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Fleischessen
verursacht globales Leid

Pressespiegel:
Fleischessen
verursacht globales Leid



Paul McCartney: Werdet alle Vegetarier!

Bild.de, 22.04.2008

Er ist schon seit Jahren Vegetarier, Ex-Beatle Paul McCartney (65). Jetzt kämpft er gegen die globale Erwärumg und fordert: "Ich möchte jeden dazu ermuntern, darüber nachzudenken, Vegetarier zu werden. Ein simpler Schritt, um unsere kostbare Umwelt auch für unsere Kinder zu schützen."
Der Report der Vereinten Nationen von 2006 gibt ihm recht. Demnach produziert die Viehhaltung mehr Treibhausgase als der Verkehr.

Nur Vegetarier futtern für den Klimaschutz

Handelsblatt.com, 17.02.2008 BERLIN.

...Jetzt haben Verbraucherschützer entdeckt, dass die Menschheit der westlichen Hemisphäre – wegen ihrer unreglementierten Essgewohnheiten – offenbar auch noch für einen erheblichen Teil der Erderwärmung verantwortlich ist. Die Klimabilanz eines jeden Lebensmittels müsse zum zusätzlichen Kriterium für die Kaufentscheidung werden, fordert deshalb der Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV).
„Weniger Fleisch, mehr Obst und Gemüse, mehr saisonale, regionale, und ökologisch erzeugte Lebensmittel. Das ist nicht nur gesünder, sondern schützt auch noch das Klima“, sagt VZBV-Vorstand Gerd Billen.
Zum Beispiel seien die Treibhausgas-Emissionen für ein Kilogramm Rindfleisch vier Mal so hoch wie für ein Kilo Geflügelfleisch. Ein höherer Fettgehalt bei der Milch gehe genauso mit höherem CO2-Emissionen einher wie Gemüse aus der Tiefkühltruhe. Bei der Produktion von Milch und Joghurt entstehen demnach pro Haushalt jährlich durchschnittlich 970 Kilogramm an Treibhausemissionen, bei der Fleischproduktion immerhin noch 470 Kilogramm. Obst und Gemüse, das auf dem Wochenmarkt gekauft und alsbald verzehrt wird, schlägt mit lediglich rund 170 Kilogramm an schädlichen Klimagasen zu Buche. Glücklich also, wer als Vegetarier lebt. Kann er doch allein durch die ihm übliche Nahrungszusammenstellung schon kräftig CO2 sparen: Ein Gemüseeintopf ohne Wursteinlage belastet die Umwelt demnach geringer als ein deftiges Linsengericht mit Spätzle, Rauchfleisch und einem Paar Wiener Würstchen.

Massentierhaltung schadet Klima

Handelsblatt, 29.01.2008

Die industrielle Massentierhaltung wird nach Ansicht von Umwelt- und Tierschützern als „Klimakiller“ zu wenig beachtet.

Nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO steuerten die Viehbestände - zusammen mit veränderter Landnutzung - bereits 18 Prozent des weltweiten Treibhausgas-Ausstoßes (umgerechnet in Kohlendioxid-Einheiten) bei. „Wir brauchen eine deutliche Reduzierung der Viehbestände in Agrarfabriken“, forderte der Generalsekretär des Deutschen Naturschutzrings (DNR), Helmut Röscheisen, am Dienstag in Bonn. Die Politik müsse die Landwirtschaft in die Klimadebatte einbeziehen. Auch der Verbraucher könne seinen Beitrag leisten, indem er bewusst weniger Fleisch esse oder zu Bio-Ware greife.

Nach FAO-Zahlen steige der Fleischkonsum weltweit drastisch an, sagte Röscheisen. Pro Kopf sei die verzehrte Fleischmenge zwischen 1970 und 2002 von elf auf 29 Kilogramm im Jahr in Entwicklungsländern und von 65 auf 80 Kilogramm in den Industriestaaten gestiegen. Experten gingen bei Anhalten des Trends davon aus, dass sich die Fleischerzeugung bis 2050 verdoppele.

Neben Gesundheitsrisiken mit Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen spreche auch der Klimawandel gegen einen zu hohen Fleischkonsum. Die Politik müsse tätig werden, um Massentierhaltung einzuschränken. Dazu gehöre etwa auch eine Bindung von EU-Agrarsubventionen an klimafreundlich wirtschaftende Betriebe.

Nach Berechnung von Experten seien die Beiträge der Rinderhaltung zum Treibhauseffekt etwa ähnlich groß wie die des gesamten Autoverkehrs. Mastviehhaltung erfordere auch einen hohen Energiebedarf. Viehbestände erzeugen das Treibhausgas Methan - vor allem bei Wiederkäuern durch die Verdauung. Aus Mist und Gülle sowie Futtermitteln wird außerdem Distickstoffmonoxid ausgestoßen...

Ein Kilo Fleisch – schädlich wie 250 km Autofahrt

Welt Online, 18.07.2007
Wussten Sie, dass Steakliebhaber ähnlich große Klimasünder sind wie Autofahrer? Forscher haben ausgerechnet, dass der Klimaschaden von nur einem Kilo Fleisch rund 36 Kilogramm Kohlendioxid entspricht – wobei noch nicht einmal Energieverbrauch der Rinderfarm und Transport berücksichtigt sind.
Die Herstellung von einem Kilogramm Rindfleisch ist so klimaschädlich wie eine Autofahrt von 250 Kilometern. Das berichtet das britische Magazin „New Scientist“ mit Verweis auf japanische Forscher. Sie berücksichtigten unter anderem die Futterproduktion und das Methangas, das Rinder bei der Verdauung ausstoßen. Das Team um Akifumi Ogino vom Nationalen Institut für Vieh- und Weideforschung in Tsukuba hatte für die Studie Daten einer industriellen japanischen Rinderfarm verwendet.
Die Produktion und der Transport des Futters machen demnach mehr als zwei Drittel des Energieverbrauchs aus. Der Hauptanteil des Treibhauseffekts der Fleischproduktion gehe jedoch auf Methan zurück, das bei der Verdauung entsteht. Der gesamte Treibhauseffekt von einem Kilogramm Fleisch entspreche dem von 36,4 Kilogramm Kohlendioxid. Da die Forscher den Energieverbrauch einer Rinderfarm und den Fleischtransport nicht berücksichtigt hätten, sei der Klimaschaden von einem Kilogramm Fleisch noch höher als berechnet, schreibt das Magazin...
Es gebe viele Versuche, den Treibhausgasstoß bei der Fleischproduktion zu verringern, sagte Su Taylor von der Gesellschaft der Vegetarier in Großbritannien. „Aber eines der einfachsten Dinge, die man tun kann, ist es, kein Fleisch mehr zu essen.“

Kampf den Rülpsern

SPIEGEL ONLINE, 29.06.2007

Ein Zürcher Forscher will Rindern und Schafen die Blähungen abgewöhnen, denn die Wiederkäuer tragen zur Erderwärmung bei...
Sie stehen friedfertig auf den Weiden, sie kauen Gras, ab und zu muhen sie, sie sind das Sinnbild fürs Ländliche, für unvergängliche Beschaulichkeit. Wir regen uns auf über umweltignorante Billigfliegerei, über benzinverschlingende Geländewagen in den Städten, über energiefressende Glühbirnen. Kühe? Irrtum, keineswegs harmlos. Sie furzen. Sie rülpsen. Ungefähr alle 40 Sekunden. 300 bis 500 Liter Methangas stößt die Kuh jeden Tag aus. Und auch das ist vor allem eines: schlecht fürs Klima.
Methan ist ein aggressives Treibhausgas, es trägt zur Erderwärmung bei, und zwar 23-mal mehr als dieselbe Menge Kohlendioxid. So wird rund ein Fünftel des Treibhauseffekts dem Methan zugeschrieben. Der Weltklimarat IPCC schätzt, dass die Hälfte der weltweiten anthropogenen Methanemissionen aus der Landwirtschaft stammen, aus den Mägen von Rindern und Schafen, aus der Gülle und aus Reisfeldern. Und auch weil die Menschen überall auf der Welt mehr und mehr Fleisch essen wollen, ist die Methankonzentration in der Atmosphäre seit 1900 um rund hundert Prozent gestiegen.

Weniger Fleisch zugunsten des Klimawandels

Welt Online, 12.06.2007
Jetzt sollen die umweltschädlichen Bestandteile vom Speiseplan des bewusst lebenden US-Bürgers verbannt werden. Mit der „Diät gegen globale Erwärmung" wollen die Kalifornier nicht nur den überflüssigen Pfunden, sondern auch den klimasündigen Faktoren im Essen zu Leibe rücken.
„Die Forschung zeigt, dass die Wahl unserer Lebensmittel genau so positiv wirken kann wie Hybrid-Autos oder Energiesparlampen“, sagt Eugene Cordero, Meteorologie-Professor in San José und Miterfinder der Diät.
...Eine Studie der Abteilung für Geophysik der Universität Chicago aus dem Jahr 2006 zeigt, dass die Lebensmittelherstellung in den USA 17 Prozent des Verbrauchs an fossilen Energien ausmacht. Ein Bericht der UNO aus demselben Jahr zeigt obendrein mit dem Finger auf den Fleischverzehr: weltweit sind demnach Nutztierherden für 18 Prozent des Treibhauseffektes verantwortlich. Die Antwort von Stec und Cordero ist denkbar einfach: lokal hergestellte Produkte essen, biologischen Anbau bevorzugen, der jahreszeitlichen Produktion folgen, durch Großeinkäufe weniger Verpackung verbrauchen und einige Lebensmittel selber herstellen. Fleisch sollte immer seltener auf dem Einkaufszettel stehen: „Die Rinder in den USA werden größtenteils mit Mais ernährt, ein Getreide, das sehr viel Kohlendioxid erzeugt“, weiß Stec. „Mais laugt den Boden aus und erfordert große Mengen an Dünger“, fügt Cordero hinzu...

"Weniger Fleisch zu essen, wäre eine große Hilfe"

Frankfurter Rundschau, 26.04.2007

Professor Klaus Hahlbrock über die Chancen, noch mehr als die jetzigen 6,7 Milliarden Menschen zu ernähren.

Frankfurter Rundschau: Herr Professor Hahlbrock, die Erde ernährt derzeit 6,7 Milliarden Menschen, rund eine Milliarde davon hungert. Können denn die 9,5 Milliarden, die für 2050 erwartet werden, noch satt werden?

Klaus Hahlbrock: Wichtigstes Ziel muss es sein, den weiteren Bevölkerungsanstieg so weit wie möglich zu verhindern. Das Bevölkerungswachstum findet fast nur in den Armuts- und Hungerregionen der Entwicklungsländer statt. Also muss vorrangig dort angesetzt werden - durch fairen Welthandel und Verbesserung der Anbaumethoden, der Lagerhaltung und der allgemeinen Infrastruktur, darunter schulische und berufliche Ausbildung, medizinische Versorgung, Verkehrs- und Kreditsysteme. Sollte die Bevölkerung trotzdem auf 9,5 Milliarden anwachsen, wären drastische Änderungen unserer Lebensweise notwendig, um ausreichend Nahrungsmittel zu produzieren...

Die derzeit in den Industrieländern praktizierte Form der Massentierhaltung ist ökologisch wie ethisch untragbar. Sie verbraucht einen großen Teil der jährlichen Mais-, Gerste-, Weizen- und Sojaernte sowie immense Wassermengen.

Weniger Fleisch essen könnte also doch helfen?

Ja. Wir sind 6,7 Milliarden Menschen, und es gibt rund 20 Milliarden Nutztiere. Der Verlust an Nährwert auf dem Weg vom Tierfutter bis zum Stück Fleisch beträgt das Zwei- bis Zehnfache. Das lässt ermessen, wie groß der Gewinn an Nahrungsreserven bei der Umstellung auf pflanzliche Kost wäre...

Rinder und der Klimawandel

Quelle: br-online, Unser Land

Rinder leisten dem Menschen seit Jahrhunderten gute Dienste, geben Milch und liefern Fleisch und Dünger. In ihren Pansen entstehen bei der Verdauung der Nahrung aber auch große Mengen Methan, ein Treibhausgas, das die Atmosphäre über 20-mal so stark aufheizt wie Kohlendioxid. Ein großes Problem, seit die Zahl der Rinder massiv zugenommen hat.

Methan gast auch aus Feuchtgebieten und Sümpfen aus, entweicht aus Mülldeponien und aus Reisfeldern. Doch in Deutschland und in Ländern mit vergleichbarem Rinderbestand kommen rund drei Viertel des landwirtschaftlichen Methanausstoßes aus der Rinderhaltung. 100.000 Liter pro Rind und Jahr.

Noch vor 50 Jahren war Fleisch etwas Besonders. Doch das hat sich grundlegend geändert. Im Durchschnitt isst heute jeder Erdenbürger fast doppelt so viel Fleisch wie 1970. Bis Mitte dieses Jahrhunderts wird sich der weltweite Fleischverzehr nochmals verdoppelt haben.

1,4 Milliarden Zuchtrinder auf der Erde
Allein in Deutschland werden knapp 13 Millionen Rinder gehalten. 1,4 Milliarden Rinder sind es auf der ganzen Erde. Ihr Lebendgewicht übertrifft das der gesamten Menschheit um das Dreifache. In Deutschland um das Zweifache und auch das ist schon erheblich zu viel, versichert Ökologe Prof. Dr. Josef Reichholf.

Ein Viertel der gesamten Landmasse der Erde dient heute als Weideland. Vor allem in Südamerika müssen Wälder den Rinderherden Platz machen: In Brasilien wurde seit 1960 knapp ein Fünftel des Amazonas abgeholzt - mehr als zweimal die Fläche von Deutschland.

Zu viele Rinder ...
Doch das Mastrind im deutschen Stall ist nicht etwa ökologischer gehalten als das auf der argentinischen Weide. Wenn wir Rinder bei uns im Maststall halten, wird das Kraftfutter importiert und das belastet Luft und Böden ebenfalls: Durch den Anbau und Transport des Futtermittels und die nicht bodengebundenen Ausscheidungen der Tiere.

... mit schlechter Ökobilanz
Doch abgesehen von der Belastung der Böden - zu viel Fleisch zu essen ist schädlich für das Klima. Einem aktuellen UN-Bericht zufolge belastet der globale Rinderbestand das Weltklima genauso stark wie alle Menschen Indiens, Japans und Deutschlands zusammen.

70 Prozent des vom Rind freigesetzten Methans stammt vom Erhaltungsumsatz des Tieres. Mit Hochleistungszüchtungen ließe sich die Methanbildung pro Liter Milch oder pro Kilo Fleisch zwar senken. Doch das Tier erbringt die höhere Leistung nur mit Kraftfutter und dessen Produktion kurbelt wiederum die klimaschädlichen Gase an.

Ökobilanz
Für 300 kg Fleisch (Mastrind bei durchschnittlichem Lebensalter von zwei Jahren) werden verbraucht:
- 14.600 Liter Wasser
- 3,5 Tonnen Soja und Getreide
und entstehen:
- drei Mio Liter Kohlendioxid aus der Verbrennung der 2.500 Liter Treibstoff für den Futtermittelanbau
- 200.000 Liter Methan aus dem Verdauungstrakt
- 14,6 Tonnen Dung
... 

Klimakiller Kuh

Focus 17/2007

... Eineinhalb Milliarden Rinder leben auf unserer Erde und produzieren beim Wiederkäuen das häufig unterschätzte farb- und geruchlose Klimagift Methan. Es entsteht, wenn Mikroben im Pansen der Tiere die Zellulose in gutes Futter verwandeln. Die Rinder rülpsen es dann hoch in die Atmosphäre. Als Treibhausgas ist jedes Methan-Molekül 23-mal wirksamer als Kohlendioxid (CO2)... 

Methan wirkt, und seine Konzentratrion in der Atmosphäre nimmt zu...

...In der Gesamtbilanz jedoch verursachen die Folgen der menschlichen Milch- und Fleischeslust die höchsten Methan-Emissionsraten: Bis zu 250 Liter Methan pro Tag scheidet jedes Rind aus. Das führt zu weltweit jährlich 300 Milliarden Liter Klimagas. Milliarden Schafe und Ziegen erhöhen die globale Methan-Emission weiter auf etwa 150 Billionen Liter pro Jahr.

Viehzucht zieht weitere Klimabelastungen nach sich, weil Tropenwälder vernichtet werden, um Anbauflächen für Futtermittel zu schaffen. Hinzu kommt die Energie, die aufzuwenden ist, um das Futter um den Globus zu transportieren. Auch die 13 Millionen deutschen Rinder werden zu einem großen Teil mit Futter aus Südamerika ernährt.

Alles in allem belastet die Rinderzucht nach Berechnungen der Welternährungsbehörde FAO das Klima ähnlich stark wir alle Menschen Indiens, Deutschlands und Japans zusammen. Werden die Schafe, Ziegen und Schweine, das Geflügel und die Erzeugung der Futtermittel mit eingerechnet, ergibt sich ein Betrag, der fast dem Anteil der USA an der globalen Klimabelastung entspricht. Er übertrifft die Klimawirkung des CO2-Ausstoßes des gesamten motorisierten Verkehrs der Erde!

Weitere Nebenwirkungen der Landwirtschaft finden sich in den Tropen und Subtropen, wo alljährlich eine Fläche von der Größe Australiens abgebrannt wird. Die dabei freigesetzte Energie übertrifft mit rund 500 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten den Energieumsatz Deutschlands...

Es ist eine zukunftsentscheidende Frage, ob wir uns weiterhin das tägliche Steaks auf dem Teller und anderthalb Milliarden Rinder auf diesem Planeten leisten wollen. Wenn der Klimawandel überhaupt noch gebremst werden kann, müssen alle Hauptverursacher miteinbezogen werden...

Schadet Fleischkonsum dem Klima?

Focus online, 16.03.2007
Es gibt Organisationen, die behaupten, dass Tiernutzung hauptverantwortlich für den Klimawandel ist. Was ist an dieser These dran?

„Nichts wird die Chance auf ein Überleben auf der Erde so steigern wie der Schritt zur vegetarischen Ernährung.“ Das hat der überzeugte Vegetarier Albert Einstein einmal gesagt. Er ahnte nicht, wie aktuell seine Erkenntnis einmal sein würde. Denn die Tierhaltung trägt sehr stark zum vom Menschen gemachten Treibhauseffekt bei. Da einige extreme Szenarien zu dem Ergebnis kommen, es könne infolge der globalen Erwärmung zu furchtbaren Katastrophen (Dürre, Flut etc.) mit vielen Millionen Toten kommen, durch die unser Planet in weiten Teilen unbewohnbar wird, ist der Zusammenhang zum Überleben auf der Erde durchaus gegeben.

Sehr eindrucksvoll macht die unter dem Titel „Der lange Schatten der Tierzucht“ veröffentlichte Dokumentation der Welternährungsorganisation FAO deutlich, wie sehr unser Konsum von Fleisch und anderen Tierprodukten Klima und Umwelt schädigt. Danach stammen aus der Landwirtschaft global 18 Prozent aller Emissionen des Treibhausgases CO2. Das ist mehr, als weltweit der gesamte Verkehr erzeugt. Dabei sind alle Nutztiere – Rinder, Schafe, Schweine und Geflügel – berücksichtigt, ebenso wie der industrialisierte Getreideanbau. In Wahrheit fällt in diesem Sektor eine ganze Reihe von Treibhausgasen an, vor allem Methan und Lachgas. Ihre Wirkung wurde auf CO2-Äquivalente umgerechnet. In Deutschland entfallen knapp zehn Prozent aller Emissionen auf den Agrarsektor.

Ungebremste Fleischeslust

Die Viehzucht ist der größte Landnutzer der Erde. Sie beansprucht 30 Prozent ihrer Landoberfläche und 70 Prozent des landwirtschaftlich genutzten Landes. Von der gesamten Ackerfläche dienen 33 Prozent allein der Futtermittelerzeugung. Weil die Welt trotz Hunger und Armut unterm Strich immer reicher wird, steigt der Fleischkonsum rasant. Die FAO prognostiziert eine Zunahme der Fleischproduktion von derzeit 229 Millionen auf 465 Millionen Tonnen im Jahr 2050 und für die Milchproduktion von 580 Millionen auf 1043 Millionen Tonnen.

Für diesen Luxus fallen weltweit die Wälder, insbesondere in den Tropen. Im brasilianischen Amazonasgebiet etwa verschwand bis heute knapp die Hälfte der ursprünglichen Waldbedeckung. Von den abgeholzten Flächen werden 70 Prozent als Weide genutzt, der Anbau von Futtermitteln beansprucht einen großen Teil des Restes. Oft zwingen überhöhte Abgrasung, Bodenverdichtung und Erosion zur Aufgabe der Weiden. Dann wird als Ersatz neuer Regenwald gerodet. Ungefähr 20 Prozent des weltweiten Weidelandes wurden auf diese Weise bereits zerstört.

Die Viehzucht setzt neun Prozent des anthropogenen Kohlendioxids frei, 37 Prozent des Methans sowie 65 Prozent der Stickoxide. Letztere stammen aus den reichlich eingesetzten Düngemitteln. Die Tiere erzeugen naturgemäß riesige Mengen an Gülle. Daraus entfleucht massenhaft Ammoniak in die Luft, das stark zur Versauerung des Regens und damit der Waldböden und Gewässer beiträgt. In den USA erzeugt die landesweit größte Schweinezuchtanlage mehr Mist als die Metropole Los Angeles an Müll.

Wertvolles Getreide landet in den Trögen der Nutztiere

Die Liste der humanitären und Umweltsünden durch die Fleischeslust geht noch weiter: Weltweit hungern über 852 Millionen Menschen, trotz einer weltweiten Getreideernte von 1,57 Milliarden Tonnen (Daten von 2006). Bei einer Weltbevölkerung von rund 6,6 Milliarden gäbe es rein rechnerisch für jeden Menschen pro Tag 652 Gramm Getreide. Doch knapp die Hälfte der globalen Getreideernte und 90 Prozent der jährlichen Erträge von Sojabohnen landen in den Trögen der weltweit 20 Milliarden Nutztiere.

Den größten Anteil an der desaströsen Bilanz haben die Rinder, sie sind – Achtung, Kalauer! – die größten „Umweltschweine“. Etwa 1,5 Milliarden davon gibt es weltweit. Der US-Ökologe Jeremy Rifkin schreibt in seinem Buch „Das Imperium der Rinder“: „Das Rind, das einst als heiliges Fruchtbarkeitssymbol verehrt und in jüngerer Vergangenheit als Wohlstandssymbol gefeiert wurde, vergiftet heute die Atmosphäre und die Lebensräume unseres Planeten.“ Und der Münchner Evolutionsbiologe Josef Reichholf konstatiert, die Wiederkäuer seien durch ihre Symbiose mit dem Menschen die „dominante Lebensform“. Ihnen gehöre das meiste Land, der Mensch versorge sie umfassend und opfere einen Gutteil seiner eigenen Lebensmöglichkeiten, um sie zu erhalten. Die Erde sei also ein »Planet der Rinder«.

Kühe rülpsen Methan

Die Krux ist, dass in ihren Mägen Methan entsteht, und zwar 75 Kilogramm pro Tier und Jahr. Insgesamt werden allein durch die Rülpser und Fürze der Rindviecher über 112 Millionen Tonnen des Gases emittiert, das eine 23-mal größere Treibhauswirkung hat als CO2. Hinzu kommen laut FAO jährlich 2,4 Milliarden Tonnen CO2 durch die Rodung von Wäldern für Weiden und Ackerland. Jeremy Rifkin rechnete einmal vor, dass bereits in den 80er- Jahren für jeden in den USA verspeisten Hamburger sechs Quadratmeter Urwald in Weidefläche umgewandelt wurden.

Tatsächlich braucht man sieben bis 16 Kilogramm Getreide, um ein Kilogramm Fleisch zu erzeugen. Auf der dafür benötigten Fläche ließen sich im selben Zeitraum 200 Kilogramm Tomaten oder 160 Kilogramm Kartoffeln ernten. Fleischverzehr ist also die effektivste Form der Nahrungsmittelvernichtung, und er verschwendet auch Energie. Bei der Erzeugung eines Fleischlaibchens entstehen beispielsweise 796 Gramm CO2, bei einem Getreidelaibchen (Getreidebratling) nur 63 Gramm. Der Genuss der fleischlichen Bratlinge beeinträchtigt das Klima also 13-mal stärker.

Anreiz zur vegetarischen Ernährung

Hauptverantwortlich für den Klimawandel ist die Tiernutzung damit zwar nicht, doch sie trägt einen großen Teil zur globalen Erwärmung bei. Persönlich habe ich daraus die Konsequenzen gezogen. Meine Frau war aus ethischen Gründen schon immer Vegetarierin. Ich schloss mich dem aus ökologischen Erwägungen an. Vielleicht bestärken die hier genannten Fakten den einen oder anderen darin, den gleichen Entschluss zu fassen.

Eine Riesenpille für rülpsende Rinder

Welt online, 15.03.2007
Jetzt nicht lachen: Rülpsende Kühe sind Mitverursacher des Klimawandels. Vor allem in der EU mit der hohen Milchproduktion wird dieser Faktor nicht mehr belächelt. Beim Wiederkäuen produzieren Rinder das Treibhausgas Methan, das das globale Klima zusätzlich anheizt.
"Die Methankonzentration in der Atmosphäre hat sich in den letzten 50 Jahren nach Schätzungen fast versechsfacht“, erklärt Professor Winfried Drochner vom Institut für Tierernährung der Universität Hohenheim. „Sie trägt nun zu einem Fünftel zum Treibhauseffekt bei.“ ... "Auch in der Nutztierhaltung haben wir Möglichkeiten, die globale Erwärmung zu bekämpfen." Genau berechnet sind Rinder als eine der großen Methanquellen zu etwa vier Prozent mitschuldig am Klimawandel. Tendenz steigend: Weltweit wächst in Schwellenländern der Fleischkonsum einer neuen Mittelschicht.

Klimaschutz im Topf - Esst weniger Fleisch!

n-tv, 13.03.2007
Auch beim Essen können klimabewusste Verbraucher etwas gegen den Kohlendioxidausstoß tun. Dazu gehört zum Beispiel, auf regionale Lebensmittel und Bioprodukte zu setzen und dafür weniger Fleisch zu essen, erläutert die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz in Mainz...
Auch weniger Fleisch auf dem Speiseplan könne dazu beitragen, den weltweiten Kohlendoxidausstoß zu reduzieren. Die Produktion von Fleisch sei besonders energieintensiv und für das Klima belastend. Bei der Produktion von einem Kilo Rindfleisch würden 6,5 Kilogramm Kohlendioxid freigesetzt, bei einem Kilo Gemüse nur 150 Gramm CO2. 

Wälder von dreifacher Größe Deutschlands verschwunden

Spiegel online, 13.03.2007
In 15 Jahren hat die Erde rund drei Prozent ihres grünen Kleides verloren. Der Welt-Waldbericht der Uno zeigt: Nur wer es sich leisten kann, forstet auf - so wie die meisten europäischen Länder. Der Amazonas-Regenwald schwindet weiter gewaltig, in der Karibik sogar schneller denn je...
In Brasilien ist es besonders das Problem der Fleischtierhaltung, unter dem die Wälder leiden - und das gleich zweifach: Dort wird Weidefläche, vor allem für Rinder, wird dort in großem Stil gerodet. Vor allem aber brauchen die Großgrundbesitzer immer neue Felder, um Unmengen an Sojabohnen anzubauen. Dieses energiereiche Futter wird auf der ganzen Welt in der Masttierhaltung eingesetzt. Gewissermaßen ist es also die Gier nach billigem Fleisch in den reichen Ländern, die den südamerikanischen Regenwald auffrist.

CO2-Schleuder Mensch

Spiegel online, 09.03.2007
Jeder Mensch trägt enorm zur Erderwärmung bei - wie stark, das enthüllen jetzt CO2-Rechner im Internet. Korpulente Steakliebhaber sind die Klimakiller, Vegetarier und schlanke Frauen dagegen die Öko-Sieger.

...Vegetarier als Hybridwagen?

Der Durchschnittsdeutsche verursacht übrigens rund zehn Tonnen CO2 pro Jahr... Die eigene Klimabilanz enthält aber auch einige Überraschungen, vor allem was den eigenen Ernährungsstil betrifft. Vegetarier und Frauen, die relativ wenig essen (rund 2000 Kilokalorien pro Tag) erweisen sich als praktizierende Klimaschützer. Sie verursachen mit ihrer Ernährung nur zwischen 0,65 und 0,98 Tonnen CO2 pro Jahr. Ein typischer Fleischesser kommt hingegen auf 1,82 Tonnen, schätzt das Bayerische Landesamt für Umwelt. Ursache ist unter anderem das klimaschädliche Methan, das beispielsweise bei der Rinderhaltung entsteht.

Die Differenz ist so groß, dass Vegetarier und Frauen locker einmal nach Mallorca und zurückfliegen können - ihre CO2-Bilanz wäre dann immer noch günstiger als die des Fleischessers. Ein Flug auf die spanische Mittelmeerinsel von München aus schlägt nämlich mit rund 0,7 Tonnen CO2 zu Buche, wenn man eine Zwischenlandung annimmt.

"Das sind Näherungswerte"

Der einfacher gestrickte CO2- Rechner von Greenpeace Berlin lässt Fleischesser, die beim Einkaufen weder auf saisonale Produkte noch auf deren Herkunft achten, sogar noch schlechter aussehen: Angeblich 3,0 Tonnen soll dieser Ernährungsstil zur Folge haben. Bei Vegetariern, die nur im Bioladen einkaufen, sind es angeblich nur 0,3 Tonnen. Wer drei bis vier Mal pro Woche Fleisch und Wurst ist, aber vorwiegend heimische Produkte, kommt laut Greenpeace auf 1,2 Tonnen.

Uno warnt vor Seefisch-Kollaps

Spiegel-online, 05.03.2007
Viele Fischbestände stehen kurz vor dem Zusammenbruch, heißt es in einem neuen Bericht der Welternährungs-Organisation. Forscher warnen: Beutet die Menschheit die Ozeane weiter aus, könnte wild aufgewachsener Fisch schon in den nächsten Jahrzehnten von den Tellern verschwinden.

...Experten warnen seit Jahren davor, dass die Ozeane drastisch überfischt sind. Viele Sorten könnten bald nicht mehr für die Ernährung der Weltbevölkerung zur Verfügung stehen. Hunderte von Meeresarten stehen erstmals auf der Roten Liste, weil sie vom Aussterben bedroht sind. Manche Wissenschaftler vergleichen die Folgen des menschlichen Handelns inzwischen gar mit den fünf großen Massensterben der Erdgeschichte.

Das ganze Ausmaß dieser Tragödie bei den Speisefischen zeigt der neue Bericht "State of the World Fisheries and Aquaculture" (Sofia), der auch auf der FAO- Website veröffentlicht wurde:

Insgesamt sei genau ein Viertel aller Meeresfisch-Bestände gefährdet.
Von jenem Viertel der Bestände in bedenklichem Zustand seien 17 Prozent übernutzt und sieben Prozent stark zurückgegangen. Nur ein Prozent erhole sich derzeit langsam.
Mehr als die Hälfte (52 Prozent) der Bestände würden bereits heute derart intensiv ausgebeutet, dass keine Steigerung mehr möglich sei...
...Der Report betont ausdrücklich die Chancen der Fischzucht in Aquakulturen. Mit einer Jahresproduktion von weltweit 47,8 Millionen Tonnen sei das Aquafarming weiterhin der am schnellsten wachsende Sektor der Nahrungsmittelindustrie. Während im Jahr 1980 lediglich neun Prozent des Fischkonsums aus künstlichen Fischkulturen kamen, seien es heute bereits 43 Prozent.

Unproblematisch ist aber auch diese Form des sogenannten Fish-Farmings nicht. Umweltschützer kritisieren, dass die Farmfische häufig mit Fischmehl gefüttert werden, das aus Wildbeständen stammt. Außerdem gilt der Einsatz von Medikamenten wie etwa Antibiotika in Fischfarmen als problematisch. Die dort gezüchteten Tiere zeigen zuweilen körperliche Veränderungen auf: So sind Farm-Lachse bekannt, deren Kiefer verformt ist. Entkommen solche Exemplare in die Freiheit und paaren sich dann mit Wildtieren, schaden sie dem Genpool der freilebenden Lachse.

 

Vieh beheizt Treibhaus

die tageszeitung, 23.02.2007
Die Viehwirtschaft gehört zu den Hauptschuldigen am Treibhauseffekt - was tun?
Kein landwirtschaftlicher Bereich wächst so schnell wie die Viehzucht - und damit die Menge an Treibhausgasen aus dieser Quelle. Aus ihr stammen mittlerweile 18 Prozent der weltweit freigesetzten Treibhausgase und 80 Prozent der Emissionen innerhalb des Agrarsektors, teilt die UN-Landwirtschaftsorganisation (FAO) mit.

Das liebe Vieh schädigt das Klima auf vielfältige Weise. So summiert sich das ständige Rülpsen und Pupsen der 1,5 Milliarden Rinder sowie 1,7 Milliarden Schafe und Ziegen auf der Welt zu schätzungsweise 80 Millionen Tonnen Methan im Jahr. Der Umstieg auf Schweinefleisch hilft nur bedingt, denn auch aus Gülletanks entweicht Methan. Jede Tonne trägt 23-mal so viel zum Treibhauseffekt bei wie eine Tonne Kohlendioxid. Dazu kommt noch das Lachgas oder Distickstoffoxid, das aus den Gülleseen und Dungbergen freigesetzt wird. Es ist rund 300-mal so klimaschädlich wie CO2.

Auch CO2 selbst wird in der Viehzucht produziert: durch energieaufwändige Mechanisierung etwa, aber vor allem durch den Anbau von Futterpflanzen. Weltweit werden pro Jahr 90 Millionen Tonnen Erdöl oder Erdgas zu Stickstoffdünger verarbeitet. Das führt zu 250 Millionen Tonnen CO2-Emissionen. In Deutschland werden fast zwei Drittel des Stickstoffdüngers nur für Viehfutter verwendet.

Um Klimaschäden zu vermeiden, müsste weltweit der Verzehr von Fleisch drastisch zurückgehen...

Mikrobiologe: Klima retten durch Verzicht auf Milch

Mainpost.de, 22.02.2007
Der Klimawandel könnte nach Ansicht des Marburger Forschers Ralf Conrad gebremst werden, wenn die Menschheit sich anders ernähren würde.  
«Kurz gesagt könnte die Parole lauten: Keine Rinder mehr essen, auf Milchprodukte verzichten», sagte der geschäftsführende Direktor des Max-Planck-Instituts für terrestrische Mikrobiologie der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Berlin. Das von Bakterien in Mägen von Wiederkäuern produzierte Methan ist eines der stärksten Treibhausgase.
An der «Methanschraube» in der Atmosphäre zu drehen, könne schneller einen positiven Effekt bringen, als rasch den Kohlendioxidausstoß reduzieren zu wollen, sagte Conrad. «Der Methan- Kreislauf in der Atmosphäre ist innerhalb von etwa acht Jahren beeinflussbar, bei Kohlendioxid dauert das Jahrzehnte.»
Dem in Medienberichten zitierten Entwurf zum noch unveröffentlichten dritten Teil des UN-Klimaberichts zufolge hat die Menschheit nicht einmal mehr 15 Jahre Zeit, um eine unumkehrbare Klimakatastrophe zu verhindern.
Jährlich gelangten etwa 600 Millionen Tonnen Methan in die Atmosphäre, sagte der Mikrobiologe Conrad weiter. Methan entsteht, wenn organische Stoffe zersetzt werden. Dies geschieht zum Beispiel in Sümpfen oder eben in Mägen von Wiederkäuern wie Rindern oder auch Schafen. Der Anteil von Methan in der Luft stieg in den vergangenen zwei Jahrhunderten um etwa 150 Prozent.
Zum Methan-Anstieg habe etwa auch der verstärkte Nassreisanbau beigetragen sowie die Mikroorganismen in Mülldeponien, sagte Conrad. «Wenn wir aber an der "Methanschraube" drehen wollen, verzichten wir lieber auf Rinder statt auf Reis.» Der Reisanbau mache etwa zehn Prozent des weltweiten Methanausstoßes aus, die Rinderzucht rund das Doppelte, sagte Conrad... 

Wild, Bauern und Feuer bedrohen deutsche Wälder

Spiegel Online, 21.02.2007

...Agrarminister Seehofer verhehlt nicht, dass er am liebsten darauf verzichten würde, weiterhin einmal pro Jahr jenen Waldzustandsbericht vorzulegen, der bereits seit 1983 - zunächst unter dem Namen "Waldschadensbericht" - erhoben wird. Ein Bericht alle vier Jahre genüge, findet Seehofer. Der Dank des Bauernverbandes wäre dem CSU-Politiker gewiss. Denn der Waldzustandsbericht erhellt von Jahr zu Jahr deutlicher die Mitverantwortung der Landwirtschaft an der Luftbelastung durch Stickoxide aus Düngemitteln und Massentierhaltung - und damit den Anteil der Agrarindustrie an der Schädigung der Wälder. Der Bauern-Lobby zuliebe wolle Seehofer, so argwöhnt Waldschützer Fenner, "den sterbenden Wald nun auch noch totschweigen". Die Rolle der Intensiv-Landwirtschaft nur noch einmal pro Legislaturperiode darzutun, meint auch Thomas Norgall vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), sei ein "massiver Versuch, die Aufmerksamkeit von dem Thema wegzulenken". Bauern belasten Wald stärker als Dreckschleudern von einst Tatsächlich belasten die landwirtschaftlichen Emissionen den Wald mittlerweile mehr als die schwefelhaltigen Kraftwerkabgase von einst; der Ausstoß von Schwefeldioxid ist seit den Achtzigern radikal reduziert worden...

Schnappauf: Bewusste Ernährung kann Beitrag zum Klimaschutz leisten

Yahoo! Nachrichten, 15.02.2007
Bewusste Ernährung kann nach Angaben des bayerischen Umweltministers Werner Schnappauf einen Beitrag zum Klimaschutz leisten... Wer aktiv zum Klimaschutz beitragen wolle, solle zudem gelegentlich auf Fleisch verzichten. So würden bei der Herstellung von einem Kilogramm Rindfleisch sechseinhalb Kilogramm CO2 eingesetzt. Die gleiche Menge Obst verbrauche indes nur ein halbes Kilogramm, Gemüse sogar nur 150 Gramm. Schnappauf rät daher, mehr pflanzliche Lebensmittel und hier vor allem saisonales Obst und Gemüse aus dem Freiland in den Speiseplan aufzunehmen sowie regionalen Lebensmitteln den Vorzug vor importierten zu geben...

 

Wie die Fleischproduktion das Klima schädigt

Hamburger Abendblatt, 26.01.2007
Der durch Viehhaltung verursachte Treibhausgas-Ausstoß ist global betrachtet höher als die Emissionen aus dem Sektor Verkehr. Dies zeigt ein Report der Welternährungsorganisation FAO mit dem Titel "Der lange Schatten des Viehs". Die Folgen der Tierhaltung müsse zukünftig ein politischer Schwerpunkt werden, zumal sich der Konsum von Fleisch und Milch bis 2050 etwa verdoppeln werde, so die FAO.

Schon heute habe die Viehhaltung einen Anteil von 18 Prozent des Treibhausgasausstoßes, so die FAO. Etwa die Hälfte steuern Emissionen von Kohlendioxid (CO2) bei. Sie entstehen vor allem, weil riesige Waldflächen zerstört werden, um Weideland oder Ackerland zum Anbau von Futtermitteln zu gewinnen. Aus dem Verdauungstrakt der Tiere entweicht zudem Methan (CH4), ein Treibhausgas, das 23-mal wirksamer ist als CO2. Der Viehsektor hat einen Anteil von 37 Prozent am künstlichen CH4-Ausstoß. Beim Distickstoffoxid (N2O), auch Lachgas genannt, sind es sogar 65 Prozent. Sein Treibhauspotenzial ist 296-mal höher als das des CO2...

Klimakiller ersten Ranges

DIE ZEIT, 18.01.2007
Brandrodung, Weiden im Regenwald, rülpsende Kühe: Die Viehzucht heizt den Globus massiv auf.
Zweimal die gleiche Stelle im Amazonas-Regenwald, aufgenommen im Abstand von fünf Jahren: Am 1. August 2001 zeigt das Satellitenbild der Nasa, dass die Baumkronen noch fast den gesamten Ausschnitt von 20 mal 30 Kilometern bedecken, nur in einem kleinen Bereich sind Bäume gefällt worden. Am 15. August 2006 dagegen ist fast das gesamte Bild von hellen Quadraten durchzogen. Wald ist kaum noch zu sehen. Die gerodete Fläche hat sich verdreifacht.
So weit, so alltäglich in Mato Grosso, dem brasilianischen Bundesstaat, in dem der Regenwald so schnell vernichtet wird wie sonst nirgends – zwischen 2001 und 2004 auf 540.000 Hektar, einer Fläche doppelt so groß wie das Saarland. Doch den Forschern der University of Maryland, die die Bilder der amerikanischen Weltraumbehörde auswerteten, lieferten die Messungen von Wärme und Sonnenreflexion des Bodens noch einen anderen Hinweis: Schuld an der Zerstörung des Regenwalds ist vor allem die Rinderzucht.
Immer mehr gerodetes Land wird bepflanzt, meist mit Sojabohnen für den Export. Rinder knabbern also gleich doppelt am letzten großen zusammenhängenden Regenwald der Erde: Die meisten Bäume fallen, um für Weideland Platz zu schaffen. Immer mehr und immer größere Flächen verschwinden aber inzwischen zusätzlich, um Futter für die Kuhmägen in Europa anzubauen.
Bilder und Daten machen auf drastische Weise deutlich, was auch ein aktueller Bericht der UN-Ernährungsorganisation FAO beschreibt. Sein erschreckendes Ergebnis: Die globale Viehzucht ist ein Umweltverschmutzer ersten Ranges. »Bei den schwersten Umweltproblemen«, so der 400-Seiten-Report Lifestock’s Long Shadow, »gehört sie jeweils zu den wichtigsten zwei oder drei Faktoren.« Ob Verlust von wertvollem Boden, Klimawandel, Luftverschmutzung, Wasserknappheit, Wasserverschmutzung oder Rückgang der Artenvielfalt – überall sei der Einfluss der Viehzucht so dominant, dass »die Probleme umgehend angegangen werden müssen«, sagt Henning Steinfeld, Chef der Abteilung Viehzuchtpolitik bei der FAO in Rom und Hauptautor des Reports.
Jeder verspeiste Hamburger hat sechs Quadratmeter Urwald gekostet
Der Bericht zeigt: Die größten Umweltschweine sind die Rinder. Allein die Rodung von Wäldern für Weiden und Ackerland entlässt nach den FAO-Daten jährlich 2,4 Milliarden Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) in die Luft. In Brasilien und Bolivien werden bis 2010 jedes Jahr drei Millionen Hektar Wald auf diese Weise verloren gehen. Der amerikanische Wissenschaftspublizist Jeremy Rifkin rechnet vor, dass bereits in den achtziger Jahren »für jeden in den USA verspeisten Hamburger sechs Quadratmeter Urwald in Weidefläche umgewandelt« wurden.
In seinem Buch Das Imperium der Rinder macht auch Rifkin die Viehzucht als einen der Hauptschuldigen für viele Umweltprobleme aus: »Das Rind, das einst als heiliges Fruchtbarkeitssymbol verehrt und in jüngerer Vergangenheit als Wohlstandssymbol gefeiert wurde, vergiftet heute die Atmosphäre und die Lebensräume unseres Planeten.« Und Josef H. Reichholf, Evolutionsbiologe und Professor für Naturschutz an der TU München, nennt in seinem Buch Der Tanz um das goldene Kalb die Erde gar den »Planeten der Rinder«. Die Wiederkäuer sind für ihn durch ihre Symbiose mit dem Menschen die »dominante Lebensform«. Ihnen gehöre das meiste Land, der Mensch versorge sie mit allem, was sie brauchten, und opfere einen Gutteil seiner eigenen Lebensmöglichkeiten, um sie zu erhalten.
Die Fakten sprechen für sich. Neben dem Verlust der Regenwälder schädigt vor allem das Methan aus den Mägen der Rinder das Klima. Das Gas, das bei der Verdauung entsteht und die Atmosphäre mehr als 20-mal so stark aufheizt wie CO2, entweicht den weltweiten Wiederkäuern mit einer Treibhauswirkung von rund zwei Milliarden Tonnen. Dazu kommen die durch das Abbrennen der Regenwälder hervorgerufenen Emissionen und die Ausbreitung der Großtermiten. Deren Zahl sei im Gefolge der Ausbreitung der Rinderweiden im Regenwald explosionsartig gestiegen, schreibt Reichholf. Da sie bei der Verdauung ebenfalls Methan bildeten, heizten auch sie die Atmosphäre auf: »Tropisches Grasland wirkt im Gegensatz zu den Böden der Pampas, Prärien und Steppen nicht als Speicher für Kohlendioxid, sondern als Quelle für Methan«, so der Wissenschaftler. »Das macht die Umwandlung von Tropenwald in Weideland aus Sicht der Klimaveränderung so problematisch.«
Alle 40 Sekunden entfährt den Kühen ein Bäuerchen voll Methan
Nach den Zahlen der FAO belastet der globale Rinderbestand allein durch Waldverlust und Methan das Weltklima genauso stark wie alle Menschen Indiens, Japans und Deutschlands zusammen. Zählt man die Wirkungen aller Rinder, Schafe, Schweine und Geflügel zusammen, und berücksichtigt man dazu noch die CO2-Emissionen einer weltweit immer mehr industrialisierten Landwirtschaft, kommt man laut FAO zu einem »enormen Beitrag der Viehzucht am Treibhauseffekt«: 18 Prozent, mehr als der gesamte globale Verkehr und fast so viel, wie die USA in die Atmosphäre blasen.
Eigentlich ist das Problem seit Jahren bekannt. Besonders den rülpsenden Rindern rücken die Agrarforscher auf der ganzen Welt zu Leibe. Denn auch die Bauern stören die Winde aus der Kuh – nicht so sehr wegen des Geruchs, sondern weil ihre Tiere damit bis zu 20 Prozent ihrer Energie sinnlos fahren lassen. Diese Energie könnte besser in Fleisch- und Milchleistung umgesetzt werden. So experimentieren neuseeländische Forscher seit Jahren an neuen Futterpflanzen, um den Methanausstoß der Rinder zu senken. Das Rowett Research Institute im schottischen Aberdeen hat einen Futterzusatz entwickelt, der bei Schafen die Gase um 70 Prozent vermindert – nun wird er auch an Kühen ausprobiert. Australische Forscher schließlich experimentieren mit Impfungen und haben an der Universität Perth »Cattle Respiration Chambers« entwickelt, luftdichte Kammern, in denen über 24 Stunden die Ausdünstungen von Rindern und Schafen gemessen werden. Im Schnitt alle 40 Sekunden entfährt den Kühen ein Bäuerchen voller Methan. Pro Tag bis zu 250 Liter... Besonders in den Schwellenländern des Südens nimmt der Hunger auf Fleisch schnell zu. Die Folge ist überall auf der Welt sichtbar. Bereits jetzt ist fast ein Drittel der eisfreien Erdoberfläche mit Viehweiden bedeckt, und auf 33 Prozent der Ackerfläche wird Futter fürs Vieh angebaut. Allerdings liefert die zusätzliche Fleischproduktion nicht einmal einen Beitrag zur Ernährungssicherheit, weil die Tiere mehr Futter verbrauchen, als sie Fleisch produzieren: Ein Drittel der weltweiten Getreideernte landet in Viehmägen; jährlich verschlingt das Vieh 77 Millionen Tonnen Nahrung, die auch Menschen essen könnten. Die Fleischerzeugung durch alle Tiere liegt global aber nur bei 58 Millionen Tonnen pro Jahr.
Freilich bringt die Viehzucht Geld – viel Geld. Darüber, dass Rinder riesige Umweltschäden verursachen, wird bei den Produzenten denn auch kaum geredet. In Brasilien etwa werden zwar 60 Prozent der Klimagase durch Waldrodung freigesetzt – in seiner Klimapolitik aber diskutiert das Land vor allem die Emissionen aus Kraftwerken. Und Neuseeland, einer der weltweit größten Agrarexporteure, wollte in der Vergangenheit die in der Landwirtschaft entstehenden Treibhausgase, die 49 Prozent aller Emissionen des Landes ausmachen, einfach heraushalten, um seine Klimaschutzbilanz zu schönen. Es sei »unfair«, die Klimagase der Rinder mit denen von Kohlekraftwerken zu vergleichen, meint Ministerpräsidentin Helen Clark. Charlie Pedersen, Rinderfarmer und Präsident des neuseeländischen Bauernverbands, geht noch einen Schritt weiter. Hinter den beunruhigenden Fakten des FAO-Reports vermutet er die Handschrift der Fleischfeinde: »Ich denke«, sagt Pedersen, »den Bericht hat ein Veganer geschrieben.«

Vegetarier tun mehr fürs Klima

die tageszeitung, 05.01.2007
..."Was verursacht mehr Treibhausgasemissionen: Viehzucht oder Autofahren?" Diese Frage stellt die Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) - und beantwortet sie auch gleich selbst in einer neuen Studie namens "Der lange Schatten des Viehs": Weltweit erzeugen rund 1,5 Milliarden Rinder, 1,7 Milliarden Schafe und Ziegen sowie unzählige Schweine und Hühner 18 Prozent der weltweit freigesetzten Treibhausgase und damit mehr als der gesamte Transportsektor.

Und nicht nur das Klima wird geschädigt. Hinzu kommen Brandrodung, Überweidung und Erosion, der Verlust von Artenvielfalt sowie die Verschwendung von Wasser und seine Verschmutzung mit Dünger, Antibiotika und den beim Anbau von Viehfutter besonders großzügig verwendeten Pestiziden. "Die Viehwirtschaft gehört zu den Verursachern von einigen der schlimmsten Umweltprobleme", urteilt Henning Steinfeld, leitender Autor der Studie.

Immer mehr Menschen und immer mehr Wohlstand bedeutet überproportional viel mehr Konsum von Fleisch, Eiern und Milchprodukten. Der Fleischkonsum dürfte sich nach FAO-Hochrechnungen von 229 Millionen Tonnen um die Jahrtausendwende auf 465 Millionen Tonnen im Jahr 2050 glatt verdoppeln. Bei der Milch ergibt sich ein ähnlich steiler Anstieg auf dann 1.043 Millionen Tonnen.

Kein Bereich in der Landwirtschaft wächst so schnell wie die Viehzucht. 1,3 Milliarden Menschen finden hier ihr Auskommen. Der Boom, so die FAO, findet derzeit vor allem in der industriell angelegten Schweine- und Geflügelzucht statt. Die Organisation warnt zugleich vor den Auswirkungen dieser enormen Zuwachsraten: "Die Umweltauswirkungen müssen pro Stück Vieh halbiert werden, wenn Schäden über das bisherige Niveau hinaus vermieden werden sollen", heißt es in der Studie.

Auf einem Drittel der weltweit verfügbaren Ackerfläche werden inzwischen Pflanzen fürs Vieh und nicht für Menschen angebaut. Weiden und die Felder, auf denen das Viehfutter angebaut wird, bedecken inzwischen fast 30 Prozent des Festlandes - nicht zuletzt auch da, wo noch vor kurzem Regenwald stand. Die Rodung der Wälder trägt wiederum zur Erderwärmung bei. Rechnet man diesen Effekt mit ein, ist die Viehwirtschaft für 9 Prozent der menschengemachten Kohlendioxid-Emissionen verantwortlich. Viel entscheidender ist jedoch das Methangas, das Wiederkäuer bei der Verdauung freisetzen und das 23-mal so klimaschädlich ist wie CO2. Die Stickoxide, die aus der Gülle entstehen, haben sogar eine 296-mal so starke Wirkung. Dazu kommt noch Ammoniak, das für den sauren Regen mit verantwortlich ist...

Die FAO macht auch einige Vorschläge zur Problembekämpfung, insbesondere höhere Preise für die Nutzung von Wasser und Land sowie den Abbau von Subventionen, aber auch Zugangsbeschränkungen zu ökologisch empfindlichen Gebieten, verbesserte Beweidungs- und Fütterungsmethoden, effizientere Bewässerungssysteme und die Einrichtung von Biogasanlagen. Die Autoren zitieren sogar aus einer US-Studie, der zufolge eine stärker vegetarisch orientierte Ernährung bei gleicher Versorgung mit Proteinen im Mississippi-Becken zu einer Halbierung des Land- und Düngemittelbedarfs führen könnte. Doch zur Empfehlung einer so einfachen Maßnahme wie des Vegetarismus können sich die Experten dann doch nicht durchringen.

 

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