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Tierversuche bergen
unvorhersehbare Risiken



Die Fakten:

Zwei Jahre nach den Warnungen von Professor Roberts ereignete sich im Frühjahr 2006 in England ein Zwischenfall, der weltweit Beachtung fand. Bei der Erprobung eines neuen Wirkstoffes an freiwilligen Probanden kam es zu schwerwiegenden Nebenwirkungen. Der Wirkstoff TGN 1412 der Würzburger Firma TeGenero, die auf Initiative von Professor Thomas Hünig vom Institut für Virologie und Immunologie der Universität Würzburg gegründet wurde, führte bei allen Versuchspersonen, die den Wirkstoff erhalten hatten, zu akuten Beschwerden; sie mussten zum Teil tagelang auf einer Intensivstation behandelt werden. Einige leiden noch immer unter den Spätfolgen.

Nach genauer Untersuchung führten die britischen Experten die massiven Nebenwirkungen auf das Medikament selbst zurück. Verunreinigungen und Produktionsfehler wurden ausgeschlossen. Die vorher erfolgten Tierversuche waren mit wesentlich größeren Mengen des Wirkstoffes durchgeführt worden, als sie den Versuchspersonen verabreicht wurden. Trotzdem ergaben die Tierversuche  keinen Hinweis auf zu erwartende Nebenwirkungen beim Menschen und damit auch keine Sicherheit. Selbst das Deutsche Ärzteblatt räumte aufgrund der Auswirkungen von TGN 1412 ein, dass Tierversuche doch nicht die Sicherheit geben würden, die man sich von ihnen erhofft hätte.


TGN 1412 war kein Einzelfall. Es gibt viele unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW), die nicht selten tödlich verlaufen. Beispiele dafür sind der Cholesterinsenker »Lipobay« und das Schmerzmittel »VIOXX«, die beide lange als sicher galten, bis auffällig viele Menschen nach Einnahme der Medikamente daran verstarben. Nach Experteneinschätzung erfolgen in Deutschland jährlich ca. 210.000 Krankenhauseinweisungen, die auf Arzneimittel-Nebenwirkungen zurückzuführen sind. Davon verlaufen ca. 60.000 tödlich. Das sind durchschnittlich ca. 164 Todesfälle durch Arzneimittelnebenwirkungen pro Tag in Deutschland.

 

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