(Ein Textauszug aus dem monatlich stattfinden Urchristlichen Gemeindeleben mit Liebemahl - viele nennen es Abendmahl, vom 08.07.2006)
Wieder einmal haben Menschen bewiesen, dass es ihnen nicht möglich ist, ihre Probleme auf friedfertige Weise zu lösen, und dass alles, was ihnen als ungewöhnlich oder hinderlich im Wege steht - oder auch nur im Wege zu stehen scheint -, kurzerhand beseitigt und abgetötet werden muss.
Tiere sind so lange erwünscht und geduldet, wie sie den Menschen erfreuen und seine Streicheleinheiten geduldig über sich ergehen lassen. Nimmt sich ein Tier ohne die Erlaubnis des Menschen etwas aus der Natur, die doch sein gottgegebener Lebensraum ist, dann heißt es: „Fuchs, du hast die Gans gestohlen. Gib sie wieder her. Sonst wird dich der Jäger holen mit dem Schießgewehr.“ (Kinderlied)
Fahren „Herrchen“ und „Frauchen“ in Urlaub, so ist dies oft das Ende der tierliebenden Idylle. Etliche Tiere landen in Entsorgungscontainern oder werden schlichtweg auf der Autobahn ausgesetzt – natürlich so, dass es niemand sieht.
Bei Braunbär Bruno – übrigens einem Jungtier von zwei Jahren, also im Grunde noch ein Baby – wurden alle Heimlichkeiten abgelegt, denn es handelte sich nun um eine Staatsaffäre erster Priorität. Zwischen Österreich und Deutschland liefen die Drähte heiß. Man forderte Experten aus dem hohen Norden an und weiteres mehr, bis schließlich die Gefahr angeblich so groß war, dass man Bär Bruno liquidieren musste. Politiker aller Couleurs - vor allem und bezeichnenderweise wieder einmal jene mit dem großen C im Parteinamen – machten sich für die radikale Lösung des „Problems“ stark, indem sie dazu aufforderten, Bruno zu erschießen. Kurz: Todesstrafe. Und keine Hoffnung auf Begnadigung.
Angeklagt und ohne Prozess auf Verdacht abgeurteilt wegen unerwünschter Zutraulichkeit und möglicherweise künftig gefährlicher Annäherung an Menschensiedlungen und außerdem wegen des Reißens von einigen Schafen. Dabei hätte Brunos Verteidigung anbringen müssen, dass sich Bruno bei Begegnungen mit Menschen stets von diesen entfernte und dass die Zahl der von Bruno gerissenen Schafe in keinem Verhältnis steht zu jener Anzahl an Schafen, die die Menschen zu ihrem reinen Gaumengenuss umbringen, gleich schlachten.
Aus amerikanischen Nationalparks weiß man übrigens seit Jahrzehnten, dass Braunbären – wie die meisten Wildtiere – Menschen meiden und nur nach geruchsintensiven Abfällen Ausschau halten. Die Park-Rangers der amerikanischen Nationalparks weisen immer wieder darauf hin, dass von wildlebenden Bären keine direkte Gefahr ausgehe, außer man nähere sich ihnen zu unvermittelt, um sie mit eigenen Händen zu füttern oder um mit diesen lustigen, zottigen Kerlen zu spielen – was in der Tat gelegentlich vorkommen soll. Darum heißt es in diesen Parks, man solle sich von den Bären fernhalten und das Auto nicht verlassen. Aber in der Regel sind wildlebende Bären auf der Flucht vor Menschen. Warum also diese Panikmache mit Bär Bruno?
Einige Feriengäste haben sich inzwischen über das sinnlose und brutale Vorgehen der Bärenjäger empört und folgerichtig ihren Urlaub in der Ferienregion um den Schliersee, wo Bruno erlegt wurde, abgesagt. Es sind mittlerweile mehr als 30 Personen (Stand: 08.07.2006). Der italienische Umweltminister Tecorario Scanio, hat in Brüssel formal Beschwerde erhoben, denn, wie sich herausstellte, gehörte Bruno zu einem von der EU finanzierten Projekt zur Wiedereingliederung von Bären in ihr natürliches Lebensumfeld, mit dem Namen „Live Ursus“.
Was hier vor aller Augen und in aller Öffentlichkeit mit Bruno geschehen ist, ist leider kein Einzelfall. Millionen Wildtiere werden auf diese brutale und vor dem Leben respektlose Art jedes Jahr in Feld und Wald umgebracht, und keiner storniert seinen Ferienaufenthalt. Keiner ruft in Brüssel an, und keiner verlangt, wie Minister Scanio, die umgehende Auslieferung des Kadavers.
Jesus von Nazareth hat unmissverständliche Worte gesprochen, und Seine Lehre geht weit über das Nichttöten hinaus – nämlich zur großen, umfassenden Liebe zu Mensch, Natur und Tieren, die Er Seine Jünger und alle Menschen lehren wollte: »Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg’ auch keinem anderen zu«. Und: »Was ihr dem Geringsten antut, das habt ihr Mir getan.«
Wie kann also ein Politiker, zumal wenn er das C in seinem Parteinamen trägt, eine solch radikale und brutale Haltung einnehmen, da er doch wissen muss, dass er damit Menschen und den Ausgang einer Situation beeinflusst! Es ist die wissentliche Missachtung des großen Geistes der Liebe und Einheit, der uns die Gerechtigkeit gegenüber allem Leben lehrt.
Die angeblichen Vertreter dieses großen Geistes von hoher Ethik und Moral – die katholische und evangelische Kirche – erheben nicht einmal den Finger angesichts des täglichen Tiermassakers in Wald und Flur, ermahnen nicht zur Friedfertigkeit. Statt dessen segnen sie die Kadaver der von den Jägern erlegten Tiere und feiern mit ihnen die erfolgreiche Jagd in einer Hubertusmesse.
Doch hat nicht die von uns allen stillschweigende Billigung des blutrünstigen Verhaltens der Jäger in Feld und Wald und das Ducken vor den machthungrigen Politikern dazu geführt, dass wir Menschen uns an dieses maßlose Vergehen an der Natur gewöhnt haben, ja vielfach sogar glauben, dass es so sein müsse?
Bei Licht besehen ist das dann schon der nächste Schritt ins Verderben, denn wie Leo Tolstoi sagt, ist es nur ein Schritt vom Tiermord zum Menschenmord und „Solange es Schlachthäuser gibt, wird es auch Schlachtfelder geben“. Denn diejenigen, die uns weismachen, dass der Bär Bruno getötet werden muss – Bruno war ja ganz formell zum Abschuss freigegeben worden –, sie würden uns gegebenenfalls auch erklären, warum wir unter Umständen in den Krieg ziehen müssen und warum wir unsere Brüder töten müssen.
All dies steht im krassen Gegensatz zur hohen Ethik und Moral des Jesus von Nazareth. Zu keinem Zeitpunkt hat Jesus in irgendeiner Weise angedeutet, dass Er zu einem neuen Religionsstifter werden wollte. Er war Jude unter Juden, und Er hat die Menschen aufgefordert, endlich – nämlich nach 1250 Jahren nach Mose – schlicht und in aller Bescheidenheit nach den von Gott gegebenen Prophetenworten zu leben. Er legte deshalb die jüdischen Schriften in immer ausführlicheren Erläuterungen aus. Es war eine hohe Ethik und Moral für den täglichen, persönlichen Gebrauch, nicht für Rituale oder zelebrierte Messen, für „Hochwürden“ oder „heilige“ Männer und Frauen. Er sprach zum einfachen Volk mit Geschichten und Gleichnissen, damit es jeder verstehen konnte.
Wir wissen heute durch viele göttliche Offenbarungen und detailliert auch aus dem großen Offenbarungswerk »Das ist Mein Wort – Alpha und Omega« (Verlag DAS WORT) und aus den Lehren der göttlichen Weisheit in der Schulungsreihe der Innere Weg, was Jesus von Nazareths Erscheinen auf dieser Erde bedeutete und bedeutet. Aber damit ist noch keinem Tier geholfen. Und das Leiden der Mutter Erde ist noch lange nicht zu Ende.
Wenn nicht endlich wir Menschen beginnen, diese Lehre der hohen Ethik und Moral des Jesus von Nazareth vorbehaltlos umzusetzen und die Zuwiderhandlungen in der Öffentlichkeit anzuprangern, dann wird alles so weitergehen wie bisher, und der Weg in die Zerstörung der Natur, in die Verrohung der Menschheit – eben der Weg ins Verderben - nimmt weiter seinen Lauf. Die Tiere und die Natur brauchen unsere Stimme, und wir, jeder Einzelne, brauchen den Mut, endlich konsequent zu handeln – zunächst einmal uns selbst gegenüber.
Es bleibt keine Zeit mehr. Die Mutter Erde liegt im Todeskampf; die Uhr ist bald abgelaufen. Worauf warten wir noch?
Doch sehen wir die Verantwortung nicht nur bei anderen! Nur wer sich im täglichen Leben selbst hinterfragt, wer seine eigenen Ichbezogenheiten und Lieblosigkeiten überwindet zugunsten des Wohles seiner Nächsten und Übernächsten, der kann letztlich zu einer besseren Welt im Sinne der hohen Ethik und Moral des Jesus, des Christus, beitragen.
Wenn es uns gelingt, durch unser persönliches ethisch-moralisches Verhalten an Glaubwürdigkeit zu gewinnen, weil wir in schwierigen Situationen mit gutem Beispiel vorangehen, dann wird unsere Stimme für die Tiere und die Natur gehört werden – zunächst im Kleinen, dann im größeren Kreise, und dann wird Brunos Tod nicht vergessen werden als eine Begebenheit von vielen. Setzen wir Zeichen!
Wenn wir z.B. immer wieder mit Transparenten auf die Straße gehen, um darauf aufmerksam zu machen, dass 45 Milliarden Tiere weltweit für den menschlichen Verzehr jedes Jahr brutal ermordet werden, dann wird sich schließlich die Regierung ebenfalls dazu entschließen müssen, dem Frevel ein Ende zu setzen.
Der Braunbär Bruno und alle seine Mit-Leidensgenossen dürfen in unser aller Herzen niemals in Vergessenheit geraten. Und dafür, dass dies in Zeiten milliardenschwerer Ablenkungsmanöver und Veranstaltungen unter dem Motto „Brot und Spiele“ nicht geschehen kann, tragen wir alle die Verantwortung. Machen wir uns immer wieder bewußt: Jesus von Nazareth war kein Religionsstifter. Er brachte mit den einfachsten Lehren die höchste Ethik und Moral des großen Geistes zu den Menschen, die jedem zugänglich sind, der sie von Herzen bejaht und an eine bessere Welt zu glauben vermag.