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  Der Atem kommt von Gott. Er ist das Leben der Seele und der sterblichen Hülle. Nach dem letzten Ausatmen des Menschen atmet die Seele in einem anderen Rhythmus weiter.

Die meisten Menschen verdrängen den Gedanken an das Sterben und den Tod. Es ist unsinnig, das, was doch zu uns und zu unserem Erdenleben gehört – die Stunde des Hinscheidens – zu verdrängen. Liebe Freunde, jeder von uns steht irgendwann vor der Schwelle, die Sterben heißt. Wäre es nicht besser, uns rechtzeitig damit zu befassen, bevor wir in der Stunde X aus dem Körper geleitet werden und voller Schrecken ins Ungewisse fallen?
Da keine Energie verlorengeht – wohin geht die Energie unseres Körpers und unseres Atems nach unserem Leibestod? Wir könnten den Einwand bringen: Der irdische Körper ist von der Erde und geht zur Erde zurück. Wie sieht es jedoch mit dem Atem aus? Ist dieser auch von der Erde? Wenn ja, dann müßte die Erde und müßten ihre Naturreiche ebenso atmen wie wir. Sie haben aber unseren Atem nicht. Wohin geht also unser Atem?
Die Naturreiche atmen in langen Zyklen, der Mensch in kurzen Rhythmen.
Zum Atem und dem Vorgang des Atmens hat uns die irdische Schulweisheit eine ganze Anzahl an plausiblen Erklärungen geliefert. Z.B. heißt eine davon sinngemäß: Die Atmung ist ein physikalischer Vorgang. Der Mensch hört auf zu atmen; dann ist er tot. – Nach dieser Aussage wäre also der Atem selbst nicht greifbar und gehört auch nicht der Erde an, nur der Körper ohne Atem.
Eine weitere Deutung wäre: Mit der Atmung holt sich der Körper den lebensnotwendigen Sauerstoff in die Lungen, von wo er über die Blutbahnen in alle Organe und Zellen gelangt. Der Atem zieht also die Luft, ein Gasgemisch, in den physischen Leib, der ihr den Sauerstoff entnimmt und die übrigen Bestandteile wieder hinausbefördert, was man Ausatmen nennt.
Soweit also einige Aspekte aus der Schulweisheit. Das göttliche Gesetz, das im gesamten Universum ewig Gültigkeit hat, das als Lichtstrom die reinen Himmel durchwirkt und das auch alle Lebensvorgänge in der Materie, auf der Erde, im Menschen und in der Natur bestimmt, richtet sich jedoch nicht nach der „Schulweisheit“. Aus der göttlichen Weisheit ist zu sagen:
Der Atem ist Leben und ist von Gott der Seele und dem Menschen gegeben. – Wer will das Gegenteil beweisen?
All die äußerlichen, physikalisch registrierbaren Vorgänge: Luft, Sauerstoff, Lunge, Blut etc. betreffen nur das Materielle und gehören zum Funktionieren des menschlichen Körpers. In der Tiefe aber, in ihrem geistigen Kern, ist etwas anderes wirksam: der ewige Geist, der einzig das Leben ist und der einzig Leben zu spenden, strömen zu lassen und Leben aufrechtzuerhalten vermag. Der Geist Gottes, also Gott selbst, Sein Odem, beatmet – über die Seele – den Menschen, auch über die Natur, und schenkt ihm so das Leben während seiner Erdenzeit, in der der physische Körper, der „Mensch“, dem Träger des ewigen Lebens, der Seele, als Gefährt dient.
Alles, was von Gott kommt, wie z.B. unser Atem, der das Leben der Seele und der sterblichen Hülle, des Menschen, ist, geht wieder in den Geist, in das Leben ein. Der Geist, das Leben in der Seele, nimmt über diese den Atem zu sich und läßt ihn nach dem letzten Ausatmen des Menschen in einem anderen Rhythmus der Seele wieder zuströmen. Das heißt, nach dem letzten Ausatmen des Menschen atmet die Seele ein und atmet in einem anderen Rhythmus weiter.
Beschäftigt sich der Mensch im Diesseits mit dem Sterben und mit dem Jenseits, und hat er die kosmischen Gesetze der Gottes- und Nächstenliebe in vielen Details angewendet, dann stirbt der Mensch würdevoll und bewußt, wenn die Stunde gekommen ist. Die Seele wird der sterblichen Hülle entströmen und von lichten Wesen empfangen werden, die sie in jene Lebenszonen, in jene Ebenen geleiten, die dem augenblicklichen Bewußtseinsstand der Seele entsprechen. Dann wird die Seele unter den Wesen sein, die ihrer Wesensart gleichen. zum nächsten Kapitel
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