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Der Prophet

Die Stimme der Wahrheit.
Die Prophetin Gottes spricht in unsere Zeit hinein.

Dezember 1999 erscheint unregelmäßig Nr. 15

Das Fundamentale in unserer Zeit zum
Nachdenken und zur Selbsterkenntnis

 

 

Zwei Weltall-Götter,
der Gott des Mose und
der Gott des Jesus -
oder der Eine wandelbare Gott?

 

Tiere klagen -
der Prophet klagt an!

 

Denn ich habe euren Vätern, als ich sie
aus Ägypten herausführte, nichts gesagt
und nichts befohlen, was Brandopfer
und Schlachtopfer betrifft.
Vielmehr gab ich ihnen folgendes Gebot:
Hört auf meine Stimme, dann will ich
euer Gott sein, und ihr sollt mein Volk sein.
Geht in allem den Weg, den ich euch befehle,
damit es euch gut geht.
Sie aber hörten nicht und
neigten mir ihr Ohr nicht zu, sondern
folgten den Eingebungen und Trieben
ihres bösen Herzens.
Sie zeigten mir den Rücken und nicht
das Gesicht.

Von dem Tag an, als eure Väter aus Ägypten
auszogen, bis auf den heutigen Tag
sandte ich zu euch immer wieder
alle meine Knechte, die Propheten.
Aber man hörte nicht auf mich und
neigte mir nicht das Ohr zu,
vielmehr blieben sie hartnäckig und
trieben es noch schlimmer als ihre Väter.

(Jeremia 7, 22-28)

 

„Ich, der Herr, wandle mich nicht ..." (Maleachi 3,6)

„Das Leben in Gott schließt nicht nur den Nächsten mit ein,
sondern auch alle anderen
Lebensformen wie Tiere, Pflanzen,
Mineralien und Steine, denn alles Sein trägt das Leben, Gott."
(Das ist Mein Wort, S. 811)

 

 

Inhalt

Vorbemerkung

Gottes Wort vorgestern, gestern und heute - Wahrheit oder nicht?
Gott rehabilitiert Mose durch weitere Propheten

Kirchenlehre in der Sackgasse

„Du sollst ..." - Gott achtet den freien Willen Seiner Kinder

Jesus von Nazareth setzte sich für die Tiere ein.
Zeugnisse in „Das ist Mein Wort"

Der Geist der Bücher Mose weht in den Kirchen heute. Parallelen
zu den blutigen magischen Zeremonien des Voodoo-Zaubers

Jesus war gegen Blutvergießen jeglicher Art

„... der soll ausgemerzt werden." Abtötung eines Gewissens.
Oder: Wie man der Priestermacht hörig wird 24

Opferzeremonien „wie es der Herr dem Mose befohlen hatte".
Im Alten Testament war das Kausalgesetz bekannt.

Jesus war gegen Tieropfer

Das Neue Testament „vollendet" das Alte und „erhellt" dieses.
Beide sind „wahres Wort Gottes".
Die Millionen Opfer der Kirche

Martin Luther - Leben und Lehre im christlichen Geist der
Nächstenliebe?

"Was der Mensch anderen antut, das tut er sich selbst an."
Wie fühlt sich das Tier in seiner Situation?
Das Tier, ein Gebrauchs- und Verbrauchsgegenstand

Der Zeitgeist-Gott. „Vollendung" des Alten Testamentes
in unserer Zeit: Sexuelle Vergehen an Kindern durch Priester.
In den Fußspuren des Nazareners oder in denen der kirchlichen
Obrigkeiten?

„Töten" oder „Morden"?
Jesus erfüllte das Gesetz und vertiefte die Lehre

Anweisungen zu Gewalt und Krieg im alten Testament - Jesus:
"Liebet eure Feinde." Jesus rügt die Heuchelei der Schriftgelehrten
und Pharisäer

Aufwand und Zeremonien zur Einweihung und Einkleidung
von Priestern in den Büchern Mose

Das Erlösungsopfer, das Jesus brachte. „Der Sündenbock"

Die ersten Urchristen kannten keine Zeremonien

Paulus kippte das lebendige Urchristentum, verfälschte die Lehre
Jesu und legte das Fundament für eine Staatsreligion und
veräußerlichte Kultkirche

Konstantin: Zusammenarbeit von Kirche und Staat. Weiterer
Abfall von der Lehre Jesu - die Staatskirche, äußere Machtreligion

Die Heilige Schrift - Altes Testament und Neues Testament -
„ist inspiriert vom Heiligen Geist"

„Ich, der Herr, wandle mich nicht ..."
Gottesworte gegen Tieropfer durch Propheten nach Mose

Im Katechismus der Katholischen Kirche: „Gott hat die Tiere unter
die Herrschaft des Menschen gestellt ..."

Nutzung der Tiere - doch „nicht ohne Rücksicht auf
sittliche Forderungen". „Tiere sollst du nicht lieben"

Stellung der Tiere im evangelischen Glauben
„Lammfleisch Gottes" - der Metzger, ein säkularisierter Priester?

Fleischessen - Konzession Gottes an die menschliche Schwäche?
Hat Jesus Fleisch gegessen?

Aussagen über Tiere im evangelischen Katechismus

Jesus von Nazareth zum Thema „Tiere" in der
Christusoffenbarung „Das ist Mein Wort"

Tiere klagen - der Prophet klagt an

Das ist der grausame Mensch

 

 

Vorbemerkung

 

    Wer in der Überschrift dieser neuen Ausgabe von „Der Prophet" das zweiteilige Thema liest, wird sich eventuell fragen: Was hat die Frage „Zwei Götter oder ein wandelbarer Gott?" mit dem zu tun, was Tiere in unserer Zeit erdulden müssen? Liegen die beiden Aspekte des Themas nicht auf gänzlich unterschiedlichen Ebenen?
    Doch wer den Ursachen für das Leiden der mißachteten, geknechteten, zum Gebrauchs- und Verbrauchsgegenstand herabgewürdigten Tiere nachgeht, wird unweigerlich auf Wurzeln stoßen, die in der Religionsausübung alter Zeiten begründet sind, im Alten Testament. Der Begriff „Religionsausübung" gibt hier schon zu denken. Denn Religion ist der Bereich der Verbindung zu Gott und dem Göttlichen. Daß diese von den verantwortlich „Ausübenden" jener Zeit angestrebt und erreicht wurde, muß jedoch bezweifelt werden.

    In dem, was Sie nachfolgend lesen, spricht, obwohl es dieses Mal kein Dialog mit einem Zeitgenossen ist, letztlich nicht nur der Prophet, sondern es sprechen viele Fakten, viele Zeugnisse im Wort und auch im Bild. Sie sprechen zu uns - und wer Ohren hat zu hören, der höre. Sie geben zu denken - und wer seinen Verstand gebraucht, dem kann ein Licht aufgehen. Sie stellen Fragen an uns - und wer ein Herz hat, das noch empfindet, der fühlt die Botschaft. Was er dann mit dieser Botschaft anfängt und ob er dieser eine Entscheidung samt Tat folgen läßt, bleibt jedem einzelnen überlassen.

 

 

Gottes Wort vorgestern, gestern und heute -
Wahrheit oder nicht?
Gott rehabilitiert Mose durch weitere Propheten

 

    Seit Jesus von Nazareth sind 2000 Jahre vergangen. Der Sohn Gottes kam zu uns als Mensch, als der Menschensohn, um uns die Botschaft Gottes, Seines Vaters, der auch unser Vater ist, zu bringen. Die Botschaft, die uns Jesus von Gott, Seinem und unserem Vater, brachte, ist die Liebe.
    Der Weg zur Liebe beginnt mit der Versöhnung unter den Menschen und zwischen den Menschen und den Tieren und der Erde. Einzig auf diesem Weg findet der Mensch in die Einheit mit Gott und Seiner gesamten Schöpfung einschließlich des Alls.
    Gott ist die Liebe. Sein unendliches Wesen ist also Liebe. Jesus sprach zu den Menschen, daß Sein Vater und Er, Jesus, der Christus, eins sind. Damit wollte Jesus den Menschen sagen, daß Seine Botschaft die Wahrheit ist, die aus den Himmeln kommt, von Gott, Seinem Vater, der auch der Vater aller Menschen ist. Jesus setzte keine Distanz zwischen die Menschen und sich, sondern Er stellte sie als Söhne und Töchter Gottes sich gleich, denn Er sprach sinngemäß: Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist. (Mt 5, 48) Und Er gab uns das Gebet, das mit der Anrede beginnt: Vater unser, der Du bist im Himmel ... bzw. Unser Vater im Himmel ...

    Jesus gab uns unter anderem folgenden bedeutungsvollen Hinweis, der, ebenfalls in der Bibel überliefert, lautet: Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen ... Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist. Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich. (Mt 5, 17-19)
    Jesus sprach in diesen Seinen Worten vom ewigen Gesetz und somit vom ewigen, unwandelbaren Gott. Damit brachte Er unmißverständlich zum Ausdruck, daß die gottgesandten Propheten wahr gesprochen, also die Wahrheit, die Gott ist, im Prophetischen Wort verkündet haben.
    Wer im Alten Testament die „Bücher Mose" mit den Lehren Jesu vergleicht, dem stellt sich sehr bald die Frage: Hat Jesus wahr gesprochen - auch als Er sagte, daß Er das Wort der Propheten erfüllen werde? Oder ist das, was bei Mose zu lesen ist, die Wahrheit? Und wie steht es diesbezüglich mit den Propheten, die nach Mose kamen? Ihre Aussagen unterschieden sich in vielen Fällen inhaltlich von den überlieferten Moseworten; z.T. sagten sie das Gegenteil. Oder haben durch die Propheten des Alten Testamentes verschiedene Gottheiten gesprochen? Die Unterschiede in den Aussagen und Anweisungen der Propheten legen den Schluß nahe, es gäbe mehrere Götter. Und Jesus lehrte uns wieder einen anderen Gott als den „Gott", der z.B. durch „Mose" sprach.
    Wer nun meint, die „christlichen" Kirchen hätten eine überzeugende Antwort und würden ihm helfen, aus der Verwirrung und Verunsicherung zu Klarheit und Sicherheit zu gelangen, der wird enttäuscht: Sie erklären sinngemäß, jedes Wort der Bibel sei die Wahrheit Gottes, woraus sich ergibt, daß das, was Gott durch Mose gesprochen hat, authentisch in der Bibel steht. Demnach gebot „Gott" u.a., Tiere in blutigen, grausamen Opferhandlungen zu töten und Ihm darzubringen. Bestimmte Menschen, die Priester, habe Er, der Herr, dazu ausersehen, die Handlungen in detailliert vorgeschriebenen Ritualen auszuführen, „wie es der Herr dem Mose befohlen hatte".
    Folgen wir der Lehraussage der Kirchen, so wäre dies also Wahrheit.
    Doch wie verhält es sich dann mit den weiteren alttestamentlichen Propheten wie z.B. Amos, Jesaja, Jeremia und den vielen anderen, durch die Gott gegen Brandopfer, Schlachtopfer und dergleichen sprach? Jesus, der größte Prophet aller Zeiten, äußerte sich ebenfalls gegen die Aussagen und Anweisungen, die angeblich Gott durch den Propheten Mose verkündet haben soll.
    Die Widersprüchlichkeit dieser verschiedenen „Aussagen Gottes" liegt klar auf der Hand. Dennoch soll nach kirchlicher Lehraussage beides Wahrheit sein?

    Schauen wir uns noch einmal die unterschiedlichen Gottesbilder an:
    Jesus lehrte uns den Gott der Zehn Gebote, der ein gütiger, weiser Gott ist, ein Gott der Liebe und der Versöhnung, einen Schöpfer, der f ü r das Leben der Tiere, ja f ü r die ganze Natur ist.
    Der „Gott" der Bücher Mose wäre im Vergleich dazu ein harter, grausamer und brutaler Gott, der den Menschen schwere Strafen, auch Todesstrafen auferlegt, vor allem aber die Tierwelt auf bestialische Weise quälen und hinschlachten läßt, um sich durch den Rauch des Brandopfers beruhigen zu können. Setzte sich also der „Gott" der Bücher Mose" im Alten Testament mit Seinen Anweisungen zu grauenhaften Praktiken über den Gott der Zehn Gebote hinweg?
    Immer wieder werden wir vor die Frage gestellt: Ist der Gott des Alten Testamentes - vorwiegend der Gott in den „Büchern Mose" - ein anderer Gott als der des Neuen Testamentes? Wenn es ein und derselbe Gott ist, dann muß entweder das Alte Testament, vorwiegend die „Bücher Mose", gefälscht sein - oder Jesus hat unwahr gesprochen. Oder ist Gott gar wandelbar?

    Der Prophet ist in der Ausgabe Nr. 13, April 1998, im Dialog mit einem Fachmann der katholischen und einem Fachmann der evangelischen Theologie dieser Frage bereits nachgegangen. Sie soll hier - mit der besonderen Blickrichtung auf Tieropfer - wieder aufgegriffen werden.

    Die ersten Urchristen waren noch unbeschwert von solchen Fragen. Für sie war klar, daß das Wort, die Lehre, die Botschaft und das Leben des Gottessohnes Jesus, des Christus, das authentische Wort Gottes, gleich der Wille Gottes für Menschen und Seelen ist und somit auch als Maßstab zu gelten hatte für das, was andernorts und zu anderen Zeiten als Wort Gottes präsentiert worden war und präsentiert werden würde.
    Wir Menschen hätten jetzt keine Veranlassung, uns Gedanken über „Gottes Wort gestern und heute - Wahrheit oder nicht?" zu machen, ja, es wäre nicht einmal notwendig gewesen, daß Gott noch einmal einen Lehrpropheten auf die Erde sandte, wenn - ja, w e n n - die Entwicklung des Urchristentums sich in der Orientierung an Jesus, den Christus, fortgesetzt hätte. Doch sie setzte sich nicht lange so fort, mit dem Ergebnis, daß der Ungeist des dem Mose Zugeschriebenen, das Jesus schon vielfältig korrigierte, heute noch immer wirken kann, und zwar tiefgreifender, massiver und „globaler", als vielen bewußt ist. Was aber dem Menschen nicht bewußt ist, kann diesen beeinflussen und ihn steuern.

    Gott ist Liebe, Güte und Sanftmut. Er braucht nicht mit grausamen heidnischen Bräuchen besänftigt zu werden.
    Wie kam es dann aber zu den falschen Aussagen und Anweisungen im Buch Mose? Wer hatte ein Interesse daran, Mose z.B. die Anordnung der blutrünstigen heidnischen Bräuche unterzuschieben? Gott selbst gibt die Antwort; Er sprach um etliches später durch den Propheten Jeremia:

    Denn ich habe euren Vätern, als ich sie aus Ägypten herausführte, nichts gesagt und nichts befohlen, was Brandopfer und Schlachtopfer betrifft. Vielmehr gab ich ihnen folgendes Gebot: Hört auf meine Stimme, dann will ich euer Gott sein, und ihr sollt mein Volk sein. Geht in allem den Weg, den ich euch befehle, damit es euch gut geht.
    Sie aber hörten nicht und neigten mir ihr Ohr nicht zu, sondern folgten den Eingebungen und Trieben ihres bösen Herzens.
    Sie zeigten mir den Rücken und nicht das Gesicht. Von dem Tag an, als eure Väter aus Ägypten auszogen, bis auf den heutigen Tag sandte ich zu euch immer wieder alle meine Knechte, die Propheten. Aber man hörte nicht auf mich und neigte mir nicht das Ohr zu, vielmehr blieben sie hartnäckig und trieben es noch schlimmer als ihre Väter.
    Auch wenn du ihnen alle diese Worte sagst, werden sie nicht auf dich hören. Wenn du sie rufst, werden sie dir nicht antworten. Sag ihnen also: Dies ist das Volk, das nicht auf die Stimme des Herrn, seines Gottes, hörte und sich nicht erziehen ließ. Die Treue ist dahin, aus ihrem Mund verschwunden. (Jer 7, 22-28)
    Gott selbst hat also durch Jeremia die Fälschung der „Bücher Mose" aufgedeckt und damit den Propheten Mose rehabilitiert.
    Rehabilitiert wurde Mose ebenfalls in unserer Zeit, einerseits durch die moderne Bibelforschung, die nachgewiesen hat, daß Gottes Wort durch den Mund des Mose, wie wir es im Alten Testament lesen, nicht authentisch ist, daß der Text vielmehr mehrfach gezielt verändert und „redigiert" wurde; große Teile der in der Bibel überlieferten „Endfassung" schreiben die Wissenschaftler übereinstimmend den Priestern zu.
    Doch nicht nur das spricht zugunsten des Mose. Die höchste „Instanz", die Ur-Intelligenz, Allweisheit und Gerechtigkeit, der Christus-Gottes-Geist, stellt dem Mose in dem großen Offenbarungswerk „Das ist Mein Wort. Alpha und Omega. Das Evangelium Jesu. Das Buch, das inzwischen die wahren Christen in aller Welt kennen", das uns der Christus Gottes durch Seine Prophetin der Jetztzeit schenkte, ein eindeutiges Zeugnis aus, u.a. in folgenden Worten:

    Moses hat das Opfern von Tieren weder befohlen noch gutgeheißen. Er griff jedoch nicht in den satanischen Willen derer ein, die Fleisch essen wollten. Er belehrte und unterwies sie, daß sowohl das Verzehren als auch das Opfern von Tieren Sünde ist. Da die halsstarrigen Israeliten jedoch darauf bestanden, mußte Moses schweigen, denn auch die Israeliten waren Kinder Gottes und hatten den freien Willen. Sie sahen alles nur aus ihrer Sünde heraus und hielten deshalb das Schweigen von Moses für Zustimmung. (S. 596)
   Der Geist Gottes bestätigt in Seiner mächtigen Offenbarung vielfach, daß Mose ein getreuer Diener Gottes war, der getreulich Gottes Wort den Menschen seiner Zeit gab. Gott rehabilitierte Mose also erneut.
    Wer die Worte Gottes durch Jeremia mit dem Herzen liest, der kommt zu der Überzeugung, daß die „Bücher Mose" die Bücher der damaligen Priesterkaste sein müssen, die dem Propheten Mose ihre Vorstellungen, ihren grausamen, mörderischen Heidenkult angedichtet hat. Die Priester wollten allem Anschein nach weiterhin das praktizieren, was im damaligen Heidentum üblich war und die Israeliten in die Sklaverei nach Ägypten mitgebracht hatten.

 

 

Kirchenlehre in der Sackgasse

 

    Die Frage im Titel dieser Ausgabe von Der Prophet, welche lautet: „Zwei Weltall-Götter, der Gott des Mose und der Gott des Jesus - oder der Eine wandelbare Gott?" ist im Grunde bereits beantwortet. Beim Propheten Maleachi sagt Gott es selbst deutlich: Ich, der Herr, wandle mich nicht ... (Mal 3, 6)
    Daraus folgt, bereits nach dem, was bisher gesagt wurde, daß die sinngemäße Aussage der Kirche: Die Bibel ist in allen Teilen das direkte, wahre Wort Gottes ... falsch sein muß.
    In den folgenden umfangreichen Ausführungen leuchtet nun das Licht der Wahrheit - gleichsam wie durch verschiedene Facetten eines geschliffenen Kristalls - in das undurchsichtige Gemisch von Wahrheit und Lüge hinein, das in vielen Köpfen Verwirrung gestiftet, in unzähligen Herzen Hoffnungslosigkeit, Verlorenheit und Verzweiflung ausgelöst und eine Entwicklung entscheidend mitbestimmt hat, die schließlich zu dem Druck- und Trugmechanismus führte, der sich „christliche Kirche" nennt.

    Die Wahrheit wird euch befreien (Joh 8, 32), sprach Jesus von Nazareth. Gottes Wort war seit jeher das Licht der Wahrheit, das Er durch Lichtboten der Himmel den Menschen gab, damit sie frei werden konnten von ihren Belastungen, aus innerer und äußerer Knechtschaft, von Gebundenheit und Zwang. Seit jeher war der Gegenspieler Gottes der Feind der Wahrheit und des Guten. Er war und ist bestrebt, das Licht zu verdunkeln. Dazu war und ist ihm jedes Mittel recht, und der Mißbrauch des Namens Gottes und des Namens des Jesus, des Christus, erwies sich zu diesem Zweck als eines der raffiniertesten - wir würden heute sagen: psychologisch wirksamsten - Mittel, um die Herzen gläubiger, gottesfürchtiger Menschen zu vergiften, ihre Seelen zu binden und für Lug und Trug, für Ungöttliches, zugänglich zu machen.

 

 

„Du sollst ..." –
Gott achtet den freien Willen Seiner Kinder

 

    Gott, die Wahrheit und das Licht, ist unwandelbar. Das lehrte Jesus, der Christus, immer wieder. Auch in den Zehn Geboten, die Gott durch den Propheten Mose den Menschen gab, erfahren wir den Gott, den Jesus, der Christus, uns nahebrachte und der von all dem, was der „Gott" in den „Büchern Mose" angeordnet haben soll, nichts sagte.

    In den Zehn Geboten läßt Gott jedem die Freiheit, Seine Gebote zu halten oder sie nicht zu befolgen. Gott zwingt nicht. Gott spricht: „Du sollst". In den „Büchern Mose" hingegen gab jener „alttestamentarische Gott" zwingende Anweisungen; Er achtete den freien Willen Seiner Kinder nicht. In den Zehn Geboten lehrt Gott uns Menschen weder Grausamkeiten noch Totschlag, auch nicht das Morden von Menschen und das Hinmetzeln von Tieren. Hätte Gott, der Ewige, alles das angeordnet, was in den sogenannten „Büchern Mose" steht, so wäre Er gegen Seine eigenen Gebote sündig geworden und folglich ein sündiger Gott.
    So mancher könnte nun einwenden, Töten sei erlaubt, nur nicht das Morden, denn das „Du sollst nicht töten" hieße nach neuesten religionswissenschaftlichen Überlegungen „Du sollst nicht morden" - so wurden auch die Zehn Gebote in der Neuen Jerusalemer Bibel, Aufl. 1985, verändert. - Wenn das so wäre, dann hätte Jesus einen jungen Mann, der Ihn fragte: Meister, was muß ich Gutes tun, um das ewige Leben zu gewinnen? falsch belehrt. Jesus antwortete dem jungen Mann (in derselben Bibelausgabe): Was fragst du mich nach dem Guten? Nur einer ist „der Gute". Wenn du aber das Leben erlangen willst, halte die Gebote. Darauf fragte er ihn: welche? Jesus antwortete: Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen. Ehre Vater und Mutter! Und: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. (Mt 17-19)

    Jesus also sagte: „Halte die Gebote" und ermahnte den jungen Menschen: „Du sollst nicht töten." Jesus sagte nicht: „Du sollst nicht morden." Er sagte auch nicht: „Du sollst nur in Ausnahmefällen töten."

 

 

Jesus von Nazareth setzte sich für die Tiere ein.
Zeugnisse in „Das ist Mein Wort"

 

    Jesus machte auch keinen Unterschied zwischen Mensch und Tier, denn das Gebot lautete und lautet: Du sollst nicht töten; das ist eine allgemeine Aussage mit der Bedeutung: Wir sollen weder Menschen noch Tiere töten.
    In Das ist Mein Wort lesen wir u.a., was Christus den Menschen Seiner Erdenzeit sagte und nahebrachte, auch bezüglich des Umgangs mit den Tieren.

    Als Jesus von Nazareth sprach Ich zu vielen Menschen vom Gesetz des Lebens, so auch von den Tieren, die ähnlich wie die Menschen Schmerz, Leid und Freude empfinden. So, wie der Mensch nicht gegen, sondern für seinen Nächsten sein soll, so soll er auch für die Tiere sein und ihnen gegenüber Verantwortung tragen, da sie dem Menschen dienen.
    Immer wieder lehrte Ich die Menschen, daß auch die Tiere Geschöpfe Gottes sind, die der Mensch nicht mißachten, sondern lieben soll. Wer sie schlägt und quält, der wird einst an seiner Seele und an seinem Leibe Gleiches oder Ähnliches erfahren. Denn was der Mensch seinen Mitmenschen und Mitgeschöpfen, den Tieren, antut, das tut er sich selbst an. (S. 433)
    Die Bibel berichtet, daß Jesus bei der „Speisung der Fünftausend" der versammelten Menschenmenge außer Brot auch Fische zu essen gegeben habe. Bei Markus steht: Darauf nahm er die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, sprach den Lobpreis, brach die Brote und gab sie den Jüngern, damit sie sie an die Leute austeilten. Auch die zwei Fische ließ er unter allen verteilen. (Mk 6, 41)
    Sind Fische nicht auch Tiere? könnte sich mancher fragen. In Das ist Mein Wort lesen wir, was wirklich geschah:

    Meine Jünger brachten Mir Brote und Trauben zur Vermehrung An diesem Tage wurden Mir auch tote Fische zur Vermehrung gereicht. Als Ich diese tote Substanz in Meine Hände nahm, klärte Ich die Menschen auf, daß aus ihr das Kräftepotential des Vaters, die hohe Lebenskraft, weitgehend gewichen war und Ich nicht lebende Fische schaffe, damit sie wieder getötet werden.
    Ich klärte die Menschen auf, daß das Leben in allen Lebensformen ist und der Mensch diese nicht mutwillig töten soll. Die Menschen, insbesondere die Kinder, schauten Mich traurig an. Sie konnten Mich nicht verstehen, denn sie lebten zum größten Teil von Fisch, Brot und wenig anderem. Da sprach Ich sinngemäß zu ihnen: Die Energien der Erde halten die toten Fische noch zusammen. So werde Ich euch aus des Vaters Geist keine lebenden Fische schenken, sondern aus der Energie der Erde euch Fische, die tot, also schwingungsarm, sind, erschaffen. Sie werden nie Leben tragen und können nicht getötet werden. Ich will euch zeigen, wie Lebendiges - Brot und Früchte - schmeckt, und im Vergleich dazu tote Nahrung.
    Und Ich schuf für sie Fische aus den Energien der Erde, die wenig Geistsubstanz trugen. Ich gab ihnen die toten Fische und gebot ihnen, zugleich auch Brot und Früchte zu essen, damit sie den Unterschied erkennen zwischen lebender und toter Nahrung, zwischen hochschwingender und niedrigschwingender Kost.
    Auf diese und ähnliche Weise belehrte Ich die Menschen. (S. 383-384)
    Wir sehen, wie behutsam, verständnisvoll und einfühlsam Jesus auf Seine Mitmenschen einging und ihnen die Gesetze Gottes in der konkreten Situation anschaulich nahebrachte.
    In Das ist Mein Wort gibt uns Christus auch die folgenden Hinweise:

    Wer seinen Nächsten selbstlos liebt, der wird ihm weder Gewalt antun noch ihn töten. Und wer seinen Nächsten selbstlos liebt, der wird auch Tiere nicht mutwillig töten. Wer Mensch und Tier achtet, der hat auch keine kriegerischen Absichten, weil er Gottes Gesetze achtet, zu denen auch die Naturgesetze gehören. Wer sich bemüht, die Gesetze Gottes zu verwirklichen, der wird mehr und mehr von der Fleischnahrung Abstand nehmen und die Gaben der Erde dankbar annehmen - also jene Nahrung, die von Gott kommt für Seine Menschenkinder. (S. 479)
    Christus setzte sich als Jesus für die Tiere ein, wo Er nur konnte. Daß darüber in der Bibel nichts zu finden ist, verwundert nicht, denn es lag nicht im Interesse der nachchristlichen Priesterschaft, das Volk im Sinne des Jesus von Nazareth zu belehren, sondern in ihrem Sinne, im Sinne der nach irdischer Allmacht strebenden Kirche. So wurde der Aspekt „Tiere" nicht in das Neue Testament der „Heiligen Schrift" aufgenommen, ebenso nicht das Gebot Jesu, von Fleischnahrung Abstand zu nehmen.

    Lesen wir weiter in Das ist Mein Wort, wie Jesus auf das Leiden von Tieren reagierte.
    1. Es geschah, daß der Herr aus der Stadt zog und mit Seinen Jüngern über das Gebirge ging. Und da kamen sie an einen Berg mit sehr steilen Wegen. Dort begegneten sie einem Mann mit einem Lasttier.
    2. Das Pferd aber war zusammengebrochen, denn es war überlastet. Der Mann schlug es, bis das Blut floß. Und Jesus trat zu ihm hin und sprach: „Du Sohn der Grausamkeit, warum schlägst du dein Tier? Siehst du denn nicht, daß es für seine Last viel zu schwach ist, und weißt du nicht, daß es leidet?"
    3. Der Mann aber erwiderte: „Was hast Du damit zu schaffen? Ich kann mein Tier schlagen, so viel es mir gefällt; denn es gehört mir, und ich kaufte es für eine schöne Summe Geldes. Frage die, die bei Dir sind, sie sind aus meiner Nachbarschaft und wissen es."
    4. Und einige von den Jüngern antworteten und sagten: „Ja, Herr, es ist so, wie er sagt, wir waren dabei, als er das Pferd kaufte." Und der Herr erwiderte: „Sehet ihr denn nicht, wie es blutet, und höret ihr nicht, wie es stöhnt und jammert?" Sie aber antworteten und sagten: „Nein, Herr, wir hören nicht, daß es stöhnt und jammert!" ...
    5. Und der Herr wurde traurig und sprach: „Wehe euch, der Stumpfheit eures Herzens wegen hört ihr nicht, wie es klagt und schreit zu seinem himmlischen Schöpfer um Erbarmen, und dreimal Wehe über den, gegen den es schreit und stöhnt in seiner Qual!" ...
    6. Und Er schritt weiter und berührte das Pferd, und das Tier erhob sich, und seine Wunden waren geheilt. Aber zu dem Manne sprach Er: „Gehe nun deinen Weg und schlage es künftig nicht mehr, wenn auch du Erbarmen zu finden hoffest." (S. 206-212)

    Jesus trug nicht nur die Menschen und Tiere in Seinem großen Herzen, sondern die gesamte Natur. Er war mit allen Schöpfungsformen verbunden, auch mit den Gestirnen und den Elementarkräften. Es ist überliefert, daß Er dem Sturm gebot und daß das Wasser Ihn trug, so daß Er darauf zu gehen vermochte. Wie Er Seine Brüder und Schwestern als Jesus unterwies, so unterweist Er uns heute, z.B. in Das ist Mein Wort:
   Achtet, schätzet und ehret die Schöpferkraft in allem Sein! Sehet: Alles, was ist an Kraft und Licht, trägt jeder Mensch im Innersten seiner Seele. Der geistige Leib im Menschen ist die Substanz allen Seins, weil Gott, der ewige Vater, jedem einzelnen Seiner Kinder alles gegeben hat als Essenz, als Erbe. In allen Lebensformen ist der ewige Geist, und Er strömt auch aus allen Lebensformen.
    Wenn der Mensch bewußt zum Kinde Gottes geworden ist, dann dient ihm Gottes Allmacht durch alle Lebensformen, durch den Stein, das Holz, das Feuer und Wasser, durch Blumen, Gräser, Pflanzen und Tiere. Alle Gestirne dienen dem, der in Mir, dem Geiste der Wahrheit, lebt. Wenn die Schöpferkraft das Geschöpf zu durchdringen vermag, weil seine Seele licht- und kraftvoll ist, dann ist es wieder bewußt das Kind, der Sohn oder die Tochter der Unendlichkeit und hat das Erbe, die Allkraft, wieder angetreten.
    Jeder Erdentag ist ein Geschenk an den Menschen, damit er sich darin erkennt und findet. Die Naturreiche bieten sich dem Menschen an. Feuer und Wasser dienen ihm und auch die Gestirne bei Tag und bei Nacht. Erkennet, wie reich der Tag für jeden einzelnen ist! ... (S. 184)

 

Bevor wir uns den Texten aus den Büchern Mose zuwenden, noch eine Begebenheit aus dem Leben des Jesus von Nazareth, wiedergegeben in Das ist Mein Wort:

    1. Und als Jesus nach Jericho ging, begegnete Ihm ein Mann mit jungen Tauben und einem Käfig voller Vögel, welche er gefangen hatte. Und Er sah ihren Jammer darüber, daß sie ihre Freiheit verloren hatten und außerdem Hunger und Durst litten.
    2. Und Er sprach zu dem Manne: „Was tust du mit diesen?" Und der Mann antwortete: „Ich lebe davon, daß ich die Vögel verkaufe, die ich gefangen habe."
    3. Und Jesus sprach zu ihm: „Was denkst du, wenn ein Stärkerer oder Klügerer, als du bist, dich gefangen nehmen und dich fesseln würde oder auch dein Weib oder deine Kinder und dich ins Gefängnis werfen würde, um dich zu seinem eigenen Vorteile zu verkaufen und seinen Lebensunterhalt damit zu verdienen?
    4. Sind diese da nicht deine Mitgeschöpfe, bloß schwächer als du? Und sorget nicht derselbe Gott, Vater und Mutter, für sie ebenso wie für dich? Lasse diese deine kleinen Brüder und Schwestern in Freiheit, und siehe zu, daß du solches nie wieder tust, sondern daß du ehrlich dein Brot verdienst."
    5. Und der Mann erstaunte über diese Worte und Seine Vollmacht und ließ die Vögel frei. Als die Vögel herauskamen, flogen sie zu Jesus, setzten sich auf Seine Schultern und sangen Ihm.
    6. Und der Mann fragte weiter nach Seiner Lehre, und er ging seines Weges und erlernte das Korbflechten. Durch seine Arbeit erwarb er sich sein Brot und zerbrach seine Käfige und Fallen und wurde ein Jünger Jesu. (S. 497-498)

 

 

Der Geist der Bücher Mose weht in den Kirchen heute.
Parallelen zu den blutigen magischen Zeremonien
des Voodoo-Zaubers

 

    Jesus kam, wie Er sagte, das Gesetz Gottes zu erfüllen. Er tat es mit Seinem Leben und Wirken. Und Er lehrte, wie das Gesetz der Himmel in den einzelnen Schritten im Alltag von uns Menschen zu erfüllen ist; das wesentliche überlieferte Zeugnis davon ist Seine Bergpredigt.
    Bevor wir uns der Frage zuwenden, wie es kam, daß der wahre christliche Weg, der Weg der Nachfolge Jesu, von vielen sogenannten Christen nicht beschritten wurde, gehen wir noch einmal zurück zu den Büchern Mose. Die darin festgeschriebenen Lehren und Anweisungen sowie das religiös-gesellschaftliche Herrschaftssystem wirkten fort bis zum Erdengang des Christus in Jesus, obwohl Gott immer wieder Seine Boten, die Propheten sandte, um das Volk aufzuklären und zum wahren Glauben und Leben zu bewegen. Die sich daraus ergebende Verblendung und Belastung der Menschen war einer der Hauptgründe dafür, daß Jesus von Seinen Zeitgenossen nicht an- und aufgenommen wurde und den Weg über Golgatha antreten mußte. Und auch nach Seinem Leibestod schlichen sich unter den ersten Urchristen bald gegensätzliche Strömungen ein und setzten sich schließlich durch.
    Das neue Christentum, das sich zwar nach Christus benannte, doch nicht mit Christus war, zeigt nun andere Erscheinungsformen als das religiös-gesellschaftliche Leben, das in den Büchern Mose beschrieben ist. Doch wie steht es mit den Wurzeln? Diese bringen immer Früchte der gleichen Art hervor, des gleichen Inhalts. Und Jesus sagte: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen."

    Welcher Geist in den Zeremonien weht, von denen in den Büchern Mose zu lesen ist, können wir folgendem Zitat aus dem 3. Buch Mose, Levitikus, entnehmen:

    Ist seine Opfergabe ein Brandopfer vom Rind, so bringe er ein männliches Tier ohne Fehler dar; er soll es an den Eingang des Offenbarungszeltes bringen, damit es vor dem Herrn Annahme findet. Er lege seine Hand auf den Kopf des Opfertiers, damit es für ihn angenommen werde, um ihn zu entsühnen. Er soll dann den Stier vor dem Herrn schlachten, und die Söhne Aarons, die Priester, sollen das Blut darbringen. Sie sollen es ringsum an den Altar sprengen, der am Eingang des Offenbarungszeltes steht. Dann soll er das Opfer abhäuten und es in Stücke zerlegen.
    Die Söhne Aarons, die Priester, sollen Feuer auf den Altar bringen und Holz darauf schichten. Hierauf sollen die Söhne Aarons, die Priester, die Stücke sowie den Kopf und das Fett auf das Holz über dem Altarfeuer legen. Der Priester soll dann die Eingeweide und die Beine mit Wasser waschen und das Ganze auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen. Ein Brandopfer ist es, ein Feueropfer zum beruhigenden Duft für den Herrn.
    Ist seine Opfergabe ein Brandopfer vom Kleinvieh, von den Schafen oder Ziegen, dann soll er ein fehlerloses männliches Tier bringen. Er soll es an der Nordseite des Altars vor dem Herrn schlachten, und die Söhne Aarons, die Priester, sollen sein Blut ringsum an den Altar sprengen. Dann soll der Priester es in Stücke zerlegen und diese sowie den Kopf und das Fett auf das Holz über dem Altarfeuer legen. Er soll dann die Eingeweide und die Beine mit Wasser waschen, und der Priester soll das Ganze darbringen und auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen. Ein Brandopfer ist es, ein Feueropfer zum beruhigenden Duft für den Herrn.
    Ist seine Opfergabe für den Herrn ein Brandopfer vom Geflügel, dann soll er eine Turteltaube oder eine junge Taube bringen. Der Priester soll sie zum Altar bringen, ihren Kopf abtrennen und ihn auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen; ihr Blut soll gegen die Altarwand ausgepreßt werden. Dann soll er ihren Kropf mit den Federn entfernen und ihn an der Ostseite des Altars auf den Platz der Fett-Asche werfen. Darauf soll der Priester den Vogel an den Flügeln einreißen, ohne ihn dabei zu teilen, und ihn auf dem Altar, auf dem Holz über dem Feuer, in Rauch aufgehen lassen. Ein Brandopfer ist es, ein Feueropfer zum beruhigenden Duft für den Herrn. (1, 3-17)

    „Zum beruhigenden Duft für den Herrn". Warum muß man den Herrn mit diesem sogenannten „beruhigenden Duft", der bestimmt kein Wohlgeruch, vielmehr ein Gestank war, beruhigen? Nach den Lehren Jesu ist Gott die Liebe, die Versöhnung, das Erbarmen und die Güte, das Gleichmaß in allen Dingen. Warum muß Er dann beruhigt werden? Bekanntlich werden sogenannte wilde Tiere - wir bezeichnen sie hin und wieder als Bestien - mit Fleischbrocken beruhigt oder in eine Falle gelockt. Dachte man, oder wollte man den Anschein erwecken, Gott, der Absolute, All-Ewige, sei zu manipulieren, wie wir Menschen es vielfach sind oder wie man im Sinn hat, andere zu manipulieren? Ein solcher Versuch zeugt von Gottferne.
    Gott hat keine Schwäche. Daher ist Er auch nicht zu manipulieren.
    Im 3. Buch Mose, Levitikus, lesen wir weiter:

    Wenn jemand dem Herrn ein Speiseopfer darbringt, muß seine Opfergabe aus Feinmehl bestehen, auf das er Öl gießen und Weihrauch legen soll. Er bringe es zu den Söhnen Aarons, den Priestern. Er nehme davon eine Handvoll, vom Feinmehl und vom Öl mit dem ganzen Weihrauch, und der Priester lasse sie auf dem Altar als Gedächtnisanteil in Rauch aufgehen, als ein Feueropfer zum beruhigenden Duft für den Herrn.
    Der Rest des Speiseopfers gehört Aaron und seinen Söhnen als etwas Hochheiliges von den Feueropfern des Herrn. (2, 1-3)
    Der Rest des Speiseopfers, das Aaron und seinen Söhnen gehörte, war sicherlich der beste Teil. Ist es heute anders? Die Ärmsten essen heute noch die Brotkrumen vom Tisch der Reichen, zu denen auch die kirchlichen „Würdenträger" gezählt werden können.

    Das „Heilige", sogar „Hochheilige", gebührte den Priestern. Hatte Gott z.B. durch Mose sie eingesetzt? Sie selbst haben sich die Würde des „Heiligen" verliehen, und das auch noch vererbbar, ohne Ansehen der „Würdigkeit" des einzelnen.
    In Levitikus heißt es weiter:

    Ist seine Opfergabe ein Heilsopfer und vom Rind, dann soll er ein männliches oder ein weibliches fehlerloses Tier vor den Herrn bringen. Er soll seine Hand auf den Kopf des Opfers legen und es am Eingang des Offenbarungszeltes schlachten. Dann sollen die Söhne Aarons, die Priester, das Blut ringsum an den Altar sprengen. Er soll einen Teil dieses Opfers als Feueropfer für den Herrn darbringen, und zwar das Fett, das die Eingeweide bedeckt, das gesamte Fett über den Eingeweiden, die beiden Nieren, das Fett über ihnen und das an den Lenden sowie die Fettmasse, die er von der Leber und den Nieren loslöst. Die Söhne Aarons sollen diesen Teil mit dem Brandopfer, das auf dem Holz über dem Feuer liegt, auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen. Es ist ein Feueropfer zum beruhigenden Duft für den Herrn.
    Ist seine Opfergabe ein Heilsopfer für den Herrn vom Kleinvieh, dann soll er ein männliches oder weibliches fehlerloses Tier darbringen. Wenn er ein Schaf darbringt, soll er es vor den Herrn bringen. Er soll seine Hand auf den Kopf des Opfers legen und es vor dem Offenbarungszelt schlachten; dann sollen die Söhne Aarons das Blut ringsum an den Altar sprengen. Von diesem Heilsopfer soll er das Fett als Feueropfer für den Herrn darbringen: den ganzen Fettschwanz, den er nahe an den Schwanzwirbelknochen ablösen soll, das Fett, das die Eingeweide bedeckt, das gesamte Fett über den Eingeweiden, die beiden Nieren, das Fett über ihnen und das an den Lenden sowie die Fettmasse, die er von der Leber und den Nieren loslöst. Der Priester lasse diese Teile auf dem Altar in Rauch aufgehen. Das soll eine Feueropferspeise für den Herrn sein.
    Wenn er eine Ziege darbringt, soll er sie vor den Herrn bringen. Er soll seine Hand auf ihren Kopf legen und sie vor dem Offenbarungszelt schlachten; dann sollen die Söhne Aarons ihr Blut ringsum an den Altar sprengen. (3, 1-13)
    Bei solchen und ähnlichen Anweisungen zu blutigen Zeremonien mit magischem Charakter denkt man unwillkürlich an den Voodoo-Zauber. Im Duden steht unter Voodoo-Zauber folgendes: Aus Westafrika stammender, synkretistischer, mit katholischen Elementen durchsetzter, magisch-religiöser Geheimkult auf Haiti. In Meyers Lexikon heißt es: Name eines in Haiti weitverbreiteten synkretistischen Geheimkults, in dem ekstatische Tänze, die zur Identifikation von Kultteilnehmern mit Gottheiten führen sollen, eine beherrschende Stellung einnehmen.
    Wenn der Voodoo-Zauber mit katholischen Elementen durchsetzt ist, so hat diese „Bereicherung" des Kultes sicherlich nicht zufällig stattgefunden. Waltete hier eventuell das Gesetz der Anziehung des Gleichartigen? Dann müßte sich jeder Kirchensteuerzahler Gedanken machen, wofür er Kirchensteuer bezahlt.

In Levitikus lesen wir:

    Das Fell des Stiers aber, sein ganzes Fleisch mit dem Kopf, den Beinen, den Eingeweiden und dem Mageninhalt, also den ganzen Stier, soll er aus dem Lager hinaus an einen reinen Ort, nämlich den Abfallplatz der Fett-Asche, schaffen und ihn auf einem Holzfeuer verbrennen; auf dem Abfallplatz der Fett-Asche soll es verbrannt werden. (4, 11-12)
    Hier wird uns also gesagt, was ein „reiner Ort" ist!

    Wer weitere grausame Gruselgeschichten dunkelster heidnischer Tradition lesen möchte, der kann sich folgendes vor Augen führen:

    Angenommen, jemand sündigt in einem der folgenden Fälle: er hat eine laute Verfluchung gehört, ist Zeuge, da er es gesehen oder darum gewußt hat, aber er zeigt es nicht an und lädt damit Schuld auf sich; oder jemand berührt eine unreine Sache, das Aas eines unreinen wilden Tieres oder eines unreinen Haustiers oder eines unreinen Kriechtiers, und es blieb ihm verborgen, aber er merkt es dann und wird unrein und schuldig; oder er berührt etwas Unreines von einem Menschen, dessen Berührung unrein macht, und bemerkt es nicht, aber er erfährt es später und wird schuldig; oder jemand schwört unbesonnen, ob zum Schaden oder zum Nutzen, wie eben der Mensch bisweilen unbesonnen schwört, aber er merkt es gar nicht, doch dann erfährt er es und wird schuldig durch so etwas - wenn also jemand in einem dieser Fälle schuldig wird, so soll er gestehen, wodurch er sich verfehlt hat. Als Schuldopfer für seine begangene Verfehlung soll er dann ein weibliches Stück Kleinvieh, ein Schaf oder eine Ziege, vor den Herrn als Sündopfer bringen, und der Priester soll ihn entsühnen und so von seiner Verfehlung lösen.
    Wenn seine Mittel für ein Schaf nicht ausreichen, soll er als Schuldopfer für seine Verfehlung zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben vor den Herrn bringen, die eine als Sünd- und die andere als Brandopfer. Er soll sie zum Priester bringen, und dieser soll zuerst die eine für das Sündopfer darbringen. Er soll ihren Kopf vom Genick trennen, aber nicht ganz abreißen; er soll etwas vom Blut des Sündopfers gegen die Altarwand spritzen und das übrige Blut am Sockel des Altars auspressen. (Levitikus 5, 1-9)

 

 

Jesus war gegen Blutvergießen jeglicher Art

 

    Niemals hätte Jesus Blut vergossen oder das Blutvergießen gutgeheißen. Der Satz Alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen (Mt 26, 52) bezieht sich auch auf Vergehen gegenüber der Tierwelt und der gesamten Natur, und es muß durchaus nicht das Töten mit dem Schwert sein. Es gibt viele Abstufungen der Lieblosigkeit. Tiere empfinden sehr fein, während das Gemüt des Menschen vielfach roh und stumpf ist.
    Nichts und niemand kann uns „von einer Verfehlung lösen", außer unser Erlöser Christus, dessen Kraft und Licht der Erlösung in jedem von uns Wohnung genommen hat. Voraussetzung dafür, daß Er in uns die Erlösung unserer Seele von einer Schuld bewirken kann, ist, daß wir unser liebloses Fühlen, Empfinden, Denken, Reden und Handeln von Herzen bereuen, unseren Nächsten bzw. Übernächsten, gegen den wir gesündigt haben, in unserem Inneren um Vergebung bitten, ihm unsererseits das vergeben, was er eventuell uns angetan hat, das Unrecht nach Kräften wiedergutmachen, so dies noch möglich ist, und das, was wir an Ungutem an uns erkannt haben, nicht wieder tun. Dann erst vergibt uns auch Gott, wie wir es ja seit 2000 Jahren im Vaterunser beten: Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern ...
   Nicht nur ein Tieropfer, sondern alles, was von uns sichtbar oder unsichtbar ausgeht, an Bosheit, Nichtachtung und Mißachtung, an Grausamkeit, aber auch mangelndem Verständnis, mangelnder Rücksichtnahme oder Gleichgültigkeit, fügt unserer bestehenden Schuld weitere hinzu. Das gilt für die Menschheit wie für jeden einzelnen.

    Christus ist gegen das Blutvergießen jeglicher Art. Wenn Christus, der sich der Menschheit wieder durch Prophetenmund offenbart, über Tieropfer, aber auch über Tierversuche und andere Vergehen der Wissenschaft gegen Gottes allweise Schöpfung spricht, verwendet Er häufig das Wort „Greuel".
    Wir Menschen sollen die Tiere, unsere Übernächsten, als unsere kleinen Tier-Brüder und -Schwestern ansehen - die, obwohl sie Gott, dem Gesetz, gegenüber nicht schuldig geworden sind wie die Fallwesen -, mit in die Tiefe gingen, damit wir Menschen uns an dem Leben der Natur erfreuen und mit ihr in Liebe verbunden sind. Die Natur will den Menschen dienen. Sie will nicht gequält, gefoltert und gemordet werden und dann auch noch für das Kannibalenmahl herhalten.
    Der Mensch, in seinem Innersten das Wesen aus Gott, erweist sich vielfach als Wesen der Grausamkeit.

 

 

„... der soll ausgemerzt werden."
Abtötung eines Gewissens.
Oder: Wie man der Priestermacht hörig wird

 

    Auch nachstehend spricht der „Gott" der „Bücher Mose" gegen die Lehren Jesu und zugleich gegen Seine eigenen Gebote. Es heißt z.B. in Levitikus:

    Wenn jemand mit irgendetwas Unreinem in Berührung kommt, sei es mit etwas Unreinem von einem Menschen oder einem unreinen Tier oder irgendeiner unreinen, abscheulichen Sache, und dann vom Fleisch eines Heilsopfers ißt, das für den Herrn geopfert wird, soll er aus seinen Stammesgenossen ausgemerzt werden. (7, 21)

    Das Fett eines verendeten oder zerrissenen Tieres kann zu jedem Zweck verwendet werden, doch essen dürft ihr es auf keinen Fall. Jeder, der dennoch das Fett eines Tieres ißt, das man als Feueropfer für den Herrn darbringt, soll aus seinen Stammesgenossen ausgemerzt werden. (7, 24-25)
    Unter „ausgemerzt" haben wir wohl die damals übliche Todesart, die Steinigung, zu verstehen. Die Steinigung war noch zu Zeiten des Jesus von Nazareth in Israel gang und gäbe. Denken wir nur an die Ehebrecherin, die Jesus in letzter Minute davor rettete, gesteinigt zu werden. Auch Jesus sollte einige Male in Anwendung „der Gesetze Gottes durch Mose" von Seinen Mitmenschen zu Tode gebracht werden. „Er aber schritt mitten durch die Menge hindurch und ging weg."
    Im 3. Buch Mose, Levitikus, 11. Kapitel, ist genau aufgeführt, welche Tiere als rein und welche als unrein zu gelten haben. Dort steht, daß der Genuß unreinen Fleisches die Unreinheit des Menschen bis zum Abend des Tages zur Folge habe.
    Heutzutage essen auch Menschen, die sich als Tierfreunde bezeichnen, nicht selten noch Fleisch. Sie machen sich offenbar nicht bewußt, daß z.B. das Steak, welches sie, bereits in handliche, bratfertige Stücke geschnitten, teilweise schon fertig gewürzt, beim Metzger kaufen, von einem Kälbchen stammt, das vor wenigen Tagen noch friedfertig und in Harmonie auf der Weide graste. Eventuell ließ es sich willig von den Kindern dessen, der nun im Metzgerladen Kalbsteak verlangt, streicheln; die Kinder schauten ihm in die großen, dunklen Augen mit den langen Wimpern und waren ganz entzückt. Was dieses Tierlein, das niemandem etwas angetan hatte, alles erlitten hat, bevor es in Form von Steaks, Leberwurst u.a.m. auf den Ladentisch kam - der Schrecken, die Angst, das Grauen, die Panik, das Weh, das Entsetzen -, das kommt selten jemandem in den Sinn.
    Die Tierfreunde, wir Menschen, halten Haustiere, die uns - besonders wenn sie anpassungsfähig, also „pflegeleicht" sind - erfreuen. Dennoch wurden z.B. 1990 zur Urlaubszeit allein in Deutschland etwa eine halbe Million Tiere, hauptsächlich Katzen und Hunde, ausgesetzt. Heute, zehn Jahre später, dürfte die Zahl kaum niedriger sein. Ist das die Liebe zum Tier?
    Aus der göttlichen Welt wurde uns u.a. offenbart:

    Sei ... ernsthaft und geradlinig den Übernächsten gegenüber. Sie sehen dich mit ihrem reinen Empfinden als ihren großen Lichtbruder oder ihre große Lichtschwester ... Habt also Achtung vor euren Tiergeschwistern, den Übernächsten, denn sie wollen euch echte Freunde sein. Bemüht euch, sie so zu behandeln, wie ihr gerne behandelt werden möchtet. Dann werdet ihr sie sehr bald verstehen lernen, und sie werden mit euch in positiver Kommunikation sein. (Das Leben mit unseren Tiergeschwistern. Du, das Tier - Du, der Mensch. Wer hat höhere Werte? S. 114)
    Das Empfindungsvermögen des Menschen ist abgestumpft, sein Gewissen schlägt kaum mehr an. Doch das trifft nicht nur auf den Menschen von heute zu.
    Das Gewissen ist der Wächter im Menschen über Gut und Böse, Recht und Unrecht. Ist es intakt, so reagiert es, unabhängig von äußeren Rechtsvorstellungen, letztlich nach dem Maßstab der Zehn Gebote. Aber die Gewohnheiten des Menschen und die Prägung durch seine Umwelt beeinflussen und prägen auch sein Gewissen.
    Wenn wir hier von grausamen Tieropfern und von Steinigungen von Menschen lesen, so sollten wir nicht nur daran denken, wie den Tieren wohl zumute gewesen ist.
    Um uns bewußt zu machen, was in einem Menschen damals eventuell vorging, könnten wir uns folgendes vorstellen: Zwei junge Männer des Volkes hatten Hasenfleisch gegessen. Sie hatten einen Hasen gefangen und ihn für sich gebraten. Nach Kapitel 10 und 11 in Levitikus waren sie nun unrein bis zum Abend, was sie in Kauf nahmen. Als die Freunde aber - aus Leichtsinn und Übermut - den Ort betraten, wo die „heiligen" Opfergaben sich befanden, wurde einer von ihnen dabei gesehen und verurteilt, gesteinigt zu werden. Der andere blieb unentdeckt. Die Steinigung wurde vollzogen, denn in Levitikus 22 heißt es:

    Der Herr sprach zu Mose: Sag zu Aaron und seinen Söhnen, sie sollen sich mit den heiligen Opfergaben der Israeliten in acht nehmen, um meinen heiligen Namen nicht zu entweihen; sie müssen für mich heilig gehalten werden. Ich bin der Herr. Sag zu ihnen: Jeder aus euren Nachkommen, auch in den kommenden Generationen, der sich im Zustand der Unreinheit den heiligen Opfergaben nähert, die die Israeliten dem Herrn weihen, soll ausgemerzt und aus meiner Gegenwart weggeschafft werden. Ich bin der Herr. (22, 1-2)
   Versetzen wir uns in die Lage des überlebenden jungen Mannes nach der Steinigung des Freundes. Schuldgefühle quälen ihn. Er lehnt sich gegen das Urteil und die harte Strafe, die eigentlich auch ihn hätte treffen müssen, auf. Er rebelliert gegen die Priester, die den Urteilsspruch gefällt haben, und muß sich doch sagen, daß sie nur ausführen, was „Gott dem Mose befohlen hat". Also richtet sich seine Empörung nun gegen Gott, der ein solch unbarmherziges Gesetz erlassen hat. Doch als er sich bewußt macht, daß Gott als „gerecht" gilt, daß Er die höchste Instanz ist, die nicht irren kann, kommen ihm Zweifel an sich selbst. Seine Beobachtung zeigt ihm, daß alle anderen offensichtlich keine Hemmungen haben zu steinigen; daraus schließt er, daß mit seinem eigenen Gefühl und Rechtsempfinden etwas nicht stimmen kann, denn sowohl die von Gott eingesetzten Priester als auch die gläubigen Stammesbrüder fühlen und denken anders als er. Er beschließt, umzudenken, sich künftig in allen Dingen strikt an den Priestern und den Mitmenschen zu orientieren, statt selbständig zu denken und frei zu entscheiden. Er wird von nun an den Maßstab für sein Denken und Handeln nicht mehr in sich selbst suchen, sondern auch dann, wenn sein Herz anders spricht, es so halten wie alle anderen, weil „Gott es so will".
    Ein Prozeß der Anpassung vollzieht sich. Der Charakter dieses Menschen verändert sich. Er lebt nun gleichsam nicht mehr sich selbst. Sein Herz erkaltet, sein Gefühl wird stumpf und dumpf, sein Wesen hart. Sein Gottesbild verzerrt und verdüstert sich. Er kann diesem strafenden und zürnenden Gott nicht mehr vertrauen, geschweige denn Ihn lieben. Seine Gebete werden unwahrhaftig, und schließlich ist er froh, daß es vorformulierte Gebete gibt, die man einfach nachsprechen kann ...
    Nach einiger Zeit ist die Umpolung zum Konformisten, zum Vasallen, zum folgsamen Anhänger der Priester und der „Tradition" vollzogen. Dieser Mensch traut nun nicht nur seinem inneren Maßstab, seinem Gewissen, nicht mehr, sondern denkt und handelt schließlich gewohnheitsmäßig gegen die bessere Einsicht.
    Man kann sich nun auf ihn verlassen - auf seine Gefolgschaft, seine Loyalität, seinen Gehorsam, seine Linientreue.

    So etwa könnte es damals gewesen sein. Jedenfalls prinzipiell hätte es so gewesen sein können. Es ist hingegen, praktisch gesehen, unwahrscheinlich, daß ein Mensch ins Erwachsenenalter hätte gelangen können, ohne bereits von jenen Inhalten der traditionellen Glaubensausübung, die Blutopfer von Tieren und Steinigung von Menschen mit einschließen, bereits durchtränkt und durchsetzt zu sein.

    Die soeben geschilderte innere Situation eines Menschen hat sich im Verlauf der Geschichte unzählige Male in Varianten wiederholt. Kommt sie uns nicht irgendwie bekannt vor?
    Denken wir z.B. an das Mittelalter im europäischen Kulturkreis, wo durch die Inquisition vielfältig ähnliche Situationen und Gewissenskonflikte heraufbeschworen wurden. Die Priester schlachteten zwar die Tiere nicht mehr selbst - sie ließen und lassen schlachten. Sie zündeten nicht selbst den Holzstoß an, auf welchem geradlinige, aufrechte Menschen verbrannt wurden, die für den Einen, wahren, barmherzigen und gütigen Gott einstanden, der die Wahrheit ist, und die sich gegen die Lüge erhoben hatten. Die Priester standen „nur" mit dem erhobenen Kruzifix davor, „segneten", stimmten Loblieder zur Ehre Gottes an und gaben Sündenvergebung und Ablaß von den „Sündenstrafen" denen, die das Holz für den Scheiterhaufen zusammengetragen hatten ...

 

 

Opferzeremonien „wie es der Herr dem Mose befohlen hatte"
Im Alten Testament war das Kausalgesetz bekannt.

Jesus war gegen Tieropfer

 

    Zurück zu den Tieropfern im Alten Testament. Wer noch mehr Zauber von der Art des Voodoo lesen möchte, der kann in Levitikus weiteres erfahren:

    Dann ließ er den Widder für das Brandopfer herbeibringen. Aaron und seine Söhne legten ihre Hände auf den Kopf des Widders, und Mose schlachtete ihn. Er sprengte das Blut ringsum gegen den Altar. Dann zerteilte er den Widder und ließ den Kopf, die Teile und das Fett in Rauch aufgehen. Er wusch die Eingeweide und die Beine mit Wasser und ließ den ganzen Widder auf dem Altar in Rauch aufgehen. Es war ein Brandopfer zum beruhigenden Duft, ein Feueropfer für den Herrn, wie es der Herr dem Mose befohlen hatte.
    Dann ließ er den zweiten Widder, den Widder für das Opfer der Priestereinsetzung, herbeibringen. Aaron und seine Söhne legten ihre Hände auf den Kopf des Widders, und Mose schlachtete ihn. Er nahm etwas Blut und tat es auf das rechte Ohrläppchen Aarons, auf den Daumen seiner rechten Hand und auf die große Zehe seines rechten Fußes. Dann ließ er die Söhne Aarons nähertreten und tat etwas Blut auf ihr rechtes Ohrläppchen, auf den Daumen ihrer rechten Hand und auf die große Zehe ihres rechten Fußes. Danach goß Mose das Blut ringsum an den Altar.
    Er nahm auch das Fett, den Fettschwanz, das ganze Fett, das sich über den Eingeweiden befindet, die Fettmasse über der Leber, die beiden Nieren und ihr Fett und die rechte Schenkelkeule. Aus dem Korb mit den ungesäuerten Broten, der vor dem Herrn stand, nahm er einen ungesäuerten Kuchen, einen Ölbrotkuchen und einen Brotfladen, die er auf die Fettstücke und die rechte Schenkelkeule legte. Das alles gab er in die Hände Aarons und seiner Söhne und ließ sie es vor dem Herrn hin- und herschwingen und so darbringen. Dann nahm es Mose wieder aus ihren Händen und ließ es auf dem Altar mit dem Brandopfer in Rauch aufgehen. Das war das Opfer der Priestereinsetzung zum beruhigenden Duft, ein Feueropfer für den Herrn. (8, 18-28)

    Wer von solchen makabren Szenen noch nicht genug hat, der kann in Levitikus weiteres lesen:

    Aaron trat an den Altar und schlachtete das Kalb für seine eigene Sünde. Dann brachten ihm die Söhne Aarons das Blut; er tauchte seinen Finger in das Blut, tat es auf die Hörner des Altars und goß das übrige Blut am Sockel des Altars aus. Das Fett des Sündopfers, die Nieren und die Fettmasse über der Leber des Sündopfers ließ er auf dem Altar in Rauch aufgehen, wie es der Herr dem Mose befohlen hatte. Das Fleisch und das Fell verbrannte er außerhalb des Lagers. Danach schlachtete er das Brandopfer; die Söhne Aarons reichten ihm das Blut, und er sprengte es ringsum an den Altar. Sie reichten ihm die einzelnen Stücke und den Kopf des Brandopfers, und er ließ sie auf dem Altar in Rauch aufgehen. Er wusch die Eingeweide und Beine und ließ auch sie mit dem Brandopfer auf dem Altar in Rauch aufgehen. (9, 8-14)
    Weiter heißt es:

    Die Fettstücke des Rinds und des Widders, und zwar den Fettschwanz, das Eingeweidenetz, die Nieren und die Fettmasse über der Leber, legte er auf die Bruststücke und ließ sie auf dem Altar in Rauch aufgehen. Die Bruststücke und die rechte Schenkelkeule schwang Aaron vor dem Herrn hin und her und brachte sie so dar, wie es Mose befohlen hatte. (Levitikus, 9, 19-21)
    „Wie es der Herr dem Mose befohlen hatte ..." Und heute? Man tauft Säuglinge, angeblich auf Geheiß des Christus; man setzt Priester über die einfachen Gläubigen, angeblich in der Vollmacht, verliehen durch Jesus, den Christus; man spricht von Sünden los, angeblich im Auftrag Jesu, des Christus; man kürt einen „Heiligen Vater" und behauptet, Jesus selbst hätte ihn dazu bestimmt; und, und, und ...
    Jesus distanzierte sich von der Tradition des Opferns. Er zitierte den Pharisäern gegenüber zweimal den Propheten Hosea: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer (Mat 9, 13 und Mt 12, 7), durch den im Alten Testament Gott gesprochen hatte: Liebe will ich, nicht Schlachtopfer, Gotteserkenntnis statt Brandopfer. (Hos 6, 6)

    In Das ist Mein Wort lesen wir:

    8. ... Ich Bin gekommen, die Opfer und die Blutfeste abzuschaffen ... Wenn ihr nicht aufhören werdet, Fleisch und Blut der Tiere zu opfern und zu verzehren, so wird der Zorn Gottes nicht aufhören, über euch zu kommen; ebenso wie er über eure Vorfahren in der Wüste gekommen ist, die dem Fleischgenusse frönten und von Fäulnis erfüllt und von Seuchen aufgezehrt wurden. (S. 215)

 

    Auf Seite 77 dieser großen Gottesoffenbarung steht:

    Denn wer sein Leben in die Sohn- und Tochterschaft Gottes stellt, wird nicht töten - weder Menschen noch Tiere.
   Jesus sprach überdeutlich gegen die Anweisungen in den „Büchern Mose". Ähnlich sprach auch, wie wir schon hörten, Gott durch den Propheten Jeremia.
    In den Aussagen Jesu, des Christus Gottes, vernehmen wir, daß der Name des Propheten Mose für den grausamen Heidenkult benützt wurde. Im Buch Das ist Mein Wort steht, offenbart von Christus selbst:
   „Ich Bin gekommen, die Opfer und die Blutfeste abzuschaffen" heißt: Ich Bin gekommen, euch das Evangelium, das Gesetz der Liebe, zu lehren und es euch vorzuleben, damit ihr erkennt, daß nur jener Mensch im Inneren reich an geistiger Kraft ist, der die Gesetze Gottes hält. Menschen, die innere Werte besitzen, wird es an nichts mangeln. Denn wer in seinem Herzen reich ist, der ist mit seinem Nächsten und nicht gegen ihn - und somit für Gott, das Leben, das die Fülle ist. Menschen mit inneren Werten sind auch mit der Tier- und Pflanzenwelt und nicht gegen die Schöpfungen Gottes. Wer gegen seinen Nächsten ist, wird gegen ihn kämpfen und ihn töten. Und wer gegen seinen Nächsten ist, der wird auch nicht für anderes Leben sein - weder für das der Tiere noch das der Pflanzen und Steine.
    Wer gegen das Leben in Mir, dem Christus, ist, den hungert und dürstet es nach Erfolg, Reichtum, Macht und Ansehen. Für seine Feste und Gaumengelüste tötet er Tiere und verzehrt ihr Fleisch. Damit zeigt er, daß er fern von Gott ist.
    Gott, dem Ewigen, sind auch Tieropfer ein Greuel. Er will nicht, daß Ihm Tiere geopfert oder geweiht werden. Gott hat allen Formen des Seins das Leben gegeben, also auch den Tieren. Wozu sollen sie Ihm geopfert werden, wenn doch Er, das Leben, selbst in ihnen wohnt?

    Wenn der Mensch jedoch sein menschliches Ich, seine Leidenschaften und Begierden Mir, dem Christus, opfern und ein gottgewolltes, also gottgeweihtes Leben anstreben und führen würde, so würde dies zur Einheit aller Lebensformen beitragen. Gott ist der Geist der Liebe und der Freiheit! Deshalb sollte jeder Mensch freiwillig sein Ich opfern. Dann erst wird er sanftmütig und von Herzen demütig und findet zur großen Einheit: Gott. Diese Entfaltung des Menschen hin zu Ihm liebt Gott an Seinen Kindern.
    Und wer sich dem ewigen Vater-Mutter-Gott hingibt, indem er sein Menschliches wandelt in Göttliches, der wird keine Tiere schlachten und ihr Fleisch verzehren und auch kein Tier mutwillig töten. Solche Menschen werden auch der Pflanzenwelt mit selbstloser Liebe begegnen, da auch sie ein Schöpfungsgeschenk Gottes an Seine Menschenkinder ist. Die Pflanzen und die Früchte des Feldes und des Waldes schenken sich dem Menschen bereitwillig und wollen ihm als Nahrung dienen und als Heilmittel für seinen kranken Leib.
    Der „Zorn Gottes" kommt aus der Vorstellungswelt der Heiden, die im Alten Bund noch sehr lebendig war: Man glaubte, die „Götter" würden an Menschen Rache nehmen. Es wäre gut, wenn der sündige Mensch erkennen würde, daß er den sogenannten „Zorn Gottes" selbst geschaffen hat. Der „zürnende Gott" ist das menschliche Ich, das Rache übt für das, was es selbst verursacht hat; denn was der Mensch sät, das wird er ernten.

    Auch die Worte „Auge um Auge, Zahn um Zahn" wurden und werden falsch gedeutet. Der Mensch soll sich nicht an seinem Nächsten rächen und Gleiches mit Gleichem vergelten. Ihm ist geboten, seinem Nächsten zu vergeben, ihn um Vergebung zu bitten und Gleiches oder Ähnliches nicht mehr zu tun. Wer dieses Gebot nicht befolgt, der begibt sich selbst in das Gesetz der Abtragung. Es lautet: „Auge um Auge, Zahn um Zahn." Dann wird er ernten - „Auge um Auge, Zahn um Zahn" -, was er gesät hat. (S. 215-217)
    Das Gesetz von Saat und Ernte, das uns die Ursachen für unser Schicksal in uns selbst erkennen läßt, hat Gott auch schon durch die alten Propheten gelehrt. Bei Jesaja heißt es z.B.: Weh euch, die ihr die Strafe wie mit Ochsenstricken herbeizieht und die Sünde wie mit Wagenseilen (Jes 5, 18). In der Einheitsübersetzung ist im Alten Testament im Buch der Weisheit zu lesen: Sie sollten erkennen: Man wird mit dem gestraft, womit man sündigt (11, 16). Gott straft nicht und gibt auch keine Anweisungen, die Sünden sind. Unsere Sünde ist unsere selbstgeschaffene Strafe, unser persönliches Gericht.

    Jesus wollte also die Grausamkeiten an Menschen und Tieren aufheben. Die heutigen Vertreter der kirchlichen Institution lassen es aber zu, daß diese an Menschen und Tieren weiterhin durchgeführt werden, nur mit anderen Methoden, die allerdings noch um einiges grausamer sind. Damit bejahen sie, was diesbezüglich geschieht. Der Einsatz einiger Weniger für die Belange der Tiere ist die Ausnahme, die die Regel bestätigt.

 

 

Das Neue Testament „vollendet" das Alte und „erhellt" dieses.
Beide sind „wahres Wort Gottes".
Die Millionen Opfer der Kirche

 

    Im Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 140, bringt der römische Klerus folgendes zu Papier: ... Das Alte Testament bereitet das Neue vor, während dieses das Alte vollendet. Beide erhellen einander; beide sind wahres Wort Gottes.
    Die Tierquälerei setzt sich fort, die Schlachthöfe bleiben offen. Heute werden Tiere geopfert, die Tierkadaver zerhackt und zerstückelt zum Wohle der „Götter" Mensch, die ihre Gaumenlust befriedigen.
    Auf grausame und bestialische Weise wurden auch Menschen gequält und zu Tode gebracht. Und das Gestern kann zum Heute werden.
    Wie die „Vollendung" dessen aussieht, was im Alten Testament vorbereitet worden war, zeigt sich sehr deutlich in den Früchten, die die sogenannten christlichen Kirchen in den vielen Jahrhunderten hervorbrachten.
    Vor einigen Tagen bekam ich eine Broschüre in die Hand, eine Dokumentation der Initiative „Ein Mahnmal für die Millionen Opfer der Kirche". Darin ist folgendes zu lesen:

 

Die Millionen Opfer der Kirche:

Inquisition: 13-18. Jahrhundert, zwischen 1 und 10 Millionen Tote sowie unzählige Gefolterte, Mißhandelte und Terrorisierte (Der Spiegel, 1.6.1998).

Kreuzzüge: 11.-13. Jahrhundert, bis zu 22 Millionen Tote, darunter Tausende von deutschen Juden (Hans Wollschläger, „Die bewaffneten Wallfahrten nach Jerusalem")

„Heiden": 9.-12. Jahrhundert. Während des Mittelalters werden Zehntausende germanische und slawische „Heiden" von deutschen Königen und Fürsten mit Gewalt zum „Christentum" bekehrt oder grausam abgeschlachtet. Die Kirche gibt ihren Segen dazu oder ruft zu „Kreuzzügen" gegen die Slawen auf (Karlheinz Deschner, „Kriminalgeschichte des Christentums", Bände 4, 5 und 6)

Juden: Während des Mittelalters vom 11.-14. Jahrhundert immer wieder blutige Pogrome mit Tausenden von Toten, vorbereitet durch kirchliche Hetze über Jahrhunderte hinweg. Julius Streicher beruft sich bei den Nürnberger Prozessen zur Rechtfertigung des Holocaust ausdrücklich auf Martin Luthers Hetzreden gegen die Juden (Friedrich Heer, „Gottes erste Liebe").

Eroberung Amerikas: In den ersten 150 Jahren nach der Eroberung durch die Spanier „im Namen Gottes" sterben 100 Millionen Menschen - der „größte Völkermord aller Zeiten" (Theologe Boff, Publik-Forum, 31.5.1991).

Katharer, Waldenser, Hussiten, Täufer: Tausende von Andersgläubigen sterben auf Geheiß der Kirchen (auch der lutherischen).

„Hexen": 16.-18. Jahrhundert - zwischen 40000 und einer Million Menschen, zumeist Frauen, sterben einen grausamen Tod, etwa die Hälfte davon in Deutschland. Auch Luther läßt Hexen verbrennen. Die Anleitung dazu, der „Hexenhammer", stammt von zwei deutschen Dominikanermönchen (s.a. Hubertus Mynarek, „Die neue Inquisition").

    Und wie sieht es heute aus? Die Wurzeln des Alten Testamentes, vorwiegend die „Bücher Mose", „erhellen" gemäß dem Katholischen Katechismus das Neue Testament, also unsere Zeit. In der genannten Broschüre lesen wir weiter:

Völkermord in Kroatien: Noch Mitte des 20. Jahrhunderts, zwischen 1941 und 1943, werden in Kroatien etwa 750000 orthodoxe Serben ermordet - unter maßgeblicher Beteiligung katholischer Geistlicher und mit Billigung des Vatikans ... Der Vatikan ist über alles unterrichtet, behandelt das blutige Regime aber mit spürbarem Wohlwollen. Die katholische Hierarchie, allen voran Militärvikar und Erzbischof Stepinac (1998 vom Papst seliggesprochen), stützt das faschistische Regime bis zuletzt moralisch ab. (Vgl. hierzu Deschner, „Ein Jahrhundert Heilsgeschichte", Band 2, 1983, S. 210ff., sowie Vladimir Dedijer, „Jasenovac - das jugoslawische Auschwitz und der Vatikan", 1988)

Kindsmißbrauch durch Pfarrer und Priester: Die Opfer von Kindsmißbrauch leiden meist über Jahre und Jahrzehnte seelisch unter diesen Demütigungen. Experten schätzen, daß in den USA 2.000 der 51.000 katholischen Priester in den letzten 20 Jahren des sexuellen Mißbrauchs beschuldigt wurden (Hanauer Anzeiger, 13.7.1998). Das sind etwa 4 Prozent - die Dunkelziffer noch nicht eingerechnet. Für Deutschland schätzte Prof. Hubertus Mynarek den Anteil pädophiler Priester ebenfalls auf 3 - 5 Prozent (Akte 97, 14.9.1999).

 

 

Martin Luther – Leben und Lehre
Im christlichen Geist der Nächstenliebe?

 

    Die meisten der eben genannten Morde und anderen Verbrechen „im Namen Gottes" gehen auf das Konto der Katholischen Kirche. Ist daraus zu schließen, die evangelische sei positiver zu bewerten?
    Wie steht es z.B. mit der Menschenfreundlichkeit, Liberalität und Toleranz bei deren Religionsgründer Luther? Wie hielt er es mit seinen Mitmenschen, mit der Nächstenliebe, die das oberste Gebot sein soll?
    Ein Mann wie Martin Luther steht heute noch hoch im Ansehen. Seine Kirche geht in seinen Fußspuren; das bestätigte Hermann von Loewenich (bis 1999 evangelischer Landesbischof von Bayern) im Internet: Wir wollen das geschichtliche Erbe der lutherischen Tradition bewahren als unsere kulturelle und geistige Heimat.
   Ein evangelischer Theologe faßte die Forderungen Luthers in einer umfangreichen Broschüre - Der Theologe Nr. 3 - zusammen:
    Luther fordert die Fürsten auf, die aufständischen Bauern zu töten: Steche, schlage, würge hier wer da kann. Bleibst du darüber tot, wohl dir, einen seligeren Tod kannst du nimmermehr erlangen. Denn du stirbst im Gehorsam gegenüber dem göttlichen Wort und Befehl. (Wider die stürmenden Bauern, Weimarer Ausgabe der Lutherschriften)
    Luther fordert die Verfolgung von andersgläubigen Predigern: ... wenn sie gleich das reine Evangelium wollten lehren, ja wenn sie gleich Engel und Gabriel von Himmel wären ... Will er predigen, so beweise er den Beruf oder Befehl ... Will er nicht, so befehle die Obrigkeit solchen Buben dem rechten Meister, der Meister Hans [= Henker}  heisst ...
   Luther verleumdet die jüdische Bevölkerung und fordert ihre Verfolgung:

    Wenn ich könnte, so würde ich ihn (den jüdischen Mitbürger) niederstrecken und in meinem Zorn mit dem Schwert durchbohren.
    ... daß man ihre Synagogen oder Schulen mit Feuer anstecke und was nicht brennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, daß kein Mensch einen Stein oder Schlacken davon sehe ewiglich. Und solches soll man tun unserem Herrn und der Christenheit zu ehren, damit Gott sehe, daß wir Christen seien.
    ... daß man auch ihre Häuser desgleichen zerbreche und zerstöre ...
    ... diese Taugenichtse und Ausplünderer sind keiner Gnade und keines Mitleids wert.
    ... daß man ihnen verbiete, bei uns ... öffentlich Gott zu loben, zu danken, zu beten, zu lehren bei Verlust Leibes und Lebens ... (Martin Luther, Von den Juden und ihren Lügen, Wittenberg 1543)
    Luther: Ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes, durchteufeltes Ding ists um diese Juden, so diese 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen.
    Luther behauptet sogar, daß Mose, wenn er jetzt leben würde, der erste wäre, der die „Judenschulen und -häuser" ansteckte.
    Luther forderte außerdem, den Juden ihre gesamte religiöse Literatur wegzunehmen, sie unter Hausarrest zu stellen, ihnen alles Geld und Gut zu entwenden und sie zur Zwangsarbeit zu schicken.
    Luther ruft auch zum Krieg und zum „Morden" der türkischen Kriegsgegner auf: ... und mit Freuden die Faust regen und getrost dreinschlagen, morden, rauben und Schaden tun so viel sie immer mögen ...
   
Luther fordert den Tod von „Wucherern": ... so man die Straßenräuber, Mörder ... rädert und köpft, wie viel mehr sollte man alle Wucherer rädern und ädern und alle Geizhälse verjagen, verfluchen und köpfen ...
   Luther fordert den Tod untreuer Partner: Warum tötet man die Ehebrecher nicht? und den Foltertod für Prostituierte: Wenn ich Richter wäre, so wollte ich eine solche französische giftige Hure rädern und ädern lassen.
   Frauen mit magischen Fähigkeiten sollten nach Luther gefoltert und getötet werden: Die Zauberinnen sollst du nicht leben lassen ... Es ist ein gerechtes Gesetz, daß sie getötet werden. ... Wenn sie sich nicht bekehren lassen, werden wir sie den Folterknechten befehlen.
   Luther über behinderte Kinder: Wenn man aber von den teufelsähnlichen Kindern erzählt ... so halte ich dafür ... daß sie entweder vom Teufel entstellt ... oder daß es wahre Teufel sind. Viele der behinderten Menschen, die evangelischen Behinderteneinrichtungen (z.B. in Neuendettelsau/Bayern) anvertraut waren, wurden in den Jahren 1940/41 schließlich mit Berufung auf die Staatslehre Luthers (Gehorsam gegenüber der Obrigkeit) den staatlichen Behörden ausgeliefert. Daß sie umgebracht werden, war den Verantwortlichen bekannt.
    Schließlich wollte Luther noch den Papst umbringen: Der Papst ist der Teufel; könnte ich den Teufel umbringen, warum wollte ichs nicht tun?
   Auch die lutherische Kirche bezeichnet sich als „christlich". Doch wo ist der christliche Geist, der Geist der Gottes- und Nächstenliebe, in dem, was von Luther verlautet? Seine Anregungen und Maximen wurden mannigfach vom Volk und von Landesherren - bis hin zu den Machthabern des Dritten Reiches - blutig in die Tat umgesetzt.

Wer solche bestialischen und mörderischen Anweisungen gegen seine Mitmenschen erteilt, die in anderer Form in die heutige Zeit hineinsprechen, von dem ist auch kein mitfühlendes Herz oder Barmherzigkeit gegenüber Tieren zu erwarten. Ob es sich um Krieg handelt, um das Zerstören vieler Menschen, Tiere und Landschaften, ob es um Tierversuche oder Genmanipulation geht, die Ethik und Moral in beiden Konfessionen weist kaum Unterschiede auf; gelinde gesprochen, sind beide Kirchen unchristlich.

 

 

„Was der Mensch anderen antut, das tut er sich selbst an."
Wie fühlt sich das Tier in seiner Situation?
Das Tier, ein Gebrauchs- und Verbrauchsgegenstand

 

    Blicken wir noch einmal in die Zeugnisse des Alten Testaments, wo im 3. Buch Mose - das ja erklärtermaßen Gottes wahres Wort sein soll - auch den Amtsträgern der heutigen Institutionen Kirche Anweisungen gegeben werden, welches Tier sie verspeisen und welches Tier sie lassen sollen. Da heißt es:

    Alle Tiere, die gespaltene Klauen haben, Paarzeher sind und Wiederkäuer, dürft ihr essen. (Levitikus 11, 3)

    Und drei Verse weiter ergeht der Appell an die Jäger:

    Ihr sollt für unrein halten den Hasen, weil er zwar wiederkäut, aber keine gespaltenen Klauen hat. Ihr sollt für unrein halten das Wildschwein, weil es zwar gespaltene Klauen hat und Paarzeher ist, aber nicht Wiederkäuer. Ihr dürft von ihrem Fleisch nicht essen und ihr Aas nicht berühren. Ihr sollt sie für unrein halten. (11, 6)
    Die Ergänzung zum vorigen Zitat steht in Levitikus 11, 26, 27:

    Alle Tiere mit gespaltenen Klauen, die aber nicht Paarzeher sind und nicht wiederkäuen, sollt ihr für unrein halten; jeder, der sie berührt, wird unrein.
    Alle Vierfüßler, die auf Pfoten gehen, sollt ihr für unrein halten; jeder, der ihr Aas berührt, wird unrein bis zum Abend ...
    Wer kirchenhörig ist, müßte sich an die Weisungen des Alten Testamentes halten, denn nach kirchlicher Lehre ist dieses das Wort Gottes. Würde sich der Gläubige daran halten, dann hätten wenigstens die Hasen und die Wildschweine eine Chance, ohne Schrot oder Kugel im Leib davonzukommen.
    Zur Rechtfertigung der Jägerei wird oft angeführt, es sei notwendig, den Bestand an bestimmten Tierarten zu „dezimieren", da diese sonst überhand nehmen würden. Der Gottesgeist jedoch lehrte uns: Gott hat Seine Schöpfung, die Natur auf dieser Erde, so eingerichtet, daß sie selbst für Ausgleich, für die Erhaltung des Gleichgewichts, sorgt. Gott hat diese Aufgabe nicht den Jägern übertragen!
    An die Fischer und an alle, die dem Meer das entreißen, was dem Meer gehört, richten sich die Anweisungen „Gottes" durch „Mose" wie folgt:

    Aber alles, was in Meeren oder Flüssen lebt, alles Kleingetier des Wassers und alle Lebewesen, die im Wasser leben und keine Flossen oder Schuppen haben, seien euch abscheulich. (Levitikus 11, 10)
   Wer also Meerestiere wie Hummer und dergleichen verzehrt, verunreinigt sich. Jeder Leser kann sich nun überlegen, ob er heute schon „unrein" geworden ist.
    Wo werden wohl all jene Kleriker nach diesem Erdenleben sein, die das Alte Testament im Neuen Testament vollenden wollen und an schön gedeckten Tischen sitzen und vom Kadaver des Hasen, des Wildschweines und dergleichen essen oder Meerestiere verzehren, die keine Flossen und Schuppen haben, und die dann, im Zustand der Unreinheit, eventuell sakrale Handlungen durchführen? Wohl werden sie heutzutage infolge ihres Sündigens gegen das „Heilige" und den Heiligen, Gott, nicht mehr gesteinigt, aber wird nicht nach klerikaler Aussage das überlieferte „Wort Gottes" noch immer für wahr und gültig gehalten?
    Gäbe es unreine, „abscheuliche" Tiere, so müßte die berechtigte Frage lauten: Warum hat Gott solche Tiere geschaffen, wenn Er die absolute Reinheit ist?
    Von all diesem sprach Jesus nicht. Jesus liebte alle Tiere. Er tat nicht nur keinem Tier etwas zuleide, sondern ganz im Gegenteil: Er war der große Freund aller Kreatur; Er sprach und handelte für die Tiere.
    Viele Menschen hingegen machen sich kaum Gedanken, wenn Tiere gequält und getötet werden. In Das ist Mein Wort auf Seite 433 erklärte Jesus, daß Tiere fühlen und empfinden, ähnlich wie wir Menschen:

    Als Jesus von Nazareth sprach Ich zu vielen Menschen vom Gesetz des Lebens, so auch von den Tieren, die ähnlich wie die Menschen Schmerz, Leid und Freude empfinden. So, wie der Mensch nicht gegen, sondern für seinen Nächsten sein soll, so soll er auch für die Tiere sein und ihnen gegenüber Verantwortung tragen, da sie dem Menschen dienen.
    Immer wieder lehrte Ich die Menschen, daß auch die Tiere Geschöpfe Gottes sind, die der Mensch nicht mißachten, sondern lieben soll. Wer sie schlägt und quält, der wird einst an seiner Seele und an seinem Leibe Gleiches oder Ähnliches erfahren. Denn was der Mensch seinen Mitmenschen und Mitgeschöpfen, den Tieren, antut, das tut er sich selbst an.
    Viele Menschen erkannten ihre Roheiten und begannen, Meine Lehre zu verwirklichen. Sie bereuten und nahmen die Tiere als ihre Freunde an. Und so mancher verstand Meine Worte und folgte Mir nach. (S. 433-434)
    Ich wiederhole die Worte des Jesus, des Christus: „Was der Mensch seinen Mitmenschen und Mitgeschöpfen, den Tieren, antut, das tut er sich selbst an." Folgen wir diesen Seinen Worten und beziehen wir einmal das, was die unschuldigen Tiere trifft, auf uns selbst. Versetzen wir uns gedanklich an ihre Stelle und teilen in Gefühlen, Bildern und Gedanken ihr Schicksal.
    Z.B. könnten Sie sich, stellvertretend für ein Tier, die Frage stellen: Möchten Sie lieber getötet oder ermordet werden? Wer sich ernsthaft in diese Frage oder Situation hineinempfindet, daß er nun gefragt ist, sein Leben durch Tod oder Mord zu lassen, der wird sicherlich keine Wahl zwischen Tod oder Mord treffen, denn getötet oder ermordet zu werden heißt dann für ihn unterschiedslos, das Leben zu lassen.
    Und wie würden wir reagieren, wenn uns jemand einfängt, in einen Käfig sperrt und über uns bestimmt, wann wir ab und zu die Freiheit schnuppern dürfen?
    Stellen Sie sich vor, Sie sind in der Lage eines Goldhamsters, dem viel Bewegung naturgemäß ist. Sehen und fühlen Sie sich gleichsam einige Wochen in einen engen Raum gesperrt. Für Ihre Bewegung haben Sie nur ein Laufrad zur Verfügung, das sich unter Ihren Füßen schnell fortbewegt, so daß Sie auf der Stelle laufen und laufen und laufen, ohne daß Sie vorwärts kommen. Wie lange macht Ihnen das Spaß? So merken Sie sehr bald, wie es dem Hamster ergeht, der Tag für Tag stumpfsinnig in dem engen Rad laufen muß.
    Oder fühlen Sie sich in die Situation eines Rindes im Maststall ein, wo Sie, eingesperrt, in Tuchfühlung mit Leidensgenossen, gedopt durch chemiedurchsetztes Mastfutter, sich bewußt sind, daß jeden Augenblick der Schlächter kommen kann, der Sie niedermacht und Ihren Körper in Stücke zerlegt als Opfer-Mahlzeit z.B. für die beleibte Geistlichkeit. Sie hören Ihre Brüder und Schwestern, die anderen Stiere und Kühe, von Zeit zu Zeit dumpf muhen und spüren, daß diese die gleichen Ängste bewegen wie Sie selbst. Doch das bevorstehende Schicksal ist unausweichlich. Sie sind in der Hand des Schlächters Mensch, ausgeliefert seiner Ichsucht, Gefühlskälte und Gier, auch seiner Profitgier.
    Viele Menschen gehen über Leichen von Mensch und Tier - dann, wenn es sie persönlich nicht trifft. Deshalb maßen sich Menschen an, in bestimmten Fällen Menschen töten zu dürfen und um wieviel selbstverständlicher auch Tiere. Wer hat das Recht, dem Nächsten, aber auch dem Tier, bewußt das Leben zu nehmen? Wer hat die Seele des Menschen geschaffen, die unsterblich ist? Wer hat ihr den Atem gegeben? Und wer hat dem Tier den Atem und somit das Leben gegeben? Nicht der Mensch, sondern Gott, der Ewige, der Schöpfergeist der Unendlichkeit. Gott nimmt weder Mensch noch Tier das Leben, denn Gott ist der Geber. Und Gott zwingt nicht; Er wendet niemals Gewalt an; Er beeinflußt auch niemanden gegen dessen Willen. Er ist die Freiheit und läßt die Freiheit. Nur der Mensch, der weder der Seele des Menschen noch dem Tier das Leben gegeben hat, tötet das Haus der Seele, den Körper, und tötet das Tier. Wer hat dem Menschen das erlaubt? Jesus sprach davon nicht!
    Wer zwischen „Töten" und „Morden" unterscheidet, der ist meines Erachtens ein Paranoiker, der das Leben anderer nicht schätzt und nach dem All-Gesetz, das das Leben ist, folglich selbst sein Leben verwirkt. Denn: Was der Mensch anderen zufügt, das tut er sich selbst an.
    Das gleiche gilt, wenn Tiere in Käfigen gehalten werden. Gott sah für die Tiere die Natur als Lebensraum vor, in dem sie sich, jeweils ihrer Art entsprechend, frei bewegen können, wie auch die geistigen Tierformen im ewigen Sein es tun. Er schuf keine Käfige für Seine Kreatur. Nur Menschen maßen sich an, Tiere einzusperren und sie auf engstem Raum ihr Dasein fristen zu lassen.

    Jesus, der Christus, sagte sinngemäß: Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen! (Mt 7, 12). Die Aussage Jesu können wir auch folgendermaßen verstehen: Was du nicht willst, daß man dir tu, das füg’ auch keinem anderen zu. Gilt diese Aussage nur in bezug auf uns Menschen oder aber, angesichts der Liebe Jesu zu den Tieren, auch in bezug auf diese?

    Gott gab den Menschen und den Tieren die ganze Erde und somit die Freiheit. Die Menschen jedoch teilen die Erde in Parzellen ein. Jeder sucht - legal oder illegal - das größte Stück zu bekommen. Das Stück Land ist dann „sein Besitz". Es ist das, was „ihm gehört" mit allem, was darauf und darin lebt. Doch was wir uns auf Erden angeeignet haben, ist Illusion, also Täuschung, denn der Tod nimmt uns, was wir von der Erde genommen haben.
    Für viele Menschen sind Tiere nur eine Sache, die man kaufen und verkaufen kann, gebrauchen oder auch verbrauchen - wie eine Ware aus einem Kaufhaus. Sie pferchen die Tiere in die Welt ihrer Vorstellungen hinein, in den Pferch, in dem auch sie ihr Dasein fristen.
    Wer gelernt hat, sich in Menschen hineinzufühlen, der spürt, daß auch Tiere fühlen und empfinden, ähnlich wie wir Menschen. Sie empfinden Freude, Leid und Schmerz. Eine alte Indianerweisheit könnte uns helfen, auch Tiere verstehen zu lernen. Sie lautet: Beurteile nie einen Menschen, bevor du nicht mindestens einen halben Mond lang seine Mokassins getragen hast. Auf Tiere bezogen kann gesagt werden: Bevor du Tiere gefangen hältst, sie für deine Zwecke mißbrauchst und sie quälst, ihnen also bestimmte eingeschränkte oder ihrer Natur nicht gemäße Lebensbedingungen zumutest, erprobe es zuerst an dir selbst. Laß dich also in das oben genannte Laufrad zwingen, und du fühlst, was der kleine Übernächste durchmachen muß. Wer anderweitig die lebendige Anschauung für das Schicksal der Tiere erwerben möchte, könnte sich in die Rolle des Mastkalbs versetzen oder in die des Huhns im Käfig einer Hühnerfarm oder in die des Robbenbabys, das sich wohlig am Ufer sonnt, auf das nun die Männer mit der Keule in der Hand zukommen, die ihm den Pelz abziehen wollen. Eventuell stellen Sie sich auch vor, was die Robbenmutter fühlt, wenn sie vom Fischfang zurückkommt und statt ihres Kindes einen rohen Klumpen Fleisch vorfindet ...

 

 

Der Zeitgeist-Gott.
„Vollendung" des alten Testamentes in unserer Zeit:
Sexuelle Vergehen an Kindern durch Priester.
In den Fußspuren des Nazareners oder
In denen der kirchlichen Obrigkeiten?

 

    Jesus, der Christus, ist die Wahrheit. Er sprach sinngemäß: Ich und der Vater sind eins (Joh 10, 30). Denken wir noch einmal über folgende Worte Jesu nach: Denkt nicht, Ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich Bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen (Mt 5, 17). In vielen Fällen erfüllte Jesus nicht, was der „Gott" des Alten Testamentes durch den Propheten Mose anordnete. Jesus bezog sich selten und nur indirekt auf den „Gott" in den „Büchern Mose". Vielmehr sagte Er: Ihr habt gehört, daß gesagt worden ist ... Ich aber sage euch ... Oder: Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt worden ist ... Ich aber sage euch ... Wer Ohren hat, zu hören, der höre: Jesus erwähnte selten den „Gott" in den „Büchern Mose".
    Jesus distanzierte sich also von jener verfälschten Gottesvorstellung, von jenem falschen Gottesbild. Er sprach vom „Vater im Himmel", von Seinem Vater, von „Gott, euer Vater". Er sprach aus der Wahrheit, die die ewige Realität, das Gesetz der Himmel, ist.
    So mancher könnte nun den Einwand bringen, daß das, was Gott damals zu den Menschen gesagt hat, den damaligen Menschen galt; heute hätte das keine Gültigkeit mehr, heute wäre es ganz anders. Es stellt sich die Frage: Waren die damaligen Menschen schlechter, also hatten sie einen miserableren Charakter als die heutige Menschheit? Wir brauchen diesbezüglich sicherlich nicht zu forschen, wie wohl die damaligen Menschen waren. Jeder, der noch ein Fünkchen Gewissen hat, weiß ohne Analyse und aufgrund der Fakten auf Seite 32 ff, daß die heutige Menschheit um vieles schlimmer ist als die damaligen Menschen. Daß dies auch hinsichtlich ihrer Einstellung zu ihren Naturgeschwistern, den Tieren, in der Natur, in den Laboratorien der Wissenschaftler etc. gilt, beweist das Schicksal der Tiere.

    Viele sind der Ansicht, sie seien gottgläubige Menschen. Gerade jene, die ihre Gottgläubigkeit in Kirchen und Staatsempfängen zur Schau stellen, schwingen sich immer mehr zu Über-Göttern auf, die es nicht nur dulden, sondern befürworten, daß an lebenden Tieren die grausamsten und brutalsten Versuche durchgeführt werden, welche die Praktiken in den „Büchern Mose" in den Schatten stellen. Der römische Klerus spricht natürlich nicht vom Schatten. Er verkündet: „Das Alte Testament bereitet das Neue vor, während dieses das Alte vollendet. Beide erhellen einander ..." Sind z.B. die brennenden Scheiterhaufen im Mittelalter als das Erhellen des Alten Testamentes im Neuen anzusehen - und wirft, umgekehrt, das blutrünstige Geschehen im Mittelalter und die gravierende Veränderung, welche die Lehre des Jesus, des Christus, im Laufe der letzten 2000 Jahre erfuhr, ein „erhellendes" Licht auf das, was mit Gottes Wort und Botschaft im Alten Testament geschah? Es könnte lohnenswert sein, dieser Frage einmal nachzugehen ... Was für Kräfte, auch Mächte genannt, könnten dies heute wohl sein? Wenn Gott es nicht sein kann, - denn Er ist das Gesetz, und dieses Gesetz ist Liebe, Güte, Friede und das Wohl für alle und alles -, wer ist es dann?
    Soeben lese ich, wie das Alte Testament im Neuen die Vollendung findet, nur mit anderen Merkmalen, die auf die heutige Zeit zugeschnitten sind. Es handelt sich um die Niederschrift einer Fernsehsendung, die am 2.9.1999 im „Auslandsjournal", ZDF, unter dem Titel „Kindesmißhandlung in Irland" ausgestrahlt wurde. Sie soll hier auszugsweise wiedergegeben werden:

    Ein Skandal erschüttert Irland. Im Mittelpunkt steht die Katholische Kirche, die Säule der irischen Gesellschaft. Über viele Jahre hinweg hat der Staat einem katholischen Orden Kinder anvertraut. Heute ist das Entsetzen groß auf der Insel, denn ein Dokumentarfilm zeigt, was zunächst niemand glauben wollte: Statt Fürsorge Mißbrauch, statt Liebe Gewalt. Nicht einzelne - Hunderte von Kindern haben in der Obhut der Kirche offensichtlich die Hölle auf Erden erlebt. Jetzt wird das Kartell des Schweigens zerbrochen; die Wahrheit, sie kommt doch ans Licht.
   Der Staat weist John Prior mit drei Jahren in ein Erziehungsheim ein, weil die Eltern angeblich ihre Fürsorgepflicht vernachlässigen. Das Heim ist geführt vom katholischen Orden der Christian Brothers. Bei ihnen sollen die Kinder in Gottes Glauben erzogen werden.
    John, jetzt 54, berichtet, daß er sieben Jahre lang von zwei Ordensbrüdern und einem katholischen Priester sexuell mißbraucht wurde.

    Die schlimmsten Prügel, die ich je bekommen habe, das war, als ich der Krankenschwester erzählte, daß ich von einem Bruder sexuell mißbraucht wurde. Ich war neuneinhalb oder zehn. Sie hat mich erst geschlagen und es dann dem Bruder erzählt. Der hat mich weggebracht, und dann haben mich zwei Brüder geschlagen und geschlagen und geschlagen. Ich hatte überall Wunden ...
    Wir hatten Gemeinschaftsduschen; da mußten 20 Jungen rein. Der Bruder [Ordensbruder] hat sich ausgezogen ... und er hat einige Buben vor den Augen der anderen mißbraucht und sie gezwungen, sich gegenseitig anzufassen. Er hat mich einmal vergewaltigt, hat mich über sein Bett geworfen und mich genommen, mich aufgerissen. Ich habe so schlimm geblutet, daß die Krankenschwester Jod benutzte, und ich schrie vor Schmerzen.
    Im März 1998 haben sich die [Ordens-]Brüder öffentlich für den Kindesmißbrauch in den Heimschulen entschuldigt und zusammen mit anderen Orden ein Hilfstelefon für Betroffene eingerichtet. Es gab über 8000 Anrufe, und die Kirche hat 600 Opfer an Therapeuten vermittelt.
    1999: Ein Dokumentarfilm klagt den Staat an und belegt, daß die Behörden seit Jahrzehnten vom Kindesmißbrauch in den kirchlichen Schulen wußten und sie trotzdem weiter finanziert haben. Daraufhin gründet die Regierung eine Untersuchungskommission, verspricht Gesetzesänderungen und stellt 10 Millionen Mark für die Therapie der Opfer bereit.
   John ist jetzt in psychotherapeutischer Behandlung. Er hat Angstzustände, kann nicht schlafen, vertraut niemandem. Fast alle Beziehungen sind gescheitert, und beruflich hat er nie etwas erreicht.
    Therapeut: John leidet ununterbrochen; er hat Minderwertigkeitskomplexe, fühlt sich unnütz; er hat kein Selbstvertrauen ...
   John ist kein Einzelfall. Tausende von Kindern wurden in Irland in die Obhut von katholischen Fürsorgeheimen gegeben ... John berichtet vom Schicksal seines besten Freundes, Joseph:
    Er hatte einen langen Lederriemen und hat Joseph damit auf beide Schultern und den Kopf geschlagen. Joseph ist von seinem Stuhl gefallen, und der Bruder hat auf jeden Teil seines Körpers eingeschlagen, und dann hat er ihn getreten, mit diesen schweren Armeestiefeln, die die Brüder zur Landarbeit trugen. Und er hat ihn getreten und getreten und getreten, bis Joseph sich nicht mehr bewegen konnte. Joseph hatte das Bewußtsein verloren und wurde ins Krankenhaus gebracht. Dort ist er gestorben. Es war allgemein bekannt. Sie sagen hier, es war Leukämie; aber er ist nicht an Leukämie gestorben.
   Sprecherin: Seitdem glaubt John nicht mehr an Gott.
   Dieser Bericht spricht für sich ...

    In der kürzlich erschienenen Ausgabe von „Kirche intern" (Österreich) war unter der Überschrift „Sexueller Mißbrauch. Kloster-Therapie" zu lesen:

    Immer öfter geraten Priester und Ordensleute in den Verdacht, an Delikten sexuellen Mißbrauchs beteiligt zu sein. Grund genug für den Abt des Stiftes G., J.A., tätig zu werden. Noch heuer möchte er im Kloster P. ein Psychiatriezentrum für Klerus, Ordensleute und pastorale Mitarbeiter einrichten.
   Es könnte ratsam sein, nachzulesen, was der „Gott des Mose" zu Solchem und Ähnlichem sagt. Käme dieses alte „Gesetz", das ja nun wirklich eine lange Tradition aufzuweisen hat und als Teil der „Heiligen Schrift" die Wertschätzung der Kirche besitzt, heute zur Anwendung, so gäbe es also sehr schnell etliche Menschen weniger.

    Der Mensch von heute vergeht sich nicht nur am einzelnen, an Mensch und Tier, sondern in einer Globalstrategie gegen Menschen und Tiere. Er ist sogar der Ansicht, er müsse Gottes Schöpfung verbessern. Der grausame Herrenmensch greift auf vielfältige und auf brutalste Art und Weise in das Leben der Tiere ein - auch die Pflanzen- und Mineralwelt verschont er nicht -, und andere, die breite Masse, überlassen, taub und blind infolge Egoismus und dumpfer Gleichgültigkeit, die gemarterten Geschöpfe widerspruchslos ihrem Schicksal. Ähnlich geht der Mensch auch mit seinesgleichen um.
    Die heutige Priesterkaste hat sich ebenso ihren Gott zurechtgezimmert wie die zu Mose Zeiten. Nur daß der heutige „Gott" weder dem Alten Testament entspricht, noch mit der Lehre Jesu übereinstimmt. Die kirchlichen Amtsträger paßten zu allen Zeiten ihren Gott oder ihre Götter „der Zeit" - sprich: ihren eigenen jeweiligen Vorstellungen, ihren Bedürfnissen und Zielen - an. Der wahre Gott hingegen ist nicht der kirchliche Zeitgeist-Gott, sondern der unwandelbare, Den uns Jesus gelehrt hat. Der kirchliche Zeitgeist-Gott ist inkonstant und unzuverlässig. Da hilft es auch nicht, daß man die Stabilität durch absolut formulierte Aussagen vortäuschen will. Die Unwahrheit ist nun mal nicht von ewigem Bestand, auch wenn man die Risse und Löcher im Kessel der Unwahrheit mit dem Pflaster „das sind die Geheimnisse Gottes" eine Zeitlang notdürftig flicken kann. Das Licht der Wahrheit bringt alles an den Tag.
    Warum halten sich die kirchlichen Amtsträger nicht an ihre eigenen Aussagen? Würden sie das Alte Testament im Neuen mit allen Details zur Vollendung kommen lassen, dann wären sie die ersten, die der „Gott" in den „Büchern Mose" töten ließe.

    Die heutigen Menschen - vor allem die Kirchengläubigen - gehen in den Fußspuren kirchlicher Obrigkeiten, die einen wandelbaren, also mit der Zeit gehenden, sich dieser und dem Zeitgeist gleichsam unterordnenden „Gott" verkünden, damit ihr Hals nicht in die Schlinge des Alten Testamentes gerät, die ihnen der „Gott" in den „Büchern Mose" schon längst übergestülpt und zugezogen hätte. Sie brauchen also ihren Zeit-Geist, den sie „Gott" nennen.
    Flexibel paßt sich dieser den augenblicklich für die Herrschenden im Vordergrund stehenden Erfordernissen an, damit man möglichst wenig Schwierigkeiten hat, ihn den Gläubigen so zu präsentieren, daß diese in ihrer Lethargie, Ichbezogenheit und Genußsucht möglichst wenig gestört werden. Dann bleiben sie gern im Schoße dieser bequemen Kirche, die ihnen so manche Gewissensentscheidung abnimmt und ihnen das Alibi für Ungeheuerlichkeiten mancherlei Art frei Haus liefert.
    Der wahre Ewige ist der Absolute. Er ist das all-weise Weltall-Gesetz, das Liebe ist. Ich wiederhole: Gott, die Liebe, straft und züchtigt nicht, Er verdammt, tötet und mordet nicht. Gott wird auch weder Menschen noch Tiere an Menschen ausliefern. Daß dies so ist, lehrte uns Jesus. Er lebte das Gesetz Seines Vaters und ist uns Beispiel und Vorbild.
    Lernen wir, die Tiefe Seiner Lehre und die Aussage: Folgt mir nach! (Mt 4, 19) zu verstehen, dann wissen wir, warum Jesus uns nahelegte, in Seinen Fußspuren zu gehen. Wollte Jesus uns damit u.a. sagen, daß wir nicht in den Fußspuren der Priesterkaste gehen sollen, die einen Geist der Zeit lehren, also einen Zeitgeist-Gott, der die Menschen unweigerlich ins Verderben führt, was uns unsere heutige Zeit, unsere Welt, beweist? Auch der Seher von Patmos hat das erkannt, denn es steht in der Offenbarung des Johannes: Geht hinaus aus ihr, mein Volk, daß ihr nicht teilhabt an ihren Sünden und nichts empfangt von ihren Plagen. (18, 4)

 

    Noch einmal sei klar und unmißverständlich gesagt: Jesus sprach gegen die brutalen und bestialischen Hinrichtungen von Tieren und gegen das Töten und Morden von Menschen. So lange sollten wir uns Fragen stellen, bis wir die Erleuchtung empfangen und tief in uns selbst erkennen, warum Jesus einen anderen Gott verkündete als den „Gott in den Büchern Mose" und den der heutigen kirchlichen Amtsträger. Oder wir glauben an mehrere Götter unterschiedlicher Qualität; in dem Fall ist das die Philosophie des einzelnen, der dazu keine kirchliche Instanz benötigt; außer es mangelt ihm diesbezüglich an Phantasie, dann ist er als „religiöses" Mitglied der Kirche am rechten Platz. Sollte der Eine Gott jedoch wandelbar sein, dann wehe den Menschen, die sich von der heidnischen Kult-Staats-Kirche abgewendet haben.
    Man wäge also weise ab, und bedenke alles gut! Gott hat den Menschen nicht nur ein Herz gegeben - auf dessen Regungen infolge Gewissensverlusts oftmals nicht mehr so recht Verlaß ist -, sondern auch einen Verstand. Es empfiehlt sich, diesen zu gebrauchen und die eventuell lange unbenutzte Fähigkeit zu selbständigem Denken wieder zu erwecken.
    Um zu eigener Klarheit zu finden, ist ein gutes Mittel, sich selbst - oder auch Gott im innigen Gebet - Fragen zu stellen. Denn: Wer ehrlich fragt, der kann geführt werden.
    Nach 2000 Jahren ist es an der Zeit, daß der Mensch, der an Jesus glaubt und Ihm nachfolgen möchte, die Entscheidung trifft: entweder in den Fußspuren des Jesus, des Christus, zu gehen, also Seine Lehre anzuwenden - oder in den Fußspuren der heutigen kirchlichen Obrigkeiten zu wandeln, die der Priesterkaste zu Mose Zeiten um nichts nachstehen.

 

 

„Töten" oder „Morden"?
Jesus erfüllte das Gesetz und vertiefte die Lehre

 

    Obwohl es dem Gegenspieler Gottes gelungen war, das Wort Gottes durch den Propheten Mose gründlich zu verfälschen, blieb der Wortlaut der Zehn Gebote, die ein Auszug aus dem ewigen, absoluten Gesetz der Himmel sind, davon bis in unsere Zeit weitgehend unberührt.
    Das fünfte Gebot lautete und lautet nach wie vor: Du sollst nicht töten.
    Jedoch: In der Einheitsübersetzung der Neuen Jerusalemer Bibel aus dem Jahr 1985 steht in der Reihe der Gebote Gottes an dieser Stelle bereits: Du sollst nicht morden. Diese neue Formulierung ist zweifellos dem Gott des Zeitgeistes, dem Zeitgeist-Gott, zuzuschreiben. Sie stellt eine Abschwächung der umfassenden Aussage „Du sollst nicht töten" dar. Jesus hingegen sagte in Seiner Bergpredigt sogar: Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemand tötet, soll dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt, du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: du (gottloser) Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein. (Mt 5, 21-22)
    Jesus hat also nicht die absolute Aussage „Du sollst nicht töten" abgeschwächt und ihre Bedeutung auf spezielle Einzelfälle eingeschränkt - im Gegenteil. Jesus hat sie vertieft. Er hat gelehrt, daß nicht nur in der vollzogenen Tat des Tötens das Gegen-den-Nächsten liegt, sondern bereits in verletzenden oder abwertenden Worten samt den diesen innewohnenden Gefühlen und Empfindungen. Er machte uns damit darauf aufmerksam, daß bereits jede feine Regung der Ablehnung eines Nächsten, eventuell auch gegenüber den Tiergeschwistern, unseren Übernächsten, vor Gott Sünde ist. Jesus forderte uns gleichsam auf, unser Gewissen zu sensibilisieren.
    Und: Jesus sprach ausdrücklich vom „Töten" und nicht vom „Morden".

    Jeremia hatte das Volk bereits auf die Verfälschungen „der Schrift" aufmerksam gemacht. In Jeremia 8, 8 sprach er vom „Lügengriffel der Schreiber", die das Gesetz des Herrn „zur Lüge gemacht" haben.
    Wessen „Lügengriffel" hat nun also erneut das Wort Gottes durch Mose verfälscht? Wem dienen jene, die solches tun? Was soll mit der Aussage „Du sollst nicht morden" gerechtfertigt werden? Soll sie dazu dienen, das Gewissen der Menschen weiter zu beschwichtigen, damit es nicht mehr anschlägt, wenn Unrecht geschieht?
    Der Ungeist des Alten Testamentes bereitete vor - sprich: er gab die Methode vor -, im Neuen Testament setzt sich das erfolgreich Durchgeführte methodisch, plan- und zielbewußt fort bis heute. Unter den Augen von vielen Millionen verstandesbegabter Menschen wird - simsalabim! - aus Weiß nun Schwarz. Sind das die „Wunder" von heute?
    Wem die Kluft zwischen den beiden unterschiedlichen Aussagen - Töten und Morden - gleichgültig ist, der sitzt auf zwei Stühlen und versucht, zwei Herren zu dienen, dem Geist des grausamen „Gottes" in den „Büchern Mose" und somit den Institutionen Kirche - und ein wenig Jesus, dem Christus, der den Gott der barmherzigen Liebe lehrte.
    Jesus sagte sinngemäß: Mein Vater und Ich sind eins. Wo zwei eins sind, sprechen sie die gleiche Sprache. Wer Ohren hat zu hören, der höre!
    Wie lehrte Jesus in Seiner Bergpredigt? Wer dem Nächsten nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein. Und: Wer „Dummkopf!" sagt, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein. Wer Ohren hat zu hören, der höre! Und wer ein Gewissen hat, der wird Jesus, dem Christus, nachfolgen und das befolgen, was in der Johannes-Offenbarung steht, die ich hier wiederhole: Geht hinaus aus ihr, mein Volk, daß ihr nicht teilhabt an ihren Sünden und nichts empfangt von ihren Plagen. (Off 18, 4)

 

 

Anweisungen zu Gewalt und Krieg
im Alten Testament – Jesus: „Liebet eure Feinde".
Jesus rügt die Heuchelei
Der Schriftgelehrten und Pharisäer

 

    Jesus trug nicht zur Aufweichung unseres Gewissens bei. Er forderte uns auch nicht auf, dieses mit Listen und Finten, mit spitzfindigen Formulierungen einzulullen und zum Schweigen zu bringen. Das tut einzig der, der gegen Gott ist und wirkt und der schon das Wort Gottes durch Mose in sein Gegenteil verkehrt hat. Davon ein weiteres Beispiel:
    Im 2. Buch Mose, Exodus, Einheitsübersetzung, steht: Wer einen Menschen so schlägt, daß er stirbt, wird mit dem Tod bestraft (Exodus 21, 12). Wer seinen Vater oder seine Mutter schlägt, wird mit dem Tod bestraft. Wer einen Menschen raubt, gleichgültig, ob er ihn verkauft hat oder ob man ihn noch in seiner Gewalt vorfindet, wird mit dem Tod bestraft. Wer seinen Vater oder seine Mutter verflucht, wird mit dem Tod bestraft. (21, 15-17)
    In Exodus 21, 24 heißt es weiter: Auge für Auge, Zahn für Zahn, Hand für Hand, Fuß für Fuß, Brandmal für Brandmal, Wunde für Wunde, Strieme für Strieme.
    Und das wurde oft genug wörtlich genommen und diente zur Legitimation von Racheakten aller Art.
    Jesus sprach in der Bergpredigt solches nicht. Hier heißt es: Ihr habt gehört, daß gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn. Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin. Und wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir das Hemd wegzunehmen, dann laß ihm auch den Mantel. Und wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm. Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab. (Mt 5, 38-42)
    Bei Jesus lesen wir also ganz andere Worte als von dem „Gott" in den „Büchern Mose". Wer ein aufrichtiger Christ sein möchte, der müßte die Entscheidung treffen: Entweder für Gott durch Jesus, den Christus, oder für den Gott der Institutionen Kirche, denn zwei Herren kann man nicht dienen. Irgendwann bringt uns der falsche Gott zu Fall. Unsere gleichgültige, unbarmherzige Gesellschaft ist hierfür der beste Beweis.

    Im Fünften Buch Mose, Deuteronomium, ist u.a. die Rede von der Wiedervergeltung:

    Und du sollst in dir kein Mitleid aufsteigen lassen, Leben für Leben, Auge für Auge, Zahn für Zahn, Hand für Hand, Fuß für Fuß. (19, 21)

    Der Krieg und die Kämpfer. Wenn du zum Kampf gegen deine Feinde ausziehst und Pferde und Wagen und ein Kriegsvolk erblickst, das zahlreicher ist als du, dann sollst du dich nicht vor ihnen fürchten; denn der Herr, dein Gott, der dich aus Ägypten heraufgeführt hat, ist bei dir.
    Wenn ihr in den Kampf zieht, soll der Priester vortreten, dem Kriegsvolk eine Ansprache halten und zu ihnen sagen: Höre, Israel! Ihr zieht heute in den Kampf gegen eure Feinde. Verliert nicht den Mut! Fürchtet euch nicht, geratet nicht durcheinander, und weicht nicht erschreckt zurück, wenn sie angreifen. Denn der Herr, euer Gott zieht mit euch, um für euch gegen eure Feinde zu kämpfen und euch zu retten. (20, 1-4)
    Als wäre nicht seit damals doch Jesus, der Christus, auf der Erde gewesen, hält man es derzeit ähnlich: Die heutigen Priester segnen die Kriege samt ihren Waffen in dem Glauben, die von ihnen Gesegneten haben Gott an ihrer Seite gegen die „Feinde".
    Im gleichen Buch Mose heißt es weiter:

    Die Eroberung der Städte. Wenn du vor eine Stadt ziehst, um sie anzugreifen, dann sollst du ihr zunächst eine friedliche Einigung vorschlagen. Nimmt sie die friedliche Einigung an und öffnet dir die Tore, dann soll die gesamte Bevölkerung, die du dort vorfindest, zum Frondienst verpflichtet und dir untertan sein. Lehnt sie eine friedliche Einigung mit dir ab und will sich mit dir im Kampf messen, dann darfst du sie belagern.
    Wenn der Herr, dein Gott, sie in deine Gewalt gibt, sollst du alle männlichen Personen mit scharfem Schwert erschlagen. Die Frauen aber, die Kinder und Greise, das Vieh und alles, was sich sonst in der Stadt befindet, alles, was sich darin plündern läßt, darfst du dir als Beute nehmen. Was du bei deinen Feinden geplündert hast, darfst du verzehren; denn der Herr, dein Gott, hat es dir geschenkt.
    So sollst du mit allen Städten verfahren, die sehr weit von dir entfernt liegen und nicht zu den Städten dieser Völker hier gehören. Aus den Städten dieser Völker jedoch, die der Herr, dein Gott, dir als Erbbesitz gibt, darfst du nichts, was Atem hat, am Leben lassen. (20, 10-16)

    Im Mittelalter wateten die Kreuzritter im Blut derer, die sie im Namen des Kreuzes besiegt hatten. Zwischen 1941 und 1943 in Kroatien war es nicht viel anders. Die Kirche macht wahr: Das Alte Testament „erhellt" das Neue Testament - doch nicht mit dem Licht Gottes, von dem Christus kündete und heute wieder kündet!
    Gott ist der Friede. Christus kam in Jesus, um allen Menschen den Frieden zu bringen. Er wird - im Geiste - wiederkommen als der Friedefürst, das ist gewiß.
    Jesus sprach in Seiner Bergpredigt von der Liebe zu den Feinden. Bei Matthäus heißt es:

    Ihr habt gehört, daß gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er läßt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er läßt regnen über Gerechte und Ungerechte. Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden?
    Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist. (Mt 5, 43-48)

    Wieder erkennen wir: Jesus sagte: Ihr habt gehört ... Er sagte nicht „ihr habt von Gott durch Mose gehört"; Er sagte auch nicht „ihr habt vom Propheten Mose gehört". Er sagte: Ihr habt gehört ...
    Jesus sprach von der Liebe Gottes und von der Versöhnung - der sogenannte „Gott" durch Mose vom Zerstören, Plündern und Töten.
    In Levitikus, 3. Buch Mose, heißt es in der Zusammenfassung:

    Verfolgt ihr eure Feinde, so werden sie vor euren Augen dem Schwert verfallen. Fünf von euch werden hundert verfolgen, hundert von euch werden zehntausend verfolgen, und eure Feinde werden vor euren Augen dem Schwert verfallen. Euch wende ich mich zu, mache euch fruchtbar und zahlreich und halte meinen Bund mit euch aufrecht. (26, 7-9)
    Jesus hingegen sagte: Alle, die zum Sc