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dem Stuhl Petri?
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Ein Nachschlagewerk –
für Sie zum Sammeln


Vorwort

Die Sendereihe „Für gute Analytiker – Wer sitzt auf dem Stuhl Petri?“ hat ein überwältigendes Echo hervorgerufen. Wir erhalten sehr viele Zuschriften, die sich zustimmend äußern, aber es melden sich auch viele Hörerinnen und Hörer, bei denen unsere Sendung weitere Fragen aufgeworfen hat.
Wenden wir uns aus der Fülle der eingegangenen Fragen einer zu, in der um Klärung grundlegender Sachverhalte bzw. Begriffe gebeten wird.

Frage:
„Sie verwenden immer wieder Begriffe wie »Kirche«, »Papst« oder »heiliger Vater«. Man denkt nicht darüber nach, was diese Begriffe bedeuten. Können Sie mir einmal erklären, woher diese Worte kommen und was hinter diesen Worten steckt?“

Kirche, das „Haus des Herrn“ –
doch welcher „Herr“ ist gemeint?

Beginnen wir mit dem Begriff „Kirche“. Was bedeutet der Begriff „Kirche“, und woher kommt er?
Dem deutschen Universal-Wörterbuch, dem Duden, ist zu dem Stichwort „Kirche“ folgendes zu entnehmen: Es gab diesen Begriff bereits im Mittelhochdeutschen; er stammt aus dem Griechischen „kyrikón“ = „Gotteshaus“; das noch ältere griechische Wort lautete „kyriakón“, was eigentlich bedeutete: „das zum Herrn gehörende (Haus)“, zu „kýrios“ = Herr. Nun könnte sich daran gleich eine weitere Frage anschließen, nämlich: Welcher Herr ist da gemeint?

Gemeint ist Gott; so stellt es die Kirche dar. Also lautet die Aussage „Kirche = Gottes Haus“, ein Gotteshaus – zu sehen ist jedoch ein Steinhaus! Aber sagte Jesus, auf den sich die Kirche ja beruft, nicht etwas ganz anderes darüber?
Jesus sagte es anders, die Propheten ebenso. In der Bibel steht z.B.: „Aber der Allerhöchste wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind.“ (Apg 7, 48) Demnach kann Gott, der Allerhöchste, in der Kirche, die als „Gotteshaus“ bezeichnet wird, nicht zu Hause sein.
Dem aufmerksamen Analytiker entgeht der Widerspruch nicht: Die Bibel der Kirchen ist von dieser zum wahren Wort Gottes erklärt worden. Wenn solches nun in ihrer Bibel geschrieben steht – warum behauptet sie dann, das Steinhaus sei ein Gotteshaus?
Die Antwort auf diese Frage erschließt sich durch einen Blick in die Geschichte: Diese Einrichtung von Steinhäusern war ganz eng verbunden mit der Herausbildung einer Institution, einer äußeren Religion, zur Zeit Kaiser Konstantins; denn die Kirchen aus Stein, die damals unter Konstantin gebaut wurden, waren Nachbildungen der römischen Kaiserpaläste. Man nahm also hier etwas vom Weltlichen, auch vom Heidnischen, übertrug es auf die sogenannte „Kirche“ und sprach von dem „zum Herrn gehörenden Haus“. Da in unseren vergangenen Sendungen aufgezeigt wurde, was in dieser Kirche alles vor sich ging und vor sich geht und was von dieser Kirche ausgeht, wäre erneut zu fragen: Welcher Herr ist da gemeint? Ist es Gott, der Ewige, oder ist es nicht vielmehr der Gott der Unterwelt, zu dem das alles gehört?
Genau betrachtet, läuft also die Entstehung dieser Institution über Konstantin, und Konstantin war zeit seines Lebens ein Heide, ließ sich als „Sonnengott“ anbeten, befragte Orakel und vieles andere mehr. Erst am Ende seines Lebens ließ er sich taufen. Offensichtlich dachte er, er könnte sich dadurch von seinen vielen Verbrechen reinwaschen. – Wir wissen, daß dies nicht möglich ist, sondern unbereinigte Schuld nach dem Ablegen des physischen Leibes in der Seele verbleibt.
Gehen wir erneut auf die Bibel zurück: Auch die Propheten des Alten Testamentes redeten gegen die sogenannten Gotteshäuser aus Stein. Durch den Propheten Jesaja z.B. sprach Gott: „Der Himmel ist Mein Thron und die Erde der Schemel Meiner Füße. Was wollt ihr Mir denn für ein Haus bauen?“ (Jes 66,1) Und bei Lukas lesen wir das Jesuswort: „Das Reich Gottes ist inwendig in euch.“ (Lk 17, 21) Und Jesus sagte nicht: Ihr findet das Reich Gottes in Steinhäusern, oder: Ihr findet das Reich Gottes in einer bestimmten Institution, sondern Er wies darauf hin, daß der Mensch selbst der Tempel des Heiligen Geistes ist und folglich Gott in seinem eigenen Inneren finden kann.
Einer der Urchristen aus der Gesprächsrunde war als damals guter Katholik in seiner Kindheit Ministrant und erinnert sich, daß man ihm einschärfte: „Wenn du an einer Kirche vorbeikommst, dann grüße Gott, denn Gott wohnt in dieser Kirche.“ Man hat den Menschen also weisgemacht, daß Gott in diesem Gebäude – genauer gesagt, im Tabernakel – wohnen soll. Der Widerspruch zu dem, was der Ewige über Seine Propheten und über Jesus, den Christus, kundtat, ist augenfällig.
Daraus ergibt sich die Frage: Kommt nun das von Gott, was in der Bibel steht – oder kommt das von Gott, was die Kirche von sich gibt? Die Kirchen sind doch mit ihren Aussagen und letztlich ihrem Verhalten gegen die Bibel, auf die sie pochen.
Es wird hier wieder einmal deutlich, daß die Kirche gegen Jesus, den Christus, ist, obwohl sie sich scheinheilig „christlich“ nennt. Die Kirche ist also nicht christlich, sondern heidnisch.

„Papst“ – Übernahme von Titeln
heidnischer Oberpriester

Kommen wir zu dem nächsten Begriff, um dessen Erläuterung gebeten wurde. Was bedeutet „Papst“, und woher kommt dieser Begriff? Stammt er auch aus diesem Umfeld?
„Papst“ heißt ja auf italienisch „Papa“, das bedeutet „Pater patrum“ – der „Vater der Väter“. Dieser Titel war die Bezeichnung für den obersten heidnischen Priester des Mithras-Kultes und – wen wundert das noch? – fand dann in der sich aufbauenden Kirche Verwendung. Er galt zunächst nicht nur, wie heute, für das Oberhaupt der katholischen Institution, sondern auch für viele andere Bischöfe, bis dann der Bischof von Rom diesen Namen Papa = Pater patrum = Papst für sich beanspruchte, den Titel eines heidnischen Oberpriesters. Den Titel eines weiteren Oberpriesters, nämlich des obersten Heidenpriesters des römischen Reiches, zog der Inhaber des Stuhles Petri ebenfalls an sich und nennt sich entsprechend: „Pontifex maximus“, übersetzt: „oberster Brückenbauer“. Also auch hier die Übernahme von Aspekten aus dem Heidentum.
Mit Jesus hat das allerdings nichts zu tun. Er sagte: „Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen, denn nur einer ist euer Meister. Ihr alle aber seid Brüder. Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen, denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel.“ Nachzulesen bei Matthäus 23, Vers 8 – 9, also wiederum in der Bibel der katholischen und lutherischen Kirche.

Wird kirchlicherseits das Volk als
„lallende Kinder“ angesehen?

Das große Duden Wörterbuch der deutschen Sprache weist auf eine weitere Wurzel des Wortes „Papst“ hin. Dort steht: „<lat. Papa = Vater, Lallwort der Kindersprache.“ Der gute Analytiker stellt aufgrund dessen die Frage: <br>Sehen die Kirchenfunktionäre das Volk als „lallende“ Kinder an, gleich Untertanen, die ihren Verstand und die Verantwortung für sich selbst an der Kirchentüre abgeben sollen? Verdummen die Priester bewußt die sogenannten Gläubigen? Warum können die Kirchen sich diese eklatanten Widersprüche leisten zwischen dem, was an Wahrheit in der Bibel zum Teil vorhanden ist, und dem, was sie tun und in ihren Riten, Dogmen und Zeremonien anordnen?
Es gab eine Zeit, in der es verboten war, die Bibel zu lesen. Was war der Grund dafür? War das ein Täuschungsmanöver? Wollte man kirchlicherseits auf diese Weise vermeiden, daß die Menschen aus der Bibel die Reste der Wahrheit, die dort trotz der vielen Fälschungen noch enthalten sind, erkennen und aufgrund dessen entdecken, daß sich die Oberen der Institutionen daran selbst nicht halten?
Später hat man unter dem Druck der Reformation dieses Verbot aufgegeben. Man konnte überdies im Zeitalter des Buchdrucks nicht mehr verhindern, daß Schriften verbreitet wurden. Früher waren die Einzigen, die schreiben konnten, die Mönche in den Klöstern gewesen, und sie waren auch diejenigen, die Bücher vervielfältigten. Bis dahin hatte man alles unter Kontrolle. Aber offensichtlich ist es, aufgrund der Trägheit und Ignoranz der Masse der „Untertanen“, den Institutionen gelungen, ihre Widersprüchlichkeiten weiterhin verdeckt zu halten und das Wort Gottes, das in Ansätzen noch in der Bibel zu finden ist, durch ihre eigenen Priesterkulte, ihre eigenen heidnischen Lehren, zu überlagern und zu ersetzen und es somit in ungeheuerlicher Weise in sein Gegenteil zu verkehren.

Hintergründe für die Unmündigkeit
der Kirchenherde

Worauf ist es zurückzuführen, daß das Volk die Ungereimtheiten hinnimmt, und dies über so lange Zeit? Warum konnte und kann man das Volk so hinters Licht führen? – Das liegt ohne Zweifel hauptsächlich an tief sitzenden, eingefleischten Vorstellungen. Die meisten Menschen glauben doch immer noch, daß jemand, der einen besonderen Titel hat, ein besonderes Gewand trägt, besondere Gesten und Rituale pflegt, „etwas Besseres“ sei. Sie nehmen außerdem an, daß einer, der angeblich „Gott studiert“ hat, mehr von Gott versteht als gewöhnliche Sterbliche, und gehen wie selbstverständlich davon aus, daß ein solcher Mensch – der Priester – Zugang zu Gott hat.
Jesus sagte schon zu den damaligen Priestern: „Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr verschließt den Menschen das Himmelreich. Ihr selbst geht nicht hinein; aber ihr laßt auch die nicht hinein, die hineingehen wollen.“ (Mt. 23, 13) So ist es auch heute noch.
Sicherlich hat zur Unmündigkeit des Kirchenvolkes die Ketzerverfolgung im Kleinen wie im Großen beigetragen, denn insbesondere die katholische Institution hat von jeher dafür gesorgt, daß all diejenigen, die die Menschen aufklären wollten, möglichst umgehend beseitigt wurden. Es ist in früheren Sendungen bereits dargelegt worden: Bis heute gelten die Dogmen der katholischen Kirche, in denen sie z.B. von ihrer „Pflicht“ spricht, „mit peinlicher Sorgfalt“ alles zu „entfernen“ und „auszumerzen“, „was gegen den Glauben ist“ (Neuner-Roos, „Der Glaube der Kirche in den Urkunden der Lehrverkündigung“, Rd.-Nr. 382, S. 256), und das bedeutet nichts anderes als: was gegen die Lehre der katholischen Kirche ist. Dieses „Ausmerzen“, das im deutschen Duden als „radikal Entfernen“ definiert wird, könnte mit ein Grund für die Unwissenheit der Kirchengläubigen gewesen sein – man hat jene, die auf bislang verschwiegene Tatsachen hinweisen und die Leute wachrütteln wollten, kurzerhand liquidiert.
Für einen guten Analytiker stellt sich nun die Frage: Ist die Bibel die Wahrheit? Oder haben die Institutionen Kirche die Wahrheit? Denn die Kirche spricht und handelt gegen die Bibel. Wo steckt die Wahrheit?

Kann es auf Erden einen
„heiligen Vater“ geben?

Die Kirche versteigt sich ja auch zu der Behauptung, an ihrer Spitze stehe ein „heiliger Vater“. Was bedeutet „heilig?“ Der Duden gibt Auskunft.
„Heilig“ besagt: „im Unterschied zu allem Irdischen göttlich vollkommen und daher verehrungswürdig“. Nach Aussage der Kirche selbst wird sie also repräsentiert von einem göttlich vollkommenen und verehrungswürdigen Mann – und es muß immer ein Mann sein, denn „Vater“ ist nun mal männlich. In der Bibel steht jedoch das Gebot des Jesus, des Christus: „Ihr sollt niemanden auf Erden Vater nennen.“ (Mt. 23, 9) Das ist ein klarer Widerspruch.
Von diesem krassen Widerspruch abgesehen, muß an dieser Stelle gefragt werden: Waren die sogenannten „heiligen Väter“, von denen wir schon berichtet haben, denn vollkommen? War ihr Tun als „vollkommen“ zu bezeichnen?
Wir haben ja mehrere Sendungen dafür verwenden müssen, um einen kleinen Eindruck von der Bandbreite der Verbrechen der Päpste zu vermitteln. Es gab fast kein Verbrechen, das diese sogenannten „heiligen Väter“ nicht begangen haben: Raub und Mord, Amtsanmaßung, das Vergiften ihrer Vorgänger, Hurerei und allerlei Ausschweifungen, Kriege, in denen Abertausende von Menschen umkamen, Verfolgung und Ermordung Andersdenkender, Unterdrückung und Versklavung ganzer Völker, Betrug ... um nur die schlimmsten kurz zu erwähnen. Das Leben der sogenannten „heiligen Väter“ war ganz und gar nicht vollkommen, sondern genau das Gegenteil. – Und heute?

Mitbeteiligung des Vatikans am Völkermord –
auch in der Gegenwart

Auch heute ist die Kirche ein Machtapparat, der weiterhin vom sogenannten „unfehlbaren Papst“ angeführt wird. Und auch in der heutigen Zeit gibt es viele Beispiele, wie unheilig der sogenannte „heilige Vater“ sich oft verhält. Rufen wir uns einige in Erinnerung.
In einer der letzten Sendungen berichteten wir ausführlich darüber, daß in den 70er Jahren in Argentinien Menschen, Regime-Gegner, betäubt, aber lebendig aus Flugzeugen ins offene Meer geworfen wurden. Die Anregung zu diesen Aktionen kam offenbar von den katholischen Priestern und Bischöfen in Argentinien, die das dortige Regime unterstützten. Und die Archive des Vatikans über diese Vorgänge sind bis heute nicht geöffnet.
Oder denken wir an den Völkermord in Ruanda. Dort wurden binnen 100 Tagen über 800.000 Menschen brutalst abgeschlachtet. Die katholische Kirche, der 70 Prozent der Ruander angehören, hätte als Einzige die Autorität gehabt, dem Blutbad Einhalt zu gebieten.
Der „Spiegel“ schreibt in Nr. 1/2000: „Die meisten ihrer Priester und Nonnen hatten 1994 bei dem Blutbad teilnahmslos zugesehen oder gar den Mördern geholfen. Am 14. April begann das Massaker von Kibeho – zunächst an den 15.000 Flüchtlingen, die im Kirchenareal Schutz gesucht hatten. Es dauerte zwei Tage, bis alle zu Tode gehackt, verstümmelt, erschlagen, erschossen oder zum Teil lebendig verbrannt waren. Zeugen beschuldigen heute Priester und Nonnen der katholischen Kirche, den Völkermord an den Tutsi unterstützt zu haben.“
Weitere Zitate: „Zwischen dem 7. April und dem 4. Juli wurden in 160 Kirchen Tutsi niedergemetzelt, die in die vermeintlichen sicheren Sanktuarien geflohen waren.“
„Heute leben die Beschuldigten hinter Klostermauern in Belgien, leiten Ordenshäuser in Frankreich, studieren Theologie an päpstlichen Universitäten oder predigen Nächstenliebe und Vergebung in italienischen Kirchen.“ So der „Spiegel“ Nr. 1/2000.
Vergegenwärtigen wir uns: Diese Geschehnisse begannen im Jahre 1994, und Menschen, die damals an den Massakern direkt oder indirekt beteiligt waren, leben heute unbehelligt hinter Klostermauern. – Erneut die Frage: Wer hat solches angeordnet? Etwa Jesus, der Christus, der Friedensbringer, der uns die Liebe des ewigen Vaters brachte und selbst die Liebe verkörperte?
In diesem Zusammenhang stellt sich unter anderem die Frage, warum die Kirche immer noch – man kann es kaum glauben – den Besitz von betriebsbereiten Massenvernichtungswaffen, also von Atombomben, rechtfertigt. Erst vor wenigen Jahren wurde in einem sogenannten „Friedenspapier“ der Katholischen deutschen Bischofskonferenz (Titel: „Gerechter Friede“) ausdrücklich festgestellt, daß die Abschreckungsstrategie mit Massenvernichtungsmitteln weiterhin angemessen sei. Nach wie vor verfügen die Großmächte über umfangreiche Atomwaffenarsenale, stellen die Bischöfe fest, aber solange es keine Alternative zur Drohung mit Massenvernichtungswaffen gibt, müsse dies gebilligt werden.
All das fand unter dem Pontifikat des sogenannten „Friedenspapstes“, Johannes Paul II., statt, jenes Papstes, der übrigens auch den Einsatz der Nato-Truppen im Kosovo für richtig hielt und damals, wir erinnern uns, das Wort aussprach: „Wir sind schließlich keine Pazifisten.“ Es ist deutlich, daß das Verhalten dieser Kirche mit Jesus von Nazareth und Seiner Lehre nicht vereinbar ist – bis in die jüngste Gegenwart hinein.
Und auch dieser Papst – Johannes Paul II. – soll wieder selig- und eventuell später heiliggesprochen werden. Das ist erneut ein Beispiel dafür, wie es der Priesterkaste auch heute noch gelingt, die Gehirne nicht nur der breiten Masse der Bevölkerung, sondern auch die der Politiker und der Medienvertreter zu vernebeln. Der klardenkende Analytiker kommentiert: Ja, wenn doch alle „lallende Kinder“ sind – was kann man dann von ihnen anderes erwarten?

„Was hat man denn gegen den Krieg?
Etwa daß Menschen, die doch einmal sterben müssen, dabei umkommen?“

Diese Haltung der Kirche zur Gewaltanwendung gegen den Nächsten ist schon uralt. Jesus von Nazareth hingegen sagte, wie wir wissen: »Wenn dich einer auf die rechte Backe schlägt, halte auch die linke hin.« (Mt 5, 29) Oder: »Stecke dein Schwert in die Scheide« (Mt 26, 52), zu einem Seiner Jünger, der Ihn mit Waffengewalt verteidigen wollte. Und nicht zu vergessen: In den Zehn Geboten heißt es ganz eindeutig: „Du sollst nicht töten“. (2 Mose 20, 13; 5 Mose 5, 17)
Schon in den vergangenen Sendungen wurde darauf hingewiesen, daß die in den Institutionen hochverehrten „Altvordern“, z.B. der Kirchenlehrer Augustinus, gelehrt haben: „Was hat man denn gegen den Krieg? Etwa daß Menschen, die doch einmal sterben müssen, dabei umkommen?“ (Karlheinz Deschner, „Kriminalgeschichte des Christentums“, Band 1, S. 461)
Und in dem Anhängsel der Vatikankirche, in der Lutherkirche, gibt Martin Luther die Richtung vor, der sagte: „Die Hand, welche das Schwert führt und tötet, ist ... nicht mehr eines Menschen Hand, sondern Gottes Hand. Und nicht der Mensch, sondern Gott henkt, rädert, enthauptet, tötet und führt den Krieg.“ („Martin Luther zur Frage, ob man auch als Soldat in einem Gott wohlgefälligen Stand lebt“, Weimarer Ausgabe 19, S. 623-662)
Diese Einstellung hat sich bis in die heutige Zeit erhalten. Daß so viele Menschen eine solch abscheuliche Diffamierung Gottes immer wieder mitmachen, erscheint so manchem als eines der großen „Wunder“ der Kirchengeschichte.
Daß dies so ist, hat natürlich damit zu tun, daß die Kirchengläubigen da mitmachen müssen, denn im aktuellen Lehrwerk der katholischen Kirche, in „Der Glaube der Kirche in den Urkunden der Lehrverkündigung“ von Neuner-Roos“, steht geschrieben, man müsse die ganze kirchliche Lehre annehmen, sonst sei man „ausgeschlossen“ (Rd.-Nr. 85) – das ist also die Drohung mit der ewigen Verdammnis.
Das heißt, die Kirchen – insbesondere die katholische – haben festgelegt: Das einfache Volk, das „lallende Volk“, muß dem zustimmen, was sie, die Kirchen, verkünden, oder die Menschen werden ewig verdammt. Eine schlimmere Drohung gibt es kaum.
Kann man dann ein solch „lallendes Kirchenvolk“ noch zu guten Analytikern erziehen? – Solange sie nur „lallen“ und sich bedingungslos unterordnen, wohl nicht. Denken wir z.B. an das Brimborium im Jahr 2005 beim „Weltjugendtag“. Unzählige Angehörige der Vatikankirche jubelten einem Papst zu, auf Worte hin, die sie schon rein sprachlich nur teilweise verstehen konnten, weil der Redner immer wieder von einer Sprache in die nächste wechselte. Da muß schon bezweifelt werden, ob all diese Menschen noch mit vernünftigen Aussagen zu erreichen sind.
Und doch gäbe es für sie noch eine Möglichkeit, frei zu werden: nämlich die, sich aus dem Dunstkreis des Wahnsinns einmal zu entfernen. Wie das geschehen kann, dazu gibt es ja auch in der institutionellen Bibel einen guten Hinweis, den der, wer das will, beherzigen könnte. Denn dort heißt es: „Gehet hinaus aus ihr, mein Volk, daß ihr nicht teilhabt an ihren Sünden und nichts empfangt von ihren Plagen.“ (Off 18, 4)

Lebendiger Glaube – oder leere Gesetzesvorschriften und Kulthandlungen

Was wäre unserem Leser zu raten, der zu einem guten Analytiker werden möchte, der das Ganze hinterfragt? Soll er die Bibel lesen, oder soll er mit wachen Augen die Institutionen Kirche betrachten?
Er kann beides tun. Er kann die Bibel, in der durchaus noch Teile der ursprünglichen Wahrheit Gottes zu finden sind, lesen und die Aussagen darin mit der Lehre und dem Leben der Kirchen vergleichen. Und er kann darüber hinaus das Tun und die Verlautbarungen der Kirchen mit wachen Augen betrachten. Ein weiterer Hinweis für ihn wäre, sich z.B. zu fragen, was Jesus, der Christus, denn in Seiner Lehre gebracht hat, z.B. in der Bergpredigt. Oder er könnte den Wortlaut und den Inhalt der Zehn Gebote Gottes durch Mose mit dem vergleichen, wie die Kirchen sich gaben und geben.

Ein Absatz in Karlheinz Deschners Buch „Abermals krähte der Hahn. Eine kritische Kirchengeschichte“ unterstreicht das: „Für Jesus waren Religion und Recht, Glauben und Gesetz Gegensätze. Stand er doch gerade dagegen auf, das Verhältnis des Menschen zu Gott rechtlich zu regeln. Während seiner ganzen öffentlichen Tätigkeit hat er gegen die Thora, gegen Klerikalismus, Kultvorschriften und Juristerei im Verkehr mit Gott gekämpft und diesen Kampf mit dem Tode bezahlt. Die jüdische Gesetzeskirche schlug ihn ans Kreuz – nur, damit sich die katholische Gesetzeskirche erheben konnte. Denn alles, was Jesus an der Thorakirche verdammte, hat die katholische Kirche wieder gebracht.“ (S. 246)
Ein probates Hilfsmittel wäre außerdem, den gesunden Menschenverstand zu gebrauchen und sich zu fragen, ob die „magischen“ Mittel, mit denen die katholische Kirche den Menschen zu Gott führen will, plausibel sind. Kann es hilfreich sein, menschliche Knochen zu verehren? Ist es sinnvoll, sich von Sakramenten das Heil zu versprechen? Man sollte an den Glauben durchaus auch mit der Logik und dem gesunden Menschenverstand herangehen.
Noch ein Aspekt wäre anzuführen: Wem bekannt ist, daß die Vatikankirche und die Lutherkirche sich auf sogenannte göttliche Eingebungen, Inspirationen, Prophezeiungen und göttliche Worte berufen, dem stellt sich die Frage: Warum sollte Gott und warum sollte Christus sich gerade in diesen von Verbrechen und Perversion durchdrungenen Institutionen offenbaren? Liegt es nicht näher, daß Er Sich dort offenbart, wo Er Sich immer offenbart hat, nämlich durch die großen Propheten? Und liegt es nicht nahe, daß Gott, der zu allen Zeiten gesprochen hat, auch heute spricht? Sollten Sie, liebe Leserin, lieber Leser, zu dieser Schlußfolgerung kommen, dann ist der Hinweis auf das Wort Gottes für unsere Zeit angebracht, das Wort der Wahrheit. Dieses ist durch Seine Prophetin, Gabriele, allen Menschen zugänglich, in einer Fülle und in einer Tiefe, wie sie vorher nicht bekannt waren. Deshalb könnte man Ihnen wärmstens empfehlen: Lesen Sie z.B. das Buch „Das ist Mein Wort. Alpha und Omega. Das Evangelium Jesu. Die Christus-Offenbarung, welche inzwischen die wahren Christen in aller Welt kennen“. (Verlag DAS WORT, Marktheidenfeld)

Gott ist nicht wandelbar.

Doch nicht nur Gott, nicht nur Jesus, der Christus, sollte rehabilitiert werden, sondern auch Mose, der große Prophet. Gott gab durch Mose die wunderbaren Zehn Gebote. Sie sind aus dem ewigen Gesetz der Liebe Gottes gesprochen. Was die Priesterkaste in ihrer Fälschung der Worte des Alten Testamentes Mose unterschob, entspricht ganz und gar nicht den Geboten Gottes, genausowenig viele weitere Aussagen im Alten Testament.
Gerade wenn man die grausamen Details in den Büchern Mose, Worte und Anweisungen, die angeblich Gott durch Mose den Menschen gegeben haben soll, mit den ursprünglichen Zehn Geboten vergleicht, so müßte man meinen, Gott sei wandelbar.
Eines ist jedoch sicher: Gott ist unwandelbar. Die Beschreibung hingegen, die Gott im sogenannten Alten Testament in den Büchern Mose widerfährt, ist wie eine nach Gutdünken des „Künstlers“ zusammengesetzte Collage. Das Wort Gottes durch Seine Propheten ist hier gemischt mit Textstücken ganz anderer Herkunft, die vor allem von der Priesterkaste verfaßt wurden. Kann man sich im Ernst vorstellen, daß Mose vom Berg Sinai zurückkommt, die Gesetzestafeln hinwirft und 3000 Menschen ermorden läßt, aus Strafe dafür, daß sie in Seiner Abwesenheit ein goldenes Kalb gebaut haben und um dieses getanzt sind? Kann man sich die Aufrufe zum Krieg gegen die Nachbarländer vorstellen? Kann man sich vorstellen, daß Gott will, daß man einen störrischen und widerspenstigen Sohn vor die Ältesten schleppt und von allen Männern der Stadt zu Tode steinigen läßt (4. Mos 18-21)?
All das und viel mehr steht aber in jenem von Blut durchtränkten Buch, das die römisch-katholische Kirche als das wahre Wort Gottes bezeichnet. – Das ist niemals der unwandelbare, wahre, ewige Gott!

Es handelt sich schlichtweg um eine Transformation der heidnischen Priesterkulte in dieses Buch hinein, denn wir wissen ja, daß die Bücher Mose nicht zur Zeit dieses großen Propheten, sondern erst sehr viel später aufgeschrieben wurden. Die Niederschrift von damals wird in der Theologie „Priesterschrift“ genannt; die Kirche weiß also sehr wohl um die Urheberschaft und um die Zusammenhänge. Die Greueltaten, die darin zu lesen sind, und die Worte, die Gott als ein grausames, blutrünstiges Monstrum hinstellen, all das ist doch nichts anderes als eine Übernahme von Inhalten der zu dieser Zeit herrschenden heidnischen Priesterkulte.

Priester gegen Propheten

Das Infame ist natürlich, daß auch die großartigen Zehn Gebote Gottes verfälscht wurden. Es gibt zum einen die ursprünglichen Zehn Gebote, die wir alle kennen: „Du sollst Gott über alles ehren. Du sollst nicht töten. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden.“ Zum anderen steht, wenig später, im 2. Buch Mose, eine zweite Version der Zehn Gebote. Zwei dieser angeblichen Gebote Gottes lauten z.B.: „Du sollst das Blut meines Opfers nicht darbringen zugleich mit dem Sauerteig.“ (2. Mose 23, 18) und: „Du sollst das Böcklein nicht kochen in seiner Mutter Milch.“ (2. Mose 23, 19) Hierin liegen die Vorstellungen grausamer Tieropfer zugrunde, und sie werden Gott zugeschrieben und dem Gottespropheten Mose in den Mund gelegt. – Auch von dieser gefälschten Fassung steht geschrieben, das wären die Zehn Gebote Gottes. – Welchen Gottes?
Die Propheten Israels kündeten davon, daß Gott sich nicht ändert. Z.B. heißt es beim Propheten Maleachi: »Ich, der Herr, ändere mich nicht.« (Mal 3, 6) Gehen wir also davon aus, daß Gott sich nicht ändert, im Alten Testament aber Abweichungen, Änderungen, festzustellen sind, so muß diese logischerweise irgend jemand anderer hineingeschrieben haben. Und wer? Kein anderer als die Priesterkaste, die sowohl das Alte als auch später das Neue Testament verfälschte.
Daraus ergibt sich: Man sollte darüber nachdenken, gerade auch die Propheten im Alten Testament zu rehabilitieren, denn sie sprachen stets gegen die Priesterkaste, gegen das Tun der Priester.
Grundsätzlich gilt: In der Antike – etwa bis zum 15. Jahrhundert – hatte überhaupt nur die Priesterkaste die Möglichkeit der Geschichtsschreibung, das, was sich ereignet hatte, in größerem Umfang an die Nachwelt weiterzugeben. Und diese Priesterkaste hat immer die Geschichte und die Wahrheit in dem Sinne verfälscht, wie es ihrem Vorteil diente, dem heidnischen Götzenkult. So kam es dazu, daß die großen Propheten in übelster Weise verleumdet und ihnen Worte untergeschoben wurden, die in Wahrheit von den heidnischen Götzendienern stammten.
Wir sehen: Die Kirchen, katholisch und evangelisch, sind ein heidnisches Kunst-Werk, das mit dem wahren Leben, der wahren Gottesbotschaft, die noch teilweise in der Bibel vorhanden ist, nichts, aber auch gar nichts zu tun hat. Sie haben eine Kunst-Religion entwickelt, die aus vielen heidnischen Elementen besteht, von denen Jesus von Nazareth nicht das Geringste gelehrt hat.
Die Kirchen haben sich ihre Bibel zurechtgeschneidert, indem sie vieles hineingeschrieben hat, was sie für richtig hielten, halten sich aber nicht an die zentralen Aussagen des Jesus von Nazareth. Deshalb läßt sich sagen: Es sind zwei Welten, die nicht miteinander vereinbar sind. Auf der einen Seite die wahren Prophetenworte und die ursprünglichen Lehren des Jesus von Nazareth, die jeweils teilweise in der Bibel noch enthalten sind, auf der anderen Seite die Lehren oder gar die unheilvolle Geschichte der Kirche.

Unseren Leserinnen und Lesern steht es frei, die Konsequenzen zu ziehen, ihren eigenen, gesunden Menschenverstand walten zu lassen und sich zu fragen: Kann es sein, daß Gott den Menschen durch Seinen eingeborenen Sohn eine so paradoxe Lehre brachte, wie sie von den Kirchen fälschlicherweise als Seine Lehre verkündet wird? Kann es sein, daß Gott den Menschen droht, daß Er sie in die ewige Verdammnis schickt oder sie mit magischen Mitteln zu sich ziehen will?
Jeder Mensch trägt in sich, tief in seiner Seele, das Göttliche. Was signalisiert Ihnen Ihr waches Gewissen? – Wollen Sie diesen Empfindungen Glauben schenken, diesen vertrauen – oder wollen Sie sich den Abstrusitäten, dem ausgeklügelten, zweckdienlichen und scheinheiligen Reglement einer Priesterkaste unterordnen, die sich mit ihren Zwangsdiktaten die Macht über Seelen und Menschen sichern möchte? Jeder mag das für sich entscheiden.
Vergleichen wir mit den komplizierten Lehrsätzen der Kirche doch einmal die einfachen, genialen Regeln, die die Welt zum Frieden und den Menschen zu Gott führen, die Jesus, der Christus, in Seiner Bergpredigt sinngemäß lehrte. Z.B.: Was du von anderen möchtest, daß sie dir tun sollen, das tue du ihnen zuerst. – Eine Parallele zu dieser Aussage finden wir im Volksmund in dem Satz „Was du nicht willst, daß man dir tu’, das füg’ auch keinem anderen zu“.
Wer den gesunden Menschenverstand einsetzt, wird also die Bergpredigt Jesu und die Zehn Gebote lesen und wird feststellen, daß sie mit den kirchlichen Dogmen und Riten wenig bis nichts zu tun haben. Und dann wird er sich vermutlich fragen, ob er weiter in dieser Kirche bleiben, ihr Steuern zahlen und sich von dieser Kirche weiter bedrohen lassen möchte.

„Tut die Kirche nicht viel Gutes?“ –
ein frommes Märchen

Der eine oder andere zögert noch, die Konsequenz zu ziehen, aus der Kirche auszutreten, mit dem Argument: Tut aber die Kirche nicht so viel Gutes durch Kindergärten, durch Altenheime, durch Krankenhäuser?
Dieser Eindruck täuscht. Es handelt sich um ein frommes Märchen, um nicht zu sagen um einen Betrug, gegenüber der Gesellschaft. Denn von den Kirchensteuern wird nur verschwindend wenig für die sogenannten Wohltätigkeitseinrichtungen verwendet. Das meiste, was die Kirchen an Kindergärten und anderen Sozialeinrichtungen und an Krankenhäusern für die Allgemeinheit betreiben, wird vom Staat subventioniert und von den Kunden dieser Einrichtungen bezahlt.
Es ist also nicht richtig, daß der Sozialstaat gefährdet wäre, wenn man die Subventionierung der Kirchen einstellen würde. Die enormen Beträge, die der Kirche durch Subventionen aus dem Staatssäckel jährlich zufließen, kommen also nur zu einem geringen Teil der Allgemeinheit zugute, sondern fast ausschließlich einer Kirchenbürokratie, der die Gläubigen jedes Jahr zu Hunderttausenden davonlaufen.
Hier einige Zahlen, um Ihnen ganz kurz die Tatsachen konkret vor Augen zu führen: Weniger als 8 Prozent der Kirchensteuern kommen öffentlichen, sozialen Zwecken zugute. 90 – 100 Prozent der konfessionellen Sozialeinrichtungen werden vom Staat subventioniert, und zwar aus dem allgemeinen Steuertopf. Ein „kirchlicher Kindergarten“ z.B. wird zu 10% durch die Kirche finanziert; 15% bestreiten die Eltern und 75% der Staat.
Auch stellt die Kirche ihren Einsatz für die Armen in der Dritten Welt immer so lobenswert dar. Schauen wir genauer hin! Wer spendet denn für „Brot für die Welt“ oder „Misereor“? Es sind ja nicht die Kirchen selbst, sondern sie rufen lediglich zu Spenden auf. Und die Bürger, die ohnehin schon durch ihre Steuern die Kirchen unterstützen, sie sind es, die dann für die Armen in der Welt finanzielle Hilfe leisten – nicht die Kirchen.

Ob Hochzeit oder Beerdigung –
es geht auch ohne Kirche!

Möglicherweise erwägt nach all diesen Fakten so mancher, aus der Institution Kirche auszutreten. Erfahrungsgemäß stellt sich in einem solchen Fall jedoch der eine oder andere die Frage: Aber was passiert mit mir, wenn ich sterbe? Werde ich dann einfach ohne eine „richtige Beerdigung“ irgendwo verscharrt?
Zu dieser Frage war in der Zeitschrift „Seniorenmagazin“, Ausgabe 4/5 2005, zu lesen: „»Jetzt habe ich es doch geschafft, aus der Kirche auszutreten, erzählt die Rentnerin Maria N. Was dort gelehrt wird, hat sie nicht mehr überzeugt. Jesus finde ich zwar gut, aber die Kirche hat etwas anderes daraus gemacht. Aus Sorge, nach einem Austritt später nicht richtig beerdigt zu werden, blieb sie zunächst Mitglied, bis sie eines Tages die Abschiedsfeier eines Bekannten miterlebte.« Und das war eine nichtkirchliche Feier, und das hat sie so überzeugt, daß sie auch ausgetreten ist.“ – Es gibt also durchaus die Möglichkeit einer würdigen Beerdigung, ohne daß die Amtskirche Zutritt hat. Ebenso gibt es auch Hochzeiten z.B. unter freiem Himmel – eine festliche Trauung, ohne Kirche. Eine Beerdigung, eine Trauung ohne Kirche findet allgemein immer mehr Zuspruch.
Bedenkenswert ist auch, ob es nicht leichtfertig ist, die Kirche zwar zu verlassen, diese aber dann doch zu bestimmten Festivitäten der Familie wieder einzuladen: Man läßt sich von ihr trauen, läßt sich von ihr beerdigen. – Ist da nicht die Frage angebracht, welch ein Geist, welch eine Energie in diese kirchlichen Zeremonien einfließt? Muß ich mich, wenn ich die Dienste der Kirche in Anspruch nehme, nicht fragen, wer mich da eigentlich beerdigt? Ist es im Grunde genommen nicht der Funktionär einer Institution, die mich vermutlich schon mehrmals während meines Lebens auf ewig verdammt hat, weil ich nicht jedes Detail ihrer Dogmen glaubte? Gehen diese Verdammungssprüche, geht diese Drohbotschaft, nicht in die jeweilige Zeremonie und in den sogenannten Segen des Pfarrers mit ein, der mich in die jenseitige Welt schicken will? So gesehen ist es nicht ungefährlich, zu sagen: „Ich möchte wenigstens noch hin und wieder mit dieser Kirche zu tun haben: bei der Taufe meiner Kinder, bei der Hochzeit und bei der Beerdigung.“ Vergessen wir nicht, wer hier tätig wird und aus welchem Geist hier welche Zeremonien praktiziert werden.

Gefährlicher Segen

Da stellt sich die grundsätzliche Frage: Kann eigentlich ein Sünder segnen? Der Pfarrer ist ja auch Sünder. Worauf ist es denn zurückzuführen, daß ein Pfarrer, also ein Sünder, einen Segen erteilt?
Schon im Heidentum war es üblich, daß jemand, der ein bestimmtes Amt innehatte, ein Priester oder ein Bischof – das alles gab es ja damals auch schon –, eben dazu ausersehen war, dieses Amt auszuüben. Die Kirche übernahm diese Praxis. Der Priester kann folglich einen Segen sprechen, unabhängig davon, was für ein Mensch er ist. Man trennt also zwischen dem Amt und dem Menschen, obwohl das letztlich schizophren ist und im übrigen der Lehre des Jesus, des Christus, widerspricht, der überhaupt keine Ämter eingesetzt hat. Denn was für ein Heil soll wohl von einem Menschen ausgehen, der unter Umständen in sich sehr viel Unheil trägt? Das widerspricht völlig der Logik des gesunden Menschenverstandes – und der Lehre des Jesus, der sinngemäß sagte: Ein guter Baum bringt gute Früchte ... Jedoch hat man es im Heidentum so gesehen, und die Kirche hat dies, wie vieles andere Heidnische auch, übernommen, so daß nun ein Priester oder ein Bischof oder ein Papst prinzipiell dazu berufen ist, Segen zu spenden, ungeachtet dessen, welche Werte oder Unwerte er verkörpert. Ist die Energie, die von ihm ausgeht, nicht ethisch-moralisch hoher, göttlicher Art, so kann und wird sein „Segen“ natürlich weder Kraft, noch Licht, noch Heil bewirken.
Doch selbst wenn der Priester kein allzu großer „Sünder“ wäre – in wessen Namen spendet er den Segen? Er tut es im Namen und im Auftrag seiner Institution, also der Kirche. Diese aber ist, wie schon des öfteren dargelegt, ein heidnischer Priesterkult mit einem Götzen an der Spitze. („Wer sitzt auf dem Stuhl Petri?“, Band 1 und 2) Wer also den Segen von einem Priester entgegennimmt, der ist in jedem Fall „gesegnet“ – nämlich mit dem Unheil dieser Kaste.
In diesem Zusammenhang könnte einem die Assoziation zu den Kinderschändern unter den Priestern in den Sinn kommen. Nach der Vorgabe der Institution Kirche ist es sogar möglich, daß ein solcher Priester direkt im Anschluß an eine Kinderschändung dann bei einer Amtshandlung einen „Segen“ spricht. Es kommt nach kirchlicher Sichtweise nur auf das äußere Zeichen an, das gesetzt wird, nur auf das Ritual des sogenannten Sakramentes. Wer dieses Sakrament spendet, ist völlig gleichgültig. Hält er sich an die äußere Form, dann tritt, laut kirchlicher Lehre, die sogenannte Heilswirkung dieses Sakramentes ein. Deshalb handelt es sich um nichts anderes als um eine magische Kulthandlung, denn sie ist völlig entleert vom Inhalt und nur auf das Äußere bezogen.
Ein wahrhaft gläubiger Mensch, dem an der Verbindung zu Gott und an Seinem Heil, Seiner Kraft, gelegen ist, wird nun vermutlich sagen: Den Segen möchte ich ausschließlich vom Christus-Gottes-Geist, von dem wahren, ewigen Geist, der in jeder Seele und somit in jedem Menschen wohnt. Und dieser Segen des ewigen Geistes wird durch die Vergebung ausgelöst, die ich erlange, wenn ich meine Sünden erkenne, bereue, bereinige und das Ungute nicht mehr tue. Im Nicht-mehr-Tun dieser Sünde, die ich erkannt habe, fließt mir der Segen des Christus Gottes, Sein Licht, Seine Kraft, zu. – Aber wozu brauche ich dann einen Pfarrer?
Nicht der Mensch braucht den Pfarrer – sondern der Pfarrer braucht den Menschen. Denn er lebt ja quasi von den Gläubigen. Er muß sie ja um ihre Energie und um ihr Geld bringen, um selbst leben zu können und um die teure Institution aufrechtzuerhalten.
Daraus ist zu schließen: Der Pfarrer lebt von den „lallenden Kindern“. – Ja, aber doch nur, solange sie „lallen“ und nicht zu denken anfangen!

So manchem Priester schlägt
das schlechte Gewissen ...

Ein Urchrist, der vor Jahren evangelischer Pfarrer war, also selbst Teil des „Systems Kirche“, bestätigt das. Er berichtet: „Ich habe am Altar gestanden und habe die Versammelten gefragt: ‚Glaubt ihr, daß die Vergebung, die ich euch jetzt allen zuspreche, die Vergebung Gottes ist, so sprecht laut Ja.’ Als nun alle Anwesenden ‚Ja’ riefen, sagte ich: ‚Daraufhin vergebe ich euch alle eure Sünden’ – obwohl ich überhaupt nicht wußte, was im Einzelnen bei den Gläubigen vorlag. Aber die Lehre der Kirche hatte den Ablauf so vorgegeben. Rückblickend erinnert mich das wie automatisch erfolgende Ja schon ein wenig an das Lallen von Kindern. Die Gläubigen müssen nur ‚ja’ sagen, und der Pfarrer braucht dieses Ja, um dann diese Vergebung aussprechen zu können, die im Grunde gar keine ist.“
Der ehemalige Pfarrer bekennt, daß sein schlechtes Gewissen ihn eines Tages quasi aus der Lutherkirche getrieben habe. Er hatte gemerkt: Das stimmt so nicht; es ist nicht in Ordnung, so zu verfahren. – Aus dieser Erkenntnis zog er den Schluß: Das kann ich nicht weitermachen. Ihm war klar geworden, daß er seine Mitmenschen betrogen hatte. Denn man kann Menschen nicht nur um ihr Geld betrügen, sondern auch um ihr Seelenheil. Das muß man sich einmal bewußt machen. Würden die Menschen nur um ihr Geld gebracht, so könnte man noch argumentieren, sie seien selbst schuld, wenn sie so dumm sind und an solch eine Institution zahlen.
Auch Pfarrer, Priester also, bringen es offenbar zuweilen fertig, sich aus diesem „System Kirche“ zu lösen. Aufgrund von Einsicht und Verantwortungsbewußtsein, wie der, von dem soeben die Rede war. Allerdings war wohl bei ihm die Voraussetzung eines intakten Gewissens noch gegeben. Und er wußte, wem er im Grunde seines Herzens nachfolgen und dienen wollte. Es ist sicherlich auch eine Frage von Charakterfestigkeit und –stärke, ob einer nach seiner Erkenntnis zu leben gewillt ist. – Könnte es sein, daß vielen Angehörigen der Priesterkaste diese positiven Eigenschaften und Werte bereits abhanden gekommen sind? Oder sehen sie schlichtweg ihre privilegierten Lebensbedingungen als höchsten Wert in ihrem Dasein an? Sind sie nicht bereit, ihre „Hochwürdigkeit“ einzutauschen gegen das schlichte Leben eines Gleichen unter Gleichen?
Doch sie brauchen die herausgehobene Position, um den Betrug fortzuführen, der im Grunde ein doppelter ist: Zum einen deshalb, weil diese Veräußerlichung, diese magischen Mittel, natürlich nicht zu Gott führen können, zum anderen aber auch deshalb, weil viele Pfarrer – die Mehrzahl von ihnen – selbst nicht mehr daran glauben und dennoch vom Volk verlangen, dieses müsse diesen kultischen Vorgaben folgen.

Krank durch die Kirche

Es ist eine schizophrene Situation, in die sich die Pfarrer und Priester begeben, wenn sie ihren Gläubigen in dieser Weise etwas vormachen. Was das im Einzelnen bedeutet, weiß z.B. der evangelische Theologe und Psychotherapeut Klaus Thomas zu berichten, der in Berlin viele Jahre lang lebensmüde Menschen betreute. Er schreibt: „Unter den bisher 22.000 Patienten der Ärztlichen Lebensmüden-Betreuung Berlin sahen wir etwa 7000 Neurotiker, davon waren rund 3000 als ‚ekklesiogen’ erkrankt einzustufen.“ „Ekklesiogen“ bedeutet: „von der Kirche verursacht“. „Das entspricht einem Anteil von rund 43 Prozent. Als besondere Gruppe seien die von uns betreuten kirchlichen Amtsträger erwähnt. Von ihnen zeigten 57,4 Prozent als Hauptdiagnose eine ‚ekklesiogene’ Neurose.“ („Süddeutsche Zeitung“, 7.8.1989)

Wir sehen: Die Pfarrer werden selber krank durch das, was sie den Menschen antun, indem sie die Lehre, die Drohbotschaft der Kirche verbreiten. Derselbe Theologe und Psychotherapeut stellte an anderer Stelle fest, „daß 12 Prozent seiner Patienten evangelische Pfarrer und ihre Frauen, Religionslehrer, Diakonissen und Theologiestudenten sind, obwohl ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung sich nicht einmal auf 1 Prozent beläuft; daß 40 Prozent seiner Patienten an ekklesiogenen, das heißt, an durch die lutherischen Lehren und Erziehungseinflüsse verschuldeten Neurosen leiden.“ (Hubertus Mynarek, „Die neue Inquisition“, S. 155)
Entsprechendes gilt natürlich für die katholischen Lehren und deren Auswirkungen.
Der katholische Jesuitenpater Ruppert Lay, ebenfalls Psychotherapeut, kommt zu einem ähnlichen Schluß: „Die Hälfte der Patienten, die zu mir in Therapie kommen, sind krank geworden durch die Erfahrungen, die sie in ihrer Kindheit und Jugend gemacht haben ... Die Vorstellung eines strafenden Gottes bleibt unbewußt vorhanden, auch wenn der Glaube an Gott fehlt. Und weil der Mensch nicht entsühnt werden kann, bestraft er sich selbst und flüchtet in Neurosen, Alkohol, Arbeit. Das sind die Gründe, warum Menschen zu mir in die Therapie kommen.“ („Die Woche“, 3.11.1995)
Daraus ist das ganze, fatale Ausmaß der Auswirkungen andeutungsweise zu ersehen.
Von dem britischen Psychiater Ian Hancock stammt die Aussage, daß gläubige Katholiken häufiger unter Zwangsneurosen wie stundenlangem Händewaschen leiden als weniger religiöse Menschen. (MIZ 3/02)

Katholische Hochburg der Selbstmörder

Vielleicht noch ein Letztes: Die katholische Stadt Würzburg ist die Hochburg der Selbstmörder in Deutschland. Eine Meldung aus der MAINPOST vom 3. Juli 1999:
„Stadt- und Landkreis Würzburg weisen die höchste Selbstmordrate Deutschlands auf. Nirgendwo sonst in Deutschland haben sich in den letzten Jahren so viele Menschen umgebracht wie im Einzugsgebiet der Bischofsstadt Würzburg. In Würzburg und Umland gehen bis zu 29 % mehr Menschen freiwillig in den Tod als im übrigen Deutschland – überdurchschnittlich häufig bringen sich in Würzburg Frauen um.“ („Main Post“, 3.7.1999)

Wenn wir uns an die Aussagen der Kirche über die Frauen erinnern und daran, wie die Frauen in der Kirche behandelt werden, kann uns das nicht wundern. Prof. Schmittke, der die Untersuchungen durchführte, dachte selber über die Ursachen nach. Er glaubt, das konservative stark katholisch geprägte Würzburger Milieu mache Absteigern das Leben besonders schwer, manchmal unmöglich. Wird in Würzburg einer arbeitslos, so wird darüber geredet. Dann gilt das als Schande.
Erschreckende Tatsachen! Und wie kann man sich vor all diesen Gefahren schützen? Wir haben schon darauf hingewiesen: Diese Institution zu verlassen, wäre das wirksamste Hilfsmittel. Doch wie sieht es mit den Kindern aus? Vielleicht sollten sich doch einige Eltern einmal Gedanken darüber machen, ob sie nicht ihren Kindern dieses Schicksal ersparen wollen – nicht nur die hohe Wahrscheinlichkeit, einem pädophilen Priester als Lustobjekt zu dienen, auch die Gefahr von Selbstmord und ähnlichem? Warum geben Sie Ihren Kindern nicht die Möglichkeit, ohne diese Indoktrination, ohne diese Gefahren aufzuwachsen?

Liebe Leserinnen, liebe Leser, wir sehen, was sich aus einer einfachen Frage entwickeln kann. Wir nehmen es einfach so hin, wenn man von „Kirche“, „Priester“ und „heiliger Vater“ spricht. Welch ein eklatanter Etikettenschwindel, welch eine Manipulation und welch eine Verdummung der Bevölkerung sich dahinter verbirgt, haben wir versucht, aufzuzeigen. Wir hoffen, daß das dem einen oder anderen einen neuen Anstoß gegeben hat, weiter analytisch all das, was ihm täglich begegnet, zu hinterfragen.

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Die Texte der 12. bis 16. Gesprächsrunde
sind im dritten Band der Reihe
»Nur für kluge Köpfe und gute Analytiker.
Wer sitzt auf dem Stuhl Petri?«
nachzulesen.

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