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  Jeder ist für sein Leben selbst verantwortlich. Aus Ursache und Wirkung herausfinden über das Gesetz der Freiheit. Die Teilschuld im Gruppenkarma.

Das Personengesetz, das Ego, das Persönliche des Menschen, beschränkt sich ausschließlich auf sein persönliches Wohl, das mit zwei Wörtchen auszudrücken ist: „mein“ und „mir“. Daraus entwickelte sich der ichbezogene Personenkult, dem auch andere, seine Mitmenschen, huldigen, indem sie das aufgeblähte Ich des Einzelnen hochstilisieren. Je höher der Mensch auf der Leiter des Erfolgs und des Ansehens steht, desto mehr wird ihm gehuldigt.
Der Personenkult hat mit der Nächstenliebe nichts zu tun, auch nicht mit der Einheit. Es ist einzig und allein das Ego, das sich auf die vielfältigen Inhalte der beiden Wörtchen „mein“ und „mir“ eingegrenzt hat. Das ist die gebundene Liebe, die Eigenliebe, in der sich viele sehr wohl fühlen und doch Gefangene ihres Kultbedarfs sind. Das Kultdasein, das „ich, ich, ich!“ oder „mein“ und „mir“ ist das Kokonleben des Einzelnen. Damit trennte sich der Mensch vom Gesetz der Einheit, der Gottesliebe und Nächstenliebe. Er schuf sein Personengesetz „Trenne, binde und herrsche“.
Im reinen Sein, in den Himmeln, unserer ewigen Heimat, gilt das „Verbinde und sei“. Hingegen ist „Trenne, binde und herrsche“ das Prinzip des Gegenspielers Gottes, das darauf abzielt, die Einheit aufzuspalten und schließlich aufzulösen. Dieses dämonische Prinzip ist in allen Aktionen wiederzufinden, die gegen Gott und das Göttliche gerichtet sind. Der interessierte Zeitgenosse könnte, wenn er das möchte, einmal bestimmte Gegebenheiten und Entwicklungen in unserer Welt unter diesem Gesichtspunkt durchleuchten; er wird dabei gewiß interessante Entdeckungen machen.
Die wenigsten Menschen wissen, daß sie für ihr Leben selbst verantwortlich sind. Denken Sie mit, und überlegen Sie: Wir Menschen wissen, daß auf jede Aktion die entsprechende Reaktion folgt. Nach diesem Prinzip „Aktion gleich Reaktion“ wird jeder die Reaktion zurückerhalten, die in seiner Aktion liegt. Die Gesetzmäßigkeit „Aktion gleich Reaktion“ wird auch als „Ursache und Wirkung“ bezeichnet.
Mit unserem Personenkult, mit unseren gegensätzlichen Aktionen, aus denen die entsprechenden Reaktionen erfolgen, hat Gott, die Liebe, Einheit und Freiheit, nichts gemeinsam. Das ewige Allgesetz der Gottes- und Nächstenliebe gibt jedoch jedem Menschen die Kraft, aus dem zyklischen Dasein gegensätzlichen Denkens, Redens und Tuns mit den darauf folgenden entsprechenden Reaktionen – aus seinen Ursachen und Wirkungen – über Selbsterkenntnis und Bereinigung mit der Kraft des Christus Gottes herauszufinden.
Wenn die Reaktion auf unsere Aktion nicht in diesem Erdendasein erfolgt, so werden wir diese in einer der weiteren Inkarnationen zu spüren bekommen oder als Seele in den Reinigungsebenen. Dort stellt sich die Einsicht in begangenes Unrecht auf dem oft langwierigen und immer schmerzhaften Weg der Abtragung ein. Das bedeutet: Die Seele wird am eigenen Leibe, am Seelenleib, das erleiden, was sie als Mensch anderen zugefügt hat.
Machen wir uns bewußt: Das Allgesetz kennt keinen Stillstand. Das Gesetz Gottes ist Leben. Das Gesetz des Lebens beinhaltet weder Geburt noch Tod. In jedem von uns Menschen ist die Unsterblichkeit – die Geburt- und Todlosigkeit – unseres ewigen Lebens angelegt, aber auch die Abtragung unseres unbereinigten Sündhaften spätestens nach dem Hinscheiden unseres Körpers.
Der gegensätzliche Aktionist kommt aus seinen Wirkungen nur dann heraus, wenn er bereit ist, sein Denken und Wollen dem Gesetz der Freiheit gegenüberzustellen und die Freiheit zu achten.
Hier noch ein Wort zur Gruppenschuld. Sind wir an einem Schuldkomplex beteiligt, der von vielen verursacht wurde – wie z.B. an der Umweltverschmutzung, an der Zerstörung der Natur, an den Leiden der Tiere, dadurch, daß wir jahrelang, ja über viele Generationen deren Fleisch verzehrt haben, und anderem mehr –, so trägt unsere Seele genau den auf uns entfallenden Teil der Schuld als Belastung, bis diese entweder durch Selbsterkenntnis, Bereinigung und Wiedergutmachung von uns getilgt wird – oder aber gemäß dem Gesetz von Saat und Ernte zur Wirkung gelangt. Als Wirkung trifft uns dann das, was anderen durch unser Mitverschulden widerfuhr; wir müssen es erleben und durchleiden.
Teil an einer Gruppenschuld, auch Gruppenkarma genannt, haben wir auch dann, wenn wir einer Gruppe, einem Zusammenschluß von Menschen, einer Vereinigung angehören, die Schuld auf sich lädt oder auf sich geladen hat. Durch unsere Mitgliedschaft – die ja besagt, daß wir diese Gesinnungsgemeinschaft bejahen und unterstützen – haben wir teil an den Ursachen dieser Vereinigung und werden somit auch die Wirkungen anteilig „ernten“.
Ein Beispiel: Ein Mensch ist Mitglied einer kriminellen Vereinigung – z.B. einem Clan, der Bankraub oder weitere Verbrechen plant und durchführt. Er selbst hat dabei bisher keinen Mitmenschen verletzt oder getötet. Dennoch ist er im Sinne des Kausalgesetzes mitschuldig, ein Mittäter. Ein anderer ist Mitglied einer terroristischen Gruppe. Ihm sind die Ziele und die Aktionen, das ganze Programm der Gruppe zwar nicht sympathisch, er hält sich, so gut es geht, aus allem heraus, bleibt aber – aus Sicherheitsbedürfnis, wegen persönlicher Beziehungen, Vorteilen, aus Gleichgültigkeit, Ignoranz oder Tradition – dennoch zahlendes Mitglied. Kommt nun für diese Gruppe die Stunde der Wirkungen, so werden diese – Schicksalsschläge, die Folgen aus Ursachen sind – an dem besagten Zeitgenossen nicht spurlos vorübergehen. Eventuell wendet er ein: „Ich war doch gar nicht aktiv dabei. Ich ging selten zu den Versammlungen und pflegte eine ganz andere Gesinnung.“ Obwohl er mit dem Konzept der Gruppe letztlich nicht einverstanden war – er war Mitglied geblieben. Darin liegt nun seine Teilschuld im Kausal-Schuldverbund begründet.
Jetzt verstehen wir, warum auch ein Sprichwort sagt: Wer schweigt, macht sich mitschuldig. Es ist eine Gesetzmäßigkeit.
Die Hinweise, die ich Ihnen, lieber Leser, in diesem Gabriele-Brief unterbreite, geben Ihnen, wie gesagt, die Möglichkeit, über das Geschriebene nachzudenken. Welche Schlüsse Sie unter Umständen für sich daraus ziehen, wie Sie sich dann entscheiden, bleibt allein Ihnen überlassen, denn jeder ist nach dem Gesetz Gottes frei.
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