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Pressespiegel 2004 - 2005:
Fleischessen ist grausam



Inhalt dieser Seite:

Kritik an Subventionen für Viehtransporte

Zwei Stiere aus Schlachthaus geflüchtet

Im Supermarkt der Katzen-Quäler

Tier-Transporter gestoppt: 97 Schweine tot

Stier tötet Landwirt in Südhessen

Veterinäramt löst Schafherde in Gamshurst auf

Ein Schuss beendete den langen "Ausflug"

Autsch! Forelle, Aal und Co. gelten als kalt und gefühllos. Falsch behaupten Tierschützer und Forscher. Ein Streit um des Fisches Schmerz.

Polizisten mussten Kuh erschießen

Tierzucht: Das Leiden der Lämmer

Rind auf dem Weg zum Schlachthof abgehauen

»Report Mainz«: Kadaver in niederbayerischen Legebatterien

Tierschützer fordern bessere Lebensbedingungen für «Osterhasen»

Zwei Jungstiere rissen aus

Wer rettet meine Schafherde? - Landwirt im Erzgebirge ist verzweifelt

Vom Schlachthof heim in den Stall

Entlaufener Stier verursachte Straßensperre in Graz

Die Weide der gequälten Kälbchen

Über 125 Schafe verendeten in Eis und Schnee

Ein grausamer Nebeneffekt - Forscher arbeiten immer öfter mit 
Zellkulturen als Ersatz für Tierversuche. Und so boomt der Absatz 
von "Fötalem Kälberserum" - bei dessen Gewinnung ebenfalls Tiere
leiden müssen. Künstliche Nährmedien wären eine Alternative.

52 Millionen Euro Steuergelder für brutale Kälber-Transporte - Wir 
finanzieren diese Quälerei

CDU-Politiker ließ Lämmchen frieren

Bauer als Tierquäler – Rund 100 Schweine verhungern lassen

Deutsches Tierhilfswerk e.V. schockiert über EU-Beschluss!

Bauer von Stieren zu Tode getrampelt

Zuchtbulle tötete Landwirt

Polizei sucht Bullen – Schlachttier zieht Leben im Wald vor

Stoppt diese Tierquälerei! - Eingepfercht, misshandelt, ohne 
Wasser  so werden Woche für Woche Pferde durch halb Europa 
transportiert. Das Ziel: Schlachthöfe in Italien und Frankreich.

Landwirt offenbar von Bulle erdrückt

21-Jähriger getötet - Tragischer Unfall beim Verladen eines Stiers

Kuh geht auf Bäuerin los

Stier attackiert Bauern

Präventionsangriff - Hase beißt Jäger

Überlebenskampf - Fisch gewinnt – Angler tot

Kritik an Subventionen für Viehtransporte

Yahoo-Nachrichten, 03.10.2005

Zum Welttierschutztag am (morgigen) Dienstag haben Tierschützer ein Ende der staatlichen Subventionen für ihrer Ansicht nach qualvolle Viehtransporte in Europa gefordert. Für Lebendtiertransporte in Länder außerhalb der EU werden nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes allein in diesem Jahr voraussichtlich 77 Millionen Euro gezahlt, mehr als in den Jahren zuvor. «Wir fordern ein Ende der Subventionen (..) und auch ein Ende der Qual», erklärte Verbandspräsident Wolfgang Apel am Montag in Bonn.
Insgesamt werden den Angaben zufolge jährlich mehr als 360 Millionen Tiere, Geflügel nicht eingeschlossen, über Europas Straßen «gekarrt». Oft seien die Tiere auf engem Raum zusammengepfercht und hohen Temperaturen ausgesetzt. So würden jährlich mehr als 200.000 Rinder «unter unsäglichen Bedingungen» bis in den Nahen Osten transportiert. Die Importeure erhielten durchschnittlich 231 Euro pro Rind.
Die auch aus Norddeutschland stammenden Schlachtrinder gingen per Lastwagen in weit entfernte Mittelmeerhäfen, um dann unter grausamen Bedingungen per Schiff in den Libanon, nach Ägypten oder Marokko transportiert zu werden. «Ich habe das Leid der Tiere im Hafen von Sète bei Marseille und Beirut in diesen Wochen erneut selbst gesehen», erklärte Apel. Dass eine solche Qual mit Steuergeldern unterstützt werde, sei «unfassbar»...

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Zwei Stiere aus Schlachthaus geflüchtet

Bauernzeitung.ch 21.06.2005

Während der eine Stier schnell wieder eingefangen wurde, ist der zweite Stier immer noch in Freiheit. Die Polizei warnt: Das Tier ist aggressiv und gefährlich.
Die Stiere seien am Montagmorgen kurz nach 6.00 Uhr aus dem Schlachthaus geflüchtet, teilte die Polizei mit. Ihr und weiteren Helfern gelang es, eines der Tiere auf einer Kreuzung beim Autobahnende wieder einzufangen.
Das zweite Tier flüchtete auf das Werkareal einer Deponie - und von dort aus in unbekannte Richtung. Laut der Polizei könnte sich der Stier möglicherweise bei Kühen auf einer Weide aufhalten oder sich in einem nahen Wald verstecken...

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Im Supermarkt der Katzen-Quäler

B.Z., 21.05.2005

Seit dem Wirtschafts-Boom hat China eine eklige Luxus-Speise wiederentdeckt: das Fleisch junger Kätzchen
Ihre kleinen Gesichter pressen sich gegen das feine grüne Netz. Die kleinen Wollknäuel maunzen um ihr Leben. Doch hier in Guangzhou, auf Chinas größtem Katzenfleisch-Markt, kennt man keine Gnade. Eingefangen in grünen engmaschigen Netzen werden die Miezen herumgestoßen wie Reissäcke. Die kleinen Katzen werden ihre letzten Tage ihres Lebens in dem Hinterhof eines Restaurants verbringen. Hier kommen sie auch auf die Schlachtbank, bevor sie den Gästen als Spezialität des Hauses serviert werden.
Seit dem Boom steigt die Nachfrage Die Nachfrage nach Katzen-Fleisch hat enorm zugenommen, seit in China der Wirtschafts-Aufschwung begann. Immer mehr Chinesen sind jetzt in der Lage, sich den Ekel-Luxus einer Katzen-Mahlzeit zu gönnen. Der in China traditionsträchtigen Speise wird nachgesagt, dem Blutdruck - und der Libido - auf die Sprünge zu helfen. Und die Nachfrage ist so groß, daß sogar junge, wenige Wochen alte Kätzchen zum Verkauf an die Restaurants angeboten werden. Zhou Jian Zheng ist einer der Katzenverkäufer auf dem Markt von Guangzhou. Zhou allein verkauft jede Woche zwischen 2000 und 2500 Kilo Katzen-Fleisch - das entspricht 2000 Katzen. "In diesem Jahr machen wir wirklich ein gutes Geschäft", erzählt er lächelnd, "letztes Jahr, als die zweite SARS-Welle durch China zog, habe ich nicht mal die Hälfte davon verkauft. Wir kommen mit der Nachfrage kaum hinterher, müssen immer jüngere Katzen kaufen."
Die Tiere werden auf Bauernhöfen in den ländlichen Gegenden Süd-Chinas aufgezogen: Viele Haushalte hier halten sich im Durchschnitt zehn bis 20 Katzen; sie werden mit Reis und Gemüse gemästet, bevor sie an die Katzenfänger verkauft werden. Ein Sack mit 20 Tieren kann leicht einen Profit von bis zu 200 Yuan (ca. 30 Euro) oder mehr einbringen - ein willkommenes Zubrot, verdient doch ein chinesischer Bauer meist nicht mehr als 2000 Yuan im Jahr. Die Katzenfänger verkaufen die Tiere dann an die Markthallenbesitzer in den großen Städten weiter. Viele der Miezen kommen aus den Dörfern 200 und 500 Kilometer nördlich von Guangzhou, aus den armen Provinzen Guangxi und Hunan.
Händler Zhou verkauft eine 3-Kilo-Katze für 9 Yuan und Katzen-Babys für 4 Yuan. "Die großen Katzen sind besser zum Kochen, weil einfach mehr Fleisch dran ist. Katzen-Babys sind zarter, aber natürlich auch knochiger." Während Zhou erzählt, wiegt einer seiner Helfer einen Sack randvoll mit Katzen - das ganze Netz kommt auf über 60 Kilo. Etwa 50 Katzen sind hier gefangen, miauen hilflos um ihr Leben. Als der Käufer, ein Mann namens Jiang, das Bündel in einen abgedunkelten zweiten Sack steckt, hört das Schreien sofort auf. Jiang wird die Tiere ins 60 Kilometer entfernte Xitang, einer Stadt im Delta des Perlenflusses, bringen. Dort besitzt sein Bruder ein Restaurant, das sich auf Katzen-Gerichte spezialisiert hat. "Das Fleisch ist gefragt wie nie", erklärt Jiang grinsend.
Katzen-Pfoten & Schlangen-Brocken Auch in Guangzhou gibt es solche Lokale. Eines von ihnen ist das "Katzen-König"-Restaurant. Eine Neon-Reklame verspricht "kreative Küche und delikate Mahlzeiten". Es ist Freitagabend, und das Lokal ist rappelvoll. Um die runden Tische herum sitzen die Gäste, in der Mitte steht ein dampfender runder Kochtopf. Laut Fräulein Xu, einer der Kellnerinnen, heißt das beliebteste Gericht "Drache, Tiger und Phoenix" - ein Gemisch verschiedener Fleischarten: Katzen-Pfoten stehen für den "Tiger", dazu gibt es Schlange-Brocken (den "Drachen") und Hühnchen steht für den "Phoenix". Vor allem Männer sind heute abend im "Katzen-König" zu Gast, sie glauben daran, daß Katzen-Fleisch gut für die Libido ist und auch das Leben verlängern kann. Kein Wunder, das das Lokal mit dem Slogan wirbt: "Essen Sie "Drache, Tiger und Phoenix' - dann sind Sie und ihre Freunde gewappnet für eine heiße Nacht in Guangzhou..."

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Tier-Transporter gestoppt: 97 Schweine tot

neumarktonline, 18.05.2005

Bei der Kontrolle eines Tiertransporters fanden Polizisten am Mittwoch 97 elend verendete Mastschweine auf der Ladefläche!
Gegen 05.30 Uhr wurde die Verkehrspolizeiinspektion Passau von Mitarbeitern der dortigen Rastanlage verständigt, dass auf dem Parkgelände ein Tiertransporter mit lebendigen Schweinen steht, deren Tiere laut quieken und lärmen.
Bei der sofortigen Überprüfung des Tiertransporters stellten die Beamten der Verkehrspolizeiinspektion Passau fest, dass auf dem Tiertransporter mit dänischer Zulassung laut Gesundheitszeugnisse der dänischen Verladestelle insgesamt 639 Mastläufer aufgeladen sind. Die beiden Fahrer, zwei polnische Staatsangehörige im Alter von 34 und 42 Jahren, gaben an, den beladenen Sattelzug am 17.Mai um 12 Uhr in Prasto/Dänemark übernommen zu haben. Anschließend sind die beiden mit den Tieren von Dänemark über Puttgarden – Berlin – Regensburg zur Rastanlage Donautal-West ohne Pause durchgefahren und hier am 18.Mai um 02.30 Uhr eingetroffen.
Von den Beamten wurde das Veterinäramt des Landratsamtes Passau zur Kontrolle hinzugezogen. Bei der Wiegung des Tiertransporters in Pfenningbach stellten die Beamten fest, dass das zulässige Gesamtgewicht des Tiertransporters insgesamt 45 Tonnen betrug und somit um 5.280 kg überschritten war. Entsprechend dem zulässigen Gesamtgewicht waren rund 130 Schweine zuviel auf dem Transporter aufgeladen. Aus Gründen des Tierschutzes wurde der Tiertransporter durch Polizei und Veterinäramt zum Empfänger, einem Mastbetrieb im Landkreis Passau, begleitet. Dort wurde der Tiertransporter in Anwesenheit der Beamten entladen.
Bei der Entladung der oberen Boxen des Tiertransporters wurden insgesamt 97 tote Mastläufer aufgefunden. Als vorläufige Todesursache wurde vom Veterinäramt ein Ersticken der Tiere in Folge des Platzmangels festgestellt. Nach den Tierschutztransport-Vorschriften war der LKW um ca. 25 Prozent überladen. Die toten Tiere wurden von der Tierkörperbeseitigungsanstalt Plattling entsorgt.
Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Passau wurden gegen die beiden polnischen Fahrer Ermittlungen wegen Verstößen nach dem Tierschutzgesetz eingeleitet. Die Einvernahmen der beiden Fahrer dauern derzeit an. Die Ermittlungen werden im Anschluss auch gegen Verantwortliche des dänischen Transportunternehmens ausgedehnt.

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Stier tötet Landwirt in Südhessen

Yahoo-Nachrichten, 17.05.2005

Ein Stier hat im südhessischen Dreieich mit seinen Hörnern einen 63-jährigen Landwirt getötet. Wie das Polizeipräsidium Offenbach berichtete, hatte der Bauer am Dienstag gegen 09.40 Uhr versucht, das Tier aus dem Stall zu führen, um es zu verladen. Dabei habe der Stier dem 63-Jährigen seine Hörner in den Bauch gerammt.
Nach Polizeiangaben gelang es dem schwer verletzten Landwirt noch, den Stier in den Stall zurück zu führen. Dann habe er seine Frau informiert. Ein Notarzt habe den Rettungshubschrauber angefordert. Für den 63-Jährigen sei jedoch jede Hilfe zu spät gekommen. Der Mann sei noch auf dem Hof seinen schweren Verletzungen erlegen.

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Veterinäramt löst Schafherde in Gamshurst auf

Baden Online, 06.05.2005

Mitarbeiter des Veterinäramtes haben am Mittwoch eine Schafherde in Achern-Gamshurst aufgelöst. Nach Informationen des Landratsamtes hat sich der Schafhalter geweigert, die Herde aufzugeben, obwohl ihm das Halten der Tiere seitens des Landratsamtes untersagt worden war. Vor dem Verwaltungsgerichtshof in Mannheim zog der Halter den Kürzeren. Rund 100 Schafe sind jetzt bis zu ihrem Verkauf auf einen Tierbetrieb überstellt worden.
Der Schafhalter hat nach Angaben der Kreisverwaltung in grobem Maße gegen das Tierschutzgesetz verstoßen. Die Herde wurde hinter einem Bauzaun auf einer fünf bis zehn Zentimeter hohen Morastfläche gehalten. Alle Tiere befanden sich in einem äußerst schlechten Zustand. Die Schafe waren bis über die Bauchhöhe verkotet und stark abgemagert. Alle Futterkrippen waren leer. Auch Futterreste waren nicht vorhanden. Einige Schafe konnten sich nur mit Mühe auf den Beinen Halten. Ein Schaf lag in einem Wassergraben. Es konnte sich trotz der Hilfe des Amtstierarztes nicht mehr erheben und musste vor Ort getötet werden. In der Nähe der Einzäunung lagen weitere sechs tote Schafe übereinander.

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Ein Schuss beendete den langen „Ausflug“

Fuldaer Zeitung, 22.04.2005

Kuh war vier Monate weg / Kalb ist wohlauf
Das Tier verfügte über einen beeindruckenden Freiheitsdrang: Am 4. November vergangenen Jahres lief eine zweijährige, trächtige Kuh dem Landwirt Jürgen Philippi aus Bernshausen bei Schlitz davon. Vier Monate und fünf Tage war sie verschwunden.
Zwischenzeitlich, immerhin im kalten Winter, kalbte das Tier sogar. Und das Beste: Das Kalb überlebte. Doch die Geschichte, die kürzlich der „Schlitzer Bote“ veröffentlichte, endete für die Kuh traurig: Ein Waidmann beendete den Irrweg des Tieres nämlich mit einem gezielten Schuss.
Zur Vorgeschichte: Die Kuh war dem Bauern beim Weideabtrieb ausgebüchst. Sie watete zunächst durch die Schlitz und danach über die Landesstraße und suchte sich über die Schlitzbrücke bei Ützhausen den Weg in das Waldgebiet des Sengersberges. Alles Suchen vieler Beteiligter war vergeblich und selbst eine Treibjagd blieb zunächst erfolglos. Im hohen Schnee legte der Landwirt Futter aus, und tatsächlich gelang es, das Rind über eine längere Periode an ein Revier am Jungholzberg zu gewöhnen. Doch einfangen ließ es sich nicht.
Das Ende aber ist bekannt: Ein Jäger nahm die Kuh auf die Hörner und beendete mit einem Schuss das Abenteuer „Freiheit“.
Das Kalb indes befindet sich gesund und wohl behütet im warmen Stall von Bauer Philippi in Bernshausen.

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Autsch!

Facts Online, 13.04.2005

Forelle, Aal und Co. gelten als kalt und gefühllos. Falsch, behaupten Tierschützer und Forscher. Ein Streit um des Fisches Schmerz.
Für Kinder ist es selbstverständlich, spätestens seit «Findet Nemo » im Kino lief: Fische haben Gefühle wie viele andere Kreaturen auch. Wütend, traurig, mutig und am Schluss glücklich mit seinem Papa vereint, ist Clownfisch Nemo zur Ikone des empfindsamen Fischs geworden. Auch der Schmerz kommt vor: Als Nemos Vater in einen Quallenschwarm gerät, tut es ihm höllisch weh an den Flossen.
Nun ist «Nemo» nur ein Trickfilm, der nach bewährtem Disney-Muster menschliches Verhalten auf Tiere projiziert. Im richtigen Leben gelten Fische als kalt und gefühllos, schon nur wegen ihres starren Gesichtsausdrucks. Wie aber verhält es sich tatsächlich: Sind Fische fähig, Schmerzen zu empfinden? «Leidet» ein Fisch, wenn sich durch seine Lippen der Angelhaken bohrt oder wenn er, zusammen mit Tausenden von Artgenossen, in das Netz eines Hochseetrawlers gezwängt wird?
Unter Wissenschaftlern tobt zu dieser Frage momentan ein heftiger Streit, sekundiert vom Tierschutz auf der einen und von der Fischereilobby auf der anderen Seite. Dass Säugetiere unter misslichen Umständen leiden, steht heute wissenschaftlich ausser Frage. Um das Gefühlsleben der Fische hingegen hat sich die Forschung während Jahrzehnten nicht gekümmert. Auch die Gesetzgeber foutierten sich. «Im Schweizer Tierschutzgesetz sind Fische die einzige Wirbeltiergruppe, für die noch keine detaillierten Vorschriften festgeschrieben sind», sagt Rolf Frischknecht vom Bundesamt für Veterinärwesen (Bvet).
Ein enorm fähiges Wirbeltier
In der laufenden Gesetzesrevision wird das jetzt nachgeholt. Die Arbeitsgruppe «Tierschutz bei Fischen» des Bvet hat den Auftrag, die Schutzbedürfnisse bei Fischen und Krebstieren zu definieren. Denn aus der Forschung mehren sich die Indizien, dass Fische keineswegs die empfindungslosen Tiere sind, für die wir sie halten. Immer mehr wird der Fisch als enorm fähiges Wirbeltier gesehen, das nicht nur über hoch entwickelte Sinne für seine Umwelt verfügt – mit denen ein Hecht zum Beispiel über grosse Distanzen seine Beute wahrnimmt –, sondern auch über anatomische Strukturen zur Schmerzwahrnehmung. Ähnlich wie beim Menschen sitzen unter seiner Hautoberfläche Nervenenden, die einen Schmerzreiz aufnehmen können. Solche Schmerzrezeptoren wurden etwa bei Plötzen, Regenbogenforellen, Aalen oder Karpfen gefunden. Aber: Bedeutet das automatisch, dass Fische den Schmerz auch wahrnehmen?
«Eindeutig Ja», meint Lynne Sneddon von der Universität Liverpool. Die schottische Zoologin war 2003 eine der Ersten, die anhand von elektrophysiologischen Messungen zeigen konnten, wie Fische auf Schmerz reagieren. Sie fügte Forellen eine Reihe von unangenehmen Reizen zu: Druck auf den Kopf, plötzlicher Temperaturanstieg oder mit Säure versetztes Wasser. «Diese Einflüsse lösten bei den Schmerzrezeptoren Impulse aus», sagt Sneddon, «zudem reagierten die Tiere mit länger anhaltendem anormalem Verhalten.» In einem erst kürzlich publizierten Experiment ging die Zoologin noch weiter: Sie spritzte einer Gruppe von Regenbogenforellen Bienengift unter die Haut, eine Kontrollgruppe erhielt lediglich harmlose Salzlösung injiziert.
Während sich die Kontrollgruppe weiterhin normal verhielt, zeigten die mit Bienengift gestochenen Forellen heftige Reaktionen: Sie hörten für drei Stunden mit Fressen auf, wiegten sich von einer Seite auf die andere und rieben ihre Lippen am Kies oder an den Glasscheiben des Aquariums. Der Puls der geplagten Tiere stieg aufs Doppelte an, als ob sie hyperventilierten. «Es könnte sich dabei um Strategien handeln, um mit dem Schmerz zurechtzukommen», sagt Sneddon. Als sie den Tieren nach drei Stunden Morphium verabreichte, normalisierte sich ihr Zustand schlagartig – für die Zoologin ein weiterer Beweis, dass die Fische unter dem Einfluss des Giftes gelitten hatten.
Der Amerikaner James Rose von der Universität Wyoming hält diese Schlussfolgerungen für Unfug. «Fische können keinen Schmerz empfinden», stellt er fest – und redet dabei Heerscharen von Hobbyanglern und Berufsfischern beidseits des Atlantiks das Wort. Roses Hauptargument: Die Verhaltensweisen der Fische seien nichts anderes als reflexartige Reaktionen auf schmerzhafte Stimuli, ausgelöst von den Nervensystemen in Hirnstamm und Wirbelsäule. «Diese Reaktionen haben aber mit dem bewussten Erleben von Schmerz nichts gemeinsam», behauptet Rose, denn: «Das Schmerzerlebnis wird von der Grosshirnrinde verarbeitet – und die fehlt bei Fischen.» Schmerz sei ein «psychologisches Erlebnis», zu dem im Grunde nur der Mensch mit seiner hoch entwickelten Grosshirnrinde fähig sei, allenfalls noch Primaten. Dem Rest der Tierwelt gesteht Rose kein Schmerzempfinden zu.
Schmerzforscherin Sneddon kontert: Nur weil ein Fisch kein Grosshirn habe, bedeute das noch lange nicht, dass er keinen Schmerz empfinde. In ihren aktuellen Experimenten will sie zeigen, wie Schmerz im Hirn eines Fisches verarbeitet wird. Der Tierschutz wirft Rose Kurzsichtigkeit vor: Nur das als Schmerz zu bezeichnen, was der Mensch bewusst so wahrnehme, sei ein Fehlschluss. «Zu dumm, dass wir den Fisch nicht verstehen, wenn er ‹aua› sagt», meint Heinzpeter Studer von der Organisation Fair-Fish.
In Schweizer Seen und Flüssen werde vergleichsweise human gefischt, sagen die Fischer. Sie verteidigen die Prinzipien einer «nachhaltigen, möglichst schonenden» Fischerei, der Leidensweg eines Fisches sei möglichst kurz zu halten. Trotzdem ortet der Schweizer Tierschutz Handlungsbedarf. Er setzt sich unter anderem für ein Verbot von Lebendködern ein – womit nicht etwa Würmer oder Fliegen gemeint sind, sondern kleine Fische, die auf den Haken gespiesst und als Lockmittel verwendet werden.
Doch solche Praktiken sind harmlos im Vergleich zur Meeresfischerei. Die dort angewandten Methoden – Schleppnetze, Erstickenlassen der Fische – haben mit einem «korrekt gefischten Fisch» gemäss Schweizer Kodex nichts gemein. Sollte sich bestätigen, dass Fische tatsächlich leidensfähig sind, wurde an einer Konferenz über Tierbewusstsein in London kürzlich festgestellt, «dann könnte die gesamte Fischindustrie zusammenpacken ». Und manch ein Vegetarier, der auf Fleisch vom Rind oder Schwein verzichtet, sich aber Forelle à la meunière schmecken lässt, wird sich eines Besseren besinnen.

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Polizisten mussten Kuh erschießen

Frankenpost Online, 06.04.2005

...Die Kuh war einem Metzger aus Schwarzenbach am Wald am Montagnachmittag auf dem Weg zur Schlachtbank entlaufen. Das Tier hatte aber wohl sein Schicksal erkannt und zog es nun vor, sich loszureißen und wegzurennen. Es kam sogar einige Kilometer weit.
In der Nähe von Schübelhammer, an einem Steilhang nahe der B 173, entdeckte der Metzger das Tier wieder. Da die Kuh nun aggressiv geworden war und die Gefahr bestand, das Tier könnte auf die stark befahrene Bundesstraße laufen, musste die Polizei eingreifen. Die Beamten wollten in Erinnerung an den tödlichen Unfall im Herbst vergangenen Jahres bei Selbitz kein Risiko eingehen und sperrten deshalb die Straße. Die Kuh wollte sich nicht einfangen lassen und musste schließlich mit mehreren Schüssen erlegt werden.

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Tierzucht

FAZ.NET, 27.03.2005

Das Leiden der Lämmer
Lämmer sind im Frühjahr besonders süß. Aber leider sind die jungen Schafe auch sehr anfällig für die verschiedensten Krankheiten. Besonders bekannt und bei Züchtern gefürchtet ist die Traberkrankheit.
Die Traberkrankheit
Auch Scrapie genannt (von engl.: to scrape, kratzen), ist eine übertragbare Hirnerkrankung (transmissible spongiform Enzephalopathy, TSE). Sie entspricht BSE bei Rindern und der neuen Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit beim Menschen. Im Hirngewebe von Scrapieschafen findet man Ablagerungen von körpereigenem Eiweiß, dem Prionprotein (PrP). Die Eiweiße sind im Falle von TSE allerdings verändert und vermutlich identisch mit den Erregern der Krankheit, den Prionen.
Wie genau Prionen entstehen und wie sie sich im Körper vermehren, ist nicht bekannt. Schafe können spontan erkranken oder sich bei anderen Tieren infizieren - zum Beispiel bei der Geburt. Die Krankheit bricht aber erst drei bis fünf Jahre nach der Infektion aus.
Besonders anfällig
Bei der Anfälligkeit für Scrapie spielt vermutlich das PrP-Gen eine zentrale Rolle. Es besteht aus rund 20.000 DNA-Bausteinen. Jeweils drei dieser Bausteine liefern den Code für eine bestimmte Aminosäure im Prionenprotein. Ändert sich dieser genetische Code in nur einem Baustein, wird an der entsprechenden Stelle des Proteins meist auch eine andere Aminosäure eingebaut, was dazu führt, daß es sich leichter in die krankhafte Form umwandeln kann.
Drei Aminosäuren sind beim Prionprotein der Schafe besonders wichtig: Alanin, Glutamin und Asparagin. Diese ursprüngliche Kombination wird mit den Buchstaben ARQ abgekürzt. Neuere Schafrassen haben oft andere Aminosäurekombinationen, zum Beispiel ARR oder VRQ. Da jedes Prionprotein-Gen doppelt vorliegt, sind bei der Vererbung verschiedene Kombinationen möglich, je nachdem, welches Gen das Tier von der Mutter und vom Vater bekommt.
Fünf Risikogruppen
Fünf Risikogruppen hat man aus den bisher bekannten Varianten ermittelt. Gruppe eins umfaßt Tiere mit einem niedrigen Erkrankungsrisiko, in Gruppe fünf findet man Tiere mit hohem Risiko. Eine EU-Verordnung aus dem Jahre 2003 bestimmt, welche Schafe noch gezüchtet werden dürfen.
Zunächst ging man davon aus, daß Schafe mit der Variante ARR/ARR immun gegen Scrapie seien, anders als zum Beispiel Schafe mit der Variante ARH/VRQ. Aufgrund dieser Vermutung wurden nur noch Böcke mit der Kombination ARR/ARR zur Züchtung zugelassen. Mittlerweile sind aber auch einige der vermeintlich resistenten Schafe an Scrapie erkrankt.

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Rind auf dem Weg zum Schlachthof abgehauen

Espace.ch, 23.03.2005

Ein Spontanausflug hat in Brislach BL einem Rind vorübergehend das Leben gerettet: Auf dem Weg zum Schlachthof büxte das Hornvieh aus und machte die Strasse unsicher. Es wurde wieder gefasst und zur Beruhigung nach Hause gebracht.
Das eigensinnige Nutztier bescherte um 09.19 Uhr der Alarmzentrale der Baselbieter Polizei einen Notruf, wie diese am Nachmittag mitteilte. Der Anruf besagte, dass ein Rind auf der Hauptstrasse von Breitenbach SO in Richtung Brislach BL presche und dabei eine Gefahr für den Verkehr bedeute.
Das Rind hatte beim Abliefern zur Schlachtbank in Büsserach SO das Weite gesucht. Auf seiner Flucht bis kurz vor die Gemeindegrenze zu Zwingen BL habe das Tier mehrere Personen gefährdet, schrieb die Polizei weiter.
In Brislach blieb das Tier schliesslich im Bach Lüssel stehen, wo es eingefangen wurde. Noch bevor der aufgebotene Tierarzt vor Ort eintraf, gelang es der Polizei und dem Tierhalter, das Tier in einen Viehanhänger zu verfrachten. «Zur Beruhigung» sei es dann zurück in seinen gewohnten Stall gebracht worden.

 

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«Report Mainz« Kadaver in niederbayerischen Legebatterien

Yahoo-Nachrichten, 21.03.2005

...Das ARD-Politmagazin hatte zuvor vorab berichtet, in den beiden Betrieben habe es erhebliche Verstöße gegen das Tierschutzgesetz und Hygienevorschriften gegeben. Die Staatsanwaltschaft Straubing habe die Ermittlungen aufgenommen. Die Videoaufnahmen aus den beiden Betrieben zeigen demnach «viele, extrem verweste Hühnerkadaver» in den Käfigen.
Noch lebende Hühner pickten in ihre toten Artgenossen hinein, hießt es dem Bericht zufolge weiter. In manchen Käfigen seien bis zu sieben Hühner in «qualvoller Enge» zusammengesperrt...
Der bayerische Umweltminister Werner Schnappauf (CSU) reagierte auf die Aufnahmen empört. «Es ist an Scheußlichkeit, an Abscheulichkeit, an Ekelerregendem nicht zu überbieten», sagte er dem Politmagazin. Dass Menschen so etwas verantworten könnten, sei für ihn unvorstellbar. Der Minister forderte, gegenüber den Verantwortlichen «die ganze Härte des Gesetztes» anzuwenden...

 

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Tierschützer fordern bessere Lebensbedingungen für «Osterhasen»

Yahoo-Nachrichten, 21.03.2005

Kurz vor Ostern haben Tierschützer bessere Lebensbedingungen für Kaninchen gefordert. Die typische Haltung der Mastkaninchen sie mit der Qual der Legehennen in den Käfigbatterien vergleichbar, kritisierte der Tierschutzbund am Montag. Sein Präsident Wolfgang Appel appellierte an die Verbraucher: «Vorerst gilt: Verzichten Sie auf den Kaninchenbraten.» Etwa 30 Millionen Kaninchen werden nach Angaben der Tierschützer in Deutschland pro Jahr verzehrt. Vor allem in der Osterzeit stehe der Braten auf dem Speiseplan.
Doch das Leben der «Osterhasen» sei alles andere als eine Idylle, mahnten die Tierschützer. Die Tiere würden in Drahtgitterkäfige eingepfercht, in denen sie aller artgerechten Verhaltensweisen beraubt seien. «Es gibt kein Hoppeln, es gibt kein Männchen machen», rügten die Tierschützer. Die Folgen seien Verkrümmungen der Wirbelsäule und Gelenkprobleme. Der Drahtgitterboden verursacht außerdem schmerzhafte Pfotengeschwüre und Ballenverletzungen. Das mangelnde Platzangebot führe zu Verhaltensstörungen.
Aus Sicht der Tierschützer verstoßen die Haltungsbedingungen der Kaninchen in Drahtgitterkäfigen gegen das geltende Tierschutzgesetz. Der Gesetzgeber müsse endlich eine Haltungsverordnung für Kaninchen erlassen, verlangte die Tierrechtsorganisation PETA.

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Zwei Jungstiere rissen aus

NÖN - Niederösterreichische Nachrichten, 15.03.2005

Zwei junge Rinder entkamen am Samstag aus einem Bauernhof in Wulkapodersdorf. Bisher gelang es nicht sie wieder einzufangen.
Zwei Jungstiere, die am Samstag am Nachmittag in Wulkaprodersdorf (Bezirk Eisenstadt - Umgebung) von einem Bauernhof ausbüxten, schafften es seither, ihre Verfolger auf Distanz zu halten. Nachdem Versuche, die Tiere einzufangen, scheiterten, gab der Besitzer zwei Jägern die Erlaubnis zum Abschuss. Am Sonntag wurde die Suche wieder aufgenommen, die Ausreißer blieben allerdings vorerst verschwunden.
Die Jungstiere hatten sich zunächst in Richtung Zagersdorf aus dem Staub gemacht. Am Samstagnachmittag versuchten Gendarmerie und die örtliche Feuerwehr gemeinsam mit dem Besitzer mehrere Stunden lang ohne Erfolg, die Tiere zu fangen. Es gelang auch nicht, sie in ein Gehege am Ortsrand zu treiben.
Nach Einbruch der Dunkelheit wurde die Aktion unterbrochen. Falls die Ausreißer nicht in den Stall zurückkehren und weiterhin nicht eingefangen werden können, sollen Jäger erneut versuchen, sie zu erlegen, hieß es von der Exekutive.
Entlaufener Jungstier im Burgenland erschossen
Tödlich hat für einen der zwei am Samstag von einem Bauernhof in Wulkaprodersdorf (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) entlaufenen Jungstiere der Ausflug in die Freiheit geendet.
Am Sonntagabend wurde das Tier bei Wulkaprodersdorf in der Nähe der B16 entdeckt und von einem Jäger erschossen, teilte die Sicherheitsdirektion Burgenland am Montag mit. Der zweite Rindvieh blieb vorerst weiterhin verschwunden.
Am Samstag waren Gendarmerie, Feuerwehr und einige Bauern den beiden Ausreißern mehrere Stunden lang auf den Fersen, am Abend wurde die Suche vorübergehend eingestellt. Am Sonntagabend meldete schließlich ein Autofahrer der Exekutive, dass ihm auf der B16 kurz vor der Ortseinfahrt von Wulkaprodersdorf beinahe ein Stier vors Auto gelaufen sei.
Kurze Zeit später wurde das Tier aufgespürt, flüchtete jedoch in nahes Dickicht. Mit Hilfe eines Polizeihubschraubers und zweier Gendarmeriepatrouillen wurde der Stier schließlich aus seinem Versteck getrieben und von einem Jäger erschossen.

 

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Wer rettet meine Schafherde?

Chemnitzer Morgenpost, 09.03.2005

Landwirt im Erzgebirge ist verzweifelt.
Drama um eine Schafherde im Erzgebirge. 50 Tiere hausen jämmerlich auf einer Anhöhe neben der Alten Schönheider Straße in Eibenstock. Viele Jungtiere sind dabei.
Sie haben einen windschiefen Verschlag als Stall, waten darin im Matsch oder stehen dicht gedrängt draußen im Schnee. Die Schafe frieren, sind krank und entkräftet. Ein halbes Dutzend ist schon tot.
Hier muss gehandelt werden, und zwar schnell. Denn viel zu früh kommen die Lämmchen zur Welt. Ende März, Anfang April ist üblich. Die Lämmchen haben bei dieser Kälte kaum eine Chance. „Sie müssen in einen ordentlichen Stall“, sagt Christiane Fuchs (55) vom Tierschutzverein Lauter empört. Sie hat den Amtstierarzt informiert, drängt auf eine schnelle Lösung. „Die Tiere können vor Erschöpfung kaum blöken“, wettert sie.
Die Herde gehört dem Landwirt Heinz L. Er ist zwar noch rüstig, doch mit 84 Jahren mit der großen Herde einfach überfordert. „Was soll ich denn machen, wenn die Mutterschafe die Lämmer nicht annehmen“, sagt er. Und dann: „Ach wissen Sie, eigentlich würde ich die Schafe gern abgeben. Aber ich bekomme sie nicht los.“
„Wir begleiten das, unterstützen den Besitzer“, sagt Amtstierarzt Thomas Leonhardt (51). Was er genau plant, verrät er nicht. Doch die Zeit drängt. „Dass Tiere im Winter gebären und dann im Freien sind, ist eine ganz große Sauerei“, empört sich Tierheim-Chefin Karin Oettmeier (59) vom Tierheim Kandelhof im Vogtland.

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Vom Schlachthof heim in den Stall

Kleine Zeitung, 06.03.2005

Nach wilder Verfolgungsjagd quer durch Graz wird „Paula“ nun zu Hause so richtig aufgepäppelt.
Versprechen. Sie ist kamerascheu, stapft nervös auf und ab und lässt sich auch von ihren Schwestern Sarah und Ulli kaum besänftigen. Kein Wunder eigentlich, ist Paula doch vergangenen Montag dem Tod von der Schaufel gesprungen. Nach einer Aufsehen erregenden Verfolgungsjagd, bei der die Jungkalbin quer durch Graz galoppiert war, wird ihr das Schicksal Schlachtbank nun erspart bleiben. Biobäuerin Maria Hörzer verspricht: „Die Paula darf jetzt bei uns alt werden.“
Delikatesse. Paula war in Panik geraten. Beim Ausladen aus dem Lastwagen vor dem Grazer Schlachthof riss sich das 350 Kilo schwere Tier los und stürmte wild entschlossen davon. Da gab es kein Halten mehr, kein beruhigender Zuruf zeigte Wirkung. „Als hätte sie etwas gerochen. Ich weiß nicht, irgendetwas gespürt“, sinniert die Landwirtin aus Übelbach. Drei Stunden lang wurde das neun Monate alte Tier, das als Styria Beef zur Delikatesse werden sollte, verfolgt. Polizeistreifen, Feuerwehrmänner und einen Tierarzt brauchte es, um Paula doch noch einzufangen. Da hatte sie schon einen Streifenwagen und zwei Zäune demoliert. Völlig verängstigt, gestresst und müde brachte man sie schließlich zurück nach Hause, in ihren Stall in Übelbach...
Genuss. Weil es kalt ist, befinden sich die Rinder derzeit im Stall. Dort sind nur die sechs Mutterkühe angebunden, die fünf Kälber laufen frei herum. Maria Hörzer drängt sich zwischen sie und tätschelt ihnen freundschaftlich den Rücken. „Zwei-, dreimal in der Woche dürfen sie alle hinaus ins Freie, wo sie die Stille genießen können“, betont sie, „und sobald es wieder wärmer wird, sind sie sowieso immer auf der Wiese.“ Jedes Tier hat hier auf dem Hof einen Namen. „Schließlich muss ich sie ja alle irgendwie anreden“, lächelt die 54-jährige Bäuerin, die vor elf Jahren als Biolandwirtin einstieg. Neben den Kühen hält sie auch Hühner auf ihrem Hof, den sie gemeinsam mit Sohn Günther, Tochter Marietta und Ehemann Johann führt. Sie sei mehrmals täglich bei den Tieren, „um sie zu striegeln, mit Bio-Getreide zu füttern, sie zu umsorgen und zu pflegen“, versichert sie. „Aber es ist nun einmal auch so, dass wir sie irgendwann verkaufen müssen. Wir sorgen hier für hochqualitatives Styria Beef. Das ist unsere Lebensgrundlage. Auch wenn es mir um die Tiere natürlich leid tut.“
Langes Leben. Dass Paula nun auf dem Hof stressfrei alt werden darf, ist also eine Ausnahme. „Ich hab so etwas noch nie erlebt. Paula war immer ein ruhiges Tier.“ Bis sie nach Graz in den Schlachthof gebracht wurde.
Maria Hörzer erinnert sich genau an Paulas zweiten Geburtstag, an den Moment, als diese wieder heimkehrte. „Sie lief sofort in den Stall. In diesem Zustand hätte man sie sowieso nicht schlachten können. Sie war völlig fertig und die Wirkung des Betäubungsmittels, mit dem sie bei der Verfolgung beschossen wurde, muss ja abgebaut werden.“ Die Entscheidung, das stattliche Tier zu verschonen, fällte sie schließlich spontan. Dies löste auch eine Flut von Rückmeldungen aus. „Wir bekommen jeden Tag dutzende Anrufe und Faxe. Die Leute freuen sich für das Tier“, schildert die Landwirtin was sich in den letzten Tagen abgespielt hatte. „Jetzt wird Paula eben eine Mutterkuh bei uns.“ Damit sie sich bald wieder erfängt, bekommt sie aber erst einmal eine Extraportion Futter. Und Paulas Schwestern Sarah und Ulli naschen eifrig mit. Bis vermutlich auch sie nach Graz müssen – in den Schlachthof.

 

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Nachrichten, 28.02.2005
Entlaufener Stier verursachte Straßensperre in Graz
Große Aufregung um einen aus dem Schlachthof entlaufenen Jungstier gab es am Montag in Graz: Das Tier war entkommen und rannte auf die Straße. Die Gegend wurde sofort großräumig für den Verkehr gesperrt.
Einem Tierarzt gelang es zwar, mit einem Pfeilgewehr das rund 300 Kilogramm schwere Rind zu treffen, aber nicht zu betäuben, so die Grazer Feuerwehr: Das Tier rannte trotzdem wieder weg. Auch ein zweiter und dritter Versuch waren nicht erfolgreich, denn der Jungstier machte sich nochmals auf und davon. Mehrere Straßen waren gesperrt, die Polizei mit zahlreichen Streifenwagen im Einsatz: Der Jungstier, der aus dem Schlachthof weggerannt war, konnte nur mit großem Aufwand wieder eingefangen werden. Dies gelang schließlich am frühen Montagnachmittag, wobei der Stier in einen Viehtransporter gelockt wurde.

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Die Weide der gequälten Kälbchen

BZ-Berlin.de, 27.02.2005

Hinter dem kleinen Dorf Sella in der Niederlausitz liegt die Todes-Weide. Kühe stehen mit ihren Kälbern auf dem hartgefrorenen Boden. Futter finden sie nur wenig. Dreißig Kälbchen und Muttertiere sind hier in den letzten Wochen entkräftet zusammengebrochen und verendet. Und die toten Tiere blieben oft tagelang auf der Weide liegen. Die Rinder gehören der Agrargenossenschaft im nahen Biehlen. Auf der Weide in Sella hält sie eine Freiland-Herde.
"Es ist eine Schande" Seit mehreren Wochen beschweren sich Dorfbewohner immer wieder bei der Genossenschaft und dem Amtstierarzt, weil Kälbchen und Kühe tot auf der Weide liegen. Die Zootechnikerin Lisa S., 47: "Seit es so kalt ist, habe ich dort fast jeden Tag Kadaver gesehen. Manche waren mit Schnee bedeckt, andere lagen mitten in der Herde. Tagelang hat sich niemand gekümmert. Die sind wahrscheinlich nicht ausreichend gefüttert worden und einfach verhungert. Es ist eine Schande."
Jörg H., 46, Chef der Genossenschaft, studierte an der Humboldt-Universität Landwirtschaft. Er weist die Vorwürfe von sich: "Die Tiere haben jeden Tag Silage und Heu bekommen." Aber warum sind dann so viele gestorben? Jörg H. wiegelt ab: "Das liegt an dem unerwarteten Kälteeinbruch. Da gibt's schon mal Verluste." Die "Verluste" sind hoch: Die Genossenschaft hat nur 350 Rinder in Freilandhaltung.
Warum blieben die Kadaver auf der Weide? Auch dafür hat H. eine Erklärung: "Wir haben in der Belegschaft einen hohen Krankenstand. Um die Kühe kümmern sich momentan nur zwei Mitarbeiter. Da kann es schon mal passieren, daß wir die toten Tiere nicht gleich abholen können."
Jetzt bestellte der Amtstierarzt den Genossenschafts-Vorstand zum Rapport. Der Bestand muß nun reduziert werden, gestern wurden die ersten Kühe abgeholt. Das Ende des Kälbchenleids? Hinterm Stall lagen gestern Nachmittag wieder zwei sterbende Tiere.

 

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Über 125 Schafe verendeten in Eis und Schnee

Backnanger Kreiszeitung, 26.02.2005

Grauenvoll ist die Szenerie, die sich gestern Nachmittag in Sichtweite zum idyllisch gelegenen Schöntalhöfle dem Betrachter bietet. Vier Mitarbeiter des Veterinäramtes schleifen mit Stricken Kadaver über die Schneefläche und häufen die toten Körper zu einem traurigen Haufen auf. Lämmer, alte Schafe, ausgemergelte Schafe, schneebedeckte Schafe, weiße Schafe, schwarze Schafe sie alle liegen kreuz und quer übereinander. Ein skurriles, irgendwie unwirkliches Bild. Manche Lämmer sehen aus wie weiche Kuscheltiere, deren Ohren lustig in alle möglichen Richtungen hängen, anderen sieht man an, wie sehr sie im Todeskampf gelitten haben.
100 Meter weiter steht der Schäfer, apathisch und ohne sichtbare Regung. Mit 53 Lebensjahren und 20 Jahren Berufserfahrung ist er mit Sicherheit kein heuriger Hase mehr. Trotzdem schüttelt er nur ungläubig den Kopf und versteht die Welt nicht mehr. Die Vorwürfe, er habe die Tiere nicht gefüttert, stimmten nicht, verteidigt er sich. Tatsächlich liegen einen Steinwurf weit von der Herde entfernt vier große Rundballen Heu. Sie müssten reichen, um eine große Herde eine ganze Woche lang zufrieden zu stellen. Aber seit wann ist das Futter vor Ort? Ein Jäger steht dem Schäfer bei und berichtet, dass Futter immer vorhanden war. Auch trockenes Brot und Rote-BeteTrester hätten die Tiere bekommen. Also müssen andere Gründe die Ursache für das Trauerspiel sein. Der Hirte ist davon überzeugt, dass es der strenge Winter war. Seit Wochen seien die Schafe nicht mehr trocken geworden. Und seit drei Wochen gibt es eine geschlossene Schneedecke auf der Höhenlage des Mainhardter Waldes. Kniehoch liegt die weiße Pracht und verdeckt auch im Wald jeglichen Grashalm. Dazu eisige Temperaturen in der Nacht und nur wenig wärmende Sonnenstrahlen am Tag. Und so fehlte den Tieren am Ende die Substanz, um diese extremen Verhältnisse durchzustehen. Der Mann sieht ein, eigentlich hätten die Tiere in einen Stall gehört.
Die Tragödie begann dem Schäfer zufolge vor etwa einer Woche. Wie die Fliegen sei ein Tier nach dem anderen umgefallen. Seit Sonntag habe er sich eigenen Angaben zufolge ständig bei den Tieren aufgehalten, sogar nachts im Auto geschlafen. Doch die Todesrate ließ sich nicht aufhalten. Die Hirte indes kümmerte sich nicht um die verendeten Tiere, er ließ sie einfach liegen.
Gestern nun entdeckte ein Revierförster das Desaster und verständigte die Polizei über den grausigen Fund. Die Beamten fanden laut Polizeibericht folgende Situation vor: "Die Tiere waren auf einem ungeschützten Gelände von einer Größe von etwa 30 Mal 30 Meter in einem Schafpferch eingesperrt und hatten sich in Ermangelung von Nahrung bereits an den Bäumen zu schaffen gemacht. Den ersten Erkenntnissen zufolge dürften die Tiere schon seit Wochen vernachlässigt worden sein, infolgedessen sie verhungerten." Näheren Aufschluss über die Todesursachen werden die tierärztlichen Untersuchungen ergeben, die im Laufe der nächsten Woche durchgeführt werden. Der Schäfer wird wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz angezeigt. Die Mitarbeiter des Veterinäramtes, das seit der Verwaltungsreform genau genommen "Geschäftsbereich Verbraucherschutz und tierärztlicher Dienst des Landratsamtes" heißt, veranlassten den Abtransport der verendeten Tiere. Sie wurden gestern nur provisorisch abgedeckt und werden am Montag in die Tierkörperbeseitigungsanstalt nach Hartheim im Neckar-Odenwald-Kreis gefahren.
Fast die gesamte Leitung des Veterinäramtes war gestern vor Ort. Dr. Stephan Betz, Dr. Maren Wolter, Dr. Christian Bretzinger und die Tierärztin Anja Weber überprüften den Zustand der überlebenden Tiere und organisierten den Transport in einen Stall bei Spiegelberg. Auch der so genannte Schafherdengesundheitsdienst wird am Montag hinzugezogen.
Veterinärarzt Betz ist vorsichtig mit einer Schuldzuweisung und spricht vom laufenden Verfahren. Er sehe zwar starke Anzeichen für eine Vernachlässigung wie Abmagerung, viele große, kahle Flächen im Fell der Tiere und zahlreiche Bäume in der Nähe der Koppel, deren Rinde mannshoch abgenagt ist. Aber auch eine Infektion könne für das plötzliche Massensterben verantwortlich sein. Auf jeden Fall aber hätte der Eigentümer der Herde um tierärztliche Hilfe nachsuchen müssen. Der Sachschaden durch die toten Tiere wird vom Schäfer auf 8 000 Euro beziffert. Die Folgen der Anzeige wird er indes auch noch zu spüren bekommen. Und der Schaden für den Berufsstand des "guten Hirten"? Unsagbar.
 
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Ein grausamer Nebeneffekt

die tageszeitung, 18.02.2005

Forscher arbeiten immer öfter mit Zellkulturen als Ersatz für Tierversuche. Und so boomt der Absatz von "Fötalem Kälberserum" - bei dessen Gewinnung ebenfalls Tiere leiden müssen. Künstliche Nährmedien wären eine Alternative
Im Streit um Tierversuche fordern Tierschützer immer wieder den Umstieg auf Zellkulturen. Und viele Forscher nehmen sich dieses Wunsches an, basteln an Alternativmethoden. So sank die Zahl der Versuchstiere seit 1991 um etwa 40 Prozent. Mit fatalem Nebeneffekt. Denn auch für die "alternative" Zellkultur müssen Tiere leiden. Ein bis zwei Millionen Kälber kommen jährlich qualvoll zu Tode, weil in Zellkulturen "Fötales Kälberserum" (FCS) zum Einsatz kommt, schätzte die European Biomedical Research Association im Frühjahr 2004.
Der Bedarf an FCS ist deshalb auch in den letzten Jahren sprunghaft angestiegen, berichten internationale Hersteller und Importeure wie Biochrom oder Sigma-Aldrich. Ehemals war FCS ein Abfallprodukt. Es fällt an, wenn ganze Herden, darunter auch trächtige Kühe, unters Messer kommen - eine Vorgehensweise wie in Südamerika, Australien oder den USA, wo Rinder extensiv auf der Weide gehalten werden. Durch die steigende Nachfrage mussten jedoch immer häufiger Aborte künstlich eingeleitet werden. Und es gibt Hinweise, dass in Polen und Ungarn Kühe sogar extra zur FCS-Gewinnung gezüchtet werden.
Für die Gewinnung wird der Kälberfötus mitsamt der Gebärmutter entnommen, abgenabelt und aus der Fruchthülle geschält. Dann sticht man dem unbetäubten, lebenden Tier eine dicke Nadel ins Herz.
Wie qualvoll das Entbluten ist, zeigt eine Studie von Professor David Mellor von der Massey University, Neuseeland, aus dem Jahre 2003: Die Föten atmen bereits und haben eine intakte Gehirnfunktion, während man ihnen ihr Blut abzapft. Das Ganze kann sich bis zu 20 Minuten hinziehen. Als der Spiegel 1997 über die Gewinnung und den mafiösen Vertrieb des Serums berichtete, wurde René Fischer, Molekularbiologe an der ETH Zürich, das Dilemma klar. Seitdem arbeitet er daran, dass die Zahl der FCS-Zellkulturen möglichst schnell wieder sinkt...
Dass in Zukunft weniger Kälber für Zellkulturen sterben müssen, ist jedoch nicht zu erwarten. Denn durch die neue Chemikalienverordnung REACH könnten noch mehr Versuche an Tieren und Zellkulturen notwendig werden. Dann, wenn etwa 30.000 Chemikalien rückwirkend auf ihre Schädlichkeit zu prüfen sind.

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52 Millionen Euro Steuergelder für brutale Kälber-Transporte. Wir finanzieren diese Quälerei

Bild, 12.02.2005

Diese Zahl wird offiziell erst nächsten Monat veröffentlicht: Mit 52 Millionen Euro Steuergeldern subventioniert die EU die Ausfuhr von Kälbern aus Deutschland und den 24 übrigen EU-Staaten in Drittländer!
Eine Zahl, hinter der sich viel Leid verbirgt.
Denn mit dieser Summe werden Transporte finanziert, auf denen Kälber unter schlimmsten Bedingungen kreuz und quer durch Europa gefahren werden: Sie hungern, dürsten, brüllen vor Schmerz. Qual-Transporte! Wir zahlen dafür mit unseren Steuergeldern!
Tierschützerin Iris Baumgärtner von den Freiburger Animal Angels (Tier-Engeln):
Enge ist für Kälber purer Streß. Wenn die Tiere versuchen, sich gegenseitig auszuweichen, geraten sie oft zwischen die Gitterstäbe
„Bis zu 240 Kälber werden auf der Ladefläche spezieller Viehtransporter zusammengepfercht. Sie können sich während der Fahrt kaum auf den wackeligen Beinen halten. Schon nach kurzer Zeit werden sie von Hunger und Durst gequält, oft brüllen sie bis zur völligen Erschöpfung. Ein Kalb, das bei der Mutter aufwächst, trinkt mindestens sechsmal am Tag kleine Portionen Milch. Bei Tiertransporten aber kriegen die Tiere oft über 20 Stunden keinen Tropfen!“
Warum wird sich um die Kälbchen während der Transporte nicht richtig gekümmert? „Das hat mehrere Gründe und ist nahezu unmöglich“, sagt Iris Baumgärtner, „Kälber, die kurz nach der Geburt von ihren Müttern getrennt werden, müßten bis zum Alter von sechs Wochen mit erwärmter Elektrolytlösung versorgt werden.“ Das ist auf den Lkw nicht machbar: Das Tränkesystem würde schnell verstopfen.
Außerdem brauchen Kälber Platz und haben ein großes Ruhebedürfnis. Bei rasanter Fahrt über die Autobahn stehen sie dicht gedrängt zwischen ihren brüllenden Artgenossen im Gestank der eigenen Exkremente und trinken einfach nicht.
Dr. Marion Steinbach vom Deutschen Tierschutzbund in Bonn erklärt, warum Transportkälber oft unter schmerzhaften Verdauungsstörungen und starkem Durchfall leiden. „Sie saugen in ihrer Verzweiflung an allem, was sich ihnen bietet: an anderen Kälbern, Gitterstangen und am eigenen Fell. Dabei schlucken sie viel Luft.“ Häufig haben die Tiere außerdem ein geschwächtes Immunsystem.
„Wir vergessen, daß da Tierbabys transportiert werden“, sagt Dr. Steinbach. „Die Kälber sind oft nicht älter als zwei Wochen und dürfen bereits über mehrere 1000 Kilometer durch die Gegend gefahren werden.“ Erst nach neun Stunden ist eine kurze Pause vorgeschrieben.
„Es gibt Touren, die in einer Endlosschleife von Osteuropa nach Italien und von Deutschland nach Spanien über 24 Stunden und länger unterwegs sind“, erklärt Dr. Steinbach. Dann werden die Tiere an einem der Mittelmeerhäfen zum Weitertransport auf Schiffe verladen und nach Nordafrika gekarrt. Viele Kälber sterben noch Tage später am sogenannten Crowding Effect (crowd = engl. für Gedränge, Masse).
Seit der EU-Osterweiterung gibt es an der deutsch-polnischen und tschechischen Grenze keine Kontrollen mehr. Das heißt, daß dort auch kein Tierarzt den Zustand der Kälber untersucht. Erst vor vier Tagen haben die Animals Angels einen solchen Transport von Polen über die Slowakei und durch ganz Österreich bis nach Italien begleitet. Bei der Ankunft torkelten die Kälber zitternd die Rampe herunter.
Die Zustände bei Tiertransporten wurden oft kritisiert, doch geändert hat sich nicht viel. Gerade erst wurde eine neue EU-Verordnung verabschiedet.
„Sie ist keinen Deut besser als die alte“, sagt Hannelore Jaresch vom Bundesverband Menschen für Tierrechte, „die Verordnung ändert nichts an den langen Fahrzeiten, der mangelnden Versorgung und der großen Ladedichte der Tiere.“ Bis der bürokratische EU-Apparat wieder in Gang kommt und das Thema Tiertransporte erneut auf die Tagesordnung nimmt, vergehen weitere fünf Jahre! „Bis dahin geht die Tortur vieler Millionen Tiere weiter.“
Warum gibt es diese Kälbertransporte überhaupt? Das Problem ist schnell umrissen: Ohne Kälber keine Milch! Denn Kühe müssen kalben, um Milch geben zu können. Durch die industrielle Milchproduktion kommen deshalb Jahr für Jahr viel zu viele Kälber auf die Welt, die nicht wirtschaftlich genutzt werden können (siehe Info-Kasten). Sie sind obendrein für die Mast uninteressant, denn Milchkuhnachwuchs ist nicht für schnelles Fleischwachstum gezüchtet.
Schlachten vor Ort in Deutschland ist teuer. Deshalb werden die Kälber außerhalb in Drittländer wie Libanon, Marokko, Algerien oder Ägypten verschachert. „Und der Steuerzahler darf das ganze Elend finanzieren“, sagt Michael Jäger, Generalsekretär des Bundes der Europäischen Steuerzahler in Brüssel.
Viehhändler und auch Transportunternehmer verdienen gut an dem grausamen Geschäft. „Vielleicht würden sie lieber tiefgefrorene Rinderhälften als lebende Tiere fahren“, sagt Steuerfachmann Jäger. „Aber so lange es EU-Gelder für Kälber gibt, werden auch Kälber gefahren!“
Jäger redet von einem „undurchdringlichen Subventionsdschungel“ und fordert mehr Transparenz. Er sagt: „Heute wird an und nicht in der Landwirtschaft das große Geld verdient.“ Er fordert, den Transport lebender Tiere in Europa generell zu verbieten.
Das Leid der Kälber läßt auch viele Fahrer nicht kalt. Einer sagte gegenüber BamS: „Ich kann an keiner Raststätte halten, um Kaffee zu trinken. Wenn ich Kälber geladen habe, schreien die so erbärmlich, daß die Leute sofort die Polizei rufen.“

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CDU-Politiker ließ Lämmchen frieren

Chemnitzer Morgenpost, 31.01.2005

Nun hat die CDU im sächsischen Landtag endlich ihr „schwarzes Schaf“ gefunden - aber wohl nicht das, was sie gesucht hat. Es ist ihr Abgeordneter Andreas Heinz (46, verheiratet, zwei Kinder). Der Landwirt aus Trieb im Vogtland ließ seine Schafherde im Schnee fast erfrieren. Der Volksvertreter saß derweil im mollig-warmen Landtag in Dresden.
An der Bundesstraße 92 bei Cunsdorf fror Heinz’ Schafherde. Die Tiere standen auf einer Wiese - im Schnee. Anwohner schalteten das Tierheim ein.
Tierschützerin Sabine Wonitzki (53) schimpft: „Eine Sauerei! Die Schafe lagen im Schnee, als hätten sie schon mit ihrem Leben abgeschlossen. Es waren auch Lämmer darunter. Sie hatten keinen Wetterschutz und kein Wasser. Das ist keine artgerechte Haltung.“
Daher informierte die Tierschützerin auch das Veterinäramt des Vogtlandkreises. Der Amtstierarzt nahm die etwa 100 Schafe unter die Lupe. Der Landtagsabgeordnete hat mittlerweile seine Schafe ins Winterquartier gebracht und sagt lapidar: „Ich wurde vom Schneefall überrascht. Wetterschutz hatten sie auch, die Schafe standen doch in einem Tal. Und Wasser gab es auch, es hatte ja geschneit.“ Doch dann gesteht der Diplomagraringenieur, agrarpolitische Sprecher der CDU und stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt und Landesentwicklung kleinlaut: „Der Amtstierarzt hat mir Hinweise gegeben. Die werde ich befolgen.“
 
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Yahoo! Nachrichten, 06.12.2004

Yahoo! Nachrichten, 06.12.2004

Bauer als Tierquäler – Rund 100 Schweine verhungern lassen
Rund 100 Schweine sind auf einem Bauernhof im oberbayerischen Niederbergkirchen verhungert. Nach Hinweisen aus der Nachbarschaft fanden Polizisten am Wochenende auf dem Hof im Landkreis Mühldorf 91 bereits verendete Schweine und Ferkel. Wie die Polizei mitteilte, mussten 15 weitere Tiere noch vor Ort von einem Tierarzt notgeschlachtet werden...

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Deutsches Tierhilfswerk e.V. schockiert über EU-Beschluss!

Meat-n-more.info – News, 30.11.2004

17,5 Millionen Schlachttiere gehen weiterhin auf Langstreckentransporte
Grausame Bilder von Tiertransporten wird es weiterhin geben – drangvolle Enge, totgetretene Tiere, gestürzte Tiere auf der Verladerampe, überhitzte Waggons, in denen die zur Schlachtung vorgesehenen Tiere elendig verdursten. Deutschland exportiert pro Jahr 5 Millionen Tiere!...
 
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Bauer von Stieren zu Tode getrampelt

Yahoo! Nachrichten, 23.11.2004

Ein Bauer aus Schwandorf in Bayern ist im Stall von seinen Stieren getötet worden... Er hatte in einer so genannten Bullen-Box Reparaturarbeiten durchgeführt, während vier der zentnerschweren Tiere dort frei herumliefen. Die Polizei geht davon aus, dass er von den Stieren zunächst gegen eine Wand gedrückt wurde. Danach trampelten die Tiere wahrscheinlich auf ihm herum...

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Zuchtbulle tötete Landwirt

Yahoo! Nachrichten, 19.11.2004

Ein 72-jähriger Landwirt ist in der Eifelgemeinde Nettersheim von den Hörnern eines Zuchtbullen erfasst und getötet worden. Der Mann war bei Stallarbeiten in die Nähe des drei Jahre alten und etwa 20 Zentner schweren Tieres geraten... Dabei ist der Landwirt offenbar angegriffen worden. Er flüchtete schwerverletzt ins Freie, verblutete dort aber noch vor dem Eintreffen des Notarztes. Der Zuchtbulle wurde noch im Stall von einem Jäger erschossen.

 
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Polizei sucht Bullen – Schlachttier zieht Leben im Wald vor

Spiegel-Online, 23.09.2004

Mit einem entflohenen Bullen hat es die Polizei in Alpirsbach zu tun. Offenbar hatte dem Schlachttier die Aussicht, als Sonntagsbraten zu enden, überhaupt nicht gefallen. Angekettet vor dem Schlachthaus, riss es sich mir aller Gewalt los und ergriff die Flucht vor seinem Metzger... Die Ermittler gehen davon aus, dass er in den angrenzenden Wald flüchtete, um seinem Ende zu entgehen.

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Stoppt diese Tierquälerei!Eingepfercht, misshandelt, ohne Wasser – so werden Woche für Woche Pferde durch halb Europa transportiert. Das Ziel: Schlachthöfe in Italien und Frankreich

Funk-Uhr Nr. 38, 18.09.2004

Aus ihren Nüstern tropft Blut. Ihre Haut ist geschunden. Sie können nicht mehr stehen, weil ihre Beine gebrochen sind... so grausam ergeht es vielen Pferden aus Polen und Rumänien, die 3000 km durch Europa transportiert werden – weil Italiener und Franzosen ihr Fleisch so gern essen.
Steaks und Filets vom Pferd gelten in Südeuropa als Delikatesse, 1,8 Kilo Pferdefleisch essen die Italiener pro Jahr...
Wie viel Pferdefleisch essen die Deutschen?
„Laut Statistik 40 Gramm pro Jahr pro Kopf“ sagt ens Beerwart, Vorsitzender des Verbandes Deutscher Pferdemetzger. 3300 Pferde wurden 2003 geschlachtet. Beerwart: „Alles ausgemusterte Hobbypferde. Bei uns gibt es 30 Pferdemetzger – in Frankreich 3000.“

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Landwirt offenbar von Bulle erdrückt

Yahoo-Nachrichten, 03.09.2004

Beim Eintreiben einer Kuhherde im Schwarzwald ist ein Landwirt vermutlich von einem ausgewachsenen Bullen erdrückt worden. Nach Polizeiangaben vom Freitag wollte der 37-jährige Bauer sein Vieh von einer Weide bei Buchenbach-Unteribental in den Stall bringen. Dabei wurde er wahrscheinlich von dem Bullen angegriffen. Bei der Obduktion der Leiche des Mannes wurde festgestellt, dass er durch massiven Druck auf den Oberkörper starb. ...

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21-Jähriger getötet Tragischer Unfall beim Verladen eines Stiers

Fuldaer Zeitung, 30.08.2004

...Der junge Mann und sein Vater wollten ein männliches Rind gegen 7 Uhr transportfähig machen, um es anschließend zum Schlachthof zu bringen. Dabei wehrte sich das knapp zwei Jahre alte Tier heftig und tötete den 21-Jährigen.
Nach ersten Ermittlungen der Polizei wollte der 60-jährige Vater den Bullen zunächst allein vom Stall auf einen Viehanhänger verladen. Allerdings habe der Stier bereits im Stall versucht, den Vater anzugreifen. Daraufhin habe der 60-Jährige seinen Sohn zu Hilfe geholt. Dieser ging dann allein in den Stall und wurde nach Aussage des Vaters kurz darauf durch den Stall an die Wand geschleudert...
Vor Ort waren gestern ein Notarzt und ein Notfallseelsorger des Kriseninterventionsdienstes im Einsatz. Nach dem Unfall wurde der örtliche Metzger verständigt, der den Stier fachmännisch tötete.

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Kuh geht auf Bäuerin los

Yahoo-Nachrichten, 25.08.2004

Offenbar um ihr neugeborenes Kalb zu schützen, ist eine wild gewordene Kuh im niederbayerischen Bernried auf ihre Bäuerin losgegangen und hat diese mittelschwer verletzt. Nach Angaben der Polizei von Mittwoch war die 54-jährige Landwirtin mit der Reparatur des Weidezauns beschäftigt, als das Angus-Rind plötzlich auf sie los stürmte, sie umrannte und auf sie eintrat. Mit mehreren Rippenbrüchen musste die Bäuerin ins Krankenhaus gebracht werden. Die Kuh hatte am Tag zuvor ein Kalb geboren und wollte dieses vermutlich vor der Landwirtin schützen.

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Stier attackiert Bauern

Die Presse, 17.08.2004

Ein 600 Kilo schwerer Stier hat am Montag einen Landwirt in Artsteten-Pöhring (Bez. Melk) schwer verletzt. Beim Verladen von Rindern auf einen Lkw hatte der Bauer den Freilaufstall betreten. Einer der sechs Bullen sah "rot". Der Landwirt wurde mit dem Notarzthubschrauber ins Zentralklinikum St. Pölten gebracht.

 

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Präventionsangriff - Hase beißt Jäger

Spiegel-Online, 22.05.2004

Ein Hobbyjäger wurde auf einer Wiese in Niedersachsen Opfer eines Überfalls. Der Täter, eine Hase, kam bei der Attacke ums Leben... Warum der Hase angriff ist unklar: Tollwut hatte er nicht. Vielleicht hatte er ja nur etwas gegen Jäger. Wer könnte es ihm verübeln?“

 

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Überlebenskampf

Spiegel-Online, 06.12.2003

Fisch gewinnt – Angler tot
Der Fisch war zu stark, und der Angler zu unnachgiebig. Die Folge: Die Barbe riss den Mann in die Themse, wo er ertrank...

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