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  Demonstration in Augsburg

Herrliches Wetter empfing die über 300 Teilnehmer der Demonstration „Menschen, esst kein Fleisch!“, die sich am 28.04.2007 um 12.30 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz in Augsburg trafen, um gemeinsam den Tieren eine Stimme zu geben. Die Augsburger Tierschützer wurden von Tierfreunden aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz unterstützt; auch spanische und polnische Tierfreunde waren mit dabei.
Nach einer kurzen Begrüßung setzte sich um 13.00 Uhr der Demonstrationszug in Bewegung, der sich über die Bahnhofstraße durch die Grottenau, die Annastraße, Bürgermeister-Fischer-Straße, Maximilianstraße bis zum Augsburger Rathausplatz zog, auf dem um 14.00 Uhr die Abschlusskundgebung stattfand.

Während des Demozuges durch die gut gefüllte Augsburger Innenstadt wurden die Passanten nun mit der Realität des Fleischkonsums konfrontiert. Durch die mitgeführten Lautsprecherwägen ertönten die Aussagen: „Menschen, esst kein Fleisch! Denn: Fleischessen ist grausam! Fleischessen macht krank! Fleischessen führt zu Umweltschäden! Fleischessen verursacht globales Leid!“ Dann waren die durch Mark und Bein gehenden Geräusche aus dem Schlachthof zu hören, die durch das Brüllen eines Rindes beim Geschlachtetwerden eingeleitet wurden. Zum Abschluss ertönten die Forderungen der Tierschützer: Verbot des mutwilligen Tier-Tötens wie Schlachtung, Jagd und Tierversuche; Verbot der Nutztierhaltung und Tierausbeutung; Verbot der Fleischwerbung und Einstufung von Fleisch als Genussmittel, wie Alkohol und Nikotin; Anpassung der Krankenkassenbeiträge für Fleischesser; Verbot von Gülle auf den Feldern; Tierschutzunterricht in Schulen. Abschließend wurden die Passanten eingeladen, mitzudemonstrieren und sich dem Demonstrationszug anzuschließen.
Während des Demonstrationszuges erfolgten u.a. kurze Redebeiträge, z.B. über die Grausamkeit der Massentierhaltung, und ein Arzt erklärte den Zusammenhang von Fleischkonsum und verschiedenen Krankheiten. Aus aktuellem Anlass wurde auch der Beitrag der Viehhaltung am Klimawandel thematisiert, indem man das Zitat von Albert Einstein vortrug, der sagte: „Nichts wird die Chance auf ein Überleben auf der Erde so steigern wie der Schritt zur vegetarischen Ernährung.“ In diesem Zusammenhang wurde auch der Forscher Ralf Conrad, geschäftsführender Direktor des Max-Plank-Instituts, zitiert, nach dessen Ansicht sich der Klimawandel stoppen ließe, wenn die Menschheit sich anders ernähren würde. Seine Parole lautet: „Keine Rinder mehr essen, auf Milchprodukte verzichten!“
Ein anderer Redebeitrag konfrontierte die Augsburger Bürger mit der Frage, ob auch sie zu den drei Vierteln der deutschen Bevölkerung gehören, die glauben, dass Tiere ein Bewusstsein haben. Denn wer den Tieren ein Bewusstsein zugesteht, der kommt nicht umhin, einmal darüber nachzudenken, ob nur der Hund und die Katze ein Bewusstsein haben, die „Nutztiere“ hingegen, also Rinder, Schweine und Schafe, kein Bewusstsein haben sollten. Um das Bewusstsein der Tiere zu erfahren, wurden die Passanten eingeladen, die Tiere einmal zu beobachten und ihnen in die Augen zu sehen, um sich dann bewusst zu machen: Dieses Tier muss sterben, damit ich ein Stück Fleisch auf dem Teller habe.
Ein Feiertag, den in dieser Stadt jeder kennt und auf den viele stolz sind, ist das Augsburger Friedensfest, das jedes Jahr im August im Gedenken an den Religionsfrieden gefeiert wird. Doch wie kann man ein Friedensfest feiern, wenn man gleichzeitig Krieg gegen einen Teil der Schöpfung führt? Deshalb wurden die Passanten gebeten: „Helfen Sie mit, den mutwilligen Mord an Tieren zu beenden! Helfen Sie mit, den Krieg in Wald und Flur, in den Schlachthäusern und Laboratorien zu beenden! Schaffen Sie Frieden mit den Tieren, der Natur und der Erde! Und: Essen Sie nicht das Fleisch Ihrer Mitgeschöpfe.“ - Damit Augsburg zum Vorreiter wird, wenn es darum geht, Frieden mit den Tieren zu schaffen und das Friedensfest wirklich ein Friedensfest für alle Kreaturen ist!

Auf dem Rathausplatz fanden sich dann die Demoteilnehmer zur Abschlusskundgebung zusammen, bei der nach einer kurzen Begrüßung Auszüge aus der Grußbotschaft der stellvertretenden Leiterin und Sprecherin von A.K.T.E., Barbara Hohensee, vorgelesen wurde. In der es u.a. heißt: Liebe Mitstreiter in Augsburg, hiermit sende ich Euch einen lieben Gruß und wünsche Euch, dass Ihr viele Menschen aus dem komatösen Tiefschlaf des Gewissens holen könnt. Fleischessen ist grausam, weil es die Ursache für die vorzeitige und gewaltsame Beendigung des Lebens der Tiere ist. Wer Fleisch isst, gibt den Auftrag zum Töten. Die meisten Tiere, die auf dem Teller landen, haben zudem ein Leben hinter sich, das den Namen „Leben“ nicht verdient! ... Wer da meint, das Fleischessen sei eine rein persönliche Angelegenheit, der möge sich die Auswirkungen des Fleischkonsums auf allen denkbaren Ebenen einmal vor Augen halten, als da wären, z.B.: Die massive Mitweltvernichtung, Zivilisationskrankheiten, und nicht zuletzt die Folgen für die Tiere selbst. Es gibt keinen einzigen stichhaltigen Grund für das Fleischessen – aber tausend Gründe dagegen. (Hier... können die gesamte Grußbotschaft lesen)
Einige dieser tausend Gründe wurden bei der nun folgenden Abschlusskundgebung aufgezeigt. Der Klimawandel, den an diesem Tag bei hochsommerlichen Temperaturen mitten im Frühjahr keiner leugnen wollte, kam gleich zu Beginn zur Sprache. An diesem Tag war in der Bild-Zeitung zu lesen, dass zwei Drittel bereit seien, ihren Lebenswandel zu ändern, um den Klimawandel zu beeinflussen. Und was wäre der effektivste Klimaschutz? Der Verzicht auf Fleisch! Dieser Zusammenhang wurde ausführlich von Dr. Schneider dargelegt. (Die Fakten dazu lesen Sie hier...)
Immer wieder wird von der Massentierhaltung gesprochen. Doch welch unermessliches Leid für die Tiere sich hinter diesem Wort verbirgt, will kaum einer wahrhaben. Deshalb wurden von Roland Becker, einem Landwirt, der ohne Viehhaltung Landwirtschaft betreibt, die Zustände der Massentierhaltung erklärt und anhand von Bildern veranschaulicht.
Ina Lautenschläger, die als Tierärztin auch ein Praktikum im Schlachthof absolvieren musste, schilderte ihre Erfahrungen beim Schlachtvorgang. In drastischen Bildern berichtete sie, wie die Tiere aus den Transportern geprügelt werden müssen und welche Angst und Qualen sie vor der Schlachtung durchstehen.
Daniel Zopfi und Hermann Dürr, als Vertreter des Gnadenhofes Heimat für Tiere und der Gabriele-Stiftung, schilderten aus ihren Erfahrungen, welche Bedürfnisse die Tiere haben. Den Zuhörern wurde deutlich, dass sie sich kaum von den Bedürfnissen des Menschen unterscheiden. Sie erzählten auch, wie Tiere, die gerettet wurden, nach und nach ihre eigenen Persönlichkeiten und viele positive Charaktereigenschaften entwickeln und auch untereinander Freundschaft schließen.
Dr. Schneider berichtete aus seiner Praxis als Arzt über die gesundheitlichen Folgen des Fleischkonsums und stellte im Namen der Tiere die Frage, ob der Mensch das Recht habe, zu jammern und zu klagen, wenn ihn Krankheiten treffen, nach alledem, was der Mensch durch seinen Fleischverzehr den Tieren angetan hat.
Da mittlerweile so mancher von Tierfleisch aus der Massentierhaltung Abstand genommen hat und in der Hobbyhaltung eine Alternative sieht, schilderten Daniel Zopfi und Hermann Dürr, wie es in der Hobbyhaltung zugeht und dass auch dort einzig der Profit zählt. Ist z.B. ein Schaf krank, dann wird nicht der Tierarzt geholt, denn die Tierarztkosten würden den Fleischwert des Tieres übersteigen. Deshalb müssen die Tiere auch in der Hobbyhaltung leiden, denn für den Züchter zählt nun mal der Profit, und bevor der Tierarzt geholt wird, wird im Notfall das Tier geschlachtet.
Ganz anders wird es in der Gabriele-Stiftung gehalten, in der vom Schlachter freigekaufte Tiere leben, die dort bis zu ihrem natürlichen Lebensende mit ausgewogener Nahrung versorgt werden und denen man die größtmögliche Freiheit bietet, die man ihnen in unserer Landschaft gewähren kann. Einige Bilder der glücklichen Tiere, denen die Lebensfreude in den Augen anzusehen war, vermittelten einen Hoffnungsschimmer, dass Menschen und Tiere doch in Frieden miteinander leben können.
So wurde am Ende noch einmal die Friedensbitte wiederholt, und alle wurden aufgefordert, mitzuhelfen, zwischen Mensch, Natur und Tier Frieden zu schaffen.
Wer auch in Zukunft mithelfen möchte, den Tieren eine Stimme zu geben, ist eingeladen, die nächste Demonstration „Menschen, esst kein Fleisch!“ zu unterstützen: am 23. Juni in Freiburg!
Liebe Mitstreiter in Augsburg,
hiermit sende ich Euch einen lieben Gruß und wünsche Euch, dass Ihr viele Menschen aus dem komatösen Tiefschlaf des Gewissens holen könnt. Fleischessen ist grausam, weil es die Ursache für die vorzeitige und gewaltsame Beendigung des Lebens der Tiere ist. Wer Fleisch isst, gibt den Auftrag zum Töten. Die meisten Tiere, die auf dem Teller landen, haben zudem ein Leben hinter sich, dass den Namen „Leben“ nicht verdient!
Fleischessen ist eine reine Gewohnheit und nicht notwendig zum guten Überleben. Die vermeintliche Berechtigung zum Fleischessen beruht auf der traditionellen Überzeugung vieler Menschen, dass Tiere zum Nutzen des Menschen da seien. Dass diese vermeintliche Berechtigung weltanschaulich verschieden untermauert wird, ist lediglich die Folge eines Wollens, das sich Rechtfertigungen je nach kultureller Landschaft passend zurechtlegte. Erst wenn die fleischessenden Menschen erkennen wollen und erkannt haben, dass Tiere wie Menschen ihr eigener Zweck und nicht Mittel zum Zweck der Menschen sind, erst dann werden sie etwas anderes wollen als Fleisch zu essen. Die ethisch vortrefflichsten Menschen der Geschichte haben das Fleischessen als das erkannt, was es ist: Als barbarische Gewohnheit!
Wir kennen den Einwand vieler Menschen, die da sagen: „Aber Tiere töten und fressen doch auch Tiere!“ Dieser Einwand steht im deutlichen Widerspruch zum eigenen Anspruch, ein ethisch besonders begabtes Wesen zu sein. Fleischessende Apologeten sind keine Ethiker. Ethik ist unteilbar! Wer entgegen seiner Sinneswahrnehmungen und zusätzlich zum heutigen Wissen über die Fähigkeiten und Empfindungen der Tiere, und was mit ihnen in Menschenhand geschieht, weiterhin Fleisch isst, den kann man zu Recht als unethischen Menschen bezeichnen. Ethik erweitert beständig das Blickfeld der Menschen, und schränkt es nicht ein. Ein unethischer Mensch beschränkt sein Mitleid bestenfalls auf seine Mitmenschen, und nicht selten nur auf seine eigene Sippe! In solchen Beschränktheiten liegt folglich keine Ethik, sondern ein bloßer Art-, Familien-, oder Sippen-Egoismus! In solchen Beschränktheiten liegt auch der Beginn der Verneinung der Verantwortung für alles, was außerhalb des eigenen Dunstkreises liegt. In solchen Beschränktheiten liegt letztendlich die Wurzel der nackten Gewalt. Solche Beschränktheiten strafen alle Rechtsnormen, die sich auf ethische Grundsätze wie Verantwortung und dergleichen berufen, gleichzeitig aber das Töten von Tieren aus Gründen des reinen Gaumenkitzels als vernünftigen Grund gestatten, Lügen. Das Töten von sogenannten „Nutztieren“, ist nichts anderes als nackte Gewalt, ist das Faustrecht des Stärkeren, der sein Verhalten schönredet und schönschreibt. Sollten also die Menschen, die wie wir dieses ummäntelte Faustrecht ablehnen, die Faustrecht-Täter unbehelligt gewähren lassen? Dieses Faustrecht als Ausdruck einer individuellen Freiheit anerkennen?
Wer da meint, das Fleischessen sei eine rein persönliche Angelegenheit, der möge sich die Auswirkungen des Fleischkonsums auf allen denkbaren Ebenen einmal vor Augen halten, als da wären z.B.: Die massive Mitweltvernichtung, Zivilisationskrankheiten, und nicht zuletzt die Folgen für die Tiere selbst. Es gibt keinen einzigen stichhaltigen Grund für das Fleischessen – aber tausend Gründe dagegen.
Ihr, meine lieben Freunde, seid Menschen nach meinem Herzen. Ich wünsche Euch für den heutigen Tag alles Gute!
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