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 Ein Nachschlagewerk für Sie zum Sammeln

In den letzten Tagen erhielten wir wieder so viele Zuschriften mit Fragen zu unserer Sendereihe „Für gute Analytiker. Wer sitzt auf dem Stuhl Petri?“, daß wir die heutige Stunde dazu nutzen wollen, wenigstens einige der Fragen zu beantworten. Es haben sich diesmal besonders viele Hörerinnen bei uns gemeldet, und das ist auch nicht verwunderlich – haben wir doch in unserer letzten Sendung aufgezeigt, wie abfällig sich der totalitäre Götzenkult der katholischen Kirche über die Frauen ausläßt und wie schändlich die Frauen in der Tradition der katholischen Kirche behandelt wurden und heute noch behandelt werden.
Deshalb zunächst einige Fragen zu dem Thema „Frauenfeindlichkeit in der Kirche“. Wir erinnern uns: In der katholischen Kirchenlehre verleumdet Kirchenvater Tertullian die Frau als „Einfallspforte des Teufels“. Dazu gleich die erste Frage: „Wenn doch die Frau die Einfallspforte des Teufels sein soll, weshalb gibt es dann Frauenklöster?“
Antwort: Nun, vielleicht gab und gibt es gerade deshalb so viele Frauenklöster, weil der Teufel oder die Teufel hier am besten in die Frauen einfallen bzw. über sie herfallen konnten? Der Teufel schafft sich ja immer wieder gerne Einfallspforten, durch die er Menschen für seine Zwecke mißbrauchen kann. Der Teufel oder die Teufel – das waren in diesem Fall die Kleriker und Mönche, die die Frauenklöster über viele Jahrhunderte hinweg, zumindest teilweise, zu Bordellen gemacht haben. Hierzu bei Karlheinz Deschner in dem Buch „Das Kreuz mit der Kirche“ folgende Anmerkung: Die Synode von Aachen – das war zur Zeit Karls des Großen – erklärte, „die Nonnenklöster seien mehr Hurenhäuser ... als Klöster – ein schon im 9. Jahrhundert sich häufig wiederholender Vergleich“. (S. 137) „Als offene Bordelle waren weiter die Nonnenklöster in Interlaken, Frauenbrunn, Trub, Gottstadt bei Bern, Ulm und Mülhausen allgemein bekannt.“ (S. 139) Man hat noch im 16. Jahrhundert bei 88 österreichischen Klöstern eine Visitation vorgenommen; dabei „zählte man 387 Mönche und 86 Nonnen. Diese 387 Mönche unterhielten in ihren Gotteshäusern 237 Konkubinen und 49 Ehefrauen. Die 86 vorhandenen Nonnen besaßen insgesamt 50 eigene Kinder“. (Maike Vogt-Lüersen, „Katharina von Bora“, Mainz 2002, S. 13 f) Es ging also von der Antike bis in die Reformationszeit. Man kann das natürlich nicht verallgemeinern. Manchmal waren die Frauenklöster auch einfach sozusagen Anstalten der Arbeit, wo die billige Arbeitskraft der Frauen ausgebeutet wurde. Klöster dienten auch als Abschiebeplatz für junge adelige Töchter, die man nicht verheiraten konnte oder wollte, die dort praktisch eingesperrt wurden. Es gab auch reiche Klöster, wo Nonnen und vor allem natürlich Mönche im Luxus lebten, wo dann zum Teil 6 bis 8 Knechte für einen Mönch schuften mußten. Man hielt in den Klöstern Sklaven und Knechte, die dort gefangengehalten wurden. Die Mönche in diesen Klöstern litten dann wegen Völlerei an allen möglichen Krankheiten, an Zuckerkrankheit oder an verschiedenen Mißbildungen der Knochen. Über das Klosterwesen ist also keine allgemeingültige Aussage zu treffen; man kann nur mit Bestimmtheit sagen: Das Ganze hatte mit Jesus von Nazareth nichts zu tun.
Eine weitere Frage weist in eben diese Richtung: „Woher kommt eigentlich die Idee, Klöster zu bauen oder ins Kloster zu gehen? Geht das auf Jesus von Nazareth zurück?“
Antwort: Sicherlich nicht, denn Jesus sagte: „Das Reich Gottes ist inwendig in euch.“ (Lk 17, 21) Das heißt, man soll es nicht anderswo suchen, nicht bei Priestern, aber auch nicht im Kloster, sondern man soll das Innere Leben entfalten, indem man dort, wo man lebt, in der Familie, im Beruf, sich selbst auf die Spur kommt, sich also selbst erkennt, um das zu bereuen und zu ändern, was nicht dem Willen Gottes entspricht. Die ersten Christen hatten keine Klöster. Sie lebten und arbeiteten gemeinsam. Erst ab dem 4. Jahrhundert gab es dann in der Kirche Klöster – zu einer Zeit, als die Institution Kirche das frühe Christentum bereits beseitigt hatte. Menschen, die mit dieser unchristlichen Institution nicht zurechtkamen, wählten zum Teil den „Fluchtweg“ in die Abgeschiedenheit eines Klosters, weil sie glaubten, den Idealen des Christentums dort näherzukommen. Fragen wir also weiter: Wenn die Einrichtung von Klöstern nicht in der Lehre des Jesus, des Christus, ihren Ursprung hat – wo dann? Die Einrichtung von Klöstern stammt, wie vieles in der Kirche, aus dem Heidentum. Im Heidentum gab es bereits Einsiedler, in Griechenland gab es Bettelmönche, die umherzogen. Die Isis-Priester hatten eine Tonsur, also einen teilweise geschorenen Kopf, wie später die Mönche im Mittelalter. Vorläufer der Frauenklöster gab es in Ägypten, in Babylon und im alten Rom. Die dortigen sogenannten Tempelpriesterinnen, die sich als Vertreterinnen der großen Muttergottheit verstanden, betrieben in vielen Fällen regelrechte Tempelprostitution. Angeblich waren es ja Jungfrauen, z.B. die Vestalinnen; in Wirklichkeit aber hießen sie nur deshalb „Jungfrauen“, weil sie alles, was sie verdienten, an den Tempel abführten. Es gibt gewisse Parallelen zwischen den Frauenklöstern und den römischen Vestalinnen, nicht nur bezüglich der besonderen Gewänder, die sie tragen mußten. Z.B. wurden die Vestalinnen symbolisch mit dem Pontifex Maximus verheiratet, das war der oberste heidnische Priester. Wir wissen ja, wer heute diesen Titel trägt. Die Nonnen in den Frauenklöstern wurden – und werden noch heute – symbolisch mit Jesus verheiratet. Man setzte ihnen einen Brautkranz aufs Haupt, steckte ihnen einen Hochzeitsring an den Finger, schmückte das Bett als Brautbett und legte ein Kruzifix hinein. Weitere Übereinstimmungen: Die Tempelpriesterinnen wurden oft zu ihrem Dienst gezwungen. Das war bereits im alten Rom der Fall. Romulus, Gründer Roms, war der Sohn einer Tempelpriesterin. Als Clanchef schaffte er später selber durch den Raub der Sabinerinnen „Nachschub“ für den Tempel herbei. Ähnlich unfreiwillig vollzog sich oft der Eintritt in die späteren Frauenklöster. Die Nonnen wurden häufig schon als Kinder, manchmal schon als Säuglinge, dem Kloster versprochen. Auf diese Weise wurde der Nachwuchs gesichert. (Vgl. hierzu: Museion 2000, 1/92, S. 12 ff und S. 42 ff)
Hier ist eine weitere Frage anzuschließen: „Wenn oft schon Kinder ins Kloster gesteckt wurden, konnten diese dann später wieder austreten?“
Antwort: Das war nicht möglich. Da sie ja symbolisch mit Jesus von Nazareth „verheiratet“ waren, galt ein Austritt als Ehebruch und wurde streng bestraft. Es konnte dann sein, daß die Betreffenden lebenslang in irgendwelche Sonderzellen oder in den Kerker gesperrt wurden. Das ist übrigens eine weitere Gemeinsamkeit mit den Vestalinnen. Verstießen diese gegen die Gesetze des Tempels, so wurden sie zur Strafe lebendig eingemauert. Das Leben im Kloster hatte sehr oft den Charakter des Lebendig-eingemauert-Seins. Während es den Vestalinnen jedoch möglich war freizukommen, wenn ein Freier sie loskaufte, wurde den Nonnen eine solche Chance nicht eingeräumt. Der Austritt aus dem Kloster ist auch heutzutage mit gravierenden Konsequenzen verbunden. Es gibt immer wieder Menschen, die das Kloster verlassen und dann auf der Straße stehen. Sie haben kaum eine finanzielle Versorgung, keine Altersabsicherung. Das Kloster hat für sie nur ganz pauschal irgendwelche kleinen Beiträge eingezahlt. Sie erhalten kaum Abfindungen, und ihre Existenz ist in Frage gestellt, weil das Kloster ihnen auch in dieser Situation überhaupt nicht hilft. Man kann sagen: Ein Dasein im Kloster war in vielen Fällen gekennzeichnet von Freiheitsberaubung, von ständigen Mißhandlungen schon bei kleinsten Vergehen, von Schlafentzug, insgesamt von einer ständigen Kontrolle und Indoktrination. In manchen Klöstern mußten die Mönche zweimal am Tag beichten, ein ganzes Erdenleben lang, und man hat ihnen dann auch noch weisgemacht, auf diese Weise kämen sie Gott näher. Es handelt sich also um einen Mißbrauch von Menschen an Leib und Seele – und das oftmals schon von Kindheit an. Die Klosterinsassen wurden und werden ausgenützt. Sie liefern, wenn sie z.B. als Lehrer tätig sind, ihr Gehalt an das Kloster ab und sehen davon keinen Pfennig mehr. Das Dasein in den Klöstern ist auch heute noch mit großen persönlichen Einschränkungen verbunden. In vielen Klöstern ist es so, daß man den Abt fragen muß, wenn man fernsehen, ein bestimmtes Buch lesen oder Besuch von Verwandten empfangen möchte. Das alles läuft der Lehre des Jesus, des Christus, zuwider. Er lehrte die Freiheit.
Vom juristischen Standpunkt aus ist hinzuzufügen: Dies alles geschieht in einem Staat, in dessen Grundgesetz die Menschenrechte und die Freiheit garantiert sind! Da stellt sich schon die Frage, warum der Staat gelassen zuschaut, wenn unter diesem Grundgesetz Enklaven der Unfreiheit entstehen und aufrechterhalten werden. Man hört oft von kirchlichen Sektenbeauftragten, die religiösen Minderheiten Ausbeutung und Beschneidung der Freiheit ihrer Mitglieder andichten. – Warum deuten diese Sektenbeauftragten immer mit dem Finger auf andere, statt vor ihrer eigenen Haustür zu kehren? Es gibt nirgends so massive Einschränkungen der Menschenrechte, so massive Absolutheitsansprüche wie innerhalb der Kirche. Offenbar handelt es sich um ein Ablenkungsmanöver, wenn man von katholischer oder evangelisch-lutherischer Seite religiösen Minderheiten und Andersgläubigen Ausbeutung und menschenrechtswidrige Verhaltensweisen anzulasten versucht. Denn die Fakten zeigen deutlich, daß das Mittelalter in unserer freiheitlichen Gesellschaft heute noch weiterlebt – aber besonders in der Kirche.
Einige unserer Hörer oder Hörerinnen waren wohl etwas überrascht über die Fakten, die wir in unserer letzten Sendung über die Frauenfeindlichkeit der Kirche brachten, und wollten uns nicht so recht glauben. Eine Zuschrift lautet: „Ich finde es etwas einseitig, was ihr über die Frauen und die Kirche gesagt habt. Die Frauen in den Klöstern z.B. leben doch völlig eigenständig und werden von der Kirche geschätzt und geachtet; und sind Frauen nicht auch ins heutige Gemeindeleben voll integriert?“
Antwort: Wenn angesprochen wird, wie denn die Frauen in den Klöstern heute leben, dann lassen wir doch am besten die Ordensfrauen selbst zu Wort kommen. In einem Brief wandte sich beispielsweise 1996 eine große Gruppe von Ordensfrauen, Zugehörige eines Ordens mit 2000 weiblichen Mitgliedern, an Papst Johannes Paul II. Sie schrieben u.a.: „... Wir Frauen sollen für immer in totaler Abhängigkeit bleiben. Wir werden in ständiger Unmündigkeit gehalten. Priester ziehen aus unserer billigen Arbeitskraft den größtmöglichen Nutzen für sich selbst, und sie schrecken nicht davor zurück, uns unter moralischen Druck zu setzen, wenn wir ihren ungerechten Forderungen nicht nachkommen. Wir Ordensfrauen fragen uns oft, ob unser Leben darin bestehen muß, die Dienerinnen zölibatärer Priester zu sein. Sie sehen in uns keine menschlichen Wesen. Von uns wird nur erwartet, den Forderungen des Klerus nachzukommen, der glaubt, wir seien nur dazu da, das zu tun, was sie uns befehlen. Es ist befremdend, daß sogar noch heute, im 20. Jahrhundert, Männer annehmen, daß der göttliche Plan nur durch sie vermittelt werden könne.“ Dies ist nur ein kleiner Auszug aus dem langen Schreiben dieser Frauen, wiedergegeben in „Kirche Intern, Ausgabe 6, 1996“. Eine Antwort erhielten sie nicht.
In der Zuschrift unseres Hörers kam auch die Frage zum Ausdruck, wie es denn mit der Integration der Frauen ins Gemeindeleben steht. Wir zitieren aus Mynarek „Der polnische Papst“: „Die Kirche putzen und die Blumen hinstellen, das dürfen wir Frauen schon Jahrhunderte lang. Für die Caritas sammeln und für den Adventsbazar basteln, das dürfen wir auch. Aber das sage ich Ihnen, eine Kirche, die uns letztlich nicht ernst nimmt, ist keine Frauenkirche. Dann sollen die Männer auch unter sich bleiben. Warum wundern die sich eigentlich noch, wenn wir Frauen in Scharen austreten?“ So also sieht in der Praxis die Integration der Frau ins Gemeindeleben aus.
Vielleicht wäre es an der Zeit, daß diejenigen, die sich mit diesen Verhaltensweisen nicht mehr abfinden wollen, auch etwas dagegen unternehmen. Eine häufig gestellte Frage ist: Und was kann man dagegen tun? Der erste Schritt wäre, einmal dagegen zu protestieren. Und wo kann man protestieren? Bei der Regierung z.B. – Sie können sich an die zuständigen Stellen in unserem Staat, an die Ministerien, wenden und schreiben, was Sie davon halten, wie heute noch die Frauen in der katholischen Kirche ausgebeutet werden. Es ist immer gut, Mißstände an die Öffentlichkeit zu bringen. Warum? Das meiste von dem, was hier aufgedeckt wird, ist den allermeisten Staatsbürgern und den Kirchengläubigen überhaupt nicht bekannt. Und deshalb ist es an der Zeit, daß es öffentlich zur Sprache kommt. Schreiben Sie also, wenn Sie möchten, an Ihre Regierungen, und protestieren Sie gegen die Ausbeutung der Frauen in der katholischen Kirche. Im Grunde genommen handeln Sie, wenn Sie das tun, im Interesse jener, die unter dem kirchlichen Zwang stehen, also gezwungen sind, zu schweigen. Man droht ihnen ja mit Kirchenstrafen für den Fall, daß sie aufmüpfig würden und aus dem Kloster heraus mehr Freiheit forderten. Man hält ihnen vor, daß sie ein ewiges Gelübde abgelegt hätten, dessen Bruch eine schwere Sünde sei und ihnen infolgedessen entsprechende Strafen drohen. Es geht also auch um eine Art Befreiungsbewegung der geistlich versklavten Insassen kirchlicher Einrichtungen und Klöster.
Nehmen wir die Problematik ernst, die sich aus dem neuen Kenntnisstand ergibt, so müßte man sagen: Es gibt in einem demokratischen Rechtsstaat, als der Deutschland sich ja präsentiert, offenbar einen großen Freiraum, in dem das Unrecht schalten und walten darf, wie es will. Eigentlich ist das unverständlich, wenn man bedenkt, daß Deutschland ein ausgezeichnetes Grundgesetz hat. Gerade ein wesentlicher Bereich des Lebens in Deutschland wird von diesem Recht ausgenommen und wird der Willkür einer Priesterschaft anheimgegeben, die dazu auch noch den Segen vom Staat erhält; denn in Deutschland hat diese Institution, die Kirche, als sogenannte Körperschaft des öffentlichen Rechts sogar einen staatsähnlichen Charakter. Auch hier wäre es an der Zeit, einmal den Finger auf die Wunde zu legen und darauf hinzuweisen, daß letztlich nirgendwo das Recht so sehr mit Füßen getreten wird als in diesem Freiraum, den sich die kirchlichen Institutionen genommen haben. Stellt sich in diesem Sinne nicht für alle Mitbürgerinnen, alle Frauen, folgende Frage: Warum seid ihr noch in der katholischen Kirche, wenn ihr doch für die Priesterkaste wertlos seid? Eine mögliche Erklärung: Offenbar muß man erst einen innerlichen Befreiungsakt vollziehen, um aus dieser Umklammerung herauszukommen. Sofern man von Kindheit an gelehrt bekam, daß die Kirche immer nur „gut“ ist, daß der Papst immer recht hat, daß die Frauen zu schweigen und die Männer als Priester zu bestimmen haben, was im Sinne Gottes sei, dann fällt es vermutlich schwer zu sagen: Jetzt reicht es mir; ich trete aus und möchte meine Freiheit als Kind Gottes endlich leben, außerhalb der Mauern dieser absolutistisch regierten und regierenden Kirche. Blicken wir auf Jesus von Nazareth. Hat Er die Frauen verworfen? Ganz im Gegenteil! Unter den Jüngern waren sehr, sehr viele Jüngerinnen, also Frauen. Gott ist doch die Einheit und die Gemeinschaft. Gott ist das Leben. Er hat auch den Frauen das Leben gegeben, ebenso wie jedem Mann und auch jedem Priester oder Pfarrer oder wie sie sich nennen mögen. Jesus hat die Ehebrecherin – so können wir es in der Bibel der Institutionen Kirche lesen – sogar geschützt, indem Er zu den Männern, die im Begriff waren, sie zu steinigen, sagte: „Wer von euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.“ (Joh 8, 7) Anschließend wandte Er sich an die Frau mit der Frage: „Siehst du noch irgend jemanden von deinen Anklägern?“ Alle waren sie gegangen. Warum? Weil Er in ihnen das Bewußtsein der eigenen Schuld angerührt hatte. – Offenbar hatten jene Männer noch ein Gewissen, das anzusprechen war.
Werfen wir an dieser Stelle die Frage auf: Ist die Priesterkaste eigentlich ohne Sünde? Denn sie ist es ja meist, die das Volk aufhetzt, mit Steinen auf andere zu werfen. – Wären die Priester ohne Sünde, so müßten sie nicht zur Beichte gehen. Doch selbst ein Papst hat einen Beichtvater, den er regelmäßig konsultiert. Wäre er ohne Sünde, müßte er das ja wohl nicht tun.
Eine Hörerin hat sich besonders mit Maria und den Heiligen auseinandergesetzt und stellt folgende Fragen: „Maria, die Mutter Jesu, wird ja als Heilige verehrt, und normalerweise sollten doch Heilige ohne Sünde sein. Denn mit der Sünde kommt man nicht in den Himmel. Wenn Heilige im Himmel sind, müssen sie infolgedessen auch als Menschen heilig gewesen sein, also ohne Sünde. Und Maria soll angeblich mit dem physischen Leib in den Himmel aufgefahren sein. Warum fahren nicht alle sogenannten Heiligen mit dem physischen Körper in den Himmel auf? Denn heilig heißt, wie gesagt, ohne Sünde. Und wenn Maria als Heilige verehrt wird und mit dem physischen Leib in den Himmel aufgefahren ist, so bedeutet doch das Wort »heilig«, das auch anderen Menschen zugesprochen wird, daß diese ebenfalls Heilige sind, ebenso wie Maria: unbefleckt. Sie hatte keine Sünde und konnte mit dem physischen Leib in den Himmel. Und die Heiligen, die sterben hier. – Was ist da für ein Unterschied?“
Antwort: Es ist offenbar ein vergebliches Bemühen, in diesen Wirrwarr kirchlich fabrizierter Lehren auch nur Ansätze einer Logik zu bringen. Daß die einen heiliggesprochen werden und physisch in den Himmel aufgenommen werden, die anderen aber vielleicht nur als Seelen heiliggesprochen und in den Himmel aufgenommen werden, ist nicht durch einen irgendwie sinnvollen Zusammenhang erklärbar. Das Dogma von der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel ist im Grunde genommen Ausfluß der neurotischen Seelenhaltung Pius XII. Er hat dieses Dogma 1950 verkündet, und jedermann weiß inzwischen, daß dieser Papst in geradezu neurotischer Weise einen Marienkult betrieben hat, der keine Grenzen kannte. Aufgrund seiner angeblichen Unfehlbarkeit hat er dann dieses – man möchte fast sagen: verrückte – Dogma verkündet, daß Maria leiblich in einen unkörperlichen Himmel aufgenommen wurde und dort nun ihr Dasein – vielleicht in Atemnot oder ohne Nahrung, aber leiblich – fortsetzen soll. Es hat wenig Sinn, das überhaupt nur annähernd erklären zu wollen. Es handelt sich um die Widersprüchlichkeiten päpstlicher Unfehlbarkeiten, die mitunter auch zu logischen Absonderlichkeiten, ja Verrücktheiten führen. Aber gerade das ist jedoch die Grundlage der katholischen Lehre. Die logische „Verrücktheit“ kann man als „das Absurde“ bezeichnen, und in der katholischen Kirche kursiert ja der „Glaubenssatz“: „Credo quia absurdum“, also: Ich glaube gerade das logisch Verrückte, das Unwahrscheinliche, das Absurde. Demnach gilt sogar die Widersinnigkeit einer Aussage quasi als Beweis dafür, daß es sich um eine Art höherer Wahrheit handelt, der unbesehen Glaube und Vertrauen geschenkt werden muß. Daraus ist klar zu entnehmen: Der Verstand darf bezüglich dieser Lehre auf gar keinen Fall angewendet werden.
Kommen wir noch einmal auf die erste Frage zurück und führen diesen Gedanken weiter: Wenn doch alle Heiligen heilig, also unbefleckt, sind und in den Himmel auffahren, wo ist denn dann der vergangene Papst Johannes Paul II.? Man versucht ihm ja schon jetzt, innerhalb von wenigen Wochen nach seinem Ableben, die Heiligkeit zuzuschreiben. Ist sein Körper jetzt auch noch in der Gegend – oder ist er schon halb in den Himmel aufgefahren? Auch hier wäre für ein neues Dogma noch Raum in jeder Richtung. Dieses potentielle Dogma wird allerdings höchstwahrscheinlich nicht verkündet werden, weil die Reliquien der sogenannten Heiligen, ihre diversen Knochen, in vielen verschiedenen Kirchen verstreut liegen. Würden diese Heiligen leiblich in den Himmel auffahren, müßten sie doch erst einmal ihre Knochen alle wieder zusammensammeln. Das wird so einfach nicht möglich sein und wäre wohl auch ein Verlust für die katholische Kirche. Wallfahrtsorte ohne Reliquien wären nämlich undenkbar.
Liebe Hörer, liebe Leser, wir haben diese absurden Konsequenzen nicht aufgeführt, um uns über den Glauben einzelner Mitbürger lustig zu machen, denen viele Fakten und Zusammenhänge gar nicht bekannt sind, die auch nicht wissen, daß es bei Gott weder Zwang noch Strafe, noch Ungereimtheiten gibt. Aber es ist notwendig, daß man auf diese Widersprüche, diese Zumutungen für den gesunden Menschenverstand, hinweist, sich diese bewußt macht, um zu erkennen, für wie dumm hier eine angeblich unfehlbare Institution ihre Mitglieder verkauft. Es wird Zeit, daß man diese Absurditäten entlarvt, und deshalb tun wir es in dieser unserer Aussprache. Deutlich sei noch einmal der springende Punkt hervorgehoben: Das alles wird dargeboten unter dem Namen des Jesus, des Christus. Er, der große Weisheitslehrer und Erlöser, hat damit aber absolut und ganz und gar nichts zu tun! Christus mit Seiner einmaligen Lehre, die Er vor 2000 Jahren brachte – die viele Menschen im Laufe der 2000 Jahre immer wieder hochgehalten haben, mit der Folge, daß sie größtenteils von der Kirche umgebracht wurden –, lassen wir Urchristen nicht wieder in den Schmutz ziehen. Und vor allen Dingen, liebe Hörer, liebe Leser: Betrachten Sie einmal dieses umfassende, mächtige Werk des Jesus, des Christus, Sein Wort durch die Prophetin und Botschafterin Gottes, Gabriele, das Sie heute in all seinen Details in Tausenden von Seiten nachlesen bzw. in unseren Radiosendungen hören können! Wer einmal entdeckt hat, welch ein großes und in sich geschlossenes Heilswerk der Christus Gottes den Menschen schenkte, welche uneingeschränkte Liebe und Fürsorge Er jedem entgegenbringt, der wird verstehen, daß derjenige, der Seine wahre Lehre kennt, nicht anders kann, als den Unfug, der seitens der Priesterkaste über Jesus, den Christus, verbreitet wird, richtigzustellen. Es ist an der Zeit, Jesus, den Christus, zu rehabilitieren. Und dazu sind wir angetreten. Man vergegenwärtige sich: Jesus von Nazareth verlangte von den Menschen nicht, Verrücktheiten zu glauben – und Gott, der Allgeist, ist die Weisheit, die Freiheit und die Einheit. Deshalb ist es auch nicht denkbar, daß ein Glaube an Gott von einer Absurdität zur anderen schreiten muß. Jesus von Nazareth lehrte z.B. nicht, die Frau müsse ihr Haupt verhüllen, weil sie nicht das Ebenbild Gottes sei, sondern Er lehrte, daß alle Menschen Kinder Gottes sind, daß das Reich Gottes inwendig in jedem Menschen ist. Dennoch hat der Kirchenlehrer Ambrosius diesen Unsinn verkündet: „Die Frau muß das Haupt verhüllen, weil sie nicht das Ebenbild Gottes ist.“ (Zitatensammlung Markus Gänsel, Webring deutschsprachiger Atheisten, 10.4.2003)
In der Kirchengeschichte hat die Mißachtung der Frau jahrhundertelang Schule gemacht, bis zum heutigen Tag. Wer den Papst besucht und weiblichen Geschlechts ist, der wird, wie immer wieder zu beobachten ist, auf seinem Haupt einen Schleier tragen müssen, meist einen schwarzen Schleier. Die wenigsten wissen, warum dies eigentlich so ist. Liest man, was Ambrosius vor 1700 Jahren anordnete, „Die Frau muß ihr Haupt verhüllen“, dann erkennt man, was in der Kirche Tradition bedeutet. Auch der größte Unsinn läßt sich 1700 Jahre durchhalten, wie dieses Beispiel zeigt.
Verdrehungen und Bösartigkeiten mit Paulus, über den wir bereits in unseren Sendungen gesprochen haben. Ein paar Sätze von Paulus, zur Erinnerung: Paulus war derjenige, der gesagt hat, die Frauen sollten in den Gemeindeversammlungen schweigen, denn es könne ihnen nicht gestattet werden, zu reden, sondern sie hätten sich unterzuordnen. Paulus war es auch, der an die Epheser schrieb: „Der Mann ist das Oberhaupt des Weibes, wie Christus das Oberhaupt der Kirche.“ (Eph. 5, 23) An die Korinther schrieb er: „Der Mann ist das Ebenbild und der Ruhm Gottes und die Frau der Ruhm des Mannes.“ (1 Kor 11, 7) Wohlgemerkt: Das steht noch heute in der Bibel, und die Bibel gilt nachweislich, laut Katechismus, als das wahre Wort Gottes. Diese abwertende Haltung gegenüber Frauen zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Kirchengeschichte. Man kann fast von einer „Frauen-Mißachter-Kaskade“ sprechen – so, wie wir in einer unserer zurückliegenden Sendungen von einer Verbrecher-Kaskade der Päpste gesprochen haben. Auch hier sind es Abkömmlinge von Abkömmlingen von Abkömmlingen. Alle sind „Abkömmlinge“ von Paulus – aber nicht von Jesus. Einer dieser Paulus-Abkömmlinge ist auch der Kirchenlehrer Johannes Chrysostomos, der sagte: „Die Weiber sind hauptsächlich dazu bestimmt, die Geilheit der Männer zu befriedigen.“ (Markus Gänsel, a.a.O.) Wie bereits erwähnt, ist das besonders in den Klöstern häufig der Fall gewesen. Führen wir uns noch einige der abartigen Sichtweisen hoher kirchlich Würdiger vor Augen: Hieronymus, der von 347 bis 420 lebte, meinte: „Wenn sich die Frau ihrem Mann, der ihr Haupt ist, nicht unterwirft, sei sie desselben Verbrechens schuldig wie ein Mann, der sich nicht seinem Haupt (Christus) unterwirft.“ (Markus Gänsel, a.a.O.) Oder Augustinus, der Kirchenlehrer, der von 354 bis 430 lebte: „Das Weib ist ein minderwertiges Wesen, das von Gott nicht nach seinem Ebenbilde geschaffen wurde. Es entspricht der natürlichen Ordnung, daß die Frauen den Männern dienen.“ (Karlheinz Deschner, „Das Kreuz mit der Kirche“, S. 209) Wir gehen weiter ins 13. Jahrhundert. Albertus Magnus, ebenfalls ein Kirchenlehrer, um 1200, behauptet: „Damit das Werk der Natur nicht gänzlich zunichte wird, formt sie ein Weib“ (Karlheinz Deschner, a.a.O., S. 210), denn eigentlich dürften nur vollkommene Menschen, d.h. Männer, geboren werden. Der Höhepunkt ist die Aussage des von uns schon mehrfach erwähnten Thomas von Aquin; wörtlich: „Das Weib verhält sich zum Mann wie das Unvollkommene und Defekte zum Vollkommenen.“ Und in einer seiner weiteren, kirchlicherseits hoch geschätzten „Weisheiten“ verkündet er, die Frau sei ein Mißgriff der Natur, eine Art verstümmelter, verfehlter, mißlungener Mann. Machen wir uns bewußt, welche Namen hier genannt werden: Paulus, Chrysostomus, Hieronymus, Augustinus, Thomas von Aquin. Es handelt sich um Berühmtheiten, anerkannte „Größen“ der römisch-katholischen Kirche, die die Geistesgeschichte des sogenannten christlichen Abendlandes maßgeblich prägten. Die Frauenunterdrückung, die über 2000 Jahre die abendländische Kultur in Mißkredit brachte und pervertierte, hat ihre Wurzeln in der römisch-katholischen Institution. Und wenn diese Kirche heute vorgibt, als sei sie selbstverständlich für die Gleichheit von Mann und Frau, ist dies total unglaubwürdig, solange sie sich nicht von diesen gespenstischen „Ahnherren“ namens Augustinus oder Thomas von Aquin befreit. Es ist im Grunde genommen ähnlich wie bei der evangelisch-lutherischen Kirche, die immer noch das Ansehen und die Tradition Luthers hochhalten will, der u.a. einer der größten Antisemiten war. Und die römisch-katholische Kirche will eben die Tradition eines Augustinus und eines Thomas von Aquin hochhalten, die die größten Frauenfeinde waren, die es je in der abendländischen Geschichte gab.
Jetzt müßte man nur noch die Frage stellen: Und sind nicht ausgerechnet diese alle heiliggesprochen?
Antwort: Selbstverständlich! Thomas von Aquin gilt als der größte Kirchenlehrer und wird natürlich als der „heilige“ Thomas von Aquin hoch verehrt; ebenso ist es mit dem heiligen Augustinus. Und all dies Bösartige und Frauenverachtende, ja Menschenverachtende, das diese Kirchenlehrer und sogenannten Heiligen aufgeschrieben haben, wird heute noch im katholischen Religionsunterricht und in den Priesterseminaren an junge Katholiken weitergegeben, und all dies vergiftet letztlich auch heute noch das menschliche Bewußtsein.
Frage: „Nach alledem wäre es wohl logisch, anzunehmen, im ewigen Reich, im Himmel, gäbe es nur eine Frau – Maria – als die Heilige, alles andere sind heilige Männer?“
Antwort: Diese Frage hat man sich früher allen Ernstes gestellt. Im 6. Jahrhundert verhandelte man auf der Synode von Mâcon (585) die Frage, „ob verdienstvolle Frauen bei der Wiederauferstehung des Fleisches nicht zuerst in Männer verwandelt werden müßten, ehe sie das Paradies betreten könnten“ (Karlheinz Deschner, a.a.O., S. 209). Und bei dieser Synode brillierte ein Bischof mit der Erklärung, „Weiber seien keine Menschen“ (Karlheinz Deschner, a.a.O., S. 209). Also, wer nicht in einen solchen „Himmel“ möchte, der kann nur eine Konsequenz ziehen: aus dieser frauenverachtenden Institution sofort auszutreten. Dann ist er sicher, daß er dem katholischen „Heil“ entkommt und nicht in einem solchen „Himmel“ landet, wo es nur Männer oder umgebildete Frauen gibt. Demnach hätte Gott im ewigen Reich nur eine reine Männerwirtschaft? – Das zeigt einmal mehr, wie wenig der Stuhl Petri von Gott, dem wahren All-Einen, weiß. Und spätestens hier wäre es angebracht, besonders unseren Mitschwestern die Worte aus der Offenbarung des Johannes in Erinnerung zu rufen: „Gehet hinaus aus ihr“ – in Worten von heute gesagt: Tretet aus aus ihr –, „auf daß ihr nicht teilhaftig werdet an ihren Sünden und nichts empfangt von ihren Plagen“. (Off 18,4) Und wer sich – z.B. als junge Frau – heute vielleicht fragt: „Wie geht der Kirchenaustritt?“, dem sei eine neue Internet-Seite empfohlen. Dort findet sich auch eine kurze Anleitung zum Kirchenaustritt, der sehr einfach vonstatten geht.
Eine Zuschrift paßt recht gut zu dem, was dargelegt wurde. Eine Hörerin schrieb: „Beim Anhören Ihrer Sendung kam mir ein Vergleich. Wenn eine Frau Mitglied der Kirche ist, ist es, wie wenn eine Kuh Mitglied in der Metzger-Innung ist oder ein Reh Mitglied im Jagdverband.“ Deutlicher kann man es nicht ausdrücken, und wie viele andere hat auch diese Zuhörerin uns mitgeteilt, daß sie in der Woche nach dem Hören unserer Sendung aus der Kirche ausgetreten ist.
Eine weitere Frage lautet: „Hat sich diese Frauenfeindlichkeit eigentlich nur im Mittelalter so drastisch geäußert, oder wie ist es denn geschichtlich weitergegangen?“
Antwort: Im 17. Jahrhundert strotzten die „christlichen“ Predigten nur so von Verleumdungen der Frau. Z.B. sagte der Bayerische Hofkanzlist, Egidius Albertinus, über die Frau, sie sei „ein ganz besonderes Instrument des Teufels“, und der Augustiner-Eremit Ignatius Ertl fragt: „Was ist blöder von Kopf und schwächer von Herzen als ein Weib?“ (nach Karlheinz Deschner, a.a.O., S. 212)
Angesichts all dieser Zitate und Ausführungen fragt sich nun so mancher: Warum verlangen eigentlich die Frauen in der katholischen Kirche nicht längst, daß sich der Papst gegenüber allen Frauen, die seine Institution jahrhundertelang mit Füßen getreten hat, entschuldigt? Ein Mea Culpa gegenüber den Frauen ist längst überfällig. Allerdings müßte es aufrichtig sein ...
Auch im 18. Jahrhundert ging es mit der kirchlichen Frauenverachtung weiter. Da verunglimpfte der sprachgewaltige Kanzelredner Abraham à Santa Clara die Frau mit den Worten, „daß ein schön aufgeputztes Weib ein Tempel sei, der über einer Kloake aufgebauet. Wer wird den Koth für einen Gott anbeten wollen?“ (Zitatensammlung Markus Gänsel, Webring deutschsprachiger Atheisten, 10.4.2003) Und noch im frühen 19. Jahrhundert erschienen Schriften zu dem berüchtigten scholastischen Disput „Hat das Weib eine Seele?“.
Nehmen wir nach diesen Zitaten und Lehrmeinungen von Kirchenlehrern doch noch einmal die Bibel her, die schließlich immer noch verbindlich als das wahre Wort Gottes gilt. Was ist darin noch über die Frauen zu lesen? Einiges wurde bereits ausgeführt. Im ersten Timotheus-Brief steht: „Einem Weibe gestatte ich nicht, daß sie lehre, denn Adam ist am ersten gemacht, danach kommt Eva.“ (1 Tim 2, 12) Entsprechend im 1. Brief an die Korinther: „Denn der Mann kommt nicht von der Frau, sondern die Frau vom Mann. Auch wurde der Mann nicht um der Frau willen erschaffen, sondern die Frau um des Mannes willen.“ (1 Kor 11, 8) Ebenfalls im Timotheus-Brief heißt es: „Das Lehren aber gestatte ich einer Frau nicht, auch nicht, daß sie über den Mann herrscht, sondern sie soll sich still verhalten.“ (1 Tim 2, 12) Und im 1. Korinther-Brief: „Eure Frauen sollen in der Gemeinde schweigen, denn es ist ihnen nicht gestattet zu reden, sondern sie sollen sich unterordnen, wie es auch das Gesetz sagt.“ (1 Kor 14, 34) Was in der vorigen Sendung als Ausspruch von Papst Johannes Paul II. zitiert wurde, orientiert sich also direkt an diesen fatalen Bibelstellen. – Vergegenwärtigen wir uns immer wieder: Diese Bibel gilt kirchlicherseits heute nach wie vor als das authentische Wort Gottes. (Detaillierte Ausführungen dazu in „Nur für kluge Köpfe und gute Analytiker. Wer sitzt auf dem Stuhl Petri?“ Band 1,u.a. S. 76 ff) Man hat sich also von diesen frauenverachtenden Textstellen nicht distanziert, sondern sie sind für einen Katholiken bis heute zu glauben. Verpflichtend! Viele Hörer und Leser denken sich vielleicht: „Das ist alles Schnee von gestern. Heute sieht es doch ganz anders aus.“ Leider ist es nicht so! Wir finden diese Einstellung unverändert noch im 20. Jahrhundert, z.B. in der Drohung des Jesuiten Wild, der verkündet: „Mädchen, die Miniröcke tragen, kommen in die Hölle.“ (Zitatensammlung Markus Gänsel, Webring deutschsprachiger Atheisten, 10.4.2003) Papst Pius X. veröffentlichte 1910 ein Dokument, das Frauen das Singen in der Kirche untersagt und die stille Teilnahme der Frauen am Gottesdienst befiehlt. Gehen wir noch weiter in die Gegenwart: Papst Johannes Paul II. tat kund, der Ausschluß der Frauen vom Priesteramt stünde in Übereinstimmung mit Gottes Plan für seine Kirche. Wörtlich: „Die Sendung der Frau ist das Dasein als Frau und Mutter. Wir danken euch, heroische Mütter.“ Für Papst Johannes Paul II. ist die Rolle der Frau also ganz klar: zu Hause am Herd und Kinder zur Welt bringen. Was von seinen Dankesworten zu halten ist, mag jeder selbst entscheiden. Ein Hörer faßte seine Gedanken zum Thema „die Frau in der Kirche“ in folgende Worte: „Frauen, rettet euer Leben! Tretet aus der Kirche aus!“
Dazu noch die Frage einer Hörerin: „Wenn es denn der Kirche heute mit der Gleichberechtigung der Frauen ernst wäre, könnte man dann nicht Frauen für das Priesteramt zulassen?“
Antwort: Man kann sich zwar nicht vorstellen, daß das eine Frau unbedingt möchte, aber sollte das tatsächlich vorkommen, so muß sie wohl oder übel die Antwort der Kirche akzeptieren, die z.B. Kardinal Meisner, Köln, folgendermaßen formuliert: „In der römisch-katholischen Kirche wird es keine Weihe von Frauen zu Priestern geben, solange diese Welt besteht.“ Und wer für die Priesterweihe von Frauen ist, der sei dann eben nicht mehr katholisch, heißt es. Das sollten besonders alle Frauen bedenken, die immer noch hoffen, die Kirche ändere sich, und alles würde irgendwann noch einmal besser. Der bereits verstorbene Fuldaer Erzbischof Düba bezeichnet übrigens Mitmenschen, die die Priesterweihe von Frauen befürworten, als „katholische Abfälle“. Nach all dem Gesagten erübrigt sich ein Kommentar.
Wir haben einige Fragen, besonders von Zuhörerinnen, zum Thema Hexenverfolgung erhalten. Eine Frage lautet: „Sie haben in Ihrer Sendung erwähnt, daß die Hexenverfolgung in den lutherischen Gebieten ebenso schlimm war wie in den katholischen. Woran lag das?“
Antwort: Luther berief sich auf das Alte Testament und forderte die Todesstrafe für Hexen. Im Alten Testament – das zu Unrecht in allen Teilen für das authentische Wort Gottes ausgegeben wird – steht: „Die Frau, die Zauberin ist, sollst du nicht leben lassen.“ (2 Mose 22, 7) Daher heißt es wörtlich in Martin Luthers Schriften: „Mit Hexen und Zauberinnen soll man keine Barmherzigkeit haben. Ich wollte sie selber verbrennen.“ Hinzu kommt noch, daß die Landesherren in den lutherischen Gebieten zugleich die obersten Landesbischöfe ihrer Kirchen waren. Luther hatte also sozusagen eine Staatskirche gegründet, in der der Filz zwischen Staat und Kirche noch stärker ausgeprägt war als in den katholischen Gegenden. Da der lutherische Landesherr zugleich der oberste Landesbischof war, standen die sogenannten Hexengelder, die von diesen Opfern konfisziert wurden, ihm allein zu. In den katholischen Gebieten mußte das Vermögen liquidierter, das heißt ermordeter angeblicher Hexen noch zwischen Kirche und Staat aufgeteilt werden; hier aber konnte der Landesbischof diese Einnahmen ganz allein für sich verwenden. Er mußte sich bei seinen Entscheidungen auch nicht mit dem Klerus abstimmen, weil er selber als der oberste Kleriker fungierte. Auf diese Weise war es den lutherischen Landesherrn besonders leicht möglich, jegliche Opposition auszuschalten, indem sie die aufmüpfigen Menschen schlichtweg als „Zauberer“ bzw. „Hexen“ verleumden und kurzerhand aus dem Weg räumen ließen.
Daß der Hexenwahn nicht der Vergangenheit angehört, zeigt eine weitere Frage: „In einer Zeitung habe ich neulich gelesen, daß ein Mann aus religiösem Wahn eine Frau angezündet hat, weil er dachte, sie sei der Teufel. Ist das nicht auch eine Folge der kirchlichen Lehre?“
Antwort: Woher sonst sollte dieser Mann eine solche Vorstellung wohl haben? Man kann davon ausgehen, daß die kirchliche Lehre, in der über Jahrhunderte hinweg die Frauen verteufelt wurden, im Bewußtsein der Gläubigen ihre Spuren, ihre Prägung hinterlassen hat. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts starben durch den Hexenwahn in Europa nach vorsichtigen Schätzungen zwischen 40.000 und 100.000 Menschen, überwiegend Frauen. So lautete eine Angabe in der Zeitung „Main-Echo“ im Jahr 1999. Andere Schätzungen gehen von bis zu 1.000.000 Frauen aus. Man kann sich durchaus vorstellen, daß all diese Taten als energetische Speicherungen auch noch in der Atmosphäre stehen und vielleicht so manchen beeinflussen, etwas Ähnliches zu tun wie damals. Es ist erschreckend, daß so etwas im Jahre 2005 vorkommt. Zeigt es doch, wie nachhaltig die teuflischen Lehren sich auswirken. Der Artikel, von dem die Fragende geschrieben hat, ist übrigens im „Spiegel Online“ am 14. Juli 2005 erschienen. Die Überschrift: „45jähriger wollte Bekannte als Hexe verbrennen“.
Noch eine Frage: „Ich finde die ganze Hexenverfolgung auch schrecklich und daß die Kirche daran teilhatte – aber ist es nicht ungerecht, ihr dafür die ganze Schuld zu geben? Waren der Aberglaube und die Grausamkeit nicht überhaupt eine Erscheinung der damaligen Zeit?“
Antwort: Hier muß man ganz klar sagen: Eben nicht! Denn bis Ende des 12. Jahrhunderts galt der Hexenglaube sogar als Aberglaube. Hexen gab es nach damaliger allgemeiner Vorstellung gar nicht wirklich, also konnten Hexen auch keinen realen Schaden „zaubern“; strafbar war nur der Glaube an die Hexerei. Erst die katholische Kirche erfand entsprechende theologische Begründungen für die Existenz von Hexen und setzte die Hexenverfolgung mit all ihren grausamen – und für die Kirche einträglichen – Auswüchsen in Gang. Von 1258 bis 1526 gab es nicht weniger als 57 päpstliche Erlasse, die sich gegen das „Zauber- und Hexenwesen“ wandten. Es war Papst Innozenz VIII., der 1484 die Hexerei offiziell zu einem besonderen Verbrechen erklärte, das der Untersuchung durch die Inquisition bedürfe. Bei der Hexenverfolgung ging es weniger um die Ahndung von Vergehen gegen Menschen und menschliche Ordnungen, sondern „um die Verfolgung einer gegen Gott und sein Gesetz gerichteten Tat“, oder, um mit George Orwell („1984“) zu sprechen, ein „Gedankenverbrechen“. Eine reale Schadenswirkung, wie sie nach dem damaligen weltlichen Gesetzbuch als Voraussetzung für die Todesstrafe gegeben sein mußte, brauchte hier nicht nachgewiesen werden: Mit oder ohne landeten die „Hexen“ auf dem Scheiterhaufen. Die Hexenverfolger beriefen sich auf ihr Gebot „Die Zauberer sollst du nicht leben lassen“ – Widerspruch wäre Atheismus gewesen und damit wiederum ein todeswürdiges Verbrechen.
Die nächste Frage bringt uns etwas in Verlegenheit. Wir haben uns bei den Berichten über die Behandlung der Hexen sehr zurückgehalten, um die Nerven unserer Zuhörerinnen und Zuhörer nicht zu sehr zu strapazieren. Jetzt kommt die Frage: „Aus welchen Gründen wurden Frauen als Hexen angeklagt? Habt ihr ein praktisches Beispiel eines Prozesses?“
Antwort: Im Folgenden also einige Details aus einem dieser Prozesse. Frauen – doch nicht nur Frauen, sondern auch Männer, Greise und sogar Kinder! – wurden von den katholischen Inquisitoren angeklagt, mit dem Teufel im Bunde zu stehen. Die Indizien und Hinweise waren oft lächerlich und ganz offensichtlich erfunden. Es genügte aber durchaus, wenn man im Verdacht stand, den falschen Glauben zu haben. Bewußt haben wir kein besonders blutiges Beispiel gewählt, aber dennoch einen Fall, der die Brutalität der kirchlichen Inquisition aufzeigt. Es handelt sich um den Fall der jungen, schwangeren Spanierin Elvira del Campo. Elvira wurde verhaftet unter dem Verdacht, sie sei eine Jüdin. Im Kerker brachte die junge Frau ihr Kind zur Welt, bevor sie im darauffolgenden Jahr vor das Tribunal von Toledo gestellt wurde. Zwei in ihrem Haus zur Untermiete wohnende Handwerker traten als Zeugen gegen sie auf und behaupteten, Elvira habe kein Schweinefleisch gegessen und habe samstags frische Unterwäsche angezogen. Für die Meldung eines derart „verdächtigen“ Verhaltens an die Inquisition wurden diese Männer übrigens mit 3 Jahren Sündenablaß belohnt ... Elvira beteuerte ihre Unschuld: Sie sei Christin, ihr Mann sei Christ, auch ihr Vater sei Christ. Anscheinend hatte ihre Mutter allerdings jüdische Vorfahren, denn seit ihrem 11. Geburtstag mochte sie kein Schweinefleisch mehr. Wenn sie nur davon kostete, wurde ihr sofort übel. Ihre Mutter hatte Elvira dazu erzogen, samstags die Unterwäsche zu wechseln, worin sie jedoch keinerlei tiefere religiöse Bedeutung zu erkennen vermochte. Das Tribunal drohte ihr mit der Folter, wenn sie nicht die Wahrheit sagte. Sie hatte ihrer Aussage aber nichts hinzuzufügen. Elvira wurde nackt ausgezogen, und man fesselte ihre Arme. Die Stricke wurden zusammengedreht, bis sie schrie, sie brächen ihr die Knochen. Bei der 16. Drehung rissen sogar die Stricke. Dann wurde sie auf einen Tisch gebunden, über den scharfkantige Sprossen verliefen. Die Seile, mit denen sie gefesselt war, wurden wieder angezogen. Vor Qualen und Verzweiflung schrie sie das „Geständnis“ heraus, sie habe gegen das Gesetz verstoßen. „Welches Gesetz?“, wurde sie gefragt. Als sie nicht genauer benennen konnte, welche von Gottes Regeln sie gebrochen hatte, wurde sie der Wasserfolter unterzogen. Bei der Wasserfolter wird dem Opfer die Nase zugehalten und gleichzeitig mit einem Trichter literweise Wasser in den Mund eingeflößt. Der Bauch bläht sich auf, auf ihn wird noch draufgeschlagen. Bei dieser Tortur ersticken viele Opfer, oder sie platzen regelrecht auf. Nachdem die Wasserfolter vorüber war, konnte Elvira nicht mehr sprechen. Also setzte man die Folter für 4 Tage aus, die sie in Einzelhaft verbrachte. Bei der nächsten „Sitzung“ konnte Elvira nur noch darum betteln, man möge ihre Nacktheit bedecken, ehe sie völlig zusammenbrach. Schließlich „gestand“ sie, Jüdin zu sein, und flehte um Gnade – und die Richter waren gnädig! Sie ließen sie am Leben, beschlagnahmten ihren gesamten Besitz und verurteilten sie zu 3 weiteren Jahren Kerkerhaft. 6 Monate später ließ man sie frei, nachdem sie wahnsinnig geworden war. – Über das weitere Schicksal ihres Kindes ist nichts bekannt. (Nach Henry Charles Lea, „History of the Inquisition of Spain“, 4. Band, New York, 1906-1907, S. 174) So und schlimmer verfuhr die spanische Inquisition mehr als 300 Jahre lang mit ihren unglücklichen Opfern. Noch im Jahr 1808, beim Einmarsch Napoleons, betrieb sie ihr grausiges Geschäft. Unter dem Dominikaner-Kloster in Madrid fanden die Franzosen Folterkammern voller Gefangener, alle nackt und die meisten von ihnen wahnsinnig. Das drehte selbst den schlachterprobten und gewiß nicht zimperlichen französischen Soldaten den Magen um. Sie räumten die Verliese, ließen die Leute frei und sprengten das Kloster in die Luft. Vielleicht sollte man dieses Beispiel dem jetzt regierenden Papst Benedikt XVI. schicken, der, wie schon erwähnt, in einem Interview kurz vor seiner Wahl zum Papst die Inquisition als „Fortschritt“ rühmte, weil sie ja vor der Verurteilung eine Anhörung des Delinquenten voraussetzte. So und ähnlich, oft noch weit ärger, sah also diese „Anhörung“ aus, die der jetzt regierende Papst als Fortschritt preist. – Was ist dies anderes als ein ungeheuerlicher Skandal?
Und nun erneut die Frage: Wer sitzt auf dem Stuhl Petri?
Liebe Hörer, liebe Leser, die Antwort fällt Ihnen jetzt sicher nicht mehr schwer. Wir können Ihnen versichern: Es gibt noch unzählige Fakten, von denen wir Ihnen einige in unseren nächsten Sendungen unterbreiten werden. Noch einmal sei deutlich gesagt: Es geht uns nicht darum, die unsäglichen Machenschaften dieser Institution aufzudecken, sondern es liegt uns daran, klarzumachen, daß all dies nichts mit Jesus, dem Christus, zu tun hat. Mittlerweile dürften Sie auch gemerkt haben, daß es gerade das Gegenteil von dem ist, was Jesus, der Christus, gelehrt hat und heute wieder lehrt.
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Die Texte der 6. bis 11. Gesprächsrunde sind im zweiten Band der Reihe »Nur für kluge Köpfe und gute Analytiker. Wer sitzt auf dem Stuhl Petri?« nachzulesen.
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