Sie sind hier: Startseite > Prophetie > Publikationen > Gabriele-Briefe > Gabriele-Brief Nr. 6

Statt blind intellektuellen Meinungsbildnern
den Weg in das Chaos zu folgen:
durch Abwägen mit Herz und Verstand
zu eigener Klarheit und Sicherheit finden
und die richtige Entscheidung treffen.




Heute ist jeder auf seinen sogenannten Verstand stolz. Für ihn ist die Ausprägung des Verstandes das „Wahrzeichen“ intellektuellen Vermögens und damit die Qualifikation, kompetent in jeder Hinsicht das Wesentliche zweifelsfrei zu erkennen. Trotzdem lassen sich viele durch Medien, Internet und machthungrige „Sachverständige“ blenden und beeinflussen.

Das Wort „Verstand“ ist eigentlich von „verstehen“ abgeleitet. Doch versteht, das heißt erfaßt und durchschaut die Masse der Menschen, was andere ihnen aufoktroyieren und aufzwingen wollen? Die Blender, die sich stolz Intellektuelle nennen, die allerdings kaum einen Tropfen wahre Intelligenz in sich erschlossen haben, sind der Ansicht, die sogenannten „anderen“ übertölpeln und übervorteilen zu können. Und die große Zahl dieser „anderen“, derer also, die aus Unterwürfigkeit und serviler Anpassung im Denken und Leben noch nicht herausgefunden haben, gibt ihnen recht.

 

Betrachtet man vor diesem Hintergrund die allgemeine Volksverdummung, so versteht man, warum Kirche, Politiker, hörige Journalisten sowie Redakteure in Medien, Rundfunk, Presse und Internet ein leichtes Spiel haben. Sie sind mit den charakterlichen Schwächen und Mängeln, mit den Verbogenheiten und Abnormitäten, der Blindheit und Unklarheit, Gleichgültigkeit und Herzensträgheit ihrer Mitmenschen wohlvertraut. Das ist die beste Voraussetzung für Suggestion, Manipulation und willkürliche Steuerung. Andererseits lügen manche auch so geschickt und dreist, daß es kaum der Teufel in der Hölle merken dürfte.

Wem ist bewußt, was z.B. das Internet im Laufe der Zeit für Folgen haben wird? Wer den ganzen Apparat der Volksverdummung, der Lüge und der Programmierung durch das Internet nicht durchschaut, ist diesen Einflüssen unterworfen. Er kann auch den nachfolgenden Generationen, unseren Kindern und Jugendlichen, kaum ein Vorbild sein.

Im Großen und Ganzen betrachtet müßte die heutige Gesellschaft den Konkurs ihres intellektuellen Verstandes anmelden.

Kaum einer der zahlreichen Genasführten merkt, welcher „neuen“ und „besseren“ „Ordnung“ die Entwicklung zusteuert. Ist es der Weg, der in die Gleichheit, Freiheit, Einheit, Brüderlichkeit und Gerechtigkeit führt? Wer über einen wachen Verstand verfügt und diesen gebraucht, sieht schon die Kluft, die sich auftut zwischen den „Großen“, die sich an allem Nutzbringenden bereichern, und den Kleinen, die noch immer bestrebt sind, den „Großen“ nachzueifern. Zeichnet sich nicht schon deutlich ab, daß in der „neuen Ordnung“, die sich im Weltgefüge anbahnt, für einige wenige die Stabilität durch Machtmonopol vorgesehen ist, der Rest, die Masse des Volkes, jedoch anderes zu erwarten hat? Ist nicht für die noch „Blinden“ der Weg vorgezeichnet, der in immer größere Abhängigkeit, Knechtschaft und umfassendes Elend führt, so daß es in Bälde für die allermeisten nur noch das Chaos gibt?

 

Besonders jene im Hintergrund des Geschehens in Staat und Gesellschaft, die sich als würdig bemänteln, sind es, die sich zuversichtlich bezüglich einer positiven, besseren Zukunft geben. Müßten sich nicht, um dem Chaos entgegenzuwirken, gerade jene selbst als Chaoten betrachten, die die Pauken des Spektakels „Uns geht es in Zukunft besser!“ immer wieder lautstark ertönen lassen? Gerade diese Paukenschläger lieben jedoch den Medienspuk, die Gaukelei um ihre Person. Es ist einerlei, ob die Unwahrheit, gleich Lüge, die Häupter krönt – man ist und bleibt auf alle Fälle unter dem Deckmantel „katholisch“ oder „lutherisch“.

Ein großer Teil des Volkes eifert immer noch den „Eiferern“ nach. Selten wird ein gutes, produktives Gespräch mit dem anderen, dem aus dem Volk, angestrebt. Und das Internet bietet den Sog des Vereinnahmtwerdens durch Meinungsbildner aller Art, durch die vielfältigsten verführerischen Angebote, um der „Lebensqualität“ das bisher noch Unbekannte, Abseitige abzugewinnen. Die Masse der Menschen des Abendlandes, übersättigt, vollgestopft mit Unsinnigem, Unwesentlichem und auf der Jagd nach immer neuen Reizen, ist nicht mehr bereit, den anderen verstehen zu lernen. Der Nächste, der „andere“, ist den meisten gleichgültig. Man läßt weitere andere, z.B. Machtgierige in Kirche, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, für sich denken und den Kurs vorgeben.

Die Indoktrination seitens der Kirchen, das glauben zu müssen, was diese ihren Schafen mittels Androhung der ewigen Verdammnis aufgezwungen haben, nehmen die Gutgläubigen bereitwillig an und auf und lassen sich von Glaubensbeschwörern vorgeben und vormachen, was sie zu tun haben. Die würdigen Herren, so denkt man, werden den Weg schon wissen, und das präsentierte Etikett, der Name „christlich“, läßt aufkeimende Zweifel rasch wieder schwinden.

 

Weil die Menschen verlernt haben, gute, konstruktive Gespräche mit ihren Mitmenschen zu suchen, gibt es auch kaum einen gemeinsamen Gesprächsaustausch, um abzuwägen, was Wahrheit oder Unwahrheit, gleich Lüge, ist. Doch gerade im persönlichen Gespräch kann man wägen und messen lernen, um der Vorgaukelei auf die Spur zu kommen, und zu eigener Klarheit und Sicherheit finden.

Bei dieser Kommunikation unter Menschen, denen es darum geht, im Wirrwarr dieser Zeit gemeinsam den Klarblick zu gewinnen, ist entscheidend, nicht nur den Verstand oder gar den Intellekt zu Rate zu ziehen. Das würde zu fruchtlosen Diskussionen führen, aus denen schlußendlich der intellektuell Stärkere, der Ego-Stärkere, als der Sieger hervorgehen würde. Vielmehr sollte dabei das Herzensdenken, das Wohlwollen für den anderen, den Nächsten, den Mitmenschen, nicht außer acht gelassen werden. Für gute, ausgewogene Gespräche gab uns Jesus folgenden Hinweis: „Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet! Denn wie ihr richtet, so werdet ihr gerichtet werden, und nach dem Maß, mit dem ihr meßt und zuteilt, wird euch zugeteilt werden.“

 

Der Herzensdenker weiß: Wer nicht gelernt hat, seinen Nächsten zu verstehen, sich in ihn hineinzufühlen, der versteht sich selber nicht, und wer sich selber nicht versteht, der kennt sich nicht und kann auch nichts Förderliches weitergeben. Aus dieser Begrenztheit, da meist als solche nicht erkannt, entwickelte sich die Überheblichkeit, die in dieser Welt Fuß gefaßt und gleichzeitig Fußangeln gelegt hat. Der sich überlegen Dünkende, der sich selbst nicht hinterfragt und folglich nicht kennt, trumpft auf und hält den Trumpf, gleich Triumph, in der Hand, den er mit Winkelzügen der Schläue und Überredungskunst verteidigt.

Um den anderen verstehen zu lernen, sollten wir mit ihm sprechen, sollten wir uns auf ihn einstellen und uns bemühen, auch seine Sorgen anzuhören. Beim Nachdenken über das Gehörte lernen wir, aus dem Schatz unserer eigenen Erfahrungen zu schöpfen, um nachzuvollziehen, wie es unserem Mitmenschen ergeht. Daraus entwickelt sich das echte Mitgefühl, das Feingespür für Nöte, Ängste und Bedrängnisse unseres Nächsten, auch wenn dieser sie noch nicht klar zu erfassen und zu formulieren vermag.

Wir sollten lernen, die Flut unserer Gedanken und entsprechenden Worte zu zügeln, um über das tiefer nachzudenken und das tiefer zu erfassen, was wir hören, sehen und fühlen. Auch um für unser Persönliches eine brauchbare und nützliche Entscheidung zu treffen, müssen wir lernen, über uns selbst nachzudenken, unsere Gefühle, unsere Wünsche zu ergründen und unsere Zukunft klarer ins Auge zu fassen. Dabei sollten wir sowohl unseren Verstand als auch unser Herz gebrauchen, also mit Verstand und Herz wägen, um dann eine richtige Entscheidung zu treffen, die unserem Lebensweg eine positive, gottgewollte Richtung weist.

zum nächsten Kapitel


 

© 2007 Universelles Leben e.V. • E-Mail: info@universelles-leben.orgImpressum