 |
|
  |
 
 Die Diktatur des Stuhles Petri ...
fußt auf den heidnischen Priesterreligionen. Eklatante Widersprüche im Alten Testament

Vorwort
Lehren das Alte und Neue Testament „sicher, getreu und ohne Irrtum die Wahrheit?...
Das Priestertum ist heidnischen Ursprungs. Priester sollten die Götter gnädig stimmen. Es ging immer um äußeres Tun: rituelle Kulte, magische Praktiken, Tier- und Menschenopfer
Die wahren Gottespropheten und Jesus warnten vor den Priestern
Jesus von Nazareth war für die Tiere. Er gebot, kein Fleisch zu verzehren, Tiere nicht zu töten
Sind die Aussagen der Bücher Mose glaubwürdig? Ihr Text ist erst im 6. Jahrhundert v.Chr. von Priestern geschrieben worden
„Heilige Gewänder“ für Priester, eine Anweisung Gottes? Oder dämonische Infiltration, um den Priestern Vorrechte und eine Sonderstellung im Volk zu sichern? Eklatante Widersprüche zu den Aussagen von Jesus
Opferrituale heute? – Angeregt durch satanische Energien, sind gerade die großen kirchlichen Feiertage Schlachtfeste sondergleichen. Befürwortet vom Stuhl Petri, werden auch Millionen von Tieren in Tierversuchen „geopfert“
Gott, der wahre All-Eine, ist derselbe, vor Jahrtausenden, heute, morgen – in alle Ewigkeit. – Die Kirche befand sich immer auf der Seite der heidnischen Priesterreligionen und entschied sich gegen Christus
Wer der Sichtweise der Kirche oder den Priestern widerspricht, „der soll sterben“. – Die mörderischen Anweisungen des Alten Testamentes gelten laut katholischem Katechismus und evangelischer Lehre immer noch!
Der Glaube der ungebildeten Masse wächst, wenn „die Autorität des Heiligen Stuhls sichtbar wird in majestätischen Gebäuden, die von Gott geschaffen scheinen“ – so spricht ein Papst! Und was sagte Jesus?
Die Kirche erfand die Dogmen, um Menschen einzuschüchtern und einen Vorwand zu haben, gegen Abweichler vorzugehen
Glaubenssätze der Kirche sind dazu da, deren Macht aufrechtzuerhalten, die Diktatur der Kirche durchzusetzen
Der Ausweg aus dem Dilemma: „Gehet hinaus aus ihr, mein Volk ...“
Dies ist die erste Folge einer Sendereihe der Urchristen im Universellen Leben. Wir sind weder katholisch noch lutherisch. Urchristen sind Menschen, die sich auf Christus berufen, der uns vor 2000 Jahren als Jesus von Nazareth eine praktische und geniale Lehre brachte, deren Anwendung den Menschen zu Glück, Freiheit und Frieden führt. Ob Sie, liebe Zuhörer, liebe Leser, eine Gemeinsamkeit zwischen Jesus von Nazareth, dem jungen Mann, der als geistiger Revolutionär ein Mann des Volkes war, und dem Stuhl Petri mit all seinen verstaubten Riten, Dogmen, Kulthandlungen und all dem Pomp finden, überlassen wir Ihnen selbst. Wenn es nach dem Stuhl Petri ginge, dann müßte Gott schweigen, denn Herr Ratzinger hat bereits im Jahre 2000 in der Erklärung „Dominus Iesus“ festgelegt: „... es ist keine neue öffentliche Offenbarung mehr zu erwarten ...“ Und Herr Ratzinger wußte, warum er dies schrieb, denn Gott, der Ewige, hat sich von keinem selbsternannten Stellvertreter einen Maulkorb verpassen lassen. Zu allen Zeiten nahm Gott sich Menschen und machte sie zu Seinen Sprachrohren. Und so spricht Gott heute wieder durch Gabriele, Seine Prophetin und Botschafterin, zu den Menschen. Was sagt heute Gott zum Stuhl Petri? Das lebendige Wort Gottes entlarvt den Stuhl Petri. Wenn Sie möchten, erhalten Sie kostenlose Informationen. Dazu schreiben Sie bitte an das Universelle Leben, Postfach 5643 in 97006 Würzburg in Deutschland.
Unsere Gesprächsrunden stehen also unter dem Thema „Für gute Analytiker – Wer sitzt auf dem Stuhl Petri?“ Hier die Wiedergabe des Inhalts, erste Folge.
In den ersten Monaten des Jahres 2005 erlebte die Welt ein lange andauerndes Medienspektakel in Rom: Zunächst beim Tod des früheren Inhabers des Stuhles Petri, dann bei der Einsetzung seines Nachfolgers. Ganz vereinzelt klang in den pompösen Feierlichkeiten auch einmal der Name „Jesus“ oder „Christus“ an. Sehr viel äußerer Prunk, äußerer Pomp, äußere Pracht und äußerer Reichtum wurden zur Schau gestellt. Im Folgenden gehen wir den Fragen nach: Was steckt eigentlich hinter dem Stuhl Petri, der sich in Rom so anhaltend feiern läßt? Wie hat sich der Stuhl Petri in der Vergangenheit präsentiert? Was sind seine Absichten? Und: Was haben wir noch von ihm zu erwarten?
Bei der Klärung dieser Fragen könnte uns eine Erklärung helfen, die der derzeitige Inhaber des Stuhles, Herr Ratzinger, im Jahre 2000 unter dem Titel „Dominus Iesus“ abgegeben hat. In diesem Dokument schreibt er über die Bibel: „Das Zweite Vatikanische Konzil greift in der dogmatischen Konstitution über die göttliche Offenbarung diese Überlieferung auf und lehrt: »Aufgrund apostolischen Glaubens gelten unserer heiligen Mutter, der Kirche, die Bücher des Alten wie des Neuen Testamentes in ihrer Ganzheit mit allen ihren Teilen als heilig und kanonisch, weil sie, unter der Einwirkung des Heiligen Geistes geschrieben, Gott zum Urheber haben und als solche der Kirche übergeben sind.« Diese Bücher »lehren sicher, getreu und ohne Irrtum die Wahrheit, die Gott um unseres Heiles willen in heiligen Schriften aufgezeichnet haben wollte«.“ Herr Ratzinger verweist uns also auf die Bibel als verbindliche Grundlage des Stuhles Petri. Nun wird so mancher sagen: „Natürlich, das weiß man ja, daß die Bibel die Grundlage der katholischen Kirche ist.“ Doch wer weiß eigentlich, was in dieser Bibel steht?
Im Neuen Testament der Bibel sind viele Jesusworte überliefert. Eines davon lesen wir in Matthäus 23, 8-9: „Aber ihr sollt euch nicht Rabbi nennen lassen, denn einer ist euer Meister. Ihr aber seid alle Brüder. Und ihr sollt niemanden unter euch Vater nennen auf Erden, denn einer ist euer Vater, der im Himmel ist.“ Aus den vorangegangenen Versen ging hervor, daß es die Schriftgelehrten und die Pharisäer waren, die sich gerne als „Rabbi“ bezeichnen ließen. Die Schriftgelehrten der damaligen Zeit werden heute Priester genannt, Pfarrer, Bischöfe, Kardinäle bis hin zum sogenannten „heiligen Vater“ – den man ja, wie Jesus gebot, nicht Vater nennen soll. Woher stammt der Begriff „Schriftgelehrter“? Um Priester werden zu können, muß man „schriftgelehrt“ sein. Alle Theologen studieren das Alte Testament, das Neue Testament und kennen sich in der Bibel aus. Die Schriftgelehrten von heute sind also tatsächlich die Theologen, und um Priester werden zu können, muß man Theologe sein. Nach Seinen überlieferten Worten war Jesus, der Christus, gegen die Schriftgelehrten. Warum? Theologie ist eine Schaffung der Institution Kirche, so daß man von der gesamten Theologie sagen kann: Hier hat Gott keinen Zugang mehr, sondern nur noch das Lehrwerk dieser Kirche.
Eine Aussage Jesu lautete, daß die Schriftgelehrten den Menschen das Himmelreich verschließen, weil sie stets auf das Lehrwerk hinwiesen, das damals vorhanden war. Die Schriftgelehrten heute weisen auf das mittlerweile in vielen Jahrhunderten angewachsene Lehrwerk hin, und dieses ist so kompliziert und widersprüchlich, daß man Jahre benötigt, um es erst einmal über den Kopf, über das Gehirn aufnehmen, also intellektuell verstehen zu können. Jesu Lehre hingegen war schlicht. Jesus wollte, daß die Menschen in eine lebendige Beziehung zu Gott, zu ihrem himmlischen Vater, finden.
Priester, Schriftgelehrte wie jene, gegen die Jesus, der Christus, sprach, gab es schon vor Abraham, denn alle frühen Religionen seit der Steinzeit pflegten rituelle Kulte und magische Praktiken. Das war so in den Steinzeitvölkern wie auch in den sogenannten Hochkulturen. Z.B. verehrte man im alten Ägypten eine Vielzahl von Göttern, und Priester, die also die Schriften, die damaligen Überlieferungen, studiert hatten, waren für die Durchführung sakraler Handlungen zuständig. Dabei handelte es sich immer um äußere Religionen, in denen durch Rituale „Gott“ besänftigt, die Götter gnädig gestimmt werden sollten. Es geht in diesen Religionen also nicht um eine innere Wandlung des Menschen, sondern immer um äußeres Tun. Zur Zeit Abrahams gab es besondere Kulte und Festlichkeiten für die verschiedenen Gottheiten, von denen man glaubte, daß sie in ihren Tempeln wohnten. Hier dienten ihnen menschliche Diener. Die Herrscher der Stadt wurden als die irdischen Stellvertreter der Götter angesehen. In Mesopotamien waren die Deutung von Vorzeichen und die Wahrsagerei wichtige Bestandteile der Religion. Die Tieropfer sollten die Götter gnädig stimmen, und es gibt Hinweise darauf, daß die Phönizier - Nachkommen der Kanaaniter – Kinder opferten, oftmals die Erstgeborenen. Alle Herrscher der Region Mesopotamiens betrachteten sich als Vertreter der Götter, und ein großer Teil ihrer Pflichten bestand in der Ausübung sakraler Zeremonien, die das Böse abwehren und die Gunst der Götter herbeiführen sollten. Heute bezeichnen wir das als eine Form des Heidentums, des Götzenkults. Die Zentren der Kultausübung waren in der Regel die Tempel, obwohl religiöse Feiern auch in heiligen Grotten oder auf geweihten Anhöhen stattfanden. Die Götter waren als Statuen in den Tempeln präsent. Die Priester waren für ihre Pflege und ihre Versorgung verantwortlich. Es gab die verschiedensten Priester mit unterschiedlichen Funktionen wie Verwaltung, Beschwörungen, Exorzismus, Vorzeichendeutung, Opferungen usw. Man geht heute davon aus, daß auch der Vater Abrahams ein Tempeldiener war, der für die Herstellung der Statuen verantwortlich war.
In späteren Jahren, nach Abraham, war immer noch die Vorstellung lebendig, daß man die Götter durch Opferungen gnädig stimmen muß, durch Opferungen meistens von Tieren, aber auch von Menschen. Unter anderem deshalb haben die Propheten Gottes das Volk Israel immer wieder vor den Priestern gewarnt. Z.B. lesen wir es im 5. Buch Mose, 12, 31: „Wenn du dem Herrn, deinem Gott, dienst, sollst du nicht das Gleiche tun wie sie [die Priester], denn sie haben, wenn sie ihren Göttern dienten, alle Greuel begangen, die der Herr haßt. Sie haben sogar ihre Söhne und Töchter im Feuer verbrannt, wenn sie ihren Göttern dienten.“ Und der Prophet Jeremia sagte (Jer 2,8): „Die Priester fragen nicht: Wo ist der Herr? Sie kannten das Gesetz Gottes nicht.“ Hier haben wir indirekt eine Antwort auf die Frage, warum Jesus generell gegen die Schriftgelehrten war. – Weil Schriftgelehrte, gleich Theologen, Buchstabengläubige sind. „Der Buchstabe tötet, der Geist macht lebendig.“ (2 Kor 3,6), heißt es. Und die Priester waren immer diejenigen, die für Opferungen verantwortlich waren. Doch eines macht stutzig: Hat Gott das soeben Zitierte durch die Propheten gesprochen, so steht das doch im Widerspruch zu dem, was angeblich Gott bezüglich der Priestergewänder, bezüglich der Brand- und Feueropfer, ebenso hinsichtlich der Tierschlachtungen, der Kriege und des Tötens von Menschen durch Mose angeordnet haben soll, z.B. mit den Worten: „Und dies sollst du auf dem Altar tun. Zwei einjährige Schafe sollst du an jedem Tage darauf opfern, ein Schaf am Morgen, das andere gegen Abend.“ (2 Mose 29, 38-39) Vom Propheten Jeremia hingegen ist das Gotteswort überliefert: „Ich habe euren Vätern des Tages, da ich sie aus Ägypten führte, weder gesagt noch geboten von Brandopfern und anderen Opfern.“ (Jer 7,22) Man vergegenwärtige sich: Einmal sagt angeblich Gott durch Mose: du sollst jeden Tag ein Tier opfern, durch Jeremia aber spricht Er: So etwas habe ich nie angeordnet. Das Alte Testament strotzt vor Widersprüchen. Z.B. ist im Alten Testament geschrieben, daß „Gott“ durch Mose sagt: „Und der Priester soll seinen Finger in das Blut des geopferten Stieres tauchen und damit siebenmal sprengen vor dem Herrn an dem Vorhang im Heiligen.“ (3 Mose 4, 5-6) Durch Jesaja jedoch spricht Er: „Und wenn ihr schon eure Hände ausbreitet, verberge ich doch meine Augen vor euch. Und ob ihr schon viel betet, höre ich euch nicht, denn eure Hände sind voll Blut.“ (Jes 1, 15) Oder z.B. folgendes: „Und der Herr redete mit Mose und Aaron und sprach zu ihnen: Redet mit den Israeliten und sprecht: Dies sind die Tiere, die ihr essen dürft.“(3 Mose 11,2) Bei Jesaja sagt Gott genau das Gegenteil: „Wer einen Ochsen schlachtet ist eben einer, der einen Menschen erschlüge.“ (Jes 66,3) Da nicht beides zugleich der Wahrheit entsprechen kann, fragt sich: Was stimmt nun?
Und Jesus? Wie stand der Nazarener zum Töten von Tieren? Als Jesus den Tempel reinigte, ging Er mit der Peitsche durch die Höfe und befreite die Tiere, die die Tierhändler zum Opfern verkaufen wollten. Jesus sorgte dafür, daß den Tieren das Leben geschenkt wurde, und forderte nicht die Priester auf, sie zu töten. Einen weiteren Hinweis können wir folgender Begebenheit entnehmen: Viele Jünger Jesu waren ja Fischer gewesen, hatten also Fische gefangen. Und Jesus sprach sinngemäß zu ihnen: Ich berufe euch jetzt zu Menschenfischern. Ihr sollt nicht mehr Fische fangen (Mt 4, 19). Als sie das Netz mit den vielen Fischen dann an Land ziehen wollten, ist es immer wieder gerissen, so daß die Fische wieder ins Freie schwimmen konnten. Der heutige Papst hingegen trägt einen Fischerring, auf dem zu sehen ist, wie ein Fischer die Fische ans Land zieht. Das entspricht der alten Vorstellung: Die Tiere kommen ums Leben – während Jesus sich für die Tiere eingesetzt hat. Darüber liest man in vielen urchristlichen Schriften außerhalb der Bibel. Darin ist in zahlreichen Beispielen vielfach beschrieben, wie Jesus zu den Tieren stand. Diese Zeugnisse bestätigen Seine Aufforderung an die Menschen, kein Fleisch zu essen, die Tiere nicht zu schlachten. Selbst in der Bibel finden sich noch Textstellen, in denen das deutlich wird.
Doch zurück zu den Widersprüchen, von denen die Rede war. In der Bibel, die nach katholischer Vorstellung ja verbindlich und heilig ist, steht, daß es keine Priester und keinen „Vater“ geben soll – also auch keinen „heiligen Vater“. Die katholische Kirche aber hat Priester und hat einen, den sie „heiligen Vater“ nennt. Hierzu könnte nun (– weil ja das Alte wie das Neue Testament angeblich heilig und von Gott gegeben sind –) das Argument kommen: „Priester gibt es doch schon im Alten Testament seit Mose.“ Im Buch Mose steht tatsächlich geschrieben, daß angeblich Gott durch Mose die Priester eingesetzt habe. Das soll in dem Augenblick geschehen sein, als Mose auf dem Berg Sinai war und die Zehn Gebote von Gott erhielt. Ist das wohl wirklich so gewesen? Ist es glaubwürdig? Wer Theologie studiert, der weiß: Die heutigen Wissenschaftler gehen davon aus, daß dieses Buch Mose erst viel später niedergeschrieben worden ist, und zwar im 6. Jahrhundert v.Chr. Als damals das Land Israel in Trümmern lag und die Israeliten in der Gefangenschaft in Babylon waren, haben sich die Priester zusammengesetzt und haben die Bibel, die Geschichte bis dahin, neu geschrieben. Heute ist allgemein bekannt, daß einer der Texte, auf die das Alte Testament in seiner heutigen Form zurückgeht, die sogenannte „Priesterschrift“ ist. Diese Priesterschrift beinhaltet eben all das, was wir heute noch im Alten Testament lesen; dort hat man erstmals gesagt, daß Mose die Anweisungen für das Priestertum angeblich von Gott hat. Bis dahin war das nicht bekannt. Also bestätigen auch die Wissenschaftler, daß es so, wie wir es im Alten Testament lesen, nicht glaubwürdig ist. Daß das „Buch Mose“ nicht von Mose sein kann, kann man schon der einfachen Tatsache entnehmen, daß am Ende der fünf Bücher Mose, in Deuteronomium 34, steht: „Mose war 120 Jahre alt, als er starb.“ (5 Mose 34, 7) Das kann also nicht er selber geschrieben haben.
Es wäre interessant zu untersuchen, welche Aspekte des alttestamentlichen Priesterbrimboriums, das Gott eingesetzt haben soll, im Zusammenhang mit dem Stuhl Petri wieder auftauchen. Zeigen wir also die Parallelen auf: Was wurde damals angeblich für die Einsetzung der Priester, für ihre Bekleidung und für die Opfergaben der Priester vorgeschrieben und vorgegeben? Und wie steht es im Vergleich dazu mit dem, wie es heute in der katholischen Kirche gehandhabt wird? Auch ein Seitenblick auf die Heidenkulte, auf denen das Ganze basiert, könnte zur Erhellung des Sachverhaltes beitragen.
Was angeblich für die Kleidung der Priester notwendig ist, ist nachzulesen in Exodus 28. Dort heißt es: „Laß für deinen Bruder Aaron heilige Gewänder anfertigen, die ihm zur Ehre und zum Schmuck gereichen. Rede mit allen Sachverständigen, die ich mit dem Geist der Weisheit erfüllt habe, sie sollen Aarons Gewänder anfertigen, damit er geheiligt sei und mir als Priester dient.“(2 Mose 28, 2-3) Da fragt sich: Kann man über Gewänder heilig werden? Und wenn es nur einen Heiligen gibt, das ist Gott, unser Vater, der im Himmel ist – was bedeuten dann „heilige Gewänder“? Eine Erklärung wäre: Unter dem äußeren „Putz“, unter prächtigen Roben, läßt sich wie hinter einer Maske verbergen, was der, der diese Gewänder trägt, in Wahrheit denkt. Und diesbezüglich haben die Propheten vieles gesagt, z.B. Hosea: „Die Rotte der Priester liegt auf der Lauer wie eine Bande von Räubern.“ (Hosea 6, 9) Daraus kann man schließen: Hinter der demonstrativen Feierlichkeit durch die Gewänder und das Brimborium steht oft die nackte Gewalt. Ein anderer Aspekt könnte sein: Eventuell sind die Gewänder einfach ein Ausdruck dafür, daß dieser Mensch eine Sonderstellung hat. Er ist total herausgehoben aus der Masse und tut damit unübersehbar kund: Nur er ist der Vermittler zwischen Gott und Mensch. Von jeher haben sich die Schriftgelehrten schon anders gekleidet als das Volk und auch als die Propheten, die Gott gesandt hat. Wer sich bewußt macht, daß Gott angeblich durch Mose gesagt haben soll, wie sich ein Priester kleiden soll, der müßte eigentlich Jesus, den Christus, in Frage stellen. Denn „Gott“ spricht anders als Jesus, der den zur Schau getragenen Habitus der Priesterkaste verneinte. Also ist zu fragen: Ist der, der dies bei Mose sprach, wirklich Gott – oder handelt es sich hier um eine dämonische Abhandlung über die Vorrechte, über die Privilegien der damaligen Priesterkaste? Oder war Jesus, der Christus, ein falscher Prophet? Denn Er sprach doch anders als dieser sogenannte „Gott“ im Alten Testament. Lesen wir weiter, was Gott angeblich gesagt hat, wie sich ein Priester zu kleiden hatte, und nehmen wir die Bilder auf, wie sich die heutigen Priester kleiden. Dann erkennen wir, was hinter dem Stuhl Petri steht. Da heißt es z.B. in Exodus 28, 4-8: „Das sind die Gewänder, die sie anfertigen sollen: Lostasche, Efod, Obergewand, Leibrock aus gewirktem Stoff, Turban und Gürtel. Sie sollen also für deinen Bruder Aaron und für seine Söhne heilige Gewänder anfertigen, damit er mir als Priester dient. Sie sollen dazu Gold, violetten und roten Purpur, Karmesin und Byssus verwenden. Das Efod sollen sie als Kunstwebearbeit herstellen, aus Gold, violettem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Byssus. Es soll zwei miteinander verbundene Schulterstücke haben, und zwar an seinen beiden Enden sollen sie miteinander verbunden sein. Die Schärpe am Efod soll von derselben Machart sein und mit ihm ein einziges Stück bilden, aus Gold, violettem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Byssus.“ In diesem Stil geht es weiter, über mehrere Seiten. Jeder, der sich dafür interessiert, kann es selbst nachlesen. „Exodus“ ist das zweite Buch der „Bücher Mose“. Wenn man das liest, wird man nachdenklich, zum einen schon deshalb: Warum sollen eigentlich Aaron und die Priester so, wie beschrieben, gekleidet sein – Mose selbst hingegen, der große Prophet, als ein Mensch wie du und ich? Da sieht man den Widerspruch zwischen Priester und Prophet schon im Buch Mose! Zum anderen: Lesen wir im Neuen Testament, was Christus, damals Jesus von Nazareth, zu den Priestern sagte. Er verwendete deutliche Worte: „Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr gebt den Zehnten von Minze, Dill und Kümmel und laßt das Wichtigste im Gesetz außer acht: Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Treue. Man muß das eine tun, ohne das andere zu lassen. Blinde Führer seid ihr: Ihr siebt Mücken aus und verschluckt Kamele.“ (Mt 23, 23-24) Oder: „Ihr seid wie die Gräber, die außen weiß angestrichen sind und schön aussehen; innen aber sind sie voll Knochen, Schmutz und Verwesung. So erscheint auch ihr von außen den Menschen gerecht, innen aber seid ihr voll Heuchelei und Ungehorsam gegen Gottes Gesetz.“ (Mt 23, 27-28) So spricht also Jesus, der Christus, der Sohn Gottes. Und dann soll Gott, Sein Vater, im Buch Mose gesagt haben, man soll den Pharisäern und Schriftgelehrten „heilige Gewänder“ widmen? Hier stimmt doch etwas nicht! Und es geht ja im Alten Testament noch weiter: „Besetze sie mit gefaßten Edelsteinen in vier Reihen, die erste Reihe mit Rubin, Topas und Smaragd, die zweite Reihe mit Karfunkel, Saphir und Jaspis, die dritte Reihe mit Achat, Hyazinth und Amethyst, die vierte Reihe mit Krysolit, Karneol und Onyx. Sie sollen in Gold gefaßt und eingesetzt sein.“ (2 Mose 28, 17-20) Nanu – wer spricht hier? Was ist denn das für ein „Gott“, der eine solch detaillierte Beschreibung gibt, wie prächtig Gewänder ausgestattet sein sollen für einen Menschen, der nachher als Priester auftritt? Wem kommt das nicht seltsam vor? Und es ist nicht nur seltsam, sondern es ist Heidentum pur. Und dieses heidnische Getue beobachten wir auch heute noch – den Götzenpomp. Es hat nichts mit dem wahren Wort Gottes durch die Propheten des Alten Testamentes zu tun. Und es ist genau das Gegenteil dessen, was wir im aktuellen Wort Gottes durch Seine Prophetin der Jetztzeit vernehmen. Gott, unser Vater, sprach im April 2005 durch Gabriele klare Worte: „Jesus, der dem Fleische nach Sohn eines Zimmermanns war, kleidete sich wie das Volk. Auch die Propheten, die Ich zu den Menschen sandte, waren wie das Volk gekleidet. Kein himmlisches Wesen, das Mensch wurde, um als Mensch Meine Botschaft zu verkünden, gewandete sich in Purpur, Gold und Seide.“
Man hat also offenbar ziemlich viel aus dem Alten Testament übernommen, von den Priestergewändern und dem ganzen Firlefanz; sieht es bei der Priesterweihe anders aus? In Exodus 29 lesen wir z.B. über die Weihe der Priester, daß Aaron aufgefordert wurde, zu schlachten. Die detaillierte Anweisung lautete folgendermaßen: „Dann schlachte die Jungstiere vor dem Herrn am Eingang des Offenbarungszeltes. Nimm vom Blut des Jungstieres und gib etwas davon mit deinem Finger auf die Hörner des Altars. Das ganze übrige Blut aber gieß am Sockel des Altars aus.“ (2 Mose 29, 11-12) Und was hat Jesus, der Christus – nach einem außerbiblischen Evangelium – gesagt?: „Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch, darum Bin Ich in die Welt gekommen, daß Ich abschaffe alle Blutopfer und das Essen des Fleisches der Tiere und der Vögel, die von Menschen geschlachtet werden.“ (Das Evangelium Jesu. Was war vor 2000 Jahren?) – Das ist doch ein eklatanter Widerspruch! Und wie schon erwähnt, sprach Gott durch Jesaja im Alten Testament: „Wer einen Ochsen schlachtet, ist eben als einer, der einen Menschen erschlüge.“ (Jes 66,3) Tier und Mensch hat er hier gleichgestellt: Leben zu töten ist nicht im Sinne Gottes. Und es sei ebenfalls wiederholt, was Jeremia im Alten Testament sagte: „Denn ich habe euren Vätern, als ich sie aus Ägypten herausführte“– also gerade in der Zeit, von der bei Mose die Rede ist – „nichts gesagt und nichts befohlen, was Brandopfer und Schlachtopfer betrifft.“ (Jer 7,22) Durch Jeremia tat Gott auch kund: „Eure Brandopfer sind mir nicht angenehm, und eure Opfer gefallen mir nicht“ (Jer 6,20), und durch Amos Ähnliches, denn in Amos 5, 22 heißt es: „Und wenn ihr mir auch Brandopfer und Speiseopfer opfert, so habe ich keinen Gefallen daran und mag auch eure fetten Dankopfer nicht ansehen.“
Weiterhin bleibt die Frage offen, ob es heute anders ist. Wir haben die Parallelen gesehen bezüglich der Kleidung. Ist es wirklich heute anders, was die Tiere betrifft? Gut, man opfert die Tiere nicht mehr offiziell in einer Zeremonie. Doch wo gehen jene, die sich so gern im Fernsehen darstellen, anschließend hin? Was nehmen sie zu sich? Denn auch schon im Alten Testament hat man Gott nur die „minderwertigen Teile“, die Innereien, gegeben. Die „guten Stücke“ hat der Priester immer selbst verspeist. Hat sich demgegenüber heute etwas verändert? Da heißt es z.B. im Alten Testament: „Für den Erhebungsritus gebt von euren Heilsopfern die rechte Schenkelkeule dem Priester! Diese rechte Schenkelkeule soll jenem der Söhne Aarons als Anteil gehören, der das Blut und das Fett des Heilsopfers darbringt.“ (3 Mose 7, 32) Also Blut und Fett soll man opfern - die Schenkelkeule ißt der Priester. Man höre und staune! Der gute Analytiker wird gewiß der Frage nachgehen, wie es diesbezüglich heute aussieht, wenn der Herr Pfarrer oder gar ein Höherwürdiger zu einer Feierlichkeit geladen ist.
Zur Amtseinführung des neuen Papstes hat ein Metzger jedem Gläubigen die Möglichkeit gegeben, auch ein „Tieropfer“ zu bringen, nämlich eine „Ratzinger Bratwurst“ – 100 g für 85 Cent. Und das ist nur die sichtbare Spitze des Eisberges, denn gleichzeitig werden ja jeden Augenblick Millionen von Tieren der Gaumenlust oder in den Laboratorien den Versuchen geopfert, die ebenfalls vom Stuhl Petri, also von der heutigen Priesterkaste, ausdrücklich befürwortet werden. Und die großen kirchlichen Feiertage – Ostern und Weihnachten – sind die größten Schlachtfeste der sogenannten Christenheit. Also ebenfalls wieder Opferrituale! Wem werden diese unschuldigen Tiere geopfert? Wer verspeist sie? – Die Priester und jene, die ihnen nacheifern. Der solches befürwortete und befürwortet, ist sicher nicht Gott, sondern eher der Gott der Unterwelt. Den Gott der Unterwelt können wir auch als satanische Energie bezeichnen oder, kurz ausgedrückt, als Satan. Das sind die Gegensatzkräfte, die immer versucht haben, das Positive, das Gott und die großen Propheten und Jesus von Nazareth in die Welt gebracht haben, zu zerstören und in sein Gegenteil zu verwandeln.
Diese Aussagen rufen sicher den Protest der Kirchen auf den Plan. Der Widerspruch, den wir aufgezeigt haben, ist ja offensichtlich. Aber in den Kirchen wird sinngemäß gelehrt: Früher hätte Gott es eben so befohlen, mit diesen Kleidungen und mit diesen Opfervorschriften. Das sei eben die damalige Zeit gewesen. So habe Er damals Seinen Willen kundgetan. Und bei Jesus, so sagen sie, kam dann die Änderung. Seit Jesus wären diese Opferungen nicht mehr erforderlich; auch diese besonderen Kleider wären nicht mehr unbedingt notwendig, obwohl man sie noch gerne trägt. Denn „das Alte Testament erhellt sich ja im Neuen“, heißt es in der Kirchenlehre. Somit muß auch eine Kontinuität gewährleistet werden. Aber es sei insgesamt eine Änderung des Willens Gottes eingetreten. – So lehrt man es in den Kirchen. Das wäre in etwa die Antwort, die man von dort erwarten könnte. Doch in einer Schrift der Kirche selbst ist etwas ganz anderes zu lesen. Und zwar schreiben Neuner und Roos in dem Buch „Der Glaube der Kirche in den Urkunden der Lehrverkündigung“, 13. Auflage, auf S. 82: „Denn es gibt nur einen Gott, der die Natur geschaffen, der die Geschicke lenkt und der Urheber der heiligen Bücher ist. Und Gott kann sich nicht selber widersprechen.“
Wer widerspricht jetzt wem? Jesus dem Alten Testament oder Das Alte Testament dem Jesus, dem Christus? Entweder wäre dann Jesus ein falscher Prophet, oder Gott wäre wandelbar. Und wenn Gott wandelbar wäre, dann wäre Er wie viele Menschen. Menschen wandeln sich, ändern auch jeden Tag ihre Meinung. Ähnlich, wie sich auch die Kirche ihren eigenen Meinungen anschließt und auf diese ein Lehrwerk aufbaut. Selbst im Alten Testament bei dem Propheten Maleachi, 3, 6, heißt es: „Ich, der Herr, ändere mich nicht.“ Machen wir uns bewußt: Wenn Gott absolut ist, kann Er sich nicht ändern. Würde sich Gott ändern, wäre Er unvollkommen. Doch Er ist ein vollkommener Gott, ein absoluter Gott. Er hat absolute Gesetze. Wir sehen auch an den Naturgesetzen, daß Er absolut ist. – Wer ist hier also der falsche sogenannte Lehrmeister? Der „Gott“ im Alten Testament? Oder Jesus, der Christus, in unserer Zeit? Oder wer sonst? Der gute Analytiker, der im Titel dieser Sendereihe angesprochen ist, wird durch logische Schlußfolgerungen zu dem Ergebnis kommen: Es sind diejenigen, die das Alte Testament zum großen Teil geschrieben haben. Und das waren, wie wir inzwischen wissen, die Priester – und nicht Gott. Im katholischen Katechismus liest man allerdings anderes. Dort heißt es unter Randnummer 136: „Gott ist der Urheber (Autor) der Heiligen Schrift. Er hat ihre menschlichen Verfasser (Autoren) inspiriert. Er handelt in ihnen und durch sie. Er verbürgt somit, daß ihre Schriften die Heilswahrheit irrtumsfrei lehren.“ Unter Randnummer 140 kann man, wie schon erwähnt, lesen: „Das Alte Testament bereitet das Neue vor, während dieses das Alte vollendet. Beide erhellen einander. Beide sind wahres Wort Gottes.“ Wohlgemerkt: beide! Daraus ergibt sich: Wenn sich nach kirchlicher Meinung das Alte Testament im Neuen erhellen soll, dann setzen die Kirchen die Lehre des Jesus, des Christus, außer Kraft. Denn Jesus lehrte etwas ganz anderes als das Alte Testament. Wer setzt jetzt wen außer Kraft? Dazwischen steht die Priesterkaste, die von jedem etwas nimmt, so, wie es ihr gerade in den Kram paßt, um letztlich die Menschheit, die größtenteils an sie glaubt, irrezuführen und zu verführen. Die Institution des Stuhles Petri hat sich immer auf jene Aussagen berufen, die von der Priesterkaste in die Bibel hineingeschrieben wurden, und immer gegen die Aussagen des Jesus von Nazareth. Denken wir nur an die zentrale Lehre des Jesus von Nazareth, Seine Bergpredigt. Von dieser sagt die Priesterkaste sinngemäß, sie sei eine Utopie und nicht lebbar. Wenn es hingegen um Dinge geht wie z.B. die Gewänder, den Prunk, den Pomp, findet das die Zustimmung des Stuhles Petri. Oder denken wir an die vielen Tötungsanweisungen im Alten Testament und an die Blutspur der Vatikankirche durch die Jahrhunderte, so befand sich der Stuhl Petri immer auf der Seite der alten, heidnischen Priesterreligion.
Den guten Analytikern sollten wir noch einiges Material zum Analysieren liefern: Obwohl Gott durch Mose das Gebot „du sollst nicht töten“ gegeben hat, werden im Alten Testament viele Mordanweisungen als Wort Gottes Mose in den Mund gelegt. Einige Beispiele. Er sagte angeblich: „So sollst du alles, was männlich darin ist, mit der Schärfe des Schwerts erschlagen.“ (5 Mose 20, 13) Oder: „Ich will meine Pfeile mit Blut trunken machen, und mein Schwert soll Fleisch fressen mit Blut von Erschlagenen und Gefangenen, von den Köpfen streitbarer Feinde.“ (5 Mose 32, 42) Obwohl Er das Gebot gab „du sollst nicht töten“, soll Er angeordnet haben: „So tötet nun alles, was männlich ist unter den Kindern und alle Frauen.“ (4 Mose 31, 7) Unglaublich! Das kann nur ein Dämon angewiesen haben, doch niemals Gott! Oder die Aussage, „... wenn jemand vermessen handeln würde, daß er dem Priester nicht gehorcht, der dort im Dienst des Herrn deines Gottes steht, oder dem Richter, der soll sterben.“ (5 Mose 17, 12) - Spätestens jetzt merken wir, wer der Urheber solcher Worte ist. Der gute Analytiker stellt nun eventuell die Frage: Das alles soll sich im Neuen Testament erhellen? So jedenfalls steht es im katholischen Katechismus verbindlich als Lehraussage. Die Zeit des Neuen Testaments ist ja auch die Zeit der Kreuzzüge, der Inquisition, der Hexenverbrennungen. Angesichts dieser Ausschreitungen kann man sagen: Das Alte Testament hat sich bereits im Neuen erhellt. Es waren auch „Menschenopfer“, die dem Gott der Unterwelt dargebracht wurden. Daraus ist zu ersehen: Die dämonische Energie hat über den Stuhl Petri schon begonnen, das Alte Testament im Neuen zu erhellen. Wie mag das wohl weitergehen? So mancher meint vielleicht: „Ach, das sind nur Worte“ – aber weit gefehlt! Die Erfahrung lehrt es anders. Politiker z.B. nehmen solche Worte oft ernst. In der Biographie des kroatischen Präsidenten Franjo Tudjman, der in den Jugoslawienkrieg verwickelt war, sagt dieser Staatsmann: „Der Genozid“ – also der Völkermord – „ist nicht nur erlaubt, sondern empfohlen.“ (Franjo Tudjman, 1989, "Irrwege der historischen Wahrheit") Und er beruft sich dabei wörtlich auf den allmächtigen Jehova im Alten Testament. Und das in der heutigen Zeit! Viele denken natürlich: „Das betrifft mich nicht; ich bin evangelisch.“ Doch auch Martin Luther sagte nicht, wie Jesus, daß Gott im eigenen Inneren zu finden ist. Und er hat die absolute Kompetenz der kirchlichen Lehre bestätigt. Luther verkündete sogar: „Wenn jemand die richtige Lehre lehrt, ja selbst wenn ein Engel oder Gabriel vom Himmel käme – will er predigen, so beweise er den Beruf oder Befehl der Kirche dazu vor. Will er nicht, so befehle die Obrigkeit solchen Buben dem rechten Meister, der Meister Hans heißt.“ (Der 82. Psalm durch Doctor Martin Luther, geschrieben und ausgelegt Anno 1530, Tomos, Ausgabe der Lutherschriften aus dem 16. Jhdt. 5,S. 74b ff) Das bedeutet: dem Henker. Wir sehen: Luther hat nichts Neues gebracht, sondern hat nur unterstrichen: Wer der Kirche und ihren Lehren widerspricht, der soll hingerichtet werden. Und was sagte Jesus? „Liebet eure Feinde. Tuet Gutes denen, die euch hassen.“ (Mt 5, 44) Er spricht ganz das Gegenteil von dem, was die katholische und die lutherische Kirche lehren. Nun kann sich der Leser prüfen, woran er glaubt. – An das, was die Institutionen Kirche lehren?
Es ist übrigens interessant, was die Priesterkaste von ihren Gläubigen hält. Diesbezüglich hat sich Papst Nikolaus V. entlarvt, der gesagt haben soll: „Um in den Hirnen der ungebildeten Masse dauerhafte Überzeugungen zu schaffen, muß etwas vorhanden sein, was das Auge anspricht. Ein Glaube, der sich allein auf Doktrinen stützt, kann immer nur schwach und wankend sein. Wenn aber die Autorität des Heiligen Stuhls sichtbar wird in majestätischen Gebäuden, die von Gott geschaffen scheinen, wird der Glaube wachsen.“ – Und was sagte Jesus? Er sprach: „Häuft euch keine Schätze an, die Motten und Rost fressen“ (Mt 6, 19), und davon, daß der Mensch der Tempel des Heiligen Geistes ist, daß man keine äußeren Tempel braucht und jeder in sich zu Gott finden kann. Jesus, der Christus, gebot ganz schlicht: „Folget Mir nach!“, „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, „Liebe Gott“, und Er lehrte: „Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen!“, die Goldene Regel (Mt 7, 12). Jesus war ein Mann des Volkes, der schlicht die Nächstenliebe lehrte und auch half, daß Menschen zur Selbsterkenntnis gelangen. Er ermutigte sie, zu erfassen, wo sie selber noch fehlerhaft sind, und Er gab ihnen die frohe Botschaft, daß sie das Ungute mit Gottes Hilfe beheben können. Jesus war also ein ganz einfacher Mann, der den Menschen den Weg zeigte, zu Gott in ihrem eigenen Inneren zu finden und Gott in der Schöpfung zu erfahren, in Mitmenschen, in Tieren, in Pflanzen, in Steinen. Und Jesus sprach: „Geh in dein stilles Kämmerlein, schließe hinter dir die Tür zu. Und wenn du allein bist, dann bete zu Gott in deinem Inneren.“ (Mt 6, 6) Das heißt also: Verbinde dich mit Gott in dir, denn du bist der Tempel Gottes. Wir sehen: Jesus spricht genau das Gegenteil von dem, was die Kirche lehrt und letztlich auch das Alte Testament. Wer lehrt nun falsch? Jesus, der Christus – oder das Alte Testament bzw. der „Gott“ des Alten Testamentes, von dem wir ja schon gehört haben, daß es in Wahrheit die Worte der Priesterkaste in den Priesterschriften waren? Wieder sind es die Priester, die, schon vom Alten Testament her, gegen Jesus vorgehen. Um die Menschen irrezuführen, nimmt die Priesterkaste hin und wieder von Jesus einige Sätze, die man dann zitiert. Man klaubt sich aber immer nur das heraus, was einem im Augenblick passend erscheint. Die eigene Lehre jedoch, die Lehre des Stuhles Petri, ist angeblich „unfehlbar“. 1870 legt ein Dogma die Unfehlbarkeit des katholischen, des päpstlichen Lehramtes fest. Was jedoch Jesus sagt, ist für die Götzendiener wie ein Steinbruch, wo man sich bedienen kann, um sich mitunter auch noch das Mäntelchen „christlich“ oder „Jesus“ umzuhängen, damit Menschen weiterhin getäuscht werden können.
Im Neuen Testament, in den Worten des Jesus, des Christus, steht nichts von Dogmen. Es wäre interessant zu wissen, woher denn die Dogmen stammen. Die Kirche hat auf ihren Konzilien damit angefangen; sie bestimmte: Ab sofort gilt dies jetzt als Dogma und dann noch jenes. So ist ein Dogma zum anderen gekommen. Das bisher letzte war das Dogma der leiblichen Aufnahme Marias in den Himmel, das 1950 verkündet wurde. Da es sich hierbei eben um ein Dogma handelt, muß ein Katholik daran glauben. Tut er das nicht, so gilt er als Häretiker, und auf ihn wartet die ewige Hölle. Auch das zählt zu den „Glaubenswahrheiten“, die verbindlich sind. Man versetzt die Menschen in Angst und Schrecken und schüchtert sie ein. Jesus hat davon überhaupt nichts gesagt. Weder hat Er solche Inhalte gelehrt, noch hat Er überhaupt von Dogmen gesprochen. Die Dogmen sind in der Zeit der Antike entstanden, als die Kirche gesehen hat: Es gibt Menschen, die immer noch versuchen, das ursprüngliche Christentum anzustreben. Dann hat man irgendwelche Glaubenssätze aufgestellt, deren Inhalt zum Teil nur schwer zu glauben ist, weil die Aussagen dem gesunden Menschenverstand widersprechen. Dennoch sind die Dogmen zur verbindlichen Glaubenslehre erklärt worden und gaben dem Stuhl Petri damals eine vortreffliche Gelegenheit, gegen Menschen vorzugehen, die nicht kirchlich linientreu waren. Die Dogmen lieferten also einen Vorwand, um diese Menschen zu verfolgen, um Abweichler auszuschließen mit der Begründung, daß sie das Dogma nicht geglaubt haben. Das Dogma war von Anfang an eine Waffe gegen jene, die anders wollten und anders gelebt haben, eine Waffe gegen „Aussteiger“.
Dieses ganze Brimborium wurde ja über Jahrhunderte zusammengesetzt. Das ist im Volk gar nicht bekannt, wo man meint, die Lehre der katholischen Kirche käme aus dem Urchristentum und wäre auf dessen Fundament geschaffen worden. Viele glauben das immer noch. Aber das Ganze baute man wie ein Mosaik auf, das allerdings nicht in sich schlüssig ist. Z.B. verlegte man im Jahre 321 den Sabbat auf den Sonntag. Die lateinische Messe gibt es seit 394. Das Sakrament der Letzten Ölung kam im Jahre 550. Das Fegefeuer wurde 593 erfunden, die Anrufung Marias und der Heiligen im Jahr 715. Und es geht weiter: Der Fußkuß des Papstes wurde 809 eingeführt. Heiligsprechung Verstorbener durch den Papst in einem offiziellen Akt gab es erst seit 973. Die Glockentaufe kam im Jahre 1000 dazu. Die Ehelosigkeit der Priester wurde erst 1015 verbindlich gemacht, also tausend Jahre nach Christus. Die Ablässe hat man 1119 geschaffen; das war sehr geldbringend. Dann kamen die Ketzergerichte. Die Ohrenbeichte wurde im Jahre 1215 vorgeschrieben, das Fronleichnamfest ist um 1264 erfunden worden. Und so geht es weiter und weiter. In jedem Jahr-hundert wurde irgendwas dazugetan, um das Brimborium immer noch größer zu machen, immer noch „schöner“.
Dogmen sind also kirchliche Glaubenssätze – doch keine Gesetzmäßigkeiten Gottes. Die Dogmen sind erst entstanden, als das Urchristentum schon in sein Gegenteil verkehrt worden war, als die Priester die Macht übernommen hatten. Dazu sagt aber die Kirche heute – auch wieder in dem Buch „Der Glaube der Kirche“ von Neuner-Roos zu lesen: „Die Aufgabe aber, das geschriebene oder überlieferte Wort Gottes verbindlich zu erklären, ist nur dem lebendigen Lehramt der Kirche anvertraut.“ (Rd.Nr. 149) oder: „Alles, was die Art der Schrifterklärung betrifft, untersteht letztlich dem Urteil der Kirche.“ (Rd.Nr. 151) Darin zeigt sich wiederum der unbedingte Machtanspruch, die Anmaßung der Kirche.
Man bedenke: Nach der Lehre des Jesus, des Christus, gibt es gar keine Kirche! Denn laut Jesus gibt es das Kämmerlein, in das du gehen sollst und dir bewußt werden sollst, daß du der Tempel Gottes bist, und daß in dir Gott ist. Und je mehr wir unsere Gebete erfüllen, indem wir die Gebote Gottes zur Hand nehmen und die Lehren des Jesus, des Christus, werden wir doch zu einem lebendigen Tempel. Was brauchen wir denn dann das ganze Sammelsurium des Alten Testamentes? Was brauchen wir denn die ganze Priesterkaste, die Götzendiener der heutigen Zeit? Jesus ist das Leben und nicht die Kaste der Priester, weder im Alten noch im Neuen Testament.
Die Glaubenssätze der Kirche sind vergleichbar mit Rechtssätzen in einem weltlichen Staat. Und wozu macht man die? Um die eigene Macht aufrechtzuerhalten. Sie sind also ausschließlich dazu da, die sogenannten Gläubigen zu kontrollieren und die Diktatur des Stuhles Petri aufrechtzuerhalten. Das zeigt sich auch daran, daß der, der diese Glaubenssätze in Frage stellt, sofort mit der höchsten Strafe, die die Kirche vergeben kann, bestraft wird. Lesen wir, was bei Neuner-Roos, S. 53, über Glaubenssätze steht: „Wer sagt, es sei möglich, daß man den von der Kirche vorgelegten Glaubenssätzen entsprechend dem Fortschritt der Wissenschaft gelegentlich einen anderen Sinn beilegen müsse als den, den die Kirche verstanden hat und versteht, der sei ausgeschlossen.“ – „Ausgeschlossen“ ist offenbar die modernere Formulierung; früher hieß es „ewig verdammt“. Denken wir einmal daran: Es gab einen Wissenschaftler, Galileo Galilei, der entdeckte, daß sich die Erde um die Sonne dreht. Er wurde deswegen in einen Inquisitionsprozeß verwickelt und mußte diese Aussage widerrufen. Wenn man heute behauptet, was die Kirche damals gelehrt hat, sei heute falsch, dann ist man ausgeschlossen. Man sieht, diese Glaubenssätze haben keinen anderen Sinn, als den, die Macht der Kirche aufrechtzuerhalten – während es bei Jesus, dem Christus, keinen Glaubenssatz gibt. Jesus, dem Christus, ging es darum, die Menschen zu Gott zu führen. Der Glaubenssatz hingegen dient dazu, die Diktatur der Kirche durchzusetzen.
Aus all diesen Vorgängen ist zu ersehen: Die Diktatoren der kirchlichen Ignoranz nehmen die Menschen überhaupt nicht ernst. Von Papst Pius II., der von 1405 bis 1464 lebte, ist die Aussage überliefert: „Uns und den Unsrigen ist das Märchen von Jesus zum Segen geworden.“ Und wer das liest, der denkt vielleicht auch an den Großinquisitor bei Dostojewski, der ja dem in dieser Erzählung auftauchenden Jesus klargemacht hat, daß der Großinquisitor und die Kirche sich der Lehre des Jesus, des Christus, bemächtigt, Seine Lehre verdreht und so das Volk verführt haben. Der gute Analytiker erinnert sich in diesem Zusammenhang sicherlich an die bereits erwähnte Aussage von Papst Nikolaus V.: „Um in den Hirnen der ungebildeten Masse dauerhafte Überzeugungen zu schaffen, muß etwas vorhanden sein, was das Auge anspricht. Ein Glaube, der sich allein auf Doktrinen stützt, kann immer nur schwach und wankend sein. Wenn aber die Autorität des Heiligen Stuhles sichtbar wird in majestätischen Gebäuden, die von Gott geschaffen scheinen, wird der Glaube wachsen.“ Ein Bild, das wir in den ersten Monaten des Jahres 2005 öfter vor Augen hatten: Majestätische Gebäude, großartige Auftritte, eindrucksvolle Musik, Luxus, Pracht und Edelsteine.
Liebe Hörer, liebe Leser, zu welcher Kategorie gehören Sie? Gehören Sie auch zu denen, von denen Papst Nikolaus V. sprach? Muß auch in Ihrem Hirn etwas umgebildet werden, um letzten Endes ungebildet zu sein? Gehören auch Sie zu dieser „ungebildeten Masse“, die überzeugt werden muß, daß der sogenannte Heilige Stuhl Petri das A und O ist? Der Glaube daran kommt sicherlich nicht vom heiligen Geist, vom wahren Heiligen Geist, sondern von einer Einstrahlung, die wir z.B. satanische Energien nennen können. Für diejenigen unter Ihnen, die sich ernsthaft Gedanken machen, wie sie diese Frage beantworten sollen, können wir, wenn Sie möchten, auch einen Ausweg aufzeigen. Der Ausweg aus dem Dilemma, das Sie jetzt vielleicht bei sich selbst entdecken, findet sich auch in der Bibel. In der Offenbarung des Johannes, 18, 4, heißt es: „Gehet hinaus aus ihr, mein Volk, daß ihr nicht teilhabt an ihren Sünden und nichts empfangt von ihren Plagen.“
Liebe Wahrheitssucher, das war nur ein ganz kleiner Ausschnitt aus den vielen, vielen Widersprüchlichkeiten, die man entdeckt, wenn man anfängt, analytisch zu denken und zu fragen und nicht kritiklos hinzunehmen, was einem vorgesetzt wird. Wir wollen an dieser Stelle aber auch noch einmal ausdrücklich klarstellen, daß jeder Mensch die Freiheit hat, zu glauben, was er möchte. Und jede Institution kann lehren, was sie möchte. Wir Urchristen schweigen nur dann nicht, wenn sich eine Institution christlich nennt, deren Lehre mit der Lehre des Jesus, des Christus, nicht nur nichts zu tun hat, sondern ihr sogar widerspricht.
weiter / zurück zur Übersicht
Die Texte der 1. bis 5. Gesprächsrunde sind im ersten Band der Reihe »Nur für kluge Köpfe und gute Analytiker. Wer sitzt auf dem Stuhl Petri?« nachzulesen.
Dieses Buch können Sie bestellen beim Verlag DAS WORT.
|
  |