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  Der theologische Intellekt maßt sich an, die ewige Wahrheit als „absurd“ abzuqualifizieren. Aussagen von Theologen über Gott. Wer ist „absurd“ – Gott oder die widersinnigen theologischen Spitzfindigkeiten?

Denken Sie mit, und überlegen Sie! Jede kirchliche Institution hat ein anderes Brimborium, das die ihr angehörigen Theologen nach dem Maß ihres Verständnisses und nach ihrem Bedarf in Lehrmeinungen gefaßt und Gott zugeordnet haben, um Ihm, wie sie sagen, zu gefallen. Über ihre theologischen Spitzfindigkeiten hinaus, wie Gott sein soll, lassen sie nichts gelten. Weil der theologische Intellekt die göttliche Weisheit nicht erreicht, spricht die katholische Kirche vom „Credo quia absurdum“ – „Ich glaube, weil es absurd ist“ –, eine Aussage, die von den einen dem Kirchenvater Augustinus zugeschrieben wird, von anderen dem Kirchenlehrer Tertullian.
Die Theologie maßt sich also an, die göttliche Weisheit, das, was der Un-Geist der Kirche nicht verstehen kann oder nicht verstehen will, als absurd zu bezeichnen. Daraus ergäbe sich die Schlußfolgerung, die ewige Wahrheit, Gott, sei absurd. Nehmen wir diese Abqualifizierung der ewigen Wahrheit Gottes einmal für bare Münze, so wäre zu fragen: Könnte demzufolge ein Mensch, der an einen „absurden“ Gott glaubt und nicht an die Lehrmeinung der Kirche, als geistig behindert angesehen werden? Oder ist die katholische Kirche mit ihrem Brimborium und ihrer Gottesvorstellung absurd? Bitte entscheiden Sie selbst!
Im Bertelsmann Lexikon steht unter „absurd“ folgendes: „sinn- und vernunftwidrig, ungereimt, unlogisch. – ad absurdum führen: eine Sinnwidrigkeit aufdecken oder verursachen (z.B. eine Behauptung durch den Nachweis unsinniger Konsequenzen widerlegen: ein vernünftiges Prinzip oder eine nützliche Einrichtung durch Übertreibung um ihren Sinn bringen). – In der neuzeitlichen Philosophie ist absurd der Begriff für die Sinnlosigkeit des Daseins.“
Wenn man bedenkt, daß die katholische Theologie Gott diesen beklagenswerten Zustand zuschreibt, so kann man das nicht nur als Überheblichkeit der Theologen, der Priesterkaste, bezeichnen, sondern vielmehr als reinen theologischen Unsinn, weil das theologische Gespinst aufgrund der Schmalspurigkeit des Intellekts die Dimensionen göttlicher Intelligenz nicht erfassen kann.
Eventuell könnte es Ihnen zur Klärung Ihres eigenen Standpunktes bezüglich dessen, wer oder was absurd ist, hilfreich sein, zu lesen, was Kirchenleute über Gott auszusagen haben.
Paulus im Römerbrief: „So liegt es nun nicht an jemandes Wollen oder Laufen, sondern an Gottes Erbarmen ... So erbarmt er sich nun, wessen er will, und verstockt, wen er will.“
Luther: „Damit also dem Glauben Raum gegeben wird, ist es notwendig, daß alles, was geglaubt wird, verborgen ist. Es kann aber nicht tiefer verborgen sein, als unter dem Gegensatz zum gegenständlichen Objekt, zur Empfindung und Erfahrung. Wenn Gott lebendig macht, tut er es also, indem er tötet; wenn er rechtfertigt, tut er das, indem er schuldig macht; wenn er in den Himmel führt, tut er es, indem er in die Hölle führt, wie die Schrift sagt: ‚Der Herr tötet und macht lebendig, führt in die Hölle und wieder heraus.’ 1Sam 2[,6] Davon ausführlicher zu reden ist hier nicht der Platz; wer unsere Schriften gelesen hat, dem ist dies ganz vertraut. So verbirgt Gott seine ewige Güte und Barmherzigkeit unter ewigem Zorn, die Gerechtigkeit unter Ungerechtigkeit. Das ist der höchste Grad des Glaubens, zu glauben, jener [Gott] sei gütig, der so wenige rettet und so viele verdammt; zu glauben, daß er gerecht ist, der uns durch seinen Willen unabänderlich verdammenswert macht, so daß er, Erasmus [von Rotterdam] zufolge, an den Qualen der Unglücklichen Gefallen zu haben und eher hassens- als liebenswert zu sein scheint. Wenn ich also auf irgendeine Weise begreifen könnte, wie denn dieser Gott barmherzig und gerecht ist, der solchen Zorn und solche Ungerechtigkeit zeigt, wäre der Glaube nicht nötig. Daß es nun nicht begriffen werden kann, wird Raum gegeben zur Einübung des Glaubens, indem derartiges gepredigt und öffentlich verbreitet wird; und zwar nur so, daß, indem Gott tötet, der Glaube an das Leben im Tod eingeübt wird.“
Weiter sagt Luther: „Auf diese Weise ist der menschliche Wille mitten zwischen beide gestellt, ganz wie ein Reittier, wenn Gott darauf sitzt, will er und geht, wohin Gott will ... Wenn der Satan darauf sitzt, will er und geht, wohin der Satan will. Und er hat nicht die Entscheidungsfreiheit, zu einem der Reiter zu laufen oder ihn zu suchen, sondern die Reiter selbst streiten darum, ihn festzuhalten und zu besitzen.“
Und noch einmal Luther: „Vieles tut Gott, was er uns durch sein Wort nicht zeigt. Vieles auch will er, von dem er durch sein Wort nicht zeigt, daß er es will. So will er nicht den Tod des Sünders, nämlich nach dem Wort 1Tim 2,4; er will ihn aber nach jenem unausforschlichen Willen. Wir sollen aber auf das Wort schauen und jenen unausforschlichen Willen stehen lassen ... Es genügt zu wissen, daß in Gott ein unausforschlicher Wille da ist. Was aber dieser Wille und warum und inwiefern er es will, das darf man schlechterdings nicht fragen, zu erkunden wünschen, sich darum kümmern oder berühren, sondern nur fürchten und anbeten ... Warum aber jene Majestät diese Schuld unseres Willens nicht wegnimmt oder ihn bei allen verwandelt, da es doch nicht in der Macht des Menschen liegt, oder warum er ihm das zurechnet, obwohl der Mensch davon nicht frei sein kann, das darf man nicht fragen, und wenn du auch viel fragst, du wirst es niemals erfahren, wie Paulus Röm 11 sagt: ‚Wer bist du denn, daß du mit Gott rechten willst?’“
Liebe Freunde, lieber Leser, jeder kann sich selbst ein Bild machen. Wem ist Absurdität zuzuschreiben – Gott oder den Theologen?
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