 |
|
  |
 
  Demobericht München 2

Am Samstag, dem 2. September 2006, trafen sich in München Urchristen und viele Tierfreunde zahlreicher Tierschutzorganisationen aus dem In- und Ausland zu einer Internationalen Großdemonstration zum Thema:
„Jesus lebte für Menschen und für Tiere. Jesus starb für Menschen – und auch für die Tiere.“
Der aktuelle Anlass für diese Friedensdemonstration war die brutale „Hinrichtung“ des Braunbären Bruno, die einige Wochen zuvor auf Anweisung der Bayerischen Staatsregierung durchgeführt wurde. Der Einladung folgten mehr als 550 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien, Spanien, Frankreich, Polen, Slowenien und Kroatien, die folgende Tierschutzorganisationen vertraten:
Die Anti-Jagd Deutschland, die Tierfreunde Dachau / Riemerling, den Arbeitskreis Tierrechte & Ethik – A.K.T.E., aus Slowenien der Verein für die Befreiung der Tiere und ihre Rechte, aus Italien IOPA (italienische nationale Tierschutzorganisation), LAC (Organisation für die Abschaffung der Jagd), NO ALLA CACCIA (Vegetarische Bewegung für die Abschaffung der Jagd) und die Green Angels aus Polen.
Weitere Vereine, deren Vertreter nicht persönlich anwesend sein konnten, brachten ihre Solidarität und Verbundenheit mit dieser Demonstration durch Grußbotschaften zum Ausdruck. Dazu gehörten aus Deutschland die Unabhängige Tierschutz-Union Deutschlands, die Initiative Jüdischer Tierschutz und der Arbeitskreis für humanen Tierschutz und gegen Tierversuche e.V.;
aus der Schweiz der Verein gegen Tierfabriken, der Verein der Schweinefreunde, der Tierschutzbund Innerschweiz und das Netzwerk: Bildung, Mensch, Tier und Umwelt. The International Organisation of Vegetarians Die Viva! Stiftung und die Ökologische Bewegung - GREEN ANGELS unterstützten uns aus Polen.
Ab 11.30 Uhr trafen sich die Teilnehmer der Demonstration am Sendlinger-Tor-Platz, um die Kundgebungsmittel vorzubereiten und pünktlich um 12.00 Uhr den Demonstrationszug, der u.a. am Viktualienmarkt vorbeiführte, in Richtung Marienplatz in Bewegung zu setzen.
Die unterschiedlichsten Plakate und Transparente zeigten den Passanten am Straßenrand, wofür die Demonstranten eintraten; zusätzlich wurden über drei Lautsprecherwagen verschiedene Spots abgespielt. Einer davon lautete:
„Jesus lebte für Menschen und Tiere. Jesus starb für Menschen - und auch für Tiere.
Der Opfertod Brunos erinnert an das millionenfache Leid der Tiere. Ihre Leiden, ihre Qual muss endlich ein Ende haben! Deshalb: Helft mit, den Mord an Menschen zu beenden! Helft mit, den Krieg gegen Menschen zu beenden! Helft mit, den mutwilligen Mord an Tieren zu beenden! Helft mit, den Krieg in Wald und Flur, in den Schlachthäusern und Laboratorien zu beenden!Schafft Frieden mit Euren Mitmenschen! Schafft Frieden mit den Tieren, der Natur und der Erde! Und: Esst nicht das Fleisch Eurer Mitgeschöpfe! Schließen Sie sich diesem Demonstrationszug an. Kommen Sie zur Abschlusskundgebung um 13.00 Uhr auf dem Marienplatz!“
In einem weiteren Spot wurde darauf hingewiesen, dass wir nicht nur den Tod des Braunbären Bruno anprangern, sondern dass Bruno ein Symbol für viele Tiere ist: „Die brutale ,Hinrichtung’ des Bären Bruno hat Bayern und Deutschland weltweit in Verruf gebracht! Doch Bruno ist kein Einzelfall. Denken wir an Bruno, das Reh; Bruno, das Wildschwein; Bruno, den Hasen.
Allein in Deutschland fallen jedes Jahr 5 Millionen Wildtiere, 4 - 6.000 Hunde und ca. 40.000 Katzen sowie über 40 Menschen den Mordinstrumenten der Jäger zum Opfer. Der Opfertod Brunos erinnert an das Leiden und die Qual dieser Tiere. Und nicht zu vergessen die Millionen Tiere in den gefängnisartigen Ställen und Schlachthäusern und die Millionen Tiere in den Versuchslaboratorien. Ihr Leiden und ihre Qual muss endlich ein Ende haben!“
Live gaben Tierfreunde während des Zuges den Tieren eine Stimme: Sie schilderten im Namen der Tiere, wie das Leiden und die Qual vieler Tiere ganz konkret aussieht. Während des Demonstrationszuges wurde in einem weiteren Spot der Krieg gegen Menschen und Tiere verurteilt: „Wir verurteilen den Krieg gegen Menschen. Wir verurteilen aber auch den Krieg gegen Tiere, denn die Jagd und das Schlachten von Tieren ist ebenfalls eine Form von Krieg!
Schon Leo Tolstoi sagte: Solange es Schlachthäuser gibt, wird es auch Schlachtfelder geben. Weiter sagte Tolstoi: Vom Tiermord zum Menschenmord ist nur ein Schritt! Wenn man Tolstoi wörtlich nimmt, ist es nur eine Frage der Zeit, wann der nächste Schritt erfolgt... Hören wir auf Gottes Wort: Du sollst nicht töten!“
Nicht nur menschliche Stimmen hallten durch die Münchner Innenstadt, auch die von den „Esst kein Fleisch“-Demonstrationen bekannten Spots mit den Schreien der Tiere beim Geschlachtetwerden waren zu hören, verbunden mit den Aufforderungen: „Menschen, esst kein Fleisch!“, „Weg mit den Tierghetto-Wärtern!“ und „Nieder mit den Schlachthöfen!“
Ausgerechnet an diesem Tag durchzog in München das Thema „Gammelfleisch“ die Presse, das Gammelfleisch war sozusagen in aller Munde! So mancher Fleischesser war nun mit der Frage konfrontiert, ob vielleicht das Fleisch, das er vor kurzem aß, bereits ein vier Jahre altes Leichenteil war...
Für die Demonstranten bot diese Tatsache die Gelegenheit, darauf hinzuweisen, dass es sich bei Fleisch, gleich, ob 4 Tage, 4 Wochen oder 4 Jahre alt, immer um einen Tierkadaver handelt, und dass der sicherste Weg, sich vor Gammelfleisch zu schützen, der Verzicht auf Fleisch ist. Und es ist nicht nur für die Menschen die sicherste Methode, sondern vor allem für die Tiere, die dann nicht mehr sterben müssen, nur weil Menschen ihr Fleisch essen!Kurz nach 13.00 Uhr erreichte die Spitze des Demonstrationszuges den Marienplatz. Es dauerte einige Minuten, bis die meisten Teilnehmer der Demonstration ebenfalls auf dem Kundgebungsplatz eintrafen und die Abschlusskundgebung beginnen konnte. Nach der Begrüßung der Teilnehmer wurde auf die Frage eingegangen, die so manchen Passanten, der sich nun auf dem Marienplatz zur Abschlusskundgebung einfand, beschäftigte: Was hat Tierschutz mit Jesus zu tun? Die Urchristen orientieren sich an der Lehre des Jesus von Nazareth, der z.B. sinngemäß sprach: Was ihr dem Geringsten antut, das tut ihr Mir an. - Und wer sind die Geringsten? Sind es nicht gerade die, die in unserer Gesellschaft keine Stimme und keine Rechte haben – die Tiere?
Das Universelle Leben ist gegen jegliche Form des Tötens, denn kein Mensch kann einem Lebewesen – weder Mensch noch Tier – den Atem geben; deshalb hat auch kein Mensch das Recht, einem Lebewesen den Atem zu nehmen. Geht man der Frage auf den Grund, was Jesus mit Tierschutz zu tun hat, dann ist es auch interessant, mehr über den Tierschutzgedanken im jüdischen Glauben zu hören, denn Jesus war Jude. Dank eines Grußwortes der Initiative Jüdischer Tierschutz erfuhren die Demoteilnehmer sowie die Passanten und Touristen auf dem Münchner Marienplatz, dass bereits das jüdische Religionsgesetz, die Halacha, die Jagd verbietet und dass in den fünf Büchern Mose, der Thora, das Jagen als ethisch nicht vereinbar mit dem Leben von Menschen dargestellt wird.
Warum von der Tierliebe Jesu im heutigen christlichen Abendland so wenig bekannt ist, obwohl der Tierschutz bereits im Judentum verankert ist, machte ein Grußwort des Arbeitskreises für humanen Tierschutz deutlich, der aufzeigte, dass die Bibel erst im dritten Jahrhundert zusammengestellt wurde und diese Texte von kirchlich ernannten „Correctores“ verändert wurden.
In der Grußbotschaft hieß es u.a.: „Von grundlegender urchristlicher Aussagekraft des Werkes »Bibel« kann daher keine Rede sein. Nicht vergessen dürfen wir in diesem Zusammenhang die Interpretationen der Kardinäle und Päpste. Gerade diese Bibelakrobaten sind mitverantwortlich dafür, dass das Leben von Abermillionen Tieren zur Hölle wurde und immer noch wird.“Was über die Tierliebe Jesu heute zum großen Teil aus apokryphen Schriften bekannt ist, erfuhren die Teilnehmer der Demonstration von Dieter Potzel, einem evangelischen Theologen, der viele Jahre als Pfarrer gearbeitet hatte, bevor er diese Institution verließ.
(Mehr zu diesem Thema finden Sie unter „Die verheimlichte Tierliebe Jesu“)Der Journalist und Buchautor, Matthias Holzbauer, zeigte in seinem Redebeitrag auf, dass die ersten Christen Vegetarier waren und auch große Kirchenväter die vegetarische Lebensweise vertraten. In den ersten urchristlichen Gemeinden konnten z.B. Soldaten und Jäger nicht eintreten, solange sie diese Berufe ausübten. Matthias Holzbauer berichtete, dass der erste „Ketzer“, den die Kirche hinrichten ließ, bezeichnenderweise ein Vegetarier war. Doch trotz der katholischen Ausmerzungs-Versuche knüpften die
verschiedenen urchristlichen Strömungen immer wieder an die fleischlose Lebensweise an. Während also das Judentum und die ersten Urchristen die Jagd ablehnten, werden die Jäger und die Opfer ihrer Mordlust noch heute in Hubertusmessen gesegnet. Eine Delegation des Bayerischen Jagdverbandes darf bei einer Audienz auf dem Petersplatz im Oktober 2006 sogar in der 1. Reihe stehen, um den päpstlichen Segen zu empfangen. Nach diesem Themenblock trat die AJ-Gang, eine junge Tierrechtsband, in Aktion, die mit ihrem Song „Es ist Zeit“ den Tieren auf musikalische Art und Weise eine Stimme gab.Von Voltaire ist folgendes Zitat überliefert: „Die Jagd ist das sicherste Mittel, das Gefühl der Menschen für ihre Mitgeschöpfe abzutöten.“ Doch zum Glück sind nur wenige Menschen Jäger, so dass sich viele Menschen noch ihr Mitgefühl für die Tiere bewahrt haben. Das kam auch zum Ausdruck bei den Tierfreunden, die nun auf die Bühne traten, um für die Tiere zu sprechen.
Zuerst kam der „Bär Bruno“ zu Wort, der den Passanten ins Gewissen sprach und aufzeigte, dass jedes Tier „Bruno“ ist, und die Menschen aufrief: Hört auf, die Tiere zu töten! Dann sprach ein weiterer Tierfreund, um aus Sicht der Wildtiere auf die Leiden und die Qual bei der Jagd hinzuweisen. Der nächste Sprecher erhob die Stimme für die Schlachttiere in der Massentierhaltung, und ein Arzt sprach für die Versuchstiere, die in den Labors der Menschen unsagbar leiden.
Wiederum gab es eine musikalische Pause, in der die AJ-Gang die Demoteilnehmer und Passanten mit ihrem Song aufforderten: „Mach die Augen auf“. Im weiteren Verlauf der Kundgebung sprach die bekannte Tierschützerin und Journalistin Barbara Rütting. Sie sagte u.a.: „Ich bin überzeugt, wenn Jesus heute leben würde, Er wäre nicht Mitglied in den etablierten Kirchen, sondern Er wäre heute hier bei uns auf dem Marktplatz. Er würde die Labor-türen öffnen. Er würde Tiertransporte stoppen. Und Er würde versuchen, dieses Leid der Tiere zu beenden. - Und dafür würden sie Ihn als Sektenanführer verhöhnen und einsperren.“ Barbara Rütting bezog auch zu weiteren Themen Stellung. Z.B. zum Versagen der Kirchen beim Thema Tierschutz, selbst wenn einzelne Theologen sich für die Tiere einsetzten. Sie brachte ebenfalls den Abschuss des Bären Bruno zur Sprache, der von der Politik von Anfang an geplant war, und die wahre Motivation der Jäger. (gesamter Redebeitrag)
Im Anschluss spielte die AJ-Gang ihr neuestes Stück zu Ehren den Bären, den „Bruno-Blues“. Stefan Eck, von A.K.T.E sprach davon, dass Jesus von Nazareth die Menschen aufforderte, ihre Nächsten zu lieben wie sich selbst, und dass zu diesen Nächsten auch die Tiere gehören.Brigitta Löffler vom Arbeitskreis für humanen Tierschutz schilderte ihren Kampf für die Tiere, den sie innerhalb der Kirche zu führen versucht hatte, der jedoch mit ihrem Austritt endete. Für Renata Löffler zählte nicht so sehr die Blutspur der Kirche in der Vergangenheit, sondern vor allem das Fehlen von wahrer Liebe in der Kirche heute.
Der Tod des Bären Bruno hat Deutschland weltweit in Verruf gebracht, doch weltweit wurden auch Stimmen von Tierfreunden laut, die mit uns die Abschaffung der Jagd forderten oder Grußworte für diese Demonstration schickten. Aus Italien und Polen trafen Grußbotschaften ein, und Botschafter für die spanisch-, englisch- und französischsprechende Welt kamen auf die Bühne, um die weltweite Solidarität der Tierfreunde zum Ausdruck zu bringen. Der slowenische Tierschutzbeauftragte bat die Demonstranten, den Blick nach Slowenien zu richten, wo hundert Bären die Ermordung droht.
Nach all dem Grauen, das an diesem Tag geschildert werden musste, damit Menschen beginnen umzudenken, zeigten die Tierfreunde der Gabriele-Stiftung die Alternative auf: den urchristlichen, friedfertigen Umgang mit der Schöpfung Gottes. Während der Kundgebung konnten sich Demoteilnehmer und Passanten durch vegetarische Sandwisches davon überzeugen, dass Vegi-Fleisch viel leckerer schmeckt als Gammelfleisch. Und an dem aufgestellten Informationstisch fanden rege Gespräche statt... So ging ein kraftvoller Tag für die Rechte der Tiere und für die Rehabilitation des großen Friedensbringers Jesus von Nazareth zu Ende.
... doch nicht, ohne bereits den nächsten Demotermin in Karlsruhe, am 23.09.2006, anzukündigen!
|
  |