Die Adresse dieser Seite hat sich
geändert.
Bitte klicken Sie hier, falls Sie
nicht automatisch weitergeleitet werden...
Weitere Ausgaben dieser Zeitschrift sind
kostenlos erhältlich bei
Verlag DAS WORT, Max Braun Str. 2, 97828 Marktheidenfeld
Tel. 09391 / 504 135, Fax 09391 / 504 133
oder bei
Universelles Leben
e.V., Haugerring 7,
97070 Würzburg, Tel. 0931/39030, Fax 0931/3903-233 oder
| ... gleich zuschicken lassen |
| Dezember 1999 | erscheint unregelmäßig | Nr. 15 |
Das Fundamentale
in unserer Zeit zum
Nachdenken und zur Selbsterkenntnis
Zwei Weltall-Götter,
Denn ich habe euren Vätern, als ich sie
aus Ägypten herausführte, nichts gesagt
und nichts befohlen, was Brandopfer
und Schlachtopfer betrifft.
Vielmehr gab ich ihnen folgendes Gebot:
Hört auf meine Stimme, dann will ich
euer Gott sein, und ihr sollt mein Volk sein.
Geht in allem den Weg, den ich euch befehle,
damit es euch gut geht.
Sie aber hörten nicht und
neigten mir ihr Ohr nicht zu, sondern
folgten den Eingebungen und Trieben
ihres bösen Herzens.
Sie zeigten mir den Rücken und nicht
das Gesicht.
(Jeremia 7, 22-28)
Ich, der Herr, wandle mich nicht ..." (Maleachi 3,6)
Das Leben in Gott
schließt nicht nur den Nächsten mit ein,
sondern auch alle anderen Lebensformen wie Tiere, Pflanzen,
Mineralien und Steine, denn alles Sein trägt das Leben, Gott."
(Das ist Mein Wort, S. 811)
Inhalt
Du sollst ..." - Gott achtet den freien Willen Seiner Kinder
Jesus von Nazareth setzte sich für die
Tiere ein.
Zeugnisse in Das ist Mein Wort"
Jesus war gegen Blutvergießen jeglicher Art
Opferzeremonien wie es der Herr dem
Mose befohlen hatte".
Im Alten Testament war das Kausalgesetz bekannt.
Jesus war gegen Tieropfer
Martin Luther - Leben und Lehre im
christlichen Geist der
Nächstenliebe?
Töten" oder
Morden"?
Jesus erfüllte das Gesetz und vertiefte die Lehre
Aufwand und Zeremonien zur Einweihung und
Einkleidung
von Priestern in den Büchern Mose
Das Erlösungsopfer, das Jesus brachte. Der Sündenbock"
Die ersten Urchristen kannten keine Zeremonien
Die Heilige Schrift - Altes Testament
und Neues Testament -
ist inspiriert vom Heiligen Geist"
Ich, der Herr, wandle mich nicht
..."
Gottesworte gegen Tieropfer durch Propheten nach Mose
Fleischessen - Konzession Gottes an die
menschliche Schwäche?
Hat Jesus Fleisch gegessen?
Aussagen über Tiere im evangelischen Katechismus
Jesus von Nazareth zum Thema
Tiere" in der
Christusoffenbarung Das ist Mein Wort"
Tiere klagen - der Prophet klagt an
Wer in der Überschrift
dieser neuen Ausgabe von Der Prophet" das zweiteilige Thema liest, wird sich
eventuell fragen: Was hat die Frage Zwei Götter oder ein wandelbarer Gott?"
mit dem zu tun, was Tiere in unserer Zeit erdulden müssen? Liegen die beiden Aspekte des
Themas nicht auf gänzlich unterschiedlichen Ebenen?
Doch wer den Ursachen für das Leiden der mißachteten, geknechteten,
zum Gebrauchs- und Verbrauchsgegenstand herabgewürdigten Tiere nachgeht, wird
unweigerlich auf Wurzeln stoßen, die in der Religionsausübung alter Zeiten begründet
sind, im Alten Testament. Der Begriff Religionsausübung" gibt hier schon zu
denken. Denn Religion ist der Bereich der Verbindung zu Gott und dem Göttlichen. Daß
diese von den verantwortlich Ausübenden" jener Zeit angestrebt und erreicht
wurde, muß jedoch bezweifelt werden.
In dem, was Sie nachfolgend lesen, spricht, obwohl es dieses Mal kein Dialog mit einem Zeitgenossen ist, letztlich nicht nur der Prophet, sondern es sprechen viele Fakten, viele Zeugnisse im Wort und auch im Bild. Sie sprechen zu uns - und wer Ohren hat zu hören, der höre. Sie geben zu denken - und wer seinen Verstand gebraucht, dem kann ein Licht aufgehen. Sie stellen Fragen an uns - und wer ein Herz hat, das noch empfindet, der fühlt die Botschaft. Was er dann mit dieser Botschaft anfängt und ob er dieser eine Entscheidung samt Tat folgen läßt, bleibt jedem einzelnen überlassen.
Seit Jesus von Nazareth
sind 2000 Jahre vergangen. Der Sohn Gottes kam zu uns als Mensch, als der Menschensohn, um
uns die Botschaft Gottes, Seines Vaters, der auch unser Vater ist, zu bringen. Die
Botschaft, die uns Jesus von Gott, Seinem und unserem Vater, brachte, ist die Liebe.
Der Weg zur Liebe beginnt mit der Versöhnung unter den Menschen und
zwischen den Menschen und den Tieren und der Erde. Einzig auf diesem Weg findet der Mensch
in die Einheit mit Gott und Seiner gesamten Schöpfung einschließlich des Alls.
Gott ist die Liebe. Sein unendliches Wesen ist also Liebe. Jesus sprach
zu den Menschen, daß Sein Vater und Er, Jesus, der Christus, eins sind. Damit wollte
Jesus den Menschen sagen, daß Seine Botschaft die Wahrheit ist, die aus den Himmeln
kommt, von Gott, Seinem Vater, der auch der Vater aller Menschen ist. Jesus setzte keine
Distanz zwischen die Menschen und sich, sondern Er stellte sie als Söhne und Töchter
Gottes sich gleich, denn Er sprach sinngemäß: Ihr sollt also vollkommen sein, wie es
auch euer himmlischer Vater ist. (Mt 5, 48) Und Er gab uns das Gebet, das mit der
Anrede beginnt: Vater unser, der Du bist im Himmel ... bzw. Unser Vater im
Himmel ...
Jesus gab uns unter
anderem folgenden bedeutungsvollen Hinweis, der, ebenfalls in der Bibel überliefert,
lautet: Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich
bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen ... Bis Himmel und Erde
vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht
alles geschehen ist. Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen
entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und
halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich. (Mt 5, 17-19)
Jesus sprach in diesen Seinen Worten vom ewigen Gesetz und somit vom
ewigen, unwandelbaren Gott. Damit brachte Er unmißverständlich zum Ausdruck, daß die
gottgesandten Propheten wahr gesprochen, also die Wahrheit, die Gott ist, im Prophetischen
Wort verkündet haben.
Wer im Alten Testament die Bücher Mose" mit den Lehren Jesu
vergleicht, dem stellt sich sehr bald die Frage: Hat Jesus wahr gesprochen - auch als Er
sagte, daß Er das Wort der Propheten erfüllen werde? Oder ist das, was bei Mose zu lesen
ist, die Wahrheit? Und wie steht es diesbezüglich mit den Propheten, die nach Mose kamen?
Ihre Aussagen unterschieden sich in vielen Fällen inhaltlich von den überlieferten
Moseworten; z.T. sagten sie das Gegenteil. Oder haben durch die Propheten des Alten
Testamentes verschiedene Gottheiten gesprochen? Die Unterschiede in den Aussagen und
Anweisungen der Propheten legen den Schluß nahe, es gäbe mehrere Götter. Und Jesus
lehrte uns wieder einen anderen Gott als den Gott", der z.B. durch
Mose" sprach.
Wer nun meint, die christlichen" Kirchen hätten eine
überzeugende Antwort und würden ihm helfen, aus der Verwirrung und Verunsicherung zu
Klarheit und Sicherheit zu gelangen, der wird enttäuscht: Sie erklären sinngemäß,
jedes Wort der Bibel sei die Wahrheit Gottes, woraus sich ergibt, daß das, was Gott durch
Mose gesprochen hat, authentisch in der Bibel steht. Demnach gebot Gott" u.a.,
Tiere in blutigen, grausamen Opferhandlungen zu töten und Ihm darzubringen. Bestimmte
Menschen, die Priester, habe Er, der Herr, dazu ausersehen, die Handlungen in detailliert
vorgeschriebenen Ritualen auszuführen, wie es der Herr dem Mose befohlen
hatte".
Folgen wir der Lehraussage der Kirchen, so wäre dies also Wahrheit.
Doch wie verhält es sich dann mit den weiteren alttestamentlichen
Propheten wie z.B. Amos, Jesaja, Jeremia und den vielen anderen, durch die Gott gegen
Brandopfer, Schlachtopfer und dergleichen sprach? Jesus, der größte Prophet aller
Zeiten, äußerte sich ebenfalls gegen die Aussagen und Anweisungen, die angeblich Gott
durch den Propheten Mose verkündet haben soll.
Die Widersprüchlichkeit dieser verschiedenen Aussagen
Gottes" liegt klar auf der Hand. Dennoch soll nach kirchlicher Lehraussage beides
Wahrheit sein?
Schauen wir uns noch
einmal die unterschiedlichen Gottesbilder an:
Jesus lehrte uns den Gott der Zehn Gebote, der ein gütiger, weiser
Gott ist, ein Gott der Liebe und der Versöhnung, einen Schöpfer, der f ü r das Leben
der Tiere, ja f ü r die ganze Natur ist.
Der Gott" der Bücher Mose wäre im Vergleich dazu ein
harter, grausamer und brutaler Gott, der den Menschen schwere Strafen, auch Todesstrafen
auferlegt, vor allem aber die Tierwelt auf bestialische Weise quälen und hinschlachten
läßt, um sich durch den Rauch des Brandopfers beruhigen zu können. Setzte sich also der
Gott" der Bücher Mose" im Alten Testament mit Seinen Anweisungen zu
grauenhaften Praktiken über den Gott der Zehn Gebote hinweg?
Immer wieder werden wir vor die Frage gestellt: Ist der Gott des Alten
Testamentes - vorwiegend der Gott in den Büchern Mose" - ein anderer Gott als
der des Neuen Testamentes? Wenn es ein und derselbe Gott ist, dann muß entweder das Alte
Testament, vorwiegend die Bücher Mose", gefälscht sein - oder Jesus hat
unwahr gesprochen. Oder ist Gott gar wandelbar?
Der Prophet ist in der Ausgabe Nr. 13, April 1998, im Dialog mit einem Fachmann der katholischen und einem Fachmann der evangelischen Theologie dieser Frage bereits nachgegangen. Sie soll hier - mit der besonderen Blickrichtung auf Tieropfer - wieder aufgegriffen werden.
Die ersten Urchristen
waren noch unbeschwert von solchen Fragen. Für sie war klar, daß das Wort, die Lehre,
die Botschaft und das Leben des Gottessohnes Jesus, des Christus, das authentische Wort
Gottes, gleich der Wille Gottes für Menschen und Seelen ist und somit auch als Maßstab
zu gelten hatte für das, was andernorts und zu anderen Zeiten als Wort Gottes
präsentiert worden war und präsentiert werden würde.
Wir Menschen hätten jetzt keine Veranlassung, uns Gedanken über
Gottes Wort gestern und heute - Wahrheit oder nicht?" zu machen, ja, es wäre
nicht einmal notwendig gewesen, daß Gott noch einmal einen Lehrpropheten auf die Erde
sandte, wenn - ja, w e n n - die Entwicklung des Urchristentums sich in der Orientierung
an Jesus, den Christus, fortgesetzt hätte. Doch sie setzte sich nicht lange so fort, mit
dem Ergebnis, daß der Ungeist des dem Mose Zugeschriebenen, das Jesus schon vielfältig
korrigierte, heute noch immer wirken kann, und zwar tiefgreifender, massiver und
globaler", als vielen bewußt ist. Was aber dem Menschen nicht bewußt ist,
kann diesen beeinflussen und ihn steuern.
Gott ist Liebe, Güte
und Sanftmut. Er braucht nicht mit grausamen heidnischen Bräuchen besänftigt zu werden.
Wie kam es dann aber zu den falschen Aussagen und Anweisungen im Buch
Mose? Wer hatte ein Interesse daran, Mose z.B. die Anordnung der blutrünstigen
heidnischen Bräuche unterzuschieben? Gott selbst gibt die Antwort; Er sprach um etliches
später durch den Propheten Jeremia:
Denn ich habe euren
Vätern, als ich sie aus Ägypten herausführte, nichts gesagt und nichts befohlen, was
Brandopfer und Schlachtopfer betrifft. Vielmehr gab ich ihnen folgendes Gebot: Hört auf
meine Stimme, dann will ich euer Gott sein, und ihr sollt mein Volk sein. Geht in allem
den Weg, den ich euch befehle, damit es euch gut geht.
Sie aber hörten nicht und neigten mir ihr Ohr nicht zu, sondern
folgten den Eingebungen und Trieben ihres bösen Herzens.
Sie zeigten mir den Rücken und nicht das Gesicht. Von dem Tag an, als
eure Väter aus Ägypten auszogen, bis auf den heutigen Tag sandte ich zu euch immer
wieder alle meine Knechte, die Propheten. Aber man hörte nicht auf mich und neigte mir
nicht das Ohr zu, vielmehr blieben sie hartnäckig und trieben es noch schlimmer als ihre
Väter.
Auch wenn du ihnen alle diese Worte sagst, werden sie nicht auf dich
hören. Wenn du sie rufst, werden sie dir nicht antworten. Sag ihnen also: Dies ist das
Volk, das nicht auf die Stimme des Herrn, seines Gottes, hörte und sich nicht erziehen
ließ. Die Treue ist dahin, aus ihrem Mund verschwunden. (Jer 7, 22-28)
Gott selbst hat also durch Jeremia die Fälschung der Bücher
Mose" aufgedeckt und damit den Propheten Mose rehabilitiert.
Rehabilitiert wurde Mose ebenfalls in unserer Zeit, einerseits durch
die moderne Bibelforschung, die nachgewiesen hat, daß Gottes Wort durch den Mund des
Mose, wie wir es im Alten Testament lesen, nicht authentisch ist, daß der Text vielmehr
mehrfach gezielt verändert und redigiert" wurde; große Teile der in der Bibel
überlieferten Endfassung" schreiben die Wissenschaftler übereinstimmend den
Priestern zu.
Doch nicht nur das spricht zugunsten des Mose. Die höchste
Instanz", die Ur-Intelligenz, Allweisheit und Gerechtigkeit, der
Christus-Gottes-Geist, stellt dem Mose in dem großen Offenbarungswerk Das ist Mein
Wort. Alpha und Omega. Das Evangelium Jesu. Das Buch, das inzwischen die wahren Christen
in aller Welt kennen", das uns der Christus Gottes durch Seine Prophetin der
Jetztzeit schenkte, ein eindeutiges Zeugnis aus, u.a. in folgenden Worten:
Moses hat das Opfern
von Tieren weder befohlen noch gutgeheißen. Er griff jedoch nicht in den satanischen
Willen derer ein, die Fleisch essen wollten. Er belehrte und unterwies sie, daß sowohl
das Verzehren als auch das Opfern von Tieren Sünde ist. Da die halsstarrigen Israeliten
jedoch darauf bestanden, mußte Moses schweigen, denn auch die Israeliten waren Kinder
Gottes und hatten den freien Willen. Sie sahen alles nur aus ihrer Sünde heraus und
hielten deshalb das Schweigen von Moses für Zustimmung. (S. 596)
Der Geist Gottes bestätigt in Seiner mächtigen Offenbarung vielfach,
daß Mose ein getreuer Diener Gottes war, der getreulich Gottes Wort den Menschen seiner
Zeit gab. Gott rehabilitierte Mose also erneut.
Wer die Worte Gottes durch Jeremia mit dem Herzen liest, der kommt zu
der Überzeugung, daß die Bücher Mose" die Bücher der damaligen
Priesterkaste sein müssen, die dem Propheten Mose ihre Vorstellungen, ihren grausamen,
mörderischen Heidenkult angedichtet hat. Die Priester wollten allem Anschein nach
weiterhin das praktizieren, was im damaligen Heidentum üblich war und die Israeliten in
die Sklaverei nach Ägypten mitgebracht hatten.
Die Frage im Titel
dieser Ausgabe von Der Prophet, welche lautet: Zwei Weltall-Götter, der Gott
des Mose und der Gott des Jesus - oder der Eine wandelbare Gott?" ist im Grunde
bereits beantwortet. Beim Propheten Maleachi sagt Gott es selbst deutlich: Ich, der
Herr, wandle mich nicht ... (Mal 3, 6)
Daraus folgt, bereits nach dem, was bisher gesagt wurde, daß die
sinngemäße Aussage der Kirche: Die Bibel ist in allen Teilen das direkte, wahre Wort
Gottes ... falsch sein muß.
In den folgenden umfangreichen Ausführungen leuchtet nun das Licht der
Wahrheit - gleichsam wie durch verschiedene Facetten eines geschliffenen Kristalls - in
das undurchsichtige Gemisch von Wahrheit und Lüge hinein, das in vielen Köpfen
Verwirrung gestiftet, in unzähligen Herzen Hoffnungslosigkeit, Verlorenheit und
Verzweiflung ausgelöst und eine Entwicklung entscheidend mitbestimmt hat, die
schließlich zu dem Druck- und Trugmechanismus führte, der sich christliche
Kirche" nennt.
Die Wahrheit wird euch befreien (Joh 8, 32), sprach Jesus von Nazareth. Gottes Wort war seit jeher das Licht der Wahrheit, das Er durch Lichtboten der Himmel den Menschen gab, damit sie frei werden konnten von ihren Belastungen, aus innerer und äußerer Knechtschaft, von Gebundenheit und Zwang. Seit jeher war der Gegenspieler Gottes der Feind der Wahrheit und des Guten. Er war und ist bestrebt, das Licht zu verdunkeln. Dazu war und ist ihm jedes Mittel recht, und der Mißbrauch des Namens Gottes und des Namens des Jesus, des Christus, erwies sich zu diesem Zweck als eines der raffiniertesten - wir würden heute sagen: psychologisch wirksamsten - Mittel, um die Herzen gläubiger, gottesfürchtiger Menschen zu vergiften, ihre Seelen zu binden und für Lug und Trug, für Ungöttliches, zugänglich zu machen.
Gott, die Wahrheit und das Licht, ist unwandelbar. Das lehrte Jesus, der Christus, immer wieder. Auch in den Zehn Geboten, die Gott durch den Propheten Mose den Menschen gab, erfahren wir den Gott, den Jesus, der Christus, uns nahebrachte und der von all dem, was der Gott" in den Büchern Mose" angeordnet haben soll, nichts sagte.
In den Zehn Geboten
läßt Gott jedem die Freiheit, Seine Gebote zu halten oder sie nicht zu befolgen. Gott
zwingt nicht. Gott spricht: Du sollst". In den Büchern Mose"
hingegen gab jener alttestamentarische Gott" zwingende Anweisungen; Er achtete
den freien Willen Seiner Kinder nicht. In den Zehn Geboten lehrt Gott uns Menschen weder
Grausamkeiten noch Totschlag, auch nicht das Morden von Menschen und das Hinmetzeln von
Tieren. Hätte Gott, der Ewige, alles das angeordnet, was in den sogenannten
Büchern Mose" steht, so wäre Er gegen Seine eigenen Gebote sündig geworden
und folglich ein sündiger Gott.
So mancher könnte nun einwenden, Töten sei erlaubt, nur nicht das
Morden, denn das Du sollst nicht töten" hieße nach neuesten
religionswissenschaftlichen Überlegungen Du sollst nicht morden" - so wurden
auch die Zehn Gebote in der Neuen Jerusalemer Bibel, Aufl. 1985, verändert. - Wenn das so
wäre, dann hätte Jesus einen jungen Mann, der Ihn fragte: Meister, was muß ich Gutes
tun, um das ewige Leben zu gewinnen? falsch belehrt. Jesus antwortete dem jungen Mann
(in derselben Bibelausgabe): Was fragst du mich nach dem Guten? Nur einer ist der
Gute". Wenn du aber das Leben erlangen willst, halte die Gebote. Darauf fragte er
ihn: welche? Jesus antwortete: Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du
sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen. Ehre Vater und Mutter! Und: Du
sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. (Mt 17-19)
Jesus also sagte: Halte die Gebote" und ermahnte den jungen Menschen: Du sollst nicht töten." Jesus sagte nicht: Du sollst nicht morden." Er sagte auch nicht: Du sollst nur in Ausnahmefällen töten."
Jesus von Nazareth setzte sich für die Tiere ein.
Jesus machte auch
keinen Unterschied zwischen Mensch und Tier, denn das Gebot lautete und lautet: Du
sollst nicht töten; das ist eine allgemeine Aussage mit der Bedeutung: Wir sollen
weder Menschen noch Tiere töten.
In Das ist Mein Wort lesen wir u.a., was Christus den Menschen
Seiner Erdenzeit sagte und nahebrachte, auch bezüglich des Umgangs mit den Tieren.
Als Jesus von Nazareth
sprach Ich zu vielen Menschen vom Gesetz des Lebens, so auch von den Tieren, die ähnlich
wie die Menschen Schmerz, Leid und Freude empfinden. So, wie der Mensch nicht gegen,
sondern für seinen Nächsten sein soll, so soll er auch für die Tiere sein und ihnen
gegenüber Verantwortung tragen, da sie dem Menschen dienen.
Immer wieder lehrte Ich die Menschen, daß auch die Tiere Geschöpfe
Gottes sind, die der Mensch nicht mißachten, sondern lieben soll. Wer sie schlägt und
quält, der wird einst an seiner Seele und an seinem Leibe Gleiches oder Ähnliches
erfahren. Denn was der Mensch seinen Mitmenschen und Mitgeschöpfen, den Tieren, antut,
das tut er sich selbst an. (S. 433)
Die Bibel berichtet, daß Jesus bei der Speisung der
Fünftausend" der versammelten Menschenmenge außer Brot auch Fische zu essen gegeben
habe. Bei Markus steht: Darauf nahm er die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum
Himmel auf, sprach den Lobpreis, brach die Brote und gab sie den Jüngern, damit sie sie
an die Leute austeilten. Auch die zwei Fische ließ er unter allen verteilen. (Mk 6, 41)
Sind Fische nicht auch Tiere? könnte sich mancher fragen. In Das ist
Mein Wort lesen wir, was wirklich geschah:
Meine Jünger brachten
Mir Brote und Trauben zur Vermehrung An diesem Tage wurden Mir auch tote Fische zur
Vermehrung gereicht. Als Ich diese tote Substanz in Meine Hände nahm, klärte Ich die
Menschen auf, daß aus ihr das Kräftepotential des Vaters, die hohe Lebenskraft,
weitgehend gewichen war und Ich nicht lebende Fische schaffe, damit sie wieder getötet
werden.
Ich klärte die Menschen auf, daß das Leben in allen Lebensformen ist
und der Mensch diese nicht mutwillig töten soll. Die Menschen, insbesondere die Kinder,
schauten Mich traurig an. Sie konnten Mich nicht verstehen, denn sie lebten zum größten
Teil von Fisch, Brot und wenig anderem. Da sprach Ich sinngemäß zu ihnen: Die Energien
der Erde halten die toten Fische noch zusammen. So werde Ich euch aus des Vaters Geist
keine lebenden Fische schenken, sondern aus der Energie der Erde euch Fische, die tot,
also schwingungsarm, sind, erschaffen. Sie werden nie Leben tragen und können nicht
getötet werden. Ich will euch zeigen, wie Lebendiges - Brot und Früchte - schmeckt, und
im Vergleich dazu tote Nahrung.
Und Ich schuf für sie Fische aus den Energien der Erde, die wenig
Geistsubstanz trugen. Ich gab ihnen die toten Fische und gebot ihnen, zugleich auch Brot
und Früchte zu essen, damit sie den Unterschied erkennen zwischen lebender und toter
Nahrung, zwischen hochschwingender und niedrigschwingender Kost.
Auf diese und ähnliche Weise belehrte Ich die Menschen. (S. 383-384)
Wir sehen, wie behutsam, verständnisvoll und einfühlsam Jesus auf
Seine Mitmenschen einging und ihnen die Gesetze Gottes in der konkreten Situation
anschaulich nahebrachte.
In Das ist Mein Wort gibt uns Christus auch die folgenden
Hinweise:
Wer seinen Nächsten
selbstlos liebt, der wird ihm weder Gewalt antun noch ihn töten. Und wer seinen Nächsten
selbstlos liebt, der wird auch Tiere nicht mutwillig töten. Wer Mensch und Tier achtet,
der hat auch keine kriegerischen Absichten, weil er Gottes Gesetze achtet, zu denen auch
die Naturgesetze gehören. Wer sich bemüht, die Gesetze Gottes zu verwirklichen, der wird
mehr und mehr von der Fleischnahrung Abstand nehmen und die Gaben der Erde dankbar
annehmen - also jene Nahrung, die von Gott kommt für Seine Menschenkinder. (S. 479)
Christus setzte sich als Jesus für die Tiere ein, wo Er nur konnte.
Daß darüber in der Bibel nichts zu finden ist, verwundert nicht, denn es lag nicht im
Interesse der nachchristlichen Priesterschaft, das Volk im Sinne des Jesus von Nazareth zu
belehren, sondern in ihrem Sinne, im Sinne der nach irdischer Allmacht strebenden Kirche.
So wurde der Aspekt Tiere" nicht in das Neue Testament der Heiligen
Schrift" aufgenommen, ebenso nicht das Gebot Jesu, von Fleischnahrung Abstand zu
nehmen.
Lesen wir weiter in Das
ist Mein Wort, wie Jesus auf das Leiden von Tieren reagierte.
1. Es geschah, daß der Herr aus der Stadt zog und mit Seinen
Jüngern über das Gebirge ging. Und da kamen sie an einen Berg mit sehr steilen Wegen.
Dort begegneten sie einem Mann mit einem Lasttier.
2. Das Pferd aber war zusammengebrochen, denn es war überlastet. Der
Mann schlug es, bis das Blut floß. Und Jesus trat zu ihm hin und sprach: Du Sohn
der Grausamkeit, warum schlägst du dein Tier? Siehst du denn nicht, daß es für seine
Last viel zu schwach ist, und weißt du nicht, daß es leidet?"
3. Der Mann aber erwiderte: Was hast Du damit zu schaffen? Ich
kann mein Tier schlagen, so viel es mir gefällt; denn es gehört mir, und ich kaufte es
für eine schöne Summe Geldes. Frage die, die bei Dir sind, sie sind aus meiner
Nachbarschaft und wissen es."
4. Und einige von den Jüngern antworteten und sagten: Ja, Herr,
es ist so, wie er sagt, wir waren dabei, als er das Pferd kaufte." Und der Herr
erwiderte: Sehet ihr denn nicht, wie es blutet, und höret ihr nicht, wie es stöhnt
und jammert?" Sie aber antworteten und sagten: Nein, Herr, wir hören nicht,
daß es stöhnt und jammert!" ...
5. Und der Herr wurde traurig und sprach: Wehe euch, der
Stumpfheit eures Herzens wegen hört ihr nicht, wie es klagt und schreit zu seinem
himmlischen Schöpfer um Erbarmen, und dreimal Wehe über den, gegen den es schreit und
stöhnt in seiner Qual!" ...
6. Und Er schritt weiter und berührte das Pferd, und das Tier erhob
sich, und seine Wunden waren geheilt. Aber zu dem Manne sprach Er: Gehe nun deinen
Weg und schlage es künftig nicht mehr, wenn auch du Erbarmen zu finden hoffest." (S.
206-212)
Jesus trug nicht nur
die Menschen und Tiere in Seinem großen Herzen, sondern die gesamte Natur. Er war mit
allen Schöpfungsformen verbunden, auch mit den Gestirnen und den Elementarkräften. Es
ist überliefert, daß Er dem Sturm gebot und daß das Wasser Ihn trug, so daß Er darauf
zu gehen vermochte. Wie Er Seine Brüder und Schwestern als Jesus unterwies, so unterweist
Er uns heute, z.B. in Das ist Mein Wort:
Achtet, schätzet und ehret die Schöpferkraft in allem Sein! Sehet:
Alles, was ist an Kraft und Licht, trägt jeder Mensch im Innersten seiner Seele. Der
geistige Leib im Menschen ist die Substanz allen Seins, weil Gott, der ewige Vater, jedem
einzelnen Seiner Kinder alles gegeben hat als Essenz, als Erbe. In allen Lebensformen ist
der ewige Geist, und Er strömt auch aus allen Lebensformen.
Wenn der Mensch bewußt zum Kinde Gottes geworden ist, dann dient ihm
Gottes Allmacht durch alle Lebensformen, durch den Stein, das Holz, das Feuer und Wasser,
durch Blumen, Gräser, Pflanzen und Tiere. Alle Gestirne dienen dem, der in Mir, dem
Geiste der Wahrheit, lebt. Wenn die Schöpferkraft das Geschöpf zu durchdringen vermag,
weil seine Seele licht- und kraftvoll ist, dann ist es wieder bewußt das Kind, der Sohn
oder die Tochter der Unendlichkeit und hat das Erbe, die Allkraft, wieder angetreten.
Jeder Erdentag ist ein Geschenk an den Menschen, damit er sich darin
erkennt und findet. Die Naturreiche bieten sich dem Menschen an. Feuer und Wasser dienen
ihm und auch die Gestirne bei Tag und bei Nacht. Erkennet, wie reich der Tag für jeden
einzelnen ist! ... (S. 184)
Bevor wir uns den Texten aus den Büchern Mose zuwenden, noch eine Begebenheit aus dem Leben des Jesus von Nazareth, wiedergegeben in Das ist Mein Wort:
1. Und als Jesus nach
Jericho ging, begegnete Ihm ein Mann mit jungen Tauben und einem Käfig voller Vögel,
welche er gefangen hatte. Und Er sah ihren Jammer darüber, daß sie ihre Freiheit
verloren hatten und außerdem Hunger und Durst litten.
2. Und Er sprach zu dem Manne: Was tust du mit diesen?" Und
der Mann antwortete: Ich lebe davon, daß ich die Vögel verkaufe, die ich gefangen
habe."
3. Und Jesus sprach zu ihm: Was denkst du, wenn ein Stärkerer
oder Klügerer, als du bist, dich gefangen nehmen und dich fesseln würde oder auch dein
Weib oder deine Kinder und dich ins Gefängnis werfen würde, um dich zu seinem eigenen
Vorteile zu verkaufen und seinen Lebensunterhalt damit zu verdienen?
4. Sind diese da nicht deine Mitgeschöpfe, bloß schwächer als du?
Und sorget nicht derselbe Gott, Vater und Mutter, für sie ebenso wie für dich? Lasse
diese deine kleinen Brüder und Schwestern in Freiheit, und siehe zu, daß du solches nie
wieder tust, sondern daß du ehrlich dein Brot verdienst."
5. Und der Mann erstaunte über diese Worte und Seine Vollmacht und
ließ die Vögel frei. Als die Vögel herauskamen, flogen sie zu Jesus, setzten sich auf
Seine Schultern und sangen Ihm.
6. Und der Mann fragte weiter nach Seiner Lehre, und er ging seines
Weges und erlernte das Korbflechten. Durch seine Arbeit erwarb er sich sein Brot
und zerbrach seine Käfige und Fallen und wurde ein Jünger Jesu. (S. 497-498)
Jesus kam, wie Er
sagte, das Gesetz Gottes zu erfüllen. Er tat es mit Seinem Leben und Wirken. Und Er
lehrte, wie das Gesetz der Himmel in den einzelnen Schritten im Alltag von uns Menschen zu
erfüllen ist; das wesentliche überlieferte Zeugnis davon ist Seine Bergpredigt.
Bevor wir uns der Frage zuwenden, wie es kam, daß der wahre
christliche Weg, der Weg der Nachfolge Jesu, von vielen sogenannten Christen nicht
beschritten wurde, gehen wir noch einmal zurück zu den Büchern Mose. Die darin
festgeschriebenen Lehren und Anweisungen sowie das religiös-gesellschaftliche
Herrschaftssystem wirkten fort bis zum Erdengang des Christus in Jesus, obwohl Gott immer
wieder Seine Boten, die Propheten sandte, um das Volk aufzuklären und zum wahren Glauben
und Leben zu bewegen. Die sich daraus ergebende Verblendung und Belastung der Menschen war
einer der Hauptgründe dafür, daß Jesus von Seinen Zeitgenossen nicht an- und
aufgenommen wurde und den Weg über Golgatha antreten mußte. Und auch nach Seinem
Leibestod schlichen sich unter den ersten Urchristen bald gegensätzliche Strömungen ein
und setzten sich schließlich durch.
Das neue Christentum, das sich zwar nach Christus benannte, doch nicht
mit Christus war, zeigt nun andere Erscheinungsformen als das religiös-gesellschaftliche
Leben, das in den Büchern Mose beschrieben ist. Doch wie steht es mit den Wurzeln? Diese
bringen immer Früchte der gleichen Art hervor, des gleichen Inhalts. Und Jesus sagte:
An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen."
Welcher Geist in den Zeremonien weht, von denen in den Büchern Mose zu lesen ist, können wir folgendem Zitat aus dem 3. Buch Mose, Levitikus, entnehmen:
Ist seine Opfergabe ein
Brandopfer vom Rind, so bringe er ein männliches Tier ohne Fehler dar; er soll es an den
Eingang des Offenbarungszeltes bringen, damit es vor dem Herrn Annahme findet. Er lege
seine Hand auf den Kopf des Opfertiers, damit es für ihn angenommen werde, um ihn zu
entsühnen. Er soll dann den Stier vor dem Herrn schlachten, und die Söhne Aarons, die
Priester, sollen das Blut darbringen. Sie sollen es ringsum an den Altar sprengen, der am
Eingang des Offenbarungszeltes steht. Dann soll er das Opfer abhäuten und es in Stücke
zerlegen.
Die Söhne Aarons, die Priester, sollen Feuer auf den Altar bringen und
Holz darauf schichten. Hierauf sollen die Söhne Aarons, die Priester, die Stücke sowie
den Kopf und das Fett auf das Holz über dem Altarfeuer legen. Der Priester soll dann die
Eingeweide und die Beine mit Wasser waschen und das Ganze auf dem Altar in Rauch aufgehen
lassen. Ein Brandopfer ist es, ein Feueropfer zum beruhigenden Duft für den Herrn.
Ist seine Opfergabe ein Brandopfer vom Kleinvieh, von den Schafen oder
Ziegen, dann soll er ein fehlerloses männliches Tier bringen. Er soll es an der Nordseite
des Altars vor dem Herrn schlachten, und die Söhne Aarons, die Priester, sollen sein Blut
ringsum an den Altar sprengen. Dann soll der Priester es in Stücke zerlegen und diese
sowie den Kopf und das Fett auf das Holz über dem Altarfeuer legen. Er soll dann die
Eingeweide und die Beine mit Wasser waschen, und der Priester soll das Ganze darbringen
und auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen. Ein Brandopfer ist es, ein Feueropfer zum
beruhigenden Duft für den Herrn.
Ist seine Opfergabe für den Herrn ein Brandopfer vom Geflügel, dann
soll er eine Turteltaube oder eine junge Taube bringen. Der Priester soll sie zum Altar
bringen, ihren Kopf abtrennen und ihn auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen; ihr Blut
soll gegen die Altarwand ausgepreßt werden. Dann soll er ihren Kropf mit den Federn
entfernen und ihn an der Ostseite des Altars auf den Platz der Fett-Asche werfen. Darauf
soll der Priester den Vogel an den Flügeln einreißen, ohne ihn dabei zu teilen, und ihn
auf dem Altar, auf dem Holz über dem Feuer, in Rauch aufgehen lassen. Ein Brandopfer ist
es, ein Feueropfer zum beruhigenden Duft für den Herrn. (1, 3-17)
Zum beruhigenden
Duft für den Herrn". Warum muß man den Herrn mit diesem sogenannten
beruhigenden Duft", der bestimmt kein Wohlgeruch, vielmehr ein Gestank war,
beruhigen? Nach den Lehren Jesu ist Gott die Liebe, die Versöhnung, das Erbarmen und die
Güte, das Gleichmaß in allen Dingen. Warum muß Er dann beruhigt werden? Bekanntlich
werden sogenannte wilde Tiere - wir bezeichnen sie hin und wieder als Bestien - mit
Fleischbrocken beruhigt oder in eine Falle gelockt. Dachte man, oder wollte man den
Anschein erwecken, Gott, der Absolute, All-Ewige, sei zu manipulieren, wie wir Menschen es
vielfach sind oder wie man im Sinn hat, andere zu manipulieren? Ein solcher Versuch zeugt
von Gottferne.
Gott hat keine Schwäche. Daher ist Er auch nicht zu manipulieren.
Im 3. Buch Mose, Levitikus, lesen wir weiter:
Wenn jemand dem Herrn
ein Speiseopfer darbringt, muß seine Opfergabe aus Feinmehl bestehen, auf das er Öl
gießen und Weihrauch legen soll. Er bringe es zu den Söhnen Aarons, den Priestern. Er
nehme davon eine Handvoll, vom Feinmehl und vom Öl mit dem ganzen Weihrauch, und der
Priester lasse sie auf dem Altar als Gedächtnisanteil in Rauch aufgehen, als ein
Feueropfer zum beruhigenden Duft für den Herrn.
Der Rest des Speiseopfers gehört Aaron und seinen Söhnen als etwas
Hochheiliges von den Feueropfern des Herrn. (2, 1-3)
Der Rest des Speiseopfers, das Aaron und seinen Söhnen gehörte, war
sicherlich der beste Teil. Ist es heute anders? Die Ärmsten essen heute noch die
Brotkrumen vom Tisch der Reichen, zu denen auch die kirchlichen Würdenträger"
gezählt werden können.
Das
Heilige", sogar Hochheilige", gebührte den Priestern. Hatte Gott
z.B. durch Mose sie eingesetzt? Sie selbst haben sich die Würde des Heiligen"
verliehen, und das auch noch vererbbar, ohne Ansehen der Würdigkeit" des
einzelnen.
In Levitikus heißt es weiter:
Ist seine Opfergabe ein
Heilsopfer und vom Rind, dann soll er ein männliches oder ein weibliches fehlerloses Tier
vor den Herrn bringen. Er soll seine Hand auf den Kopf des Opfers legen und es am Eingang
des Offenbarungszeltes schlachten. Dann sollen die Söhne Aarons, die Priester, das Blut
ringsum an den Altar sprengen. Er soll einen Teil dieses Opfers als Feueropfer für den
Herrn darbringen, und zwar das Fett, das die Eingeweide bedeckt, das gesamte Fett über
den Eingeweiden, die beiden Nieren, das Fett über ihnen und das an den Lenden sowie die
Fettmasse, die er von der Leber und den Nieren loslöst. Die Söhne Aarons sollen diesen
Teil mit dem Brandopfer, das auf dem Holz über dem Feuer liegt, auf dem Altar in Rauch
aufgehen lassen. Es ist ein Feueropfer zum beruhigenden Duft für den Herrn.
Ist seine Opfergabe ein Heilsopfer für den Herrn vom Kleinvieh, dann
soll er ein männliches oder weibliches fehlerloses Tier darbringen. Wenn er ein Schaf
darbringt, soll er es vor den Herrn bringen. Er soll seine Hand auf den Kopf des Opfers
legen und es vor dem Offenbarungszelt schlachten; dann sollen die Söhne Aarons das Blut
ringsum an den Altar sprengen. Von diesem Heilsopfer soll er das Fett als Feueropfer für
den Herrn darbringen: den ganzen Fettschwanz, den er nahe an den Schwanzwirbelknochen
ablösen soll, das Fett, das die Eingeweide bedeckt, das gesamte Fett über den
Eingeweiden, die beiden Nieren, das Fett über ihnen und das an den Lenden sowie die
Fettmasse, die er von der Leber und den Nieren loslöst. Der Priester lasse diese Teile
auf dem Altar in Rauch aufgehen. Das soll eine Feueropferspeise für den Herrn sein.
Wenn er eine Ziege darbringt, soll er sie vor den Herrn bringen. Er
soll seine Hand auf ihren Kopf legen und sie vor dem Offenbarungszelt schlachten; dann
sollen die Söhne Aarons ihr Blut ringsum an den Altar sprengen. (3, 1-13)
Bei solchen und ähnlichen Anweisungen zu blutigen Zeremonien mit
magischem Charakter denkt man unwillkürlich an den Voodoo-Zauber. Im Duden steht unter
Voodoo-Zauber folgendes: Aus Westafrika stammender, synkretistischer, mit katholischen
Elementen durchsetzter, magisch-religiöser Geheimkult auf Haiti. In Meyers Lexikon heißt
es: Name eines in Haiti weitverbreiteten synkretistischen Geheimkults, in dem ekstatische
Tänze, die zur Identifikation von Kultteilnehmern mit Gottheiten führen sollen, eine
beherrschende Stellung einnehmen.
Wenn der Voodoo-Zauber mit katholischen Elementen durchsetzt ist, so
hat diese Bereicherung" des Kultes sicherlich nicht zufällig stattgefunden.
Waltete hier eventuell das Gesetz der Anziehung des Gleichartigen? Dann müßte sich jeder
Kirchensteuerzahler Gedanken machen, wofür er Kirchensteuer bezahlt.
In Levitikus lesen wir:
Das Fell des Stiers
aber, sein ganzes Fleisch mit dem Kopf, den Beinen, den Eingeweiden und dem Mageninhalt,
also den ganzen Stier, soll er aus dem Lager hinaus an einen reinen Ort, nämlich den
Abfallplatz der Fett-Asche, schaffen und ihn auf einem Holzfeuer verbrennen; auf dem
Abfallplatz der Fett-Asche soll es verbrannt werden. (4, 11-12)
Hier wird uns also gesagt, was ein reiner Ort" ist!
Wer weitere grausame Gruselgeschichten dunkelster heidnischer Tradition lesen möchte, der kann sich folgendes vor Augen führen:
Angenommen, jemand
sündigt in einem der folgenden Fälle: er hat eine laute Verfluchung gehört, ist Zeuge,
da er es gesehen oder darum gewußt hat, aber er zeigt es nicht an und lädt damit Schuld
auf sich; oder jemand berührt eine unreine Sache, das Aas eines unreinen wilden Tieres
oder eines unreinen Haustiers oder eines unreinen Kriechtiers, und es blieb ihm verborgen,
aber er merkt es dann und wird unrein und schuldig; oder er berührt etwas Unreines von
einem Menschen, dessen Berührung unrein macht, und bemerkt es nicht, aber er erfährt es
später und wird schuldig; oder jemand schwört unbesonnen, ob zum Schaden oder zum
Nutzen, wie eben der Mensch bisweilen unbesonnen schwört, aber er merkt es gar nicht,
doch dann erfährt er es und wird schuldig durch so etwas - wenn also jemand in einem
dieser Fälle schuldig wird, so soll er gestehen, wodurch er sich verfehlt hat. Als
Schuldopfer für seine begangene Verfehlung soll er dann ein weibliches Stück Kleinvieh,
ein Schaf oder eine Ziege, vor den Herrn als Sündopfer bringen, und der Priester soll ihn
entsühnen und so von seiner Verfehlung lösen.
Wenn seine Mittel für ein Schaf nicht ausreichen, soll er als
Schuldopfer für seine Verfehlung zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben vor den Herrn
bringen, die eine als Sünd- und die andere als Brandopfer. Er soll sie zum Priester
bringen, und dieser soll zuerst die eine für das Sündopfer darbringen. Er soll ihren
Kopf vom Genick trennen, aber nicht ganz abreißen; er soll etwas vom Blut des Sündopfers
gegen die Altarwand spritzen und das übrige Blut am Sockel des Altars auspressen.
(Levitikus 5, 1-9)
Niemals hätte Jesus
Blut vergossen oder das Blutvergießen gutgeheißen. Der Satz Alle, die zum Schwert
greifen, werden durch das Schwert umkommen (Mt 26, 52) bezieht sich auch auf Vergehen
gegenüber der Tierwelt und der gesamten Natur, und es muß durchaus nicht das Töten mit
dem Schwert sein. Es gibt viele Abstufungen der Lieblosigkeit. Tiere empfinden sehr fein,
während das Gemüt des Menschen vielfach roh und stumpf ist.
Nichts und niemand kann uns von einer Verfehlung lösen",
außer unser Erlöser Christus, dessen Kraft und Licht der Erlösung in jedem von uns
Wohnung genommen hat. Voraussetzung dafür, daß Er in uns die Erlösung unserer Seele von
einer Schuld bewirken kann, ist, daß wir unser liebloses Fühlen, Empfinden, Denken,
Reden und Handeln von Herzen bereuen, unseren Nächsten bzw. Übernächsten, gegen den wir
gesündigt haben, in unserem Inneren um Vergebung bitten, ihm unsererseits das vergeben,
was er eventuell uns angetan hat, das Unrecht nach Kräften wiedergutmachen, so dies noch
möglich ist, und das, was wir an Ungutem an uns erkannt haben, nicht wieder tun. Dann
erst vergibt uns auch Gott, wie wir es ja seit 2000 Jahren im Vaterunser beten: Vergib
uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern ...
Nicht nur ein Tieropfer, sondern alles, was von uns sichtbar oder
unsichtbar ausgeht, an Bosheit, Nichtachtung und Mißachtung, an Grausamkeit, aber auch
mangelndem Verständnis, mangelnder Rücksichtnahme oder Gleichgültigkeit, fügt unserer
bestehenden Schuld weitere hinzu. Das gilt für die Menschheit wie für jeden einzelnen.
Christus ist gegen das
Blutvergießen jeglicher Art. Wenn Christus, der sich der Menschheit wieder durch
Prophetenmund offenbart, über Tieropfer, aber auch über Tierversuche und andere Vergehen
der Wissenschaft gegen Gottes allweise Schöpfung spricht, verwendet Er häufig das Wort
Greuel".
Wir Menschen sollen die Tiere, unsere Übernächsten, als unsere
kleinen Tier-Brüder und -Schwestern ansehen - die, obwohl sie Gott, dem Gesetz,
gegenüber nicht schuldig geworden sind wie die Fallwesen -, mit in die Tiefe gingen,
damit wir Menschen uns an dem Leben der Natur erfreuen und mit ihr in Liebe verbunden
sind. Die Natur will den Menschen dienen. Sie will nicht gequält, gefoltert und gemordet
werden und dann auch noch für das Kannibalenmahl herhalten.
Der Mensch, in seinem Innersten das Wesen aus Gott, erweist sich
vielfach als Wesen der Grausamkeit.
Auch nachstehend spricht der Gott" der Bücher Mose" gegen die Lehren Jesu und zugleich gegen Seine eigenen Gebote. Es heißt z.B. in Levitikus:
Wenn jemand mit irgendetwas Unreinem in Berührung kommt, sei es mit etwas Unreinem von einem Menschen oder einem unreinen Tier oder irgendeiner unreinen, abscheulichen Sache, und dann vom Fleisch eines Heilsopfers ißt, das für den Herrn geopfert wird, soll er aus seinen Stammesgenossen ausgemerzt werden. (7, 21)
Das Fett eines
verendeten oder zerrissenen Tieres kann zu jedem Zweck verwendet werden, doch essen dürft
ihr es auf keinen Fall. Jeder, der dennoch das Fett eines Tieres ißt, das man als
Feueropfer für den Herrn darbringt, soll aus seinen Stammesgenossen ausgemerzt werden.
(7, 24-25)
Unter ausgemerzt" haben wir wohl die damals übliche
Todesart, die Steinigung, zu verstehen. Die Steinigung war noch zu Zeiten des Jesus von
Nazareth in Israel gang und gäbe. Denken wir nur an die Ehebrecherin, die Jesus in
letzter Minute davor rettete, gesteinigt zu werden. Auch Jesus sollte einige Male in
Anwendung der Gesetze Gottes durch Mose" von Seinen Mitmenschen zu Tode
gebracht werden. Er aber schritt mitten durch die Menge hindurch und ging weg."
Im 3. Buch Mose, Levitikus, 11. Kapitel, ist genau aufgeführt, welche
Tiere als rein und welche als unrein zu gelten haben. Dort steht, daß der Genuß unreinen
Fleisches die Unreinheit des Menschen bis zum Abend des Tages zur Folge habe.
Heutzutage essen auch Menschen, die sich als Tierfreunde bezeichnen,
nicht selten noch Fleisch. Sie machen sich offenbar nicht bewußt, daß z.B. das Steak,
welches sie, bereits in handliche, bratfertige Stücke geschnitten, teilweise schon fertig
gewürzt, beim Metzger kaufen, von einem Kälbchen stammt, das vor wenigen Tagen noch
friedfertig und in Harmonie auf der Weide graste. Eventuell ließ es sich willig von den
Kindern dessen, der nun im Metzgerladen Kalbsteak verlangt, streicheln; die Kinder
schauten ihm in die großen, dunklen Augen mit den langen Wimpern und waren ganz
entzückt. Was dieses Tierlein, das niemandem etwas angetan hatte, alles erlitten hat,
bevor es in Form von Steaks, Leberwurst u.a.m. auf den Ladentisch kam - der Schrecken, die
Angst, das Grauen, die Panik, das Weh, das Entsetzen -, das kommt selten jemandem in den
Sinn.
Die Tierfreunde, wir Menschen, halten Haustiere, die uns - besonders
wenn sie anpassungsfähig, also pflegeleicht" sind - erfreuen. Dennoch wurden
z.B. 1990 zur Urlaubszeit allein in Deutschland etwa eine halbe Million Tiere,
hauptsächlich Katzen und Hunde, ausgesetzt. Heute, zehn Jahre später, dürfte die Zahl
kaum niedriger sein. Ist das die Liebe zum Tier?
Aus der göttlichen Welt wurde uns u.a. offenbart:
Sei ... ernsthaft und
geradlinig den Übernächsten gegenüber. Sie sehen dich mit ihrem reinen Empfinden als
ihren großen Lichtbruder oder ihre große Lichtschwester ... Habt also Achtung vor euren
Tiergeschwistern, den Übernächsten, denn sie wollen euch echte Freunde sein. Bemüht
euch, sie so zu behandeln, wie ihr gerne behandelt werden möchtet. Dann werdet ihr sie
sehr bald verstehen lernen, und sie werden mit euch in positiver Kommunikation sein. (Das
Leben mit unseren Tiergeschwistern. Du, das Tier - Du, der Mensch. Wer hat höhere Werte?
S. 114)
Das Empfindungsvermögen des Menschen ist abgestumpft, sein Gewissen
schlägt kaum mehr an. Doch das trifft nicht nur auf den Menschen von heute zu.
Das Gewissen ist der Wächter im Menschen über Gut und Böse, Recht
und Unrecht. Ist es intakt, so reagiert es, unabhängig von äußeren Rechtsvorstellungen,
letztlich nach dem Maßstab der Zehn Gebote. Aber die Gewohnheiten des Menschen und die
Prägung durch seine Umwelt beeinflussen und prägen auch sein Gewissen.
Wenn wir hier von grausamen Tieropfern und von Steinigungen von
Menschen lesen, so sollten wir nicht nur daran denken, wie den Tieren wohl zumute gewesen
ist.
Um uns bewußt zu machen, was in einem Menschen damals eventuell
vorging, könnten wir uns folgendes vorstellen: Zwei junge Männer des Volkes hatten
Hasenfleisch gegessen. Sie hatten einen Hasen gefangen und ihn für sich gebraten. Nach
Kapitel 10 und 11 in Levitikus waren sie nun unrein bis zum Abend, was sie in Kauf nahmen.
Als die Freunde aber - aus Leichtsinn und Übermut - den Ort betraten, wo die
heiligen" Opfergaben sich befanden, wurde einer von ihnen dabei gesehen und
verurteilt, gesteinigt zu werden. Der andere blieb unentdeckt. Die Steinigung wurde
vollzogen, denn in Levitikus 22 heißt es:
Der Herr sprach zu
Mose: Sag zu Aaron und seinen Söhnen, sie sollen sich mit den heiligen Opfergaben der
Israeliten in acht nehmen, um meinen heiligen Namen nicht zu entweihen; sie müssen für
mich heilig gehalten werden. Ich bin der Herr. Sag zu ihnen: Jeder aus euren Nachkommen,
auch in den kommenden Generationen, der sich im Zustand der Unreinheit den heiligen
Opfergaben nähert, die die Israeliten dem Herrn weihen, soll ausgemerzt und aus meiner
Gegenwart weggeschafft werden. Ich bin der Herr. (22, 1-2)
Versetzen wir uns in die Lage des überlebenden jungen Mannes nach der
Steinigung des Freundes. Schuldgefühle quälen ihn. Er lehnt sich gegen das Urteil und
die harte Strafe, die eigentlich auch ihn hätte treffen müssen, auf. Er rebelliert gegen
die Priester, die den Urteilsspruch gefällt haben, und muß sich doch sagen, daß sie nur
ausführen, was Gott dem Mose befohlen hat". Also richtet sich seine Empörung
nun gegen Gott, der ein solch unbarmherziges Gesetz erlassen hat. Doch als er sich bewußt
macht, daß Gott als gerecht" gilt, daß Er die höchste Instanz ist, die nicht
irren kann, kommen ihm Zweifel an sich selbst. Seine Beobachtung zeigt ihm, daß alle
anderen offensichtlich keine Hemmungen haben zu steinigen; daraus schließt er, daß mit
seinem eigenen Gefühl und Rechtsempfinden etwas nicht stimmen kann, denn sowohl die von
Gott eingesetzten Priester als auch die gläubigen Stammesbrüder fühlen und denken
anders als er. Er beschließt, umzudenken, sich künftig in allen Dingen strikt an den
Priestern und den Mitmenschen zu orientieren, statt selbständig zu denken und frei zu
entscheiden. Er wird von nun an den Maßstab für sein Denken und Handeln nicht mehr in
sich selbst suchen, sondern auch dann, wenn sein Herz anders spricht, es so halten wie
alle anderen, weil Gott es so will".
Ein Prozeß der Anpassung vollzieht sich. Der Charakter dieses Menschen
verändert sich. Er lebt nun gleichsam nicht mehr sich selbst. Sein Herz erkaltet, sein
Gefühl wird stumpf und dumpf, sein Wesen hart. Sein Gottesbild verzerrt und verdüstert
sich. Er kann diesem strafenden und zürnenden Gott nicht mehr vertrauen, geschweige denn
Ihn lieben. Seine Gebete werden unwahrhaftig, und schließlich ist er froh, daß es
vorformulierte Gebete gibt, die man einfach nachsprechen kann ...
Nach einiger Zeit ist die Umpolung zum Konformisten, zum Vasallen, zum
folgsamen Anhänger der Priester und der Tradition" vollzogen. Dieser Mensch
traut nun nicht nur seinem inneren Maßstab, seinem Gewissen, nicht mehr, sondern denkt
und handelt schließlich gewohnheitsmäßig gegen die bessere Einsicht.
Man kann sich nun auf ihn verlassen - auf seine Gefolgschaft, seine
Loyalität, seinen Gehorsam, seine Linientreue.
So etwa könnte es damals gewesen sein. Jedenfalls prinzipiell hätte es so gewesen sein können. Es ist hingegen, praktisch gesehen, unwahrscheinlich, daß ein Mensch ins Erwachsenenalter hätte gelangen können, ohne bereits von jenen Inhalten der traditionellen Glaubensausübung, die Blutopfer von Tieren und Steinigung von Menschen mit einschließen, bereits durchtränkt und durchsetzt zu sein.
Die soeben geschilderte
innere Situation eines Menschen hat sich im Verlauf der Geschichte unzählige Male in
Varianten wiederholt. Kommt sie uns nicht irgendwie bekannt vor?
Denken wir z.B. an das Mittelalter im europäischen Kulturkreis, wo
durch die Inquisition vielfältig ähnliche Situationen und Gewissenskonflikte
heraufbeschworen wurden. Die Priester schlachteten zwar die Tiere nicht mehr selbst - sie
ließen und lassen schlachten. Sie zündeten nicht selbst den Holzstoß an, auf welchem
geradlinige, aufrechte Menschen verbrannt wurden, die für den Einen, wahren, barmherzigen
und gütigen Gott einstanden, der die Wahrheit ist, und die sich gegen die Lüge erhoben
hatten. Die Priester standen nur" mit dem erhobenen Kruzifix davor,
segneten", stimmten Loblieder zur Ehre Gottes an und gaben Sündenvergebung und
Ablaß von den Sündenstrafen" denen, die das Holz für den Scheiterhaufen
zusammengetragen hatten ...
Zurück zu den Tieropfern im Alten Testament. Wer noch mehr Zauber von der Art des Voodoo lesen möchte, der kann in Levitikus weiteres erfahren:
Dann ließ er den
Widder für das Brandopfer herbeibringen. Aaron und seine Söhne legten ihre Hände auf
den Kopf des Widders, und Mose schlachtete ihn. Er sprengte das Blut ringsum gegen den
Altar. Dann zerteilte er den Widder und ließ den Kopf, die Teile und das Fett in Rauch
aufgehen. Er wusch die Eingeweide und die Beine mit Wasser und ließ den ganzen Widder auf
dem Altar in Rauch aufgehen. Es war ein Brandopfer zum beruhigenden Duft, ein Feueropfer
für den Herrn, wie es der Herr dem Mose befohlen hatte.
Dann ließ er den zweiten Widder, den Widder für das Opfer der
Priestereinsetzung, herbeibringen. Aaron und seine Söhne legten ihre Hände auf den Kopf
des Widders, und Mose schlachtete ihn. Er nahm etwas Blut und tat es auf das rechte
Ohrläppchen Aarons, auf den Daumen seiner rechten Hand und auf die große Zehe seines
rechten Fußes. Dann ließ er die Söhne Aarons nähertreten und tat etwas Blut auf ihr
rechtes Ohrläppchen, auf den Daumen ihrer rechten Hand und auf die große Zehe ihres
rechten Fußes. Danach goß Mose das Blut ringsum an den Altar.
Er nahm auch das Fett, den Fettschwanz, das ganze Fett, das sich über
den Eingeweiden befindet, die Fettmasse über der Leber, die beiden Nieren und ihr Fett
und die rechte Schenkelkeule. Aus dem Korb mit den ungesäuerten Broten, der vor dem Herrn
stand, nahm er einen ungesäuerten Kuchen, einen Ölbrotkuchen und einen Brotfladen, die
er auf die Fettstücke und die rechte Schenkelkeule legte. Das alles gab er in die Hände
Aarons und seiner Söhne und ließ sie es vor dem Herrn hin- und herschwingen und so
darbringen. Dann nahm es Mose wieder aus ihren Händen und ließ es auf dem Altar mit dem
Brandopfer in Rauch aufgehen. Das war das Opfer der Priestereinsetzung zum beruhigenden
Duft, ein Feueropfer für den Herrn. (8, 18-28)
Wer von solchen makabren Szenen noch nicht genug hat, der kann in Levitikus weiteres lesen:
Aaron trat an den Altar
und schlachtete das Kalb für seine eigene Sünde. Dann brachten ihm die Söhne Aarons das
Blut; er tauchte seinen Finger in das Blut, tat es auf die Hörner des Altars und goß das
übrige Blut am Sockel des Altars aus. Das Fett des Sündopfers, die Nieren und die
Fettmasse über der Leber des Sündopfers ließ er auf dem Altar in Rauch aufgehen, wie es
der Herr dem Mose befohlen hatte. Das Fleisch und das Fell verbrannte er außerhalb des
Lagers. Danach schlachtete er das Brandopfer; die Söhne Aarons reichten ihm das Blut, und
er sprengte es ringsum an den Altar. Sie reichten ihm die einzelnen Stücke und den Kopf
des Brandopfers, und er ließ sie auf dem Altar in Rauch aufgehen. Er wusch die Eingeweide
und Beine und ließ auch sie mit dem Brandopfer auf dem Altar in Rauch aufgehen. (9,
8-14)
Weiter heißt es:
Die Fettstücke des
Rinds und des Widders, und zwar den Fettschwanz, das Eingeweidenetz, die Nieren und die
Fettmasse über der Leber, legte er auf die Bruststücke und ließ sie auf dem Altar in
Rauch aufgehen. Die Bruststücke und die rechte Schenkelkeule schwang Aaron vor dem Herrn
hin und her und brachte sie so dar, wie es Mose befohlen hatte. (Levitikus, 9, 19-21)
Wie es der Herr dem Mose befohlen hatte ..." Und heute? Man
tauft Säuglinge, angeblich auf Geheiß des Christus; man setzt Priester über die
einfachen Gläubigen, angeblich in der Vollmacht, verliehen durch Jesus, den Christus; man
spricht von Sünden los, angeblich im Auftrag Jesu, des Christus; man kürt einen
Heiligen Vater" und behauptet, Jesus selbst hätte ihn dazu bestimmt; und, und,
und ...
Jesus distanzierte sich von der Tradition des Opferns. Er zitierte den
Pharisäern gegenüber zweimal den Propheten Hosea: Barmherzigkeit will ich, nicht
Opfer (Mat 9, 13 und Mt 12, 7), durch den im Alten Testament Gott gesprochen hatte: Liebe
will ich, nicht Schlachtopfer, Gotteserkenntnis statt Brandopfer. (Hos 6, 6)
In Das ist Mein Wort lesen wir:
8. ... Ich Bin gekommen, die Opfer und die Blutfeste abzuschaffen ... Wenn ihr nicht aufhören werdet, Fleisch und Blut der Tiere zu opfern und zu verzehren, so wird der Zorn Gottes nicht aufhören, über euch zu kommen; ebenso wie er über eure Vorfahren in der Wüste gekommen ist, die dem Fleischgenusse frönten und von Fäulnis erfüllt und von Seuchen aufgezehrt wurden. (S. 215)
Auf Seite 77 dieser großen Gottesoffenbarung steht:
Denn wer sein Leben in
die Sohn- und Tochterschaft Gottes stellt, wird nicht töten - weder Menschen noch Tiere.
Jesus sprach überdeutlich gegen die Anweisungen in den Büchern
Mose". Ähnlich sprach auch, wie wir schon hörten, Gott durch den Propheten Jeremia.
In den Aussagen Jesu, des Christus Gottes, vernehmen wir, daß der Name
des Propheten Mose für den grausamen Heidenkult benützt wurde. Im Buch Das ist Mein
Wort steht, offenbart von Christus selbst:
Ich Bin gekommen, die Opfer und die Blutfeste abzuschaffen"
heißt: Ich Bin gekommen, euch das Evangelium, das Gesetz der Liebe, zu lehren und es euch
vorzuleben, damit ihr erkennt, daß nur jener Mensch im Inneren reich an geistiger Kraft
ist, der die Gesetze Gottes hält. Menschen, die innere Werte besitzen, wird es an nichts
mangeln. Denn wer in seinem Herzen reich ist, der ist mit seinem Nächsten und
nicht gegen ihn - und somit für Gott, das Leben, das die Fülle ist. Menschen mit inneren
Werten sind auch mit der Tier- und Pflanzenwelt und nicht gegen die Schöpfungen Gottes.
Wer gegen seinen Nächsten ist, wird gegen ihn kämpfen und ihn töten. Und wer gegen
seinen Nächsten ist, der wird auch nicht für anderes Leben sein - weder für das der
Tiere noch das der Pflanzen und Steine.
Wer gegen das Leben in Mir, dem Christus, ist, den hungert und dürstet
es nach Erfolg, Reichtum, Macht und Ansehen. Für seine Feste und Gaumengelüste tötet er
Tiere und verzehrt ihr Fleisch. Damit zeigt er, daß er fern von Gott ist.
Gott, dem Ewigen, sind auch Tieropfer ein Greuel. Er will nicht, daß
Ihm Tiere geopfert oder geweiht werden. Gott hat allen Formen des Seins das Leben gegeben,
also auch den Tieren. Wozu sollen sie Ihm geopfert werden, wenn doch Er, das Leben, selbst
in ihnen wohnt?
Wenn der Mensch jedoch
sein menschliches Ich, seine Leidenschaften und Begierden Mir, dem Christus, opfern und
ein gottgewolltes, also gottgeweihtes Leben anstreben und führen würde, so würde dies
zur Einheit aller Lebensformen beitragen. Gott ist der Geist der Liebe und der Freiheit!
Deshalb sollte jeder Mensch freiwillig sein Ich opfern. Dann erst wird er sanftmütig und
von Herzen demütig und findet zur großen Einheit: Gott. Diese Entfaltung des Menschen
hin zu Ihm liebt Gott an Seinen Kindern.
Und wer sich dem ewigen Vater-Mutter-Gott hingibt, indem er sein
Menschliches wandelt in Göttliches, der wird keine Tiere schlachten und ihr Fleisch
verzehren und auch kein Tier mutwillig töten. Solche Menschen werden auch der
Pflanzenwelt mit selbstloser Liebe begegnen, da auch sie ein Schöpfungsgeschenk Gottes an
Seine Menschenkinder ist. Die Pflanzen und die Früchte des Feldes und des Waldes schenken
sich dem Menschen bereitwillig und wollen ihm als Nahrung dienen und als Heilmittel für
seinen kranken Leib.
Der Zorn Gottes" kommt aus der Vorstellungswelt der Heiden,
die im Alten Bund noch sehr lebendig war: Man glaubte, die Götter" würden an
Menschen Rache nehmen. Es wäre gut, wenn der sündige Mensch erkennen würde, daß er den
sogenannten Zorn Gottes" selbst geschaffen hat. Der zürnende Gott"
ist das menschliche Ich, das Rache übt für das, was es selbst verursacht hat; denn was
der Mensch sät, das wird er ernten.
Auch die Worte
Auge um Auge, Zahn um Zahn" wurden und werden falsch gedeutet. Der Mensch soll
sich nicht an seinem Nächsten rächen und Gleiches mit Gleichem vergelten. Ihm ist
geboten, seinem Nächsten zu vergeben, ihn um Vergebung zu bitten und Gleiches oder
Ähnliches nicht mehr zu tun. Wer dieses Gebot nicht befolgt, der begibt sich selbst in
das Gesetz der Abtragung. Es lautet: Auge um Auge, Zahn um Zahn." Dann wird er
ernten - Auge um Auge, Zahn um Zahn" -, was er gesät hat. (S. 215-217)
Das Gesetz von Saat und Ernte, das uns die Ursachen für unser
Schicksal in uns selbst erkennen läßt, hat Gott auch schon durch die alten Propheten
gelehrt. Bei Jesaja heißt es z.B.: Weh euch, die ihr die Strafe wie mit Ochsenstricken
herbeizieht und die Sünde wie mit Wagenseilen (Jes 5, 18). In der
Einheitsübersetzung ist im Alten Testament im Buch der Weisheit zu lesen: Sie sollten
erkennen: Man wird mit dem gestraft, womit man sündigt (11, 16). Gott straft nicht
und gibt auch keine Anweisungen, die Sünden sind. Unsere Sünde ist unsere
selbstgeschaffene Strafe, unser persönliches Gericht.
Jesus wollte also die Grausamkeiten an Menschen und Tieren aufheben. Die heutigen Vertreter der kirchlichen Institution lassen es aber zu, daß diese an Menschen und Tieren weiterhin durchgeführt werden, nur mit anderen Methoden, die allerdings noch um einiges grausamer sind. Damit bejahen sie, was diesbezüglich geschieht. Der Einsatz einiger Weniger für die Belange der Tiere ist die Ausnahme, die die Regel bestätigt.
Im Katechismus der
Katholischen Kirche, Nr. 140, bringt der römische Klerus folgendes zu Papier: ... Das
Alte Testament bereitet das Neue vor, während dieses das Alte vollendet. Beide erhellen
einander; beide sind wahres Wort Gottes.
Die Tierquälerei setzt sich fort, die Schlachthöfe bleiben offen.
Heute werden Tiere geopfert, die Tierkadaver zerhackt und zerstückelt zum Wohle der
Götter" Mensch, die ihre Gaumenlust befriedigen.
Auf grausame und bestialische Weise wurden auch Menschen gequält und
zu Tode gebracht. Und das Gestern kann zum Heute werden.
Wie die Vollendung" dessen aussieht, was im Alten Testament
vorbereitet worden war, zeigt sich sehr deutlich in den Früchten, die die sogenannten
christlichen Kirchen in den vielen Jahrhunderten hervorbrachten.
Vor einigen Tagen bekam ich eine Broschüre in die Hand, eine
Dokumentation der Initiative Ein Mahnmal für die Millionen Opfer der Kirche".
Darin ist folgendes zu lesen:
Die Millionen Opfer der Kirche:
Inquisition: 13-18. Jahrhundert, zwischen 1 und 10 Millionen Tote sowie unzählige Gefolterte, Mißhandelte und Terrorisierte (Der Spiegel, 1.6.1998).
Kreuzzüge: 11.-13. Jahrhundert, bis zu 22 Millionen Tote, darunter Tausende von deutschen Juden (Hans Wollschläger, Die bewaffneten Wallfahrten nach Jerusalem")
Heiden": 9.-12. Jahrhundert. Während des Mittelalters werden Zehntausende germanische und slawische Heiden" von deutschen Königen und Fürsten mit Gewalt zum Christentum" bekehrt oder grausam abgeschlachtet. Die Kirche gibt ihren Segen dazu oder ruft zu Kreuzzügen" gegen die Slawen auf (Karlheinz Deschner, Kriminalgeschichte des Christentums", Bände 4, 5 und 6)
Juden: Während des Mittelalters vom 11.-14. Jahrhundert immer wieder blutige Pogrome mit Tausenden von Toten, vorbereitet durch kirchliche Hetze über Jahrhunderte hinweg. Julius Streicher beruft sich bei den Nürnberger Prozessen zur Rechtfertigung des Holocaust ausdrücklich auf Martin Luthers Hetzreden gegen die Juden (Friedrich Heer, Gottes erste Liebe").
Eroberung Amerikas: In den ersten 150 Jahren nach der Eroberung durch die Spanier im Namen Gottes" sterben 100 Millionen Menschen - der größte Völkermord aller Zeiten" (Theologe Boff, Publik-Forum, 31.5.1991).
Katharer, Waldenser, Hussiten, Täufer: Tausende von Andersgläubigen sterben auf Geheiß der Kirchen (auch der lutherischen).
Hexen": 16.-18. Jahrhundert - zwischen 40000 und einer Million Menschen, zumeist Frauen, sterben einen grausamen Tod, etwa die Hälfte davon in Deutschland. Auch Luther läßt Hexen verbrennen. Die Anleitung dazu, der Hexenhammer", stammt von zwei deutschen Dominikanermönchen (s.a. Hubertus Mynarek, Die neue Inquisition").
Und wie sieht es heute aus? Die Wurzeln des Alten Testamentes, vorwiegend die Bücher Mose", erhellen" gemäß dem Katholischen Katechismus das Neue Testament, also unsere Zeit. In der genannten Broschüre lesen wir weiter:
Völkermord in Kroatien: Noch Mitte des 20. Jahrhunderts, zwischen 1941 und 1943, werden in Kroatien etwa 750000 orthodoxe Serben ermordet - unter maßgeblicher Beteiligung katholischer Geistlicher und mit Billigung des Vatikans ... Der Vatikan ist über alles unterrichtet, behandelt das blutige Regime aber mit spürbarem Wohlwollen. Die katholische Hierarchie, allen voran Militärvikar und Erzbischof Stepinac (1998 vom Papst seliggesprochen), stützt das faschistische Regime bis zuletzt moralisch ab. (Vgl. hierzu Deschner, Ein Jahrhundert Heilsgeschichte", Band 2, 1983, S. 210ff., sowie Vladimir Dedijer, Jasenovac - das jugoslawische Auschwitz und der Vatikan", 1988)
Kindsmißbrauch durch Pfarrer und Priester: Die Opfer von Kindsmißbrauch leiden meist über Jahre und Jahrzehnte seelisch unter diesen Demütigungen. Experten schätzen, daß in den USA 2.000 der 51.000 katholischen Priester in den letzten 20 Jahren des sexuellen Mißbrauchs beschuldigt wurden (Hanauer Anzeiger, 13.7.1998). Das sind etwa 4 Prozent - die Dunkelziffer noch nicht eingerechnet. Für Deutschland schätzte Prof. Hubertus Mynarek den Anteil pädophiler Priester ebenfalls auf 3 - 5 Prozent (Akte 97, 14.9.1999).
Die meisten der eben
genannten Morde und anderen Verbrechen im Namen Gottes" gehen auf das Konto der
Katholischen Kirche. Ist daraus zu schließen, die evangelische sei positiver zu bewerten?
Wie steht es z.B. mit der Menschenfreundlichkeit, Liberalität und
Toleranz bei deren Religionsgründer Luther? Wie hielt er es mit seinen Mitmenschen, mit
der Nächstenliebe, die das oberste Gebot sein soll?
Ein Mann wie Martin Luther steht heute noch hoch im Ansehen. Seine
Kirche geht in seinen Fußspuren; das bestätigte Hermann von Loewenich (bis 1999
evangelischer Landesbischof von Bayern) im Internet: Wir wollen das geschichtliche Erbe
der lutherischen Tradition bewahren als unsere kulturelle und geistige Heimat.
Ein evangelischer Theologe faßte die Forderungen Luthers in einer
umfangreichen Broschüre - Der Theologe Nr. 3 - zusammen:
Luther fordert die Fürsten auf, die aufständischen Bauern zu töten: Steche,
schlage, würge hier wer da kann. Bleibst du darüber tot, wohl dir, einen seligeren Tod
kannst du nimmermehr erlangen. Denn du stirbst im Gehorsam gegenüber dem göttlichen Wort
und Befehl. (Wider die stürmenden Bauern, Weimarer Ausgabe der Lutherschriften)
Luther fordert die Verfolgung von andersgläubigen Predigern: ...
wenn sie gleich das reine Evangelium wollten lehren, ja wenn sie gleich Engel und Gabriel
von Himmel wären ... Will er predigen, so beweise er den Beruf oder Befehl ... Will er
nicht, so befehle die Obrigkeit solchen Buben dem rechten Meister, der Meister Hans [=
Henker} heisst ...
Luther verleumdet die jüdische Bevölkerung und fordert ihre Verfolgung:
Wenn ich könnte, so
würde ich ihn (den jüdischen Mitbürger) niederstrecken und in meinem Zorn mit dem
Schwert durchbohren.
... daß man ihre Synagogen oder Schulen mit Feuer anstecke und was
nicht brennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, daß kein Mensch einen Stein oder
Schlacken davon sehe ewiglich. Und solches soll man tun unserem Herrn und der Christenheit
zu ehren, damit Gott sehe, daß wir Christen seien.
... daß man auch ihre Häuser desgleichen zerbreche und zerstöre ...
... diese Taugenichtse und Ausplünderer sind keiner Gnade und keines
Mitleids wert.
... daß man ihnen verbiete, bei uns ... öffentlich Gott zu loben, zu
danken, zu beten, zu lehren bei Verlust Leibes und Lebens ... (Martin Luther, Von den
Juden und ihren Lügen, Wittenberg 1543)
Luther: Ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes,
durchteufeltes Ding ists um diese Juden, so diese 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und
alles Unglück gewesen und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen.
Luther behauptet sogar, daß Mose, wenn er jetzt leben würde, der
erste wäre, der die Judenschulen und -häuser" ansteckte.
Luther forderte außerdem, den Juden ihre gesamte religiöse Literatur
wegzunehmen, sie unter Hausarrest zu stellen, ihnen alles Geld und Gut zu entwenden und
sie zur Zwangsarbeit zu schicken.
Luther ruft auch zum Krieg und zum Morden" der türkischen
Kriegsgegner auf: ... und mit Freuden die Faust regen und getrost dreinschlagen,
morden, rauben und Schaden tun so viel sie immer mögen ...
Luther fordert den Tod von Wucherern": ... so man die
Straßenräuber, Mörder ... rädert und köpft, wie viel mehr sollte man alle Wucherer
rädern und ädern und alle Geizhälse verjagen, verfluchen und köpfen ...
Luther fordert den Tod untreuer Partner: Warum tötet man die
Ehebrecher nicht? und den Foltertod für Prostituierte: Wenn ich Richter wäre, so
wollte ich eine solche französische giftige Hure rädern und ädern lassen.
Frauen mit magischen Fähigkeiten sollten nach Luther gefoltert und
getötet werden: Die Zauberinnen sollst du nicht leben lassen ... Es ist ein gerechtes
Gesetz, daß sie getötet werden. ... Wenn sie sich nicht bekehren lassen, werden wir sie
den Folterknechten befehlen.
Luther über behinderte Kinder: Wenn man aber von den
teufelsähnlichen Kindern erzählt ... so halte ich dafür ... daß sie entweder vom
Teufel entstellt ... oder daß es wahre Teufel sind. Viele der behinderten Menschen,
die evangelischen Behinderteneinrichtungen (z.B. in Neuendettelsau/Bayern) anvertraut
waren, wurden in den Jahren 1940/41 schließlich mit Berufung auf die Staatslehre Luthers
(Gehorsam gegenüber der Obrigkeit) den staatlichen Behörden ausgeliefert. Daß sie
umgebracht werden, war den Verantwortlichen bekannt.
Schließlich wollte Luther noch den Papst umbringen: Der Papst ist
der Teufel; könnte ich den Teufel umbringen, warum wollte ichs nicht tun?
Auch die lutherische Kirche bezeichnet sich als christlich".
Doch wo ist der christliche Geist, der Geist der Gottes- und Nächstenliebe, in dem, was
von Luther verlautet? Seine Anregungen und Maximen wurden mannigfach vom Volk und von
Landesherren - bis hin zu den Machthabern des Dritten Reiches - blutig in die Tat
umgesetzt.
Wer solche bestialischen und mörderischen Anweisungen gegen seine Mitmenschen erteilt, die in anderer Form in die heutige Zeit hineinsprechen, von dem ist auch kein mitfühlendes Herz oder Barmherzigkeit gegenüber Tieren zu erwarten. Ob es sich um Krieg handelt, um das Zerstören vieler Menschen, Tiere und Landschaften, ob es um Tierversuche oder Genmanipulation geht, die Ethik und Moral in beiden Konfessionen weist kaum Unterschiede auf; gelinde gesprochen, sind beide Kirchen unchristlich.
Was der Mensch anderen antut, das tut er sich selbst an."
Blicken wir noch einmal in die Zeugnisse des Alten Testaments, wo im 3. Buch Mose - das ja erklärtermaßen Gottes wahres Wort sein soll - auch den Amtsträgern der heutigen Institutionen Kirche Anweisungen gegeben werden, welches Tier sie verspeisen und welches Tier sie lassen sollen. Da heißt es:
Alle Tiere, die gespaltene Klauen haben, Paarzeher sind und Wiederkäuer, dürft ihr essen. (Levitikus 11, 3)
Und drei Verse weiter ergeht der Appell an die Jäger:
Ihr sollt für unrein
halten den Hasen, weil er zwar wiederkäut, aber keine gespaltenen Klauen hat. Ihr sollt
für unrein halten das Wildschwein, weil es zwar gespaltene Klauen hat und Paarzeher ist,
aber nicht Wiederkäuer. Ihr dürft von ihrem Fleisch nicht essen und ihr Aas nicht
berühren. Ihr sollt sie für unrein halten. (11, 6)
Die Ergänzung zum vorigen Zitat steht in Levitikus 11, 26, 27:
Alle Tiere mit
gespaltenen Klauen, die aber nicht Paarzeher sind und nicht wiederkäuen, sollt ihr für
unrein halten; jeder, der sie berührt, wird unrein.
Alle Vierfüßler, die auf Pfoten gehen, sollt ihr für unrein halten;
jeder, der ihr Aas berührt, wird unrein bis zum Abend ...
Wer kirchenhörig ist, müßte sich an die Weisungen des Alten
Testamentes halten, denn nach kirchlicher Lehre ist dieses das Wort Gottes. Würde sich
der Gläubige daran halten, dann hätten wenigstens die Hasen und die Wildschweine eine
Chance, ohne Schrot oder Kugel im Leib davonzukommen.
Zur Rechtfertigung der Jägerei wird oft angeführt, es sei notwendig,
den Bestand an bestimmten Tierarten zu dezimieren", da diese sonst überhand
nehmen würden. Der Gottesgeist jedoch lehrte uns: Gott hat Seine Schöpfung, die Natur
auf dieser Erde, so eingerichtet, daß sie selbst für Ausgleich, für die Erhaltung des
Gleichgewichts, sorgt. Gott hat diese Aufgabe nicht den Jägern übertragen!
An die Fischer und an alle, die dem Meer das entreißen, was dem Meer
gehört, richten sich die Anweisungen Gottes" durch Mose" wie folgt:
Aber alles, was in
Meeren oder Flüssen lebt, alles Kleingetier des Wassers und alle Lebewesen, die im Wasser
leben und keine Flossen oder Schuppen haben, seien euch abscheulich. (Levitikus 11, 10)
Wer also Meerestiere wie Hummer und dergleichen verzehrt, verunreinigt
sich. Jeder Leser kann sich nun überlegen, ob er heute schon unrein" geworden
ist.
Wo werden wohl all jene Kleriker nach diesem Erdenleben sein, die das
Alte Testament im Neuen Testament vollenden wollen und an schön gedeckten Tischen sitzen
und vom Kadaver des Hasen, des Wildschweines und dergleichen essen oder Meerestiere
verzehren, die keine Flossen und Schuppen haben, und die dann, im Zustand der Unreinheit,
eventuell sakrale Handlungen durchführen? Wohl werden sie heutzutage infolge ihres
Sündigens gegen das Heilige" und den Heiligen, Gott, nicht mehr gesteinigt,
aber wird nicht nach klerikaler Aussage das überlieferte Wort Gottes" noch
immer für wahr und gültig gehalten?
Gäbe es unreine, abscheuliche" Tiere, so müßte die
berechtigte Frage lauten: Warum hat Gott solche Tiere geschaffen, wenn Er die absolute
Reinheit ist?
Von all diesem sprach Jesus nicht. Jesus liebte alle Tiere. Er tat
nicht nur keinem Tier etwas zuleide, sondern ganz im Gegenteil: Er war der große Freund
aller Kreatur; Er sprach und handelte für die Tiere.
Viele Menschen hingegen machen sich kaum Gedanken, wenn Tiere gequält
und getötet werden. In Das ist Mein Wort auf Seite 433 erklärte Jesus, daß Tiere
fühlen und empfinden, ähnlich wie wir Menschen:
Als Jesus von Nazareth
sprach Ich zu vielen Menschen vom Gesetz des Lebens, so auch von den Tieren, die ähnlich
wie die Menschen Schmerz, Leid und Freude empfinden. So, wie der Mensch nicht gegen,
sondern für seinen Nächsten sein soll, so soll er auch für die Tiere sein und ihnen
gegenüber Verantwortung tragen, da sie dem Menschen dienen.
Immer wieder lehrte Ich die Menschen, daß auch die Tiere Geschöpfe
Gottes sind, die der Mensch nicht mißachten, sondern lieben soll. Wer sie schlägt und
quält, der wird einst an seiner Seele und an seinem Leibe Gleiches oder Ähnliches
erfahren. Denn was der Mensch seinen Mitmenschen und Mitgeschöpfen, den Tieren, antut,
das tut er sich selbst an.
Viele Menschen erkannten ihre Roheiten und begannen, Meine Lehre zu
verwirklichen. Sie bereuten und nahmen die Tiere als ihre Freunde an. Und so mancher
verstand Meine Worte und folgte Mir nach. (S. 433-434)
Ich wiederhole die Worte des Jesus, des Christus: Was der
Mensch seinen Mitmenschen und Mitgeschöpfen, den Tieren, antut, das tut er sich selbst
an." Folgen wir diesen Seinen Worten und beziehen wir einmal das, was die
unschuldigen Tiere trifft, auf uns selbst. Versetzen wir uns gedanklich an ihre Stelle und
teilen in Gefühlen, Bildern und Gedanken ihr Schicksal.
Z.B. könnten Sie sich, stellvertretend für ein Tier, die Frage
stellen: Möchten Sie lieber getötet oder ermordet werden? Wer sich ernsthaft in diese
Frage oder Situation hineinempfindet, daß er nun gefragt ist, sein Leben durch Tod oder
Mord zu lassen, der wird sicherlich keine Wahl zwischen Tod oder Mord treffen, denn
getötet oder ermordet zu werden heißt dann für ihn unterschiedslos, das Leben zu
lassen.
Und wie würden wir reagieren, wenn uns jemand einfängt, in einen
Käfig sperrt und über uns bestimmt, wann wir ab und zu die Freiheit schnuppern dürfen?
Stellen Sie sich vor, Sie sind in der Lage eines Goldhamsters, dem viel
Bewegung naturgemäß ist. Sehen und fühlen Sie sich gleichsam einige Wochen in einen
engen Raum gesperrt. Für Ihre Bewegung haben Sie nur ein Laufrad zur Verfügung, das sich
unter Ihren Füßen schnell fortbewegt, so daß Sie auf der Stelle laufen und laufen und
laufen, ohne daß Sie vorwärts kommen. Wie lange macht Ihnen das Spaß? So merken Sie
sehr bald, wie es dem Hamster ergeht, der Tag für Tag stumpfsinnig in dem engen Rad
laufen muß.
Oder fühlen Sie sich in die Situation eines Rindes im Maststall ein,
wo Sie, eingesperrt, in Tuchfühlung mit Leidensgenossen, gedopt durch chemiedurchsetztes
Mastfutter, sich bewußt sind, daß jeden Augenblick der Schlächter kommen kann, der Sie
niedermacht und Ihren Körper in Stücke zerlegt als Opfer-Mahlzeit z.B. für die beleibte
Geistlichkeit. Sie hören Ihre Brüder und Schwestern, die anderen Stiere und Kühe, von
Zeit zu Zeit dumpf muhen und spüren, daß diese die gleichen Ängste bewegen wie Sie
selbst. Doch das bevorstehende Schicksal ist unausweichlich. Sie sind in der Hand des
Schlächters Mensch, ausgeliefert seiner Ichsucht, Gefühlskälte und Gier, auch seiner
Profitgier.
Viele Menschen gehen über Leichen von Mensch und Tier - dann, wenn es
sie persönlich nicht trifft. Deshalb maßen sich Menschen an, in bestimmten Fällen
Menschen töten zu dürfen und um wieviel selbstverständlicher auch Tiere. Wer hat das
Recht, dem Nächsten, aber auch dem Tier, bewußt das Leben zu nehmen? Wer hat die Seele
des Menschen geschaffen, die unsterblich ist? Wer hat ihr den Atem gegeben? Und wer hat
dem Tier den Atem und somit das Leben gegeben? Nicht der Mensch, sondern Gott, der Ewige,
der Schöpfergeist der Unendlichkeit. Gott nimmt weder Mensch noch Tier das Leben, denn
Gott ist der Geber. Und Gott zwingt nicht; Er wendet niemals Gewalt an; Er beeinflußt
auch niemanden gegen dessen Willen. Er ist die Freiheit und läßt die Freiheit. Nur der
Mensch, der weder der Seele des Menschen noch dem Tier das Leben gegeben hat, tötet das
Haus der Seele, den Körper, und tötet das Tier. Wer hat dem Menschen das erlaubt? Jesus
sprach davon nicht!
Wer zwischen Töten" und Morden" unterscheidet,
der ist meines Erachtens ein Paranoiker, der das Leben anderer nicht schätzt und nach dem
All-Gesetz, das das Leben ist, folglich selbst sein Leben verwirkt. Denn: Was der Mensch
anderen zufügt, das tut er sich selbst an.
Das gleiche gilt, wenn Tiere in Käfigen gehalten werden. Gott sah für
die Tiere die Natur als Lebensraum vor, in dem sie sich, jeweils ihrer Art entsprechend,
frei bewegen können, wie auch die geistigen Tierformen im ewigen Sein es tun. Er schuf
keine Käfige für Seine Kreatur. Nur Menschen maßen sich an, Tiere einzusperren und sie
auf engstem Raum ihr Dasein fristen zu lassen.
Jesus, der Christus, sagte sinngemäß: Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen! (Mt 7, 12). Die Aussage Jesu können wir auch folgendermaßen verstehen: Was du nicht willst, daß man dir tu, das füg auch keinem anderen zu. Gilt diese Aussage nur in bezug auf uns Menschen oder aber, angesichts der Liebe Jesu zu den Tieren, auch in bezug auf diese?
Gott gab den Menschen
und den Tieren die ganze Erde und somit die Freiheit. Die Menschen jedoch teilen die Erde
in Parzellen ein. Jeder sucht - legal oder illegal - das größte Stück zu bekommen. Das
Stück Land ist dann sein Besitz". Es ist das, was ihm gehört" mit
allem, was darauf und darin lebt. Doch was wir uns auf Erden angeeignet haben, ist
Illusion, also Täuschung, denn der Tod nimmt uns, was wir von der Erde genommen haben.
Für viele Menschen sind Tiere nur eine Sache, die man kaufen und
verkaufen kann, gebrauchen oder auch verbrauchen - wie eine Ware aus einem Kaufhaus. Sie
pferchen die Tiere in die Welt ihrer Vorstellungen hinein, in den Pferch, in dem auch sie
ihr Dasein fristen.
Wer gelernt hat, sich in Menschen hineinzufühlen, der spürt, daß
auch Tiere fühlen und empfinden, ähnlich wie wir Menschen. Sie empfinden Freude, Leid
und Schmerz. Eine alte Indianerweisheit könnte uns helfen, auch Tiere verstehen zu
lernen. Sie lautet: Beurteile nie einen Menschen, bevor du nicht mindestens einen
halben Mond lang seine Mokassins getragen hast. Auf Tiere bezogen kann gesagt werden:
Bevor du Tiere gefangen hältst, sie für deine Zwecke mißbrauchst und sie quälst, ihnen
also bestimmte eingeschränkte oder ihrer Natur nicht gemäße Lebensbedingungen zumutest,
erprobe es zuerst an dir selbst. Laß dich also in das oben genannte Laufrad zwingen, und
du fühlst, was der kleine Übernächste durchmachen muß. Wer anderweitig die lebendige
Anschauung für das Schicksal der Tiere erwerben möchte, könnte sich in die Rolle des
Mastkalbs versetzen oder in die des Huhns im Käfig einer Hühnerfarm oder in die des
Robbenbabys, das sich wohlig am Ufer sonnt, auf das nun die Männer mit der Keule in der
Hand zukommen, die ihm den Pelz abziehen wollen. Eventuell stellen Sie sich auch vor, was
die Robbenmutter fühlt, wenn sie vom Fischfang zurückkommt und statt ihres Kindes einen
rohen Klumpen Fleisch vorfindet ...
Jesus, der Christus,
ist die Wahrheit. Er sprach sinngemäß: Ich und der Vater sind eins (Joh 10, 30).
Denken wir noch einmal über folgende Worte Jesu nach: Denkt nicht, Ich sei gekommen,
um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich Bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern
um zu erfüllen (Mt 5, 17). In vielen Fällen erfüllte Jesus nicht, was der
Gott" des Alten Testamentes durch den Propheten Mose anordnete. Jesus bezog
sich selten und nur indirekt auf den Gott" in den Büchern Mose".
Vielmehr sagte Er: Ihr habt gehört, daß gesagt worden ist ... Ich aber sage euch ...
Oder: Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt worden ist ... Ich aber sage euch ... Wer
Ohren hat, zu hören, der höre: Jesus erwähnte selten den Gott" in den
Büchern Mose".
Jesus distanzierte sich also von jener verfälschten Gottesvorstellung,
von jenem falschen Gottesbild. Er sprach vom Vater im Himmel", von Seinem
Vater, von Gott, euer Vater". Er sprach aus der Wahrheit, die die ewige
Realität, das Gesetz der Himmel, ist.
So mancher könnte nun den Einwand bringen, daß das, was Gott damals
zu den Menschen gesagt hat, den damaligen Menschen galt; heute hätte das keine
Gültigkeit mehr, heute wäre es ganz anders. Es stellt sich die Frage: Waren die
damaligen Menschen schlechter, also hatten sie einen miserableren Charakter als die
heutige Menschheit? Wir brauchen diesbezüglich sicherlich nicht zu forschen, wie wohl die
damaligen Menschen waren. Jeder, der noch ein Fünkchen Gewissen hat, weiß ohne Analyse
und aufgrund der Fakten auf Seite 32 ff, daß die heutige Menschheit um vieles schlimmer
ist als die damaligen Menschen. Daß dies auch hinsichtlich ihrer Einstellung zu ihren
Naturgeschwistern, den Tieren, in der Natur, in den Laboratorien der Wissenschaftler etc.
gilt, beweist das Schicksal der Tiere.
Viele sind der Ansicht,
sie seien gottgläubige Menschen. Gerade jene, die ihre Gottgläubigkeit in Kirchen und
Staatsempfängen zur Schau stellen, schwingen sich immer mehr zu Über-Göttern auf, die
es nicht nur dulden, sondern befürworten, daß an lebenden Tieren die grausamsten und
brutalsten Versuche durchgeführt werden, welche die Praktiken in den Büchern
Mose" in den Schatten stellen. Der römische Klerus spricht natürlich nicht vom
Schatten. Er verkündet: Das Alte Testament bereitet das Neue vor, während
dieses das Alte vollendet. Beide erhellen einander ..." Sind z.B. die brennenden
Scheiterhaufen im Mittelalter als das Erhellen des Alten Testamentes im Neuen anzusehen -
und wirft, umgekehrt, das blutrünstige Geschehen im Mittelalter und die gravierende
Veränderung, welche die Lehre des Jesus, des Christus, im Laufe der letzten 2000 Jahre
erfuhr, ein erhellendes" Licht auf das, was mit Gottes Wort und Botschaft im
Alten Testament geschah? Es könnte lohnenswert sein, dieser Frage einmal nachzugehen ...
Was für Kräfte, auch Mächte genannt, könnten dies heute wohl sein? Wenn Gott es nicht
sein kann, - denn Er ist das Gesetz, und dieses Gesetz ist Liebe, Güte, Friede und das
Wohl für alle und alles -, wer ist es dann?
Soeben lese ich, wie das Alte Testament im Neuen die Vollendung findet,
nur mit anderen Merkmalen, die auf die heutige Zeit zugeschnitten sind. Es handelt sich um
die Niederschrift einer Fernsehsendung, die am 2.9.1999 im Auslandsjournal",
ZDF, unter dem Titel Kindesmißhandlung in Irland" ausgestrahlt wurde. Sie soll
hier auszugsweise wiedergegeben werden:
Ein Skandal
erschüttert Irland. Im Mittelpunkt steht die Katholische Kirche, die Säule der irischen
Gesellschaft. Über viele Jahre hinweg hat der Staat einem katholischen Orden Kinder
anvertraut. Heute ist das Entsetzen groß auf der Insel, denn ein Dokumentarfilm zeigt,
was zunächst niemand glauben wollte: Statt Fürsorge Mißbrauch, statt Liebe Gewalt.
Nicht einzelne - Hunderte von Kindern haben in der Obhut der Kirche offensichtlich die
Hölle auf Erden erlebt. Jetzt wird das Kartell des Schweigens zerbrochen; die Wahrheit,
sie kommt doch ans Licht.
Der Staat weist John Prior mit drei Jahren in ein Erziehungsheim ein,
weil die Eltern angeblich ihre Fürsorgepflicht vernachlässigen. Das Heim ist geführt
vom katholischen Orden der Christian Brothers. Bei ihnen sollen die Kinder in Gottes
Glauben erzogen werden.
John, jetzt 54, berichtet, daß er sieben Jahre lang von zwei
Ordensbrüdern und einem katholischen Priester sexuell mißbraucht wurde.
Die schlimmsten
Prügel, die ich je bekommen habe, das war, als ich der Krankenschwester erzählte, daß
ich von einem Bruder sexuell mißbraucht wurde. Ich war neuneinhalb oder zehn. Sie hat
mich erst geschlagen und es dann dem Bruder erzählt. Der hat mich weggebracht, und dann
haben mich zwei Brüder geschlagen und geschlagen und geschlagen. Ich hatte überall
Wunden ...
Wir hatten Gemeinschaftsduschen; da mußten 20 Jungen rein. Der Bruder
[Ordensbruder] hat sich ausgezogen ... und er hat einige Buben vor den Augen der anderen
mißbraucht und sie gezwungen, sich gegenseitig anzufassen. Er hat mich einmal
vergewaltigt, hat mich über sein Bett geworfen und mich genommen, mich aufgerissen. Ich
habe so schlimm geblutet, daß die Krankenschwester Jod benutzte, und ich schrie vor
Schmerzen.
Im März 1998 haben sich die [Ordens-]Brüder öffentlich für den
Kindesmißbrauch in den Heimschulen entschuldigt und zusammen mit anderen Orden ein
Hilfstelefon für Betroffene eingerichtet. Es gab über 8000 Anrufe, und die Kirche hat
600 Opfer an Therapeuten vermittelt.
1999: Ein Dokumentarfilm klagt den Staat an und belegt, daß die
Behörden seit Jahrzehnten vom Kindesmißbrauch in den kirchlichen Schulen wußten und sie
trotzdem weiter finanziert haben. Daraufhin gründet die Regierung eine
Untersuchungskommission, verspricht Gesetzesänderungen und stellt 10 Millionen Mark für
die Therapie der Opfer bereit.
John ist jetzt in psychotherapeutischer Behandlung. Er hat
Angstzustände, kann nicht schlafen, vertraut niemandem. Fast alle Beziehungen sind
gescheitert, und beruflich hat er nie etwas erreicht.
Therapeut: John leidet ununterbrochen; er hat
Minderwertigkeitskomplexe, fühlt sich unnütz; er hat kein Selbstvertrauen ...
John ist kein Einzelfall. Tausende von Kindern wurden in Irland in die
Obhut von katholischen Fürsorgeheimen gegeben ... John berichtet vom Schicksal seines
besten Freundes, Joseph:
Er hatte einen langen Lederriemen und hat Joseph damit auf beide
Schultern und den Kopf geschlagen. Joseph ist von seinem Stuhl gefallen, und der Bruder
hat auf jeden Teil seines Körpers eingeschlagen, und dann hat er ihn getreten, mit diesen
schweren Armeestiefeln, die die Brüder zur Landarbeit trugen. Und er hat ihn getreten und
getreten und getreten, bis Joseph sich nicht mehr bewegen konnte. Joseph hatte das
Bewußtsein verloren und wurde ins Krankenhaus gebracht. Dort ist er gestorben. Es war
allgemein bekannt. Sie sagen hier, es war Leukämie; aber er ist nicht an Leukämie
gestorben.
Sprecherin: Seitdem glaubt John nicht mehr an Gott.
Dieser Bericht spricht für sich ...
In der kürzlich erschienenen Ausgabe von Kirche intern" (Österreich) war unter der Überschrift Sexueller Mißbrauch. Kloster-Therapie" zu lesen:
Immer öfter geraten
Priester und Ordensleute in den Verdacht, an Delikten sexuellen Mißbrauchs beteiligt zu
sein. Grund genug für den Abt des Stiftes G., J.A., tätig zu werden. Noch heuer möchte
er im Kloster P. ein Psychiatriezentrum für Klerus, Ordensleute und pastorale Mitarbeiter
einrichten.
Es könnte ratsam sein, nachzulesen, was der Gott des Mose" zu
Solchem und Ähnlichem sagt. Käme dieses alte Gesetz", das ja nun wirklich
eine lange Tradition aufzuweisen hat und als Teil der Heiligen Schrift" die
Wertschätzung der Kirche besitzt, heute zur Anwendung, so gäbe es also sehr schnell
etliche Menschen weniger.
Der Mensch von heute
vergeht sich nicht nur am einzelnen, an Mensch und Tier, sondern in einer Globalstrategie
gegen Menschen und Tiere. Er ist sogar der Ansicht, er müsse Gottes Schöpfung
verbessern. Der grausame Herrenmensch greift auf vielfältige und auf brutalste Art und
Weise in das Leben der Tiere ein - auch die Pflanzen- und Mineralwelt verschont er nicht
-, und andere, die breite Masse, überlassen, taub und blind infolge Egoismus und dumpfer
Gleichgültigkeit, die gemarterten Geschöpfe widerspruchslos ihrem Schicksal. Ähnlich
geht der Mensch auch mit seinesgleichen um.
Die heutige Priesterkaste hat sich ebenso ihren Gott zurechtgezimmert
wie die zu Mose Zeiten. Nur daß der heutige Gott" weder dem Alten Testament
entspricht, noch mit der Lehre Jesu übereinstimmt. Die kirchlichen Amtsträger paßten zu
allen Zeiten ihren Gott oder ihre Götter der Zeit" - sprich: ihren eigenen
jeweiligen Vorstellungen, ihren Bedürfnissen und Zielen - an. Der wahre Gott hingegen ist
nicht der kirchliche Zeitgeist-Gott, sondern der unwandelbare, Den uns Jesus gelehrt hat.
Der kirchliche Zeitgeist-Gott ist inkonstant und unzuverlässig. Da hilft es auch nicht,
daß man die Stabilität durch absolut formulierte Aussagen vortäuschen will. Die
Unwahrheit ist nun mal nicht von ewigem Bestand, auch wenn man die Risse und Löcher im
Kessel der Unwahrheit mit dem Pflaster das sind die Geheimnisse Gottes" eine
Zeitlang notdürftig flicken kann. Das Licht der Wahrheit bringt alles an den Tag.
Warum halten sich die kirchlichen Amtsträger nicht an ihre eigenen
Aussagen? Würden sie das Alte Testament im Neuen mit allen Details zur Vollendung kommen
lassen, dann wären sie die ersten, die der Gott" in den Büchern
Mose" töten ließe.
Die heutigen Menschen -
vor allem die Kirchengläubigen - gehen in den Fußspuren kirchlicher Obrigkeiten, die
einen wandelbaren, also mit der Zeit gehenden, sich dieser und dem Zeitgeist gleichsam
unterordnenden Gott" verkünden, damit ihr Hals nicht in die Schlinge des Alten
Testamentes gerät, die ihnen der Gott" in den Büchern Mose" schon
längst übergestülpt und zugezogen hätte. Sie brauchen also ihren Zeit-Geist, den sie
Gott" nennen.
Flexibel paßt sich dieser den augenblicklich für die Herrschenden im
Vordergrund stehenden Erfordernissen an, damit man möglichst wenig Schwierigkeiten hat,
ihn den Gläubigen so zu präsentieren, daß diese in ihrer Lethargie, Ichbezogenheit und
Genußsucht möglichst wenig gestört werden. Dann bleiben sie gern im Schoße dieser
bequemen Kirche, die ihnen so manche Gewissensentscheidung abnimmt und ihnen das Alibi
für Ungeheuerlichkeiten mancherlei Art frei Haus liefert.
Der wahre Ewige ist der Absolute. Er ist das all-weise Weltall-Gesetz,
das Liebe ist. Ich wiederhole: Gott, die Liebe, straft und züchtigt nicht, Er verdammt,
tötet und mordet nicht. Gott wird auch weder Menschen noch Tiere an Menschen ausliefern.
Daß dies so ist, lehrte uns Jesus. Er lebte das Gesetz Seines Vaters und ist uns Beispiel
und Vorbild.
Lernen wir, die Tiefe Seiner Lehre und die Aussage: Folgt mir
nach! (Mt 4, 19) zu verstehen, dann wissen wir, warum Jesus uns
nahelegte, in Seinen Fußspuren zu gehen. Wollte Jesus uns damit u.a. sagen, daß
wir nicht in den Fußspuren der Priesterkaste gehen sollen, die einen Geist der Zeit
lehren, also einen Zeitgeist-Gott, der die Menschen unweigerlich ins Verderben führt, was
uns unsere heutige Zeit, unsere Welt, beweist? Auch der Seher von Patmos hat das erkannt,
denn es steht in der Offenbarung des Johannes: Geht hinaus aus ihr, mein Volk, daß
ihr nicht teilhabt an ihren Sünden und nichts empfangt von ihren Plagen. (18, 4)
Noch einmal sei klar
und unmißverständlich gesagt: Jesus sprach gegen die brutalen und bestialischen
Hinrichtungen von Tieren und gegen das Töten und Morden von Menschen. So lange sollten
wir uns Fragen stellen, bis wir die Erleuchtung empfangen und tief in uns selbst erkennen,
warum Jesus einen anderen Gott verkündete als den Gott in den Büchern Mose"
und den der heutigen kirchlichen Amtsträger. Oder wir glauben an mehrere Götter
unterschiedlicher Qualität; in dem Fall ist das die Philosophie des einzelnen, der dazu
keine kirchliche Instanz benötigt; außer es mangelt ihm diesbezüglich an Phantasie,
dann ist er als religiöses" Mitglied der Kirche am rechten Platz. Sollte der
Eine Gott jedoch wandelbar sein, dann wehe den Menschen, die sich von der heidnischen
Kult-Staats-Kirche abgewendet haben.
Man wäge also weise ab, und bedenke alles gut! Gott hat den Menschen
nicht nur ein Herz gegeben - auf dessen Regungen infolge Gewissensverlusts oftmals nicht
mehr so recht Verlaß ist -, sondern auch einen Verstand. Es empfiehlt sich, diesen zu
gebrauchen und die eventuell lange unbenutzte Fähigkeit zu selbständigem Denken wieder
zu erwecken.
Um zu eigener Klarheit zu finden, ist ein gutes Mittel, sich selbst -
oder auch Gott im innigen Gebet - Fragen zu stellen. Denn: Wer ehrlich fragt, der kann
geführt werden.
Nach 2000 Jahren ist es an der Zeit, daß der Mensch, der an Jesus
glaubt und Ihm nachfolgen möchte, die Entscheidung trifft: entweder in den Fußspuren des
Jesus, des Christus, zu gehen, also Seine Lehre anzuwenden - oder in den Fußspuren der
heutigen kirchlichen Obrigkeiten zu wandeln, die der Priesterkaste zu Mose Zeiten um
nichts nachstehen.
Töten" oder Morden"?
Obwohl es dem
Gegenspieler Gottes gelungen war, das Wort Gottes durch den Propheten Mose gründlich zu
verfälschen, blieb der Wortlaut der Zehn Gebote, die ein Auszug aus dem ewigen, absoluten
Gesetz der Himmel sind, davon bis in unsere Zeit weitgehend unberührt.
Das fünfte Gebot lautete und lautet nach wie vor: Du sollst nicht
töten.
Jedoch: In der Einheitsübersetzung der Neuen Jerusalemer Bibel aus dem
Jahr 1985 steht in der Reihe der Gebote Gottes an dieser Stelle bereits: Du sollst
nicht morden. Diese neue Formulierung ist zweifellos dem Gott des Zeitgeistes, dem
Zeitgeist-Gott, zuzuschreiben. Sie stellt eine Abschwächung der umfassenden Aussage
Du sollst nicht töten" dar. Jesus hingegen sagte in Seiner Bergpredigt sogar: Ihr
habt gehört, daß zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemand
tötet, soll dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch
nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt, du Dummkopf!,
soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: du (gottloser)
Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein. (Mt 5, 21-22)
Jesus hat also nicht die absolute Aussage Du sollst nicht
töten" abgeschwächt und ihre Bedeutung auf spezielle Einzelfälle eingeschränkt -
im Gegenteil. Jesus hat sie vertieft. Er hat gelehrt, daß nicht nur in der vollzogenen
Tat des Tötens das Gegen-den-Nächsten liegt, sondern bereits in verletzenden oder
abwertenden Worten samt den diesen innewohnenden Gefühlen und Empfindungen. Er machte uns
damit darauf aufmerksam, daß bereits jede feine Regung der Ablehnung eines Nächsten,
eventuell auch gegenüber den Tiergeschwistern, unseren Übernächsten, vor Gott Sünde
ist. Jesus forderte uns gleichsam auf, unser Gewissen zu sensibilisieren.
Und: Jesus sprach ausdrücklich vom Töten" und nicht vom
Morden".
Jeremia hatte das Volk
bereits auf die Verfälschungen der Schrift" aufmerksam gemacht. In Jeremia 8,
8 sprach er vom Lügengriffel der Schreiber", die das Gesetz des Herrn
zur Lüge gemacht" haben.
Wessen Lügengriffel" hat nun also erneut das Wort Gottes
durch Mose verfälscht? Wem dienen jene, die solches tun? Was soll mit der Aussage
Du sollst nicht morden" gerechtfertigt werden? Soll sie dazu dienen, das
Gewissen der Menschen weiter zu beschwichtigen, damit es nicht mehr anschlägt, wenn
Unrecht geschieht?
Der Ungeist des Alten Testamentes bereitete vor - sprich: er gab die
Methode vor -, im Neuen Testament setzt sich das erfolgreich Durchgeführte methodisch,
plan- und zielbewußt fort bis heute. Unter den Augen von vielen Millionen
verstandesbegabter Menschen wird - simsalabim! - aus Weiß nun Schwarz. Sind das die
Wunder" von heute?
Wem die Kluft zwischen den beiden unterschiedlichen Aussagen - Töten
und Morden - gleichgültig ist, der sitzt auf zwei Stühlen und versucht, zwei Herren zu
dienen, dem Geist des grausamen Gottes" in den Büchern Mose" und
somit den Institutionen Kirche - und ein wenig Jesus, dem Christus, der den Gott der
barmherzigen Liebe lehrte.
Jesus sagte sinngemäß: Mein Vater und Ich sind eins. Wo zwei
eins sind, sprechen sie die gleiche Sprache. Wer Ohren hat zu hören, der höre!
Wie lehrte Jesus in Seiner Bergpredigt? Wer dem Nächsten nur zürnt,
soll dem Gericht verfallen sein. Und: Wer Dummkopf!" sagt, soll dem Spruch des
Hohen Rates verfallen sein. Wer Ohren hat zu hören, der höre! Und wer ein Gewissen hat,
der wird Jesus, dem Christus, nachfolgen und das befolgen, was in der Johannes-Offenbarung
steht, die ich hier wiederhole: Geht hinaus aus ihr, mein Volk, daß ihr nicht teilhabt
an ihren Sünden und nichts empfangt von ihren Plagen. (Off 18, 4)
Jesus trug nicht zur
Aufweichung unseres Gewissens bei. Er forderte uns auch nicht auf, dieses mit Listen und
Finten, mit spitzfindigen Formulierungen einzulullen und zum Schweigen zu bringen. Das tut
einzig der, der gegen Gott ist und wirkt und der schon das Wort Gottes durch Mose in sein
Gegenteil verkehrt hat. Davon ein weiteres Beispiel:
Im 2. Buch Mose, Exodus, Einheitsübersetzung, steht: Wer einen
Menschen so schlägt, daß er stirbt, wird mit dem Tod bestraft (Exodus 21, 12).
Wer seinen Vater oder seine Mutter schlägt, wird mit dem Tod bestraft. Wer einen Menschen
raubt, gleichgültig, ob er ihn verkauft hat oder ob man ihn noch in seiner Gewalt
vorfindet, wird mit dem Tod bestraft. Wer seinen Vater oder seine Mutter verflucht, wird
mit dem Tod bestraft. (21, 15-17)
In Exodus 21, 24 heißt es weiter: Auge für Auge, Zahn für Zahn,
Hand für Hand, Fuß für Fuß, Brandmal für Brandmal, Wunde für Wunde, Strieme für
Strieme.
Und das wurde oft genug wörtlich genommen und diente zur Legitimation
von Racheakten aller Art.
Jesus sprach in der Bergpredigt solches nicht. Hier heißt es: Ihr
habt gehört, daß gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn. Ich aber sage
euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer
auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin. Und wenn dich einer vor
Gericht bringen will, um dir das Hemd wegzunehmen, dann laß ihm auch den Mantel. Und wenn
dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm. Wer dich
bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab. (Mt 5, 38-42)
Bei Jesus lesen wir also ganz andere Worte als von dem Gott"
in den Büchern Mose". Wer ein aufrichtiger Christ sein möchte, der müßte
die Entscheidung treffen: Entweder für Gott durch Jesus, den Christus, oder für den Gott
der Institutionen Kirche, denn zwei Herren kann man nicht dienen. Irgendwann bringt uns
der falsche Gott zu Fall. Unsere gleichgültige, unbarmherzige Gesellschaft ist hierfür
der beste Beweis.
Im Fünften Buch Mose, Deuteronomium, ist u.a. die Rede von der Wiedervergeltung:
Und du sollst in dir kein Mitleid aufsteigen lassen, Leben für Leben, Auge für Auge, Zahn für Zahn, Hand für Hand, Fuß für Fuß. (19, 21)
Der Krieg und die
Kämpfer. Wenn du zum Kampf gegen deine Feinde ausziehst und Pferde und Wagen und ein
Kriegsvolk erblickst, das zahlreicher ist als du, dann sollst du dich nicht vor ihnen
fürchten; denn der Herr, dein Gott, der dich aus Ägypten heraufgeführt hat, ist bei
dir.
Wenn ihr in den Kampf zieht, soll der Priester vortreten, dem
Kriegsvolk eine Ansprache halten und zu ihnen sagen: Höre, Israel! Ihr zieht heute in den
Kampf gegen eure Feinde. Verliert nicht den Mut! Fürchtet euch nicht, geratet nicht
durcheinander, und weicht nicht erschreckt zurück, wenn sie angreifen. Denn der Herr,
euer Gott zieht mit euch, um für euch gegen eure Feinde zu kämpfen und euch zu retten.
(20, 1-4)
Als wäre nicht seit damals doch Jesus, der Christus, auf der Erde
gewesen, hält man es derzeit ähnlich: Die heutigen Priester segnen die Kriege samt ihren
Waffen in dem Glauben, die von ihnen Gesegneten haben Gott an ihrer Seite gegen die
Feinde".
Im gleichen Buch Mose heißt es weiter:
Die Eroberung der
Städte. Wenn du vor eine Stadt ziehst, um sie anzugreifen, dann sollst du ihr
zunächst eine friedliche Einigung vorschlagen. Nimmt sie die friedliche Einigung an und
öffnet dir die Tore, dann soll die gesamte Bevölkerung, die du dort vorfindest, zum
Frondienst verpflichtet und dir untertan sein. Lehnt sie eine friedliche Einigung mit dir
ab und will sich mit dir im Kampf messen, dann darfst du sie belagern.
Wenn der Herr, dein Gott, sie in deine Gewalt gibt, sollst du alle
männlichen Personen mit scharfem Schwert erschlagen. Die Frauen aber, die Kinder und
Greise, das Vieh und alles, was sich sonst in der Stadt befindet, alles, was sich darin
plündern läßt, darfst du dir als Beute nehmen. Was du bei deinen Feinden geplündert
hast, darfst du verzehren; denn der Herr, dein Gott, hat es dir geschenkt.
So sollst du mit allen Städten verfahren, die sehr weit von dir
entfernt liegen und nicht zu den Städten dieser Völker hier gehören. Aus den Städten
dieser Völker jedoch, die der Herr, dein Gott, dir als Erbbesitz gibt, darfst du nichts,
was Atem hat, am Leben lassen. (20, 10-16)
Im Mittelalter wateten
die Kreuzritter im Blut derer, die sie im Namen des Kreuzes besiegt hatten. Zwischen 1941
und 1943 in Kroatien war es nicht viel anders. Die Kirche macht wahr: Das Alte Testament
erhellt" das Neue Testament - doch nicht mit dem Licht Gottes, von dem Christus
kündete und heute wieder kündet!
Gott ist der Friede. Christus kam in Jesus, um allen Menschen den
Frieden zu bringen. Er wird - im Geiste - wiederkommen als der Friedefürst, das ist
gewiß.
Jesus sprach in Seiner Bergpredigt von der Liebe zu den Feinden. Bei
Matthäus heißt es:
Ihr habt gehört, daß
gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber
sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne
eures Vaters im Himmel werdet; denn er läßt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten,
und er läßt regnen über Gerechte und Ungerechte. Wenn ihr nämlich nur die liebt, die
euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner? Und
wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die
Heiden?
Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.
(Mt 5, 43-48)
Wieder erkennen wir:
Jesus sagte: Ihr habt gehört ... Er sagte nicht ihr habt von Gott durch Mose
gehört"; Er sagte auch nicht ihr habt vom Propheten Mose gehört". Er
sagte: Ihr habt gehört ...
Jesus sprach von der Liebe Gottes und von der Versöhnung - der
sogenannte Gott" durch Mose vom Zerstören, Plündern und Töten.
In Levitikus, 3. Buch Mose, heißt es in der Zusammenfassung:
Verfolgt ihr eure
Feinde, so werden sie vor euren Augen dem Schwert verfallen. Fünf von euch werden hundert
verfolgen, hundert von euch werden zehntausend verfolgen, und eure Feinde werden vor euren
Augen dem Schwert verfallen. Euch wende ich mich zu, mache euch fruchtbar und zahlreich
und halte meinen Bund mit euch aufrecht. (26, 7-9)
Jesus hingegen sagte: Alle, die zum Schwert greifen, werden durch
das Schwert umkommen." (Mt 26, 52)
Mose soll auf Geheiß Gottes Priester geweiht haben. Die Weihe begann
mit der üblichen Schlachtzeremonie eines Widders. Jesus hat auch in bezug auf die
Priester gerade das Gegenteil gelehrt. Im Matthäus-Evangelium sprach Er deutliche Worte: Ihr
aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber
seid Brüder. (23, 8)
In Matthäus 23 rügte Jesus die Heuchelei der Schriftgelehrten und
Pharisäer:
Darauf wandte sich
Jesus an das Volk und an seine Jünger und sagte:
Die Schriftgelehrten und die Pharisäer haben sich auf den Stuhl des
Mose gesetzt. Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach
dem, was sie tun; denn sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen.
Sie schnüren schwere Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf
die Schultern, wollen selber aber keinen Finger rühren, um die Lasten zu tragen. Alles,
was sie tun, tun sie nur, damit die Menschen es sehen:
Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Gewändern
lang, bei jedem Festmahl möchten sie den Ehrenplatz und in der Synagoge die vordersten
Sitze haben, und auf den Straßen und Plätzen lassen sie sich gern grüßen und von den
Leuten Rabbi (Meister) nennen. Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur
einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder. Auch sollt ihr niemand auf Erden euren
Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel. Auch sollt ihr euch nicht
Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus. Der Größte von euch soll
euer Diener sein. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst
erniedrigt, wird erhöht werden.
Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr
verschließt den Menschen das Himmelreich. Ihr selbst geht nicht hinein; aber ihr laßt
auch die nicht hinein, die hineingehen wollen.
Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr zieht
über Land und Meer, um einen einzigen Menschen für euren Glauben zu gewinnen; und wenn
er gewonnen ist, dann macht ihr ihn zu einem Sohn der Hölle, der doppelt so schlimm ist
wie ihr selbst.
Weh euch, ihr seid blinde Führer! Ihr sagt: Wenn einer beim Tempel
schwört, so ist das kein Eid; wer aber beim Gold des Tempels schwört, der ist an seinen
Eid gebunden. Ihr blinden Narren! Was ist wichtiger: das Gold oder der Tempel, der das
Gold erst heilig macht? Auch sagt ihr: Wenn einer beim Altar schwört, so ist das kein
Eid; wer aber bei dem Opfer schwört, das auf dem Altar liegt, der ist an seinen Eid
gebunden. Ihr Blinden! Was ist wichtiger: das Opfer oder der Altar, der das Opfer erst
heilig macht? Wer beim Altar schwört, der schwört bei ihm und bei allem, was
daraufliegt. Und wer beim Tempel schwört, der schwört bei ihm und bei dem, der darin
wohnt. Und wer beim Himmel schwört, der schwört beim Thron Gottes und bei dem, der
darauf sitzt.
Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr gebt
den Zehnten von Minze, Dill und Kümmel und laßt das Wichtigste im Gesetz außer acht:
Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Treue. Man muß das eine tun, ohne das andere zu lassen.
Blinde Führer seid ihr: Ihr siebt Mücken aus und verschluckt Kamele.
Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr haltet
Becher und Schüsseln außen sauber, innen aber sind sie voll von dem, was ihr in eurer
Maßlosigkeit zusammengeraubt habt. Du blinder Pharisäer! Mach den Becher zuerst innen
sauber, dann ist er auch außen rein.
Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr seid
wie die Gräber, die außen weiß angestrichen sind und schön aussehen; innen aber sind
sie voll Knochen, Schmutz und Verwesung. So erscheint auch ihr von außen den Menschen
gerecht, innen aber seid ihr voll Heuchelei und Ungehorsam gegen Gottes Gesetz.
Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr
errichtet den Propheten Grabstätten und schmückt die Denkmäler der Gerechten und sagt
dabei: Wenn wir in den Tagen unserer Väter gelebt hätten, wären wir nicht wie sie am
Tod der Propheten schuldig geworden. Damit bestätigt ihr selbst, daß ihr die Söhne der
Prophetenmörder seid. Macht nur das Maß eurer Väter voll! Ihr Nattern, ihr
Schlangenbrut! Wie wollt ihr dem Strafgericht der Hölle entrinnen?
Darum hört: Ich sende Propheten, Weise und Schriftgelehrte zu euch;
ihr aber werdet einige von ihnen töten, ja sogar kreuzigen, andere in euren Synagogen
auspeitschen und von Stadt zu Stadt verfolgen. So wird all das unschuldige Blut über euch
kommen, das auf Erden vergossen worden ist, vom Blut Abels, des Gerechten, bis zum Blut
des Zacharias, Barachias Sohn, den ihr im Vorhof zwischen dem Tempelgebäude und dem
Altar ermordet habt. Amen, das sage ich euch: Das alles wird über diese Generation
kommen. (23, 1-36)
Jesus sprach u.a.: Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater
nennen, denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel. (Mt 23, 9)
Warum gibt es dann den Heiligen Vater" auf Erden? Wer als Katholik an die Worte Jesu glaubt, müßte sich die Frage stellen, ob er nicht einer römisch-katholischen Galionsfigur" zujubelt und so mit einstimmt, den Namen Jesu und Seine Lehre zu schmähen, um den größten Propheten aller Zeiten, der unser Erlöser wurde, lächerlich zu machen.
Jesus sprach gegen das
Priestertum: Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer
Meister, ihr alle aber seid Brüder. (Mt 23, 8)
Jesus nannte sich Meister, also Weisheitslehrer. Die katholische Kirche
machte Jesus gegen Seine Lehre und gegen Seinen Willen zum Priester. Im katholischen
Katechismus, Nr. 1548, heißt es: Christus selbst ist im kirchlichen Dienst des
geweihten Priesters in seiner Kirche zugegen als Haupt seines Leibes, Hirt seiner Herde,
Hoherpriester des Erlösungsopfers und Lehrer der Wahrheit."
Im katholischen Katechismus heißt es: ... und Lehrer der Wahrheit." Das ist seitens der heutigen kirchlichen Amtsträger wieder eine Verhöhnung des Jesus, des Christus. Sie reden vom Lehrer der Wahrheit, aber sie tun nicht, was Jesus lehrte und wollte.
Jesus, der schlichte
Mann im Volk Israel, ein Jude in einfachem Leinengewand, der Menschensohn, wie Er genannt
wird, der Sohn eines Zimmermanns, stand im krassen Gegensatz zu der damaligen und heutigen
Priesterkaste.
Die damaligen Priester trugen ihrem Ansehen und Anspruch entsprechende
Gewänder, und auch die heutigen Kardinäle, Bischöfe, Pfarrer und Priester stellen sich
in prächtigen Roben dar - Gott aber ließ Seinen Sohn, den Mitregenten der Himmel, in
einfachen Gewändern über die Erde wandeln, ohne Habe, als Zimmermann. Warum kleidete
Gott Jesus, Seinen Sohn, nicht in ein Priestergewand, und warum ließ Er Ihn nicht im
Tempel zu Jerusalem Dienst tun? Macht Gott Ausnahmen? Lesen wir, was der Gott durch
Mose" sagte und wie Er" Aaron und seinen Söhnen das Priesteramt übertrug
und sie als Priester einkleidete. Im Buch Exodus heißt es:
Der Efodmantel. Verfertige den Efodmantel ganz aus violettem Purpur; in seiner Mitte soll sich eine Öffnung für den Kopf befinden; an seiner Öffnung ringsum soll wie bei der Öffnung eines Panzerhemds ein gewebter, unzerreißbarer Rand angebracht sein. An seinem unteren Saum mach Granatäpfel aus violettem und rotem Purpur und aus Karmesin, an seinem Saum ringsum, und dazwischen goldene Glöckchen ringsum: ein Goldglöckchen und ein Granatapfel, abwechselnd ringsum am Saum des Mantels. Aaron soll ihn beim Dienst tragen; sein Ton soll zu hören sein, wenn er in das Heiligtum vor den Herrn hintritt und wenn er wieder herauskommt; sonst muß er sterben. (28, 31-35)
Und so geht es weiter:
Das Diadem. Mach
eine Rosette aus purem Gold, und bring darauf nach Art der Siegelgravierung die Inschrift
an: Heilig dem Herrn. Befestige die Rosette an einer Schnur aus violettem Purpur, und
bring sie am Turban an; sie soll an der Vorderseite des Turbans angebracht werden. Sie
soll auf Aarons Stirn sein, denn Aaron ist verantwortlich für die Verfehlungen an den
Weihegaben, die die Israeliten weihen, für alle heiligen Abgaben; sie soll ständig auf
Aarons Stirn sein, damit sie dem Herrn genehm sind. (28, 36-38)
Die Anweisungen des Gottes durch Mose", die in krassem
Gegensatz zu den Aussagen, zu den Lehren und zu der Lebensweise des Gottessohnes unter den
Menschen stehen, sollen nachfolgend detailliert wiedergeben werden, damit es dem, der dies
mit dem Herzen liest, leichter fällt, die Entscheidung zu treffen für die kirchlichen
Amtsträger oder für die Nachfolge des Jesus, des Christus.
Über die Kleidung der Priester steht folgendes:
Web den Leibrock aus Byssus; mach einen Turban aus Byssus und einen Gürtel in Buntwirkerarbeit! Für die Söhne Aarons verfertige Leibröcke, und mach ihnen Gürtel! Mach für sie auch Kopfbünde, die ihnen zur Ehre und zum Schmuck gereichen. Dann bekleide damit deinen Bruder Aaron und zusammen mit ihm auch seine Söhne, und salbe sie, setze sie ins Priesteramt ein, und weihe sie, damit sie mir als Priester dienen. Mach ihnen Beinkleider aus Leinen, damit sie ihre Scham bedecken; von den Hüften bis zu den Schenkeln sollen sie reichen. Aaron und seine Söhne sollen sie tragen, wenn sie zum Offenbarungszelt kommen oder sich dem Altar nähern, um den Dienst am Heiligtum zu verrichten; so werden sie keine Schuld auf sich laden und nicht sterben. Als ständig einzuhaltende Verpflichtung gelte dies für ihn und seine Nachkommen. (28, 39-43)
Reinigung, Einkleidung
und Salbung. Laß Aaron und seine Söhne zum Eingang des Offenbarungszeltes treten,
und wasche sie mit Wasser! Nimm die Gewänder, und bekleide Aaron mit Leibrock,
Efodmantel, Efod und Lostasche, und bind ihm die Efodschärpe um! Setz ihm den Turban auf
den Kopf, und befestige das heilige Diadem am Turban! Nimm Salböl, gieß es auf sein
Haupt, und salb ihn! Laß seine Söhne herantreten, und bekleide sie mit Leibröcken!
Gürte Aaron und seine Söhne mit einem Gürtel, und bind ihnen die Kopfbünde um! Das
Priestertum gehört dann ihnen als dauerndes Anrecht. Setz also Aaron und seine Söhne ins
Priesteramt ein!
Laß den Jungstier vor das Offenbarungszelt bringen, und Aaron und
seine Söhne sollen ihre Hände auf den Kopf des Jungstiers legen. Dann schlachte den
Jungstier vor dem Herrn am Eingang des Offenbarungszeltes! Nimm vom Blut des Jungstiers,
und gib etwas davon mit deinem Finger auf die Hörner des Altars! Das ganze übrige Blut
aber gieß am Sockel des Altars aus! Nimm das ganze Fett, das die Eingeweide bedeckt, die
Fettmasse über der Leber, die beiden Nieren und ihr Fett, und laß es auf dem Altar in
Rauch aufgehen! Das Fleisch des Jungstiers, sein Fell und seinen Mageninhalt verbrenn im
Feuer außerhalb des Lagers, denn es ist ein Sündopfer.
Dann hol den einen Widder, und Aaron und seine Söhne sollen ihre
Hände auf den Kopf des Widders legen. Schlachte den Widder, nimm sein Blut, und gieß es
ringsum an den Altar! Zerleg den Widder in seine Teile, wasche seine Eingeweide und seine
Beine, und leg sie auf seine übrigen Teile und auf seinen Kopf! Dann laß den ganzen
Widder auf dem Altar in Rauch aufgehen! Ein Brandopfer ist es für den Herrn zum
beruhigenden Duft, ein Feueropfer für den Herrn ist es.
Dann hol den zweiten Widder, und Aaron und seine Söhne sollen ihre
Hände auf den Kopf des Widders legen. Schlachte den Widder, nimm von seinem Blut, und
streich es auf das rechte Ohrläppchen Aarons und seiner Söhne, auf den Daumen ihrer
rechten Hand und auf die große Zehe ihres rechten Fußes! Das übrige Blut gieß ringsum
an den Altar! Nimm vom Blut auf dem Altar und vom Salböl, und bespreng damit Aaron und
dessen Gewänder sowie seine Söhne und deren Gewänder! Er und seine Gewänder werden so
geweiht sein und mit ihm auch seine Söhne und deren Gewänder.
Einsetzung der Priester.
Dann nimm vom Widder das Fett, den Fettschwanz, das Fett, das die Eingeweide bedeckt, die
Fettmasse über der Leber, die beiden Nieren und ihr Fett sowie die rechte Schenkelkeule;
denn es ist der Widder der Priestereinsetzung. Nimm dazu ein rundes Brot, einen mit Öl
zubereiteten Brotkuchen und einen Brotfladen aus dem Korb der ungesäuerten Brote, der
sich vor dem Herrn befindet. Das alles leg Aaron und seinen Söhnen in die Hände, und
laß sie es vor dem Herrn hin- und herschwingen und so darbringen. Dann nimm die Stücke
wieder aus ihren Händen, und laß sie auf dem Altar mit dem Brandopfer in Rauch aufgehen,
zum beruhigenden Duft vor dem Herrn; ein Feueropfer für den Herrn ist es.
Dann nimm die Brust des Widders der Priestereinsetzung Aarons, und
schwing sie vor dem Herrn zur Darbringung hin und her! Die Brust gehört dir als Anteil.
Erkläre die Brust des Darbringungsritus und die Keule des Erhebungsritus als heilig; denn
sie wurde vom Widder des Einsetzungsopfers genommen, dem Widder Aarons und dem seiner
Söhne. Sie gehören Aaron und seinen Söhnen als dauerndes Anrecht gegenüber den
Israeliten, denn es ist ein Erhebungsopfer, und zwar ein Erhebungsopfer von den
Israeliten, von ihren Heilsopfern, ihren Erhebungsopfern zur Ehre des Herrn.
Die heiligen Gewänder Aarons gehören nach ihm seinen Söhnen, damit
man sie darin salbt und ins Priesteramt einsetzt. Sieben Tage lang soll sie derjenige von
seinen Söhnen tragen, der an seiner Stelle Priester wird und ins Offenbarungszelt
eintritt, um im Heiligtum den Dienst zu verrichten. Nimm den Einsetzungswidder, und koch
sein Fleisch an heiliger Stätte!
Heiliges Mahl.
Aaron und seine Söhne sollen das Widderfleisch und das Brot aus dem Korb am Eingang des
Offenbarungszeltes essen. Sie sollen das essen, womit sie bei ihrer Priestereinsetzung und
Weihe entsühnt wurden; kein Laie darf davon essen, denn es ist heilig.
Wenn vom Fleisch des Einsetzungsopfers und vom Brot etwas bis zum
Morgen übrigbleibt, dann sollst du das Übriggebliebene im Feuer verbrennen; man darf es
nicht essen, denn es ist heilig. Tu mit Aaron und seinen Söhnen genau so, wie ich es dir
befohlen habe. Sieben Tage verwende für ihre Priestereinsetzung!
Weihe des Brandopferaltars. Bereite täglich einen Sündopferstier für die Entsühnung zu, und entsündige den Altar, indem du ihn entsühnst. Salb ihn, um ihn zu weihen. Sieben Tage sollst du den Altar entsühnen und so weihen. Der Altar ist dann hochheilig; jeder, der den Altar berührt, wird heilig. (29, 4-37)
Aus violettem und rotem
Purpur und aus Karmesin verfertigten sie die gewirkten Gewänder für den Dienst im
Heiligtum und verfertigten die heiligen Gewänder für Aaron, wie es der Herr dem Mose
befohlen hatte. Sie stellten das Efod her aus Gold, violettem und rotem Purpur, Karmesin
und gezwirntem Byssus. Sie schlugen goldene Plättchen breit, schnitten sie in Fäden, um
sie zwischen violettem und rotem Purpur, Karmesin und Byssus als Kunstweberarbeit
einzuwirken.
Für das Efod machten sie miteinander verbundene Schulterstücke und
befestigten sie an ihren beiden Enden. Eine Efodschärpe daran bildete mit ihm ein
einziges Stück und war von derselben Machart, aus Gold, violettem und rotem Purpur,
Karmesin und gezwirntem Byssus, wie es der Herr dem Mose befohlen hatte. Sie bearbeiteten
die in Goldfassungen eingesetzten Karneolsteine und schnitten nach Siegelart die Namen der
Söhne Israels ein. Man setzte sie dann auf die Schulterstücke des Efod als Steine, die
den Herrn an die Israeliten erinnern, wie es der Herr dem Mose befohlen hatte.
Die Lostasche verfertigte man als Kunstwebearbeit wie das Efod, aus
Gold, violettem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Byssus. Sie machten die
Lostasche quadratisch, zusammengefaltet, eine Spanne lang und eine Spanne breit. Sie
besetzten sie mit Edelsteinen in vier Reihen: die erste Reihe mit Rubin, Topas und
Smaragd, die zweite Reihe mit Karfunkel, Saphir und Jaspis, die dritte Reihe mit Achat,
Hyazinth und Amethyst, die vierte Reihe mit Chrysolith, Karneol und Onyx; sie waren in
Gold gefaßt. Die Steine lauteten auf die Namen der Söhne Israels, zwölf auf ihre Namen-
in Siegelgravierung. Jeder lautete auf den Namen eines der zwölf Stämme.
Sie befestigten an der Lostasche schnurartige, gedrehte Kettchen aus
purem Gold. Sie machten zwei goldene Einfassungen und zwei Goldringe und befestigten die
beiden Ringe an den beiden Enden der Lostasche. Die beiden goldenen Schnüre verbanden sie
mit den beiden Ringen an den Enden der Lostasche; die zwei anderen Enden der Schnüre
befestigten sie an den beiden Einfassungen und hängten sie an die Vorderseite der
Schulterstücke des Efod. Sie machten noch zwei Goldringe und befestigten sie an den
beiden Enden der Lostasche, und zwar am inneren Rand, der dem Efod zugekehrt ist. Sie
machten zwei weitere Goldringe und befestigten sie unten an den beiden Schulterstücken
des Efod, und zwar an der Vorderseite, nahe ihrer Naht, aber oberhalb der Efodschärpe.
Sie banden die Lostasche mit ihren Ringen an die Ringe des Efod mit einer violetten
Purpurschnur, so daß sie über der Efodschärpe blieb und sich die Lostasche nicht vom
Efod verschob, wie es der Herr dem Mose befohlen hatte.
Er machte den Efodmantel als Weberarbeit gänzlich aus violettem
Purpur. In seiner Mitte war die Mantelöffnung, wie die Öffnung eines Panzerhemds; die
Öffnung hatte ringsum einen gewebten unzerreißbaren Rand. An seinem unteren Saum machten
sie Granatäpfel aus violettem und rotem Purpur und aus gezwirntem Karmesin. Sie machten
Glöckchen aus reinem Gold und befestigten die Glöckchen zwischen den Granatäpfeln am
Saum des Mantels, ringsum zwischen den Granatäpfeln: Ein Glöckchen und ein Granatapfel
abwechselnd ringsum am Saum des Mantels für den Dienst, wie es der Herr dem Mose befohlen
hatte. (39, 1-26)
Das Diadem. Sie machten eine Rosette aus purem Gold, das heilige Diadem, und brachten darauf die Inschrift nach Art der Siegelgravierung an: Heilig dem Herrn. Sie befestigten sie an einer Schnur aus violettem Purpur, um sie oben am Turban anzubringen, wie es der Herr dem Mose befohlen hatte. (39, 30-31)
Sie brachten ... zu Mose .. die gewirkten Gewänder für den Dienst im Heiligtum, die heiligen Gewänder für den Dienst im Heiligtum, die heiligen Gewänder für den Priester Aaron und die Gewänder seiner Söhne für den Priesterdienst. Genau so, wie es der Herr dem Mose befohlen hatte, führten die Israeliten die gesamte Arbeit aus. Mose besichtigte das ganze Werk: Sie hatten es gemacht, wie der Herr es befohlen hatte. So hatten sie es gemacht, und Mose segnete sie. (39, 33-43)
Aufstellung und Weihe
des Heiligtums. Errichte den Vorhof ringsum, und häng den Vorhang an das Tor des
Vorhofs! Nimm das Salböl, und salbe die Wohnstätte und alles, was in ihr ist. Weihe sie
mit allen ihren Geräten! So wird sie heilig sein. Salbe auch den Brandopferaltar mit all
seinen Geräten, und weihe den Altar! So wird der Altar hochheilig sein. Salbe das Becken
mit seinem Gestell, und weihe es! Dann laß Aaron und seine Söhne zum Eingang des
Offenbarungszeltes herantreten, und wasche sie mit Wasser! Bekleide Aaron mit den heiligen
Gewändern, salbe und weihe ihn, damit er mir als Priester dient. Dann laß seine Söhne
herantreten und bekleide sie mit Leibröcken; salbe sie, wie du ihren Vater gesalbt hast,
damit sie mir als Priester dienen. Ihre Salbung soll ihnen ein immerwährendes Priestertum
sichern von Generation zu Generation. (40, 8-15)
Letzteres zeigt, daß es nicht auf die Eignung zu diesem Amt aufgrund
von Qualitäten wie Gottnähe, Weisheit, hohe sittliche Reife und dergleichen ankam; man
mußte nur in der richtigen Familie geboren sein.
Eine Seele, die es sich in einer Inkarnation hat wohlergehen lassen,
wird oftmals wieder dem Zug folgen, als Mensch erneut dort zu leben, wo ihr viele
Annehmlichkeiten, Wohlhabenheit und Ansehen geboten werden und einem die Würden in den
Schoß fallen.
Zu dem Aufwand, dessen
es bedurfte, Aaron und seine Söhne entsprechend ihrer Sonderstellung kostbar zu kleiden
und in prächtigen Zeremonien ihr Ansehen zu würdigen, lassen sich in so manchen Punkten
Parallelen zu dem Leben der heutigen kirchlichen Amtsträger finden.
Die kirchlichen Obrigkeiten unserer Zeit opfern nicht mehr zur Ehre und
zur Besänftigung Gottes" Tiere. Die heutige Priesterschar opfert Tiere zu viel
naheliegenderen und nahrhafteren Zwecken. Sie lassen die Tiere - wie schon erwähnt - von
Metzgern in Schlachthäusern töten, ihre Kadaver auf Schlachtbänken zersägen und
zerhacken und ihr Fleisch von Köchen und Köchinnen zubereiten, um den Wohlgeschmack dem
verherrlichten" Gaumen und Körper als Leckerbissen zu opfern zum Wohle und zur
Fülle des Leibes. Mit den Lehren Jesu, des Christus, des Sohnes Gottes, des Mitregenten
der Himmel, der als Menschensohn über die Erde wandelte und der die Menschen das lehrte
und ihnen auch vorlebte, was wahr ist und wahr bleibt ewiglich, hat das alles nichts zu
tun.
Die heutigen
kirchlichen Obrigkeiten sprechen vom Erlösungsopfer", das Jesus gebracht hat.
Jesus soll vergangene, gegenwärtige und zukünftige Sünden auf Sich genommen haben;
dafür hat Er am Kreuz gelitten. Im Katechismus der Katholischen Kirche heißt es unter
Nr. 605: Es gibt keinen Menschen, es hat keinen gegeben und wird keinen geben,
für den er nicht gelitten hat" (Syn. v. Quiercy 853: DS 624). Wer hat Ihn leiden
lassen? Ging Jesus freiwillig ans Kreuz, oder wurde Er durch das von den Priestern
aufgewiegelte Volk an den Kreuzesstamm getrieben?
Über die Erlösung durch den Christus Gottes bei dem
Vollbracht" des Jesus am Kreuz ist in den beiden christlichen"
Kirchen nur Unzutreffendes zu erfahren. Nach dem Katechismus der Katholischen Kirche wurde
Jesus zum leidenden Gottesknecht, der stellvertretend sein Leben als Sühnopfer
hingab", die Sünden von vielen trug" und so die vielen gerecht
macht", indem er ihre Schuld auf sich lädt" (Jes 53, 10-12). Jesus hat
unsere Sünden wiedergutgemacht und Gott dem Vater für sie Genugtuung geleistet. (Nr.
615)
In den Bekenntnisschriften der evangelisch-lutherischen Kirche schreibt
Martin Luther sogar, daß er allein das Lamm Gottes ist, das der Welt Sünde
trägt", Joh. 1, 3 und Gott unser aller Sünde auf ihn gelegt hat." Jesaja
534, item: Sie sind alle zumal Sünder und werden ohn Verdienst gerecht aus seiner
Gnade durch die Erlösung Jesu Christi in seinem Blut" etc., Röm 3, 6.
Dieweil nun solchs muß geglaubt werden und sonst mit keinem Werk,
Gesetze noch Verdienst mag erlanget oder [uns] gefasset werden, so ist es klar und gewiß,
daß allein [der] solcher Glaube uns gerecht mache ... (ASII Art 1)
Der Kirchenvater Ambrosius schreibt: Denn dieweil die ganze Welt ist
schuldig worden, so hat er der ganzen Welt Sünde weggenommen. (AP. IV)
Der Mensch der heutigen Zeit baut auf seine Logik, also denken wir auch
hier einmal logisch. Gott kann nichts Geheimnisvolles haben, denn Er ist i n allem die
Offenbarung, Sein Gesetz ist der Logos und somit logisch.
Hätte Jesus, der Christus, der Welt Sünde weggenommen",
also die Sünde, die Seelenbelastung der Menschen getilgt - wieso zeigt sich dann die
Welt, die Menschheit, so anders, vielfach in den lasterhaftesten Sünden? Wieso ist dann
die Erde mit ihrer Natur nicht das Paradies, das Sein der Himmel, das die Christen im
Vaterunser herunterbeten wollen?
Und was geschah
wirklich? Jesus, der Christus, sagt es in Seinen göttlichen Offenbarungen in dieser Zeit.
Bei den Worten am Kreuz Es ist vollbracht" floß ein Teil Seines geistigen
Erbes, der Teilkraft der göttlichen Urkraft, als Erlöserlicht, auch Erlöserfunken
genannt, in alle belasteten Seelen ein. In Das ist Mein Wort lesen wir z.B.:
Obwohl das Licht des Heils, die Erlösung, in allen Seelen leuchtet, wird trotzdem nur der vollkommen, der seine Seele reinigt und auch rein hält. Meine Erlösertat tilgte nicht die Sünden der Welt, die Sünden aller Seelen und Menschen. Sie ist die Kraft und die Quelle der Kraft für alle, welche die Sünden bereuen und nicht mehr tun. Die Erlösung ist die Stütze der Seele und der Schutz gegen die Auflösung der Seele. Sie ist auch das Licht auf dem Weg zum Herzen Gottes. (S. 913)
Allein der Glaube an Mich, den Erlöser aller Seelen und Menschen, bewirkt nicht die Reinheit der Seele und des Menschen. (S. 914)
Keiner kommt zum Vater in die Himmel, allein durch Mich, den Sohn Gottes und Mitregenten der Himmel, welcher der Erlöser aller Seelen und Menschen wurde. (S. 876)
Die Kirche aber, die sich selbst zum Heilsbringer erhob, lehrte und lehrt: Nur die, die durch das Sakrament der Taufe in Christus wiedergeboren sind, empfangen die Wohltat Seines Opfers. Die Kirche will auf diese Weise wie ein Sieb" wirken, durch das nur ihre Schäfchen durchgehen.
Obwohl er für alle
gestorben ist (2 Kor 5, 15), empfangen doch nicht alle die Wohltat seines Todes, sondern
nur die, denen Anteil gegeben wird am Verdienst seines Leidens ... (Neuner-Roos, Der
Glaube der Kirche, 12. Aufl. 1986, Nr. 793)
Diesen Anteil gewinnen die Menschen durch die Taufe:
... denn durch diese Wiedergeburt wird ihnen in Kraft des Verdienstes
seines Leidens die Gnade geschenkt, durch die sie gerecht werden. (Nr. 793)
Werkzeugliche Ursache
ist das Sakrament der Taufe, d.i. das Sakrament des Glaubens, ohne den nie jemand die
Rechtfertigung empfängt. (Nr. 799)
Statt die Gläubigen Christus zuzuführen, band und bindet die Kirche
diese an sich durch die Taufe und die weiteren Sakramente, gespendet von Priestern, die
angeblich Jesus dazu eingesetzt hat. Doch Jesus war gegen das Priestertum. Er sagte:
Ihr sollt euch nicht Rabbi nennen lassen. Er hat sich niemals zum Priester erhoben.
Lese ich vom Erlösungsopfer" und daß Jesus die Sünden
aller Menschen auf sich genommen haben soll, dann denke ich unwillkürlich an das
Sündopfer im 3. Buch Mose, Levitikus:
Nach dem Tod der beiden
Söhne Aarons, die umgekommen waren, als sie vor den Herrn hintraten, redete der Herr mit
Mose. Der Herr sprach zu Mose: Sag deinem Bruder Aaron, er soll nicht zu jeder beliebigen
Zeit das Heiligtum hinter dem Vorhang vor der Deckplatte der Lade betreten. Dann wird er
nicht sterben, wenn ich über der Deckplatte in einer Wolke erscheine.
Aaron darf nur so in das Heiligtum kommen: mit einem Jungstier für ein
Sündopfer und einem Widder für ein Brandopfer. Ein geweihtes Leinengewand soll er
anhaben, leinene Beinkleider tragen, sich mit einem Leinengürtel gürten und um den Kopf
einen Leinenturban binden. Das sind heilige Gewänder; deshalb soll er seinen ganzen
Körper in Wasser baden und sie erst dann anlegen. Von der Gemeinde der Israeliten soll er
zwei Ziegenböcke für ein Sündopfer und einen Widder für ein Brandopfer erhalten.
Hat er den Jungstier für seine eigene Sünde dargebracht und sich und
sein Haus entsühnt, dann soll Aaron die beiden Ziegenböcke nehmen und sie vor dem Herrn
am Eingang des Offenbarungszeltes aufstellen. Für die beiden Böcke soll er Lose
kennzeichnen, ein Los für den Herrn" und ein Los für Asasel".
Aaron soll den Bock, für den das Los für den Herrn" herauskommt,
herbeiführen und ihn als Sündopfer darbringen. Der Bock, für den das Los für
Asasel" herauskommt, soll lebend vor den Herrn gestellt werden, um für die Sühne zu
dienen und zu Asasel in die Wüste geschickt zu werden. Aaron soll den Jungstier für sein
eigenes Sündopfer herbeibringen lassen, um sich und sein Haus zu entsühnen, und diesen
Jungstier als Sündopfer für sich schlachten. (16, 1-11)
Im Kommentar der
Jerusalemer Bibel steht:
Asasel ist ... der Name für einen Dämon, der nach der Vorstellung der
alten Hebräer und Kanaaniter die Wüste bewohnt, jenes unfruchtbare Land, in dem Gott
Sein fruchtbringendes Werk nicht ausübt ... Man beachte, daß das Tier diesem Dämon
nicht geopfert wird, sondern daß der Sündenbock" die Sünden des Volkes in
die Wüste schafft, wo Asasel haust. Schuldübertragung auf das Tier und Sühneritus
geschehen vor Jahwe", V.10, durch die Vermittlung des Priesters, V.21. So
übernimmt der Jahwekult eine alte volkstümliche Sitte, aber sie wird dabei umgeformt und
geläutert. (Anm. 16a)
Man mache sich bewußt,
welch eine Blasphemie das ist! Der Bock für Asasel" soll lebend vor den
Herrn gestellt werden, um für die Sühne zu dienen und zu Asasel in die Wüste geschickt
zu werden." Dabei wußte man, wie schon gesagt, im Alten Testament von dem Gesetz von
Ursache und Wirkung, das Jesus, der Christus, Saat und Ernte" nannte. Gott hat
es sicherlich durch jeden Propheten gelehrt. Denn ohne Kenntnis dieser fundamentalen
Gesetzmäßigkeit kann letztlich keiner seine Schuld erkennen und davon frei werden. Er
kann auch kaum begreifen, daß Gott ihn liebt und daß Er gerecht ist.
Demnach hätte jeder wissen müssen, daß der Mensch das erntet, was er
selbst gesät hat. Diese Ernte kann ihm niemand abnehmen.
Die Verwendung der alten volkstümlichen Sitte" des
Sündenbocks im Volk Gottes, dem schließlich von Gott die Zehn Gebote gegeben waren, ist
meines Erachtens noch verwerflicher, als wenn heidnische Völker aus Unwissenheit
dergleichen taten. Und staunend liest man, daß diese oben dargelegte Sitte gar bei
Übernahme in den Jahwekult geläutert" worden sei.
Das arme Tier, der Sündenbock, dort allein in der Wüste! Doch das
Tier kann sich nicht belasten. Wohl aber der Mensch, der diese alte Sitte - geläutert,
versteht sich! - durchführt oder mitmacht. Und: Wer gegen seinen Nächsten oder den
Übernächsten, das Tier, handelt, dem wird Gleiches oder Ähnliches widerfahren.
Wer Ohren hat zu hören, der höre. Und wer ein Herz für Christus, unseren Erlöser, hat, der orientiere sich an Johannes: Geht hinaus aus ihr, mein Volk, daß ihr nicht teilhabt an ihren Sünden und nichts empfangt von ihren Plagen. (Off 18, 4)
Nach Mose"
setzte Gott selbst Priester ein. Jesus aber sagte: Ich bin der Weg und die Wahrheit und
das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch mich. (Joh 14, 6) Und Er
sprach: Das Reich Gottes ist inwendig in euch. (Lk 17, 21)
Und: Wenn jemand an meinem Wort festhält, wird er auf ewig den Tod
nicht schauen. (Joh 8, 51)
Und: Folgt mir nach. (Mt 4, 19)
Von Jesus hören wir wieder, daß Er, der eins ist mit dem Vater, der
Weg, die Wahrheit und das Leben ist, und daß niemand zum Vater außer durch Ihn kommt.
Das heißt also, wir benötigen keine kirchlichen Obrigkeiten und keine äußeren Kirchen;
wir sollten uns nach der Lehre Jesus, des Christus, orientieren, also in Seine Fußspuren
treten.
Bis zu Seinem Tod am
Kreuz hatte Jesus so manche Vorbereitung getroffen, um Seine Lehre vielen Menschen in
aller Welt kundzutun. Er sandte z.B. Männer und Frauen hinaus, um die Botschaft vom
kommenden Reich Gottes zu verkünden. Er lehrte und schulte einige Apostel, die dann nach
Seinem Hinscheiden christliche Gemeinschaften gründeten. In diesen Gemeinden, später
Urgemeinden, sprach der Prophetische Geist und führte die ersten Christen. Christus also
führte Seine Gemeinden über das Prophetische Wort. Beim letzten Abendmahl, als Jesus,
wie so oft bei solchem Zusammensein, das Brot brach - das uns auch nur zum Teil
überliefert ist -, sprach Er: Tut dies zu meinem Gedächtnis (Lk 22, 19), was
besagt, daß Menschen in Seiner Nachfolge das Brot teilen sollen.
Was heißt: Brot teilen?
In einer Gemeinschaft Inneren Lebens, in der alle untereinander
gleichgestellt sind, in der jeder frei ist, da er sich nicht durch Neid, durch Sein- und
Habenwollen und dergleichen bindet, sondern gern tut, wie Gott geboten hat, bestehen
Brüderlichkeit - einer ist dem anderen Bruder, Schwester und Freund - und Einheit, die
Verbundenheit durch das gemeinsame Ziel. Wer hat, der gibt; jeder wirkt und bringt sich
ein zum Wohle des Ganzen nach seinen Fähigkeiten; so ist der gerechte Ausgleich
geschaffen, der keinen bevorzugt. Das ist das unpersönliche Leben, das Leben im Geiste
Gottes, urchristliches Gemeinschaftsleben.
Die Kirche machte aus
der Begebenheit des Brotbrechens im Leben des Jesus eine Zeremonie. Ein Sündopfer
letztlich, um die Gläubigen an die Kirche und ihre heilsnotwendigen"
Sakramente zu binden. Diese Bindung verhindert zugleich, daß der Mensch zu Gott in seinem
Inneren geht und - aufgrund seiner Erkenntnis, Reue und aktiven Bereinigung - die
Befreiung von seiner Sünde durch die erlösende Kraft des Christus-Gottes-Geistes
erlangen kann.
Nur das aktive, gesetzmäßige Leben bringt uns den inneren Gewinn,
erfüllt unser Herz, stärkt uns, macht uns frei, freudig, gesund und dynamisch. Das gibt
unserem Leben den Sinn, den Gehalt - doch niemals Gesten, Riten, Zeremonien; daran ändert
sich auch nichts, wenn wir sie noch so oft wiederholen.
Die ersten Christen, etwas später die Urchristen, die sich in der
ersten Urgemeinde in Jerusalem unter der Leitung einiger Apostel geistig zu Hause
fühlten, die, wie schon gesagt, vom Prophetischen Geist geleitet wurden, kannten weder
Zeremonien noch Riten, also keine Kulte. Sie töteten keine Tiere, um sie einem Gott zu
opfern; sie töteten auch nicht, um Tiere zu verzehren, ja, sie aßen kein Fleisch. Sie
bemühten sich, nach den Geboten Gottes und der Bergpredigt Jesu zu leben, um die innere
Kirche, den Tempel, die Seele und den Körper zu reinigen, damit in Seele und Leib der
Geist des Christus Gottes wirken kann. Ihr urchristliches Mahl bestand aus dem Brotbrechen
und dem Gebet. Sie teilten das Brot unter sich.
Von einem Theologen
erfahren wir: Saulus aus Tarsus in Kleinasien, ein jüdischer Pharisäer, war ein
erbitterter Gegner von Jesus von Nazareth, der die urchristliche Gemeinde verfolgte.
Saulus erklärte eines Tages, in sich eine Offenbarung des Christus gehört zu haben. Er
erzählte auch, daß er Ihn in einer Vision gesehen hätte. Daraufhin orientierte sich
Saulus um. Angeblich will er für Ihn kämpfen, nicht mehr gegen Ihn. Der jüdische
Pharisäer Saulus wurde jedoch kein Glied der urchristlichen Gemeinde, sondern er begann
ohne Vorbereitung, ohne Absprache mit den Aposteln und ohne Wissen, was der Prophetische
Geist in der Urgemeinde offenbarte, mit seinem Predigen.
Bald stellte sich heraus, daß Saulus, nach der angeblichen Bekehrung
Paulus genannt, die Lehre des Jesus, des Christus, mit seinen römischen Vorstellungen
vermischte und sich mit so manchen urchristlichen Gruppen, die sich da und dort auftaten,
überwarf. Saulus, der jetzt angebliche Paulus, läßt sich weder von Urchristen noch vom
Prophetischen Geist in den urchristlichen Gemeinden korrigieren, ganz im Gegenteil: Er
berichtet von eigenen Offenbarungen". Und durch den Streit mit Petrus, den
Paulus offen der Heuchelei bezichtigte (Gal 2, 11-13), entzündeten sich weitere
Unstimmigkeiten, auch bezüglich des Fleischkonsums und des urchristlichen Mahls.
Es ging auch um die Gültigkeit jüdischer Glaubensvorschriften in den
urchristlichen Gemeinden, wozu auch Speisegebote gehören. Paulus wirft Petrus vor, daß
dieser aufgrund seiner jüdischen Vorstellungen nicht an der Mahlgemeinschaft mit
bekehrten Heiden teilgenommen hat und auch den Paulusbegleiter Barnabas verführt hat. Hat
Petrus sich demnach an die jüdischen Speisevorschriften mit reduziertem Fleischkonsum
gehalten? Oder hat er ganz auf die Fleischnahrung verzichtet, wie er und die anderen
Apostel es von Jesus lernten?
Paulus hingegen kannte Jesus nicht und wußte nicht, wie Jesus Seine
Jünger geschult hatte. Paulus war zwar ebenfalls Jude, hatte aber zugleich das römische
Bürgerrecht, und er aß Fleisch ohne Einschränkung wie andere, vor allem wohlhabende
Römer auch. Er hatte kein Bewußtsein dafür, daß jemand aus Liebe und Verbundenheit zu
den Übernächsten, den Tieren, auf den Fleischgenuß verzichtet. Es störte ihn auch
nicht, wenn das Fleisch zuvor heidnischen Göttern" geopfert worden war, bevor
man es auf dem Fleischmarkt zum Verkauf anbot, denn, so Paulus: Es gebe ja keine Götter.
Paulus befürwortete auch das Fleisch beim urchristlichen Gemeinschaftsmahl und
wahrscheinlich auch beim Abendmahl, solange niemand daran Anstoß nahm. Nur aus diesem
Grund würde er darauf verzichten. Er schrieb: Alles, was auf dem Fleischmarkt
verkauft wird, das eßt, und forscht nicht nach, damit ihr das Gewissen nicht
beschwert" (1 Kor 10, 25). Dabei dachte er wiederum nicht an das Leid der Tiere,
sondern an das Opfer für heidnische Götter.
Die Christen beten im Vaterunser: Dein Reich komme, Dein Wille
geschehe. Wenn das Reich Gottes zu den Menschen kommen soll, so muß sich der Mensch
auch darauf vorbereiten. Im Reich Gottes gibt es keinen Fleischverzehr.
Die Kirche allerdings macht es sich und ihren Gläubigen einfach, indem
sie behauptet: Die kommende neue Welt und darum auch der Frieden mit der Natur sind
für den christlichen Glauben das Werk Gottes. Menschen können die Verhältnisse des
Reiches Gottes nicht heraufführen. So die EKD in Zur Verantwortung des Menschen für
das Tier als Mitgeschöpf, 1991, S. 9.
Zurück zu Paulus:
Es wurde immer deutlicher, daß Paulus die Lehre des Jesus von Nazareth
verfälschte, denn die Unterschiede zwischen Paulus einerseits und den Aposteln und Jesus
von Nazareth andererseits wurden immer größer. Die Apostel waren von Jesus direkt
belehrt und geschult worden, Saulus, der jetzt angebliche Paulus jedoch kannte Jesus
nicht. Paulus hatte also kaum eine innere Beziehung zum wahren Urchristentum. Anstatt sich
über Jesus berichten zu lassen und sich so weit als möglich an Ihm als Vorbild zu
orientieren, erklärte Paulus sein Defizit hinsichtlich der Weisungen Jesu an Seine
Apostel einfach für unwesentlich. Er glaubte, er wäre bereits im Inneren mit Christus
vereint (Gal 2, 20), und schreibt selbstbewußt zur Situation der Urchristen seiner Zeit: Auch
wenn wir Christus gekannt haben nach dem Fleisch (auf die anderen Apostel bezogen),
so kennen wir ihn doch jetzt so nicht mehr (2 Kor 5, 16). Saulus, der sich zum Paulus
kürte, programmierte durch seinen intellektuellen römischen Kultstand die Lehre Jesu um.
Zum Beispiel meinte Paulus, daß das Blut, das Jesus bei Seiner Hinrichtung vergossen
hatte, bei Gott ein für allemal sühnende Wirkung hätte (Röm 3, 25; 6, 10), so daß es
keiner Tieropfer mehr bedarf. Jesus also sei gleichsam das Opfertier" gewesen.
Im Römerbrief sagt Paulus: Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, daß Christus
für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. (5, 8) Die Worte als wir noch
Sünder waren zeigen, daß das Erlösungsopfer Christi für Paulus den Charakter der
Sühne ein für allemal hatte.
So weit der Theologe.
Jesus hingegen
verkündete eine vollkommen andere Lehre. Er wollte keinerlei Sühneopfer",
sondern wünschte, daß alle Menschen die Gebote Gottes und die Bergpredigt Jesu
erfüllen, um so für ihre Nächsten dazusein. Paulus meinte u.a. auch, daß durch den
bloßen Glauben an den Tod Jesu als Heilsenergie ohne Verdienst" der Mensch zum
wahren Leben erhoben ist. Das ist natürlich eine angenehme Botschaft für Menschen, die
andere für sich denken lassen, die sich mit Worten begnügen, diesen jedoch keine Taten
folgen lassen.
Ein Großteil der Lehre des Paulus ist ein Sammelsurium seiner
Vorstellungen, die mit den Lehren des Jesus, des Christus, nichts zu tun haben. Jesus
lehrte das Einhalten der Gebote Gottes und der Bergpredigt, denn die Menschen sollen das
Reich Gottes in sich selbst erschließen. Wer das tut, findet durch das Befolgen der Lehre
des Jesus, des Christus, zu Gott im Urgrund seiner Seele, ohne Priester, also geistlich
Höhergestellte; er benötigt keine Mittler.
Aus welchen Gründen
auch immer, Paulus überfiel die Anwandlung, die Verantwortung in den Urgemeinden zu
übernehmen. Er brachte in die Gemeinschaft von Fischern, Zimmerleuten und Aposteln seine
intellektuellen Vorstellungen hinein. Die einfach Gläubigen, die sich an Jesus, dem
Christus, orientierten, waren anscheinend ungeübt im Diskutieren und konnten dem
aufgeblasenen Schriftgelehrten Paulus" nicht standhalten. Der in rhetorischen
Künsten bewanderte Paulus schöpfte aus seinem israelitischen theologischen Wissen und
veränderte dadurch unmerklich die christliche Lehre, die Lehre des Jesus von Nazareth. Er
unterwanderte sie.
Weil sich Paulus über die urchristlichen Gemeinden stellte und seine
Vorstellungen einbrachte, die mit römischen Kulthandlungen durchzogen waren, legte er das
Fundament für die Staats- und Volksreligion des Römischen Weltreiches, in der die
zentrale Lehre des Jesus von Nazareth, die Zehn Gebote und die Bergpredigt, keine Rolle
mehr spielte.
Paulus kippte also das
lebendige Urchristentum, in dem der Prophetische Geist wirkte. Er legte den Grundstein
für eine Kultkirche mit Bischöfen und Priestern, die den alten Ritus aufleben ließen,
die Riten, Zeremonien, Talare, Kanzeln und Altäre, ganz nach gewohnter Art so, wie es die
Menschen in ihren bisherigen Religionen gewöhnt waren. Der Heidenkult baute immer mehr
eine äußere Religion auf, in welcher der einzelne nicht mehr darauf bedacht war, seinen
Tempel, die Seele und den Körper, zu reinigen, sondern sich in Kulthandlungen zu ergehen
und auf die zu hören, die sich als Hirten der Kultkirche verehren und feiern ließen.
Die Kultkirche, das Veräußerlichte, feierte Triumphe - die
Verinnerlichung blieb auf der Strecke. In die Fundamente der Kultkirche baute Paulus eine
Staatslehre ein, indem er mit intellektuell gekonnter Rede den Christen"
weismachte, daß sie der Obrigkeit dieser Welt gehorchen müßten, da diese von Gott
eingesetzt und angeordnet sei, die als Gottes Dienerin" mit dem Schwert das
gerechte Strafgericht" vollziehe. (Röm 13)
In den folgenden fast 2000 Jahren hatte und hat die Lehre des Saulus,
Paulus", eine verheerende Wirkung. Mit Jesus von Nazareth und dem lebendigen
Urchristentum hat das nichts mehr zu tun.
Jesus und die Apostel lehrten Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist,
und Gott, was Gottes ist (Mt 22, 21), aber auch: Man muß Gott mehr gehorchen als
den Menschen. (Apg 5, 29)
Der Theologe skizziert
nun die weitere Entwicklung des Christentums bis Konstantin: In den ersten drei
Jahrhunderten kam es oft zur Verfolgung von Christen, doch in Anlehnung an Paulus
reagierten viele verstärkt mit Anpassung und Unterordnung unter den Staat, um den
Nachweis zu erbringen, daß ihnen Unrecht geschieht. Für die Leitung der Gemeinden waren
zunächst Älteste, Propheten und ein Engel" verantwortlich, der durch ein
kompromißloses Leben in der Nachfolge Jesu die Verbindung zu Gott aufrecht erhielt (vgl.
Off 2 und 3: Sendschreiben an die Engel" der Gemeinden). Doch Engel und
Propheten konnten sich nur wenige Jahre halten. Paulus erwähnte zwar Erscheinungen
und Offenbarungen des Herrn", lenkte aber die Aufmerksamkeit verstärkt auch auf
seine Person und stellte sich drohend möglichen Offenbarungen entgegen, die seine Lehre
in Frage stellen könnten: Wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch ein Evangelium
predigen würden, das anders ist, als wir es euch gepredigt haben, der sei verflucht. (Gal
1,8)
Paulus (oder ein Schüler, der seinen Namen verwendete) ermächtigte
schließlich die Paulusanhänger Timotheus und Titus, einen Bischof neben den Ältesten
als Leiter der Gemeinde einzusetzen. So heißt es im 1. Timotheusbrief in der Bibel: Wenn
jemand ein Bischofsamt begehrt, der begehrt eine hohe Aufgabe. (3, 1)
Bereits Anfang des 2. Jahrhunderts entwickelte sich aus diesen
Maßnahmen eine feste hierarchische Institution mit dem Bischof an der Spitze, eine Stufe
darunter die Ältesten, eine weitere Stufe darunter die Diakone, und die Bischöfe
leiteten die Gemeinden bald wie Könige, man spricht vom monarchischen
Episkopat". Den Bischöfen folgten bald die für größere Regionen zuständigen
Metropolitanbischöfe bzw. Patriarchen", und aus dem Bischof der Hauptstadt Rom
wurde der Papst".
Immer mehr bemühten sich Amtsträger offenbar um das Ansehen und die
Gesellschaftsfähigkeit der Gemeinden, wohl auch, um eventuellen Verfolgungen vorzubeugen.
Urchristliche Prinzipien traten noch weiter in den Hintergrund oder wurden aufgegeben.
Schon Paulus billigte z.B. die Sklaverei, und auch in den Gemeinden gab es Sklavenhalter.
Als Konsequenz dieses Obrigkeitsdenkens befürworteten immer mehr Gemeindeglieder auch den
Kriegsdienst für Christen.
Wie es weiterging, faßt ein Leser der Bücher von Karlheinz Deschner
zusammen:
Diese Entwicklung kam Kaiser Konstantin, geboren um 285, gerade recht.
Er verbündete sich sehr bald mit der Kirche. Diese Symbiose von Staat und Kirche, eine
klassische Kumpanei - nach dem Prinzip: eine Hand wäscht die andere; eine Krähe hackt
der anderen das Auge nicht aus -, erwies sich als außerordentlich wirksamer und
langlebiger Zweckverband zur Beherrschung und Manipulation von Untertanen. Die Macht, die
Gewalt" des Staates liierte sich mit der Autorität Gottes" - ein
unschlagbares Druck- und Zuchtmittel, um praktisch alles im Volk durchzusetzen, was man
wollte.
Bei Karlheinz Deschner in der Kriminalgeschichte des Christentums
finden wir darüber ein ausführliches Kapitel (Band 1, S. 213 ff): Konstantin wurde um
285 im heutigen Bulgarien geboren. Sein Vater war Militärtribun und ab 305 Kaiser
(oberster Herrscher) im westlichen Teil des römischen Reiches, das damals durch
Diokletian zur besseren Regierbarkeit in vier Teile geteilt worden war.
Konstantin war wie sein Vater sehr kriegerisch und außerdem grausam.
Er führte ständig Krieg gegen verschiedene germanische Stämme. Besiegte Gegner ließ er
in großer Zahl den Bestien im Zirkus vorwerfen, zwei besiegte Fürsten von Bären
zerfleischen.
Sodann brachte Konstantin in einem zehnjährigen Bürgerkrieg die drei
anderen Mitkaiser unter seine Herrschaft, wobei er sich zeitweise mit einem von ihnen,
Licinius, verband und diesem dann, nachdem Licinius den Mitkaiser Maximin aus dem Weg
geräumt hatte, selbst in den Rücken fiel. Zuvor hatte sich Konstantin als erstes des
Konkurrenten Maxentius entledigt - in der berühmten Schlacht an der Milvischen Brücke
(312), wo er angeblich den Traum empfangen hatte: In diesem Zeichen wirst du
siegen."
Die Anhänger und Familien der jeweils im Kampf unterlegenen Gegner
wurden erbarmungslos ausgerottet. Dem zuletzt besiegten Licinius hatte Konstantin Schonung
geschworen - doch ein Jahr später ließ er ihn ebenfalls erwürgen.
Konstantins Grausamkeit machte auch vor der eigenen Familie nicht Halt.
Der britische Historiker Shelly schreibt dazu: Dieser kaltblütige und scheinheilige
Rohling durchschnitt seinem Sohn die Kehle, erdrosselte seine Frau, ermordete seinen
Schwiegervater und seinen Schwager ...", wobei dies nicht eigenhändig zu verstehen
ist. Seine Frau ließ er töten, weil ihr ein (unbewiesener) Ehebruch nachgesagt wurde -
er selbst allerdings war ein notorischer Ehebrecher.
Konstantin ließ sich einen prächtigen Palast bauen, kleidete sich in
höchstem Pomp und Luxus, ließ sich als Stellvertreter Gottes" ansprechen, als
unsere Gottheit" (nostrum numen), und von Klerikern als Heiland" und
Erlöser" feiern.
Damit sind wir bei dem gegenseitigen Nutzen: Konstantin privilegierte
die Kirche, diese rechtfertigte im Gegenzug seine maßlose Macht.
Konstantin war zeit seines Lebens, bis unmittelbar vor seinem Tod
(337), kein offizieller Christ. Erst ganz zuletzt ließ er sich taufen, und das nicht
einmal katholisch, sondern ketzerisch", nämlich arianisch. In den
Anfangsjahren seiner Herrschaft, als er noch in Gallien regierte, förderte Konstantin das
Heidentum - auch später legte er sich nicht eindeutig fest, ließ z.B. Münzen mit dem
Bildnis des Sonnengottes prägen.
Eine innere Überzeugung kann es also nicht gewesen sein, die
Konstantin sich mit der Kirche verbünden ließ.
Entscheidend war: In Gallien gab es wenig Christen. Doch dann machte
sich Konstantin daran, Italien zu erobern, wo es schon viele gab. In Kleinasien, das er
zuletzt eroberte, stellten die Christen in manchen Regionen die Hälfte der Einwohner. Da
war die Hilfe der Kirche willkommen.
Deschner schreibt: Konstantin, von früh an viel gereist, war gut
informiert, auch religionspolitisch, zumal über die straffen, fast militärisch
disziplinierten, das ganze Imperium umfassenden Kader der Catholica, die geschlossenste
Organisation der spätantiken Welt. Und in dieser Kirche sah er wohl so etwas wie das
Modell seines eignen Reiches präfiguriert. (S. 242).
Die Zusammenarbeit Konstantins mit der paulinisch geprägten Kirche
klappte von Anfang an bestens. Die Kirche entfesselte eine Hetzkampagne gegen seinen
ersten Gegner Maxentius. Dieser gilt bis heute als blutrünstiger Christenverfolger und
als Ausbund an Schlechtigkeit und Tyrannei. In Wirklichkeit war Maxentius ein fähiger und
maßvoller Herrscher, allerdings wenig kriegerisch - und dem Christentum gegenüber
tolerant. Nur: Er ließ zwei römische Bischöfe verbannen, weil es nach deren Wahl
großen Streit unter den Christen" gegeben hatte. Maxentius besteuerte alle
gleichermaßen, auch die Reichen - und die Kirche stand schon damals nicht auf der Seite
der Armen und der weniger kriegsbegabten, also weniger mächtigen Politiker.
Kaum hatte sich Konstantin nach seinem Sieg über Maxentius in Rom
eingerichtet, so zeigte er sich erkenntlich: Die Kirche erhielt große Schenkungen an
Ländereien, erhielt Kirchenbesitz wieder zurück; allein die Kirche Roms nahm über
eine Tonne Gold und fast zehn Tonnen Silber" (S. 236) in Empfang. Aus der
Staatskasse, die er durch Ausbeutung seiner Untertanen füllte, finanzierte Konstantin
riesige und prachtvolle Kirchenbauten überall im Reich. Aber nicht nur das: Er befreite
die Kleriker von den Abgaben, gab ihnen das Recht, als Erbe eingesetzt werden zu können,
also die Erbfähigkeit (die vorher die heidnischen Kulte nur in Ausnahmefällen hatten),
gab der Kirche sogar gerichtliche Kompetenzen - gegen den Rechtsspruch eines Bischofs gab
es keine Einspruchsmöglichkeiten.
Deschner: Nicht wenige Bischöfe konnten an ihren Amtssitzen schon
das Gepräge und Zeremoniell des kaiserlichen Hofs nachahmen. Sie haben Anspruch auf
besondere Titel, auf Weihrauch, werden kniefällig begrüßt und sitzen auf einem Thron,
der Abbild des göttlichen Thrones ist. Andern predigen sie Demut! (S. 238)
Binnen kurzem war die Kirche so reich und privilegiert, daß Konstantin
gegensteuern mußte: Er beschränkte z.B. die Möglichkeit, daß Reiche Kleriker werden
konnten - weil sie sich so der Steuerpflicht entziehen wollten! Unter Konstantins
Nachfolgern wurde auch die Erbfähigkeit der Kirche wieder eingeschränkt - allerdings
nicht auf Dauer.
Eine Hand wäscht die
andere: Schon 314 beschloß die Kirche, daß ab sofort vom Kriegsdienst desertierende
Christen auszuschließen seien - eine Kehrtwendung um genau 180 Grad, denn vorher wurde
ausgeschlossen, wer in den Kriegsdienst trat.
Die Rollen war klar verteilt: Der Kaiser hatte das Sagen, auch in
religiösen Dingen - er berief z.B. 325 das Konzil von Nicäa ein und diktierte das von da
an gültige Glaubensbekenntnis. Der Kaiser war oberster, gottgleicher Herrscher - die
kirchlichen Würdenträger kamen gleich nach ihm, lebten oft in demselben Prunk. Und sie
bedankten sich ihrerseits, indem sie die Macht des Kaisers und seine Kriege
rechtfertigten, seine Untaten zudeckten und ihm ständig mit Schmeicheleien ohnegleichen
um den Bart gingen.
Konstantin - das Urbild der Symbiose zwischen Kirche und Staat.
Deschner schreibt dazu: Konstantins Vorgänger hatten das Christentum gefürchtet,
teilweise bekämpft. Er spannte es durch die Fülle seiner Gunsterweise und Vorrechte für
sich ein ... Tatsächlich nahm er den Klerus in Dienst und zwang ihm seinen Willen auf ...
Die Kirche wurde zwar mächtig, verlor aber jede Freiheit ... Er und sie [Konstantin und
die Bischöfe] machten die Kirche zur Staatskirche ... (S. 242 f)
Konstantin, obwohl selbst kein überzeugter Katholik, ließ der Kirche
freie Hand bei der beginnenden Verfolgung Andersdenkender, etwa bei der Zerstörung
heidnischer Tempel durch christlichen" Mob. Offenbar unter klerikalem Einfluß
erließ er antijüdische Gesetze - so wurde z.B. der Übertritt eines Christen zum
Judentum mit dem Tod bestraft. Konstantin verfolgte auch zeitweilig - aus politischer
Taktik heraus, aber bezeichnenderweise nicht ständig - die ketzerischen Bewegungen der
Donatisten in Nordafrika und der Markioniten. Die Donatisten in Nordafrika waren gegen ein
Bündnis von Thron und Altar und verbündeten sich mit aufständischen Landarbeitern gegen
die Großgrundbesitzer. Das war natürlich nicht im Sinne der Kirche und des Staates!
Unter Konstantins Herrschaft taucht - auch kein Zufall - zum ersten Mal
das Wort katholisch" auf als Bezeichnung zur Abgrenzung von sogenannten
Ketzereien".
So weit dieser historische Rückblick.
Wer Ohren hat zu
hören, der höre; und wer ein Herz für Christus hat, der befolge, was in der
Johannes-Offenbarung steht: Geht hinaus aus ihr, mein Volk, daß ihr nicht teilhabt an
ihren Sünden und nichts empfangt von ihren Plagen. (Off 18, 4)
Die heidnische Kultkirche baute sich
durch Paulus auf, der die Lehren Jesu fehlinterpretierte, sie also in die heidnische
Tradition der Römer einbaute und sie mit all deren herrschsüchtigen und kämpferischen
Machtstrukturen versah.
Paulus wertete die Frauen als Abglanz des Mannes ab, der Mann hingegen
ist bei Paulus der Abglanz Gottes. Dadurch entstand die kirchliche christliche"
Männerwirtschaft, die bis in die heutige Zeit währt. Jesus hingegen lehrte die
Gleichheit zwischen Mann und Frau. Er machte keine Unterschiede; Er erhob nicht den Mann
zum Abglanz Gottes und erniedrigte die Frau nicht zum Abglanz des Mannes. Das ist wieder
einmal Saulus, gleich Paulus, aber nicht Jesus, der Christus.
Konstantin machte aus der heidnischen Kultkirche eine Staatskirche,
gleich Staatsreligion, die bis heute mit ihren blutigen und grausamen Wurzeln immer noch
mit dem Heidenkult verwoben ist. Die blutigen, grausamen und barbarischen religiösen
Kulte entwickelten sich schon nach Mose und setzten sich im ehemaligen römischen Reich
fort. Die heutigen Staatskirchen - es entstanden Abspaltungen von der einen römischen
Kultmachtkirche - sind äußere Machtreligionen, die mit Jesus, dem Christus, wenig
gemeinsam haben. Sie gebrauchen, gleich mißbrauchen, den Namen des Jesus, des Christus.
Der Sog aus dem Alten Testament und von der brutalen und überheblichen Anmaßung des
Konstantins blieb.
Die wahre christliche Religion, die des Einwärtswanderns, um das Königreich des Inneren zu erschließen, also das Herz zu öffnen für alle Menschen, auch für alle Tiere, für die Pflanzen- und Mineralwelt wurde von der Priesterkaste dem Saulus und dem Heiden Konstantin geopfert. Und all dies und weitere schreckliche Taten über das Mittelalter hinaus bis in unsere Zeit hinein soll Gott geboten haben. Das bestätigt der Vatikan im Zweiten Vatikanischen Konzil:
Gott ist der Urheber
[Autor] der Heiligen Schrift. Das von Gott Geoffenbarte, das in der Heiligen Schrift
schriftlich enthalten ist und vorliegt, ist unter dem Anhauch des Heiligen Geistes
aufgezeichnet worden."
Denn die heilige Mutter Kirche hält aufgrund apostolischen Glaubens
die Bücher sowohl des Alten wie des Neuen Testamentes in ihrer Ganzheit mit allen ihren
Teilen für heilig und kanonisch (sprich: zum geoffenbarten Wort Gottes gehörend), weil
sie, auf Eingebung des Heiligen Geistes geschrieben, Gott zum Urheber [Autor] haben und
als solche der Kirche übergeben sind." (Zweites Vatikanisches Konzil: Dei
Verbum" 11, zit. nach Katechismus der Katholischen Kirche, Nr.105).
Gott hat die menschlichen Verfasser [Autoren] der Heiligen Schrift
inspiriert. Zur Abfassung der Heiligen Bücher aber hat Gott Menschen erwählt, die
ihm durch den Gebrauch ihrer eigenen Fähigkeiten und Kräfte dazu dienen sollten, all das
und nur das, was er - in ihnen und durch sie wirksam - selbst wollte, als wahre Verfasser
{Autoren] schriftlich zu überliefern" (Nr. 106).
Die Heilige Schrift
wird angeblich von der Kirche verehrt. Wir entnehmen dem Katechismus der Katholischen
Kirche u.a. folgende weitere Aussagen:
Die Kirche hat die Heiligen Schriften immer verehrt wie den Leib des
Herrn selbst. Sie reicht den Gläubigen ohne Unterlaß das Brot des Lebens, das sie vom
Tisch des Wortes Gottes und des Leibes Christi empfängt. (Nr. 103)
In der Heiligen Schrift
findet die Kirche ständig ihre Nahrung und ihre Kraft ... (Nr. 104).
Da also all das, was die inspirierten Verfasser oder Hagiographen
aussagen, als vom Heiligen Geist ausgesagt gelten muß, ist von den Büchern der Schrift
zu bekennen, daß sie sicher, getreu und ohne Irrtum die Wahrheit lehren ... (Nr. 107)
Daß die Kirche in der
Heiligen Schrift ständig ihre Nahrung und ihre Kraft" findet, wird zwar
begründet mit den Worten In den Heiligen Büchern kommt nämlich der Vater, der
im Himmel ist, seinen Kindern liebevoll entgegen und hält mit ihnen Zwiesprache"
(Zweites Vatikanisches Konzil: Dei Verbum" 21, Nr. 104) - bezüglich der
Bücher Mose, aus denen wir schon einiges gelesen haben, fragt sich jedoch, ob es der
himmlische Vater ist, der uns darin entgegenkommt, und von liebevoll" kann
angesichts der grauenvollen Anweisungen und makabren Zumutungen sowie der harten
Strafandrohungen wohl nicht die Rede sein.
Hier soll und kann nicht auf alle Ausagen eingegangen werden, die der
Wahrheit - und Gott, dem All-Einen, der die Wahrheit ist - Hohn sprechen. Die Absurdität
der kirchlichen Lehre liegt derart offen zutage, daß man sich nur wundern kann, daß bis
heute so wenige darüber gestolpert sind und so viele dies widerspruchslos hingenommen
haben.
Weiter heißt es im Katechismus der Katholischen Kirche:
Das Alte Testament ist ein unaufgebbarer Teil der Heiligen Schrift. Seine Bücher sind von Gott inspiriert und behalten einen dauernden Wert, denn der Alte Bund ist nie widerrufen worden. (Nr. 121)
Der Heilsplan des
Alten Testamentes war vor allem darauf ausgerichtet, die Ankunft Christi, des Erlösers
von allem, ... vorzubereiten". Obgleich die Bücher des Alten Testamentes auch
Unvollkommenes und Zeitbedingtes enthalten", zeugen sie dennoch von der
Erziehungskunst der heilschaffenden Liebe Gottes: Sie enthalten erhabene Lehren
über Gott, heilbringende Weisheit über das Leben des Menschen und wunderbare
Gebetsschätze"; in ihnen ist schließlich das Geheimnis unseres Heils
verborgen" (Nr. 122)
Das kann man nur bestätigen: verborgen, ja sehr verborgen ...
Im letzten Absatz lesen
wir: Obgleich die Bücher des Alten Testamentes auch Unvollkommenes und
Zeitbedingtes enthalten," zeugen sie dennoch von der Erziehungskunst der
heilschaffenden Liebe Gottes ... Gemäß dieser Aussage hat Gott, der der Absolute und
Vollkommene sein soll, auch Unvollkommenes inspiriert. Außerdem soll Gott auch
Zeitbedingtes" offenbart haben. Wenn ja, dann wären auch Gottes Gesetze
zeitbedingt und Gott ein wandelbarer Zeitgeist. Nach den Worten Gottes durch Jeremia war
jedoch, wie bereits dargelegt, die damalige Priesterkaste am Werk, die sich des Namens
Mose bemächtigte und ihren damaligen Zeitgeist einfließen ließ, der bis zur heutigen
Zeit weht und wirkt. Es ist der Heidenkult, die Barbarei und der Totschlag gegen Tiere und
gegen Menschen, die sich - z.B. im Mittelalter oder in Kroatien - nicht in die katholische
Kirche einbinden ließen.
Um in die Worte der heutigen Priesterkaste Einblick zu gewinnen,
müssen wir mit Herz und Verstand lesen. Im Katechismus der Katholischen Kirche steht:
Bei der Bildung der
Evangelien lassen sich drei Stufen unterscheiden:
1. Das Leben und die Lehrtätigkeit Jesu
Die Kirche hält entschieden daran fest, daß die vier Evangelien,
deren Geschichtlichkeit sie ohne Bedenken bejaht, zuverlässig überliefern, was
Jesus, der Sohn Gottes, in seinem Leben unter den Menschen zu deren ewigem Heil wirklich
getan und gelehrt hat bis zu dem Tag, da er [in den Himmel] aufgenommen wurde". (Nr.
126)
Wohlgemerkt: Die Kirche spricht von Bejahung dessen, was der Sohn
Gottes als Mensch gelehrt hat; sie sagt aber nicht, daß sie die Lehre Jesu anwendet, also
verkörpert.
Im weiteren Text heißt es:
2. Die mündliche
Überlieferung
Die Apostel haben nach dem Aufstieg des Herrn das, was er selbst
gesagt und getan hatte, ihren Hörern mit jenem volleren Verständnis überliefert, über
das sie, durch die wunderbaren Ereignisse um Christus unterwiesen und durch das Licht des
Geistes der Wahrheit belehrt, verfügten". (Nr. 126)
Die Apostel sollen also nach dem Aufstieg des Herrn das, was Er selbst
gesagt und getan hatte, ihren Hörern mit einem volleren Verständnis überliefert haben.
Das dürfte wohl nicht so recht möglich sein, wenn sich Saulus, Paulus",
dazwischengemischt und seine Sichtweise in die katholische und protestantische Kirche
getragen hat, denn sowohl die Katholiken als auch die Protestanten richten sich mehr nach
Paulus als nach den Aposteln. Wenn die Apostel das, was Jesus gesagt und getan hatte, mit
vollerem Verständnis überliefert haben, das sie durch die Erfahrung der Verherrlichung
Christi und durch das Licht des Geistes der Wahrheit empfingen, wozu dann noch Paulus, der
kein Apostel war? Anstatt daß für die Institutionen Kirche die Apostel die Maßgebenden
waren, ist es Paulus, der Heilige", der angeblich Weisungen von Jesus, dem
Christus, empfangen haben soll. Paulus war es, der das Urchristentum, in dem der
Prophetische Geist redete, mit seinen Weisheiten" unterwanderte und diese in
die Kirchengeschichte einbrachte. Die christlichen Kirchen" haben letztlich
nicht das Recht, sich christlich zu nennen, denn sie sind überwiegend paulinisch.
Außerdem stellt sich die Frage, warum in Rom der Stuhl Petri steht und
nicht der Stuhl des Jesus, des Christus. Steht Petrus vor Christus oder Christus vor
Petrus? Von Rom aus wird die paulinische Lehre verbreitet, obwohl sich Petrus und Paulus
selten verstanden; muß Petrus dem Paulus weichen oder Paulus dem Petrus - oder haben sich
beide arrangiert, um gemeinsam die Lehre Jesu, das urchristliche Leben, in dem der
Prophetische Geist weht, zu verdrehen?
Mehr als alles andere sollte uns folgende Aussage im Katechismus der Katholischen Kirche erschrecken, wo es heißt:
... Das Alte Testament
bereitet das Neue vor, während dieses das Alte vollendet. (Nr. 140)
Hiermit ist dokumentiert, daß die Kirche jederzeit ihre grauenvollen
Taten fortsetzen kann. Wenn das Neue Testament das Alte vollendet, dann war das Alte
Testament vor allem in bezug auf die Bücher Mose" nur der Anfang jeglicher
Brutalität, Grausamkeit und Gewalt. Werden im Neuen Testament die Bücher
Mose" vollendet, dann kann es in Zukunft nur noch schlimmer werden, als es in der
Vergangenheit war und derzeit ist.
Wenn Jesus, der Christus, als Mensch unter uns Menschen leben würde -
wäre Jesus wohl mit dieser Dokumentation der Kirchen und mit dem Leben der
Kirchenchristen einverstanden, oder würde Er wiederholen, was Er vor 2000 Jahren sagte
(Einheitsübersetzung, Mt 15, 7-9): Ihr Heuchler! Der Prophet Jesaja hatte recht, als
er über euch sagte: Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit weg von
mir. Es ist sinnlos, wie sie mich verehren; was sie lehren, sind Satzungen von Menschen. Oder
Er würde aus Seinen Weherufen folgendes wiederholen (Mt 23, 27-28): Weh euch, ihr
Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr seid wie die Gräber, die außen weiß
angestrichen sind und schön aussehen; innen aber sind sie voll Knochen, Schmutz und
Verwesung. So scheint auch ihr von außen den Menschen gerecht, innen aber seid ihr voll
Heuchelei und Ungehorsam gegen Gottes Gesetz.
Vergegenwärtigen wir uns noch einmal, was Gott durch Maleachi sprach: Ich, der Herr, wandle mich nicht ..." Er ist ewig Derselbe; Sein Wesen wurde uns nahegebracht durch Jesus. Gott offenbarte sich als Der, der Er ist, durch alle wahren Gottespropheten. Wir lesen im Folgenden einige Gottesworte aus dem Alten Testament:
Durch Jesaja spricht Er:
Was soll ich mit euren vielen Schlachtopfern?, spricht der Herr. Die Widder, die ihr als Opfer verbrennt, und das Fett eurer Rinder habe ich satt; das Blut der Stiere, der Lämmer und Böcke ist mir zuwider. (Jes 1,11)
Und weiter:
Bringt mir nicht
länger sinnlose Gaben, Rauchopfer, die mir ein Greuel sind. (1, 13)
Oder würde Jesus - so Er als Mensch unter uns wäre - Jesaja zitieren:
Wenn ihr eure Hände ausbreitet, verhülle ich meine Augen vor euch. Wenn ihr auch noch so viel betet, ich höre es nicht. Eure Hände sind voller Blut. Wascht euch, reinigt euch! Laßt ab von eurem üblen Treiben! Hört auf, vor meinen Augen Böses zu tun! (1, 15-16)
In 1. Buch Samuel lesen
wir: ... Hat der Herr an Brandopfern und Schlachtopfern das gleiche Gefallen wie am
Gehorsam gegenüber der Stimme des Herrn? Wahrhaftig, Gehorsam ist besser als Opfer,
Hinhören besser als das Fett von Widdern. (1 Sam 15, 22)
Gott sprach durch Hosea: Liebe will ich, nicht Schlachtopfer,
Gotteserkenntnis statt Brandopfer. (6, 6)
Und: Efraim hat viele Altäre gebaut, um sich zu entsündigen, doch
die Altäre sind ihm zur Sünde geworden. Ich kann ihnen noch so viele Gesetze
aufschreiben, sie gelten ihnen so wenig wie die eines Fremden. Schlachtopfer lieben sie,
sie opfern Fleisch und essen davon; der Herr aber hat kein Gefallen an ihnen. (Hos 8,
11-13)
Gott durch Amos sprach ebenfalls in deutlichen und anschaulichen Worten
gegen die Anordnungen in den Büchern Mose": Ich hasse eure Feste, ich
verabscheue sie und kann eure Feiern nicht riechen. Wenn ihr mir Brandopfer darbringt, ich
habe kein Gefallen an euren Gaben, und eure fetten Heilsopfer will ich nicht sehen. Weg
mit dem Lärm deiner Lieder! Dein Harfenspiel will ich nicht hören, sondern das Recht
ströme wie Wasser, die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.
Habt ihr mir etwa Schlachtopfer und Gaben dargebracht während der
vierzig Jahre in der Wüste, ihr vom Haus Israel? Ihr werdet (den Gott) Sakkut als euren
König vor euch hertragen müssen und den Kewan, euren Sterngott, eure Götter, die ihr
euch selber gemacht habt. Ich will euch in die Gebiete jenseits von Damaskus verbannen,
spricht der Herr; Gott der Heere ist sein Name. (5, 21-27)
Durch Jeremia sprach Gott folgendes: Was soll mir der Weihrauch aus
Saba und das gute Gewürzrohr aus fernem Land? Eure Brandopfer gefallen mir nicht, eure
Schlachtopfer sind mir nicht angenehm. (6, 20)
Und: Denn ich habe euren Vätern, als ich sie aus Ägypten
herausführte, nichts gesagt und nichts befohlen, was Brandopfer und Schlachtopfer
betrifft. Vielmehr gab ich ihnen folgendes Gebot: Hört auf meine Stimme, dann will ich
euer Gott sein, und ihr sollt mein Volk sein. Geht in allem den Weg, den ich euch befehle,
damit es euch gut geht. Sie aber hörten nicht und neigten mir ihr Ohr nicht zu, sondern
folgten den Eingebungen und Trieben ihres bösen Herzens. Sie zeigten mir den Rücken und
nicht das Gesicht.
Von dem Tag an, als eure Väter aus Ägypten auszogen, bis auf den
heutigen Tag sandte ich zu euch immer wieder alle meine Knechte, die Propheten. Aber man
hörte nicht auf mich und neigte mir nicht das Ohr zu, vielmehr blieben sie hartnäckig
und trieben es noch schlimmer als ihre Väter. Auch wenn du ihnen alle diese Worte sagst,
werden sie nicht auf dich hören. Wenn du sie rufst, werden sie dir nicht antworten. Sag
ihnen also: Dies ist das Volk, das nicht auf die Stimme des Herrn, seines Gottes, hörte
und sich nicht erziehen ließ. Die Treue ist dahin, aus ihrem Mund verschwunden. (7,
22-28)
Bei dem Propheten Micha lesen wir: Womit soll ich vor den Herrn
treten, wie mich beugen vor dem Gott in der Höhe? Soll ich mit Brandopfern vor ihn
treten, mit einjährigen Kälbern? Hat der Herr gefallen an Tausenden von Widdern, an
zehntausend Bächen von Öl? Soll ich meinen Erstgeborenen hingeben für meine Vergehen,
die Frucht meines Leibes für meine Sünde?
Es ist dir gesagt worden, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir
erwartet: Nichts anderes als dies: Recht tun, Güte und Treue lieben, in Ehrfurcht den Weg
gehen mit deinem Gott. (6, 6-8)
In Psalm 50: "... Doch nehme ich von dir Stiere nicht an noch
Böcke aus deinen Hürden. Denn mir gehört alles Getier des Waldes, das Wild auf den
Bergen zu Tausenden. Ich kenne alle Vögel des Himmels, was sich regt auf dem Feld, ist
mein eigen. Hätte ich Hunger, ich brauchte es dir nicht zu sagen, denn mein ist die Welt
und was sie erfüllt. Soll ich denn das Fleisch von Stieren essen und das Blut von Böcken
trinken?
Bring Gott als Opfer dein Lob, und erfülle dem Höchsten deine
Gelübde! Rufe mich an am Tag der Not; dann rette ich dich, und du wirst mich ehren."
Zum Frevler aber spricht Gott: Was zählst du meine Gebote auf
und nimmst meinen Bund in deinen Mund? Dabei ist Zucht dir verhaßt, meine Worte wirfst du
hinter dich. Siehst du einen Dieb, so läufst du mit, du machst dich mit Ehebrechern
gemein. Dein Mund redet böse Worte, und deine Zunge stiftet Betrug an. Von deinem Bruder
redest du schändlich, auf den Sohn deiner Mutter häufst du Verleumdung. Das hast du
getan, und ich soll schweigen? Meinst du, ich bin wie du? Ich halte es dir vor Augen und
rüge dich ..." (9-21)
Seit Konstantin die veräußerlichte, von Paulus zurechtgezimmerte
Kirche mit ihren Bischöfen zur Staatskirche erhob, blieb sie bis heute eine römische,
heidnische Kultstaatskirche mit einigen christlichen Fragmenten. Die heutigen kirchlichen
Amtsträger sind ebenso machtbesessen wie die damaligen. Sie sind die größte Gefahr für
all jene, die nicht kirchentreu sind. Gemäß ihrer Dokumentation im Katholischen
Katechismus bekunden sie, das auszuführen, was das Alte Testament beinhaltet. Erinnern
wir uns: Das Alte Testament bereitet das Neue vor, während dieses das Alte vollendet.
Beide erhellen einander; beide sind wahres Wort Gottes.
Machen wir uns noch einmal bewußt: Die Vertreter der heutigen
kirchlichen Institutionen haben sich herausgenommen, das Alte Testament im Neuen zu
vollenden. Das heißt für alle nicht Kirchenhörigen Verfolgung, Verleumdung,
Diskriminierung und Aberkennung aller Rechte, auch, wenn es sein muß, durch den Staat.
Daß sie gewillt sind, das wahrzumachen, was sie in ihrem Katechismus dokumentieren, haben
sie in der Vergangenheit und in jüngster Zeit bewiesen. Die Greueltaten im Alten
Testament wurden, wie bereits gesagt, von all dem, was schon im Neuen geschah, längst
überboten. Im Alten Testament wurden Hunderttausende Menschen umgebracht und unzählige
Tiere grauenvoll gefoltert. Im Neuen Testament sind es Abermillionen Menschen, die die
Kirche auf dem Gewissen hat, ganz zu schweigen von den Tieren, die für sie nur eine Sache
sind, die auf den Schlachtbänken dieser Welt geopfert werden zum Wohle des Baal-Gottes
Mensch.
Der kleine Prinz sagte: Man sieht nur mit dem Herzen gut. Ich
möchte hinzufügen: Man liest nur mit dem Herzen gut. Jesus von Nazareth sprach des
öfteren: Wer Ohren hat zu hören, der höre. Und die Stimme des Herzens spricht: Wer mit
dem Herzen hört, liest und wägt, der kann seinem Herzen, seinem Gewissen folgen - wenn
er das möchte.
Wer bei den sogenannten christlichen" Kirchen nach dem Herzen für Tiere sucht, der bemüht sich ebenso vergebens wie beim Suchen nach dem Herzen für Menschen. Im Katechismus der Katholischen Kirche 1993, in diesem Traktat aus Rom, das ca. 800 Seiten hat, lesen wir lediglich auf Seite 609 und 618 folgendes über Tiere:
Das siebte Gebot verlangt auch, die Unversehrtheit der Schöpfung zu achten. Tiere, Pflanzen und leblose Wesen sind von Natur aus zum gemeinsamen Wohl der Menschheit von gestern, heute und morgen bestimmt. Die Bodenschätze, die Pflanzen und die Tiere der Welt dürfen nicht ohne Rücksicht auf sittliche Forderungen genutzt werden. Die Herrschaft über die belebte und die unbelebte Natur, die der Schöpfer dem Menschen übertragen hat, ist nicht absolut; sie wird gemessen an der Sorge um die Lebensqualität des Nächsten, wozu auch die künftigen Generationen zählen; sie verlangt Ehrfurcht vor der Unversehrtheit der Schöpfung. (Nr. 2415)
Tiere sind Geschöpfe Gottes und unterstehen seiner fürsorgenden Vorsehung. Schon allein durch ihr Dasein preisen und verherrlichen sie Gott. Darum schulden ihnen auch die Menschen Wohlwollen. Erinnern wir uns, mit welchem Feingefühl die Heiligen, z.B. der hl. Franz von Assisi und der hl. Philipp Neri, die Tiere behandelten. (Nr. 2416)
Gott hat die Tiere unter die Herrschaft des Menschen gestellt, den er nach seinem Bild geschaffen hat. Somit darf man sich der Tiere zur Ernährung und zur Herstellung von Kleidern bedienen. Man darf sie zähmen, um sie dem Menschen bei der Arbeit und in der Freizeit dienstbar zu machen. Medizinische und wissenschaftliche Tierversuche sind in vernünftigen Grenzen sittlich zulässig, weil sie dazu beitragen, menschliches Leben zu heilen und zu retten. (Nr. 2417)
Es widerspricht der Würde des Menschen, Tiere nutzlos leiden zu lassen und zu töten. Auch ist es unwürdig, für sie Geld auszugeben, das in erster Linie menschliche Not lindern sollte. Man darf Tiere gern haben, soll ihnen aber nicht die Liebe zuwenden, die einzig Menschen gebührt. (Nr. 2418)
Der Schöpfer hat dem Menschen das Recht gewährt, über die Rohstoffe, Pflanzen und Tiere der Welt zu verfügen. Dabei muß aber der Mensch die sittlichen Verpflichtungen achten, auch gegenüber den kommenden Generationen. (Nr. 2456)
Die Tiere sind dem
Menschen unterstellt, der ihnen Wohlwollen schuldet. Sie können einer gerechten
Befriedigung menschlicher Bedürfnisse dienen. (Nr. 2457)
Es mutet paranoisch an, wenn man z.B. liest: Tiere, Pflanzen und
leblose Wesen sind von der Natur aus zum gemeinsamen Wohl der Menschen von gestern, heute
und morgen bestimmt. Gott, der das Leben ist, hat niemals etwas Lebloses geschaffen.
Es gibt in der ganzen Schöpfung kein lebloses Wesen" und keine unbelebte
Natur". Das ist, wie so vieles, die Interpretation von Menschen, die das Leben nicht
erfasssen, die sich selbst als Schöpfer aufspielen und ihr Spiel mit den einfältigen
Gläubigen treiben, mit denen, die ihr Gehirn nicht anstrengen, um der ganzen paranoischen
Scheinheiligkeit auf den Grund zu gehen. Hätte Gott leblose Wesen geschaffen oder
unbelebte Aspekte der Natur, dann gäbe es kein allumfassendes Leben, das Gott ist,
sondern einen Teil lebloser Masse"; doch es gibt keine Form, keine Substanz,
keine Masse ohne Leben. Das Leben erhält die Form. Zerfällt die Form, gleich Masse, dann
geht das Leben in einen anderen Aggregatzustand über.
Gott ist unbegrenztes, ewiges Leben. Gott ist die Liebe. Seine Liebe
legte Er in die folgenden sinngemäßen Worte: Macht euch die Erde untertan. - Die Natur
ist Gottes Schöpfung. Sie dient uns zur Freude. Es soll uns ein Anliegen sein, uns als
Einheit mit der Natur zu sehen und danach zu leben. Doch das sogenannte gemeinsame Wohl,
das von den Kirchen ausgesprochen wird, ist Ausbeutung zum Wohlergehen des Menschen auf
Kosten der Tiere, Pflanzen und Mineralien.
Weiter heißt es im
Katechismus der Katholischen Kirche auf Seite 609: Die Bodenschätze, die Pflanzen und
die Tiere der Welt dürfen nicht ohne Rücksicht auf sittliche Forderungen genutzt werden.
Was wohl die Kirche mit den sittlichen Forderungen meint? Eventuell
unsere heutigen Schlachthöfe, die Totenlager der gequälten und getöteten Tiere sind,
die als Kadaver der moralisch hochstehenden Gesellschaft" dienen.
Vielleicht ist mit sittlichen Forderungen" auch gemeint,
daß man die Tiere nicht direkt vor den Augen ihrer Verbraucher" umbringt,
diesen die Todesschreie nicht zumutet, sondern diese mörderischen Prozeduren hinter
dicken Wänden von Schlachthäusern verbirgt?
Stellen wir uns vor, der Hotelgast, der ein Boeuf
Stroganoff" bestellt, müßte zunächst in die angstvoll aufgerissenen Augen eines
Stieres blicken und miterleben, wie er geschlachtet, gleich hingemetzgert, noch zuckend
aufgeschnitten, gehäutet, zersägt und zerhackt wird, während penetranter Blutgeruch den
feinen Gast umwehen würde, bis schließlich die Kadaverteile, die erforderlichen, gut
abgehangenen Fleischstücke, dem Koch des Hotels zur Zubereitung des leckeren Mahls
übergeben werden.
Womöglich würde dieser Hotelgast am Ende das Menü nicht mehr wollen?
Da ist Rücksichtnahme fürwahr eine berechtigte sittliche Forderung"!
Vielleicht wäre sein ästhetisches Empfinden unangenehm berührt, oder er könnte der
Ansicht sein, daß diese Zumutung gegen die Regeln des Anstandes verstoße? Unter
Umständen würde sich nicht nur der Magen des Gastes umdrehen, sondern auch das
sittliche" Feingefühl regen? Deshalb sollte mit Recht die besagte
Rücksichtnahme auf sittliche Forderungen" bei der Nutzung der
Tiere" bzw. ihrer Leichenteile nicht außer acht gelassen werden.
Auch könnte eine sittliche Forderung darin bestehen, daß die Nutzung
der Tiere zu Versuchszwecken oder die Nutzung der Tiere in der Massentierhaltung oder als
Pelzlieferant oder andere übliche Formen der Nutzung, Benutzung und Verwendung möglichst
ohne Belästigung der nervenschwachen oder zu Sentimentalität neigenden Menschen zu
geschehen habe?
Eventuell ist es auch der Rücksichtnahme auf sittliche Forderungen zu
verdanken, daß in Labors und wissenschaftlichen Versuchsräumen Tieren, die genutzt und
benutzt werden, z.B. Hunden, Affen, Schweinen usw., die Stimmbänder durchschnitten
werden? Ihr Schreien, Weinen, Klagen, Seufzen und andere Laute könnten ja bei Passanten
auf der Straße Anstoß erregen. Oder die Laute der verwendeten" Tiere könnten
gar die gewiß nervenstarken, gemütsgestählten und von Gewissensregungen wenig
angefochtenen Wärter, Laborgehilfen, Ärzte und andere Mitarbeiter am Fortschritt der
Wissenschaft irritieren, wenn diese mal einen empfindlichen Tag haben. Das kann ja jedem
von Zeit zu Zeit passieren - oder?
Weiter heißt es: Tiere
sind Geschöpfe Gottes und unterstehen seiner fürsorgenden Vorsehung. Schon allein durch
ihr Dasein preisen und verherrlichen sie Gott. Und: Gott hat die Tiere unter die
Herrschaft des Menschen gestellt ... Würde diese paranoische Scheinheiligkeit nicht
von der Institution Kirche kommen, müßte man sich fragen, ob Gott über Mensch und Tier
den Überblick verloren hat. Denn wer, außer der Institution Kirche, würde, angesichts
einer ausgerasteten, sinneswidrigen Gesellschaft von Menschen, die mordet, tötet, Tiere
bestialisch quält und auf grausame Weise hinmetzelt, die Tiere unter die Herrschaft
des Menschen" stellen?
Gott schuf den Menschen nach Seinem Bild, damit er zu Seinem Ebenbild
werden soll, so, wie Jesus sagte: Ihr sollt ihr also vollkommen sein, wie es auch euer
himmlischer Vater ist. (Mt 5, 48)
Lesen wir weiter im
Katholischen Katechismus. Dort steht, daß man sich der Tiere zur Ernährung und zur
Herstellung von Kleidern bedienen darf.
Haben Sie schon einmal eine Drossel singen hören? Sie singt
wunderschön. Manche Menschen finden, daß sie es diesbezüglich mit der weit berühmteren
Nachtigall durchaus aufnehmen kann.
Im Süden Europas werden Fangnetze und weitere Fallen ausgelegt für
Singvögel, die, entsprechend zubereitet, als Delikatesse für Gourmets gelten; man
bedient sich" also dieser Tiere zur Ernährung". Folglich
"darf" man sie guten Gewissens fangen, töten und verspeisen. Mit Zustimmung der
Kirche durfte" also die Drossel, die wir auf dem Bild sehen, nach langem
Todeskampf elend in einer Roßhaarschlinge ersticken.
Was du nicht willst, daß man dir tu, das füg auch
keinem anderen zu." Ob das Gesetz von Ursache und Wirkung wohl einen großen
Unterschied macht, ob ein Mensch oder ein Tier durch uns zu Schaden gekommen ist? Auch der
Übernächste, das Tier, ist unser Nächster, ein Mitgeschöpf. Das Kausalgesetz sieht
nicht auf die Person; es ist unpersönlich. Leid ist Leid, Leiden ist Leiden, Mord ist
Mord, Grausamkeit ist Grausamkeit.
Und der Feinschmecker, der sich das tote Vöglein munden läßt - weiß
er, wen oder was er auf dem Teller hat? Herzensträgheit und Gefühlskälte entstehen
nicht von ungefähr. Der Mensch hat bewußt und geflissentlich viele mahnende Impulse
seines Gewissens beiseitegeschoben, bevor dieses schweigt.
Wer nach der Erfüllung
des Gesetzes Gottes, das Liebe ist, nicht trachtet, der sollte sich auch nicht auf die
Aussage des Herrn berufen: Füllet die Erde und machet sie euch untertan ... (Gen
1, 28, Übersetzung nach Luther) Bevölkert die Erde, unterwerft sie euch ...
(Einheitsübersetzung) Der Paranoiker Mensch handelt vielfach bewußt gegen das Gesetz
Gottes, gegen die Gottes- und Nächstenliebe.
Im Schöpfungsbericht, 1. Buch Mose, Genesis, steht: Und Gott sah an
alles, was Er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. (1, 31) Wie können
wir Menschen uns erdreisten, das mit Füßen zu treten, zu quälen, zu töten und
mutwillig zu verändern, was Gott als Seine Schöpfung bejaht und für gut befindet?
Auf die Aussage: Macht euch die Erde untertan bezieht sich der
Mensch gern, um seine Unmenschlichkeiten zu rechtfertigen. Haben nicht auch Forscher und
Wissenschaftler längst erfaßt, daß im großen Kreislauf des Gebens und Empfangens eins
ins andere greift? Doch der Mensch denkt gar nicht daran, der Erde Liebe
entgegenzubringen, sondern er nimmt sich heraus, sie auszubeuten zum Wohle seines Körpers
und zum Leid des Lebens auf und in der Erde, in den Lüften und auf und in den Gewässern.
Die Kirche natürlich ist der Meinung, man dürfe sich nicht nur der
Tiere zur Ernährung und zur Herstellung der Kleidung bedienen, sondern man darf sie auch zähmen,
um sie dem Menschen bei der Arbeit und in der Freizeit dienstbar zu machen. Wohlgemerkt:
Das sagt die Kirche, aber nicht Gott.
Die kirchlichen Institutionen nennen sich christlich". Ihren
Gläubigen bieten sie viele Ausnahmeregeln an, viel Heidentum und wenig Christliches. Das
Wort christlich" geht durch die intensive Bewegung der Antriebsschraube des
heidnischen Kultstaatsschiffs verloren, dessen Besatzung alle anheuert, die im Denken
schwach sind. Das "Sich-dienstbar-Machen" der Tiere geht bis zu
"Freizeitbelustigungen" extremer Art wie Hundekämpfe, Hahnenkämpfe,
Stierkämpfe und dergleichen - letztlich bis zum Hinmetzeln dieser Geschöpfe.
Die Besatzung des heidnischen Kultstaatsschiffes und alle, die sich auf
Deck tummeln und wohlfühlen, lassen die hingemetzelten Kadaver zubereiten, um sie dann an
feingedeckten Tischen mit Messer und Gabel zu zerlegen oder z.B. Hähnchen, Gänse und
dergleichen mit den Händen, an deren Finger die Gold- und Silberringe stecken,
auseinanderzureißen, um sie dem Gourmet-Gaumen zuzuführen und damit den Magen zu
füllen, so daß die Körperfülle des Bildes Gottes" immer umfangreicher wird.
Sollte dadurch der alte kostbare Pelzmantel zu eng werden, ist wieder ein neuer in Sicht,
zum Wohle" des Gesellschaftsmenschen". Die Nerze, die zu dem Zweck
ihr Fell und ihr Leben lassen müssen, quälen sich derweil eventuell noch in ihrem engen
Käfig der Pelztierfarm".
Mit dem Zähmen" der Tiere meinten die Kirchen sicherlich,
sie zu prügeln, zu schlagen, willenlos zu machen, um sie in die Dienstbarkeit des
Menschen zu stellen in dessen Freizeit, um sie so als willenlose Tiersklaven zu halten,
oder damit sie bei der Arbeit die entsprechende Verwendung finden. Das ist kirchliche
Anordnung, jedoch nicht göttlicher Wille. Davon sprach Jesus nicht!
Weiter lesen wir: Medizinische und wissenschaftliche Tierversuche
sind in vernünftigen Grenzen sittlich zulässig, weil sie dazu beitragen, menschliches
Leben zu heilen und zu retten.
Zum einen müssen wir uns fragen: Was bedeutet in vernünftigen
Grenzen", und was ist sittlich zulässig"?
Ist es sittlich zulässig", Tiere zu quälen, zu töten, um
menschliches Leben zu heilen und zu retten? Gott gab uns Menschen Heilpflanzen und
Mineralien, die helfen und heilen. Zur Ernährung gab Er uns die Früchte des Feldes und
des Waldes. Der wahre Gott gab uns Menschen kein Gebot, in dem es heißt: Tötet eure
Mitgeschöpfe, und verzehrt ihre Kadaver, oder: Quält sie auf bestialische Weise, indem
ihr an ihnen eure Versuche macht, um euresgleichen zu helfen und zu heilen. - Wer sich an
den Aussagen der kirchlichen Amtsträger orientiert, ist gegen Gott.
Weiter heißt es: Es widerspricht der Würde des Menschen, Tiere
nutzlos leiden zu lassen und zu töten." Das ist ein krasser Widerspruch zu dem, was
vorher gesagt ist, daß medizinische und wissenschaftliche Tierversuche, in vernünftigen
Grenzen gehalten, sittlich zulässig seien, da sie dazu beitragen, menschliches Leben zu
heilen und zu retten. Jeglicher Tierversuch ist Leidenlassen und Töten. Tiere zur
Ernährung und zur Herstellung von Kleidung zu verwenden" ist Leidenlassen und
Töten.
Außerdem, so heißt es im Katholischen Katechismus, ist es
unwürdig, für sie, also für Tiere, Geld auszugeben, das in erster Linie
menschliche Not lindern sollte. Die Sorge um menschliche Not" spricht
deutlich aus diesen Worten. Ob daraufhin die Vertreter der Kirche daran gehen werden,
ihren unermeßlichen Reichtum zum Wohle der Ärmsten der Armen einzusetzen? Und wo war die
Sorge um menschliche Not, als die Kirche z.B. den Bosnien-Krieg mehr oder weniger
befürwortete? Man bedenke auch, was medizinische Apparate kosten, um wissenschaftlich
Tierversuche durchzuführen, und nicht zuletzt die hohen Gehälter derer, die sich unter
anderem auch auf die kirchliche Meinung stützen, daß Tierversuche in vernünftigen
Grenzen sittlich zulässig seien, um menschliches Leben zu heilen und zu retten. Ist das
würdig? Da Gott, der Ewige, davon nicht sprach, müßten jene, die für Gerechtigkeit und
Liebe auch den Tieren gegenüber eintreten und sich somit Gott zuwenden, auch die klare
Entscheidung bezüglich ihres Verhältnisses zur Kirche treffen, denn zwei Herren kann man
nicht dienen.
Im Katechismus steht eine weitere Blasphemie. Da heißt es unter Achtung
der Unversehrtheit der Schöpfung: Man darf Tiere gern haben, soll ihnen aber nicht
die Liebe zuwenden, die einzig Menschen gebührt. (Nr. 2418) Hat Gott solches geboten?
Liebe Leser, haben Sie das Gefühl, eine Sünde zu begehen, wenn Sie Ihre Haustiere ins
Herz geschlossen haben, sie nicht nur oberflächlich gern haben, sondern lieben? Wenn
Ihnen also daran gelegen ist, daß es dem Tier gut geht; wenn Sie sich freuen, daß das
Tier sich freut, wenn es Sie sieht; wenn Sie auch dem Tiergeschwister gern etwas zuliebe
tun; wenn Sie das Tier verstehen und das Tier weiß, wie Ihnen zumute ist, und stellt sich
darauf ein - was sollte daran ungut sein? Lieber Bruder, liebe Schwester, man sieht und
man erkennt nur mit dem Herzen gut. Gott gab uns kein Gebot, in dem es heißt: Tiere sollt
ihr nur gern haben, aber nicht lieben; die Liebe gebührt einzig dem Menschen.
Die Evangelische Kirche
in Deutschland sagt in ihrer Verlautbarung Zur Verantwortung des Menschen für das
Tier als Mitgeschöpf, 1991": Tierliebe und Menschenliebe können zueinander in
Spannung treten (S. 6). Und in einem Hirtenschreiben der deutschen
Bischöfe" (Zukunft der Schöpfung - Zukunft der Menschheit, 1980) - es handelt sich
hier um katholische - steht: Im Unterschied zum Menschen als Personwesen haben Pflanzen
und Tiere kein unantastbares individuelles Lebensrecht ... Wir Menschen sind berechtigt,
Leistungen und Leben der Tiere in Anspruch zu nehmen. Es folgt nun zwar eine
Einschränkung: Es ist jedoch nicht zu verantworten, daß Tiere, die fühlende Wesen
sind, ohne ernste Gründe, etwa bloß zum Vergnügen oder zur Herstellung von
Luxusprodukten, gequält und getötet werden. - Doch wo bleiben die Taten?
Der Mensch hat viele Ausreden und weiß die ernsten Gründe"
listenreich und eloquent darzulegen, wenn es um seinen Vorteil geht. Und wer
verantwortet" das, was den Tieren an Unrecht geschieht? Alle, die es verüben,
aber auch alle, die davon wissen und dazu schweigen, und auch jene, die mahnende Worte
sprechen und sich selbst nicht daran halten. Und jene, die es maßgeblich verursacht
haben, daß vielen Menschen das lebendige Gewissen abhanden gekommen ist.
Wohin es führen kann, wenn Ethik und Moral traditionell niedrig
gehalten werden und das Gewissen vieler abgestumpft ist, zeigen die folgenden
Informationen, die am 12.3.1991 in der Schwäbischen Zeitung veröffentlicht wurden. Es
geht um Beispiele spanischer Grausamkeiten an Tieren, die aus Tradition"
aufrecht erhalten werden und welchen die katholischen Geistlichen als auch die örtliche
Polizei gleichgültig gegenüberstehen.
Hier finden wir u.a. auch die Todesart der Steinigung, allerdings verübt
an einem Tier: Eselreiten in V.: Am letzten Tag des Faschingsfestes wird der älteste
und schwächste Esel des Dorfes aus dem Stall geholt. Der schwerste Dorfbewohner reitet
ihn so lange, bis das Tier vor Erschöpfung zusammenbricht. Dann wird es gesteinigt und zu
Tode geprügelt.
In C. werden Stiere durch die Gassen getrieben. Hunderte
spalierstehender Menschen schlagen und treten das Tier, reißen mit langen Eisenhaken
tiefe Wunden. Bis zu acht Stunden wird der Stier durch die Gassen getrieben, bis er
endlich von seinen Leiden durch den Tod erlöst wird.
In G. fast dasselbe: Festgäste zielen mit einem Blasrohr auf einen
Stier, der auf den Dorfplatz getrieben wurde. Bunt geschmückte Stahlpfeile bohren sich in
seinen Leib, in den Kopf, in die Augen. Wenn das Tier durch den hohen Blutverlust
geschwächt ist, wagen" sich Männer mit Taschenmessern an das Tier.
T.: Junge Stiere werden von Männern mit langen Lanzen gejagt und
seitlich zu durchbohren versucht.
C. in der Provinz G.: Mit Öl gefüllte Behälter werden im Nacken und
an den Hörnern der Stiere festgezurrt und mit einer Fackel in Brand gesetzt. Die
brennenden Tiere, vor Schmerz fast von Sinnen, werden zum Marktplatz getrieben, wo Männer
bereit stehen, um sie mit Dolchen und Scheren endgültig zu töten.
Wie steht es hier mit der Frage, wer das zu verantworten hat? Sicher
nicht nur jene, die sich auf diese makabre, gleichsam perverse Weise verlustieren. Hier
verhält sich der Mensch wahrlich tierischer als jedes Tier".
Ich wiederhole: Gott, der Ewige, hat in Seinem ewigen Gesetz keine
Gesetzmäßigkeit, in der es heißt: Habe Tiere gern, liebe sie aber nicht."
Gott ist Liebe. Aus Seinem Gesetz der Liebe schuf Er die Tiere, die von Ihm geliebt
werden, weil Er die Liebe ist. Das Wort gern" entspricht der kirchlichen
Moral", die nicht gerade hoch sein kann, denn würden die kirchlichen
Obrigkeiten und ihre Nachfolger die Tiere wenigstens nur gern haben, dann wäre der
Tierkannibalismus zu Ende.
Die Kirche sagt: Die Liebe gebührt einzig den Menschen. Stellen
wir den überdimensionalen Reichtum der Kirchen der Armut in den Ländern der Dritten Welt
gegenüber, dann ahnen wir, wie groß die Liebe der kirchlichen Obrigkeiten zu den
Menschen ist. Was sagte Jesus dazu?: Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als daß
ein Reicher in das Reich Gottes gelangt (Mt. 19, 24). Dieser Aussage zufolge werden
die kirchlichen Obrigkeiten einschließlich ihres Machtinstruments Kirche nicht in das
Himmelreich eingehen. Die kirchlichen Amtsträger einschließlich ihrer Staatskirche
müssen erst schlank werden, sehr schlank, um durch das Nadelöhr gehen zu können.
Weiter heißt es im Katholischen Katechismus auf Seite 618, Nr. 2456: Der
Schöpfer hat dem Menschen das Recht gewährt, über die Rohstoffe, Pflanzen und Tiere der
Welt zu verfügen. Das ist, wie so vieles, eine maßlose Überheblichkeit der
kirchlichen Amtsträger, wenn man bedenkt, wie die Erde, die Naturreiche unter der
bestialischen Ausbeutegesellschaft zu leiden haben.
Die eben zitierten Worte werden noch ergänzt von der folgenden ethisch
anspruchsvollen Aussage: Dabei muß aber der Mensch die sittlichen Verpflichtungen
achten, auch gegenüber den kommenden Generationen.
Was sollen wir uns unter sittlichen Verpflichtungen"
vorstellen? Es sind die gegenüber den kommenden Generationen genannt. Bedeutet das, daß
der Mensch die Natur ausbeuten und ruinieren darf - vorerst nur nicht so radikal, daß die
kommenden Generationen nichts mehr zu essen, kein Wasser mehr zu trinken und keine Luft
mehr zum Atmen haben?
Aber dank des Erfindungsreichtums der Wissenschaftler braucht sich nun
der Mensch auch diesbezüglich keine Schranken mehr aufzuerlegen, denn es wird, so hört
und liest man, sowieso alles neu. Das Dilemma - und zwar jedes Dilemma - ist zu lösen,
durch die gar wundersamen Leistungen der Gentechnik! Da kann man also getrost weiterhin
die Mutter Erde ausbeuten, auslaugen, sie versteppen lassen, die Natur vergiften, quälen,
krank machen und morden - dank Gentechnik geht das Leben auf der Erde weiter; wie man
hört, sogar besser als je zuvor. Vielleicht aber erntet die Menschheit gerade durch die
Gentechnik das, was sie gesät hat.
Weiter steht unter 2457: Die Tiere sind dem Menschen unterstellt,
der ihnen Wohlwollen schuldet. Sie können einer gerechten Befriedigung menschlicher
Bedürfnisse dienen. Wie kann ein Tier überhaupt dem Menschen dienen, wenn der Mensch
weder Tier, Pflanze noch Mineral achtet? Der Mensch in seiner überheblichen Ich-Sucht
macht alles nieder, dessen er habhaft wird. Irgendwann - gemäß ehernen Kausalgesetzen -
wird seine selbstgeknüpfte Zuchtrute, sein Schicksal, ihn treffen, und das so lange, bis
er den Weg zu den kosmischen Gesetzen der Gottes- und Nächstenliebe findet und wieder zum
Ebenbild Gottes wird.
Nach Auskunft eines in
evangelischer Theologie Bewanderten spielen die Tiere im evangelischen Glauben keine
besondere Rolle. In den bis heute verbindlichen Bekenntnisschriften der
evangelisch-lutherischen Kirche von 1530 kommen die Tiere nicht vor.
Martin Luther selbst wird von seinen Gegnern der Völlerei bezichtigt.
Fleisch konnten sich damals nur Höhergestellte leisten, für Arme war es die Ausnahme.
Vermutlich aß Luther viel Fleisch - seine Körperfülle und auch seine Krankheiten deuten
darauf hin. Zu jeder Mahlzeit wurden ihm außerdem zwei Liter Südwein serviert, dazu
trank er reichlich Bier.
Als sein Mitstreiter Philipp Melanchton in Nürnberg einkehrte, wurde
er wie folgt bewirtet: Schweinekopf und Lendenbraten in saurer Sauce, Forellen und
Äschen, Rebhühner mit Kapaun und Hecht in Sülze, Wildschweinbraten mit Pfeffersauce ...
So gings zu, wenn der Herr Philipp kam ... im Alltag ging es bescheidener zu. (Aus:
Veranstaltungen in Luthers Landen, Kulturmagazin für Sachsen-Anhalt und Thüringen, 1997,
S. 12)
Wie sagte noch der kleine Prinz"?: Man sieht nur mit dem
Herzen gut. - Eventuell würde er heute zu uns auch sagen: Man liest nur mit dem
Herzen gut, nämlich in einem Artikel der ZEIT vom 2. April 1998 mit der Überschrift Lammfleisch
Gottes. In diesem Artikel geht es um die Verbindung, die zwischen Metzgern und
Priestern besteht; er schließt mit dem Satz: Die christliche Theologie hat angesichts
einer geschöpfvergessenen Tradition, die die nichtmenschliche Schöpfung von der Frohen
Botschaft ausschließt, das Ihrige jedenfalls noch nicht getan.
Hier die auszugsweise Wiedergabe des Textes:
Die
Fleischergesellen-Bruderschaft in der Friedenskirche im Wilhelmshavener Stadtteil
Federwardergroden feiert ihr hundertjähriges Jubiläum. Höhepunkt des ökumenischen
Gottesdienstes ist die Segnung der zu diesem Anlaß neu angefertigten Innungsfahne, die
das christliche Osterlamm mit der Auferstehungsfahne zeigt. Christe, du Lamm Gottes,
der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser", hatte die Gemeinde kurz zuvor
noch gesungen.
Doch der Jubiliäumsgottesdienst der Wilhelmshavener Fleischerinnung
erregt Anstoß. Die Tierrechtsbewegung aus dem Nachbarort Schortens konfrontiert die
Geistlichen mit einer überraschenden Frage: Wie können die Kirchen es dulden, daß das
Christuslamm als Symbol auf der Fahne von Tiermördern prangt? Hilflos reichen die
Kleriker diese Frage an die Metzger weiter, die sich mit dem Hinweis auf das hohe Alter
ihres Zunftsymbols verteidigen.
Nur eine Episode. Aber sie führt zu der bangen Frage: Was haben
Metzger und Gottesmänner miteinander zu tun?
Pikanterweise beruft sich die Metzgergilde auf die rituelle
Tieropferpraxis der Priester: Wenn eine Innung ist, der Ruhm und Lob geziemt, so
ists die Fleischer-Zunft, die an sich hochberühmt, und auch dem Ursprung nach; denn
wie erwiesen worden, entspringet sie ja selbst aus dem Leviten-Orden, die da im alten Bund
das Opfer-Vieh geschlachtt, so man auf dem Altar dem Höchsten dargebracht",
heißt es in einem alten Fleischerzunftlied, das die Jubiläumsschrift der
Fleischer-Innung Heilbronn zitiert."
Und der Verfasser des
Artikels stellt nun die Frage: Der Metzger, ein säkularisierter Priester? ...
Die älteste erhaltene Zunftfahne, das Venli" der Berner
Metzger aus dem 15. Jahrhundert, zeigt beide Motive, Christuslamm mit Auferstehungsfahne
und einen Stier, über dem drohend zwei Hackebeile schweben.
Die folgende Schilderung einer individuellen
Schauschlachtung" kann dem, der mit dem Herzen liest, manches sagen:
Es kracht ein Schuß. Der Metallbolzen
dringt in das Gehirn des Schweins. Die Augen brechen. Das Tier stürzt zu Boden. Zwei
Metzger wälzen den Tierkörper zur Seite, einer hält die zappelnden Hinterläufe, der
andere, der Meister, Vorderläufe und Kopf des Schweins. Blitzschnell durchbohrt er die
Kehle des Tieres. Die Metzgersfrau eilt mit einer kleinen Eisenwanne herbei, um das
hervorschießende Blut des Tieres aufzufangen. Immer noch heftiges Zappeln und Treten des
ausblutenden Körpers.
Der Metzger streichelt den Kopf des Schweins und erklärt der
beiwohnenden Vegetariergruppe sowie dem umstehenden Fernsehteam: Das Tier kann sich
nicht wehren. Es ist mir völlig ausgeliefert. Ich fühle mit meiner Hand, wie das Leben
aus ihm entweicht." Währenddessen taucht seine Gattin mit vor Spannung und Mitleid
verzerrten Gesichtszügen ihre Hand in den tiefroten Saft des Lebens, der noch unruhig im
Metzgereimer schäumt.
Nach einer halben Stunde hängt das Tier bereits rasiert und
ausgenommen kopfüber am Metzgergestell. Die Spannung der überlebenden Beteiligten wird
durch eine Runde klaren Schnaps gelöst. Jetzt ist es kein Tier mehr, jetzt ist es
Fleisch! Prost!"
Der Metzger, Herr über Leben und Tod": ... Er
streichelt den Kopf des Schweins." - Ich fühle mit meiner Hand, wie
das Leben aus ihm entweicht." Lassen Sie Ihr Gefühl sprechen.
In Fleischfabriken, in denen 700 Schweine pro Stunde im Akkord
geschlachtet werden, sind die Bedingungen für ein gleichsam humanes"
Vorgehen bei diesem für die Nutzung" der Tiere zu Ernährungszwecken
unumgänglichen Vorgangs natürlich nicht gegeben.
Weiter heißt es in dem Artikel: Aufschlußreich ist der
Zusammenhang zwischen Metzger und Kirche, der sich als fünfte Verordnung in der 1651
verfaßten und 1701 in Stuttgart gedruckten Württembergischen Metzgerordnung findet. Bei
Strafe eines Guldens wird verboten, hinfuero keiner underwehrenden Predigten Viech
in das Schlachthaus fuehren oder metzgen / wie auch insonderheit deß Nachts". Hier
liegt keine tierethische, sondern eine Lärmschutzbestimmung vor. Die Todesschreie des
Schlachtviehs sollen weder die Predigt noch die Nachtruhe stören.
Das Osterlamm mit der Auferstehungsfahne ist also offizielles Siegel der
Metzgerzunft.
In dem Artikel Lammfleisch Gottes ist auch der bedeutsame Satz zu lesen: Fleischessen ist ... eine göttliche Konzession an die menschliche Schwäche. Das kommt der Wahrheit nahe. Vom Christus Gottes in Das ist Mein Wort und aus weiteren Offenbarungen wissen wir, daß der Prophet Mose, der mit dem halsstarrigen Volk zu ringen hatte, das sich teilweise nach den Fleischtöpfen Ägyptens" zurücksehnte, wohl klar lehrte Du sollst nicht töten", aber es schließlich schweigend hinnahm, daß im Volk dennoch Fleisch gegessen wurde. Also ganz richtig: Eine Konzession an die menschliche Schwäche - nur keine göttliche Konzession.
So mancher, der gern Fleisch ißt, redet sich mit dem Argument heraus, Jesus habe, wie in der Bibel berichtet wird, doch auch das Osterlamm gegessen. Doch hören wir zu dieser Frage Ihn selbst:
Weder von den Aposteln
noch von den Jüngern wurde angeordnet, ein Lamm zu schlachten. Doch sowohl Mir als auch
den Aposteln und Jüngern wurden Teile eines zubereiteten Lammes als Gabe der Liebe
gereicht. Unsere Nächsten wollten uns damit beschenken, da sie es nicht besser wußten.
Ich segnete die Gabe und begann, das Fleisch zu Mir zu nehmen. Meine Apostel und Jünger
taten es Mir gleich. Anschließend stellten sie Mir sinngemäß die Frage: Wir sollen doch
vom Fleischverzehr Abstand nehmen. So hast du uns befohlen. Nun hast Du selbst Fleisch
verzehrt.
Ich unterwies die Meinen: Der Mensch soll kein Tier mutwillig töten
und auch nicht das Fleisch von Tieren verzehren, die zum Fleischverzehr getötet wurden.
Doch wenn Menschen, die noch unwissend sind, Fleisch als Nahrung zubereitet haben und es
dem Gast zum Geschenk machen und ihm zum Gastmahl reichen, dann sollte der Gast die Gabe
nicht ablehnen. Denn es ist ein Unterschied, ob der Mensch aus Gier nach Fleisch dieses
verzehrt oder als Dank an den Gastgeber für seine Mühe.
Der Wissende sollte jedoch, wenn es ihm möglich ist und es die
äußeren Umstände und die Zeit erlauben, dem Gastgeber allgemeine Hinweise geben, ihn
jedoch nicht eines Besseren belehren wollen. Wenn die Zeit reif ist, wird auch der
Gastgeber diese allgemeinen Hinweise verstehen.
Zur selbstlosen Liebe gehören in dieser Welt auch Verständnis und
Toleranz. Laßt jedem Menschen den freien Willen, ob er eure allgemeinen Hinweise
verstehen und annehmen möchte oder nicht. Wenn ihr allezeit selbstlos denkt, sprecht und
handelt, dann bleibt ihr in der Liebe, und die Liebe wird euch segnen. Was euch dann als
Gabe der Liebe gereicht wird, ist gesegnet. (Das ist Mein Wort, S. 809-810)
Jesus aß also kein Fleisch, denn Er lebte das Gesetz Gottes.
Im evangelischen Katechismus steht wenig über die Tiere. Für die Institutionen Kirche sind Tiere nur wenig mehr als eine Sache und somit keiner eingehenden Betrachtung wert. Das geht aus dem Artikel Lammfleisch Gottes" in der ZEIT hervor. Ich zitiere die wenigen Anmerkungen über Tiere aus dem Evangelischen Erwachsenenkatechismus (5. Aufl., 1989):
Der Mensch hat den
Auftrag, den Garten zu bebauen und zu bewahren". Die Arbeit gehört also von
Anfang an zum Menschen. Mit ihr soll er die ihm anvertraute Umwelt (Tiere, Pflanzen,
Wasser, Luft) erschließen und zugleich erhalten. Hierher gehört auch die Erzählung von
der Erschaffung der Tiere. Gott bringt dem Menschen die Tiere und vertraut sie seiner
Fürsorge an. ... Liebe und Ehre für den Schöpfer sollen auch in der Art seiner Pflege
der Schöpfung erkennbar bleiben. Der Mensch bleibt für sein ganzes Verhalten dem
Schöpfer verantwortlich. (S. 40)
Diese Aussage im Evangelischen Katechismus soll wohl der Verhöhnung
Gottes dienen, wenn man jenen Artikel in der ZEIT gegenüberstellt.
Weiter aus dem Evangelischen Katechismus:
... Am Tier erscheint
uns doch gerade die Profanität, die tabufreie Ungehemmtheit gegenüber Zeugung, Geburt
und Tod als das Unmenschlichste und Wesensfremdeste. Mit dem Schamgefühl und mit den
Bestattungsriten beginnt doch überhaupt erst die Geschichte des Menschen. Kein Tier
verhüllt seine Genitalien, keines verehrt und begräbt seine Toten (Der Theologe
Illies, S. 508).
Ausgerechnet die lutherischen Amtsträger sprechen von der Profanität,
von der tabufreien Ungehemmtheit gegenüber der Zeugung - während der verehrte Gründer
ihrer Religion eine unvorstellbar vulgäre Sprache gebrauchte, z.B.: Warum rülpset und
furzet ihr nicht, hat es euch nicht geschmacket? (Tischreden) Oder aus der Verleumdung
über die Juden: Der Teufel hat in die Hosen geschissen und den Bauch abermal geleeret.
Das ist ein recht Heiligtum, das die Juden und was Jude sein will, küssen, fressen,
sauffen und anbeten sollen, und wiederum soll der Teufel auch fressen und sauffen, was
solche Jünger speien, oben und unten auswerfen können ... Der Teufel frißt nun mit
seinem englischen Rüssel und frißt mit Lust, was der Juden unteres und oberes Maul
speiet und spritzet. (Erlanger Ausgabe der Lutherschriften XXXII, S. 282) Oder: Es
ist hie zu Wittenberg an unserer Pfarrkirche eine Sau in Stein gehauen; da liegen junge
Ferkel und Jüden unter, die saugen; hinter der Sau steht ein Rabbin, der hebt der Sau das
rechte Bein empor, und mit seiner linken Hand zeucht er den Pirzel über sich, bückt und
kuckt mit großem Fleiß der Sau unter dem Pirzel in den Talmud hinein, als wollt er etwas
Scharfs und Sonderlichs lesen und ersehen ... Denn also redet man bei den Deutschen von
einem, der große Klugheit ohne Grund furgiebt: Wo hat ers gelesen? Der Sau im, grob
heraus, Hintern. (ebd. S. 298)
Wer von der tabufreien Ungehemmtheit gegenüber der Zeugung, Geburt
und Tod als das Unmenschlichste und Wesensfremdeste liest, der denkt unwillkürlich an
die tabufreie, ungehemmte Sexualität der Menschen, die ihre Zügellosigkeit im Fernsehen
und im Internet anpreisen und in den Zeitungen publik machen. Das Tier zeugt zu bestimmten
Zeiten, der Mensch lebt seine Triebhaftigkeit aus, an wem und wo es ihm beliebt.
Es gibt nichts
Wesensfremderes, nämlich seinem ursprünglichen, geistigen Wesen Fremdes, als der Mensch.
Durch seine Gottlosigkeit ist er so geworden, wie er ist. Die Hauptschuld tragen die
kirchlichen Würdenträger, die so sind, wie es Gott nicht will. Die Geburt eines Tieres
gehört meines Erachtens zum Edelsten. Das Tier gebiert nach den Naturgesetzen. Selten
schreit und klagt es bei der Geburt, wie z.B. der Mensch. Und wie sieht es mit dem Tod
aus? Das Tier bleibt von der Herde zurück, geht an einen stillen Ort und stirbt. Es
stirbt würdevoll, gemäß den Naturgesetzen, im Vergleich zu manchem Menschen, der seinen
Todes-Kampf führt, weil er sein Leben lang kämpferisch war gegen die Gottes- und
Nächstenliebe.
Wo ist das Schamgefühl geblieben? Sicherlich nicht bei den Menschen!
Das Tier bedarf keines Schamgefühles, es lebt gemäß den Naturgesetzen. Und
Bestattungsriten braucht das Tier ebenfalls nicht. Die Natur gibt uns solches nicht vor,
nur die Kirche. Außerdem braucht das Tier seine Genitalien nicht zu verhüllen, denn es
sündigt damit nicht, im Vergleich zum Menschen. Oder soll es genanterweise Höschen
tragen, um den Teufel" nicht noch mehr zu verführen, der seines ohnehin schon
ungeniert auszieht?
Der Evangelische Katechismus läßt noch tiefer" blicken:
Ein Vergleich des Sozialverhaltens bei Mensch und Tier ergibt, daß kein Tier eine vergleichbar lange Kindheit als Zeit der Entfaltung und der differenzierten Lern- und Prägungsprozesse hinter sich hat, wenn es geschlechtsreif wird, wie der Mensch. (S. 509)
Welches Etikett und welche Würde" trägt der Mensch, trotz langer Kindheit? Was durch die Geschlechtsreife beim Menschen alles ausgelöst wird, das würde Bücher füllen. Der Sexualprotz sollte mit dem Tier in keinen Vergleich gestellt werden. Das würde sich das Tier auch verbieten. Würden wir die Werte und Unwerte von Mensch und Tier in Vergleich bringen, auf welche Seite würde sich wohl das Zünglein an der Waage neigen?
Der Evangelische Katechismus klärt weiter auf:
Wer an die großen
Erfolge der Raumfahrt denkt, wird fragen: Wie kommt es eigentlich, daß allein der Mensch
zu solchen Leistungen fähig ist? Der Mensch ist von Natur aus daraufhin angelegt, über
sich hinauszuwachsen. (S. 640)
Der Mensch ist tatsächlich über sich hinausgewachsen. Er tut alles,
um seinen Lebensraum, zu dem auch die Tiere gehören, zu vernichten.
Der technische und wissenschaftliche Fortschritt hat bislang der
Menschheit nicht zu Einheit, Frieden, zum Wohlstand für alle, zu Gesundheit und zum
wahren Glück verholfen. Wenn wir das Hinauswachsen des Menschen über sich selbst im
Sinne von Hybris und menschen- und die Schöpfung verachtendem Wahnwitz verstehen, so kann
durchaus bestätigt werden, daß der Mensch seine Grenzen diesbezüglich in mannigfaltiger
Weise und maßloser denn je überschreitet.
Daß der Mensch von Natur aus so angelegt sein soll, entspricht der
Sichtweise der Kirchen, nicht aber dem Willen Gottes, der durch Jesus von Nazareth z.B.
sprach: Wenn ihr nicht werdet wie die kleinen Kinder ... und: Ihr sollt
vollkommen sein, wie es auch euer Vater im Himmel ist. Damit wollte Er uns sagen, daß
es gilt, unser göttliches Erbe wieder anzutreten durch Überwindung des niederen
Menschlichen, des Ungöttlichen. Von der Eroberung des Weltraumes durch den Menschen
sprach Er nicht, auch nicht von der Schaffung eines neuen Menschen aus der Retorte und der
Schaffung einer neuen Natur und einer neuen Erde durch Genmanipulation und weitere
Eingriffe in Gottes weise Schöpfungsordnung.
Wer das alles und weiteres liest, bei dem müßte automatisch die Frage
anklopfen, ob er noch Lust hat, weiterhin Lutheraner zu sein.
Die Kirche schweigt,
jedoch Jesus, der Christus, redet und offenbart sich auch in der heutigen Zeit. In dem
Buch Das ist Mein Wort offenbart Er unter vielem anderen das ewige Gesetz der Liebe
in bezug auf Tiere. Aus den vielen Hinweisen, Lehren und Unterweisungen über die Tiere
möchte ich hier nur einige Auszüge wiedergeben.
Seid also rücksichtsvoll, gütig, mitfühlend und freundlich nicht allein
mit euresgleichen, sondern auch mit aller Kreatur, die in euerer Obhut ist; denn ihr seid
für sie wie Götter, zu denen sie aufblicken in ihrer Not. Hütet euch vor dem Zorn, denn
viele sündigen im Zorn und bereuen es, wenn ihr Zorn vergangen ist." (S. 186)
Schlachtet nie ein Tier für euren persönlichen Gebrauch. Sehet, die Natur, das Leben der Schöpfung, sorgt für euch. Die Früchte des Feldes, der Gärten und der Wälder sollen euch genügen. Und zertretet niemals mutwillig Leben, weder das der Tiere noch das der Pflanzen. Wer mutwillig das Leben zertritt, der schafft Ursachen. Er tritt gleichsam auf sein eigenes Leben und wird darunter leiden. (S. 187)
Gesegnet seid ihr in dem inneren Kreise, die ihr Mein Wort hört und denen die Geheimnisse enthüllt werden, die ihr kein unschuldiges Geschöpf gefangen nehmt oder tötet, sondern die ihr das Gute suchet in allem; denn solchen gehört ewiges Leben. (S. 201)
Nur die Seele und der
Mensch, die von Meinem Geiste erfüllt sind, halten, was Ich ihnen geboten habe. Menschen
des Geistes werden keine unschuldigen Geschöpfe gefangennehmen, gefangenhalten oder gar
töten. Wer in der Wahrheit lebt, der weiß, daß in jeder Kreatur die unendliche Liebe
waltet und wirkt. (S. 203)
Der Ichbezogene, der Herrenmensch, erwartet, daß seine Mitmenschen ihm
dienen. Er verlangt auch vom Tier, daß es über seine Möglichkeiten und Kräfte hinaus
ihm dient. Er selbst bestimmt - und dient nicht. Deshalb fügt er Menschen und Tieren
unsagbare Qualen zu. Wenn der Mensch seine Mitmenschen zu seinen Abhängigen - gleichsam
zu Sklaven - macht, dann wird er auch die Tiere unterjochen. Wer nicht mehr auf sein
Gewissen hört, der wird hartherzig gegenüber Mensch und Tier ... Er spürt dann auch
nicht mehr, was sein Nächster und das Tier benötigen. Wenn die Sinne des Menschen
verroht sind, dann ist der ganze Mensch gefühlsarm. (S. 208)
Jesus zog nach Jerusalem und begegnete einem Kamel mit einer schweren
Last Holz. Das Kamel konnte sie nicht den Berg hinaufschleppen, und der Treiber schlug es
und mißhandelte es grausam, aber er konnte das Tier nicht von der Stelle bringen.
Und als Jesus es sah, sprach Er zu ihm: Warum schlägst du deinen
Bruder?" Und der Mann erwiderte: Ich wußte nicht, daß es mein Bruder ist. Ist
es nicht ein Lasttier und dazu gemacht, mir zu dienen?"
Und Jesus sprach: Hat nicht derselbe Gott aus dem gleichen Stoffe dieses Tier geschaffen und deine Kinder, die dir dienen, und habet ihr nicht denselben Atem beide von Gott empfangen?" (S. 432)
Steht nicht geschrieben in den Propheten: Nehmt eure Blutopfer und eure Brandopfer und weg mit ihnen! Höret auf, Fleisch zu essen; denn Ich sprach darüber nicht zu euren Vätern noch habe Ich es ihnen befohlen, als Ich sie aus Ägypten führte ... (S. 444)
Im Gesetz Gottes steht
weder etwas von Blut- noch von Brandopfer, noch vom bewußten Töten der Tiere und auch
nicht vom Verzehren des Fleisches der Tiere ...
Es ist Gesetz: Der Mensch soll Gerechtigkeit und Barmherzigkeit üben
und demütig wandeln zum Reiche Gottes des Inneren, wo die wahre und ewige Heimat der
Seele ist...
Von Anfang an hat Gott den Menschen die Früchte, die Samen und die Kräuter zur Nahrung gegeben ... (S. 446)
Wer unschuldiges Blut vergießt, wer Fleisch verzehrt, der ist unbarmherzig und wird an sich selbst seine Unbarmherzigkeit zu erdulden haben. (S. 447)
Jesus kam in ein Dorf und sah dort eine kleine Katze, die herrenlos war, und sie litt Hunger und schrie zu Ihm. Und Er nahm sie hoch, hüllte sie in Sein Gewand und ließ sie an Seiner Brust ruhen.
Und als Er durch das Dorf ging, gab Er der Katze zu essen und zu trinken. Und sie aß und trank und zeigte Ihm ihren Dank. Und Er gab sie einer Seiner Jüngerinnen, einer Witwe mit Namen Lorenza, und sie sorgte für sie. (S. 450-451)
Und einige Seiner Jünger kamen zu Ihm und sprachen zu Ihm über einen Ägypter, einen Sohn des Belial, der lehrte, daß es nicht wider das Gesetz sei, die Tiere zu quälen, wenn ihr Leiden den Menschen Nutzen bringe ... (S. 473)
Wer Tiere jagt, wird
einst selbst gejagt werden.
Wer Tiere quält, wird einst selbst gequält werden ...
Wer Tiere quält oder tötet, dessen Hände sind mit Blut befleckt. Wer
das Fleisch der Tiere verzehrt, die Natur verunreinigt und schändet, der ist unrein.
Solche Menschen können weder mit heiligen Dingen umgehen noch die sogenannten
Geheimnisse" der Himmel erfahren und so auch nicht das Gesetz der Himmel lehren
und auslegen. (S. 474)
Die sogenannte Geistlichkeit, die gegen die Natur, gegen die Liebe zum Tier spricht, die Fleisch und Fisch verzehrt, kann mit heiligen Dingen nicht umgehen und die Geheimnisse" der Himmel nicht ergründen und das Gesetz der Himmel nicht lehren und auslegen. Es sind die blinden Führer, die wiederum Blinde in die Grube führen. Es sind geistig Tote, die sich wiederum nur mit geistig Toten beschäftigen, die sie dann umgeben.
Und Ich sage euch wiederum: Jeder, der den Körper irgendeines Geschöpfes zur Nahrung, zum Vergnügen oder zum Gewinn zu besitzen sucht, verunreinigt sich hierdurch. (S. 556)
Denn wer Mensch oder
Tier Gewalt antut und das Leben mißachtet, der versündigt sich am Leben des Menschen
oder des Tieres. ... Alle Lebensformen tragen in sich das Leben aus Gott. Sie spüren, was
ihre Nächsten mit ihnen vorhaben, und empfinden es als Freude oder Schmerz. Was der
Mensch einem Nächsten oder einer Lebensform antut, das fällt auf ihn zurück. (S.
557)
"... Wisset ihr nicht, was geschrieben stehet? Gehorsam ist besser
als Opfer, und horchen besser als das Fett der Widder. Ich, der Herr, Bin überdrüssig
eurer Brandopfer und eurer nichtigen Opfergaben, denn eure Hände sind voll Blut.
Und stehet nicht geschrieben: Was ist das wahre Opfer? Waschet euch und
reinigt euch und entfernet das Böse vor Meinen Augen; höret auf, Übles zu tun, und
lernet, Gutes zu tun. Übet Gerechtigkeit an den Vaterlosen und den Witwen und an allen,
welche unterdrückt werden. Und auf diese Weise werdet ihr das Gesetz erfüllen.
Der Tag wird kommen, wo alles, was in dem äußeren Hofe ist und zu den Blutopfern gehört, hinweggenommen wird und die reinen Anbeter den Ewigen in Reinheit und in Wahrheit anbeten werden." (S. 575)
Der Blutrünstige bleibt blutrünstig und sinnt auf Rache und möchte weiter das Blut seiner Nächsten vergießen ... In ihrem Wahn sehen sie das Vergießen des Blutes anderer sogar als ehrenhaft an und scheuen sich nicht, auch Tiere dem Ewigen als Brandopfer darzubringen. Jedes Blutopfer ist satanisch und eine Entweihung des Lebens aus Gott. Durch solche rachsüchtigen Finsterlinge will die Finsternis Gott verhöhnen. (S. 576)
Ich sage euch, liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, und gebet ihnen Licht in ihrer Finsternis, und lasset den Geist der Liebe in eurem Herzen wohnen und zu allen überströmen. Und abermals sage Ich euch: Liebet einander und alle Geschöpfe Gottes." (S. 824/825)
Menschen, die höhere Reinheitsgrade erlangt haben, werden einander und alle Geschöpfe Gottes lieben, wie Ich sie geliebt habe und liebe. (S. 825)
Jesus, der Christus,
sprach gegen die Vorschriften und Verhaltensweisen der Priesterkaste, die in den
Büchern Mose" beschrieben sind und gegen die heutigen Weisungen der
kirchlichen Obrigkeiten. Nichts, aber auch gar nichts, deutet in den Lehren Jesu darauf
hin, daß Er das Alte Testament im Neuen vollenden wollte. Das ist ausschließlich das
Kastendenken der heutigen Priesterkaste. Wer sich diesem Denken anschließt, der hat seine
Freiheit an die selbstsüchtigen kirchlichen Herrscher der konstantinischen heidnischen
Staatsreligion verkauft.
Die Kirche hatte nicht nur früher Sklaven, sondern auch heute. Die
heutige Sklaverei ist viel subtiler. Wer nicht tut, was die Kirche verlangt, wird mit dem
Bannfluch belegt und auf ewig verdammt. Die kleinen Leute fürchten sich davor, die Oberen
im Staat sündigen öffentlich gegen das, was die Kirche bisher verdammt hat. Wer in den
Augen der Kirche groß ist, bei dem drückt die Kirche ein oder gar beide Augen zu.
Tiere klagen
Werte Leser, werte
Leserinnen, was Sie nun sehen und lesen, das nimmt Sie in die Pflicht, sich zu entscheiden
- je nachdem, ob Ihr Herz für die Tiere schlägt: für Gott oder für die Kirche; denn
zwei Herren kann man nicht dienen.
Im Namen Gottes oder im Namen der Kirche.
In dem Maße, wie sich
die Menschen überschätzen, unterschätzen sie die Tiere.
Viele Menschen sind der Ansicht, sie seien freie Menschen. Die
sogenannte Freiheit des Menschen entspricht jedoch seinem Bewußtseinsstand, der oftmals
einem Tellerrand gleichkommt, über den er selten hinauszublicken vermag.
Nach den kosmischen Gesetzen ist der Mensch der Mikrokosmos im
Makrokosmos.
Im Innersten unseres Seins sind wir Wesen des Lichts, voll ausgereifte
Geistwesen, zu denen wir als Mensch wieder werden sollen, denn Jesus von Nazareth sprach: Ihr
sollt also vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist (Mt 5, 48). Die
Tiere tragen ebenfalls das Leben aus Gott, doch in ihrem geistigen Leib sind die Kräfte
des Lebens, des Gesetzes, Gott, noch nicht voll entfaltet und aktiv. Tiere befinden sich
auf einer niedrigeren Evolutionsstufe im Reifungsprozeß hin zur Kindschaft Gottes.
Obwohl wir uns auf dem Weg unserer Menschwerdung durch gegensätzliches
Fühlen, Empfinden, Denken, Reden und Handeln verschatteten und mit
heruntertransformierten Energien, unseren selbstgeschaffenen Belastungen, ummantelten,
bleibt die Verbindung zum ewigen Sein, dem reingeistigen Makrokosmos, abgeschwächt
erhalten. Das Leben, Gott, dem wir einst angehörten, ist Einheit, Freiheit, kosmische
Unbegrenztheit.
Die Tiere, unsere Übernächsten, können sich nicht belasten. Sie
leben - im Gegensatz zu uns Menschen - entsprechend ihrem geistigen Entfaltungsgrad.
Wer sich der kosmischen
Gegebenheiten bewußt wird, der wird erkennen, daß der Mikrokosmos, der Mensch, nicht nur
begrenzt lebt, sondern in einem Kerker sein Dasein fristet, der seiner engen Wunsch- und
Bedürfniswelt entspricht. Gemäß dem Denkvermögen des einzelnen blickt dieser
ausschließlich auf seine Begrenzung, die er als Welt" bezeichnet.
Seine Freiheit" bezieht der Mensch auf seine kleine oder
größere Habe, die er s e i n Eigentum nennt. Sein Eigentum" ist seine kleine
Welt - letztlich seine Persönlichkeit" mit ihren Meinungen und Vorstellungen,
mit ihren Vorurteilen, ihrem Neid, ihrem Dünkel, ihrer Selbstgerechtigkeit und ihrer
Abwertung anderer -, die er krampfhaft verteidigt. Der Mensch errichtet, bildhaft
gesprochen, um sich dicke Mauern der Abwehr und Ablehnung, und er schießt durch die
schmalen Schießscharten argwöhnisch mit Gedankenenergien und Emotionen auf jeden, der
ihm womöglich das eine oder andere streitig machen könnte. Seinen Freiraum",
sein sogenanntes Eigentum", begrenzt er durch die entsprechenden Stop-Zeichen
wie Feldmarkierungen, Zäune und Hecken. Sein Eigentum" vermittelt ihm dann
sein Freiheitsgefühl", das jedoch mit der kosmischen Freiheit nichts gemeinsam
hat.
Das Tier hingegen ist
frei; der Schöpfer überließ ihm die ganze Erde, die Natur, die keine Abgrenzungen
kennt. Auf diese Aussage hin könnte mancher erwidern, daß Tiere, vor allem höhere
Lebewesen, auch ihr Umfeld markieren und einen begrenzten Lebensraum haben. Dazu sei
folgendes gesagt: Zum einen beinhalten Markierungen der Tiere Botschaften an
ihresgleichen. Das Revier eines Tieres ist jedoch zugleich der Lebensraum vieler weiterer
Tierarten. Zum anderen sind in der geistigen Tierform noch nicht alle Schöpfungsanlagen,
alle geistigen Bewußtseinsaspekte des Lebens - wir können auch sagen: des göttlichen
Gesetzes -, entfaltet. Den Grad der Bewußtseinsentfaltung können wir den
Bewußtseinsstand nennen. Die Lebensbereiche der Tiere, auch der Tiere im irdischen
Körper, entsprechen ihrem derzeitigen Bewußtseinsstand, der in sich die weiteren
Evolutionsstufen trägt.
Jede Evolutionsstufe eines Tieres entspricht also seinem
Bewußtseinsstand, den der Makrokosmos, das Allgesetz, ganz allmählich im Tier aus- und
aufbaut. Das heißt, jedes Tier entwickelt sich weiter gemäß den Lebenszyklen, die im
Makrokosmos wirksam sind und die Evolutionsschritte der Tiere begleiten.
Gott, der All-Geist, ist Leben, und Leben ist beständige Evolution.
Weil Gott die Unendlichkeit ist, deshalb gibt es keinen Stillstand, sondern fortwährende
Evolution. Das besagt: Die Unendlichkeit ist unablässig in Bewegung, in unaufhörlicher
Evolution.
Wenn hier von Tierverhalten die Rede ist, so ist dies die Darlegung der
grundsätzlichen, natürlichen Gegebenheiten. Das vom Menschen noch unverbildete und noch
nicht fehlprogrammierte Tier ist gemeint. Daß der Mensch - nicht nur direkt durch
Dressur, Abrichtung, durch Kreuzungen und Züchtungen, sondern auch indirekt durch sein
Vorbild", durch sein gesamtes Verhalten, sein Fühlen, Empfinden, Denken, Reden
und Handeln - energetisch auf die Tiere seit jeher eingewirkt und seine Negativprogramme
dem Tier aufoktroyiert hat, darauf soll in diesem Zusammenhang nicht weiter eingegangen
werden.
Wir Menschen nennen den Bewußtseinsstand der Tiere den Instinkt, der
ihnen gewisse Grenzen auferlegt. Der Bewußtseinsstand der Tiere hat sich jedoch nicht
durch falsches Verhalten entwickelt, wie es beim Menschen der Fall ist, sondern der
Bewußtseinsstand eines Tieres ist der naturgemäße augenblickliche Evolutionsstand, der
Evolutionsschritt dieser Lebensform.
Im Gegensatz dazu ist das negative Verhalten von uns Menschen gegen
unser wahres Bewußtsein gerichtet und engt dieses immer mehr ein. Wir begrenzen uns
selbst durch unser Habenwollen dessen, was wir als unser Eigentum bezeichnen, das jedoch
Illusion ist. Diese unsere Illusion wird durch den Tod aufgehoben, denn wir können als
Seele nichts Irdisches, weder Gut noch Geld und weitere Besitztümer, mitnehmen.
Unser Ego, das unsere kleine Welt ist, ist unser Eigentum";
es hat viele Varianten.
Unser sogenanntes Eigentum" kann z.B. Machtbesessenheit
sein, Habgier, Brutalität, Herrschsucht, Lust an der Quälerei von Mensch und Tier. Jeder
Mensch verhält sich gemäß dem, was in der Skala seiner menschlichen Anlagen liegt, in
seinem Ego, das zu seinem Bewußtseinsstand wurde durch sein Denken und Verhalten. Das
Tier hingegen lebt gemäß seinem Evolutionsstand, eben gemäß dem, was augenblicklich in
seinem Bewußtsein aktiv ist. Das ist der momentane Evolutions- gleich Bewußtseinsstand
des Tieres.
Der Mensch sollte das
Bild Gottes sein: Liebe, Güte, Einheit, Wohlwollen und Freiheit. In diesem Bewußtsein
wäre der Mensch eins mit Tieren und Pflanzen, mit den gesamten Naturreichen, auch mit den
Elementarkräften, mit den Gestirnen, mit dem Kosmos, dem All - und mit sich selbst. Durch
die egoistische Einstellung des Menschen wurde dieser in sich zwiespältig, abartig und
unfrei. Sein widernatürliches, niedriges Verhalten versucht er den Tieren anzuheften. Das
Tier jedoch ist frei, weil es normal", entsprechend den Naturgesetzen,
gleichsam sich selbst treu, lebt. Jedes Tier trägt bewußt die göttliche Freiheit in
sich, die sich ihm Evolutionsstufe für Evolutionsstufe weiter erschließt. Der
Makrokosmos leitet in vorgegebenen Zyklen den Mikrokosmos, das Tier, einerlei, welchen
Bewußtseinsstand es hat. Deshalb fühlt sich das Tier frei.
Auch der Mensch trägt die kosmische Freiheit in sich. Diese ist jedoch
abgedeckt durch die Enge des Egos, durch z.B. die Welt der im Äußeren verhafteten Sinne
und durch sein krauses Gedankenlabyrinth, das so mancher als Intelligenz bezeichnet.
Die Liebe ist die höchste Quelle des Seins. Die Liebe, die der Schöpfergeist auch in die Tiere gelegt hat, erkennt man z.B. an der Mutterliebe der Säugetiere. Wie rücksichtsvoll und fürsorgend ist die Katze mit ihren Jungen, eine Löwenmutter, die, obwohl sie z.B. eine Gazelle jagt, ihren Mutterinstinkt, ihre Zärtlichkeit und Fürsorge ihren Kindern ganz entgegenbringt. Sie können auf ihrem Körper herumtollen, so viel und so lange sie wollen - sie hält still und freut sich an der Lebendigkeit ihrer Jungen. Auch eine Amsel zeigt ihre Muttergefühle sehr, sehr lange. Das Amselkind wird von ihr so lange ernährt, bis es seine Nahrung selbst zu finden vermag, und das ohne jegliche Einschränkung. Ich denke ebenfalls an die Treue der Tiere, wie die der Pferde, die sich hingeben, die ihr Leben opfern, um den Menschen kilometerweit zu tragen. Oder die Treue eines Hundes, der z.B. einen blinden Menschen führt oder einen Verschütteten zu retten versucht.
Sie könnten einwenden: Wir Menschen haben das die Tiere gelehrt. - Doch warum kann das gelingen? Warum können wir z.B. Hunde als Blindenhunde abrichten? Das ist nur möglich, weil diese Tiere und viele weitere instinktiv die Intelligenz besitzen, dem Menschen gerecht zu werden, also ihm zu dienen. Wer sich dessen bewußt wird, was Tiere alles für die Menschen tun, wie sie vielfach Opfer bringen, um den Menschen zu dienen und zu helfen, der müßte von Dankbarkeit erfüllt sein. Wer jedoch den Ansprüchen seines Egos verfallen ist, der benützt Menschen und Tiere ausschließlich für seine Zwecke. Ob er dann noch als das Bild Gottes bezeichnet werden kann, muß bezweifelt werden.
In jedem Tier, aber
auch in jeder Pflanze ist die mächtige Schöpferkraft, Gott, der allgegenwärtige
universelle ewige Geist, die All-Intelligenz. In dem Ausdruck eines Tieres, in der
Schönheit einer Pflanze, in der Formgebung eines Steines oder in flüssigen Substanzen
könnte der, der ein klein wenig Herz für die Natur hat, erahnen, daß die Erde ein
Paradies sein könnte.
Zur Rechtfertigung der maßlosen Ausbeutung der Naturreiche wird
oftmals das Schöpferwort zitiert: Macht euch die Erde untertan (Gen 1,28). Das
Wort untertan" heißt jedoch nicht, die Tiere zu quälen, die Wälder und
Pflanzen zu vernichten und alles zu zerstören, wessen der Mensch habhaft wird. Mit dem
Wort untertan" ist das Gebot des Bewahrens der Naturreiche, ja der ganzen Erde
gemeint. Uns ist geboten, die Tiere liebevoll zu behandeln und zu pflegen. Uns ist
geboten, alle Lebensformen auf der Erde, ja die ganze Erde zu achten, zu schätzen und zu
lieben, denn alles in allem ist das Werk des Allmächtigen, die Liebe zu Mensch, Tier,
Pflanze und Stein, ja zur ganzen Erde.
Wer einmal ein Tier gepflegt hat, der spürt, daß er innerlich reicher
und naturbewußter geworden ist. Wer jedoch Tierfleisch-Fabriken errichtet, also
Schlachthöfe, oder diese billigt, was sich darin zeigt, daß er das Fleisch seiner
Übernächsten verzehrt, dessen Bewußtsein wird immer enger, weil ein solcher Mensch im
Inneren verarmt.
Alles, was wir aus Egoismus tun, wird sich an uns rächen nach dem Gesetz: Was der Mensch sät, das wird er ernten. Gott ist Liebe. Aus Liebe zu uns Menschen gab uns Gott die Erde, die Mutter, die uns ernährt. Wer der Erde mit Liebe, also mit Selbstlosigkeit, mit Hingabe und Pflege begegnet, der wird auch von der Erde reichlich empfangen und somit reichlich ernten.
Schlachtfest
bei St. Ägidius"
Würden die Menschen die Sprache der Tiere verstehen, dann könnten sie
das Klagen z.B. der Schweine hören, die auf der Schlachtbank hingerichtet wurden für die
Renovierung der St. Ägidius-Kapelle. Ihre Klagen, die ihr Weh ausdrücken, könnten wie
folgt lauten: Warum begnügt ihr euch nicht damit, um Herzensspenden für eure Kapelle
zu bitten? Warum tötet ihr uns für die Renovierung eures Gotteshauses?
Was würde der Geistliche der Ägidius-Kapelle den Tieren antworten, wenn er diese verstehen könnte, die folgendes wiederholen: Warum bittest du nicht um Herzensspenden für deine Kapelle? Warum läßt du uns für die Renovierung einer Kapelle, eines Gotteshauses, töten?
Die Herzlosigkeit und das Unberechenbare des Menschen ist unsere Angst. Uns graust vor dem grausamen Zweibeiner Mensch.
Der Prophet klagt an:
Die Kirchenoberen von St.
Ägidius lassen zum Schlachtfest nach dem Gottesdienst bitten. Es gibt Blut- und
Leberwürste mit Kraut, Kesselsuppe von dahingemetzelten Schweinen und dazu Bier. So
mancher denkt: Das ist nichts Ungewöhnliches - es ist nun mal so üblich. Töten ist
erlaubt, sowohl Menschen als auch Tiere.
Wer ein Herz hat, der denkt mit. Das Blutopfer der Schweine erfolgt
für die Renovierung der St. Ägidius-Kapelle. Zum einen kleben das Blut und die
Angstschreie der Tiere, die ihren Verwendungszweck spüren, an der Ägidius-Kapelle, zum
anderen geht das gewürzte und zubereitete Fleisch, das mit der Todesangst durchsetzt ist,
im Verdauungstrakt der Gläubigen auf. Das heißt, der mörderische Tod der Tiere
durchzieht die Kapelle und die Gläubigen, die man als geistig tot bezeichnen darf, denn
wer solches tut, um die Renovierung eines Gotteshauses" zu fördern, der kann
nur als geistig tot angesehen werden.
Es sind wahrhaft prachtvolle Exemplare, die Kirchenoberen von St. Ägidius und ihre Gläubigen. Die Kirchenoberen lassen Tiere töten, um ihre Kapelle zu renovieren, anstatt ihre Gläubigen schlicht um Geldspenden zu bitten. Das kulinarische Fleisch von den Schweinekadavern zahlt sich anscheinend mehr aus als die Bitte um eine Herzensgabe für die Kapelle. Das Herz der kirchlichen Obrigkeiten und ihrer Gläubigen ist dabei sicherlich auf der Strecke geblieben. Die Schweineherzen bringen mehr ein.
Ihre Augen sind gebrochen vor Leid, Schmerz und Angst. Sie empfinden, wofür sie gehalten werden. Ihre Blicke klagen die Menschen an.
Warum tötet ihr uns?
Warum kocht, bratet und zerlegt ihr unseren Leib? Hat der Schöpfer euch nicht die
Kräuter und Früchte der Felder und Wälder gegeben? Was haben wir euch getan, daß ihr
uns in Gefängnissen haltet und mit euren Abfallprodukten füttert?
Euer Herz ist gefühlsarm und unbarmherzig. Ein Stein beinhaltet das
Leben; eure Herzen hingegen sind steinern. In eurer Brust schlägt nur ein Muskel für
euch und für euer Wohl. Lernt Erbarmen, indem ihr euch an unsere Stelle versetzt. Wenn
wir auch Tiere sind, so leben wir und empfinden, ähnlich wie ihr, denn Leben ist Fühlen,
Empfinden und Wahrnehmen. Wir nehmen das Motiv eurer Tierhaltung wahr.
Der Prophet klagt an:
Der Mensch ist zu einem Rohling geworden, der herzlos alles niedermacht, niederreißt und einsperrt, was seiner herzlosen Raffgier dienlich sein könnte. Dabei vergißt er, daß auch er eines Tages im engsten und verunreinigten Raum oder gar im Gefängnis leben wird, denn was der Mensch sät, das wird er ernten. Das Vergehen an Tieren ist dem Vergehen an Menschen gleichzusetzen, denn Mensch und Tier haben denselben Atem, der das Leben ist, und das ist Gott. Das Halten von Nutztieren ist gleich mutwilliges Töten. Es ist Sünde wider das Leben, das Gott ist.
Das Tier klagt:
Warum dies alles? Warum quält ihr mich? Warum wollt ihr mich zum Hundekampf abrichten? Ich bin ein Geschöpf des Schöpfers, nicht ein Tier für eure Willkür, für eure Spiele. Mich schmerzt der ganze Leib, meine Muskeln und Knochen sind am Zerbersten - Schmerz, Schmerz überall. Warum dies alles - was habe ich euch getan?
Der Prophet klagt an:
Der Mensch, der
mörderische Bulle, der sich einen Bullterrier" gezüchtet hat, um ihn
abzurichten, damit der übersättigte Sensationslüsterne sich am Hundekampf ergötzen
kann. Die vielen traurigen Bilder symbolisieren samt und sonders die Hinrichtung des
Menschen nach dem Gesetz von Saat und Ernte.
Jesus sagte: Was ihr getan hab einem von diesen meinen geringsten
Brüdern, das habt ihr mir getan. Zu Seinen Geschwistern gehören nicht nur die
Menschen, sondern auch alle Mitgeschöpfe, die Tiere, die Tiergeschwister, denn auch sie
haben, wie der Mensch, von Gott das Leben empfangen. Was der Mensch seinen Mitmenschen und
Tieren antut, das tut er Christus an.
Der Mensch greift in die Allmacht Gottes ein und quält die Tierwelt.
Das bedeutet, daß all jene, die Tiere quälen, sie abrichten oder, wie das
Hundegeschwister, das wir auf dem Foto sehen, auf einem Rollband laufen lassen, dasselbe
oder Vergleichbares eines Tages am eigenen Leib erfahren werden.
Klagt nicht, ihr herzlosen, grausamen Tierquäler, wenn ihr eines Tages
kilometerweit gejagt, gleichsam durch die Wüste gehetzt werdet, wenn euch ein Tier
anfällt und zerfleischt, das ihr irgendwann zum Zerfleischen seiner Artgenossen
abgerichtet habt. Klagt nicht, wenn eure Glieder schmerzen und euer Leib mit Wunden und
Pusteln übersät ist. Klagt nicht, wenn eure Mitmenschen mit euch kein Erbarmen haben, da
sie so sind, wie ihr euch gegen Tiere verhalten habt und verhaltet. Klagt auch Gott nicht
an; ihr habt es verursacht; ihr leidet so, wie ihr Mensch und Tier habt leiden lassen.
Das Tier klagte,
bevor es zum
mörderischen Military-Pferderennen gezwungen wurde. Ich habe nicht die Kraft, das
durchzustehen, was ihr Menschen von mir verlangt. Ich habe nicht die Knochen und die
Muskeln, die meinen Körper das durchhalten lassen!
Habt Erbarmen! Der Schöpfer aller Wesen hat uns Tiere euch anvertraut,
damit ihr an uns die Liebe gebt, die der Schöpfer auch euch eingehaucht hat. Wo ist die
erbarmende Liebe zu euren Mitgeschöpfen geblieben? Habt ihr Liebe und Erbarmen gegen
Grausamkeit, Brutalität und Mord eingetauscht?
Ich gehe in den frühzeitigen Tod durch euer mörderisches Verhalten.
Wie werdet ihr eines Tages enden, und wo werdet ihr eines Tages sein, wenn das Leben von
euch, dem Menschen, gewichen ist?
Der Prophet klagt an:
Wo werden einst all
jene sein, die auf solche Weise ein Tier zu Tode geritten haben? Wann und wie werden sie
auf der Rennstrecke ihres Lebens ihrem Tod begegnen? Nach dem Gesetz von Ursache und
Wirkung wird derjenige, der solche Ursachen gesetzt hat, das Leid dieser Tiere auch am
eigenen Körper oder nach dem Leibestod am Seelenleib erleben müssen, denn all unser Tun,
dem unser Denken und Wünschen vorausgeht, wird in unserer Seele und in unseren
Körperzellen gespeichert.
Wundert euch nicht, ihr Mitmenschen, wenn euch, scheinbar aus
unerklärlichen Gründen, die Wirbelsäule bricht. Wundert euch nicht, und klagt Gott
nicht an, wenn ihr einen komplizierten Beinbruch erleidet, der nicht heilen möchte.
Wundert euch nicht, wenn ihr als Seelen von eurer Wunschwelt gejagt werdet, so, wie ihr
Tiere in den Tod geritten habt. Wundert euch nicht, wenn ihr als Mensch oder Seele die
Schmerzen derer zu erleiden und zu erdulden habt, die ihr gequält, gejagt und mörderisch
umgebracht habt, ob es Menschen oder Tiere waren. Wundert euch nicht, und klagt weder Gott
noch Menschen und Tiere an - ihr selbst seid die Beklagten, denn in euren Körpern und in
euren Seelen geht nur die Saat auf, die ihr selbst gesät habt.
Und solltet ihr nach der Gnade und Barmherzigkeit Gottes rufen, dann
denkt an das Vaterunser, das ihr hin und wieder gebetet habt. Darin heißt es: ... und
vergib uns unsere Schuld, wie wir vergeben unseren Schuldigern. Wenn der Mensch jedoch
keine Vergebung erlangt, weil er seine Grausamkeiten nicht bereut, was wird ihm dann wohl
zuteil? Nur das, was er gesät hat. Die Gnade und Barmherzigkeit Gottes kann nur der
Mensch empfangen, der bereut und um Vergebung bittet und Gleiches und Ähnliches nicht
mehr tut. Wer glaubt, er leide unschuldig, der bleibt in seinem Leid, auch nach seinem
Tod, als Seele.
Die Tiere klagen:
Nicht meine Artgenossen
klage ich an, die mir mein Federkleid geschädigt haben. Aus Verzweiflung und Leid und
aufgrund der Enge in den Ställen versucht jedes Tier, mehr Platz zu erhalten. Das ist
Täuschung. Wenn sich das eine oder andere Mitgeschöpf umdreht, dann scheint es, als
würde es mehr Platz geben.
Unser Leben ist die Natur. Was uns das Leben der Natur bietet, das ist
unsere Nahrung. Wir wollen eure bestialischen Futtermittel nicht, die nur auf Fleisch,
Gewicht und Gewinnsucht gedopt sind. Wir wollen uns im Freien frei bewegen und das essen -
ja: essen, und nicht fressen" -, was uns die Natur schenkt.
Wißt ihr Menschen denn nicht, daß das, was ihr uns antut, auf euch
selbst zurückfällt? Der Schöpfer, der das Leben ist und dessen Geschöpfe wir alle
sind, hat solches, was ihr Menschen an uns verübt, nicht angeordnet. Wer hat euch solches
geboten?
Der Prophet klagt an:
Wer hat den Menschen solches und ähnliche Grausamkeiten geboten? Der Schöpfer der Unendlichkeit hat kein derartiges Gebot erlassen, sondern der Satan. Das Böse schlich sich in die Herzen und in die Sinneswelt des Menschen ein. Es ist der Satan der Sinne, der Gottes Schöpfung quälen und mörderisch umbringen will. Für diese Zwecke gebraucht er herzlose Menschen, die so sind, wie er ist, und davon gibt es immer mehr. Denn wer kein Gewissen mehr hat, der hat auch kein Herz für Mensch und Tier. Wenn bei einem solchen Menschen eines Tages die Saat aufgeht, die er gesät hat, dann läßt ihn der Meister" der Quälerei fallen. Dann vermittelt ihm dieser nicht mehr als Gegenleistung und Ansporn zu weiteren Gegensätzlichkeiten die Orgien für die Geschmacksnerven, den Rausch des Völlerns und den der angestachelten Fleischeslust. Er, der Satan, das Böse, benutzt den Menschen nur so lange für seine Zwecke, wie dieser ihm dienlich ist. Geht die gesäte Saat in einem solchen Menschen auf, dann ist er für das Böse unbrauchbar und nutzlos. Dann sinkt er in die Leere.
Jammert nicht, ihr Menschen, wenn es euch dann so ergeht, wie den vielen Tieren, die ihr gequält und mörderisch behandelt habt. Wundert euch nicht, wenn euer Leib von Geschwüren und Pusteln übersät ist. Wundert euch nicht, wenn andere kein Erbarmen zeigen. Wundert euch nicht, wenn man euch die Kleider vom Leib reißt und ihr mißbraucht werdet. Habt ihr nicht auch das Federkleid rupfen lassen? Habt ihr nicht auch die Hähnchen" töten und grillen lassen? Habt ihr nicht die Schenkel von ihren toten, gegrillten Leibern gerissen und gegessen - oder schmatzend gefressen"? Es stellt sich hier die Frage: Wer ißt, und wer frißt? Ist das Fressen" den Tieren angeboren, oder den Menschen, die glauben, höhere Werte zu verkörpern als das Tier?
Liebe Mitgeschwister, schaut einmal einem Pferd, einer Kuh, einem Esel zu, wenn sie auf der Weide grasen. Und dann schaut euch im Spiegel an, wenn ihr den gebratenen Enten und Gänsen und den gegrillten Hühnern, euren Mitgeschöpfen, die Beine vom gebratenen Körper reißt - ob ihr eßt oder freßt"? Wer ist ethisch und moralisch höherstehend in bezug auf Essen und Fressen - das Tier oder der Mensch? Wer kann angesichts dieser Tatsachen sagen, der Mensch stehe ethisch und moralisch über dem Tier? Wer hat in Anbetracht dieser Auswüchse höhere Lebensqualitäten, der dick- und fettleibige Mensch, der die Kadaver seiner Mitgeschöpfe ißt", oder das Tier, das in Ställen, Schlachthöfen, Grillstationen und Bratpfannen geopfert werden muß, zur Beleibtheit und zum Wohlergehen des ethisch-moralisch hochstehenden" Menschen?
Tiere klagen:
Warum, warum diese
grausamen Taten? Hat euch Menschen dies der Geist der Natur, der Schöpfergeist, gelehrt?
Wir leiden unsagbare Qualen, denn wer will schon an den Marterpfahl und gar noch lebend an
den Beinen aufgehängt werden?
Wann werden die Menschen begreifen, daß wir fühlen und aufgrund
dessen leiden? Ihr sprecht uns nur den Instinkt zu. Der Instinkt gehört jedoch auch zur
Wahrnehmung. Wir nehmen wahr, was ihr uns antut, und wer oder was auf uns zukommt. Nicht
ohne zu wissen, warum, fliehen wir vor den Menschen. Wir nehmen instinktiv wahr, wer der
Mensch ist und was so mancher vorhat.
Der Prophet klagt an:
Diese Puten werden
lebend an den Beinen aufgehängt. Werte Mitmenschen, um zu erproben, wie wohl diesen euren
Mitgeschöpfen zumute sein mag, hängt euch an den Beinen am Gebälk eures Dachbodens auf.
Bis zum Eintritt der Bewußtlosigkeit könnt ihr wahrnehmen, wie es euch ergeht und was
ihr empfindet. Wenn ihr dann noch Fleisch von Puten oder anderem Geflügel verzehren
wollt, dann bezeichnet euch nicht mehr als Mensch, sondern als abartiges zweibeiniges
Raubtier.
Nun könnte so mancher den Einwand bringen, die Menschen seien das Bild
Gottes und keine zweibeinigen, abartigen Raubtiere. Eine der möglichen Antworten könnte
sein: Viele dieser Bilder Gottes" haben sich dem Bösen verschrieben, der
nichts anderes im Sinn hat, als Gottes Geschöpfe zu quälen, zu töten, Tiere und
Pflanzen durch Kreuzungen zu verändern. Das sogenannte Bild Gottes, der Mensch, ließ es
zu, sich vom Bösen verändern zu lassen, bis aus dem Bild Gottes das Bild des Bösen
wurde, vor dem die Tiere fliehen und sich die Pflanzenwelt abkehrt.
Auf die Dauer wird das Böse nicht siegen, weil der Kern des Guten
bleibt, auch im Bösen. Das Gute wird das Böse überwinden, und sei es erst dann, wenn
der Mensch viele Erdenleben seine böse Saat gekostet, gleichsam durchwatet hat, bis er
erkennt, er soll zum Ebenbild Gottes werden, das er tief in seiner Seele, in seinem
Seelengrund, ist. Wer sich bewußt wird, daß er das Bild Gottes ist, der beginnt auch
Tiere, Pflanzen und Mineralien zu lieben; dann atmet die Erde auf.
Tiere klagen:
Ich bin keine dumme
Gans, was man mir auch nachsagen mag.
Der Geist der Natur stattete mich mit Intelligenz aus. Instinktiv nehme
ich wahr, was mir widerfährt. Vielfach wird meine Art nur gehalten", um
hingeschlachtet zu werden für den Futtertrog der Menschen. Wir Tiere fragen, und das
immer wieder: Warum quält ihr Menschen eure Mitgeschöpfe? Hat das Böse in allen Herzen
der Menschen Einzug gehalten? Wir Tiere wollen ebenso unser Leben leben wie jeder Mensch
auch.
Ihr Menschen empfangt von der Natur viele Gaben, und das das ganze Jahr
über. Warum müßt ihr uns Gänse mästen, um unsere Leber als Leberpastete zu verzehren?
Die Grausamkeit der Menschen ist unser Los. Wir fürchten nicht den
Tod, wenn unser Leben erfüllt ist und sich einem weiteren Dasein zuneigt. Unser Schrecken
ist es, gleichmütig und kalt umgebracht zu werden von unseren Mitgeschöpfen, den
Menschen, welche doch die Erde bewahren und alles, was sie trägt, lieben sollen. Wir
Tiere, eure Mitgeschöpfe, möchten euch als Freunde, gleichsam als Geschwister, begegnen.
Und ihr? Wir haben euch nichts getan. Warum tut ihr uns das an?
Der Prophet klagt an:
Die Tiere haben den
Menschen nichts zuleide getan. Warum tun die Menschen den Tieren so viel unsagbares Leid
an? Die Masse der Menschen hat keine Vorbilder mehr. Die kirchlichen Würdenträger,
welche den Menschen in Ethik und Moral Vorbilder sein sollen, wurden ruchlos und glitten
auf der Rutschbahn des Egos ab. Z.B. am Weihnachtsfest segnen sie mit der Gänseleber im
Bauch ihre Gläubigen. Sie sprechen wohl vom Maßhalten mit der Tierhaltung, mit der
Tierschlachtung, doch jedes Maß ist schon zu viel, denn wenn ein Tier leidet, dann kann
man nicht mehr vom Maßhalten sprechen. Wer will das Maß", das leidende Tier,
vor seinem Schöpfer rechtfertigen? Der Würdenträger oder die Bücher Mose"?
Die Bücher Mose" beinhalten in großen Teilen nicht das
Gotteswort durch Mose, sondern grausame Anweisungen der damaligen Priesterkaste, die ihre
Ausschweifungen, ihre Heidenkulte Mose untergeschoben haben. Die damaligen blutrünstigen
Vorstellungen der Priesterkaste werden von der Denkweise der heutigen Menschen,
einschließlich ihrer Vorbilder, der kirchlichen Amtsträger, um vieles übertroffen. Was
die kirchlichen Obrigkeiten in ihrem Lehr- und Verhaltenswerk, dem Katechismus,
offenbarten, übersteigt in der Praxis oft das Maß der Grausamkeit im Alten Testament.
Das Alte Testament, so heißt es im Katholischen Katechismus, vollendet sich im Neuen; das
Alte Testament erhellt das Neue, und umgekehrt. Daß es jedoch derart
hell"-dunkel, ja düster wird, hat sich kein Mensch mit Charakter vorstellen
können.
Das Tier klagt:
Ihr habt mir den Tod
eingepflanzt, Elend und immer größeres Elend, Jammer, immer größerer Jammer, Schmerz,
Schmerz und unerträgliche Pein. Was bringt euch das? Hört ihr Menschen nicht? Seht ihr
denn nicht? Fühlt ihr denn nicht? Ihr Menschen, versetzt euch einmal in meine Situation,
in mich hinein. Mit meinem Schicksal bin ich nicht allein. Millionen Ratten, Mäuse klagen
gleich mir. Vernehmt ihr nicht das Weinen, das Schreien, das Weheklagen, den Schmerz eurer
Tiergeschwister?
Was wird einst eure Klage sein?
Denkt daran: Grausamkeit bringt dem Menschen, der grausam ist, nichts
als wieder Grausamkeit. Mich ängstigen der Menschen kalte Herzen.
Jetzt forscht" ihr in meinem mißbrauchten, geschundenen,
toten Körper nach Beweisen dessen, was ihr erdacht habt. Was wird das Ergebnis eures
Lebens sein?
Der Prophet klagt an:
Menschen sollen das
Bild Gottes sein. Ein großer Teil der Menschheit ist zum Bildnis ihres Schicksals
geworden, denn die Qualen und das Leiden der Übernächsten, der Tiere, wird zur Qual, zu
dem Leid und vielfach zum grausamen Sterben des Menschen.
Wer kein Gewissen mehr hat, ist geistig tot, denn er ist in seinem
Herzen fühllos, taub und stumpf gegenüber dem Leben geworden, das in Wahrheit ein Teil
von jedem Menschen ist. Die Waage des Lebens wägt sehr fein; sie wägt gerecht. Was wird
morgen für Tierquäler und Tiermörder das Schicksal sein?
Was treibt den Menschen, so unmenschlich zu handeln? Glaubt der Mensch, daß Grausamkeit gute Früchte trägt? Wer denkt, daß Ruhm und Ehre in der Forschungsarbeit seiner Seele auf Dauer Gewinn bringt, der unterliegt der Täuschung. Eventuell heute erhält der Berühmte" einen Doktorhut, morgen ein schwarzes Leichentuch, so, wie seine Seele geworden ist.
Die Wärme des Herzens
haben viele der Wissenschaft" geopfert". Wenn es jedoch um das
eigene Kätzchen und um das so niedliche Schoßhündchen ginge, das der Wissenschaft
geopfert werden sollte, was würden die Besitzer" dazu sagen? Sie wären
sicherlich empört, denn man kann das diesen Tieren nicht antun. Wer der Meinung ist, daß
alle anderen Tiere anders empfinden als das Kätzchen und der Schoßhund, dessen Herz
blieb auf der Strecke der Eigensucht.
Machen wir uns doch endlich bewußt: Jeder Mensch erntet seine
Früchte, und er wird sie auch essen müssen. Für so manchen werden sie sehr, sehr bitter
sein.
Das Tier klagt:
Denkt ihr Menschen, wir
spüren nicht, was auf uns zukommt, wenn ihr uns in die Wagen pfercht, die uns zum
Schlachthof bringen?
Kennt ihr das Entsetzen, das Grauen, die Panik vor dem, was das
Fassungsvermögen übersteigt? Denkt ihr Menschen überhaupt noch, dann, wenn ihr
Tiertransporte seht? Fühlt ihr überhaupt noch, was es heißt, dem übermächtigen
Herrenmenschen zum Töten ausgeliefert zu sein?
Viele Menschen sind zu
Schreckensbringern geworden, denen die brutale Gewalt, die Kälte und Unbarmherzigkeit aus
den Augen lodert. Wir fürchten uns vor denen, die die Erde und alles, was sie trägt, das
Leben, lieben sollen. Was verübt der Mensch alles für einen Bissen Fleisch? Wie ist es,
wenn ihr euch meinen zermarterten Körper im Mahl einverleibt? Habt ihr keinerlei Gefühl?
Wißt ihr nicht, daß ihr einen Teil eines gemarterten und zu Tode gequälten Tieres
verzehrt, das von euch gezwungen wurde, zu einem Tierkadaver zu werden, an dem ihr euch
beim Mahl ergötzt, mit gutem Appetit und dem Körperwunsch beseelt, es sich schmecken zu
lassen. Wohl bekomms!
Unter anderem verzehrt ihr auch das, was dem gewürzten und gut
zubereiteten Fleisch noch anhaftet, wie z.B. Angst, Panik, Leid und Schmerz. Was davon in
euch eingeht, wird auch in eurem Körper Wohnung nehmen. Irgendwann wird unsere Angst eure
Angst sein, unser Leid wird euer Leid sein. Ihr werdet auch irgendwann fühlen, was Panik
heißt. Vielleicht wird dann so mancher Tierquäler und Tiermörder verstehen, was er
heute als Sache abtut.
Der Prophet klagt an:
Des Menschen Gefühle
und Empfindungen sind ebenso Energien wie Gedanken, Worte und Taten. Diese Energien lösen
sich nicht auf. Sie bleiben bei denen, die sie geschaffen haben. Die Verursacher, z.B. die
Täter, aber auch die Mittäter der Tierquäler und Tiermörder, werden es am eigenen
Leibe spüren nach dem Gesetz: Was der Mensch sät, wird er ernten.
Mittäter sind alle, die das Quälen und Hinmetzeln von Tieren
schweigend dulden und davon ihren Nutzen haben. Ich wiederhole - vielleicht weicht so
manche Wiederholung ein zu Eis gewordenes Herz auf -: Das Fleisch der gemarterten
Mitgeschöpfe ist durchzogen von ihrer Angst, ihrer Not, ihrer Pein, ihrem Entsetzen,
ihrem Grauen. Diese Energien lösen sich auch durch die Zubereitung des Fleischgerichtes
nicht im Nichts auf. Über die Aufnahme in den Verdauungstrakt des Fleisch-essenden wirken
sie in weiteren Bereichen des Körpers wie z.B. im Blut, in den Nerven, in Muskeln,
Organen, in den Säften des physischen Leibes, auch im Gemüt. Wo wird des Nachts, dann,
wenn der Mensch tief schläft, die Seele der Täter und Mittäter sein, die der
Vergewaltiger der Tiere und die der Nutznießer? Eventuell erwacht so mancher
schweißgebadet, im Traum gejagt, bedroht von einer unerklärlichen Macht.
So mancher denkt: Ein Alptraum". Heute, als Mensch,
schüttelt er unter Umständen die Eindrücke, die der Traum ihm übermittelt hat, ab. Als
Seele im Jenseits ist das nicht mehr möglich. Die einst geträumte Situation wird
Wirklichkeit, die Seele muß aus dem Vergehen des Menschen lernen. Der einstige Alptraum
wird zur Realität, die leidvolle Abtragung bedeutet.
Das Tier klagt:
Hat Gott dem Menschen
zum Leben nicht alles geschenkt, was dieser benötigt? Gibt es nicht Pflanzenfasern und
Wolle für Kleidung gegen die Kälte? Menschenräuber, die quälen und töten, haben mir
auf bestialische Weise mein Leben genommen. Wofür? Mein Kleid, mein Fell, war für mich
lebensnotwendig - ist für euch mein Pelz lebensnotwendig?
Ich hätte allzugerne mein Leben so gelebt, wie es mir vom
Schöpfergeist der Natur gegeben ist. Ihr habt es mir brutal genommen. Wie kann das der
Mensch verantworten, dem die Erde und alles, was sie trägt, anvertraut wurde, um es zu
lieben und zu achten? Das größere Licht soll dem kleineren dienen. Bei vielen Menschen
nehmen wir Tiere kaum mehr Licht wahr; nur dunkle Schatten und das grelle Sprühen
aggressiver Gefühle, Gedanken und Leidenschaften. Wann wird die Tierquälerei und das
Tiermorden ein Ende haben?
Der Prophet klagt an:
Der Mensch, das vernunftbegabte Wesen"! Das vernunftbegabte Wesen", der Mensch, könnte nun folgende Entschuldigung für sein Quälen und Töten der Tiere haben: Einige Tierarten verzehren sogar ihresgleichen, also Tiere. Machen wir uns bewußt: Kein gesundes Tier tötet, um sich den Pelz des Tiergeschwisters anzueignen. Das tut nur der ethisch und moralisch höherstehende" Mensch, der sich als Krone der Schöpfung bezeichnet, der aber zum reißenden Wolf im Schafspelz wurde.
Wer zu schauen gelernt hat, den wundert es nicht, daß besonders die Reichen, die Nerzbemantelten, oft so wenig Wärme verspüren in ihrer kalten Pracht. Vielen Menschen, gerade jenen, die ihre kalte Pracht", ihre Habe, zur Schau stellen müssen, weil sie an inneren Werten wenig vorzeigen können, fehlt es auch am klaren Denken. So kann auch an einen gesunden Menschenverstand nicht mehr appelliert werden, um so manche logische Abläufe und kosmische Gesetzmäßigkeiten zu erfassen. Zu den wenigen, die es noch fassen können, sei gesagt:
Das Leben der Tiere -
wie das Leben der Menschen - ist das Leben, das Gott ist. Gott ist Leben, und Gott hat es
allen Menschen, Tieren und Pflanzen gegeben. Die Erde ist Leben aus Gott. Dem Menschen ist
geboten, die Erde in Liebe zu bewahren und somit alles, was diese trägt. Gott hat den
Menschen nicht geboten, den Planeten zu schänden und alles, was darauf lebt, zu quälen,
zu töten, um es dem Ego zu opfern. Was Menschen mit der Erde, mit dem Leben der Natur und
mit ihrem Leben machen, ist ihre Sache. Das Tun jedes einzelnen wird für jeden sein Wohl
oder sein Weh, denn was der Mensch sät, das wird er ernten.
Unsere physische Existenz und die aller Lebensformen der Natur ist eine
Gabe Gottes. Der Mensch nimmt um vieles mehr, als er z.B. der Mutter Erde gibt. Das
bedeutet unweigerlich das Ausbeuten der Erde und den Tod des sich selbst rühmenden
Menschengeschlechts, einer Gesellschaft, die wahrhaft zu einer Gesellschaft geworden ist,
nämlich einer brutalen Schändergesellschaft von Räubern, Dieben und Mördern an der
Mutter Erde.
Machen wir uns bewußt: Die Tiere leben im Einklang mit der Erde, mit
der Natur. Ein großer Teil der Menschheit verhält sich wie eine aus dem Unrat des Ichs
herausgezüchtete Bestie, die alles vernichtet und verschlingt.
Wer das, was ich
geschrieben habe, anmaßend findet, der könnte sich selbst die Frage stellen und auch
selbst beantworten: Was gibt der Mensch in Liebe und Wohlwollen der Mutter Erde? Das Foto
spiegelt wider, wie die Menschheit es hält: Die Masse der Menschen raubt, plündert,
mordet, reißt alles an sich um ihres Egos willen; der Erde geben sie dann den Abfall, den
nicht mehr ichbezogen verwertbaren Rest", der unter Umständen, wie hier,
gestern noch Leben war.
Ist dieser tote Körper, z.B. des Nerzes, nun das Abfallprodukt einer
Tötung oder einer Ermordung? Entscheiden Sie es, wie Sie wollen. Eines ist sicher: Der
junge Nerz kann sein Nerzleben nicht wie von der Natur und vom Schöpfer vorgesehen leben
und seine Aufgabe der Entfaltung der Kräfte nicht erfüllen. Noch gibt und gibt die
Mutter Erde - Chancen um Chancen, auch für uns Menschen. Wie lange noch?
Das ist der grausame
Mensch, das sind wir, und das wird das Leid der Menschen sein, bis sie gelernt haben, die
Natur nicht nur für sich persönlich gern zu haben" - wie es der Katholizismus
vorschreibt -, sondern wahrhaft zu lieben.
Die Worte gern haben" stehen im krassen Widerspruch zur
Gottesliebe, welche die Nächstenliebe ist. Gern haben" heißt, Unterschiede zu
machen zwischen dem einen und dem anderen. Gern haben" kann auch heißen, den
Übernächsten, das Tier, als minderwertig zu betrachten. Strebt der Mensch, der das Bild
Gottes sein soll, nicht nach der Gottes- und Nächstenliebe, dann wird das Minderwertige,
z.B. das Tier, das man nur gern haben" soll, geprügelt, gequält und getötet
... "Ich habe Schweine gern, denn ich esse gerne Schweinebraten." Oder:
"Gern reiße ich einem gebratenen Hähnchen den Schenkel aus, weil ich diesen gern
esse."
Die Gottesliebe, die nichts für sich selbst will, sondern den Nächsten und den Übernächsten im Herzen trägt als einen Teil von sich selbst, ist das Gebot des wahren Lebens, ohne Schmerz, ohne Leid, ohne geistigen Tod.
"Der
Prophet"
- das Wort und der Druck -
ist kostenlos
Wer zu seiner Verbreitung vor allem im Ausland
mit einer Gabe beitragen möchte, der kann es tun unter:
Universellses Leben e.V.
Kto. 55681 - BLZ 790 500 00 Städtische Sparkasse Würzburg
Verwendungszweck: Das Blatt der Wahrheit "Der Prophet"
| ... gleich mir zuschicken lassen |
[ Buch Verzeichnis ] [ Universelles Leben Homepage ]
[ Kostenlose Informationen ]
1. Auflage 1999
Verlag DAS WORT GmbH
DER UNIVERSELLE GEIST LEBEN IM GEISTE GOTTES
Max-Braun-Straße 2, 97828 Marktheidenfeld
Tel. 09391/504-135, Fax 09391/504-133
Internet: www.das-wort.com - e-mail: info@das-wort.com
Alle Rechte vorbehalten.