»Ihr Menschen seid das einzige Lebewesen, das im Erwachsenenalter noch Muttermilch trinkt, noch dazu von einer anderen Art. Und wir? Unsere Kuhmütter werden Jahr für Jahr künstlich besamt, um Kinder zur Welt zu bringen. Denn wie bei euch Menschen kann auch eine Kuh nur nach der Geburt Milch geben. Wir Kälbchen dürfen diese Milch aber nicht trinken, sondern werden kurz nach der Geburt von unserer Mutter weggenommen. Sie ruft nach uns, und wir Kälbchen rufen nach unserer Mutter; doch ihr kennt kein Erbarmen. Mit sog. Milchaustauschern zieht ihr uns Kälbchen auf, bis wir nach wenigen Monaten zum Schlächter gezerrt werden, um als zartes Kalbfleisch auf den Tellern der Menschen zu landen. Unsere Mütter sehen wir meistens nicht mehr, außer uns ereilt das gleiche Schicksal, als Milchkuh dahinzuvegetieren. Das bedeutet, jedes Jahr ein Kind auszutragen, das uns gleich nach der Geburt weggenommen wird. 6 bis 8 Wochen nach der Geburt werden wir erneut besamt. Während sich in unserem Körper ein neuer Embryo entwickelt, werden wir täglich gemolken. Diese Doppelbelastung zehrt an unserem Organismus, so dass wir meist nach wenigen Jahren die Leistung nicht mehr bringen können oder krank werden. Wenn wir für euch nicht mehr produktiv genug sind, enden wir ebenfalls beim Gesellen des Todes, dem Schlächter.«