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  Die Seele eines griesgrämlichen, grüblerischen, verbitterten Altgewordenen geht als geistig Tote in das Zwischenreich ein.

Wie sieht es mit den meisten Menschen aus? Wenn der Herbst des Lebens kommt, grämen sie sich, weil sie im Frühling und Sommer ihres Lebens vermeintlich vieles versäumt haben. So manch älterer Mensch glaubt, er müsse die Jugend nachholen und verhält sich wie ein Pubertierender. Das ist oftmals peinlich für die, die ihm nahestehen. Andere wieder grämen sich über das Alter und die versäumte Jugend und merken dabei nicht, daß sie dadurch erst „alt“ werden. Wieder andere flüchten sich in die Krankheit, um von den Kindern, Enkeln, von Nachbarn und weiteren Nächsten bemitleidet zu werden. Diese Gedanken und Verhaltensweisen, denen bestimmte, ichbezogene Absichten zugrunde liegen, führen dazu, daß der ältere Mensch gebeugt geht, wodurch die Blicke mehr auf den Boden gerichtet sind als auch mal himmelwärts. Dann heißt es eventuell: Der alte Mensch geht gebeugt durch die Last des Alltags.
Für viele ältere Menschen scheint aber der Alltag dazu dazusein, um zu jammern und zu klagen. Menschen, die sich in ihre persönliche Tretmühle begeben haben, wissen nicht, daß gerade der Herbst des Lebens schön sein kann, dann, wenn man die Lebensabschnitte wahrlich gelebt und somit mit Leben erfüllt hat. Wer seine Lebenssituationen nicht meistert, wer nicht die Natur als Vorbild hat, der zeigt im Lebensherbst kaum Ansätze des überirdischen Frühlings. Solche Menschen haben in ihrem Erdendasein den Schmuck der Tugend, der inneren Reife, das Lichtgewand, nicht angezogen.
Der alte Mensch voller Gram, Bitterkeit und Mißgunst, voll Leid und voll Trauer um das, was er im Diesseits versäumt hat, oder um das, was ihm, wie er meint, aufgrund von Bosheit, Ungerechtigkeit und Lieblosigkeit seitens diverser Mitmenschen nicht vergönnt war, wird seiner Seele wahrlich nichts Gutes tun. Er nimmt das Leben nicht wahr, das ihm zuruft: Sei nicht töricht! Erhebe deinen Blick! Jeder Tag, ja, jede Stunde hält für dich viele Chancen bereit, Früchte des Lebens. Erkenne sie und pflücke sie, indem du auch im scheinbar Negativen das Positive, das Gute, findest. Nimm es an! Dann gewinnst du Mich, das Leben, das auch dein wahres Leben ist.
Nach dem Hinscheiden des menschlichen Körpers geht die Seele eines solchen griesgrämlichen, grüblerischen, verbitterten Altgewordenen als geistig Tote in das Zwischenreich ein. Oftmals ist einer solchen Seele nicht bewußt, daß sie tot ist; sie weiß auch mit sich nichts anzufangen. Deshalb rüsten sich viele Seelen erneut zur Erdengeburt, weil ihr ehemaliger Mensch das Leben verdunkelt hat und nicht im Angesicht des Lebens gestorben ist.
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