Sie sind hier: Startseite > Tiere bitten:
Lasst uns leben!
 > Bestellen,
Aktionen und Informationen
 > Demo-Termine > Demobericht Wiesbaden

Demobericht Wiesbaden



Nachdem Tierfreunde bereits in Frankfurt, Stuttgart, München, Heidelberg, Düsseldorf, Salzburg und Karlsruhe unter dem Motto „Menschen, esst kein Fleisch!“ demonstriert hatten, fanden sich am 28.10.2006 nach Angaben der Polizei über 400 Tierfreunde in Wiesbaden zusammen, um gemeinsam den Tieren eine Stimme zu geben.

Auf die Minute genau zum Beginn der Demo hörte es auf zu regnen, so dass sich der Demonstrationszug pünktlich um 12.30 Uhr vom Mauritiusplatz in Bewegung setzen konnte, um die Wiesbadener Bevölkerung auf das Leid der Tiere aufmerksam zu machen. Dazu dienten – wie schon in den anderen Städten – Spots, die mit Hilfe von Lautsprecherwagen den Demozug beschallten und allen umstehenden Passanten die Möglichkeit gaben, das Anliegen der Tierfreunde nachzuvollziehen.

In einem Spot hieß es z.B.: „Menschen, esst kein Fleisch! Denn: Fleischessen ist grausam! Fleischessen macht krank! Fleischessen führt zu Umweltschäden! Fleischessen verursacht globales Leid!“ Welche Grausamkeit der Fleischverzehr den Tieren bringt, konnten Demoteilnehmer und Passanten erahnen, als das durch Mark und Bein gehende Brüllen eines Rindes im Schlachthof und die Geräusche aus dem Schlachthof durch die Straßen hallten. Um diesem Leid ein Ende zu setzen, treten die Tierschützer für folgende Forderungen ein:

· Verbot des mutwilligen Tier-Tötens (Schlachtung, Jagd, Fischfang, Tierversuche)· Verbot der Nutztierhaltung und Tierausbeutung· Verbot der Fleischwerbung und Einstufung von Fleisch als Genussmittel, wie Alkohol und Nikotin· Anpassung der Krankenkassenbeiträge für Fleischesser· Verbot von Gülle auf den Feldern· Tierschutzunterricht in Schulen

In einem anderen Spot hieß es: „In Deutschland leben 82,5 Millionen Menschen. Demgegenüber wurden über 166 Millionen Nutztiere, also mehr als doppelt so viele, vom Statistischen Bundesamt erfasst, von denen fast alle ein qualvolles Dasein in den Tierghetto-Betrieben fristen!“ Das Statistische Bundesamt hat seinen Sitz in Wiesbaden, doch Zahlen können nicht widerspiegeln, welches unermesslich großes Leiden jedes einzelne Tier erdulden muss, nur weil Menschen Fleisch essen. Die Vorstellung, dass in Deutschland doppelt so viele Schlachttiere wie Menschen leben, macht stutzig, denn von diesen Tieren ist kaum eines je zu sehen. Während des Demozuges gaben Sprecher unseren leidenden Mitgeschöpfen in der Massentierhaltung eine Stimme und schilderten mit eindringlichen Worten das Schicksal der Tiere, vor dem die meisten Mitbürger allzu gern die Augen und Ohren verschließen.

Ein weiterer Spot forderte: „Nieder mit den Schlachthöfen! Knapp 500 Millionen Tiere werden in Deutschland pro Jahr von den Gesellen des Todes (Metzgern) und den Lusttötern (Jägern) mutwillig getötet, um als Kadaver auf den Tellern der Menschen zu landen. Das sind ca. 6 Tiere, die ein Fleischesser pro Jahr auf dem Gewissen hat. Bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 75 Jahren sterben für einen einzigen Kadaveresser 450 Tiere.“

Diese Zahl verdeutlichte jedem fleischessenden Zuhörer, wie groß sein eigener Anteil am Leid der Tiere ist und dass durch den Fleischverzehr ein 450-facher Mord auf seinem Gewissen lastet.

Der Verzehr von Fleisch führt nicht nur bei den Tieren zu unvorstellbarem Leid und Leiden, sondern auch der Mensch schafft sich dadurch so manche Krankheit, unter der er dann selbst zu leiden hat.Während des Demonstrationszuges und auch während der Kundgebung wurden von einem Arzt die gesundheitlichen Folgen des Fleischverzehrs aufgezeigt und dabei auf das Zitat des französischen Dichters und Nobelpreisträgers Romain Rolland hingewiesen, der sagte: „Die Grausamkeit gegen die Tiere und auch schon die Teilnahmslosigkeit gegenüber ihren Leiden ist meiner Ansicht nach eine der schwersten Sünden des Menschengeschlechts. Sie ist die Grundlage der menschlichen Verderbtheit. Wenn der Mensch so viel Leiden schafft, welches Recht hat er dann, sich zu beklagen, wenn auch er selber leidet?“

Nach dem Demozug durch die Wiesbadener Innenstadt fanden sich die Demonstranten zur Abschlusskundgebung wieder auf dem Mauritiusplatz zusammen, in dessen Nähe auch die Kriegsgräberfürsorge mit Blasmusik der Militärkapelle Spenden sammelte.
Welche wirkungsvolle Vorsorge gibt es, um Krieg und damit auch Kriegsgräber zu verhindern? Die Sprecher der Demonstration verwiesen in diesem Zusammenhang auf die Worte von Tolstoi, der davon sprach: „Vom Tiermord zum Menschenmord ist nur ein Schritt und damit auch von der Tierquälerei zur Menschenquälerei.“ Und: „Solange es Schlachthäuser gibt, wird es auch Schlachtfelder geben.“

Gerade in dieser Jahreszeit herrscht in Deutschland Krieg. Es ist der Krieg in unseren Wäldern und auf unseren Feldern: die Jagd auf Wildtiere! Viele Menschen denken bei dem Verzehr von Wildfleisch, das Tier habe ein schönes Leben gehabt, bevor es starb. Wie die angsterfüllte Realität des Lebens der Wildtiere und deren grausamer Tod aussieht, erfuhren die Teilnehmer sowohl während des Demozuges als auch bei der Abschlusskundgebung.

Wenige Tage vor der Demonstration war im Wiesbadener Tagblatt zu lesen, dass während einer Hubertusmesse der Jagdclub-Vorsitzende Manfred Zerbe die Frage stellte: „Wie viele Kinder sehen wohl heute noch ein Tier in freier Natur?“ - ohne darauf einzugehen, dass es die Schuld der Jäger ist, dass Tiere flüchten, sobald sie einen Menschen wahrnehmen. Es ist die Angst um ihr Leben, die die Tiere in die Flucht treibt!Was sagen große Geister zur Jagd? Der 1. Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, Theodor Heuss, beschrieb die Jagd mit folgenden Worten: „Jagd ist nur eine feige Umschreibung für besonders feigen Mord am chancenlosen Mitgeschöpf. Die Jagd ist eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit.“
Was sagen große Geister zur Jagd? Der 1. Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, Theodor Heuss, beschrieb die Jagd mit folgenden Worten: „Jagd ist nur eine feige Umschreibung für besonders feigen Mord am chancenlosen Mitgeschöpf. Die Jagd ist eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit.“

Auch das Thema Gammelfleisch wurde während eines Redebeitrages bei der Abschlusskundgebung aufgegriffen, denn regelmäßig wird in den Medien von neuen Gammelfleischskandalen berichtet. Der bekannte ARD-Redakteur Adrian Peter schreibt in seinem Buch „Die Fleischmafia“, dass Gammelfleischskandale keine Einzelfälle sind. „Diese Einzelfallrhetorik verstellt den Blick auf die tatsächlichen Verhältnisse in der Fleischbranche.“ Die tatsächlichen Verhältnisse in der Fleischbranche werden von Peter in seinem Buch ausführlich beschrieben: „Markus Dieterich von der Gewerkschaft NGG spricht von »einem Menschenhandel, wie wir es von der Prostitution kennen.« »Es hat mafiöse Strukturen«, sagt Bernard Südbeck, Staatsanwalt in Oldenburg...“ Peter schreibt über seine Erfahrungen: „Die Fleischbranche, und davon war ich selbst überrascht, ist in einem Maße für Kriminalität anfällig, wie man es sonst eher aus dem Rotlichtmilieu kennt: Gewerbsmäßiger Betrug, Körperverletzung, illegaler Waffenbesitz, Menschenhandel, Dokumentenfälschungen, Drogenhandel, Brandstiftung sind nur einige der Delikte, auf die ich im Laufe der Jahre bei meinen Recherchen stieß.“ Im Nachwort des Buches „Die Fleischmafia“ ist zu lesen: „Kriminelle Handlungsweisen sind in der Fleischbranche viel verbreiteter, als die tatsächlich zahlenmäßig geringe Anzahl von öffentlich wahrgenommenen Skandalen vermuten lässt. Dazu kommt eine Mentalität, die Rechtsbrüche für Kavaliersdelikte hält. Markus Dieterich von der Gewerkschaft NGG bringt es auf den Punkt: »Der Branche fehlt es an Kultur.«“
Die einzige Kultur, die in der Fleischbranche herrscht, ist die Kultur des Todes, denn wer durch das Töten und den Handel mit Leichenteilen sein Geld verdient, scheint oftmals auch bei anderen Verbrechen kaum Skrupel zu kennen. Doch für die Demonstranten lag der wahre Skandal nicht im Vertrieb von Gammelfleisch, sondern in der Tatsache, dass Menschen fühlende Lebewesen töten, um anschließend ihre Leichenteile zu verzehren.Während der Abschlusskundgebung wurde auch die Alternative aufgezeigt. Einer der Tierbetreuer der Gabriele-Stiftung berichtete von den Tieren, die sie vor dem Schlächter retten konnten und deren wahre, edle Persönlichkeit nun in einem angstfreien Leben immer mehr zutage tritt. Es waren hoffnungsvolle Bilder und Berichte, die all dem Leid, das der Mensch den Tieren zufügt, gegenüberstanden.

Mehrfach wurden an diesem Tag die Demoteilnehmer und alle Wiesbadenerinnen und Wiesbadener, die diese machtvolle Demonstration für die Rechte der Tiere mitunterstützten und miterlebten, mit folgenden Worten ermutigt, mit denen auch die Demonstration beendet wurde:
„Helfen Sie mit, den mutwilligen Mord an Tieren zu beenden!
Helfen Sie mit, den Krieg in Wald und Flur, in den Schlachthäusern und Laboratorien zu beenden!
Schaffen Sie Frieden mit den Tieren, der Natur und der Erde!
Und: Essen Sie nicht das Fleisch Ihrer Mitgeschöpfe!“

Unterschriftenaktion:

Menschen, esst kein Fleisch! Weg mit den Tierghetto-Wärtern! Nieder mit den Schlachthöfen! - Den Tieren helfen, durch Ihre Unterschrift können Sie hier...

 

© 2007 Universelles Leben e.V. • E-Mail: info@universelles-leben.orgImpressum