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Die Einheit im Gemeinwohl –
der umfassende „Familiensinn“



Ohne Gleichheit und Freiheit kann niemals eine Einheit entstehen. Von der Aussage „Wir sind uns einig“ kann nicht auf Einheit geschlossen werden. Eventuell sind sie sich lediglich so lange einig, wie sie andere zum Buhmann haben?

Viele, sehr viele Menschen blicken meist nur auf andere – weil „der andere“ nicht so ist, wie sie glauben, daß er sein müßte. Kein Mensch gleicht dem anderen, weil jeder in der Welt seiner Vorstellungen lebt, von denen er überzeugt ist, sie seien die richtigen. Leider ist es nun mal so: Jeder blickt nur durch die „Brille“ seiner eigenen kleinen Welt, die aus seinen Vorstellungen und Meinungen gezimmert ist.

Doch der Zimmerer seiner kleinen Welt setzt, meist ohne sich dessen bewußt zu sein, bei sich selbst Hammer und Meißel an, denn was der Mensch denkt, spricht, wie er handelt und sein Dasein gestaltet, das prägt seinen Charakter und sein Erscheinungsbild.
Sind zwei Menschen einer Meinung, gleichen sich die von beiden gezimmerten Vorstellungen in bestimmten Aspekten, dann sind sich die beiden – meist nur für kurze Zeit – in diesen Punkten einig. Man tauscht sich aus – es fließt Energie. In diesem Energiekokon, den man für umfassende Harmonie hält, finden dann beide vorerst das scheinbare Glück. Auf dieser Basis der „Einigkeit“ – was für viele Eins-Sein bedeutet – werden die meisten Ehen geschlossen.

Ist die Kommunikations-Energie aus diesen übereinstimmenden Punkten aufgebraucht, dann ist die frühere Basis nicht mehr vorhanden. Man ist befremdet und fühlt sich entfremdet. Andere Aspekte des Denkens, Fühlens und Wollens treten in den Vordergrund. Man versteht sich nicht mehr. Die Einstellung zueinander ist plötzlich gestört; man redet aneinander vorbei, was zu Streit und eventuell sogar zu Scheidung, gleich Trennung, führt.

Wo man auch hinschaut, es tun sich immer mal wieder zwei, höchstens drei Menschen zusammen – gegen die oder den anderen, wobei der Dritte bald ausgegrenzt wird. Selten geht es dabei allein um eine Sache. Immer sind Menschen mit im Spiel, die den Vorstellungen derer, die sich verbünden, nicht entsprechen. Das Gegen-den-“anderen“ ist gleichsam der Kitt, der dieses Kumpanenteam zusammenhält.

So kann gesagt werden, und man sieht es auch: Die ganze Welt liegt im Streit – wobei „die Welt“ nicht die Erde ist. Die Welt setzt sich aus Menschen, aus ihren Vorstellungen und Meinungen, zusammen. Daraus ergibt sich die Gestaltung der Welt. Die Welt darf nicht mit der Erde gleichgesetzt werden. Alles, was auf der Erde steht, was Menschen aus ihrem Allzumenschlichen, ihrem „Persönlichen“, dem Ichbezogenen, heraus geschaffen haben, ist „die Welt“.

 

Die Menschheit und ihre Welt hat mit der Einheit, die aus Gott ist, nichts gemeinsam. Die Masse der Menschen ist leider ein vielgeteilter machtgieriger und machtbesessener Gesellschaftsclan, in dem jede Clique ihre Interessen durchsetzen möchte. Dabei geht nicht nur der Blick für die Einheit verloren, man kämpft auch gegen die Bildung der wahren Einheit an, denn jeder möchte sein spezielles und persönliches Schäfchen ins Trockene bringen.

Die Erde hingegen symbolisiert die Einheit. Würde der Mensch die Kräfte der Mutter Erde walten lassen, dann wäre dieser Planet ein Paradies. Aber nein – jeder ist gegen jeden. So, wie die Menschen untereinander sind, verhalten sie sich auch gegenüber ihrem Wohnplaneten, der Erde. Die Folgen daraus heißen: Krieg gegen den Bruder, gegen die Schwester, Krieg gegen Tiere und Natur, Krieg gegen Mineralien, Krieg also gegen den ganzen Planeten.

Jesus sagte sinngemäß: Wo zwei oder drei in Meinem Namen versammelt sind, da Bin Ich mitten unter ihnen. – Das „christliche“ Abendland hat Jesus, den Christus, ausgeladen. Der Friedefürst mußte weichen, weil das Abendland unter der Führung der kirchlichen Institutionen zu einer kriegerischen Gesellschaft wurde, die der Kirchenlehre folgt und sich nicht nach den Geboten Gottes und den Lehren des Jesus, des Christus, richtet. Die Institutionen Kirche haben Seinen Namen genommen und ihn bis zum heutigen Tag auf das Schändlichste mißbraucht.

 

Das göttliche Prinzip der Einheit kann sich nur aus den Prinzipien der Gleichheit und Freiheit heraus entwickeln. Werden die beiden Prinzipien nicht gelebt, dann gibt es auch keine Einheit.

Die sogenannten Staatsdiener sprechen sehr oft vom Gemeinwohl. Für die Regierung eines Landes heißt Gemeinwohl Wohlergehen aller Mitglieder einer Gemeinschaft. Wer gehört dieser „Gemeinschaft“ an? Sind es nur jene, die dem Staat und den Staatskirchen treu untergeben sind, indem sie – auch gegen jede Vernunft und gegen ihr Gewissen – ja sagen zu dem, was Staat und Kirche entscheiden, gutheißen und praktizieren? So mancher mußte und muß noch heute die bittere Erfahrung machen, daß, obwohl er dem Kaiser gibt, was der Kaiser verlangt, z.B. die anfallenden Steuern, nach Recht und Ordnung bezahlt, der Staat ihn trotzdem benachteiligt, dann, wenn er z.B. der Staatskirche nicht angehört.

Wer vom Gemeinwohl, vom Wohlergehen aller Mitglieder einer Gemeinschaft, spricht, muß folgende Frage beantworten: Warum gibt es dann – wenn der Staat das Wohl aller befürwortet – so viele Menschen, die unter der Armutsgrenze leben? Gerade den kirchlichen Institutionen, die sich christlich nennen, müßte das Wohl aller Menschen ein christliches Anliegen sein. Ihr Begehren ist jedoch, daß der Staat durch staatliche Subventionen ihr milliardenschweres goldenes Kalb weiterhin ernährt und auch die Kirchensteuer einzieht, die sie ihren Gläubigen abverlangen, damit diese weiterhin Mitglieder einer milliardenschweren Kirche bleiben dürfen.

Das göttliche Prinzip der Einheit hat mit dem „Gemeinwohl“ eines Staates und seiner Staatskirche nichts gemeinsam. Das Wohl beginnt bei dem ersten Prinzip, der Gleichheit. Sowohl die göttlichen Prinzipien als auch die Gebote Gottes und die Lehren des Jesus, des Christus, wurden von den Menschen des „christlichen“ Abendlandes verbogen und entstellt. Die Masse der Menschen wurde zu Nachfolgern kirchlicher Institutionen, die das beste „Vorbild“ für Macht, Ansehen, Jagd auf Geld und Güter abgeben.

Die Ungleichheit der institutionellen Nachfolger in bezug auf Geld und Güter schürt insbesondere bei den Schmalverdienern den Haß, den Neid und die Gier, auch das zu besitzen, was für die Reichen eine Selbstverständlichkeit ist: Geld, Güter und Ansehen. Wer also auf dieser Ebene mit den Begriffen „Einheit“ gleich „Gemeinwohl“ jongliert, der versucht, die Masse der Menschen zu täuschen.

Die Einheit, gleich das Gemeinwohl im Geiste Gottes, ist ganz anders zu verstehen. Die göttliche Einheit beinhaltet den umfassenden „Familiensinn“: Jedes Glied der großen Familie ist ein vollwertiger Verantwortungsträger, der seine Talente, die er vom Ewigen mitbekommen hat, zum Wohle des großen Ganzen, der ganzen Schöpfung, einsetzt.

Für uns Menschen heißt das, daß jegliches Parzellendenken zur Absplitterung von der kosmischen Einheit führt und somit das Wohl für alle ausschließt. Die Menschheit, insbesondere die Christenheit, ist weit entfernt von solchen großen Gedanken. Die Masse der „Christen“ ist nicht nur kleingläubig, sondern ungläubig. Die Wurzel jeglichen Übels, jeglicher Verstöße gegen die göttlichen Prinzipien, sind die kirchlichen Institutionen, die zum einen vorleben und somit vorgeben, was gegen jegliche christlichen Werte ist. Zum anderen haben sich die Nachfolger der kirchlichen Institutionen die Ungleichheit zu eigen gemacht. Jeder denkt nur an sich, ob es der „Kleingeist“ oder der Machtbesessene ist – jeder will nur und verlangt nur für sich.

Was sich in den 2000 Jahren „Christentum“ herauskristallisiert hat, starrt gerade in unserer Zeit vielen ins Gesicht. Es ist die Diskrepanz zwischen dem Reichtum der einen und der bitteren Armut der anderen. Gerade die Menschen in der Dritten Welt, wo unzählige Brüder und Schwestern an Hunger sterben, leiden Not; hingegen halten die Kirchen ihr Milliardenvermögen nicht nur, sondern vermehren es, und Milliarden werden für kriegerische Zwecke ausgegeben, wodurch unter Umständen Millionen Menschen Not, Elend, Siechtum, Heimatlosigkeit erleiden und/oder ihr Leben lassen müssen. Außerdem werden Milliarden für die Raumfahrt ausgegeben, um das Weltall zu erobern und weiteres mehr.

 

Wer das alles einmal gedanklich nachvollzieht und sich bewußt macht und immer noch vom Gemeinwohl spricht, vom Wohl der Menschengemeinschaft, der hätte Anlaß, ernstlich an seinem Verstand zu zweifeln. Wo ist die göttliche Gleichheit, wo sind Freiheit in Gott und die Einheit aller in Seinem Geiste geblieben? Die Gleichheit ist im Egoismus steckengeblieben – in der Gleichgültigkeit, anstatt die Gleichheit zu entwickeln, die brüderlich teilt, in der einer dem anderen selbstlos beisteht, hilft und förderlich ist. Die Freiheit ist im egoistischen „wir sind uns eins gegen die anderen“ verschollen und die Einheit im Streben des einzelnen nach seinem persönlichen Wohlergehen.

Da die kirchlichen Institutionen und ihre Anhänger argumentieren, die Bergpredigt, die die göttlichen Prinzipien beinhaltet, sei nun mal nicht lebbar; sie sei für eine andere Welt gedacht, ist zu fragen: Für welche? Und wer soll die „andere Welt“ gestalten? Hat die Christenheit nicht 2000 Jahre lang Zeit gehabt, diese Welt im Zeichen des Jesus, des Christus, des Erlösers aller Menschen, werden zu lassen? Wenn doch Jesus, der Christus, den Menschen die Erlösung gebracht hat – was auch die Kirchen sagen, allerdings ohne zu wissen, was dies beinhaltet –, dann hätten die Christen auch die Kraft gehabt, mit ihrem Erlöser die Erde aus ihrer Knechtschaft zu erlösen.

Doch wie hat es die Christenheit bis in die heutige Zeit gehalten? Direkt und indirekt, im Großen wie im Kleinen, Kriege geführt und durch Kriege den Brudermord bis in unsere Zeit aufrechterhalten. Bis heute wird die Mutter Erde geschändet und ausgebeutet. Den Tieren nahm und nimmt der Mensch den Lebensraum, quält sie auf bestialische Art und Weise, verwendet sie als Beute auf der Jagd, schlachtet sie ab und verzehrt sodann ihre Leichenteile. Tiere werden als gefühllose Ware behandelt, um ihnen ihre Würde zu nehmen – eine Würde, die der Mensch schon längst auf dem Altar der Würdelosigkeit geopfert hat. Trotz der bestialischen und grausamen menschlichen Auswüchse haben jedoch die Tiere ihre Würde behalten – im Gegensatz zu den Menschen, von denen viele zum Un-Menschen, zum Ungeheuer, wurden, der alles zermalmt und vernichtet, was in seine Fänge kommt.

 

Die Einheit beinhaltet auch die Brüderlichkeit und die Gerechtigkeit. Wer zum wahren Gemeinwohl nicht beiträgt, der fördert auch nicht die Einheit und somit auch nicht das Wohl aller. Die sinngemäßen Worte Jesu: „Was du willst, daß dir andere tun, das tue du ihnen zuerst“, beinhalten alle fünf göttlichen Prinzipien. Diese Grundlebensregeln, die fünf Prinzipien, sind auch dem Leben der Erde mit ihren Mineralien, Pflanzen und Tieren eigen.

Die göttliche Einheit lehrt uns auch: Geht es deinem Nächsten gut, dann geht es auch dir gut; geht es deinem Nächsten schlecht, dann wird es auch dir irgendwann schlecht gehen. Daraus ergibt sich das Gesetz von Saat und Ernte: Was der Mensch sät, das wird er ernten.

Gerade in unserer Zeit wird das Gesetz von Ursache und Wirkung immer mehr sichtbar. Es wird den Reichen und auch den Armen erreichen. Machen wir uns bewußt: Gottes Mühlen mahlen langsam, aber sicher und gerecht.

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