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dem Stuhl Petri?
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Woher kommt das Geld der stein-reichen Kirche?
Und wem dient es?


Vorwort

Daß Gott weder in der Vatikankirche zu finden ist noch in der Lutherkirche, ist den meisten Menschen heute bereits klar. Wir Urchristen orientieren uns an der ursprünglichen Lehre des Jesus von Nazareth, des größten Weisheitslehrers dieser Erde, der der Menschheit den Weg in die Freiheit zeigte. Der Weg des Christus führt heraus aus Zwängen und Vorschriften, hin zu Gott, dem großen Geist der Freiheit.
Die Institution Kirche hat die Lehre des Nazareners in ihr Gegenteil verkehrt und mißbraucht den Namen „Christus“ für ihre unchristlichen Zwecke. Unser Anliegen ist, diesen Mißbrauch aufzudecken, um Jesus, den Christus, zu rehabilitieren. Wir haben nichts dagegen, wenn sich die Vatikankirche „katholisch“ und die Lutherkirche „evangelisch“ nennt, nur sollen sie durch ihre unethischen und unmoralischen Machenschaften den Namen des Christus nicht länger in den Schmutz ziehen.

Gott-Vater: „Ich habe der stein-reichen Kirche
ihren milliardenschweren Reichtum nicht
vom Himmel regnen lassen ...“

Zu diesem Mißbrauch schweigt auch Gott, unser aller Vater, nicht, denn Er läßt Sich von keiner Institution den Mund verbieten. Gott sandte in dieser Zeit einen Menschen auf die Erde, der Ihm als Sein Instrument dient. Es ist Gabriele, die Gottesprophetin der Jetztzeit, die das aktuelle Wort Gottes an uns Menschen weitergibt. Auch im April des Jahres 2005 – es war zu der Zeit, als ein neuer Inhaber auf den Stuhl Petri gewählt wurde – empfing Gabriele das Wort des Ewigen zur damaligen Weltlage. Unter anderem stellte der Ewige folgendes klar:
„Ich habe der steinreichen Kirche ihren milliardenschweren Reichtum nicht vom Himmel regnen lassen und habe ihre Vertreter auch nicht in Purpur und Edelsteine gekleidet. Die Milliarden kommen vom gequälten und malträtierten Volk und von dem Staat, der seinen Staatssäckel mehr für die Reichen öffnet als für die Ärmsten der Armen. Was die stein-reiche Kirche bietet, ist einzig Menschenwerk.“ („Die kirchliche und staatliche Gewalt und die Gerechtigkeit Gottes“, Verlag DAS WORT, S. 201)

Soweit nur ein ganz kleiner Auszug aus dieser Botschaft Gottes an uns Menschen, die Sie in voller Länge u.a. auf der Internetseite www.stuhl-petri.de nachlesen können. Im Folgenden wird der Frage nachgegangen, woher der Reichtum der Kirche kommt. Denn von Gott ist er, wie in den Worten Gott-Vaters deutlich wurde, nicht.

Ist die Kirche so arm, daß sie Kinder
zum Betteln schicken muß?

Liebe Leserin, lieber Leser, bereits in Band 1 und Band 2 dieser Buchreihe sind sehr viele Fakten und detaillierte Aufklärung über den Stuhl Petri und über den totalitären Götzenkult, der dahintersteht, zusammengetragen worden. Wenden wir uns nun einem Bereich zu, der noch nicht im Einzelnen beleuchtet ist.
Nach Weihnachten sieht man z.B. jedes Jahr bis zum sogenannten Fest der Heiligen Drei Könige immer wieder als „Sternsinger“ verkleidete Kinder auf den Straßen. In Deutschland ist es Brauch, daß diese Kinder von Haus zu Haus gehen und Geld von den Hausbewohnern erbetteln. Fragt man nach dem Sinn dieses Brauches, so hört man, die „Sternsinger“ sollen die „Heiligen Drei Könige“ symbolisieren, die damals das Kind zu Bethlehem besuchten. „Wie kann das sein?“, wird jetzt mancher fragen. „Die Heiligen Drei Könige brachten doch dem Kind in der Krippe Gaben – sie kamen nicht, um Geschenke von Ihm zu erbetteln.“
In fast allen Bereichen dieses totalitären Götzenkultes katholisch, der sich christlich nennt, wurde die ursprüngliche Bedeutung verschiedener Handlungen und ebenso der Lehre des Jesus, des Christus, in ihr Gegenteil verkehrt, so auch hier. Heute schickt die katholische Kirche Kinder auf die Straße, um Geld zu erbetteln. Das zusammengebettelte Geld wird dann, so heißt es, für „gute Zwecke“ eingesetzt. – Ist denn diese Kirche so arm, daß sie Kinder zum Betteln schicken muß?

Das ungeheure Vermögen der Kirchen allein
in Deutschland: 500 Milliarden Euro

Das Märchen von der „armen Kirche“ läßt sich durch viele, viele Fakten widerlegen. Die Kirche, katholisch wie evangelisch, ist nicht arm, sondern sie ist steinreich. Da die Kirche nicht über das Vermögen und den Reichtum informiert, den sie besitzt, muß man jedoch durchforschen, wo sie ihre Besitztümer und Reichtümer angesammelt hat. Das ist, allein hier in Deutschland, gar nicht so einfach.
Die Kirche hat über 80.000 Körperschaften, die alle einen eigenen Finanzbericht erstellen; sich durch diesen Dschungel durchzuarbeiten, ist sehr, sehr schwierig. Doch der renommierte Politologe Carsten Frerk hat sich diese Mühe gemacht und in einem umfassenden Buch, „Finanzen und Vermögen der Kirchen in Deutschland“, aufgeschlüsselt, wo die Besitztümer der Kirchen als solche offenkundig sind und wo versteckte Einnahmen vorliegen.
Der Autor ist auf ein immenses Gesamtvermögen gekommen, das sich auf über 500 Milliarden Euro beläuft – eine Zahl, die man sich kaum vorstellen kann. Wie sie sich zusammensetzt, hat Frerk in seinem Buch ausführlich aufgeschlüsselt:
Da geht es um Immobilien, um Kapitalvermögen, um die Diakonischen Hilfswerke, um diverse Stiftungen: Es bestehen, beide Konfessionen zusammengenommen, allein 20.000 Stiftungen, die der Kirche zugeordnet werden. Da ist aber auch das Vermögen der Ordensgemeinschaften, der diversen Versicherungen, der Siedlungswerke, der Hilfs- und Missionswerke, all der Verbände, der Medienunternehmen, die die Kirche besitzt. Sie verfügt über eigene Rundfunksender und Filmunternehmen, über Druckereien, Büchereien. Die kircheneigenen Verlage, zum Teil ganze Verlagsketten, umfangreiche Konzerne sowie die Versicherungen stellen einen Riesenbereich dar, in dem sich Vermögen sammelt. Eine schier unüberschaubare Anzahl und Vielfalt von Einrichtungen unterschiedlichster Art – komplette Ferienstätten, Hochschulen, Banken und sonstiges mehr – gehören zum Eigentum und Immobilienbesitz der Kirchen.
Und aus all diesen verschiedenen Betrieben, Unternehmen usw. setzt sich nach Frerk allein hier in Deutschland ein Vermögen von über 500 Milliarden Euro zusammen. „Der Spiegel“ ist auf dieselbe Zahl gekommen. – Da kann man ganz sicher nicht sagen, die Kirchen seien arm!

Zur Veranschaulichung können uns weitere Fakten dienlich sein:
Es handelt sich um insgesamt 50.000 Unternehmen, durch welche die Kirchen in den erwähnten Branchen – Immobilien, Banken, Fondsgesellschaften, im Medienbereich, im Versicherungsbereich – tätig sind.
Insgesamt beschäftigen sie 1,3 Millionen Mitarbeiter und erwirtschaften einen Gesamtumsatz in Höhe von 125 Milliarden Euro pro Jahr.
Zum Vergleich: Mit diesem Gesamtumsatz liegen die Kirchen in Deutschland derzeit auf Platz 2 hinter Daimler-Chrysler. Unter den Dienstleistungskonzernen belegen die Kirchen den 1. Platz vor der Deutschen Telekom mit 55,8 Milliarden Euro Umsatz, der Deutschen Post mit 40 Milliarden Euro und der Deutschen Bahn mit 28,2 Milliarden Euro. Man muß diese Zahlen einmal in Verhältnis zueinander setzen, um sich klarzumachen, daß es hier um ein Wirtschaftsimperium geht und weniger um eine Religionsgemeinschaft. (nach Friedhelm Schwarz, „Wirtschaftsimperium Kirche“, 2005, S. 13)

Der Vatikan besitzt bereits ein Drittel
der Häuser Roms.

Allein der Grundbesitz in Deutschland beläuft sich bei beiden Kirchen zusammen auf über achttausend Quadrat-Kilometer. Das entspricht der Fläche vom Stadtstaat Hamburg, zusammen mit Berlin, Bremen und Bremerhaven plus dem Saarland. Dabei handelt es sich aber nicht nur um Waldstücke oder Äcker! Die Kirchen besitzen in den Städten die sogenannten Filetgrundstücke, das heißt Grundstücke in besten Lagen, wo der Quadratmeter dann nicht nur bei einigen Euros liegt, sondern in die Hunderte oder Tausende von Euros geht. Und das ist nicht nur in Deutschland so, sondern gleichermaßen überall dort, wo der Katholizismus und der Protestantismus herrschen. Z.B. sind es in Italien ca. 500.000 ha, in Amerika schätzt man über 1 Million.
Als in den 70er Jahren ein Journalist in Rom recherchierte, kam er zu dem Ergebnis, daß ein Viertel der ganzen Stadt bereits in den Händen des Vatikans war. (L’Europeo, 7.1.1977)
Und zwar fungierte als Eigentümer nicht der Vatikan allein – das wäre ja augenfällig gewesen –, sondern die betreffenden Liegenschaften waren aufgeteilt auf 325 katholische Nonnen- und 87 Mönchsorden. Da blickt eben fast kein Mensch mehr durch.
21 Jahre später, 1998, recherchierte ein anderer Journalist erneut und stellte fest, daß nun fast ein Drittel aller Häuser Roms bereits im Besitz des Vatikans waren. (La Padania, 21.6.1998)
Er sagte, es sei sehr schwierig gewesen, in dieser Sache Klarheit zu gewinnen, weil der Vatikan, politisch gesehen, ein eigener Staat ist; viele dieser Häuser und Anwesen sind nicht registriert, weil sie als exterritorial gelten, da der Vatikan in Italien praktisch „Ausland“ ist.
Nach der Veröffentlichung des Resultats seiner Ermittlungen wurden empörte Stimmen laut, die die allgemeine Richtigkeit dieser Fakten in Zweifel zogen. Daraufhin stellte der Journalist auch in Verona als einem weiteren Beispiel Nachforschungen an. Er erstellte einen Plan dieser Stadt, in welchem er alle Häuser, die der Kirche gehörten, schwarz einfärbte. Dieses Dokument veröffentlichte er – und, siehe da, die Hälfte des Stadtplanes war schwarz! Das gibt andeutungsweise einen Eindruck davon, wie viel der Vatikan besitzt. Es ist unermeßlich.
Am Rande eine kleine Zusatzinformation: Kurz nach der Veröffentlichung des soeben erwähnten Artikels wurde der Direktor der betreffenden Zeitung gefeuert. So wurde der Aufklärung der Bevölkerung ein Riegel vorgeschoben. – Aus diesen Vorgängen kann man schließen, daß entweder diese Zeitung der Kirche selbst gehörte oder abhängig von anderen Betrieben in der Hand der Kirche war.
Es geht hier um sehr viel Geld. In dem besagten zweiten Bericht über den Immobilienbesitz in Rom, der im Jahr 1998 erschien, schrieb jener Journalist: „Die überwiegende Mehrzahl dieses märchenhaften Vermögens ist von der Steuerpflicht ausgenommen.“ (La Padania, 21.6.1998) Es handelt sich also um immense Beträge, die die Kirche hier nicht nur besitzt, sondern auch Jahr für Jahr in Form von Miete, Pacht usw. einnimmt.

Die kirchliche Soziallüge

A propos „von der Steuer ausgenommen“: In Deutschland gibt es den Begriff „gemeinnützig“. Damit verbindet man die Vorstellung einer Tätigkeit bzw. Funktion zum Wohle der Allgemeinheit. Sind die deutschen Firmen, die Einrichtungen in Kirchenbesitz, die oben erwähnt wurden, nun alle sogenannte gemeinnützige Betriebe, die zum Wohl der Menschen arbeiten?

Ein weit verbreitetes Märchen besagt, daß die Kirchen von den Steuern, die sie von ihren Mitgliedern einnehmen, einen großen Teil für öffentliche Sozialeinrichtungen einsetzen. Tatsächlich handelt es sich um lediglich 5 bis 8 Prozent, also um einen verschwindend geringen Anteil.
Daher ist es nicht nur ein frommes Märchen, sondern in Wahrheit eine Soziallüge, wenn viele kirchenabhängige Politiker dem Volk weismachen wollen, eine Kürzung der staatlichen Subventionierung der Kirchen oder eine Reduktion der Kirchensteuer würde dazu führen, daß der deutsche Sozialstaat zusammenbräche. Die Kirchen sind vielmehr in erheblichem Maße Nutznießer des Sozialstaates. Sie betreiben viele Kindergärten, die von den Gemeinden und von den Eltern finanziert werden. Sie führen Krankenanstalten, die von der öffentlichen Hand und von den Krankenkasse unterhalten werden.
Diese Information ist höchst brisant, denn die meisten Menschen gehen tatsächlich davon aus, daß die Kirche recht viel für soziale Zwecke ausgibt. Eine kürzlich erfolgte Umfrage förderte diesbezüglich Interessantes zutage. Die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA veröffentlichte die Meldung: Fast die Hälfte aller Kirchenmitglieder – genau: 46,6% – würden austreten, wenn die Kirchen wenig oder nichts aus Kirchensteuer-Einnahmen für soziale Zwecke verwenden würden. Das ergab eine repräsentative Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut FORSA im Auftrag der „Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland“ (fowid) durchführte. („Ida spektrum“, 11.1.2006)
Daraus folgt: Würde die Information über die Soziallüge bezüglich der Kirchen, von der wir eben lasen, publik, dann wäre die Kirche mit einem Schlag die Hälfte ihrer Mitglieder los, denn diese gehen alle noch davon aus, daß die Kirche viel von ihrem Geld für soziale Zwecke einsetzt.
Ganz besonders diejenigen Menschen, die kaum noch den Gottesdienst besuchen, bleiben vielfach gerade deshalb in der Kirche, weil sie denken, es wäre so. Der Prozentsatz derjenigen, die austräten, wenn die Kirche wenig oder nichts für soziale Zwecke ausgeben würde, beträgt nämlich unter denen, die selten in die Kirche gehen, sogar 61%. Dies liegt erheblich über dem Durchschnitt von 46,6%.

Jetzt sind viele Einnahmequellen der Kirchen genannt worden – vermutlich macht sich der Normalbürger gar keine Vorstellung von ihrer Bandbreite. Wir haben begonnen mit dem Vermögen. Dann haben wir erfahren, daß von den Steuern, die die Kirchen erheben, z.B. in Deutschland nur ein Prozentsatz von 5 bis 8% für soziale Zwecke eingesetzt wird, was bedeutet: Von dem horrenden Vermögen, von dem zuvor berichtet wurde, wird für soziale Zwecke so gut wie überhaupt nichts eingesetzt.

Milliardenschwere staatliche Subventionen
für die Kirchen

Wenden wir uns jetzt einem weiteren Begriff zu: „staatliche Subventionierung“ . Gibt es denn zusätzlich zur Kirchensteuer und zu dem riesigen Vermögen noch mehr Geld für die Kirchen?
Und ob! Zunächst einmal ist festzustellen, daß der deutsche Staat durch umfangreiche Steuerbefreiungen zugunsten der Kirchen jährlich auf Einnahmen in Höhe von 6,25 Milliarden Euro verzichtet. Der größte Betrag hiervon sind 3,5 Milliarden Euro an Steuerverlusten des Staates, die dadurch entstehen, daß die Kirchensteuer von der Einkommenssteuer absetzbar ist. Der Staat ist natürlich auf Einnahmen angewiesen, um seine Leistungen für den Bürger zu bestreiten. Daher müssen die Steuergelder, die die Kirche bzw. die Kirchenmitglieder nicht zahlen, letztlich von allen anderen Steuerzahlern aufgebracht werden. Wieder wird die Last auf jene abgewälzt, die ohnehin schon schwer zu tragen haben.
Allein in Deutschland fließen den Kirchen zu: Insgesamt 7,9 Milliarden Euro jährlich an Subventionen für den konfessionellen Religionsunterricht, für die Ausbildung der Theologen, für die Militärseelsorge und anderes mehr. Es handelt sich also um rund 8 Milliarden Euro aus allgemeinen Steuermitteln – nicht aus dem Kirchensteueraufkommen! (Friedhelm Schwarz, „Wirtschaftsimperium Kirche“, S. 36)
Folglich finanziert in Deutschland jeder Bürger die theologische Ausbildung oder auch die Militärseelsorge mit. Ganz gleich, ob er dieser Kirche angehört, ganz gleich, ob er Pazifist ist – er muß es hinnehmen, daß seine Steuermittel vom Staat für diese Zwecke verwendet werden. Und dies in einer Zeit, in der der Finanzminister der Bundesrepublik Deutschland ständig darüber klagt, er habe viel zu wenig Geld, um die notwendigsten Sozialmaßnahmen zu finanzieren.
In Deutschland werden immer mehr Menschen arm, wenige immer reicher; wir haben derzeit eine Arbeitslosenquote wie nie zuvor, und alle müssen den Gürtel enger schnallen. Davon ist lediglich ein Teil der Bevölkerung ausgenommen – eine Kirche, deren Botschaft von dem Kirchenvolk offenbar immer weniger Wert beigemessen wird, denn inzwischen besuchen nur noch 7 bis 8% der Kirchenmitglieder den Sonntagsgottesdienst.
Die Subventionierung der Kirchen kommt also vor allem einem Kirchenapparat zugute und nicht einer Vielzahl von Gläubigen. Wenn die Kirchenmitglieder, wie gesagt, wüßten, was mit ihrem Geld gemacht wird, dann würden viele austreten. – Normalerweise bezeichnet man derartige Legenden, wie sie hier verbreitet werden, als Betrug. Eine Kirche, die einen Großteil ihrer Mitglieder nur dadurch halten kann, daß sie ihnen vorgaukelt, mit ihren Steuern würden Sozial-Einrichtungen finanziert und würde das Gemeinwohl unterstützt, betrügt ihre eigenen Mitglieder und die gesamte Öffentlichkeit.

Die „ewige Rente“ aus Napoleons Zeiten
widerspricht der Verfassung.

Hier stellt sich die Frage, wie es möglich ist, daß die Kirche in Deutschland solche Macht hat, um so großzügig vom Staat alimentiert zu werden. Hier ist auch die Geschichte im Spiel, die bis in unsere Gegenwart hineinreicht. Vor etwa 200 Jahren fand die sogenannte Säkularisation statt. Es wurden damals viele Kirchengüter eingezogen, um die linksrheinischen Fürsten, die von Napoleon enteignet worden waren, zu entschädigen. Und nun verlangten die Kirchen, daß sie ihrererseits entschädigt würden für die Verluste, die sie dadurch erlitten. Wir werden gleich noch darauf eingehen, wie diese Reichtümer erworben wurden: durch Blut und Krieg, durch Erbschleicherei und Betrug.
Nun forderten die Kirchen für das, was man ihnen von ihrem Raubgut weggenommen hatte, Entschädigungsleistungen und verpflichteten den Staat im Jahr 1803 zu entsprechenden Verträgen. Und diese Verträge sind heute noch gültig. In der deutschen Verfassung steht zwar, daß der Staat verpflichtet ist, diese finanziellen Leistungen abzulösen, doch was hilft das? Es ist bis heute nicht geschehen, so daß sich die alten Verpflichtungen aus der Säkularisation inzwischen als eine „ewige Rente“ erweisen. Das, was den Fürstbischöfen damals genommen worden war, wurde ihnen längst zurückbezahlt; und dennoch laufen die Subventionen weiter.
Zum Teil sagt man sogar, der Staat müßte noch wegen jener Verluste bezahlen, die während der Reformation – also einige hundert Jahre zuvor – den Kirchen zugefügt worden waren. All das sind Ammenmärchen, mit denen der Staatsbürger verdummt und dem Volk weisgemacht wird, der Staat habe Verpflichtungen gegenüber den Kirchen. Die Verfassung gebietet, wie gesagt, längst, daß er sich von diesen Verpflichtungen befreit.

Da die Tatsachen derart eindeutig und derart extrem sind, ist es erstaunlich, daß sie z.B. in Deutschland gar nicht bekannt sind. Entsteht da nicht der Eindruck, daß die Kirchen den Staat total unterwandert haben? Daß auch dort, wo Informationen ausgetauscht werden, eine Art Zensur erfolgt, so daß solche entlarvenden Tatsachen nicht bekannt werden? Hat sich da nicht seit vielen Jahrzehnten – ohne daß es jemand merkt – gleichsam ein Staat im Staat gebildet? Dann dürfte für unsere Leser auch eher verständlich sein, warum gerade Deutschland in unserer Zeit als ein herausragendes Beispiel für Religions-Unfreiheit gilt. Im Kapitalismus haben diejenigen, die das Geld haben, auch die Macht. Und offenbar haben die Kirchen nicht nur das Geld, sondern auch die Macht, die Religionsfreiheit in Deutschland – wie wir schon öfter berichtet haben – de facto abzuschaffen.

Üppiges Bischofsleben auf Staatskosten –
und was Jesus dazu sagte

Zurück zum Reichtum der Kirche. Wir erfuhren, auf welch vielfältige Weise die Kirche zu Geld kommt. Wofür wird – z.B. in Deutschland – dieses Geld verwendet?
Etwa zwei Drittel werden für Personalkosten ausgegeben. Dabei ist zu bedenken, daß die Gehälter fast aller Bischöfe vom Staat bezahlt werden. So hat ein katholischer Bischof oder ein evangelischer Landesbischof z.B. ein Grundgehalt von annähernd 10.000,- Euro. Beispiel: Der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern wird nach der Besoldungsgruppe B 10 entlohnt. Das entspricht dem Gehalt des stellvertretenden Sprechers der Bundesregierung, eines Ministerialdirektors oder eines Generals der Bundeswehr. Das war am 1.8.2004 ein Grundgehalt von 9.965,04 Euro, das sich jedoch kontinuierlich erhöht. Dazu kommen natürlich noch viele Zulagen.
Ein einfacher Pfarrer in der höchsten Dienstaltersstufe wird nach A 14 entlohnt; das ist ein Grundgehalt von 4.400,- Euro. Seine tatsächlichen Bezüge sind aber wesentlich höher, z.B. durch Ehestandszulage, Alterszulage, Familienzulage, Kinderzulage, Ausgleichszulage, jährliche Sonderzahlungen, Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, Rentenversicherungszuschlag, Steuerabgeltungszuschlag sowie ein Sterbegeld in Höhe eines doppelten Monatslohnes, das bei „Normalbürgern“ gestrichen ist. Darüber hinaus genießt ein Pfarrer die Vorzüge einer mietfreien Wohnung; er erhält Beihilfen, Fürsorgen; er muß keine Sozialversicherungsbeiträge zahlen. (Quelle: öffentlich zugängliche Gehaltstabellen) Also kommt für diesen Geistlichen zu den genannten Grundbeträgen noch sehr, sehr viel hinzu, so daß man sagen kann: Für das Predigen und für das Beten bekommen die Amtsträger der Kirche eine üppige Entlohnung, die sich deutlich unterscheidet von der Situation der meisten Bürger und Familien in unserem Land.
Fragen wir: Worin ist die Sonderstellung des Priesterstandes begründet? Kann man z.B. aus der Bibel, die die Kirchen ja so hochhalten, ableiten, daß der Pfarrer sich in der soeben geschilderten Art und Weise am Geld der Gläubigen bereichert? Wie hielt es Jesus diesbezüglich?

Jesus war ein Mann des Volkes. In keinerlei Hinsicht hob er sich von den übrigen Bürgern des Landes ab; er war stets einer von ihnen, der schlichte Zimmermann Jesus, der mit Seiner Hände Arbeit Sein Brot verdiente. Daß Ihm die Menschen in Scharen zuliefen, lag einzig daran, daß die unermeßliche Kraft, Liebe und Weisheit Gottes durch Ihn floß. An den Priestern, Pharisäern und Schriftgelehrten hingegen ließ sich dergleichen nicht feststellen. Jesus prangerte in überaus deutlichen, ja scharfen Worten das Gebaren, den Habitus, das Verhalten der Priesterschaft, ihren elitär und anmaßend vom gemeinen Volk abgehobenen Status, an. Erstaunlicherweise ist eine solche Rede Jesu im Neuen Testament erhalten geblieben:
„Darauf wandte sich Jesus an das Volk und an seine Jünger und sagte:
Die Schriftgelehrten und die Pharisäer haben sich auf den Stuhl des Mose gesetzt. Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie tun; denn sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen.
Sie schnüren schwere Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern, wollen selber aber keinen Finger rühren, um die Lasten zu tragen.
Alles, was sie tun, tun sie nur, damit die Menschen es sehen: Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Gewändern lang; bei jedem Festmahl möchten sie den Ehrenplatz und in der Synagoge die vordersten Sitze haben, und auf den Straßen und Plätzen lassen sie sich gern grüßen und von den Leuten Rabbi (Meister) nennen. Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder. Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel. Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus.
Der Größte von euch soll euer Diener sein. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.
Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr verschließt den Menschen das Himmelreich. Ihr selbst geht nicht hinein; aber ihr laßt auch die nicht hinein, die hineingehen wollen.
Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr bringt die Witwen um ihre Häuser und verrichtet lange, scheinheilige Gebete. Deshalb wird das Urteil, das euch erwartet, um so härter sein!
Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr zieht über Land und Meer, um einen einzigen Menschen für euren Glauben zu gewinnen; und wenn er gewonnen ist, dann macht ihr ihn zu einem Sohn der Hölle, der doppelt so schlimm ist wie ihr selbst ...
Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr gebt den Zehnten von Minze, Dill und Kümmel und laßt das Wichtigste im Gesetz außer acht: Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Treue. Man muß das eine tun, ohne das andere zu lassen. Blinde Führer seid ihr: Ihr siebt Mücken aus und verschluckt Kamele.
Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr haltet Becher und Schüsseln außen sauber; innen aber sind sie voll von dem, was ihr in eurer Maßlosigkeit zusammengeraubt habt. Du blinder Pharisäer! Mach den Becher zuerst innen sauber, dann ist er auch außen rein.
Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr seid wie die Gräber, die außen weiß angestrichen sind und schön aussehen; innen aber sind sie voll Knochen, Schmutz und Verwesung. So erscheint auch ihr von außen den Menschen gerecht, innen aber seid ihr voll Heuchelei und Ungehorsam gegen Gottes Gesetz.
Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr errichtet den Propheten Grabstätten und schmückt die Denkmäler der Gerechten und sagt dabei: Wenn wir in den Tagen unserer Väter gelebt hätten, wären wir nicht wie sie am Tod der Propheten schuldig geworden. Damit bestätigt ihr selbst, daß ihr die Söhne der Prophetenmörder seid. Macht nur das Maß eurer Väter voll! Ihr Nattern, ihr Schlangenbrut! Wie wollt ihr dem Strafgericht der Hölle entrinnen? ...“
(Mat 23, 19-23)

Sie predigen den Verzicht –
der anderen

Jesus, der Christus, sprach: „Ihr sollt euch nicht Rabbi nennen lassen.“ (Mat 23,8) Was hätte Er wohl zu einem „Stellvertreter Gottes“ gesagt? Wir wissen auch durch das aktuelle Prophetische Wort, daß Gott keinen Stellvertreter auf Erden berufen hat, sondern daß Er selbst in jedem Menschen und in der ganzen Unendlichkeit vertreten ist.
Des weiteren sprach Jesus sinngemäß: „Niemand kann zwei Herren dienen. Entweder er wird den einen hassen und den anderen lieben – oder er wird zu dem einen halten und den anderen verachten. Ihr könnt nicht zugleich Gott dienen und dem Mammon.“ (Mat 6, 24)
Bei Matthäus im 6. Kapitel, in der Bergpredigt, ist die klare Aussage Jesu nachzulesen: „Sammelt euch nicht Schätze hier auf Erden, wo Motte und Wurm sie zerstören und wo Diebe einbrechen und sie stehlen, sondern sammelt euch Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Wurm sie zerstören und keine Diebe einbrechen und sie stehlen.“ (Mat 6, 19-20)
Und laut Apostelgeschichte 3, Vers 6, sagte der Apostel Petrus damals zu einem gelähmten Mann, der ihn um Almosen bat: „Silber und Gold besitze ich nicht, doch was ich habe, geb’ ich dir“ – und er heilte den Kranken.
Diese Worte sind den Kirchenoberen sehr wohl bekannt; sie predigen auch häufig Verzicht, Armut und Askese, doch selber halten sie sich nicht daran. In einer Weihnachtspredigt des Kardinal Wetter aus München hieß es z.B.: „Wir wollen trotz der zweifellos vorhandenen sozialen Probleme nicht vergessen: In Deutschland herrscht noch immer ein hoher Lebensstandard, auch wenn wir alle den Gürtel etwas enger schnallen müssen.“ Wir alle – so tatsächlich wörtlich Kardinal Wetter!
Und er fuhr fort: „Ich verkenne nicht, daß Abnehmen in jeder Beziehung schwer ist, aber wir alle sollten uns in unseren Ansprüchen einschränken. Verzicht bekommt dem Menschen nicht schlecht.“ („Abendzeitung München“, 24.12.2004)
Die Frage bleibt allerdings, was Herr Wetter selber an Verzicht geleistet hat. Hat er etwa auf einen Teil seines Gehalts von ca. 10.000,00 Euro verzichtet, das ihm Monat für Monat pünktlich vom bayerischen Steuerzahler finanziert wird? Denn Bischöfe und Landesbischöfe werden ja in fast allen Bundesländern vom Staat bezahlt.
Oder verzichtet der Kardinal auf seine Dienstwohnung, auf den Chauffeur, auf den standesgemäßen Dienstwagen? Nichts von alledem. Aber er predigt es dem Volk, und genauso halten es viele andere Kirchenoberen.
Ergänzend ein weiterer Gesichtspunkt: Priester sind in der Regel alleinstehend; zu 50 bis 75% wird ihnen jedoch eine Haushälterin von der Kirchensteuer bezahlt. Ein anderer Alleinstehender kann eine Haushaltshilfe nicht einmal von der Steuer absetzen. Wir sehen den krassen Unterschied: einerseits die privilegierten Priester und andererseits das normale Volk. Es gibt viele Beispiele dieser Art.
Das Volk muß eben bezahlen. Ein Mitglied des Bundes für Geistesfreiheit, Gerhard Rampp, hat einmal ausgerechnet, wieviel ein Kirchensteuerzahler de facto für die Kirche arbeitet: Man arbeitet als Kirchensteuerzahler pro Woche eine Stunde für die Kirche, im Monat einen halben Tag, 6 Arbeitstage im Jahr. Umgerechnet auf ein volles Arbeitsleben, ergibt sich: Ein Kirchensteuerzahler hat dann ein ganzes Jahr für seine Kirche gearbeitet. (Nach Gerhard Rampp, „Kirche und Geld: die untrennbaren siamesischen Zwillinge“ in C. und P. Reinsdorf, „Dreahtzieher Gottes“, S. 27) Mit demselben Geld könnte man sich – je nach Wohnlage – auch eine Eigentumswohnung leisten, in jedem Fall aber eine solide Altersvorsorge. Angesichts dessen, wofür hingegen die Kirche dieses Geld verwendet, kann man eigentlich nur sagen: Wer in dieser Kirche bleibt, ist selbst schuld.

Die Inquisition –
eine Raub- und Lynchjustiz

Das Bibelwort „Sammelt euch nicht Schätze hier auf der Erde“ ist uns noch „im Ohr“. Im Gegensatz dazu erfuhren wir, wieviel Geld in Deutschland bei den Kirchen landet. Bei dem Wort „Schätze“ kommen einem unwillkürlich Schatzkammern in den Sinn. Da sind z.B. die Schatzkammern des Vatikan zu nennen. Oben wurden schon einige besonders reiche Vertreter der römisch-katholischen Kirche, wie z.B. der Kardinal Wetter, angeführt. Auf welch enormen Schätzen die Vertreter der Kirchen wirklich sitzen, kann sich jedoch niemand vorstellen.
Heute könnte man die Meinung vertreten: Wenn Menschen so dumm sind und ihr Geld freiwillig der Institution Kirche geben, dann hat diese es zu Recht erhalten. Aber, wie wir sehen werden, so freiwillig vollzog sich das in der Vergangenheit nicht, denn: Woher kommt das Geld, woher kommt der riesige Reichtum des Vatikans? Im Grunde ist es Blutgeld, denn das Geld wurde früher durch Mord und Totschlag „erwirtschaftet“. Das mag vielleicht jetzt einige Leser oder Hörer aufschrecken, aber die Kirche hat die Jahrhunderte hindurch keine Skrupel gehabt, auf schändlichste Art Geld zu „verdienen“, und so Vermögen über Vermögen angehäuft. Das sei an einigen Beispielen dargelegt:
So war die Inquisition letztlich nichts anderes als eine Raub- und Lynchjustiz – auch wenn es der Papst heute anders darstellt und öffentlich bekundet, die Inquisition sei „ein Fortschritt“ gewesen. Kirchenfürsten haben immer wieder Blutgeld eingestrichen, und zwar auf so extreme Weise, daß es damals ein geflügeltes Wort gab, das lautete, das schnellste und leichteste Mittel, reich zu werden, sei das Hexenbrennen.

Grundlage für die Folterung und die Ermordung Zigtausender von Frauen in Europa war die Billigung des „Hexenhammers“ durch den Papst. Das Buch „Der Hexenhammer“ gibt detaillierte Anleitungen zu den verschiedensten, grausamsten Foltermethoden. Das wahre Gesicht der Inquisition zeigen aber auch die Anordnungen von Papst Innozenz III. Er gebot, das Eigentum der Ketzer zu konfiszieren, zu enteignen und Ketzerkinder zu enterben. Damit das Blutgeld schneller floß und um belastende Geständnisse zu bekommen, wurden die Opfer brutal gefoltert.
Allein mit dem dem Blutgeld aus dem Vermögen enteigneter Ketzer konnte z.B. Papst Johannes XXII. im Jahre 1317 sechs neue Bistümer kaufen. Bereits im Jahre 380 bedrohte man Andersgläubige – sogenannte „Ketzer“ – mit Ausweisung, Verbannung und Konfiszierung ihres Vermögens. Man sprach den Andersgläubigen das Recht ab, sich Christen zu nennen, Testamente zu machen – das war verboten – oder zu erben. Selbst das Erben war ihnen also untersagt.
„Das große Konzil von Tours, das Alexander III. 1163 abhielt, befahl allen weltlichen Fürsten, die Ketzer einzukerkern und ihr Eigentum zu konfiszieren.“ (Charles Lea, „Geschichte der Inquisition im Mittelalter“, Aalen 1980, Bd. 1, S. 562) „Sobald ein der Ketzerei Verdächtigter vorgeladen und verhaftet worden war, belegten die weltlichen Beamten sein Vermögen mit Beschlag.“ (ebenda, S. 565) Dies geschah also, bevor es überhaupt zu einem Prozeß kam. Ein wesentliches Ziel des Verfahrens war demnach schlichtweg die Konfiszierung des Eigentums, die Vereinnahmung von Grund und Geld.
Auch die Familie eines Menschen, der in die Räder der Inquisition kam, stand auf der Straße – mittellos. Der Historiker Charles Lea schreibt dazu: „So wurde seine Familie, mochte er nun unschuldig oder schuldig sein, vor die Tür gesetzt, um Hungers zu sterben oder sich auf die unsichere Nächstenliebe anderer zu verlassen, eine Nächstenliebe, die nur allzusehr beeinträchtigt wurde durch die Tatsache, daß jede Sympathiekundgebung für einen Ketzer gefährlich war.“ (ebenda, S. 589)

Interessant ist auch, wie dieses Blutgeld aufgeteilt wurde. Die Kirche bekam z.B. in Deutschland jeweils ein Drittel des geraubten Geldes, des Landes oder der Häuser des Ermordeten, in anderen Fällen die Hälfte. Oft erhielt ein Drittel die Ortsbehörde, ein Drittel die Inquisitionsbehörde – damit sie am Laufen blieb – und ein Drittel der Bischof.
Besonders einträglich waren diese „Geschäfte“ natürlich dort, wo Fürst und Kirche identisch waren. Die sogenannten Fürstbischöfe strichen dann das gesamte Blutgeld ein. In den Fürstbistümern tobte denn auch die Hexenverfolgung am schlimmsten, ob in Würzburg, Bamberg, Trier oder Köln. Aber auch in zahlreichen protestantischen Gebieten wurden die „Hexen“ mit großem Eifer verfolgt – denn auch dort war der Landesherr gleichzeitig der oberste Kirchenmann, in diesem Fall der Landesbischof.
Das Gleiche galt für den Vatikan. Ihm fiel 100% des Vermögens der Verurteilten zu, die auf seinem Gebiet ermordet wurden.

Von Raubmord bis Urkundenfälschung –
die kriminellen Geldquellen der Kirche

Weitere Einnahmequellen der Kirche in der Geschichte sind ebenfalls viel mit Blut und mit Grausamkeit verbunden. Hier muß auch die Sklaverei erwähnt werden. Die Kirche besaß Kirchensklaven in großer Zahl, und sie sorgte dafür, daß die Sklaverei in ihrem Sinne rechtlich abgesichert wurde. In der Antike war es noch möglich, Sklaven freizulassen. Die Kirche aber verbot das Freilassen von Kirchensklaven. (Vgl. Karlheinz Deschner, „Abermals krähte der Hahn“, S. 497 ff: „Die Kirche und die Sklaverei“)
Der Kirchenzehnt wurde erbarmungslos und mit schonungsloser Härte eingetrieben. Als im 13. Jahrhundert die Stedinger Bauern aus der Bremer Gegend sich weigerten, den Kirchenzehnt zu zahlen, wurden sie vom Erzbischof von Bremen mit einem regelrechten Heer bekriegt und besiegt, und viele wurden umgebracht. Für die geringsten Vergehen wurden über den Kirchenzehnt hinaus zusätzliche Geldstrafen angeordnet – und wehe, man konnte sie nicht bezahlen. Papst Pius V. gab im 16. Jahrhundert eine Anweisung, die lautete: „Ein gemeiner Mann, der seine Geldstrafe nicht bezahlen kann, soll beim ersten Mal mit auf den Rücken gefesselten Händen einen Tag lang vor der Kirchentür stehen, beim zweiten Mal durch die Stadt gegeißelt werden, beim dritten Mal wird man ihm die Zunge durchbohren und ihn auf die Galeeren schicken.“ (Horst Herrmann, „Kirchenfürsten – Zwischen Hirtenwort und Schäferstündchen“, Hamburg 1994, S. 18)

Auch Urkundenfälschung war eine Methode, mit der die Kirche sich bereicherte – sehr wirksam und mindestens ebenso lukrativ. Es gab Klöster, die sich darauf regelrecht spezialisierten; das Benediktinerkloster Reichenau z.B. galt als berüchtigte Stätte der Urkundenfälschung. Man fälschte Urkunden und behauptete, irgendein längst verstorbener König oder Kaiser habe diesem Kloster ein bestimmtes Stück Land vermacht, also geschenkt. Mit dieser erfundenen Geschichte und der gefälschten Urkunde erschlich sich das Kloster das Land.
Die Klöster hatten dabei allerdings ein „gutes“ Vorbild, denn es war der sogenannte Kirchenstaat des Stuhles Petri, der hier im 8. Jahrhundert den Anfang machte:
Die sogenannte „Konstantinische Schenkung“ war eine gefälschte Urkunde. In dieser wurde behauptet, Kaiser Konstantin, der im 4. Jahrhundert gelebt hatte, hätte angeblich dem damaligen Papst Silvester fast ganz Italien vermacht. Mit Hilfe dieser „Urkunde“ erreichte dann Papst Stefan im Jahr 754 bei dem Frankenkönig Pippin, daß dieser die Langobarden bekriegte. Anschließend stellte Pippin dem damaligen Papst tatsächlich die gerade eroberten Gebiete zur Verfügung. Dieser Betrug also war die Grundlage für den Kirchenstaat, der dann bis ins 19. Jahrhundert bestand. Aus dem Spätmittelalter sind Fälle bekannt, daß Menschen, die diesen kirchlich inszenierten Schwindel aufdeckten, umgebracht wurden – so etwa Johannes Dränsdorf 1425 in Heidelberg oder Friedrich Reiser 1458 in Straßburg. (Horst Herrmann, „Kirchenfürsten – Zwischen Hirtenwort und Schäferstündchen“, Hamburg 1994, S. 51)

Eine beliebte Einnahmequelle in der Vergangenheit der Kirche war auch der Raubmord. Beispielsweise hat die Kirche bei der Eroberung Amerikas durch die Truppen katholischer Länder sehr, sehr viel Gold und Reichtümer angesammelt. Man weiß, daß mit dem ersten Gold aus der Südamerika-Beute Papst Alexander VI. die Decke von Santa Maria Maggiore in Rom verzieren ließ und mit dem Symbol seiner Familie versah. (ARD, „Mätressen – die Geliebte des Papstes“, 27.12.2005) Ein großer Anteil des Blutgoldes und -silbers floß in die kirchlichen Schatzkammern. Auch das Gold für viele Monstranzen stammt aus dieser Quelle. Aus anderen Teilen der Welt wurden ebenfalls Goldschätze zusammengeraubt.
A propos Schatz. Das Vermögen des Vatikans ist ein gut gehütetes Geheimnis. Ab und zu dringen dennoch Schätzungen an die Öffentlichkeit. So bezifferte Nino lo Bello das aktive Vermögen vor rund 20 Jahren auf mehr als 20 Milliarden Dollar („Vatikan im Zwielicht, 1983, S. 244). Mittlerweile dürfte es sich stark weiter vermehrt haben.

Eine weitere, oft praktizierte Art, das Vermögen zu vergrößern, war die Erbschleicherei. Bereits Papst Alexander III. verfügte im Jahre 1170, „daß kein Testament gültig sei, das nicht in Gegenwart eines Priesters abgefaßt worden sei; jeder weltliche Notar, der ein Testament aufstellte, ohne dieser Vorschrift des Papstes zu genügen, sei mit dem Kirchenbann zu bestrafen.“ (Will Durant, „Kulturgeschichte der Menschheit“, Bd. 6, S. 454)
Die Kirche sah es nicht gerne, wenn Geld an die Kinder vererbt wurde. Kirchenvater Salvian aus Marseille predigte im 5. Jahrhundert: „Wer sein Vermögen seinen Kindern hinterläßt, statt der Kirche, handelt gegen den Willen Gottes und gegen seinen eigenen Vorteil. Während er für die irdische Wohlfahrt seiner Kinder Sorge trägt, betrügt er sich um seine eigene Wohlfahrt im Himmel.“ (Karlheinz Deschner, Kriminalgeschichte des Christentums“, Bd. 3, S. 504) Und Priester aller Jahrhunderte erzählten immer wieder den Menschen: Wenn sie Geld spenden, gerade auf dem Sterbebett, dann hat es ihre Seele im Fegefeuer leichter.

Eine andere Art, Geld zu scheffeln, war – und ist heute noch – der Verkauf von Titeln unter dem Segen des Papstes. Es ist kaum zu glauben, doch damit hat der Vatikan tatsächlich außerordentlich viel Geld gemacht, wie eine Aufstellung aus dem Jahre 1992 zeigt. Damals wurde eine Urkunde mit einem persönlichen Segen des Papstes für 5.000,- DM verkauft. Für päpstliche Orden mußte man bis zu 120.000,- DM hinlegen. Man konnte auch einen Freiherren-Titel kaufen, für 300.000,- DM – oder man konnte sich in den Fürstenstand erheben lassen, was allerdings 2,5 Millionen DM kostete. (Horst Hermann, „Kirchenfürsten ...“, a.a.O., S. 311)

Während der Renaissance unterhielten manche Päpste sogar eigene Bordelle, und von den Priestern, die im Konkubinat lebten, verlangten sie einen sogenannten Hurenzins. In einigen Ländern war es sogar üblich, daß diejenigen, die keine Frau hatten, ebenfalls den Hurenzins bezahlen mußten. Es war einfach eine Einnahmemöglichkeit, die man kirchlicherseits erfand und nützte.

Bei alldem kommt einem doch die ganze Geschichte sehr suspekt vor. Was hat das alles mit Christus zu tun? Denn vergessen wir nicht: Dieser totalitäre Götzenkult nennt sich ja nicht nur „katholisch“, sondern auch „christlich“.
Stellen wir jetzt die Frage: Wer sitzt auf dem Stuhl Petri, der all diese Machenschaften angeordnet hat? Denn stets sind sie vom Papst abgesegnet oder vom Papst eingeleitet worden. So kann sich jetzt der gute Analytiker wieder Gedanken machen: Wer ist es, der auf dem Stuhl Petri sitzt? Wenn Jesus, der Christus, sagte: „Eher geht ein Kamel durch das Nadelöhr, als daß ein Reicher ins Himmelreich kommt“, und von dieser Kirche wird Reichtum über Reichtum gehortet – wer sitzt dann auf dem Stuhl Petri? Wer über diese Frage nachdenkt, könnte vielleicht zu dem Schluß kommen: Wer auf diese Art Reichtum hortet, der hat offenbar gar nicht vor, ins Himmelreich zu kommen. Er wird dort landen, wo er jetzt schon ist: beim Widersacher.

Hauptsache Rendite:
Wo die Kirchengelder überall „arbeiten“

Soweit einige Fakten aus der Geschichte; jetzt stellt sich natürlich die Frage: Wie sieht es denn heute mit dem Vatikan aus? Ist es heute anders?
Vom Vermögen haben wir schon gehört – das ist noch da. In der Tat hat die Kirche weder vom geraubten Geld noch vom geraubten Gold je etwas zurückgegeben. Und wie an anderer Stelle bereits festgestellt, hat eine Wiedergutmachung an den Millionen Opfern der Kirche ebenfalls nie stattgefunden.
Um in der heutigen Welt den Charakter der Kirche klarer beurteilen zu können, wäre es interessant zu wissen: Woran ist denn die Kirche heute – nicht nur in Deutschland, sondern auch der Vatikan selbst – beteiligt? Gibt es bei der raffinierten Verschleierungstaktik der Kirche überhaupt Möglichkeiten, herauszufinden, wo die Gelder des Vatikans wirklich deponiert sind und welche kirchlichen Organisationen sie lenken?

Lassen wir an dieser Stelle Karlheinz Deschner zu Wort kommen. In seinem Buch „Opus Diaboli“ (1987), das jetzt schon fast 20 Jahre alt ist, gab er damals eine Momentaufnahme von dem Besitz und von dem Vermögen der Kirche. Z.B.: Die katholische Kirche, „die noch immer über den größten Grundbesitz der christlichen Welt verfügt, deren Aktien- und Kapitalbeteiligungen schon vor einem Jahrzehnt“ – das ist mittlerweile schon 30 Jahre her – „auf etwa 50 Milliarden Mark geschätzt worden sind, der allein in Rom fast ein Dutzend Banken unterstehen, der auch die größte Privatbank der Welt, die Bank of America, mit 51 Prozent faktisch gehört, die hohe Goldreserven in Ford Knox liegen und Kapitalien in allen möglichen Unternehmen investiert hat, in große spanische Firmen, in französische Erdöl-Gesellschaften, argentinische Gas- und Kraftwerke, bolivianische Zinngruben, brasilianische Gummiwerke, in die nordamerikanische Stahlindustrie, die General Motors Corporation, die ‚Alitalia’, die größte italienische Luftfahrtgesellschaft und die Autofirma Fiat, in eine lange Reihe führender italienischer Versicherungs- und Baugesellschaften, in deutsche Lebens- und Sachversicherungen, die Badischen Anilin- und Sodafabriken, die Farbenfabriken in Leverkusen, die deutsche Erdöl-Aktiengesellschaft, die Hamburger Elektrizitätswerke, die Essener Steinkohlen-Bergwerke, die Rheinischen Stahlwerke, die Vereinigten Deutschen Metallwerke, die Süddeutsche Zuckeraktiengesellschaft, die Gesellschaft für Lindes Eismaschinen, die Siemens & Halske AG, die Mannesmann AG, bei BMW usw., usw., von den kircheneigenen Banken nicht zu reden ...“ (S. 121)

Was für den Vatikan gilt, das setzt sich fort bis hinein in das Finanzgebaren der katholischen Bistümer und der evangelisch-lutherischen Landeskirche z.B. in Deutschland. Der aktuelle Stand ist zwar nicht so leicht ausfindig zu machen, weil es sich um Anlagevermögen handelt, um Aktien beispielsweise. Und Aktien können jederzeit verkauft und neu angekauft werden. Trotzdem läßt sich hier einiges aussagen. Grundsätzlich: Die Kirche hat nicht nur ein riesiges Vermögen an Immobilien, sondern ein Großteil ihres Vermögens besteht aus Kapital- und Anlagevermögen, also sozusagen aus „flüssiger Materie“. Die Zeitschrift „Focus“ (1/97) hat schon 1996 dieses Kapital- und Anlagevermögen auf 80 bis 100 Milliarden DM allein bei der deutschen katholischen Kirche geschätzt. Hier ist also eine Menge Geld vorhanden; bei der evangelischen Kirche dürfte es ungefähr gleich viel sein.
Doch es sind ja nicht nur die einzelnen Bistümer und Landeskirchen, die über solche Rücklagen verfügen, sondern die Kirche hat auch eigene Banken. Der oben erwähnte Politologe Carsten Frerk hat in seinem Buch „Finanzen und Vermögen der Kirche“ sechs evangelische und fünf katholische Banken aufgezählt. Hinzu kommen zwei freikirchliche Banken und ein eigene Missionsbank. Darüber hinaus gibt es noch die Bank für Sozialwirtschaft, bei der Caritas und Diakonie die Mehrheit der Anteile besitzen. Und es gibt eigene kirchliche Investmentfonds, und zwar eine ganze Reihe, die hauptsächlich von diesen Banken betrieben werden. Nach Frerk hatten diese Fonds am 28. Februar 2001 ein Volumen von 2 Milliarden DM – also ein beachtliches Kapital, das indirekt oder direkt letztlich der Kirche gehört. Hier ist die Drehscheibe für zahlreiche finanzielle Transaktionen; hier werden Aktien gekauft und andere Beteiligungen getätigt.
Wofür wird dieses Geld nun eingesetzt? Welche Aktien werden gekauft? Man kann jetzt indirekt etwas erschließen, und zwar: Es gibt einige wenige Fonds in diesem Bereich, die sich „Grüne Fonds“ nennen. In diesen wird darauf geachtet, inwieweit jene Firmen, deren Aktien man kauft, ökologische oder soziale Kriterien erfüllen. Diese Fonds haben jedoch nur einen sehr geringen Marktanteil von 0,4%, und auch diese wenigen „Grünen Fonds“ in der Kirche halten sich Hintertürchen offen. Z.B. darf der KD-Fonds Oeko-Invest, der von der Bank für Kirche und Diakonie aufgelegt wurde, bis zu 33% seines Volumens in Firmen investieren, die überhaupt nicht ökologisch sind. Oder der katholische Liga-Pax-Aktien-Fonds besitzt Aktien der Firma Schering, die Anti-Baby-Pillen vertreibt, denn diese Aktie – so Frerk – sei „einfach zu gut, um nicht berücksichtigt zu werden“. (Carsten Frerk, „Finanzen und Vermögen der Kirchen in Deutschland“, Aschaffenburg 2002, S. 266)
Einige der „grünen“ Kirchenfonds nehmen Aktien der Firma Daimler-Chrysler nicht auf, weil diese Firma mit der Rüstung verflochten ist, hingegen haben andere kirchliche Fonds diese Aktien, z.B. der Eagle-Top-Kolping-Aktien-Fonds.
Wenn eine Landeskirche Aktien anlegt, geht es ähnlich verwaschen zu: Die Landeskirche von Baden stieß nach einer Meldung der „Frankfurter Rundschau“ (25.9.2001) ihre Daimler-Chrysler-Aktien ab, als der Rüstungsanteil bei dieser Firma auf mehr als 10% des Gesamtumsatzes stieg. In der gleichen Meldung steht jedoch: Als dieser Rüstungs-Anteil im Daimler-Konzern nach einigen Verkäufen von Betriebsteilen wieder auf unter 10% sank, kaufte die Landeskirche die Aktie erneut an.
Wir können also indirekt schlußfolgern: Es gibt einige wenige Geldanleger innerhalb der Amtskirchen, die auf solche Kriterien zumindest teilweise achten, wenn auch nicht besonders konsequent; doch diese wenigen hängen das dann an die große Glocke – „Tu Gutes, und rede darüber“. Was ist aber mit den anderen 99%? Denen ist offensichtlich völlig egal, ob die Aktien in Alkohol, Glücksspiel oder Rüstung investiert werden – Hauptsache, sie bringen Geld. Das sind in einem knappen Abriß einige Fakten. Mag jeder Leser sich nun selber eine Meinung bilden.

Die finsteren Machenschaften
der Vatikanbank

Aber warum sollte die Kirche z.B. in Deutschland eigentlich keine Banken haben? Der Vatikan hat doch schließlich auch eine eigene Bank, deren Eigentümer immerhin der „Pontifex“ selbst ist. Warum soll es denn dann die Kirche nicht ebenso halten? – Nur einer, der hatte keine Bank: Jesus von Nazareth, denn Er war ein Mann aus dem Volk. Und wie Er über den Reichtum dachte, haben wir bereits gehört.

A propos Vatikanbank: Diese ist bekanntlich in ganz finstere Machenschaften verstrickt gewesen. Hier wurde offenbar in großem Stil Geldwäsche betrieben. Über alle möglichen Auslandskonten und über versteckte Firmen wurde Geld am italienischen Fiskus vorbeigeschmuggelt. Und als die Sache dann platzte, gab es Morde. Es waren Verbindungen zur Mafia vorhanden. In einem solchen Zusammenhang wurde der sogenannte „Bankier Gottes“, Roberto Calvi, in London ermordet. Viele Jahre versuchte man, das zu vertuschen; mittlerweile ist jedoch erwiesen, daß es kein Selbstmord gewesen sein kann.
Man sollte sich einmal bewußt machen: Vom Vatikan werden keine klaren Zahlen vorgelegt, so daß letztendlich kein Mensch weiß, a), welche Vermögenswerte dort lagern, und b), wie diese zustande kommen. Was man hingegen weiß, ist, wie es derzeit auf der Erde aussieht. Man weiß, daß 852 Millionen Menschen hungern. Man weiß, daß 1,2 Milliarden Menschen, also ein Fünftel (!) der Weltbevölkerung, in absoluter Armut lebt. Und der Papst, der dann immer wieder davon spricht, daß man doch Gutes tun soll, ist Eigentümer einer Bank und sitzt praktisch auf dem Geld, das helfen könnte, das Elend zu mindern.

Der Papst reist – zahlen dürfen die anderen.

Ergänzend dazu sei gesagt: Papst Johannes Paul II. hat ja viele dieser hungernden und armen Menschen besucht; doch es ist nicht etwa so, daß er dann etwas von seinem Vermögen mitgebracht hätte. Nein, das Gegenteil war der Fall: In Tansania, wohin der Papst im Jahr 1990 reiste, mußten die Dorfbewohner einer Region, die vom Papst besucht wurde, natürlich auch die Sicherheitsvorkehrungen für den Papst bezahlen. Die ehemalige Nonne Maria Lauda berichtete, daß die dortigen Familien sich, um das zu ermöglichen, in der Höhe eines Monatslohnes verschulden mußten. („BILD“, 4.2.2000; „Das Weiße Pferd“, 4/2000) Wir sehen: Der Papst bringt nichts von seinem Reichtum; statt zu geben, nimmt er. Für die äußere Sicherheit des „heiligen Vaters“ sind die Armen gezwungen zu zahlen, also von dem Wenigen zu geben, das sie haben – und darüber hinaus, wie wir soeben lasen. – Und welchen „Segen“ empfingen sie dafür?
Ähnlich war es auch in Goya, Indien, wo der Papstbesuch 10 Millionen DM kostete – bei den Gläubigen wurden sie eingesammelt.

Auch der Besuch von Papst Ratzinger in Bayern im September 2006, der bei Drucklegung dieses Buches gerade bevorsteht, wird vom deutschen Steuerzahler bezahlt werden – einschließlich gewaltiger Sicherheitsvorkehrungen. Hinzu rechnen müßte man die immensen volkswirtschaftlichen Einbußen durch gesperrte Autobahnen und Bahnstrecken sowie verbarrikadierte Innenstädte.

Gebt das geraubte Geld zurück!

Gerade im Zusammenhang mit der Armut und der unerträglichen Not von Millionen von Menschen wird der ungeheure Reichtum der Kirche und der Luxus, in dem die sogenannten „Diener Gottes“ leben, zum Skandal – nicht zuletzt, weil es den Kirchen gelungen ist, ein Image aufzubauen, als würden gerade sie mithelfen, die Not in der Welt zu lindern. Tritt eine akute humanitäre Katastrophe auf, so kommen immer als erstes die Spendenaufrufe der verschiedenen Hilfswerke, was überall den Eindruck erweckt, die Kirche würde sich beteiligen. Doch so ist es ganz und gar nicht. Sie sammelt lediglich die Spenden jener Menschen ein, die ihren Mitmenschen in Not helfen wollen. Diese Gelder wandern dann erst einmal auf die Konten der Kirchen. Bis sie dann endlich in jene Länder fließen, für die die Zuwendungen bestimmt waren, kassieren die Kirchen die Zinsen.
Angesichts dieses Finanzgebarens der Kirchen erhebt sich für so manchen die Frage, die auch Frerk zum Schluß seines Buches den Kirchen in Deutschland stellt: „Warum verzichten sie nicht für ein einziges Jahr auf das weitere Aufstocken ihres Kapitalvermögens und investieren diese drei Milliarden in beispielhafte Projekte?“ (Carsten Frerk, „Finanzen und Vermögen der Kirchen in Deutschland“, S. 418) Welche Hilfsprojekte könnte man damit – allein aus einem Jahr – in der Dritten Welt in die Wege leiten!

Hinsichtlich des Vermögens der Kirche weltweit drängt sich weiter die Frage auf: Warum legt die Kirche im Jahr 2000 ein halbherziges Schuldbekenntnis ab und sagt sinngemäß „Ja, es wurde viel geraubt“, ohne daß daraufhin Taten folgen? Warum gibt sie diese entwendeten Reichtümer nicht den armen Ländern zurück? Wieviel Mega-Tonnen Gold wurden aus Südamerika weggeschafft! Warum schmelzen die Kirchen ihre goldenen Monstranzen nicht ein und lassen das Gold den Ländern zugutekommen, aus denen es gestohlen wurde: nach Mexiko oder Südamerika, wo die Armut riesengroß ist?

Eindrückliche Fragen, die aufhorchen lassen und überaus nachdenklich stimmen. Schlußendlich behaupten die Kirchen, „christlich“ zu sein, gewissermaßen das geistig-religiöse Erbe des Jesus, des Christus, des größten Weisheitslehrers der Menschheit, zu hüten und zu bewahren. Können wir uns vorstellen, daß Er mit solchen Machenschaften irgend etwas zu tun gehabt hätte? Vergegenwärtigen wir uns, wie Er als Mensch über diese Erde ging. Seinen letzten Mantel hat Er mit dem Nächsten geteilt. Er war nicht auf der Seite der Satten, Mächtigen und Reichen. Er fühlte mit den Armen und nahm sich ihrer an. Unter den Tieren kam Er zur Welt. Für Seinen Lebensunterhalt arbeitete Er als schlichter Zimmermann. Und von den Reichen wurde Er am Ende Seines irdischen Lebensweges auf schändlichste Art und Weise zu Tode gebracht. Der Weg, den Er lebte und lehrte, ist nicht der Weg des Reichtums. Jesus, der Christus, gab uns Seine Lehre, die Bergpredigt, mit dem Kernsatz: »Was du willst, daß andere dir tun, das tue du ihnen zuerst.« Er gab uns das Gebot der Nächstenliebe, nicht das Gebot, Reichtum anzusammeln und den Nächsten auszubeuten.

Die Lösung liegt auf der Hand!

Also wird der kluge Analytiker sich erneut die Frage stellen: Beim Stuhl Petri – wo bin ich da gelandet? Zweifellos nicht bei Christus! Wie kann man diesem Stuhl Petri entkommen? Für den Fall, daß Sie selbst noch Tribut an diesen totalitären Götzenkult zahlen, dann überlegen Sie sich jetzt vielleicht, sich davon zu lösen. Sogar in der Kirchenbibel finden Sie eine entsprechende Anregung. Dort heißt es in der Johannes-Apokalypse: »Gehet hinaus aus ihr, mein Volk, daß ihr nicht teilhabt an ihren Sünden und nichts empfangt von ihren Plagen«, und diesem Rat kann man jederzeit folgen.
Man wird sich zwar nicht sofort all den Umklammerungen entziehen können, von denen bisher die Rede war. Vor allem in Deutschland ist es, wie wir feststellen mußten, sehr schwer, sich den Klauen der Kirche – soweit es um das Geld geht – völlig zu entziehen, denn auch als Kirchenaussteiger finanziert man die Kirchen über den allgemeinen Steuertopf weiterhin mit. Und trotzdem – der Austritt ist der erste Schritt in die richtige Richtung.

Jeder kann sich selbst eine Meinung bilden, wohin er sich wenden möchte. Sofern Sie sich für Jesus, den Christus, den Freiheitsdenker, den Weisheitslehrer, entscheiden, kostet Sie das keinen Cent. Und dann brauchen Sie keine Kirche, Sie brauchen keinen totalitären Götzenkult, und Sie brauchen auch keine Institution, denn Jesus, der Christus, wohnt inwendig in jedem von uns, auch in Ihnen, liebe Leserinnen und Leser. Entscheiden Sie sich frei!

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Die Texte der 12. bis 16. Gesprächsrunde
sind im dritten Band der Reihe
»Nur für kluge Köpfe und gute Analytiker.
Wer sitzt auf dem Stuhl Petri?«
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