Eine kleine Kostprobe zum Lesen oder Vorlesen:
Wasser, gleich, ob ein Fluß, ein Bach, ein See, das Meer, auch jede Pfütze, und das Wasser, das du aus einem Glas trinkst, besteht aus unzählig vielen, vielen kleinen Wassertropfen, die zusammen das Wasser bilden. Wenn mehrere Tropfen zusammen kommen, dann bilden sie einen großen Tropfen, und wenn ganz viele Tropfen zusammen sind, dann bilden sie eine Einheit. Es ist das, was wir dann als Wasser bezeichnen; du kannst dann die einzelnen Tropfen gar nicht mehr erkennen.
Was wäre nun, wenn ein Tropfen sagen würde: „Ich weiß es besser als all die Tropfen, die um mich das Wasser bilden. Ich bleibe der Tropfen, der ich bin, und werde nicht zur Einheit mit den anderen Wassertropfen, um zum Beispiel einen großen See zu bilden.“ Dann würde im großen See ein einsamer kleiner Wassertropfen schwimmen, der zwar viele seiner Art um sich hätte, aber mit keinem Kontakt hat, weil er glaubte, dass er es besser weiß.
Du siehst an diesem Beispiel, dass die Natur wohl geordnet ist und kein Teil der Natur besser sein will als ein anderer, sondern sie leben nach der Ordnung Gottes und bilden gemeinsam eine Einheit.
Wie ist es bei uns Menschen? Sind nicht viele von uns so wie der Wassertropfen im See, der sagt: „Ich weiß alles besser! Ich bilde keine Einheit mit den anderen, sondern ich will hervorstechen.“ Was ist, wenn viele Menschen so denken und handeln? - und das ist zur Zeit in dieser Welt so. Es gäbe keine Gewässer, in denen man zum Beispiel baden kann, sondern lauter einzelne Tropfen, und so gibt es auch unter den meisten Menschen keine Gemeinschaft, die zusammen vieles erreichen könnte, sondern jeder glaubt es besser zu wissen als der andere und versucht den Nächsten von seiner Meinung zu überzeugen. Das kannst Du in vielen Gesprächen, die Menschen miteinander - oder vielleicht muß man sagen gegeneinander – führen, beobachten. Was können wir tun, um etwas zu ändern?
Sei kein vorwitziges Kind, kein sogenannter Besserwisser, der sich hervortut und glaubt, alles am besten zu wissen. Wende das, was du weißt und erkannt hast, zuerst bei dir selbst an. Dann wirst du nicht mit deinem Wissen prahlen. Aus Wissen soll Weisheit werden. ...
Wer weise ist, wer also im Gesetz Gottes lebt, dem ist sein Schutzengel sehr nahe und steht ihm sodann in jeder Situation bei. Möchtest du jedoch mit deinem Wissen prahlen, dann weicht der Schutzgeist immer mehr zurück, weil er nicht gefragt wird, sondern der Mensch, der Prahlhans, nur sein Wissen preisgeben möchte, um gelobt oder bestaunt zu werden. Wer auf Lob und Anerkennung bedacht ist, der empfängt Lob, Lohn und Anerkennung von dieser Welt und nicht von Gott, unserem himmlischen Vater.
Du weißt nun, wie du dich verhalten kannst, damit du eine wirkliche Kameradschaft mit den Lehrern, den Schulkameraden und Schulkameradinnen bekommst. Angeber, auch Prahlhanse genannt, werden von den Lehrern und Mitschülern schnell erkannt und zur Seite geschoben, weil Besserwisser nicht gern gesehen sind. Da sie beständig bedacht sind, andere zu schulmeistern, können sie mit ihren Mitmenschen selten einen herzlichen Kontakt bekommen. Mit Angebern also lässt es sich auch selten schön spielen. Sie unterbrechen immer wieder das Spiel und wollen alles besser wissen.
Werde du weise, sei jedoch kein Besserwisser.
(aus Liobani: Ich berate – nimmst Du an? Zu bestellen bei Verlag DAS WORT)