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  Demonstration in Freiburg

Am 23. Juni 2007 trafen sich zur Demonstration „Menschen, esst kein Fleisch! Weg mit den Tierghettowärtern! Nieder mit den Schlachthöfen!“ - dieses Mal in Freiburg - Tierschützer aus ganz Deutschland, aus Österreich und vor allem aus der Schweiz, um den Tieren in der Universitätsstadt Freiburg eine Stimme zu geben.
Ab 12.30 Uhr versammelten sich immer mehr Tierfreunde auf dem Freiburger Augustinerplatz, wo die Tierrechtsband AJ-Gang, die Demoteilnehmer und die Freiburger Passanten bereits mit fetzigem Sound begrüßte. Mit Musik geht alles besser, und so wurden Schilder und Transparente vorbereitet und die Technik für den Demozug in Gang gebracht.
Mit Spannung wurden in Freiburg die Schweizer Demoteilnehmer vom „Verein der Schweinefreunde“ aus Luzern erwartet, die gemeinsam mit dem Tierschutzbund Innerschweiz und dem Schweizer VgT versprochen hatten, mit dem „GrunzMobil“ zur Demo zu fahren. Kurz vor 13.00 Uhr erreichte das „GrunzMobil“ den Augustinerplatz und wurde mit großer Freude empfangen. Die Schweizer Tierfreunde bauten dann ihr Gefährt auf - im Inneren des „Grunzis“ ist eine geniale Technik versteckt, die eine große Leinwand mit Beamer zum Vorschein bringt, auf dem Videos gezeigt werden können.
Währenddessen wurde mit der Polizei der Demoablauf besprochen – und schon war es aus mit dem Ziel den Tieren in Freiburg eine Stimme zu geben – akustisch jedenfalls -, denn Lautsprecherdurchsagen oder Musik waren während des Demozuges nicht erlaubt!
Den Tierfreunden blieb also nichts anderes übrig, als einen „Schweigemarsch“ für die Tiere zu veranstalten. Da sich mittlerweile über 350 Tierfreunde auf dem Augustinerplatz drängten, war allein durch diese große Anzahl die Aufmerksamkeit bei den Passanten gesichert.
Schweigend zogen die Teilnehmer der Tierrechtsdemonstration „Menschen, esst kein Fleisch“ durch die Freiburger Innenstadt. Die vielen schweigenden Menschen und vor allem die unterschiedlichsten Transparente und Plakate erregten die Aufmerksamkeit der Freiburger mindestens ebenso, wie dies sonst durch Lautsprecherdurchsagen erreicht wurde. Mütter mussten den Kindern vorlesen, was auf den Transparenten stand, und am Straßenrand wurde eifrigst über das Motto und das Ziel der Demonstration gesprochen: Menschen, esst kein Fleisch!
Während des Demozuges konnten „Ordnungsdurchsagen“ gemacht werden, bei denen die Passanten eingeladen wurden, sich dem Demozug anzuschließen und die Abschlusskundgebung um 14.00 Uhr auf dem Augustinerplatz zu besuchen.
Um 13.50 Uhr trafen die ersten Demonstranten wieder auf dem Augustinerplatz ein.
Bis die am Ende laufenden Teilnehmer den Augustinerplatz erreichten, vergingen wegen der Länge des Zuges fast 10 Minuten.
Die AJ-Gang spielte zu Beginn der Abschlusskundgebung ihren Song „Wir prangern an“ und gab damit das Stichwort, denn in den nachfolgenden Redebeiträgen wurde von verschiedenen Sprechern das Leid der Tiere angeprangert.
Fleischessen schädigt das Klima – war das Thema von Dr. Arno Schneider, der aufzeigte, dass die Massentierhaltung mehr zum Klimawandel beiträgt als das gesamte Transportwesen. (Mehr Fakten zu diesem Thema lesen Sie hier...)
In einem weiteren Redebeitrag im Verlauf der Abschlusskundgebung ergriff Dr. Schneider als Chefarzt der HG-Naturklinik in Michelrieth noch einmal das Wort und erklärte den Zuhörern, dass Fleischessen für die Gesundheit überhaupt nicht notwendig ist, sondern ganz im Gegenteil krank macht.
Nach dem Song der AJ-Gang „Ich will leben“ trat Prof. Dr. Karnowsky aus Dortmund ans Mikrofon, der an diesem Tag als Vertreter der „Allianz für Tierrechte“ sprach und als Vorsitzender der Hans-Rönn-Stiftung - Menschen für Tiere, Düsseldorf und Mitarbeiter im Politischen Arbeitskreis für Tierrechte in Europa e. V., Düsseldorf seit vielen Jahren für die Rechte der Tiere kämpft.
Nachdem er bei der Demonstration in Siegen über die grausame Schweinemast gesprochen hat, griff er dieses Mal das Thema „Hähnchenmast“ auf und zeigte anhand einer norddeutschen „Hühnerfleisch-Konzernzentrale“ auf, welches Leid die Tiere von der Aufzucht über den Transport bis zur grausamen Tötung erdulden müssen, nur damit Menschen günstiges Hühnerfleisch auf ihre Teller bekommen.
Die sieben Streiflichter von Prof. Dr. Karnowsky zum Aufruf und Thema der Demonstration „Menschen, esst kein Fleisch!“ können Sie hier... in voller Länge nachlesen.
Nach Prof. Dr. Karnowsky sprach Christoph Michels als Dipl.-Ing. für Lebensmitteltechnik über die ebenso grausame Haltung und Schlachtung der Schweine.
Im Anschluss daran trat Ina Lautenschläger auf die Bühne, die als Tierärztin während ihres Studiums ein Praktikum im Schlachthaus absolvieren musste.
Sie schilderte aus ihrem Erleben unter welchen qualvollen Bedingungen die Rinder zur Schlachtbank geführt werden, wobei man hier eher von geprügelt werden sprechen sollte, denn die Tiere spüren ihren unmittelbar bevorstehenden grausamen Tod und kein Tier geht freiwillig zur Schlachtbank.
In ihrer Praxis als Tierärztin erfährt Ina Lautenschläger tagtäglich, dass Tiere ebenso fühlende Wesen sind wie wir Menschen und sie deshalb ein Recht auf Leben haben. Hierbei macht es keinen Unterschied, ob es sich um einen Hund, eine Katze oder eben ein Rind, ein Schaf oder ein Schwein handelt.
Im Anschluss wurde das Grußwort von Ulrich Dittmann vom „Arbeitskreis für humanen Tierschutz und gegen Tierversuche e.V.“ verlesen, in dem es u.a. hieß: „Fleischessen ist so unnötig wie ein Kropf und zweifellos schädlich für das betroffene Tier - aber auch für den Menschen, der Tier-Leichenteile in sich hineinstopft. Lassen wir es doch einfach sein!“ (Hier lesen Sie das Grußwort von Ulrich Dittmann)
Die Redebeiträge wurden immer wieder mit Songs wie „Gammelfleisch“ „Ich will leben“ und „Gemüsefetischisten“ der AJ-Gang abgewechselt. Sie stellten an diesem Tag auch ihr neues Album „das einzige was zählt“ vor.
Als Vertreterin der VEBU-Regionalgruppe Freiburg fasste sich Rosemarie Zähringer ein Herz und trat für die Tiere ans Mikrofon. Sie sagte u.a.: „Über e-Mails erfahre ich täglich, welches Leid den Tieren, unseren Weggefährten, zugefügt wird. Als Krone der Schöpfung – was wir Menschen ja von uns behaupten – sollten wir für sie die Verantwortung übernehmen, anstatt sie auszubeuten.“ (Hier lesen Sie das Grußwort von Rosemarie Zähringer)
Mit der Demonstration „Menschen, esst kein Fleisch!“ treten wir für ein Verbot des mutwilligen Tier-Tötens wie Schlachtung, Jagd, Fischfang und Tierversuche, ein. In Freiburg wurden in einem Redebeitrag auch die Tierversuche thematisiert, denn an der Universität Freiburg wird ein neues Tierversuchszentrum geplant. Dazu sprach Peter Jennrich, der sich als Arzt ausführlich mit diesem Thema beschäftigt hat. Er beendete seine Rede mit den Worten: „Ich fordere alle Verantwortlichen der Uni und der mit der Uni verbundenen Pharma-Industrie auf, die Tiere als fühlende Lebewesen anzuerkennen, ihr Recht auf Freiheit und Unversehrtheit anzuerkennen und nicht noch mehr Menschenleben aufs Spiel zu setzen. Entsprechend dem Motto der Demonstration „Menschen esst kein Fleisch“ möchte ich sagen „Menschen, lasst keine Tiere für eure Gesundheit opfern“.“ (Hier lesen Sie den Redebeitrag von Peter Jennrich).
Auch dieses Mal stand am Ende der Kundgebung die Alternative auf dem Programm, denn seit vielen Jahren baut die Gabriele-Stiftung ein Friedensland für Tiere und Natur auf, wo Tiere und Pflanzen ihrer Art und ihren Bedürfnissen entsprechend leben dürfen, ohne Angst vor dem Schlachtermesser. Hermann Dürr schilderte seine Erlebnisse mit den aus schlechter Hobbyhaltungen, aus der Massentierhaltung oder vom Schlachthof geretteten Tieren, die nach einiger Zeit wieder Zutrauen zum Menschen gewinnen und sich mehr und mehr zu eigenen Persönlichkeiten entwickeln. Auch wenn die Gabriele-Stiftung nicht alle Tiere retten kann, so ist sie doch für die Tiere die Hoffnung der Erde und für viele Menschen weltweit ein Beispiel, wie Mensch und Tier friedvoll zusammenleben können.
Die Demonstration wurde mit folgender Bitte an die Tierfreunde und Freiburger Passanten beendet: „Helfen Sie mit, den mutwilligen Mord an Tieren zu beenden! Helfen Sie mit, den Krieg in Wald und Flur, in den Schlachthäusern und Laboratorien zu beenden! Schaffen Sie Frieden mit den Tieren, der Natur und der Erde! Und Essen Sie nicht das Fleisch ihrer Mitgeschöpfe! Deshalb beenden wir hier in Freiburg die Demonstration mit dem Ruf: Menschen, esst kein Fleisch!“
Während und nach der Demonstration holten sich viele Interessenten ausführliches Informationsmaterial zum Motto der Demonstration oder trugen sich auf den Unterschriftenlisten ein, um die Forderung der Tierfreunde mit ihrem Namen zu unterstützen. Andere probierten die vegan-vegetarischen Hot-Dogs, die bewiesen, wie schmackhaft eine Ernährung ohne Fleisch sein kann.
Und nach diesem ereignisreichen Nachmittag – an dem auch das Wetter entgegen schlechter Vorhersagen den Demoteilnehmern freundlich gestimmt war – nahmen sich viele Tierfreunde vor, auch die nächste Demonstration „Menschen, esst kein Fleisch!“ zu unterstützen, die am 28.07.2007 in Darmstadt stattfinden wird.
Vorsitzender der Hans-Rönn-Stiftung - Menschen für Tiere, Düsseldorf und Mitarbeiter im Politischen Arbeitskreis für Tierrechte in Europa e. V., Düsseldorf
Sieben Streiflichter zum Thema und Aufruf der heutigen Kundgebung:
„Menschen, esst kein Fleisch!“
Zur heutigen Kundgebung bin ich aus Norddeutschland gekommen. Ich möchte Ihnen im Kontrast zum heutigen wunderschönen Freiburger Ambiente von einer Produktionsstätte der industrialisierten Massentierhaltung im fernen deutschen Norden berichten.
Ich war für einige Zeit in die Kommission des Bundeslandwirtschaftsministeriums gem. § 16 b Tierschutzgesetz berufen gewesen und habe mich im Rahmen dieser wissenschaftlichen Beratungstätigkeit umfassend über die deutsche Landwirtschaft kundig machen können.
Ich möchte heute zu Ihnen über die Hähnchenmast sprechen. Auf der Kundgebung „Menschen, esst kein Fleisch“ in Siegen am 10.3. 2007 sprach ich zur Schweinemast. Nun folgt heute meine Fortsetzung zur Hühnermast.
Hühner kennen zwar alle ganz gut, aber vielleicht bedarf es der folgenden Ausführungen, um endlich und immer wieder die wesentlichen Aspekte zum Hühnerfleisch aufzuzeigen, um die es uns auch auf dieser heutigen Kundgebung geht.
Es geht mir heute exemplarisch um die folgenden sechs Punkte:
1. Der Begriff Hähnchen
Das Leben eines Huhns ist kurz; es ist in nur knapp sechs Wochen auf den Tisch des Verbrauchers oder wird mal schnell an der Imbissbude im Stehen gegessen. Auf jenem Bauernhof in Westfalen, auf den es meine Eltern und mich nach dem Krieg verschlagen hatte, währte ein Hühnerleben i.d.R. zwei, vielleicht drei Jahre, in modernen Mastbetrieben dagegen nur fünf bis sechs, allenfalls acht Wochen. Mehr Zeit ist nicht notwendig, damit aus einem pfirsichgroßen Küken ein Hähnchen mit fast zwei Kilo Gewicht wird. Der Verbraucher bevorzugt den sächlichen Begriff "Hähnchen": „Das“ ist sprachlich ein Neutrum. Das Neutrum scheint logisch, obwohl jedes zweite Schlachttier eine Henne ist. Denn in dieser kurzen Zeitspanne werden die Tiere zwar schlacht-, aber noch längst nicht geschlechtsreif. Hühnerfleisch ist begehrt wie nie. Es gilt als gesund und bekömmlich, lässt sich leicht zubereiten und ist zudem viel billiger als Fleisch vom Schwein oder Rind. Die BSE-Krise hat den Produzenten eine unerwartete Zusatzkonjunktur gegeben. Seit dem Jahr 2000 wird in Deutschland zum ersten Mal mehr Geflügel als Rind- und Kalbfleisch verzehrt. Es bleibt aber meine Feststellung, dass der Begriff Hähnchen nicht korrekt ist.
2. Fast eine halbe Milliarde
Über 400 Millionen Hähnchen werden jährlich in Deutschland produziert, rund 100 Millionen davon in Nachbarländer exportiert. Außerdem kommen fast 400 Millionen Hähnchen aus dem Ausland importiert; davon längst nicht alle in einwandfreiem Zustand. Die Zahlen habe ich aus dem Landwirtschaftsministerium. Ob sein Chef Horst Seehofer seine Zahlen liest, weiß ich nicht, er hat ja bekanntlich zur Zeit auch andere Probleme. - In Brüssel veröffentlicht die Europäische Union laufend Listen mit beanstandeten Partien von Hähnchenfleisch. So enthielten beispielsweise gefrorene Hähnchenteile aus Brasilien Nitrofurane, Geflügelfleisch-Spezialitäten aus dem gleichen Land das Medikament Listeria und Entenbrüste aus Thailand gar häufig Salmonellen.
3. Die Bodenhaltung
Wie lassen sich so viele Hühner zum Verzehr jährlich ”artgerecht” aufziehen, mästen und schlachten? Ein konkretes Beispiel heute: Fünfzehn Kilometer von einer dieser Hühnerfleisch-Konzernzentralen in Niedersachsen, nämlich in Twistringen liegt Drentwede im Oldenburgischen. Am Ortseingang befindet sich eine zuerst alltägliche, wenn auch riesige Industrie-Lagerhalle, über 1.500 Quadratmeter groß. Hier werden "Wiesenhof"-Hähnchen in Bodenhaltung gemästet. Der idyllische Name Wiesenhof täuscht ebenso wie der Begriff „Bodenhaltung“! Der Eingang ist gesichert und aus Gründen der Hygiene nur mit Schutzkleidung passierbar. Knapp 40.000 Hähnchen werden hier in 35 Tagen schlachtreif gemacht. Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Futterleistung, Gewicht, also sämtliche für den Produktionsprozess relevanten Daten sind elektronisch gesteuert. Statistisch gesehen müssen sich mindestens 22 Tiere einen Quadratmeter teilen. Futter und Wasser sind zwar erreichbar, aber was ist nicht möglich in der Enge? Wirkliches Ruhen, geschäftiges Umherlaufen, wie wir es vom Bauernhof alter Prägung kennen, Baden im Staub oder ungehindertes Schlagen mit den Flügeln. Mindestens sieben- bis achtmal wird dieser Bestand innerhalb eines Jahres umgeschlagen, wie der Produktionsleiter ausführte. Das Verb „umgeschlagen“ hier ist doch wohl ziemlich roh und sehr zynisch aus der Lagerhaltung für Sachen in die Tiermast übernommen worden.
4. Die LKWs oder die Qual des Abholens
Der Lastzug kommt angefahren, der die Hähnchen in die 30 Kilometer entfernte Schlachterei bringt. 350 Tiere passen in einen Behälter, jeder Lastzug kann bis zu 8000 Tiere fassen. Das Hineinschieben geschieht mit Planierraupen ähnlichen Karren mit großen Drahtkörpern. Denken Sie bildlich an motorisierte Rasenmäher mit Sitz und als Vorbau Drahtsysteme nach Art von kleinen Handballtoren an ihrer Frontseite. Die Lastzüge fahren in eine mit sogenanntem Schwarzlicht ausgeleuchtete Halle. Für die Tiere simuliert dieses Licht Dunkelheit und damit Schlafenszeit. Aufgeregtes Gackern ist daher kaum zu vernehmen. Es ist ca. 4.00 morgens. Was man hört, sind die Ladegeräusche. Die Verladung erfolgt wie beim Abladen von Bauschutt auf der Deponie in einer Art Kippmechanik. Wohlgemerkt: Die Tiere leben noch! Wenn die LKWs mit den übergroßen Anhängern dann durch die Dörfer zum Schlachthof fahren, sehen keine Passanten zu. Im Schlachthof Lohne wird dann im Zweischichtbetrieb täglich geschlachtet. In Spitzenzeiten sind schon mal 240.000 Hühner (eben nur Hähnchen genannt) innerhalb von nur 24 Stunden. Wie kommen die Tiere an? Gebrochene Flügel und Beine, nach Auskunft von Veterinären, die überraschend ehrlich sind. Die meisten der Hähnchen sind verletzt durch die maschinelle Verladung und durch den qualvollen Transport: „Sie werden ja eh schnell geschlachtet“, sagten sie. Die oben beschriebene Halle ist übrigens nicht der einzige Groß-Stall in jener Gegend.
5. Ein Trampolin mit Karussell
Gabelstapler schieben im Schlachthof die Behälter vom LKW mit dem langen Hänger auf ein Transportband. Dort werden sie gekippt, die Tiere rutschen automatisch auf eine Art Trampolin, das sie zu einem Karussell - ein makabres Wort - befördert, wo sie mit den Beinen an einen Haken gehängt werden - eine "Schlachtlinie", an der die Tiere kopfüber in einer schier endlos erscheinenden Reihe baumeln. Die Schlachtlinie führt zu einem Vorhang, hinter dem die Tiere mit Heißluft betäubt werden. Wenige Meter dahinter öffnen scharfe Klingen den Tieren automatisch die Schlagader. Ob alle sofort tot sind, ist unklar.
6. Die mörderische Perfektion
Vom Anhängen bis zum Tod vergehen angeblich nur ca. 20 Sekunden. Die Tötung nach althergebrachter Art auf dem Bauernhof ist sicherlich auch nicht kürzer, und ob sie für die Tiere weniger Stress bedeutet, ist zu bezweifeln. Schockierend ist aber hier für mich die bis zur Perfektion betriebene Mechanisierung des Tötens. Alles läuft automatisch ab: Nach dem Tod bluten die Hähnchen eine Strecke lang aus. Anschließend führt die Schlachtlinie durch Heißwasser. Die Federn lockern sich, Scherautomaten rupfen sie. Danach werden die Innereien entfernt, zuletzt wird die Lunge vollautomatisch herausgesaugt. An dieser Stelle stehen auch die Veterinäre, die den Vorgang stichprobenartig überwachen und Fleischproben entnehmen. Die Wiesenhof-Gruppe hat gerade ein eigenes Computersystem entwickelt, ein sogenanntes "selbstlernendes" System, das die Hähnchen je nach Größe, Aussehen und Farbe in verschiedene Qualitätsstufen einteilt und entscheidet, ob sie ganz oder zerlegt, als Keule oder Brust, paniert und gewürzt als Spezialität oder zu Geflügelwurst verarbeitet auf den Markt kommen.
7. Die Tiefkühltruhe
Gelungen ist dieser kleine Beitrag dann, wenn Sie, liebe Zuhörer, beim Blick in die Tiefkühltruhe Ihrer Supermärkte das Trampolin, die Gabelstapler und die großen LKWs mit Anhängern, die kleinen Planierraupen mit den großen Fangkörben und das erwähnte Karussell geistig vor Ihren Augen sehen. Hoffentlich hören Sie dann auch, wie die endlosen Transportbänder mit den aufgehängten Hähnchen zu den rotierenden Messern davon rattern!
Menschen, esst kein Fleisch!
„Fleisch ist kein notwendiger Bestandteil der menschlichen Ernährung.(…) Der Verzicht auf dieses Nahrungsmittel stellt keine unzumutbare Beschränkung der persönlichen Entfaltungsmöglichkeiten dar.” Diese weisen Erkenntnisse stammen nicht etwa aus einem Vegetarierhandbuch. Sondern, man höre und staune, es sind Zitate, die im Zusammenhang mit dem Schächten von Tieren, schwarz auf weiß in den Urteilsbegründungen des Oberverwaltungsgerichts Hamburg* und dem Bundesverwaltungsgericht Berlin** nachzulesen sind. Hochrichterlich wird hier bestätigt was Mediziner, ernährungsbewusste Bürger und Tierfreunde schon lange wissen : Fleischessen ist absolut unnötig. Im Gegenteil, es ist maßgeblich verantwortlich für viele Krankheiten : Fettsucht mit in Folge Kreislaufproblemen, Bluthochdruck, Schlaganfällen, Herzinfarkten, Diabetes, hohe Harnsäurewerte, Arthritis, Gicht , usw., usw. Der Verzehr von Tierleichenteilen kann grundsätzlich nicht gesund sein - unabhängig von Skandalen mit Salmonellen, Trichinen, Knochen, Sehnen, Würmern, Blut, Gedärmen und sonstigen ekelerregenden halbverwesten Tierabfällen in Gammelfleischprodukten.
Bei Umfragen bezeichnen sich regelmäßig weit über 90 % der Bevölkerung als “Tierfreunde”. Es ist “in”, sich für Tier- und Naturschutz auszusprechen. Wer möchte schon als Tierquäler oder Tiertöter dastehen ? Doch genau letzteres ist jedem Fleischesser indirekt vorzuwerfen. Denn die Nachfrage regelt das Angebot. Und Fleisch wächst bekanntlich nicht auf Bäumen, sondern wird als Massenware unter vielfach erbärmlichsten Bedingungen “erzeugt” und dann zu Billigstpreisen verramscht. Die schrecklichen Tierqualdokumentationen aus Fernsehberichten sind uns ja allen bekannt. -
Fleischessen ist so unnötig wie ein Kropf und zweifellos schädlich für das betroffene Tier - aber auch für den Menschen, der Tier-Leichenteile in sich hineinstopft. Lassen wir es doch einfach sein! In Deutschland werden durchschnittlich jede Woche rund 4000 Menschen zu Vegetariern. In Großbritannien sind es im Durchschnitt schon 5000 Menschen. Machen wir es zumindest den Engländern nach!
In diesem Sinne viel Erfolg ! Herzliche Grüße nach Freiburg - von Ingeborg Schollmeyer, Roland Dunkel und Ulrich Dittmann vom Arbeitskreis für humanen Tierschutz und gegen Tierversuche e.V. !
* Hamburger Oberverwaltungsgericht Az. OVG Bf III 42/90 vom 14.09.92 ** Bundesverwaltungsgericht Berlin Az. 3 C 31.93 vom 15.06.95)
Liebe Tierfreunde
Ich freue mich, dass ich die Gelegenheit habe, stellvertretend für meine liebe Vegetariergruppe, die mich sehr unterstützt, hier den Tieren eine Stimme zu geben. Für die Tiere, unsere Mitgeschöpfe, die wir alle achten und nicht schlachten!
Die meisten von uns hatten früher die Gewohnheit, auf Kosten von anderen Lebewesen zu leben. Heute ziehen wir es vor, im Einklang mit der Natur zu leben. Wir alle empfinden diese Lebensweise als eine große Bereicherung, und sie bringt nur Vorteile mit sich, die ich jetzt hier nicht zu wiederholen brauche, denn diese werden (wurden) heute schon verdeutlicht.
Bei Diskussionen mit Menschen, die noch Fleisch essen, sagt man mir oft: „Es wurde doch schon immer Fleisch gegessen“ oder „Der Mensch ist ein Fleischesser“. Dann fällt mir stets das Zitat von John Robbins ein „Ein alter Irrtum ist stets beliebter als eine neue Wahrheit“. Nicht zu vergessen, dass ein großer Teil der Weltbevölkerung schon immer vegetarisch lebte. Übrigens, John Robbins hat in den USA außerordentliche Enthüllungen ans Tageslicht gebracht und zeigt in seinen Büchern detailliert und überzeugend die Auswirkungen unserer Ernährungsgewohnheiten auf. Mindestens ebenso oft bekomme ich die Floskel zu hören: “Ich esse sowieso nur ganz wenig Fleisch, aber ganz darauf verzichten will ich nicht“…. Dazu gibt es aus dem Büchlein ‚Die Notwendigkeit einer fleischlosen Ernährung’ ein - wie ich meine - passendes Zitat: „Ist das Leid, das ich mir selbst durch den ‚Verzicht’ auf Fleischnahrung bereite, größer als das Leid der Tiere, die ich verspeise?“
Über e-Mails erfahre ich täglich, welches Leid den Tieren, unseren Weggefährten, zugefügt wird. Als Krone der Schöpfung – was wir Menschen ja von uns behaupten – sollten wir für sie die Verantwortung übernehmen, anstatt sie auszubeuten. Wer schon nicht den Tieren und der Umwelt zuliebe mit dem Fleischessen aufhören will, tue es doch wenigstens seiner Gesundheit zuliebe. Jeder kann es ganz einfach ausprobieren und er wird nach kurzer Zeit spüren, wie gut es bekommt. In den Naturkostläden gibt es mittlerweile eine große Auswahl von Alternativprodukten. Wer Interesse an unserem regelmäßigen Erfahrungsaustausch hat, ist herzlich willkommen und kann sich Tipps geben lassen. Ebenso freuen wir uns über Unterstützung bei unseren Aktivitäten, wie z. B. bei der Organisation von Infoständen oder Mahnwachen. Nun möchte ich es auch nicht versäumen, noch zwei Termine bekannt zu geben, die in naher Zukunft stattfinden: 1. Am 21./22. Juli findet wieder das bundesweite Grill-Event statt, wo sich jeder beteiligen kann und soll. 2. Am 9./10. September sind wir im Rahmen der Paracelsusmesse mit einem Infostand präsent.
Zum Abschluss möchte ich den Tieren noch ein Gedicht widmen …es stammt von Mandy Kühn: Geboren werd ihr im finsteren Stall, seht niemals das Licht der Welt. Seht weder Sonne, noch spürt ihr den Regen, denn so lange bleibt ihr gar nicht am Leben. Gequält und geschlagen müsst ihr Euer kurzes Leben ertragen. Um dann zu sterben, Euer Herz voller Scherben. Zerbrochen an der Menschenhand, die Euren Tod für sinnvoll fand. Nach Eurer Seele, Eurem Leid, Eurem Schmerz, fragt niemand von ihnen – denn sie haben kein Herz!
Danke für Ihre Aufmerksamkeit.
In diesem Jahr feiert die Universität Freiburg ihr 550 jähriges Bestehen. Gleichzeitig baut die Universität Freiburg in diesem Jahr das größte Tierversuchslabor, das es je in Freiburg gegeben hat. Es ist Teil des Zentrums für Biochemie und molekulare Zellforschung und trägt den Namen „Theoretikum“. Die Gesamtbaukosten belaufen sich auf über 25 Millionen Euro. Es soll Platz für 12.000- 15.000 Tiere gleichzeitig bieten. Das entspricht einer Steigerung von mind. 50% im Vergleich zu den bisher zur Verfügung stehenden Plätzen.
Dieses neue Tierversuchszentrum, das gerne als Fortschritt dargestellt wird, birgt schon den Keim des Misserfolges in sich und ist eigentlich schon von vornherein zum Scheitern verurteilt.
Im neuen Tierversuchszentrum der Universität Freiburg sollen viele Tierversuche im Rahmen der Genforschung gemacht werden. Das bedeutet: Es werden oftmals über mehrere Tiergenerationen hinweg Tiere mit genetischen Auffälligkeiten gezüchtet, die so in der Natur gar nicht vorkommen. Diese sollen dann Auskünfte geben, wie Krankheiten erfolgreich behandelt werden können. Wenn nun im Tierversuch ein Tier über mehrere Generationen gezüchtet wird, bis es einen gewünschten Gendefekt aufweist, so ist dies von vornherein ein völlig unrealistischer Versuch. Es ist ja sozusagen ein künstlich verändertes Tier, das in Wirklichkeit gar nicht vorkommt. Somit ist der Versuch auch ein künstlicher Versuch. Es ist kein Wunder, wenn bei dem Versuch, die daraus gewonnenen Ergebnisse auf den Menschen zu übertragen, völlig unerwartete Nebenwirkungen auftreten.
In einer Zeit, in der die Kritik an Tierversuchen als unwissenschaftliche Forschungsmethode an leidensfähigen Lebewesen gerade auch von Seiten der Wissenschaftler immer lauter wird, ein neues Tierversuchs-Zentrum zu bauen, zeugt davon, dass man die Zeichen der Zeit nicht erkennt. Wissenschaftler kritisieren in den letzten Jahren in vielen Studien, dass die Tiere durch die Versuchstierhaltung psychisch und körperlich geschädigt werden, wodurch die Test-Ergebnisse verfälscht werden. Wird ein Tier zu einem Versuch aus dem Käfig genommen, erleidet es extremen Stress, der sich auf die Körperfunktionen des Tieres noch stundenlang später auswirkt. Auch dadurch können die Ergebnisse von Tierversuchen verfälscht werden. Ferner kritisieren verschiedene Wissenschaftler, dass Tierversuche oftmals gleichzeitig mit der Erprobung am Menschen oder erst im Nachhinein durchgeführt werden. Dadurch wird die Behauptung. Tierversuche dienten dem Schutz des Menschen, weil sie dem Versuch am Menschen vorgeschaltet seien, von den Forschern selbst wiederlegt.
Nun wird auch verständlich, warum immer wieder Wirkstoffe und Medikamente, die in zahlreichen Tierversuchen getestet wurden zu schwersten, oftmals tödlichen Nebenwirkungen beim Menschen führen.
In Freiburg ist man stolz auf die Zusammenarbeit zwischen der Uni und der Pharmaindustrie. Ein großer Pharma-Konzern, der enge Verbindungen zur Uni Freiburg pflegt, musste im Dezember 2006 aufgrund unerwarteter Todesfälle die klinische Studie an einem neuen Medikament abbrechen, das zuvor im Tierversuch ausgiebig getestet wurde. Dies ist leider kein Einzelfall. Man schätzt, dass durchschnittlich alle 10 Min. ein Mensch in Deutschland an den Nebenwirkungen von Medikamenten stirbt, die zuvor im Tierversuch getestet wurden.
Zur Begründung von Tierversuchen spricht man auch gerne davon, dass die Tiere dem Wohl des Menschen geopfert werden müssten, damit die Menschen wieder gesund werden können. Doch das ist ein Trugschluss: Die Zeit der Tieropfer ist vorbei. Die Zeit, in der man glaubte, durch Tieropfer höhere Mächte milde stimmen zu müssen, damit man von Krankheit, Leid und Not verschont bleibt, ist vorbei. Damit ist auch die Zeit der Tierversuche vorbei.
In einer Zeit, in der immer mehr erkannt wird, wie feinfühlig Tiere empfinden und reagieren, in einer Zeit, in der der Tierschutz ins Grundgesetz aufgenommen wurde, in einer Zeit, in der das Versagen der Tierversuche von Seiten der Wissenschaft selbst aufgedeckt wird - in dieser Zeit ist das Ende der Tierversuche angebrochen.
Ich fordere alle Verantwortlichen der Uni und der mit der Uni verbundenen Pharma-Industrie auf, die Tiere als fühlende Lebewesen anzuerkennen, ihr Recht auf Freiheit und Unversehrtheit anzuerkennen und nicht noch mehr Menschenleben aufs Spiel zu setzen. Entsprechend dem Motto der Demonstration „Menschen, esst kein Fleisch“ möchte ich sagen „Menschen, lasst keine Tiere für eure Gesundheit opfern“.
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