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Die Suche nach Gott geht weiter



Das Herzensanliegen meiner Mutter, die Worte Jesu, die sie mir auf meinen Lebensweg mitgegeben hatte, begannen, in mir immer mehr anzuklingen. Insbesondere dann, wenn in meinem Erdendasein Schwierigkeiten auftraten, wenn Menschen über Menschen negativ sprachen, wenn Menschen gegensätzlich handelten, gegen Menschen, gegen Tiere, vor allem, wenn ich von Kriegen las und hörte, in denen viele Menschen getötet wurden, dachte ich an meine Mutter und hörte sie gleichsam sprechen: „Was du willst, daß dir andere tun, das tue du ihnen zuerst.“ Oder, anders gesprochen: „Was du nicht willst, daß man dir tu, das füg’ auch keinem anderen zu.“

Gerade die Kriege, in denen viele Menschen ihr Leben lassen mußten und die von Christen befürwortet wurden, konnte ich nicht in die Lehren Jesu einordnen. Hörte oder las ich, daß Geistliche, Militärpfarrer also, die Waffen und die Soldaten segneten, so konnte ich das nicht verstehen. Hieß es nicht in den Zehn Geboten: „Du sollst nicht töten“? Und befahl nicht Jesus dem Jünger Petrus, der Ihn im Garten Gethsemane verteidigen wollte: „Stecke dein Schwert in die Scheide!“? – Es gab niemanden, mit dem ich ernsthaft und eingehend darüber hätte reden können. War Gott gegen Seine eigenen Gebote? War Er eventuell doch für das Leiden, die Schmerzen und den Tod so vieler Menschen? Konnte es unter Umständen Ausnahmen geben, die das rechtfertigten? Darauf gab mir niemand Antwort.

Der Ausweg für mich war das Gebet. Ich betete für Menschen, für die vielen Kriegsopfer und für die Tiere, die auch im Krieg ihr Leben lassen mußten. Immer noch glaubte ich, daß Gott außerhalb vom Menschen zu finden sei. Es war sonderbar: Trotz meiner Zweifel an Gott betete ich zu dem Gott im Himmel und bat, die Worte Jesu ganz und in jeder Situation verstehen zu können: „Was du willst, daß dir andere tun, das tue du ihnen zuerst.“ Oder: „Was du nicht willst, daß man dir tu, das füg’ auch keinem anderen zu.“

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