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  Das sechste Gebot Gottes
»Du sollst nicht ehebrechen.«

Ehebrechen ist Treue-, gleich Vertrauensbruch. Ehen werden meist aufgrund von gegenseitigem Vertrauen geschlossen. Ob die Ehefrau oder der Ehemann das Vertrauen aufkündigt, indem er eine andere Frau bzw. sie einen anderen Mann körperlich bevorzugt, dieser Mensch hat das Versprechen gegenseitiger Treue gebrochen. Die heutige Zeit scheint nicht nur schnelllebiger zu sein, auch in Bezug auf Treue wird diesem Schein Rechnung getragen, in der Vorstellung, man müsse das Leben genießen. Auch was Ehe und Partnerschaft anbelangt, steht die schnelllebige Zeit Pate, denn heute verspricht man sich die Treue – morgen sieht es schon ganz anders aus. Auch in vielen Konzernen und Betrieben ist es ähnlich. Man schließt einen Arbeitsvertrag, in dem inhaltlich das Vertrauen zum Betrieb vermerkt ist. Doch wenn es um Eigenprofit geht, wenn eventuell darüber hinaus betriebliche Machenschaften und Manipulationen im Spiel sind, dann ist der Arbeitsvertrag oftmals nur noch Makulatur. Wohin man auch blickt, die heutige Zeit, die heutige Welt ist zum Opferkult geworden. In vielen Fällen opfert man die Ehe und die Partnerschaft für eine kurzlebige Freundschaft. Ob Frau mit Kind oder auch ohne, es spielt keine Rolle – die scheinbar schnelllebige Zeit verlangt ihren Tribut. Ob Ehebruch, gleich Treuebruch, gleich Vertrauensbruch – es spielt kaum mehr eine Rolle; man opfert den Nächsten, man opfert eine vertragliche Unterzeichnung. Die Formen des Opferkultes sind mannigfältig. Das Leben heute kann mit einem Würfelspiel verglichen werden. Heute ist die Nummer eins die oder der Vertrauenswürdige – morgen ist eventuell schon Nummer drei, fünf oder gar Nummer sechs der Vertraute oder die Wünschenswerte.
Und so meint manch einer: „Was will man da noch mit den Geboten Gottes, die vor einigen Tausend Jahren sogenannten Steinzeitmenschen zugeordnet wurden?“ Hand aufs Herz: Wird nicht so und ähnlich von vielen Schnellzeitjüngern gedacht, die der Ansicht sind, heute müsse gelebt werden, und sei es auf Kosten anderer, auch auf Kosten von Leid und Schmerz derer, die zurückgelassen wurden und zu tragen haben? Mögen wir Menschen auch noch so viele Abartigkeiten für gang und gäbe halten und uns deswegen nicht einmal schämen – Gott, der Ewige, ist unwandelbar. Er ist der Gleiche, gestern, heute und wird es auch morgen sein. Sein ewiges, kosmisches Gesetz ist absolut; es ist Gegenwart. Wenn es im sechsten Gebot Gottes heißt: „Du sollst nicht ehebrechen“, dann heißt das unter anderem: „Du sollst dein Versprechen halten“, was ehrhafte Treue, gleich ehrhaftes Vertrauen anbelangt, ob in der Ehe, in der Partnerschaft, in Konzernen, in Betrieben und dergleichen. So, wie der Mensch von gestern in der sogenannten Steinzeit sein Denken und Reden, sein ganzes Verhalten an den Geboten Gottes messen sollte, das Gleiche gilt heute in der sogenannten technisierten Zeit, die der Mensch als Zeit des Aufgeklärtseins bezeichnet.
Ehe, Partnerschaft und vertragliches Versprechen sollten auch heute von Ehrlichkeit, Offenheit, Treue, Geradlinigkeit und Vertrauen getragen sein. Wer die Gebote Gottes und seit zweitausend Jahren die Lehren des Jesus von Nazareth, des Christus Gottes, ernst nimmt und Schritt für Schritt erfüllt, der erlangt Weitblick und Einblick und kann wägen, wen er z.B. als Mensch vor sich hat, und wem er sein Vertrauen schenken kann. Es heißt also im sechsten Gebot „Du sollst nicht ehebrechen“. Bruch bleibt Bruch. Was repariert ist, ist nicht mehr ganz. Deshalb prüfe man als erstes sich selbst, bevor man Unrecht tut, also etwas in die Brüche gehen lässt. Das heißt: Wir sollten erst überlegen, bevor wir etwas zerschlagen, denn das Kitten des Gebrochenen kostet oftmals viel mehr Zeit, und gekittet ist nun mal gekittet – es wird nichts Ganzes mehr daraus. So manches, das in die Brüche ging, findet unter Umständen in dem Gesetz von Saat und Ernte, „Was du säst, wirst du ernten“, seinen gerechten Widerhall.
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