige hingeschlachtet.

Im Katechismus der katholischen Kirche ist in dem Kapitel mit der anspruchsvollen Überschrift „Das Leben in Christus“ folgendes zu lesen:

„In früheren Zeiten wurden grausame Maßnahmen auch von rechtmäßigen Regierungen allgemein angewendet, um Gesetz und Ordnung aufrechtzuerhalten – oft ohne Mißbilligung durch die Hirten der Kirche, die in ihren eigenen Gerichten die Vorschriften des römischen Rechts in bezug auf die Folter übernahmen. Von diesen bedauerlichen Vorkommnissen abgesehen, trat die Kirche stets für Milde und Barmherzigkeit ein; sie verbot Klerikern, Blut zu vergießen. In neuerer Zeit setzte sich die Einsicht durch, daß solche grausame Handlungen weder für die öffentliche Ordnung notwendig sind noch den legitimen Menschenrechten entsprechen, sondern im Gegenteil zu schlimmsten Verirrungen führen. Man muß sich für ihre Abschaffung einsetzen. Für die Opfer, aber auch für ihre Peiniger, soll man beten.“

Erinnern wir uns an die zusammenfassende Aussage des berühmten Historikers und Kirchenkritikers Karlheinz Deschner:

„Nach intensiver Beschäftigung mit der Geschichte des Christentums kenne ich in Antike, Mittelalter und Neuzeit, einschließlich und besonders des 20. Jahrhunderts, keine Organisation der Welt, die zugleich so lange, so fortgesetzt und so scheußlich mit Verbrechen belastet ist wie die christliche Kirche, ganz besonders die römisch-katholische Kirche.“

Im Katechismus der katholischen Kirche ist weiter zu lesen: „Wer im Dienst der Kirche steht, soll sich hüten, sich bei der moralischen Beurteilung des eigenen Tuns auf eine bloß individuelle Sicht zurückzuziehen. Er soll soweit wie möglich das Wohl aller im Blick haben, wie es im natürlichen und geoffenbarten Sittengesetz und daher auch im Gesetz der Kirche und in der Lehre des Lehramtes über die sittlichen Fragen zum Ausdruck kommt. Es ist nicht angemessen, das persönliche Gewissen und die Vernunft dem moralischen Gesetz oder dem Lehramt der Kirche entgegenzusetzen.“

Das bedeutet: Abhängigkeit pur! Die Kirche und ihre Lehre, ihr Gesetz sollen also das Maß aller Dinge sein. Eine klare Absage an den Gebrauch des Gewissens und an den Gebrauch der Vernunft. Denkverbot, also. Totale Unterordnung, ja Selbstaufgabe sind gefordert.

Die Kirche beruft sich in ihren Lehraussagen, wie wir wissen, vielfach auf Paulus, der in seinem Römerbrief u.a. auch sagte: „Sie [die staatliche Gewalt] steht im Dienst Gottes und verlangt, daß du das Gute tust. Wenn du aber Böses tust, fürchte dich! Denn nicht ohne Grund trägt sie das Schwert. Sie steht im Dienst Gottes und vollstreckt das Urteil an dem, der Böses tut.“

Die Liaison von Staat und Kirche ist, wie wir noch hören werden, in der kirchlichen Lehre verankert. Die Kirche spricht aus ihrer – angeblich gottgegebenen – Vollmacht das Urteil, und der Staat vollstreckt es. Eine unheilige Allianz!

 

Wer sich frei macht von den kirchlichen Zwängen, weil er erkannt hat, daß die Kirchen Staatskirchen, aber keine Volkskirchen sind, wer sich einzig auf die Gebote Gottes und auf die Lehren des Jesus, des Christus, beruft und Schritt für Schritt danach lebt, hat gegenüber diesem heidnischen Machtimperium kaum eine Chance. Mit einem solchen Staat-Kirchen-Konglomerat, wo es heißt „Gibst du mir, dann gebe ich dir, dann sind wir uns einig“, hat Jesus, der Christus, nichts gemeinsam. Das kann auch nicht sein, weil Staat und Staatskirche wenig für das Volk übrig haben. Das Volk ist eben das „Stimmvieh“.

Wer nicht mit dieser trüben, von Gottes Willen abgewandten Masse schwimmt, bleibt ein Außenseiter, der viele Einbußen in Kauf nehmen muß, weil er nicht einer von ihnen ist – weil er sich zu IHM gesellt hat, zu Jesus, dem Christus, der wahrhaft frei macht. Wahre Nachfolger des Jesus, des Christus, sind aufrechte Menschen, die klar sehen, die ihrem lebendigen Gewissen folgen, der inneren ethisch-moralischen Kontrollinstanz – wach, selbstverantwortlich, eigenständig denkend und handelnd.

 

Die Freiheit, ein Prinzip der fünf göttlichen Prinzipien, entfaltet sich aus dem Prinzip der Gleichheit. Wo Ungleichheit besteht, wie es in der Welt üblich ist, wo es Machthaber und Untergebene gibt – was als Selbstverständlichkeit hingenommen und angenommen wird –, kann das wahre Christentum nicht Fuß fassen. Die Kirchen verwerfen die Basis für eine bessere Welt, die Bergpredigt Jesu. Sie sei eine Utopie und für eine bessere Welt angelegt. Es stellt sich die Frage: Durch was oder durch wen soll eine bessere Welt entstehen? Soll sie, ohne daß die Menschheit etwas dazutut, vom Himmel fallen? Oder sollen wir Menschen uns bessern, jeder einzelne? Dazu bedarf es allerdings nicht des Machtapparates Kirche.

Jesus war ein Mann des Volkes. Er ließ Sich nicht einmal Rabbi nennen, im Gegensatz zu den Kirchenoberen.

Das Christentum wurde von den Kirchen und ihren Abhängigen total verbogen. Das Heidentum hat Fuß gefaßt. Die Menschengötter sollen angebetet werden, die sich zu einem Konglomerat zusammengeschlossen haben und gegen jene vorgehen, die die Würden, die Titel und auch die Mittel nicht anbeten.

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