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  Zwischen Saat und Ernte liegt die Zeit des Reifens, in der wir hier im Erdenleben unsere Ursachen erkennen und tilgen können, bevor die Wirkungen einsetzen.

Wir Menschen sind heute in eine Zeit gestellt, die eine gewaltige Umbruchszeit ist, die uns veranlaßt, über uns selbst intensiver nachzudenken, unser Erdenleben zu durchleuchten, um zu erspüren, wer wir vom Ursprung her sind, woher wir kommen und wohin es geht.
Wer von seiner engen Vorstellungswelt, nur im Zeitlichen zu leben, Abstand nimmt, der spürt, daß alles, was er sieht oder auch nicht sieht, in Wechselwirkung zu ihm steht. In diese Wechselwirkung ist letzten Endes jede Seele eingeflochten und jeder Mensch, auch die Mutter Erde und alles, was auf ihr, über ihr und in ihr lebt. Mißachten wir die Wahrheit, schieben wir sie von uns, dann können wir noch so sehr dem Leben, der Lebenserfüllung, unserem Glück, nachjagen, uns noch so viele materielle Scheinsicherheiten schaffen und für unsere Zukunft vorbauen – wir werden dennoch immer unglücklich und verängstigt bleiben, weil wir uns auf die linke Seite der Wahrheit gestellt haben.
Wer sich bemüht, der Wahrheit auf den Grund zu gehen, der versteht folgende Sprichworte: „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es zurück“, und: „Wer nicht hören will, muß fühlen“. Diese Aussagen lassen uns erkennen, daß es eine direkte Wechselwirkung gibt, daß wir in den Wald nicht etwas hineinrufen können, das dann als Echo aber etwas inhaltlich anderes an unser Ohr schallen läßt. Was von uns im Gefühl, im Gedanken, im Wort und in unserem Handeln ausgeht, was wir also in unsere Seele einlagern, das kommt zu uns zurück – Licht oder Schatten, Leichtigkeit oder Schwere.
Gerade in der Natur erkennen wir die Vollkommenheit Gottes. Die Natur kann im Äußeren von uns Menschen verändert werden, doch das Innere, die geistige Substanz, bleibt. Verändern wir im Äußeren Gegebenheiten der Natur, verunstalten, verunreinigen, vergewaltigen oder malträtieren wir sie zu unseren eigennützigen Zwecken, so kommt diese Schändung, das Vergehen gegen Gottes Schöpfung, wieder auf uns zurück. Auch der Klimawandel ist ein Beweis für das Gesetz „Was der Mensch sät, wird er ernten“. Wer hat den Klimawandel heraufbeschworen? Der Geist der Einheit – oder der Mensch, durch die Zerstörung auf und in der Mutter Erde, durch seine Einflußnahme auf die Atmosphäre und vieles, vieles mehr? Der Mensch hat der Natur und somit der Erde den Kampf angesagt. Doch heute sieht man schon: Der Mensch ist der Verlierer.
Der Fallgedanke, wie Gott und mehr zu sein, ist immer der Ansicht, er müsse die Erde und die Welt verändern und sogar Gottes Schöpfung verbessern. Gottes Gesetz aber ist unverrückbar. Das Vollkommene ist nicht mehr verbesserungsfähig. Jede gegensätzliche Veränderung im persönlichen Leben, auf und in der Erde schlägt irgendwann auf die Urheber zurück. Kein Mensch kann sich auf Dauer der Vollkommenheit Gottes, Seinem ewigen Gesetz der Einheit, entgegenstellen. Wer dies dennoch tut, wird irgendwann Schiffbruch erleiden und darunter zu leiden haben. Was wir jetzt in unserer Welt, auch im Klimawandel, erleben, ist nichts anderes als die Rückwirkung dessen, was der Mensch selbst verursacht hat.
Frei ist einzig der Mensch, der nach dem Allgesetz der Liebe, Freiheit und Einheit lebt. Die Gnade Gottes und Seine Hilfe, über die die Priesterkaste so viele Worte macht, liegen zwischen der Ursache und der Wirkung, zwischen der Saat und der Ernte. Schaffen wir Ursachen, säen wir also Gegensätzliches, so werden wir nicht sofort ernten. Zwischen Saat und Ernte liegt der Spielraum, den wir die Phase des Reifens nennen können. In dieser „Reifezeit“ werden uns immer wieder die Hilfe Gottes und Seine Handreichung zuteil. Diese Zwischenzeit ist aber nicht unbegrenzt. Dies lehrt uns ebenfalls die Natur. Wenn die Frucht herangereift ist, findet die Ernte statt. Dann folgt auf die Ursache die entsprechende Wirkung, auf die gegensätzliche Saat die gegensätzliche Ernte.
Einsichtsvolles Lernen hilft uns, aus dem Schatten, aus der Schwere, herauszukommen ans Licht. Doch wer eine falsche Entwicklung begonnen hat und diese beschleunigt durch immer wieder gleiches Denken und Tun, die gegensätzliche Saat also immer wieder mit Gegensätzlichem begießt, treibt zwangsläufig auf einen Punkt zu, an dem die Katastrophe, die negative Ernte, unausweichlich ist.
Wie gesagt, das Gesetz von Ursache und Wirkung hat einen vorgegebenen Spielraum, der in der Ursache, in der entsprechenden Saat, liegt. Lernen wir nicht, rechtzeitig unsere Ursachen zu erkennen, dann fallen wir früher oder später in unsere Wirkungen hinein, die uns unter Umständen nach unserem Erdentod zu einer Reinkarnation, also zur Wiedergeburt in das Fleisch, treiben.
Unser Erdenleben ist so angelegt, daß wir Gegensätzliches, Fehlverhalten gegen das Leben, hier im Grobstofflichen, im Zeitlichen, lösen können und nicht erst im Feinerstofflichen, in den Reinigungsebenen, dann, wenn sich unsere Seele von ihrem Körper entbunden hat.
Das Erdenleben ist kostbar! Wir sollten uns des öfteren vergegenwärtigen: Jedem Fehler, den wir machen, stehen entsprechende Tugenden und lebensbejahende Kräfte gegenüber, die wir durch die Bejahung und Erfüllung entfalten können. Es hängt immer von uns ab, welche Kräfte wir wirksam werden lassen.
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