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Die Frau, eine „Einfallspforte des Teufels“?
Wird seitens der Kirche eine Renaissance der Inquisition vorbereitet?


Inhalt dieser Seite:

Vorwort

Die Frau, eine Einfallspforte des Teufels? Jesus sah es anders. In den ersten Urgemeinden hatten auch Frauen verantwortungsvolle Ämter inne

Paulus forderte die Unterwerfung der Frau – mit verheerenden Folgen bis heute

Maria gilt in der Kirche als einmalige Ausnahmeerscheinung unter allen Frauen

Eine Folge der jahrhundertelangen Verteufelung der Frau: die Inquisition.
Brutalste, unglaubliche, menschenunwürdigste Quälereien besonders von Frauen durch Sadisten im Dienste der katholischen Kirche

Luther: „... kein Mitleid für diese Hexen“!

Exorzismus: Teufelsaustreibungen sind wieder „in“. Was steht dahinter?

In ferner und jüngster kirchlicher Vergangenheit gang und gäbe: Sexuelle Übergriffe zu jedweder Gelegenheit. Ungewollt geborene Kinder wurden umgebracht

Von kirchlicher Seite weder glaubhaftes Schuldgeständnis noch Sühne

Teufelsaustreibungen, Exorzismus – Vorbereitungen auf eine moderne Inquisition?

Vorwort

Wer unsere Sendereihe „Für gute Analytiker. Wer sitzt auf dem Stuhl Petri?“ bisher verfolgt hat, der weiß, daß alles, was mit diesem Stuhl zusammenhängt, unter falschem Etikett verkauft wird. Angefangen vom Namen „Petrus“ bis zu der Behauptung, Katholisch habe etwas mit Jesus, dem Christus, zu tun. Wir haben nachgewiesen, daß es sich bei der Institution Katholisch – ebenso bei ihrem Anhängsel Lutherisch – um einen konsequent heidnischen Kult handelt, völlig verwurzelt in archaischen, heidnischen Traditionen und totalitären Machtstrukturen. Wir als Urchristen beschäftigen uns mit diesem totalitären Götzenkult nur deswegen, weil er den Namen des größten Weisheitslehrers der Menschheitsgeschichte, den Namen des Jesus, des Christus, für seine unchristlichen Machenschaften mißbraucht. Wie dies geschieht, soll nun an einigen weiteren Beispielen aufgezeigt werden.
Im Folgenden ist der Inhalt der 10. Folge der Sendereihe „Für gute Analytiker. Wer sitzt auf dem Stuhl Petri?“ wiedergegeben.

Die Frau, eine Einfallspforte des Teufels?
Jesus sah es anders.
In den ersten Urgemeinden hatten auch Frauen
verantwortungsvolle Ämter inne.

Nach der Lehre des Jesus, des Christus, sind vor Gott alle Menschen gleich – auch Männer und Frauen. Wie sieht es dagegen in der heidnischen Götterkult-Religion Katholisch und ihrem „Ableger“ Lutherisch aus?

Lesen wir einige Aussagen von Kirchenlehrern, die ja die Lehre dieser Kultreligion bestimmen – die meisten davon sind übrigens heiliggesprochen.
Thomas von Aquin beispielsweise sagte: „Die Frau ist ein Mißgriff der Natur.“ (Zitatensammlung Markus Gänsel, Webring deutschsprachiger Atheisten, 10.4.2003)
Oder Kirchenvater Augustinus, bedeutender Kirchenlehrer, ebenfalls heiliggesprochen, sagte: „Das Weib ist ein minderwertiges Wesen, das von Gott nicht nach seinem Ebenbilde geschaffen wurde. Es entspricht der natürlichen Ordnung, daß die Frauen den Männern dienen.“ (Markus Gänsel, a.a.O.)
Ein weiteres Wort von Thomas von Aquin: „Der wesentliche Wert der Frau liegt in ihrer Gebärfähigkeit und in ihrem hauswirtschaftlichen Nutzen.“ (Markus Gänsel, a.a.O.)
Weiter weiß der „heilige“ Thomas von Aquin über die Frau zu sagen: „Mit ihrem Feuchtigkeitsüberschuß und ihrer Untertemperatur körperlich und geistig minderwertiger, eine Art verstümmelter, verfehlter, mißlungener Mann. Die volle Verwirklichung der menschlichen Art ist nur der Mann.“ Und: „Das Weib verhält sich zum Mann wie das Unvollkommene und Defekte (imperfectum, deficiens) zum Vollkommenen (perfectum).“ Und: „Ein männlicher Fötus wird nach 40 Tagen, ein weiblicher erst nach 80 Tagen ein Mensch. Mädchen entstehen durch schadhaften Samen oder feuchte Winde.“ (Markus Gänsel, a.a.O.)
Ambrosius, auch ein Kirchenlehrer, sprach: „Die Frau muß das Haupt verhüllen, weil sie nicht das Ebenbild Gottes ist.“ (Markus Gänsel, a.a.O.)
Aufschluß geben auch weitere Äußerungen, z.B. von Papst Pius II. (1405 bis 1464), der sagte: „Wenn du eine Frau siehst, denke, es sei der Teufel. Sie ist eine Art Hölle.“ (Markus Gänsel, a.a.O.)

Angesichts dieser Werturteile aus dem Mund kirchlicher „Höchstwürdiger“ fragt sich so manche Frau: Wie kann es sein, daß heute, im 21. Jahrhundert, immer noch Frauen in die Kirche gehen? Wie ist es möglich, daß sich eine Frau immer noch in eine katholische Kirchenbank pressen läßt?
Vom Kirchenlehrer Tertullian muß sie sich z.B. sagen lassen, sie sei „eine Einfallspforte des Teufels“, und manches mehr. (Nachzulesen in: Karlheinz Deschner, „Das Kreuz mit der Kirche“, S. 208/209)

Jesus hatte ja nicht nur die zwölf Jünger um sich, sondern auch viele Jüngerinnen, darunter sogar Damen der damaligen Gesellschaft, wie Johanna, die Frau eines hohen Beamten des Herodes. Solche Frauen würde man heute als Emanzen bezeichnen, weil sie die herkömmliche Rolle der Frau nicht akzeptierten. Viele von ihnen unterstützten Jesus und Seine Anhänger auch finanziell mit ihrem Vermögen.
Zu Jesu Zeiten war es so: Wenn eine Frau mit einem Mann auf der Straße auch nur sprach, konnte sie von ihrem Ehemann ohne Auszahlung der Hochzeitsverschreibung – vergleichbar unserem Versorgungsausgleich – verstoßen werden. Umgekehrt galt es als Schimpf für einen Gelehrtenschüler, für einen Jünger, erst recht für einen Rabbi, mit einer Frau auf der Straße zu sprechen. Doch Jesus machte diesem ganzen Unsinn ein Ende. Er lebte und lehrte die Gleichheit.
Die Frauen um Jesus waren nicht passiv. Frauen waren die ersten, die Seine Auferstehung verkündeten. Bei Lukas heißt es: „Die Frauen verkündigten dies alles den Elf und allen übrigen.“

Jesu Unbefangenheit gegenüber Frauen fiel sogar Seinen eigenen Jüngern auf. Er bat z.B. eine Samariterin am Brunnen, Ihm zu trinken zu geben. Er unterhielt sich mit ihr, obwohl die Juden mit den Samaritern in Feindschaft lebten. Dazu lesen wir in Johannes 4, 27: „Und währenddem kamen Seine Jünger, und sie verwunderten sich, daß Er mit einer Frau sprach. Keiner jedoch sagte: »Was willst du oder was sprichst du mit ihr?«“
Als Jesus eine schwerbehinderte Frau heilte, protestierten die Schriftgelehrten, weil das an einem Sabbat geschah, und Jesus sprach: „Das ist Abrahams Tochter.“ Dies stellte in der damaligen Zeit an sich schon eine Ungeheuerlichkeit dar – eine solche Aufwertung der Frau! Abraham war der Stammvater, den alle verehrten – und nun sagt Jesus: „Das ist Abrahams Tochter.“ Zudem kam diese Aussage noch von einem Mann! Jesus erwies sich also auch in dieser Hinsicht als ein Rebell, als der „unbequeme Zeitgenosse“.

Die Stellung der Frau bei Jesus von Nazareth faßt der Journalist Gerhard Adler in einer Rundfunksendung wie folgt zusammen: „Jesus zeichnete Frauen auf eine in der jüdischen Gesellschaft geradezu skandalöse Weise aus. Er brach das Gesetz, das eine Ehebrecherin zu steinigen befahl. Er ließ die Frau nach Hause gehen und stellte noch dazu die Heuchelei der anklagenden Männer bloß: »Wer von euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.« Er nahm die Liebegabe einer stadtbekannten Hure an, die Ihm die Füße salbte. ... Er redete mit Frauen – sogar mit solchen, die in der sozialen Rangordnung ganz unten standen wie die Samariterin und die Kanaaniterin. Er ging in das Haus der beiden Frauen, Maria und Martha, und verstieß damit gegen alle guten Sitten.“
Es ist kein einziges Wort von Jesus überliefert, das eine Handhabe zur Unterdrückung der Frau böte oder zu ihrem Ausschluß von irgendeinem geistlichen Amt. In der Kirche bestand anfangs noch keine Diskriminierung von Frauen; sie hatten Zugang zum Apostolat wie zum Diakonat. Frauen waren auch als Heilerinnen und Prophetinnen am Gemeindeleben beteiligt.

Wie bereits erwähnt, gab es in den urchristlichen Gemeinden verschiedene Aufgaben: zum einen die der Prophetischen Rede sowie des Heilens und des Lehrens, zum anderen Verwaltungsaufgaben. All diese Aufgaben versahen auch Frauen. Wir lesen in Apostelgeschichte 2, 17: „So spricht Gott: Ich werde Meinen Geist ausgießen über alles Fleisch. Eure Söhne und Töchter werden Propheten sein. Auch über Meine Knechte und Mägde werde Ich von Meinem Geist ausgießen in jenen Tagen, und sie werden Propheten sein.“ So war es angekündigt, und so hat es sich dann auch bewahrheitet. Lukas z.B. erwähnt in Apostelgeschichte 21, 9 „die vier Töchter des Philippus, die Prophetinnen waren.“
Daß viele Frauen den sogenannten Hausgemeinden vorstanden, entnehmen wir ebenfalls dem Neuen Testament: „»Aphia stand mit zwei anderen der Hauskirche in Kolossa vor (Philem. 2). Nympha in Laodizea, Lydia in Thiatyra und Phöbe in Kenchrea« leiteten die Versammlungen in ihren Häusern. (Kol 4, 15; Apg 16,15; Röm 16,1)“ (Karen Jo Torjesen, „Als Frauen noch Priesterinnen waren“, Frankfurt 1995, S. 42)
Überall im Neuen Testament begegnen uns Frauen. Interessant ist, daß im Römerbrief 16,7 sogar eine Apostelin, also eine Sendbotin, mit Namen Junia erwähnt wird. Dieser Name wurde dann um das Jahr 1300 herum von schlauen Theologen in „Junias“ verwandelt, was eine männliche Form wäre. Daß ein solcher männlicher Name in der Antike überhaupt existierte, konnte jedoch noch von niemandem nachgewiesen werden.
An diesem Vorgang ist abzulesen, daß es irgendwann zu einer Wende gekommen sein muß, denn: Bei Jesus waren die Frauen gleichberechtigt, auch noch in den ersten Urgemeinden – und dann ist es mit einem Mal anders. Bekannt ist die Aussage von Paulus, die man heute in der Bibel im 1. Korintherbrief 14, 34 nachlesen kann: „Eure Frauen sollen in den Gemeinden schweigen, denn es ist ihnen nicht gestattet zu reden, sondern sie sollen sich unterordnen, wie auch das Gesetz sagt.“

Paulus forderte die Unterwerfung der Frau –
mit verheerenden Folgen bis heute.

Hier stellt sich die Frage: Ist die Frauenfeindlichkeit in der katholischen und lutherischen Kirche auf Paulus zurückzuführen?
Paulus, der ursprünglich Saulus hieß, war römischer Bürger und brachte die römische Tradition in die Kirche hinein. Ein kurzes Zitat von Karlheinz Deschner: „Die früheste Geringschätzung der Frau im Christentum stammt von Paulus, der sich dabei nirgends auf Jesus beziehen kann. Und dann ist es häufig Paulus, auf den man sich beruft und dessen Frauenfeindschaft man durch Fälschungen fortsetzt. Entsprechend werden nachträglich auch Jesu Jünger zu Propagandisten von Virginität und Weiberhaß gemacht.
Ja, von Petrus, dem ersten »Papst« und Familienvater, behauptet man später, er habe jeden Ort geflohen, der eine Frau barg, und läßt ihn geradezu erklären: »Die Frauen sind des Lebens nicht würdig.«“
(Karlheinz Deschner, „Das Kreuz mit der Kirche“, S. 208)
Der Epheserbrief, der von Paulus selbst oder von einem seiner Schüler stammt, zeigt deutlich, wie sehr Paulus die antiken Vorstellungen der Frauenunterdrückung übernommen hat. In Epheser 5, 22-24 heißt es: „Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter wie dem Herrn, denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch Christus ist das Haupt der Gemeinde. Auch wie nun die Gemeinde sich Christus unterordnet, so sollen sich auch die Frauen ihren Männern unterordnen in allen Dingen.“
Auf diese Textstelle beruft sich die katholische Kirche noch heute, wenn sie verfügt: Frauen können keine Priester sein. Frauen werden auch mit keinen anderen kirchlichen Ämtern betraut, sondern sie sind nach wie vor von den meisten Ämtern in der katholischen Hierarchie ausgeschlossen. Auf Jesus hingegen beruft man sich diesbezüglich nicht, denn Jesus hat immer ganz klar die Gleichberechtigung hervorgehoben. Davon ist natürlich in der katholischen Kirche nicht die Rede, sondern man bezieht sich auf Paulus, der aus dem Heidentum und aus der antiken Umwelt die Unterordnung der Frau übernommen hatte.

Bei den Römern war die Frau als minderwertig angesehen. Im römischen Reich war es weder möglich, daß eine Frau ein Amt bekleidete, noch daß sie in der Öffentlichkeit auftrat. Das Ende der Gleichberechtigung der Frau im frühen Christentum war spätestens dann gekommen, als die entstehende kirchliche Hierarchie sich dem römischen Staat anpaßte. Sie verbündete sich mit dem römischen Staat und übernahm damit auch voll die juristischen und organisatorischen Voraussetzungen dieses Staates. Dazu gehörte auch, daß Frauen z.B. nicht mehr einer Hausgemeinde vorstehen konnten, wie es vorher gang und gäbe war. Die „Herren der Schöpfung“ nahmen nun alles wieder selbst in die Hand.
Paulus trug die römischen Satzungen, die ja ebenfalls heidnisch waren, in das Urchristentum hinein. Er übernahm sowohl die Frauenverachtung als auch die Sklavenhaltung vom Römertum und von der antiken Welt. Im Grunde genommen muß man tatsächlich das Frauenproblem, das Paulus schuf, mit der Befürwortung der Sklavenhaltung in einem Atemzug nennen. Paulus erklärte ausdrücklich die Sklavenhaltung für richtig und gebot den Sklaven, sich ihrem Herrn zu unterwerfen, vor allem, wenn dieser Herr ein Christ war. In diesem Fall verlangte er sogar ganz besondere Unterwerfung. Sklaven und Frauen wurden also durch Paulus in ihrem Status, in ihrer Wertigkeit weitgehend angenähert, was die spätere Geschichte des sogenannten Christentums maßgeblich prägte.

Maria gilt in der Kirche als einmalige Ausnahmeerscheinung
unter allen Frauen.

Maria war ja auch eine Frau. Man gewinnt den Eindruck, als sei Maria als Frau eine Ausnahme in der katholischen Kirche, als sei sie die einzige Frau, die in diesem „Männerverein“ geduldet wird. Läßt sich daraus schließen, daß Maria folglich nicht zur „Einfallspforte des Teufels“ gehört, durch die ja auch viele Päpste gingen?
In der Tat, Maria gehört nicht dazu, denn das katholische Dogma besagt ganz klar: Sie ist von der Erbsünde frei (Neuner-Roos Nr. 479: „von jedem Fehl der Erbsünde rein bewahrt“). Gemäß katholischer Lehre wird die Seele eines jeden Menschen bei der Zeugung mit der Erbsünde befleckt. Nach dem Dogma von 1854 ist das bei Maria ausgeschlossen. Von daher ist sie nicht Einfallspforte des Teufels, und es wird auch gelehrt, daß ihr Leib später im Grab nicht verweste. Sie zählt diesbezüglich als einmalige Ausnahme-Erscheinung.
Maria wird als Himmelskönigin bezeichnet. Man muß annehmen, daß dieser Marienkult mit all den Attributen – Himmelskönigin, Gottesmutter, Gottesgebärerin – dazu dient, das tiefsitzende schlechte Gewissen der katholischen Kirche so schlecht und recht zu kompensieren: Die Frauenverachtung, die in dieser Kirche so nachhaltig wirkt, wird ausgeglichen durch die Marienkulte, durch die Verehrung einer Frau, die man zur „Gottesmutter“ hochstilisiert. Sicherlich könnte ein Tiefenpsychologe dazu mehr sagen, aber es ist auch für Laien offensichtlich, daß hier eine schizophrene Einstellung zur Frau herrscht. Einerseits wird sie in Maria zur Göttin erhoben, andererseits wird der Rest aller Frauen verteufelt.
Laut kirchlicher Lehre verweste der Körper Marias nicht. Als Maria nun – nach kirchlicher Darstellung – leiblich in den Himmel auffuhr, war das dann der Körper, der schon längst im Grab gelegen hatte? Stieg dieser dann himmelwärts, oder wie haben wir uns das vorzustellen?
Das Dogma, daß Maria mit ihrem Leib in den Himmel aufgenommen worden ist, wurde 1950 verkündet. Obwohl ihr Körper schon sehr lange im Grab lag, ist er dort angeblich nicht verwest – der unverweste Leib wurde dann in den Himmel aufgenommen. Wann genau der Zeitpunkt dieser Aufnahme in den Himmel gewesen sein sollte, ist aus den Unterlagen nicht zu ersehen. Doch eine Nichtverwesung des Leibes ist nach katholischer Lehre die Voraussetzung für diese leibliche Himmelfahrt. Denn gestorben ist Maria, das gibt ja die katholische Kirche zu.
Wie mag das wohl vor sich gegangen sein? Maria ist also aus dem Grab herausgestiegen, mit dem Leib, der vielleicht nach einigen Jahren oder Jahrzehnten nicht verwest war. Und dann ist sie nach katholischer Lehre mit ihrem Körper gen Himmel gefahren ... ?

Wenn auch so mancher dies für Unsinn hält – es ist aber wirklich ein Dogma, nachzulesen in dem Buch „Der Glaube der Kirche“, unter Randnummer 487: „Es ist eine von Gott geoffenbarte Glaubenswahrheit, daß die unbefleckte, immer jungfräuliche Gottesmutter Maria nach Vollendung ihres irdischen Lebenslaufes mit Leib und Seele zur himmlischen Herrlichkeit aufgenommen worden ist. Wenn daher, was Gott verhüte, jemand diese Wahrheit, die von Uns“ – wohlgemerkt: „Uns“ großgeschrieben! – „definiert worden ist, zu leugnen oder bewußt in Zweifel zu ziehen wagt, so soll er wissen, daß er vollständig vom göttlichen und katholischen Glauben abgefallen ist.“
Und wer ist derjenige, der sich hier als „Uns“ bezeichnet? – Es kann nur eine Kraft sein, die das normale Zusammenleben zwischen den Menschen, auch zwischen Mann und Frau, zerstören will, eine Kraft, die alles durcheinanderbringen will, was der Mensch an natürlichen Empfindungen hat; eine Kraft, die alles wegwischen will, was der Mensch an Gutem, Gottgegebenem in sich trägt; die verhindern will, daß er sich bemüht, wirklich ein Leben nach den göttlichen Gesetzen zu führen. – Das kann niemand anderer sein als der Gegenspieler Gottes.

Wenn der Stuhl Petri solches vertritt – wer sitzt dann auf dem Stuhl Petri? Derjenige, der das befürwortet.
Sehen wir all die Fakten, die wir in dieser Sendereihe bereits dargelegt haben, im Zusammenhang mit den wenigen Details, von denen hier die Rede war, so ist festzustellen: Die Mißachtung der Frau auf der einen Seite und die Hochstilisierung einer einzigen Frau als Kompensation für all das Üble, das man den anderen zuspricht, fügt sich nahtlos in die Tradition ein, die wir skizziert haben. Es ist die Tradition aus der Zeit vor Christus.
Wir haben von Rom gesprochen. Die römische Tradition ist ja pur heidnisch; diese heidnische Tradition setzte sich in der katholischen Kirche fort.

Eine Folge der jahrhundertelangen
Verteufelung der Frau:
die Inquisition. Brutalste, unglaubliche,
menschenunwürdigste Quälereien
besonders von Frauen durch Sadisten im
Dienste der katholischen Kirche

Welche tatsächlichen Folgen für die Menschen hat diese Haltung der katholischen Kirche in den vergangenen 2000 Jahren nach sich gezogen?
Eines der dunkelsten Kapitel des katholischen Götzenkultes ist die Inquisition, die ihre unmittelbare Fortsetzung in der Hexenverfolgung fand. Wir wissen, daß die Hauptgruppe der Opfer dieser Verfolgung, die ca. 3 Millionen Menschen das Leben kostete, vorwiegend Frauen waren. Zahllose Frauen wurden als Hexen auf den Scheiterhaufen verbrannt. Dazu genügte es, daß man ihnen irgend etwas andichtete, z.B. sie hätten Mäuse herbeigehext, sie hätten Kinder verzaubert oder sie hätten irgendeinen Trank gebraut. Das reichte schon, um sie der kirchlichen Inquisition zu überantworten. Diese Frauen wurden dann grausam gefoltert und die meisten verbrannt. Die Folterinstrumente, die man gegen Frauen anwandte, waren noch viel brutaler als jene, die man gegen die Ketzer einsetzte, die ebenfalls Opfer der Inquisition waren.

Gerade in Anbetracht der Inquisition kann man sagen: Noch nie gab es eine Religion, die so viel Nächstenliebe gepredigt und so viel Nächstenhaß und Frauenhaß praktiziert hat. Nur in dieser einen, allerdings negativen Hinsicht steht das kirchliche Christentum – evangelischer wie katholischer Provenienz – tatsächlich einzigartig unter den Religionen da. Eine Einzigartigkeit im Positiven, in puncto Menschlichkeit und Schutz der Menschenrechte, besitzt das Kirchen-Christentum nicht. Jedes Menschenrecht mußte vielmehr gegen den erbitterten Widerstand der Kirche, der katholischen wie der evangelischen, durchgesetzt werden.
In diesem Zusammenhang äußerte sich im Jahre 1988 der kürzlich verstorbenen Papst Johannes Paul II. in vielsagender Weise: „Eine Frau soll still zuhören und sich ganz unterordnen. Ich gestatte es keiner Frau, zu lehren und sich über den Mann zu erheben. Zuerst wurde ja Adam erschaffen und dann erst Eva.“ – Offenbar ließ sich Johannes Paul II. dazu von den Paulusworten im 1. Korintherbrief inspirieren.

Zurück zur Hexenverfolgung. Der Boden dafür wurde entscheidend aufbereitet durch das Werk des Dominikaners Heinrich Kramer (lat. Institoris), heute noch bekannt als „Der Hexenhammer“, ein Buch, das sich fast ausschließlich gegen Frauen richtete. Als Gipfel könnte man hier vielleicht anführen, zu welchem Ergebnis Kramer kam. Er nimmt das Wort „femina“ und zerlegt es in die beiden Bruchstücke „fe“ und „minus“. „Fe“ steht für fedes, Glaube; „minus“ steht für „weniger“. Daraus folgerte er, „femina“ bedeute „die weniger Glauben hat“, in dem Sinne: Die Frau ist eben doch nur ein unvollkommenes Tier. – Soweit die Erkenntnis eines Dominikanermönchs, der sich immer wieder auf die Aussagen der Kirchenlehrer berief, von denen wir schon hörten.
In der sogenannten „Hexenbulle“ machte 1484 Papst Innozenz VIII. den Weg für den „Hexenhammer“ frei. Die Auswirkungen dieses Buches und der Hexenbulle waren ungeheuerlich.
Führen wir uns einmal vor Augen, was in den Folterkammern der Inquisition vor sich ging. In dem Buch „Die neue Inquisition“ des bekannten Religionswissenschaftlers und Theologen Prof. Hubertus Mynarek kann man lesen:
„In der patriarchalisch-maskulin strukturierten Kirche mußten zwangsläufig die Frauen häufig noch schlimmer als die ketzerischen Männer bestraft werden. ... Es gab speziell-spezifische Folterinstrumente gegen die Frauen, z.B. die »vaginale Birne«, die durch Drehung der Schraube ausgeweitet, Eingeweide und Gebärmutter zerriß. Es gab »Brustkrallen«, die die Brüste zerfleischten; andere Krallen, die, rotglühend gemacht, »lediglich« einen »Biß« auf den Brüsten unverheirateter Mütter verursachten, während ihre Kinder zu Füßen der Mutter lagen und mit deren Blut bespritzt wurden. Es gab »spanische Spinnen«, d.h. vierfingrige, scherenartige Klauen, die das Opfer am Gesäß, an den Brüsten, am Bauch oder Kopf, oft aber auch mit zwei Klauen an Augen und Ohren hochzogen.“ Auch „orale Birnen“ für geschwätzige Frauen – „also kunstvoll gefertigte Eisenknebel, deren zugespitztes Ende das Aufschlitzen der Kehle bewerkstelligte.“ (Hubertus Mynarek, „Die neue Inquisition. Sektenjagd in Deutschland“, 1999, Verlag Das Weiße Pferd)

Wer sich dies alles einmal realistisch vor Augen führt, kann die frauenverachtenden Zitate jener Kirchenlehrer nicht gleichmütig lesen. Sie erscheinen einem Menschen unserer Zeit absurd und sogar lächerlich. Macht man sich jedoch bewußt, welch ein Leid, welch ein grausiges Morden daraus entstanden ist, dann verschlägt es einem die Sprache.
Und was sagt dazu der heutige Papst Benedikt?
Vor diesem Hintergrund muß man sich das Interview des Kardinals Ratzinger kurz vor seiner Papstwahl vergegenwärtigen, in dem er ganz locker sinngemäß erklärte: „Wir stehen natürlich in der Kontinuität der Inquisition. Aber man kann doch nicht leugnen, daß ein gewisser Fortschritt eingetreten ist durch die Inquisition. Die dort Verurteilten wurden immerhin vor ihrer Verurteilung verhört.“
Und wie dieses „Verhör“ aussah, finden wir illustriert in der Schilderung von Prof. Mynarek. Es bestand in barbarischen, brutalsten, menschenunwürdigsten Quälereien von Frauen durch Sadisten, die im Dienste der katholischen Kirche handelten.
Angesichts dessen kann man die Äußerung Ratzingers vom März 2005 nur als Skandal bezeichnen, über den man in der Öffentlichkeit nicht länger schweigen sollte. Jeder andere, der solche eklatanten Grausamkeiten in der Öffentlichkeit derart verharmlosen würde, würde normalerweise von deutschen Staatsanwälten zur Rechenschaft gezogen werden, wegen Billigung von Völkermord, wegen Billigung von unmenschlichen Grausamkeiten.
Man stelle sich einmal vor, jemand würde auf diese Weise den Holocaust verharmlosen. Was würde mit einem solchen Menschen geschehen? Aber ein römischer Kardinal, der später zum Papst gewählt wird, kann sich das erlauben! Die deutschen Katholiken, die deutsche Öffentlichkeit und die deutsche Politik schweigen dazu. Das ist einer der Gründe, warum wir in dieser Gesprächsrunde so eingehend und deutlich auf die Vergangenheit und Gegenwart dieser Kirche hinweisen müssen. Die meisten, die noch Mitglieder dieser Kirche sind, wissen gar nicht, welch einer Organisation mit welch einer verbrecherischen Vergangenheit sie angehören und wie diese Verbrechen noch heute von den Repräsentanten dieser Kirche verharmlost werden.
Und auf dieser Kirche steht der Stuhl Petri! – Wer sitzt auf dem Stuhl Petri?
Man kann es sich vorstellen: Es sind die, die diese unglaubliche Quälerei, diese abgrundtiefe Mißachtung der Frauen und vieler anderer Menschen befürworten. Es sind jene, die nicht das tun, was Jesus uns lehrte, sondern ganz kraß das Gegenteil. Es ist folglich der Antichrist.

Luther: „... kein Mitleid für diese Hexen“!

Jeder Protestant geht gemeinhin davon aus, er habe mit Gleichem und Ähnlichem nichts zu tun. Fragen wir also: Wie sieht es mit der Verachtung und Verteufelung der Frau in der protestantischen Kirche aus? War Luther an dieser Vergangenheit nicht beteiligt?
Luther war, wie auch Calvin, davon überzeugt, daß es z.B. einen Schadenszauber und einen Teufelspakt gibt. Auch er befürwortete die gerichtliche Verfolgung von Hexen. Dabei berief er sich übrigens auf eine Textstelle des Alten Testamentes, auf 2 Mose, 22, 17, wo es heißt: „Die Zauberinnen sollst du nicht am Leben lassen.“ Das hatte für Luther Gültigkeit, wie es unter anderem in einer „Hexenpredigt“ zum Ausdruck kommt, die er hielt. Bekannt ist Luthers Aussage: „Ich will kein Mitleid für diese Hexen. Ich wünsche, daß man sie Stück für Stück verbrenne.“ Schon daraus wird deutlich, wie Luther zu den Hexen stand. Aber nicht nur zu den sogenannten „Hexen“, sondern zu Frauen allgemein. Sie kamen bei ihm keinen Deut besser weg als bei seinen katholischen Kollegen.
Die Aussagen Luthers darüber, wie er die Frau an sich einschätzte, sind von ähnlicher Herabwürdigung geprägt wie die der zitierten Kirchenväter der katholischen Kirche. Bei Deschner lesen wir: „Wie irgendein Kirchenvater legte Luther die paradiesische Sündenfallstory zum Vorteil des Mannes aus, dem das »Regiment« gehöre, während die Frau sich »bücken« müsse. Der Mann ist »höher und besser«, »Wächter eines Kindes«: die Frau »ein halbes Kind«, »ein Toll Thier«, »die größte Ehre, die es hat, ist, daß wir allzumal durch die Weiber geboren werden«“. (Karlheinz Deschner, „Das Kreuz mit der Kirche“, S. 214/215)
Für Luther sind Frauen „das schwächste Werkzeug“ und nur „Miterben der Gnade“. (Martin Luther, „Eine Predigt vom Ehestand“       (glaubensstimme.de/reformatoren/luther/282.htm)) Als Frau kann man nach Luthers Vorstellungen durch das Kinderkriegen selig werden, was bei ihm natürlich nicht für „Juden- und Türkenweiber“ gilt, sondern nur für „Weiber, die Christen sind.“ – Mit der Lehre des Jesus von Nazareth hat das nichts zu tun. Das gilt ebenfalls für Luthers folgende Worte für den Fall des Todes der Mutter im Kindbett: „Wohl euch, denn ihr sterbet im edlen Werk und Gehorsam Gottes.“ (Zitatensammlung Martin Gänsel, Webring deutschsprachiger Atheisten, 10.4.2003) Oder noch krasser: „Ob sie sich aber auch müde und zuletzt todt tragen, das schadet nichts. Laß sie nur todt tragen, sie sind darumb da.“ (Martin Luther, „Eine Predigt vom Ehestand“ (glaubensstimme.de/reformatoren/luther/282.htm)) Soweit der ehrenwerte Dr. Martin Luther, dessen Charakter immer wieder als besonders vorbildlich hingestellt wird.

Exorzismus: Teufelsaustreibungen sind
wieder „in“. Was steht dahinter?

Wenn davon die Rede war, daß Frauen vielfach der Hexerei bezichtigt wurden, erhebt sich die Frage: Ist das denn heute anders? Auch heute hört man immer wieder von Teufelsaustreibungen, von Exorzismus.
Der letzte Fall von Teufelsaustreibung, der tödlich endete, ereignete sich in Deutschland, in Klingenberg am Main. Der damalige Würzburger Bischof Stangl hatte 1976 die Erlaubnis zum Exorzismus an der Pädagogikstudentin Anneliese Michel gegeben. Im Laufe vieler Exorzismus-Sitzungen innerhalb eines halben Jahres magerte die junge Frau extrem ab. Sie sah schließlich furchtbar aus, und am Ende starb sie – letztlich als unmittelbare Folge dieses Exorzismus. Es kam damals zu einem Prozeß, bei dem die kirchlichen Exorzisten Bewährungsstrafen erhielten.
Und dazu steht der heutige Papst Benedikt! Eine Zeitungsmeldung besagt, daß er neulich einen weiterführenden Kurs für Exorzisten eingerichtet hat, die nach seiner Ansicht einen „wichtigen Dienst für die Kirche“ leisten. (Salzburger Nachrichten, 15.9.2005)
Der Chef-Exorzist im Vatikan, Pater Gabriel Amorth, führte bereits über vierzigmal den Exorzismus durch. Das „Hamburger Abendblatt“ (16.9.2004) beschrieb, wie der „Tatort“ dieser Exorzisten aussieht. In dem Bericht heißt es: „Das ist ein unheimlicher Ort in der Nähe des Vatikans. Die normale Welt scheint zu verschwinden, sobald man das Kloster betreten hat. Hinter diesem Kloster ist ein düsteres Badezimmer. Es gibt Fesseln da, um die Opfer zu fesseln, falls sie schwer vom Teufel besessen sind, und überall hängen Heiligenbildchen an der Wand.“ Diese wenigen Worte lassen ahnen, wie der tagtäglich praktizierte Exorzismus unter dem Segen des Papsttums aussieht.

So manchen beschleicht hier die Sorge, daß im Vatikan die Inquisition modernisiert werden könnte, um dann eventuell unter der Bezeichnung „Teufelsaustreibung“ wieder angewandt zu werden.
Diese Sorge ist berechtigt, denn es gibt ja heute die „Kongregation für die Glaubenslehre“, die letztendlich nichts anderes tut, als die Inquisitionsbehörde unter anderem Namen fortzusetzen – und womöglich weiterzuentwickeln? Man weiß nicht, was man vielleicht in Kürze von dieser Behörde zu erwarten hat ...

In ferner und jüngster kirchlicher
Vergangenheit gang und gäbe:
Sexuelle Übergriffe zu jedweder Gelegenheit.
Ungewollt geborene Kinder wurden umgebracht.

Eine Frau in der katholischen und lutherischen Kirche lebt doch gefährlich. Man müßte gerade den Frauen, die ihre Kirchensteuer zahlen, die in die Kirche gehen oder katholisch oder lutherisch sind, raten, so schnell wie möglich das anzuwenden, was bei Johannes von Patmos die Stimme vom Himmel riet: „Gehet hinaus von ihr, mein Volk, daß ihr nicht teilhaftig werdet ihrer Sünden und nichts empfangt von ihren Plagen.“ (Off 18,4)
Welche Plagen die Kirchenleute den Frauen bereits auferlegten, ist in dieser Sendung wirklich nur ganz leicht angedeutet, weil die Wahrheit so grausam ist, daß man sie in einer Radiosendung überhaupt nicht verbreiten kann.
Und das alles ist ja nicht nur Vergangenheit! Gehen wir nur ein bißchen zurück ins Jahr 2001 und vergegenwärtigen uns die Schlagzeilen der damaligen Zeitungen: „Vatikan gibt zu: Priester zwingen Nonnen zum Sex. Bischöfe in Afrika zwingen Frauen zum Sex.“ Vom Vatikan wurde das damals heruntergespielt; es sei eine Ausnahme. Aber wenig später wurden aus 24 Ländern solche Vorfälle bekannt, darunter Brasilien, Kolumbien, Indien, die Philippinen, Italien und Irland – also auch aus Europa. Eine Oberin, die beim Bischof Hilfe suchte, wurde disziplinarisch bestraft.
Wir sehen, auch im Jahre 2001, also heute, wird der Frau seitens der Kirche immer noch keine Menschenwürde zugebilligt. Daß es sich bei diesen sexuellen Übergriffen nicht um Ausnahmefälle handelt, zeigt eine Studie, die in Amerika durchgeführt wurde. Danach sind 40 Prozent der amerikanischen Nonnen – etwa 34.000 Frauen! – mindestens einmal Opfer eines sexuellen Übergriffs durch Priester oder andere Nonnen gewesen. Da kann man nicht von Einzelfällen sprechen.

Das nimmt nun aber so manchen wunder! Denn schon zu Beginn dieser Sendung hörten wir, daß die Frauen die „Einfallspforte des Teufels“ sein sollen. Und die Päpste, die das äußerten, hatten doch sicher im Sinn, daß man sich als Mann von den Frauen fernhalten sollte. Es ist verwunderlich, daß es jetzt, in der heutigen Zeit, zu solchen Übergriffen kommt. Man muß doch davon ausgehen, daß die Frauen, die mit andächtigem Gesicht auf dem Petersplatz den Päpsten zujubeln, sicher sein können, daß zumindest der, der auf dem Stuhl Petri sitzt, sich um diese Askese bemüht und sich der „Einfallspforte des Teufels“ enthält ...
Werfen wir noch einen Blick in die kirchliche Praxis der Vergangenheit. Es gibt viele Berichte darüber, wie es z.B. bei den Konzilien zu- und herging. Hunderte von Konkubinen und Huren sind jeweils mit den Bischöfen mitgegangen und waren bei den Kirchenversammlungen zugegen. Zitieren wir hier aus dem Buch von Karlheinz Deschner „Das Kreuz mit der Kirche“ – ein übrigens sehr empfehlenswertes Buch, nicht nur für Frauen: „Bei Staatsakten und großen Kirchenversammlungen fehlten die fahrenden Fräuleins ebenfalls nicht. Zum Reichstag in Frankfurt 1394 eilten achthundert Huren, zu den Konzilien in Basel und Konstanz angeblich fünfzehnhundert. Aber auch reisende Beamte konnten die Kosten ihrer Bordellbesuche als Spesen verbuchen.“
„Kein Zufall ist es, daß die Papststädte stets besonders von Dirnen überflutet waren. Petrarca berichtet dies von Avignon, und dann glänzte lange Zeit Rom durch die Menge seiner Puellae publicae.
1490 weist dort eine ziemlich zuverlässige Statistik 6800 Honorarjungfrauen nach – bei noch nicht hunderttausend Einwohnern; jede siebte Römerin war eine Nutte. Und vielleicht entstand sogar die moderne Kurtisane (...) am päpstlichen Hof in Avignon. Es gab dort eine Fülle schöner Frauen, und eine Frau konnte in der Umgebung eines Kirchenfürsten immer nur Mätresse sein, was sich dann auch in Rom fortsetzte.“
(S. 370)

Die Mätressen sind ja auch hin und wieder schwanger geworden. Die Empfängnisverhütung funktionierte damals noch nicht so gut. Es gab also immer wieder Kinder. Was hat man mit ihnen gemacht?
Bei Deschner ist nachzulesen, daß man im Stralsunder Brigittenkloster und im Kloster Mariakron „Kinderköpfe, auch ganze Körperlein versteckt und vergraben“ fand (S. 139). In einem abgepumpten römischen Klosterteich sollen sogar Tausende von Kinderskeletten zum Vorschein gekommen sein. Die Kinder von Nonnen, Mönchen oder Klerikern, die diesem Schicksal entgingen, wurden meist kurzerhand zu Kirchensklaven gemacht.

Wie scheinheilig ist doch dagegen der Aufruf von Kardinal Meisner, wenn er über die Abtreibungen wettert! Er sagt: „Zuerst Herodes, der die Kinder von Bethlehem umbringen läßt, dann unter anderem Hitler und Stalin, die Millionen Menschen vernichten ließen, und heute in unserer Zeit werden ungeborene Kinder millionenfach umgebracht.“ Nachzulesen ist das im „Spiegel“ vom 7. Januar 2005. Kein Wort über seine Institution, kein Wort darüber, was deren Vertreter mit ungeborenem und geborenem Leben gemacht haben – all die Jahrhunderte und Jahrtausende hindurch.
Vielleicht hat Meisner aber automatisch seine Institution mit einbezogen? Man kann davon ausgehen, denn die Scheinheiligkeit der katholischen Kirche kennt keine Grenzen. Auch im Jahr 2005 verurteilte z.B. der Vatikan die Prostitution als moderne Sklaverei. Und wir haben ja nun gehört, wer mehr oder weniger fast hauptverantwortlich dafür ist, daß sich die Prostitution in den „christlichen“ Ländern dermaßen ausbreiten konnte. An Scheinheiligkeit ist der Vatikan also kaum zu überbieten.
Jetzt ist auch zu verstehen, daß Goethe seinen Mephisto sagen läßt: „Den Teufel spürt das Völkchen nie, und wenn er sie beim Kragen hätte.“

Von kirchlicher Seite weder glaubhaftes Schuldgeständnis noch Sühne

Die Frage erhebt sich: Haben der Stuhl Petri und die Lutherkirche für ihre unvorstellbaren Verbrechen an Frauen und Kindern Sühne geleistet?
Werfen wir erst einen Blick auf die Haltung der Lutherkirche. Die Lutherkirche erklärt heute noch, daß sie die Tradition Luthers hochhalten will und Luther als Vorbild ansieht. Das kann man auch im Internet in den Erklärungen von Bischöfen der evangelisch-lutherischen Kirche nachlesen. Sicherlich bedauert man in der einen oder anderen Stellungnahme pflichtschuldig den Antisemitismus Luthers. Aber insgesamt hat man sich in der Lutherkirche von diesem Vorbild nicht getrennt – obwohl er zu Mord und Totschlag aufgerufen hat; obwohl er der geistige Urheber des Holocaust ist; obwohl er unter anderem auch für Hexenverbrennungen verantwortlich ist. – Soweit zur evangelisch-lutherischen Kirche.
Die römisch-katholische Kirche hat im Jahr 2000 durch Papst Johannes Paul II. eine Erklärung abgegeben. Doch nicht etwa, daß sie sich als Kirche versündigt habe durch Kreuzzüge, durch Inquisition, durch Verbrechen an Menschen, Menschengruppen und Ausrottung ganzer Völker, sondern: daß einzelne Christen eben leider gesündigt hätten, Verfehlungen, die zu bedauern seien. Der damalige Papst hat dies als großes Mea culpa seiner Kirche verkauft.
In Wirklichkeit ist das nichts als eine große Lüge! Es gibt so viele Papstbullen, Proklamationen für die Inquisition, für die Hexenverfolgung, für die Judenverfolgung. Allein für die Judenverfolgung existieren etwa 30 Papstbullen, offizielle Schriften des Papstes. Er kann doch nicht einfach behaupten, Einzelne seiner Nachfolger hätten Verfehlungen begangen, die zu bedauern seien!
Außerdem bleibt die Frage nach der Sühne offen. Soeben wurde dargelegt, daß noch nicht einmal das Schuldgeständnis gegeben ist, geschweige denn die Sühne. Was würde denn Sühne bedeuten? Von Sühne kann nur gesprochen werden, wenn man das Gleiche nicht mehr tut und das Getane wiedergutmacht. Von letzterem kann ebenfalls keine Rede sein, wenn wir z.B. an die Übergriffe der Priester denken, über die berichtet wurde. Wieviel Tausende von Sexualverbrechen katholischer Priester gibt es auf der ganzen Welt, die jetzt aufgedeckt werden! Oder, wenn wir von der Inquisition sprechen: Die Inquisition findet heute genauso statt wie damals – nur mit anderen Mitteln. Also: Weder die Lutherkirche noch die Vatikankirche hat Sühne geleistet, von Wiedergutmachung oder finanzieller Entschädigung ganz zu schweigen.

Teufelsaustreibungen, Exorzismus –
Vorbereitungen auf eine moderne Inquisition?

Was die Inquisition betrifft, so ist nicht ausgeschlossen, daß der heutige Papst in Rom quasi eine moderne Inquisition aufbaut, die mit der Teufelsaustreibung beginnt. Denn: Der Kardinal, der für die Zeremonien zuständig ist und der lange als Papstanwärter galt, Kardinal Francis Arinze, sagte, ihm komme es bisweilen vor, „als wären die wahren Hüter des katholischen Erbes südlich der Sahara zu finden.“ (Geo-Epoche Nr. 10/03, „Die Macht der Päpste“) Man weiß, was südlich der Sahara ist: Dort herrscht der Voodoo-Kult. Wenn man die Beschreibung auf sich wirken läßt, wie die Räumlichkeiten für Teufelsaustreibungen aussehen, daß Menschen bei diesen Zeremonien z.B. auch angebunden werden – dann klingt das sehr nach Mittelalter, sprich: Inquisition.
Die neuen Teufelsaustreibungen werden u.a. damit begründet, daß der Satanismus so überhandnehme. Das heißt also: Hier spricht jemand, der selber auf dem Stuhl des Satans sitzt, anderen den Satanismus zu. Es ist bereits mit den Händen zu greifen: Da ist etwas im Gange. Der wache Analytiker fragt sich: Wird da unter Umständen etwas vorbereitet? Werden wieder Vorwände gesucht? Wird wieder Etikettenschwindel betrieben? – Der Teufel weiß seine Aktionen schlau einzufädeln ...

Papst Benedikt VI. hat, wie bereits erwähnt, als eine seiner ersten Amtshandlungen einen Kurs für Teufelsaustreibungen eingerichtet – dafür gingen schon sehr viele Anmeldungen von Klerikern ein, die lernen wollen, wie man den Exorzismus durchführt. Bei dem Begriff „Teufelsaustreibung“ denkt man vielleicht zunächst an irgend etwas Spektakuläres, das sich als Teufel kundtut. Aber man täusche sich nicht! Nach römisch-katholischer Lehre sind alle diejenigen mit dem Teufel im Bunde, die die katholische Lehre kennen, sie aber nicht annehmen. Das läßt vermuten, daß der Bereich der Teufelsaustreibung dahingehend ausgeweitet werden könnte, denn aus katholischer Sicht sind viele mit dem Teufel behaftet.
Hier könnte man fragen: Wo soll denn da der Teufel überhaupt anfangen? Vielleicht direkt beim Stuhl Petri? Und: Worauf steht der Stuhl Petri? Worauf ist er gebaut, was ist sein Fundament? – Doch dort wird er wahrscheinlich nicht beginnen ...
Jedenfalls könnte man allen Frauen, unseren Schwestern, raten, aus diesem kirchlichen Schwächlingsverein auszutreten, der sich nur profilieren will als der, der angeblich Jesus nachfolgt. In Wirklichkeit folgen diese Schwächlinge denen nach, die die Pforte für sie geöffnet haben. Und wie heißt diese? – Die Einfallspforte des Teufels.

Liebe Leser, liebe Hörer! Manches von dem, über das Sie diese Sendung informiert hat, klingt vielleicht etwas erschreckend und eventuell noch krasser als in unseren früheren Übertragungen. Aber seien Sie versichert: Es ist tatsächlich nur die Spitze des Eisberges.
Jeder kann dem Kult anhängen, dem er anhängen möchte. Aber wenn dieser Kult mit so extrem bestialischen Auswirkungen und mit solchen satanischen Lehren sich ausgerechnet des Namens des Jesus, des Christus, bedient, um die Menschen irrezuführen, dann wollen Urchristen eben nicht schweigen.
Natürlich hat jeder die Freiheit, zu tun und zu lassen, was er will. Doch in diesem Zusammenhang – gerade was die Herabwürdigung der Frauen oder solche Praktiken wie Teufelsaustreibung betrifft – könnte der eine oder andere vielleicht auch einmal an seine Kinder denken, ehe er sie einer solchen Institution überläßt, da man ja weiß, wie viele Tausende und Abertausende von schweren Verbrechen von Klerikern an Kindern auch in der Gegenwart begangen werden. Entscheiden Sie klug! Es sei wiederholt: Jeder hat die Freiheit, das zu tun, was er möchte. Aber denken Sie auch einmal an Ihre Kinder.
Sollten Sie sich entschieden haben, dann dürfen wir an dieser Stelle den Rat einer jungen Urchristin an Sie weitergeben: Suchen Sie sich eine Gemeinschaft, in der man wirklich Jesus, dem Christus, nachfolgt.
Und für den Fall, daß Ihnen dies noch nicht bekannt ist: Gott spricht heute wieder. Es ist kein Zufall, daß Er durch eine Prophetin, also eine Frau, zu uns Menschen spricht. Denn diese Tatsache weist unter anderem auch darauf hin, daß Männer und Frauen vor Gott gleich sind, ja daß alle Menschen vor Gott gleich sind und daß jeder Mensch – gleich, ob Mann oder Frau – Gott in seinem Inneren finden kann, indem er ins stille Kämmerlein geht und sich dort Gott im Gebet zuwendet.
Wenn Sie möchten, sind Sie auch herzlich eingeladen, die Veranstaltungen der Urchristen zu besuchen, die in fast allen Ländern dieser Erde stattfinden. Nähere Informationen darüber erhalten Sie im Internet.

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Die Texte der 6. bis 11. Gesprächsrunde
sind im zweiten Band der Reihe
»Nur für kluge Köpfe und gute Analytiker.
Wer sitzt auf dem Stuhl Petri?«
nachzulesen.

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