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Schicksal und Horoskop? Horoskope und Astrologie oder Gotteserfahrung und Selbsterkenntnis vs. Horoskope und Wahrheit

Der Prophet

Die Stimme des Herzens,
die ewige Wahrheit, das ewige Gesetz Gottes,
gegeben von der Prophetin Gottes für unsere Zeit

August 1996 erscheint unregelmäßig 20916 Nr. 6

Das Fundamentale in unserer Zeit zum
Nachdenken und zur Selbsterkenntnis

Die Pirouetten des Lebens.
Das Schicksal.

Mein Schicksal, dein Schicksal,
unser Schicksal, wessen Lebensplan?
Der gerechte oder der ungerechte Gott?

 

Frage des Christusfreundes:

Gabriele, heute habe ich eine ausgefallene Frage. Glaubst du an das Horoskop, also an Astrologie? Jedesmal, wenn ich so manche Zeitschrift aufschlage, finde ich darin ein Horoskop. Ab und zu lese ich, was mir die Sterne wohl heute zu sagen haben. Hin und wieder denke ich, was dort zu lesen ist, könnte auf mich zutreffen, doch meist ist es so allgemein, daß es auch für jeden anderen bestimmt sein könnte. Befaßt du dich mit Astrologie, glaubst du daran?

 

Antwort des Propheten:

Im weitesten Sinne glaube ich an die klassische Astrologie, nicht an das Horoskop, das in vielen Zeitschriften zu finden ist. Die Astrologie befaßt sich mit der Grundlage des menschlichen Lebens, mit dem Lebensweg, jenen Ereignissen und Schicksalen, die sich aus der Geburtsminute und somit aus der entsprechenden Planetenkonstellation ergeben sollen. Soweit mir bekannt ist, betrachtet die Astrologie jedoch ausschließlich die Planeten unseres Sonnensystems, zu denen unser Erdplanet gehört.

Die Stimme des Herzens spricht nicht von Astrologie oder nur in größerem Zusammenhang - also unter anderem - von den Planeten unseres materiellen Sonnensystems. Sie spricht das Allumfassende des reinen Wesens und die Gegebenheiten der belasteten Seele an; sie spricht von den Planeten des reinen Seins, von den Planetenkonstellationen der Reinigungsebenen und des gesamten materiellen Kosmos und vom Verwobensein dieser Kosmen mit Seele und Mensch. Sie spricht auch, daß jede Seele, die zur Menschwerdung geht, ihren Lebensplan mitbringt, um daraus als Mensch ihre geistigen Lernschritte zu erkennen. Es sind ihre Lebensaufgaben, die sie als Mensch in diesem irdischen Lebenszyklus bewältigen sollte. Die Stimme des Herzens spricht auch, daß sich jeder Mensch in der Lebensschule Erde befindet und diese Stufe für Stufe mit geistigem Erfolg absolvieren sollte. Wir erfahren vom Gottesgeist auch, daß jeder Mensch den freien Willen besitzt, sich für das Gute, das weniger Gute oder das Böse zu entscheiden, und daß unser reines Wesen, das Innerste unserer Seele, aus dem ewigen Sein kommt, also aus dem Guten, welches das Gesetz des ewigen Lebens ist. Das Gesetz des Lebens ist die Gottes- und Nächstenliebe, das Glücklich-Sein, Gesund-Sein, Frei-Sein, Friedvoll-Sein, die Harmonie, das Miteinander und letzten Endes, als Ganzes gesehen, das Gemeinwohl - das Wohl für alle. Daraus resultiert, daß alle Menschen - da in allen das Göttliche ist - Träger des Erbes der Unendlichkeit sind. Das göttliche ewige Gesetz der Gottes- und Nächstenliebe, der Freiheit und das ewige Leben in Gottes Herrlichkeit sind der Aufbau des göttlichen Leibes in jeder Seele. Das Frei-Sein birgt auch Verantwortlichkeit für unser Verhalten, das aus unserem Fühlen, Empfinden, Denken, Sprechen und Handeln besteht.

Wir sind also für unser Leben eigenverantwortlich, was besagt: Tun wir Gutes, weniger Gutes oder Böses, so sind dies Energien, die wir aussenden; Gleiches oder Ähnliches werden wir empfangen - nach dem Prinzip, daß das, was wir fühlen, empfinden, denken, sprechen und handeln, unsere Leidenschaften und Sehnsüchte, auch wieder auf uns zukommt, vergleichbar mit dem Echo: Was wir in den Wald hineinrufen, kommt wieder zurück. Das ist das Gesetz der Anziehung, auch das Gesetz von Ursache und Wirkung oder das Gesetz von Saat und Ernte genannt: Was der Mensch sät, das wird er ernten.

Aus der Eigenverantwortlichkeit, die wir von Gott, unserem Vater, als selbständige und mündige Wesen, als Erben der Unendlichkeit, empfangen haben, resultiert der freie Wille, den Gott uns auch als Menschen belassen hat. Nach dem Gesetzesprinzip des Reiches Gottes - alles gehört allen reinen Wesen - ist auch jedes Geistwesen eigenverantwortlich für die Unendlichkeit, für das ewige Sein. Weil wir Träger des ewigen Gesetzes der Freiheit sind und somit Erben des reinen Seins, ist die Freiheit unumstößlich. Infolgedessen tragen wir ebenso als Menschen die Verantwortung für unser Verhalten, auch für unser Ego-Verhalten, das aus unserer Welt der Wünsche und der Leidenschaften resultiert, die ihren Ausgangspunkt in unserem Fühlen, Empfinden, Denken, Sprechen und Handeln haben.

Die Zusammenfügung mehrerer oder vieler gleichartiger Gesetzesverstöße gegen unser göttliches Erbe der Freiheit, dessen oberstes Prinzip die Gottes- und Nächstenliebe ist, baut an unserem Schicksal gemäß dem Gesetz von Saat und Ernte. Nicht unser Nächster beschert uns das, was auf uns zukommt, nicht er ist es, der etwas auf uns überträgt, das uns nicht zukommt, sondern das, was uns geschieht, ist der direkte Ausfluß unserer Eingaben in unsere Seele, in den materiellen Kosmos, aber auch in die Gestirne der Reinigungsebenen, wo nach dem Leibestod unsere Seele leben wird. Jeder Mensch steht also mit seinen persönlichen Eingaben, mit den entsprechenden Planetenkonstellationen, die seinem Frequenzvolumen entsprechen, in Kommunikation. Geht eine Seele aus ihrem Kausalgefüge der Reinigungsebenen, das ihr augenblicklicher Standort, gleich Lebensbereich, ist, zur Inkarnation, dann sind in den verschiedenen Planeten - die sich zu speziellen, dichten Planetenkonstellationen zusammenfügen, die einem Kulminationspunkt zustreben - Eingaben ihres ehemaligen Menschseins aktiv, die der Weg der Seele zur Inkarnation sind. In der Seele, die erneut ins Erdenleben eintritt, beginnen nun Schritt für Schritt diese Eingaben, die Energien sind, aktiv zu werden. Das ist dann die Kausalkette der Seele und im weiteren Verlauf die des Menschen, in welchen sie sich inkarniert hat. Im ganzen Universum gibt es keine Zufälle. Ist die Lebensbahn, gleich Kausalkette, einer Seele aktiv geworden, dann finden sich auch auf der Erde zwei Menschen, Frau und Mann, zusammen, die in die Kausalkette der inkarnationswilligen Seele mit eingebunden sind; auch in ihnen werden ähnliche Aspekte ihrer Eingaben aktiv. Dann zeugt der Mann ein Kind, und die Frau trägt es aus. So kann gesagt werden: Schon bei der Einnistung des befruchteten Eies in die Gebärmutter der Frau beginnt der Lebensplan der inkarnationswilligen Seele aktiv zu werden, er setzt sich gleichsam energetisch in Gang und prägt die im Werden begriffene Lebensform. Der Lebensplan der ankommenden Seele beinhaltet auch den Bauplan ihres irdischen Leibes.

 

Der Christusfreund:

Eine Zwischenfrage: Wenn also die Zeugung und Einnistung des Eies in die Gebärmutter einer Frau mit einer inkarnationswilligen Seele zu tun hat, wenn also diese beiden Menschen an die Kausalkette dieser Seele gebunden sind und die inkarnationsbereite Seele wieder an ihre werdenden Eltern und diese nun die Frucht abtreiben, was geschieht dann?

 

Antwort des Propheten:

Diese beiden Menschen greifen dann nicht nur in ihren eigenen Lebensplan ein, woraus sich für sie dann ein neuer karmischer Lebenszweig für eine oder weitere Inkarnationen ergeben kann, sondern sie verhindern auch, daß eine Seele, die mit ihren Kommunikationsketten verbunden ist, als Mensch ihren Lebensplan erfüllen kann. Daraus erwächst - vor allem für die vorgesehenen Eltern, welche die Frucht abtreiben - eine weitere Kausalkette, die sie unter Umständen wieder in eine weitere Inkarnation leitet, in welcher sich diese schuldhaften Eingaben in einem Kulminationspunkt zu einem gebündelten Schuldkomplex zusammenfügen und als Schicksal auf beide zukommen können. Das Schicksal beider beinhaltet das als Wirkung, was sie in Vorinkarnationen verursacht haben. Bevor jedoch die Eingaben als Schicksal über sie hereinbrechen, setzt die Gnade Gottes Vorzeichen, die natürlich wiederum dem mitgebrachten Lebensplan entsprechen, also Aspekte aus dem Schicksal sind. Was der einzelne daraus macht, bestimmt wiederum er selbst durch das Gesetz des freien Willens.

Jeden Tag erhalten wir Vorzeichen, Fingerzeige, aus unserem Lebensplan. Es gibt keine Zufälle, sondern alles, was uns begegnet, worauf z.B. unser Blick fällt, steht in Verbindung mit unserem Lebensplan, sonst könnte es nicht auf uns zukommen. Alles, jedes Vorkommnis, jede Situation, die uns erregt, hat uns persönlich etwas zu sagen. Auch der Augenblick, der uns anregt, zu denken, läßt uns unter Umständen dieses oder jenes erhorchen, so daß wir daraus Aspekte unseres Lebensplanes zu erkennen vermögen. Dieser Impuls aus der Energie unseres Tages kann ebenfalls über die weiteren Wahrnehmungsfunktionen wie Riechen, Schmecken und Tasten wirken, damit wir aus dem, was uns anregt, aus dem, was wir daraufhin denken, sprechen und wie wir handeln, das erkennen, was heute zur Bereinigung ansteht, damit wir also unsere Lernschritte tun, bevor ein Schicksal über uns hereinbricht.

Da all das, was unser irdischer Lebensweg mit sich bringt, Impulse aus unserem Lebensplan sind, ist es für uns das Gebot jeder Stunde, ja jeder Minute, bewußt zu leben, um die Impulse, die Anstöße aus unserem Lebensplan - Energien, die uns aufzeigen, was wir zu ändern haben - zu erfassen. Lernen wir daraus und verhalten wir uns fortan so, wie es uns Gott in den Zehn Geboten und Jesus in der Bergpredigt angeboten hat, dann lösen wir allmählich unser mitgebrachtes Fehlverhalten auf. Durch die Kraft des Christus Gottes in uns wandelt es sich in geistiges Leben, in Freiheit, in Gottes- und Nächstenliebe um. Dann haben wir unseren Lebensweg gemeistert und unseren Lebensplan erfüllt. Auf uns kommt nur das zu, was in unserem Lebensplan aktiv ist. Ob es Situationen, Probleme, Schicksale oder angenehme und unangenehme Menschen sind - es ist alles von uns selbst vorherbestimmt und von keinem anderen, schon gar nicht von Gott. All dies sind nichts als Lernaufgaben, vor die wir uns selbst gestellt haben, um sie zu lösen, um wieder unserem Ursprung zuzuwandern, der göttlich ist, der Frei-Sein, gleich Freiheit, bedeutet.

Die meisten Menschen gehen unbedacht und sorglos durch ihr irdisches Leben, obwohl alle wissen, daß das Erdenleben ein Durch-das-Leben-Gehen ist, denn für jeden kommt eines Tages die Todesstunde. Wenige machen sich Gedanken, was wohl nach ihrem irdischen Leben sein wird, dann, wenn sie dieses durchwandert haben und durch das Tor des Todes geschritten sind.

Es ist unumstritten, daß jeder seinen Tod erlebt und nicht den Tod eines anderen. Ebenso lebt ein jeder sein eigenes Leben. Wir erfahren in diesem irdischen Dasein einen Teil von dem, was wir in Vorexistenzen eingegeben, gleich gesät, und nicht bereinigt haben. Unser persönlicher Lebensplan, der aus Teilen des Für und Wider unserer früheren Erdenleben besteht, ist in den Gestirnen des materiellen und des feinerstofflichen Kosmos der Reinigungsebenen aufgezeichnet; er bezieht sich also nicht nur auf die Planeten unseres Sonnensystems.

Selten stellen wir uns die Frage: Warum wird mein Lebensende ganz anders verlaufen als das aller anderen Menschen? So mancher wird sagen: "Tot ist tot!" Doch warum hat bei jedem Menschen der Tod andere Vorzeichen? Wer kann sagen, daß der Tod nun mal der Tod, das Ende, ist? Keiner von uns kann beweisen, daß der Tod das Ende des Lebens ist, so wie auch keiner beweisen kann, daß jeder der vielen Milliarden Menschen vor dem Sterben andere Gedanken hat. Jeder kann aber in Erfahrung bringen, daß das irdische Leben jedes Menschen anders verläuft, da es auf der Erde keine zwei Menschen gibt, deren Gefühle, Empfindungen, Gedanken, Worte und Handlungen in voller Übereinstimmung sind. Die oberflächliche Antwort könnte sein: Wir sind eben Individuen, die von ihren Anlagen und von der Erziehung her geprägt sind. Individuen haben eben ihre individuellen und spezifischen Lebensgewohnheiten und Lebensabläufe. Außerdem hat jeder seine Erbanlagen, die in den Genen liegen und zu einem vorher nicht erkennbaren Zeitpunkt - den der Mensch auch nicht bestimmen kann - wirksam werden.

 

Der Christusfreund:

Das kann ja alles zutreffen. Doch wer hat uns die Erbanlagen übertragen? Du sagst, daß wir alle aus dem reinen Sein von Gott kommen und uns belastet haben. Also sind zumindest Teile dieser Erbanlagen Belastungen. Wie kommen sie in unsere Gene?

 

Antwort des Propheten:

Wir könnten natürlich weiter spekulieren, intellektuell argumentieren und sagen: Wir Menschen haben ja eine lange Ahnenkette. - Mag diese jedoch noch so lang sein, irgendwie muß sie in den Menschen eingepflanzt worden sein, von jemandem, der unsere Lebenslinie, die Erbsubstanzen, mitbestimmt hat. Wir Menschen suchen immer einen Schuldigen. Selten sagt der einzelne: "Es ist meine Schuld". So könnten wir in diesem Fall z.B. Adam und Eva die Schuld geben. Betrachten wir jedoch die derzeitige Menschheit, dann müßte man Adam und Eva in Schutz nehmen, denn all die niedrigsten Ausgeburten der Menschheit, wie Mißbrauch von Mitmenschen, Mißbrauch von Kindern, Abtreibung, Gewalt, Rauschgifthandel und all das Elend in der Rauschgiftszene, Lug und Trug allerorten, Ehescheidungen, Verstümmelungen der Pflanzen und Tiere durch Züchtungen, Kreuzungen, Genmanipulation, Vivisektion, das Vergiften der Gewässer und die Zerstörung der Erdatmosphäre und vieles, vieles mehr - kann man das alles dem Adam und der Eva anlasten? - W i r sind die Übeltäter.

Man sagt, wir stammten von den Affen ab. Müßte man da nicht auch diese höheren Lebensformen in Schutz nehmen? Würde man deren Genmaterial kontrollieren, so würde man darin sicherlich nicht das Allzumenschliche, das Ego, also das Egoistische, und die Zerstörung des Lebens finden.

Geht es um die Zerstörung der Erdatmosphäre, um die Vergiftung der Gewässer, so wird keiner sagen, daran seien "Außerirdische" schuld. Hier erkennen wir das Gesetz von Ursache und Wirkung an. Würde einer behaupten, an einer Kindsmißhandlung sei der Täter nicht schuldig, sondern ein anderer, Unbeteiligter, so würden wir uns an den Kopf fassen und sagen: "Man kann keinen Unschuldigen verurteilen, wenn doch der Täter gefunden ist." Geht es jedoch um unsere persönliche Lastenkette, die sich aus unserem ichbezogenen, lieblosen Fühlen, Empfinden, Denken, Sprechen, Handeln sowie aus unseren lasterhaften Wünschen und Sehnsüchten zusammensetzt, woraus sich unsere Inkarnationspläne ergeben, dann schreien viele auf und sagen: "Das kann nicht sein!" Wir sind also unlogisch, wenn es um uns persönlich geht. Warum wohl? Weil wir uns nicht eingestehen wollen, daß wir wirklich so sind, wie wir sind. Wir wollen immer anders scheinen, als es unserem derzeitigen Charakter entspricht.

Aufgrund des Gesetzes des freien Willens hat jeder seine eigene Lastenkette geschmiedet, woraus sich sein Lebensplan für seine Erdenleben ergibt. Wer um diese Kausalvernetzungen weiß, sagt mit Recht: Wir waren gestern das, was wir heute sind.

Jeder Mensch ist von dem geprägt, was auf ihn zukommt, sowohl in positiver als auch in negativer Hinsicht. Was er heute ist und was heute auf seinem Lebensweg liegt, hat er im "Gestern" verursacht. Mit dem "Gestern" sind die Vorinkarnationen gemeint. Jeder von uns befindet sich in der Erdenschule, um aus dem zu lernen, was ihm sein Leben aufzeigt. Wir sind also jetzt wieder im Erdensein, um aus unseren vergangenen Fehlern zu lernen, aus dem, was von uns noch nicht bereinigt ist, woraus wir für unser Leben noch keine Lehren gezogen haben.

Wir können uns nicht oft genug bewußt machen: Auf uns kann nur das zukommen, was in unserem Lebensplan liegt. Es sind immer wieder die Dinge, die wir in den Vorinkarnationen oder als Seelen in den Reinigungsebenen nicht gelernt haben.

Jeder Lernschritt, der uns aus unserer Kausalvernetzung herausführt, bringt uns der Freiheit einen Schritt näher. Je freier wir von unseren seelischen Belastungen werden, indem wir die sündhaften, gleich negativen Programme mit der Hilfe des Christus Gottes, unseres Erlösers, umwandeln und nicht mehr tun, um so mehr gelangen wir in die Freiheit. Auf uns kommen dann auch immer weniger Lektionen zu, da wir unserem göttlichen Erbe, der Gottes- und Nächstenliebe, der Reinheit, gleich Freiheit und Gerechtigkeit nähergekommen sind.

 

Frage des Christusfreundes:

Wenn es einen Lebens- gleich Bauplan für unser irdisches Dasein gibt, dann gibt es auch sicherlich keine Zufälle, denn Zufall heißt: Mir fällt etwas zu. Meist glauben wir, daß es von außen kommt, von anderen, die uns Ungutes, gar Böses wollen. Nun hören wir, daß das, was uns begegnet und was uns trifft, nichts anderes ist als unsere eigenen positiven und negativen Eingaben, entsprechend unserem Lebensplan. Meine Frage: Wie kommen unsere positiven und negativen Eingaben auf uns? Wer erstellt diesen Lebensplan?

 

Antwort des Propheten:

Uns fällt einiges zu, doch es kommt nicht von außen, die Verursacher sind nicht andere Menschen, sondern uns fällt nur das zu, was wir in Vorleben in die Gestirne, in den kosmischen Computer eingegeben haben, wovon wir in diesem irdischen Leben jenen Teil erkennen und bereinigen sollen, welcher der Lebensplan für unser derzeitiges irdisches Dasein ist. Das heißt, die Strahlung jener Planeten, die einen gewissen Teil unserer Ursachen tragen, der aktiv geworden ist oder sich anschickt, aktiv zu werden, leitet uns zur Einverleibung. Wir als Seele nehmen also den aktiven Lebensplan, in dem auch der Bauplan unseres Körpers enthalten ist, mit in das Erdendasein.

Du fragst, wie unsere positiven und negativen Eingaben auf uns zukommen und wer unseren Lebensplan erstellt. Nach kosmischen Gesetzen sind die Kosmen des reinen Seins, der Kosmos der Reinigungsebenen und der materielle Kosmos unablässig in Bewegung. Die Reinigungsebenen und der materielle Kosmos, die Seelen und Menschen sind beständig miteinander verbunden, also in Kommunikation. Jede Seele steht mit ihren Eingaben in Kommunikation. Im rhythmischen Lauf der Gestirne werden in den verschiedenen Planeten der Reinigungsebenen Eingaben, also Impulse, aktiv, die wie Sender wirken. Diese gehen sogleich in Sendeverbindung mit den gleichschwingenden Eingaben im entsprechenden Empfänger. Die aktive Energie, die spezifische Strahlung, die zu diesem Zeitpunkt von jenseitigen Planeten ausgeht, findet präzise ihren Empfänger - nicht einen eventuell gleich oder ähnlich schwingenden anderen -, sie findet also genau den Betreffenden, der sie in die Gestirne eingegeben hat, weil dieser mit all seinen Eingaben in Kommunikation steht. So entstehen dann aktive Strahlungsquellen, energetische Impulsgeber einer bestimmten Informationsfrequenz, die so lange wirksam sind, bis sich Planeten zu entsprechenden Konstellationen verbinden, um die Wege für die Vorboten eines Schicksals oder für das Schicksal zu bahnen. Diese aktiven Energien sind auch der Lebensplan für die Seele, die auf diesen Strahlungsbahnen ihren Weg zur Einverleibung nimmt. Die Lebensbahn, ein Energiestrom, der die Seele zur Einverleibung geleitet, ist in seinem Schwingungsvolumen identisch mit dem Lebensplan der Seele im Menschen.

Der Lebensplan wird also durch den rhythmischen Lauf der Gestirne zusammengestellt und letzten Endes auch durch die Seele in den Reinigungsebenen, auf die bestimmte Bildsituationen - denn das Leben der Seelen vollzieht sich in Bildern - zukommen, die sie als Mensch durch Verfehlungen eingegeben hat. Daraus erkennt die Seele einen Abtragungszyklus, der sie dann auch zur Inkarnation leitet, zum einen, wenn sie das wünscht, zum anderen, wenn sie auf der Erde vieles wiedergutmachen soll, auch gemeinsam mit ihren Mitmenschen. Entsprechendes gilt für eine lichte Seele, die im Auftrag des Göttlichen steht. Auch diese Seele hat ihren Aufgabenplan für diese Erde, der aktiv wird, sobald das Vorgesehene in Aktion kommt. Dann geht auch diese Seele zur Einverleibung. Ihr Lebensweg ist ein Aufgabenplan für Gott auf dieser Erde.

Wir sind also für unser Erdenleben selbst verantwortlich. Was wir säen, das werden wir auch ernten. Verhalten wir uns wie Unmündige, indem wir gegen unser göttliches Erbe, das Gesetz der Gottes- und Nächstenliebe und der Freiheit, verstoßen, so haben wir das, was daraus folgt, auch selbst zu tragen.

Das Schicksal des Einzelnen ist also s e i n Schicksal. Es setzt sich aus seinem individuellen Fühlen, Empfinden, Denken, Sprechen, Wollen und Tun zusammen. Nicht der bloße Gedanke oder das schöngefärbte Wort wird gespeichert, sondern die Inhalte. Das, was wir in unsere Gefühle, Empfindungen, Gedanken, Worte und Ausführungen, also Handlungen, hineinlegen, sind die Bausteine unseres Schicksals. Diese speichern wir, wie schon erwähnt, in unserer Seele und in den entsprechenden Gestirnen.

Geht unsere Seele wieder zur Inkarnation, dann wird sie gemäß ihrem Lebensplan in der Ahnenkette andocken, von wo aus dann ihr Lebenszyklus mit Situationen, Problemen, Vorboten, Schicksalen und Begegnungen mit Menschen beginnt.

Von der Befruchtung und somit von der Einnistung des Eies an ist also unser Erdenleben von uns selbst vorgegeben und von keinem anderen. Wir waren Menschen in unserer Ahnenkette, die auch übergreifen kann in andere Lebens- gleich Ahnenketten, indem wir auf Mitmenschen einwirken und sie so in unsere Karmakette mit einbinden - sofern sie, von uns gezwungen, das tun, was wir wollen.

Den Augenblick der ersten Aktion unseres Lebensplanes können wir nicht erkennen. Deshalb geht die Astrologie von der Geburtsminute aus, die mitentscheidend ist für das Auffächern unseres Lebensplanes. Beim ersten Schrei des Kindes nimmt die Seele den intensiven Kontakt mit ihrem physischen Leib auf. In diesem Augenblick hat sie sich an den Atemrhythmus ihres neuen Erdenkleides angeschlossen, der bis zum Hinscheiden des Körpers gleichsam der Lebensrhythmus ist. Beim ersten Schrei des Kindes trennt sich der neue Erdenbürger vom Körper der Mutter und ist somit ein eigenständiges Leben, das aber mit dem Vater und der Mutter in der Ahnenkette verbunden ist.

 

Der Christusfreund:

Es ist also alles von uns vorbestimmt. Wir können folglich in unseren Plan nicht mehr eingreifen, um ihn zu verändern, also das aufheben und ungeschehen machen, was uns steuert.

 

Antwort des Propheten:

So ist es nicht. Die Steuerung ist unser Fehlverhalten, das sich letztlich gegen uns selbst richtet, weil wir von Gott, von unserem Ursprung her anders angelegt sind, nämlich auf Einheit und Freiheit, auf die Gottes- und Nächstenliebe. Diese Gesetzmäßigkeiten haben wir als reine Wesen freiwillig angenommen. Dabei bleibt es, weil wir Gottes Kinder sind und bleiben. Wir, jeder einzelne von uns, verstoßen mehr oder weniger gegen unser göttliches Erbe, gegen den unumstößlichen Lauf der ewigen Gesetze, wenn wir gegen diese handeln. Mit allem, was gegen das ewige Gesetz ist, gegen unser göttliches Erbe, handeln wir gegen uns selbst. Jeden Tag stehen wir in jeder Situation, in allem, was auf uns zukommt, vor uns selbst - vor einem Aspekt unseres aktiven irdischen Lebensplanes, vor einst von uns eingegebenen Sünden oder von positiven Aspekten, in denen wir die Freiheit und die Gottnähe fühlen. Wie schon dargelegt: Lernen wir aus unserem Gegensätzlichen und vollziehen wir unsere Lernschritte hin zur Freiheit, dann werden wir auch frei und lösen unsere Kausalkette auf. Oder wir schaffen in jeder Situation, die sich uns stellt und die wir nicht bereinigen, Eingaben, Bausteine eines neuen Plans für eine oder einige weitere Inkarnationen oder für die Astralkette, welche Abtragung in den Reinigungsebenen bedeutet, in den Seelenreichen, in die wir gehen, wenn wir unseren physischen Leib abgelegt haben. Wie wir uns heute verhalten, so werden wir morgen wieder sein.

Aus diesen Zusammenhängen ergibt sich die Eigenverantwortlichkeit jedes einzelnen für sein Leben, die Verantwortung für sein Fühlen, Empfinden, Denken, Reden und Handeln. Das besagt: Wir sollten unsere Verhaltensweisen kontrollieren und auch lernen, zu erkennen, was uns die Situationen des Tages sagen wollen. Alles, was uns drängt, zu denken, zu reden und etwas zu tun, will uns etwas sagen. Der Druck, das Drängen in uns, rührt her von den gegensätzlichen Programmen, von den aktiven Eingaben, die uns in die Richtung unseres Schicksals lenken wollen. Spüren wir Druck und Drängen, so kann dies auch ein Vorbote sein, der uns ahnen läßt, was wir lernen sollen, um unser Schicksal rechtzeitig abzubauen oder es zu beheben. Vorboten kommen auch in Gestalt kleiner Begebenheiten oder Ereignisse auf uns zu, die mit uns in Zusammenhang stehen, oder in dem, was wir tun; später erkennen wir dann, daß es besser gewesen wäre, wir hätten das nicht vollzogen. Auch größere oder kleinere Einbrüche in unser Leben deuten darauf hin, daß wir etwas zu lernen, gleich zu ändern, haben.

Nehmen wir die Vorboten nicht ernst, ja lassen wir uns zu diesem oder jenem verleiten, geben wir also dem Druck, dem Drängen in uns nach, das von unserem Lebensplan her kommt und uns einen Fingerzeig geben möchte, so lassen wir uns in unser Schicksal oder in die entsprechenden Lebensereignisse oder Situationen hineindrängen. Rechtzeitige Erkenntnis, Einsicht und Bereinigung hätte dies verhindern oder das Schicksal mildern können. So aber haben wir daraus nichts gelernt. Infolgedessen erleben wir nun das, was gerade in unserem Lebensplan, in unserer Karmakette aktiv ist und jetzt über uns hereinbricht. Die Einbrüche in unser Leben müssen nicht unmittelbar auf das Drängen und auf den Druck von innen erfolgen. Es ist auch möglich, daß Einbrüche und Schicksale erst im nächsten Erdendasein oder in den Stätten der Reinigungsebenen auf uns zukommen, obwohl uns Vorboten bereits in diesem Erdenleben gemahnt haben.

Die Vorboten kündigen das an, was buchstäblich in den Sternen und in unserer Seele aktiv ist, aber auch in der Ahnenkette, der wir angehören und die uns an Menschen bindet. Schicksale, die schon in diesem Erdenleben ihre Vorboten hatten, werden unter Umständen in der nächsten Inkarnation schon in jungen Jahren des Menschen wirksam.

Die Erdenschule, in der sich alle Menschen befinden, ist dahingehend gestaltet, daß wir mit der Hilfe des Christus Gottes, unseres Erlösers, den Geist der Liebe und Freiheit, lernen, das Bindende und Trennende, das Schmerzhafte, die Sünden, zu erkennen, zu bereuen, zu bereinigen und nicht mehr zu tun.

 

Der Christusfreund:

Oftmals sagen wir: Hätte ich auf die Vorboten geachtet, die dieses Schicksal andeuteten, dann würde ich anders gehandelt haben. Oder: Ich habe es geahnt und nicht beachtet.

 

Antwort des Propheten:

Ja, so ist es vielfach, weil wir unser Erdendasein nicht in die Hand nehmen, das heißt, weil wir nicht eigenverantwortlich leben. Erleiden wir Schicksalsschläge oder erleben wir diese bei einem unserer unmittelbaren Nächsten, dann geht uns mitunter nach oder während des Erleidens ein Licht auf. Uns wird plötzlich bewußt, daß sich das, was uns oder unseren Nächsten traf, oftmals schon durch verschiedene Hinweise angedeutet hat. Doch wir haben nichts rechtzeitig geändert - also nahm das Schicksal seinen Lauf.

 

Frage des Christusfreundes:

Eine Frage dazu: Erleide ich nun das, was ich durch Nichtbeachtung der Vorboten, der Fingerzeige aus meiner Tagesenergie herausgefordert habe, mein Schicksal - ist dann dieser Teil meines Sündenpotentials, dieser Aspekt meines Lebensplanes, damit getilgt? Sind diese negativen Eingaben dann gelöscht? Oder kommt das Ganze noch einmal auf mich zu, in diesem oder in weiteren Erdenleben?

 

Antwort des Propheten:

Diese Frage werden sich sicherlich viele Menschen stellen, denn wer möchte schon schicksalhaft beladen sein? Ob das Schicksal, also das Sündenpotential, das wir erleiden mußten oder erleiden, getilgt ist, kommt ganz auf unser Verhalten an. Es ist dann getilgt, wenn wir in unserem Schicksal die Aufgabe erkennen, die wir uns letzten Endes selbst gestellt haben durch unsere sündhaften, gottfernen Eingaben. Haben wir im Schicksal unsere Lernschritte getan, dann ist dieser Aspekt aus dem Lebensplan gleichsam gelöscht, umgewandelt in positive Energie, die dann auch ganz allmählich Kommunikation mit dem ewigen Sein aufnimmt, mit unserem wahren Leben.

Machen wir jedoch für unser Schicksal unsere Nächsten verantwortlich, klagen wir hierfür unsere Mitmenschen an und bleiben unsere Gefühle, Empfindungen, Gedanken, Worte und Handlungen die gleichen, haben wir also aus dem Schicksal nichts gelernt und somit auch keine Lernschritte getan, dann haben wir vielleicht einige minimale Bausteine des Schicksals abgetragen, also gelöscht, haben aber viel mehr an Belastung hinzugegeben durch unser fortgesetztes und weiteres Fehlverhalten. Denn wir haben uns in unserem Mißgeschick nicht erkannt, haben die Lernschritte, die sich daraus für uns ergaben, nicht erfaßt; unser Leben hat keine neue Weichenstellung erfahren. Wir bauen dann an einem Lebensplan für weitere Inkarnationen oder erstellen eine Abtragungskette, die wir dann als Seele in den Reinigungsebenen durchleiden.

 

Frage des Christusfreundes:

Kann ich über das, was mein Lebensplan für dieses Erdenleben vorsieht, hinaus weitere, derzeit noch nicht aktive Aspekte meiner Ego-Belastungen, die in den Sternen verzeichnet sind, heute schon erkennen und auflösen? Kann ich also im Vorgriff auf weitere Lebenspläne von schicksalsträchtigen Belastungen frei werden?

 

Antwort des Propheten:

Ja, das ist möglich, denn Gottes Liebe und Gnade sind immer gegenwärtig, um jedem von uns beizustehen. Nicht umsonst gab uns Gott durch Mose die Zehn Gebote; nicht umsonst lehrte uns Jesus, der Christus Gottes im Erdenkleid, das Hauptgebot der Gottes- und Nächstenliebe; nicht umsonst sprach Er vom Balken und vom Splitter, ja, schenkte Er uns die Bergpredigt, welche die Lebensregeln für unser gesamtes Erdendasein beinhaltet - für den Schüler, den Berufstätigen, für die Familie, für die Menschen am Arbeitsplatz, für alle Lebenssituationen und Lebensprobleme. Wer sich an den Geboten Gottes und an der Lehre Jesu orientiert, der wird sich in Bälde selbst immer wieder die Frage stellen: Kann ich so denken, reden und handeln? Entspricht das, was ich fühle, denke und tun will oder tue, den Geboten Gottes und der Lehre Jesu? - Sehr rasch würde sich im Leben des Menschen vieles zum Guten hin verändern, würde er sich jeden Tag diese Fragen des öfteren stellen; würde er sein Verhalten den Geboten und der Lehre Jesu gegenüberstellen, um zu ergründen, was Gotteswille und was Menschenwille ist; würde er daraufhin den Willen Gottes vorziehen und sein Gegensätzliches - das, was gegen die Gebote und gegen die Lehre Jesu steht - bereuen, seinen Nächsten um Vergebung bitten, dem vergeben, der ihm Leid zugefügt hat, sündhafte Handlungen wiedergutmachen, so weit dies möglich ist, und würde er, was wesentlich ist, diese bereuten und bereinigten Sünden nicht mehr tun. So mancher könnte auf diese Weise in der Kürze der Jahre nicht nur wesentliche Aspekte seines Lebensplanes mit der Hilfe des Christus Gottes bereinigen - durch die tägliche Bereinigung kann er dann auch Kontakt mit weiteren, von ihm in die Sterne eingegebenen Informationen aufnehmen, die im Begriff sind, sich ganz allmählich zu einem weiteren Inkarnations- oder Abtragungsweg für seine Seele zusammenzuschließen. Ein Mensch, der also im Sinne der Lehre Jesu seine Erdentage aktiv nutzt und die Steine auf seinem Lebensweg hinwegräumt, die belastenden Programme also mit Hilfe der Christuskraft in positive Lebensergien umgewandelt hat, wird mehr und mehr frei. Das Licht seiner Seele vergrößert sich, sein Bewußtsein weitet sich. Ihm ist es möglich, aus Abschnitten seiner gespeicherten Informationen, die sich für einen weiteren Inkarnations- oder Abtragungsweg zusammenfügen, Teile anzusenden und sie vorzeitig abzurufen. Sie wirken sich dann in seinem Gefühls-, Empfindungs- und Gedankenleben aus, treten aber auch über die fünf Sinne in Erscheinung. Es kommen dann auf ihn ebenfalls Situationen und Begebenheiten zu, die ihm Hinweise geben wollen, darunter Geschehnisse und Ereignisse, von denen er eventuell mit Sicherheit sagen kann: "In diesem irdischen Dasein habe ich solches und ähnliches nie gedacht und auch nie gewollt." Kommen auf diesen Menschen schwierige, problematische Lebenssituationen zu oder auch plötzliche massiv auftretende Gedanken, Wünsche bis hin zu Leidenschaften, so können diese aus dem in dieses Erdenleben mitgebrachten Lebensplan sein, aber auch aus dem Programm- und Informationspotential des sich formierenden weiteren Inkarnations- oder Abtragungsweges. Ob der einzelne Tagesimpuls aus diesem mitgebrachten Lebensplan herrührt oder nicht, ist für den Betreffenden kaum zu unterscheiden. Doch ist es für unser geistiges Wachstum wesentlich, das zu wissen? Wichtig ist, daß wir für unser Leben aktiv Verantwortung tragen und täglich unsere Lernschritte tun.

Unser Leben liegt in unserer Hand. Wir bestimmen, was wir daraus machen. Denken wir daran, daß in uns der Geist Gottes wohnt, der um alle Dinge weiß und der uns helfen und beistehen möchte, so daß wir unser wahres Leben wieder gewinnen, das die Freiheit ist.

 

Der Christusfreund:

Wesentlich in dem, was du sagst, scheint mir zu sein, daß wir aktiv werden. Es ist der aktive Glaube, den der Christus Gottes uns in Seinen Offenbarungen nahelegt. Im Grunde ist es ganz einfach. Ich wundere mich nur, daß ich es in meinen vielen Lebensjahren als Kirchenchrist nicht so getan habe. Es steht doch sinngemäß in der Bibel, speziell in der Bergpredigt, wie wir uns im täglichen Leben verhalten sollen, um Gott näherzukommen, und wie wir den Frieden in uns und mit unseren Mitmenschen gewinnen. Nun habe ich es an mir selbst vielfach erfahren, wie es sich auswirkt, wenn ich dem Nazarener nachfolge und die Impulse aus meinem Lebensplan aktiv nutze: Das Herz wird leichter, im Äußeren finden sich Wege und Lösungen; das Vertrauen in Gott, in Christus wächst, und Zuversicht zieht ein. Hätte ich es in meinem Leben nicht schon eher so halten können? Wieso habe ich es nicht getan? Warum handeln die meisten Christen nicht so? Was ist der Grund für die passive Grundhaltung?

Es muß doch eine Fehlprogrammierung zugrunde liegen. Eventuell liegt in folgenden Gedankengängen schone die Antwort?

Als du, Gabriele, von der Freiheit sprachst, dachte ich an die Institutionen katholisch und evangelisch. Dort diskutiert man seit Jahrhunderten über die Prädestinationslehre. Diese Lehre besagt in ihrer konsequentesten (= "doppelten") Form: Gott hat durch Seinen ewigen Willensratschluß bestimmte Menschen zur ewigen Seligkeit erwählt, andere wegen ihrer vorhergesehenen Sünden zur ewigen Verwerfung vorherbestimmt. In ihrer milderen (= "einfachen") Form besagt die Lehre: Gott hat bestimmte Menschen zur ewigen Seligkeit erwählt und bei den anderen zwar nicht vorherbestimmt, aber vorhergesehen, daß sie wegen ihrer Sünden verdammt werden.

Kaum ein Christ von heute weiß darüber Bescheid, daß diese Lehre in ihrer konsequentesten Form nicht nur ein Denkergebnis des Schweizer Reformators Johannes Calvin ist (1509-1564), sondern daß auch Martin Luther (1483-1546) so dachte und daß dieses Thema auch immer wieder zu neuen Denküberlegungen in der katholischen Kirche führte. Luther und Calvin beriefen sich auf Paulus und den Kirchenvater Augustin (354-430), der in den großen kirchlichen Institutionen als rechtgläubig hochgeschätzt wird und der sich ebenfalls auf Paulus berief. Paulus wiederum interpretierte Stellen aus dem sogenannten "Alten Testament" und glaubte, daraus folgende Schlußfolgerung ableiten zu können: "Also kommt es nicht auf das Wollen und Streben des Menschen an, sondern auf das Erbarmen Gottes ... Er erbarmt sich also, wessen er will, und er macht verstockt, wen er will." (Brief an die Römer, 9, 16.18)

 

Antwort des Propheten:

Wenn ich dich richtig verstehe, so blieb es trotz der Bemühungen, das Ungerade hier und da geradezubiegen, bis heute in mancher Hinsicht dabei, daß der Willensratschluß des Ewigen angeblich gelautet haben soll: Die einen erwählt zur ewigen Seligkeit, die anderen vorherbestimmt oder jedenfalls vorhergesehen als ewig Verworfene und Verdammte.

Traurig, traurig, solche Willensratschlüsse, die sicherlich nicht von Gott, unserem ewigen Vater, und von Christus, unserem Erlöser, kommen. So mancher wird sagen, man habe den ewigen Willensratschluß Gottes eben der Bibel entnommen. Wer daraus solches liest, der hat seinen persönlichen Willen, seinen Ego-Willen, nicht überprüft. Sowohl die katholische als auch die evangelische Institution berufen sich mehr auf Paulus als auf Jesus. Wo Paulus die Dinge so interpretierte, hat sich Paulus geirrt. Jesus sprach - soviel ich weiß - nicht davon.

Ich staune, was Menschen, die sich als christlich bezeichnen, die also vorgeben, die Lehre des Jesus von Nazareth in Seinem Sinne, also buchstäblich in Seinem Geist, zu wahren und weiterzugeben, aus Seiner einfachen und schlichten Lehre gemacht haben und machen. Den Worten der Bibel - gewiß noch mehr den ursprünglichen Evangelien - wäre noch manches an Wahrheit zu entnehmen, würde man die Worte mit dem Herzen aufnehmen. Doch die Bibelworte wurden und werden durch den Intellekt der Theologen gedehnt und gezerrt wie ein Gummiband, je nach ihrem menschlichen Dafürhalten. Die Amtsträger beider kirchlichen Institutionen haben die Worte der Bibel, die schon Hieronymus zugeschnitten hat, noch einmal aufbereitet, um sie ihrem Willen anzupassen, um das Volk an die Institutionen zu binden.

Das "Volk" ist das Forum für jene, die Macht ausüben wollen. Was wäre Macht ohne die Objekte der Machtausübung - das unmündige, gefügige Volk, eine steuerbare Masse. Werden so nicht viele gesehen und benutzt von jener Institution, die sich christlich nennt?

Doch wie hat der Nazarener Seine Mitmenschen gesehen, und wie schaut der ewige Vater uns? Wir sind - ein jeder - Sein Kind, geboren aus Seiner ewigen Liebe. Wohl haben wir uns verschattet und durch Sünde belastet, doch ein jeder Mensch, eine jede Seele bleibt im Innersten das göttliche Wesen. Als dieses wird es zurückkehren ins ewige Sein, denn wir sind Kinder der ewigen Liebe - Kinder Gottes, der die Liebe ist, der niemals verwirft und verdammt. Jesus lehrte uns die Zurückführung aller Seelen, denn Er sagte sinngemäß: Neunundneunzig Gerechte lasse Ich stehen, um dem einen Verlorengegangenen nachzugehen. Er sprach von der vollen Zahl, also von allen Seelen.

 

Frage des Christusfreundes:

Soweit mir bekannt ist, sprechen die Institutionen katholisch und evangelisch auch, daß der Mensch bzw. die Seele bei der Zeugung des Menschen von Gott geschaffen werde.

 

Antwort des Propheten:

Gott, der Ewige, der der Reine, das ewige Sein und die vollkommene Liebe ist, hat niemals eine Seele geschaffen, weder vor der Zeugung noch während der Zeugung. Das Wort "Seele" ist immer der Ausdruck von Belastung, einerlei welchen Grades. Gott, die große Liebe, schuf reine, göttliche Wesen, von denen sich durch den Fall, also durch die Abkehr von Gott, einige belastet haben. In der geistigen Terminologie nennt man die von Gott Abgekehrten "Seelen". Die auf der Erde in einem Körper inkarnierten Seelen oder Geistwesen nennt man "Menschen". Gott hat also niemals Seelen geschaffen, weder für den Himmel noch für die Hölle.

Ich wiederhole: Gott schuf und schafft göttliche Wesen, im ewigen Sein reine Geistkörper, Wesen der Liebe und des Friedens, die in absoluter Einheit und in absolutem Einklang mit Ihm sind. Daß die eine Seele den Himmel anstrebt, die andere sich jedoch weiter belastet und ihre Schicksale gleichsam als Höllenqualen zu erdulden hat, ist nicht Gottes Wille, sondern die Willkür des egoistischen Menschen, dessen Innerstes dennoch das Reine, das ewige Gesetz der Liebe und Freiheit ist; es ist das Erbe des reinen Wesens, das jeder Mensch im Seelengrund trägt und das jeder Mensch wieder antreten kann.

 

Der Christusfreund:

Nach kirchlicher Lehre trägt der Mensch aber ein anderes Erbe in sich, nämlich die sogenannte "Erbsünde". Dieses Erbe sei über die gefallenen Engel und die ersten Menschen "durch Fortpflanzung" zu uns Menschen heute gekommen. Und wegen der so verstandenen "Einheit des Menschengeschlechtes" (Thomas von Aquin) werde diese Erbsünde jedem Menschen auch als "persönliche Schuld" angerechnet, wobei dieser Vorgang ein "Geheimnis" bleibt, "das wir nicht völlig verstehen können" (Katechismus der Katholischen Kirche Nr. 404, S. 134).

Bei der Taufe auch schon des Säuglings wird diese Schuld dann nach kirchlichen Lehren allerdings getilgt (z.B. Ev. Bekenntnisschriften, Ap. II). Gleichzeitig ist dadurch "versiegelt" (Ep.XI.), gleichsam dokumentiert, daß der Getaufte zu den Vorherbestimmten für das Heil gehört, - und man müßte hinzufügen - sofern er die Kirche nicht später verläßt. Hier erkennt man, wie bei den Amtskirchen alles zusammenhängt: Taufe und ewiges Heil oder Erbsündenbelastung und ewige Verdammnis.

 

Antwort des Propheten:

Und wie soll das alles ein gottsuchender Mensch begreifen? Nicht mit dem Verstand und noch weniger mit dem Herzen ist das zu verstehen. Bleibt da dem Kirchengläubigen etwas anderes übrig, als "still" und "demütig" sich auf den verbleibenden Restfunken seines "Glaubens" zurückzuziehen? So mancher wird wohl seinen Glauben an den solches vermittelnden Prediger, Priester und Pfarrer heften, in der Hoffnung, daß der es wenigstens versteht und den Durchblick hat. Daß dieser jedoch dem Kirchenschäflein das Knäuel nicht entwirrt und den Schleier des Geheimnisses, der darübergelegt ist, nicht lüftet - macht ihn dies nicht zum Geheimnis-, gleichsam Schatzhüter? Verleiht nicht ein solcher Nimbus zusätzliche Macht?

Jedem vernünftig denkenden Menschen müssen doch Fragen kommen - es sei denn, der Mensch hat sich bereits darein geschickt, nicht mehr zu fragen, oder gar, nicht mehr zu denken. Warum sollte z.B. der von Gott angeblich neu geschaffenen Seele gleichzeitig die Erbsünde eingepflanzt werden? Und was sollte das für ein Gott sein, der zusätzlich zu diesen schlechten Startbedingungen auch noch die ewige Verdammnis in Aussicht stellt. Auch wenn Er sie für den einzelnen nicht vorherbestimmt, sondern nur vorhersieht - sogleich bei der Erschaffung Seines neugeborenen Geschöpfes - bleibt das für den von der Verdammnis Bedrohten ein Ärgernis.

 

Der Christusfreund:

Martin Luther warnte deshalb auch davor, sich zu viel mit diesen Fragen zu beschäftigen. Lieber solle man, sinngemäß gesprochen, an die eigene Erwählung zum Heil glauben und sich daran festhalten.

 

Der Prophet:

Wozu aber dann das ganze Drumherum? Wozu denn die Neugeborenentaufe zum Beispiel zur Tilgung der Erbsünde, wenn doch Luther lehrt, daß die einen schon für die ewige Verwerfung vorhergesehen sind und die anderen für den Himmel? Wozu sollen dann die einen, die jetzt schon der ewigen Verwerfung angehören, Kirchensteuer bezahlen, wenn sie ohnehin der ewigen Verwerfung bzw. Verdammung anheimfallen? Alle jene, die Gott für den Himmel vorgesehen hätte, bedürften dann nicht der kirchlichen Institution, denn Gott hat ihnen den Himmel ohnehin vorbestimmt. Wozu den Glauben an Gott, wenn Er alles schon vorherbestimmt hat? Wozu zu einem solchen Gott beten, der die beiden Gruppen unterscheidet? Wozu ethische und moralische Werte entwickeln, wenn das Los der einen Seelengruppe ohnehin schon die ewige Verwerfung/Verdammung ist und die andere Seelengruppe ohnehin in den Himmel kommt? Warum die Sakramente in Anspruch nehmen, wenn durch den "Willensratschluß" des Ewigen alles, das Schicksal und der Himmel, vorbestimmt ist? Wenn also Gott für jeden von uns bei der angeblichen Seelenschaffung den Richterspruch gefällt hat oder jedenfalls vorhersieht - wozu sollen dann die Menschen an die Gnade glauben?

Ist uns dies alles vorherbestimmt, ohne daß der einzelne daran etwas ändern kann, dann wäre es doch das Beste, jeder lebte ein zügel- und haltloses Leben und suchte den anderen zu betrügen, so daß er für sein irdisches Dasein Gewinn, Vorteil und Annehmlichkeiten hätte, denn für den Verworfenen wäre am Ende seines irdischen Lebensweges doch alles Angenehme vorbei.

 

Der Christusfreund:

Die evangelischen Bekenntnisschriften klären mich darüber auf, daß ich hier weder nach meiner "Vernunft" noch nach dem "Gesetz Gottes" gehen kann, sondern daß Gott sich "aller" erbarmen wolle. Schließlich könne ich mich an Paulus halten, der zuerst zur "Buße" und zum "göttlichen Gehorsam" rief, bevor er von "der ewigen Wahl" Gottes redet, nach der dann eben doch nicht alle für das Heil ausgewählt werden. (Ep.XI)

 

Antwort des Propheten:

Somit wäre die Verwirrung perfekt. Alles das ist meines Erachtens unlogisch. Gott ist aber logisch, denn Er ist Logos und somit die Weisheit.

Gott hat auch keinem Menschen eine Erbsünde in die Wiege gelegt oder zugelassen, daß eines Seiner Kinder von Urbeginn an eine solche Last eingepflanzt bekam und dafür auch noch schuldig sein soll.

Ich wiederhole: Jeder Mensch trägt das göttliche Erbe in sich. Im weitesten Sinne kann als Erbsünde die Abdeckung des göttlichen Lichtes als eine gewisse Teilschuld des Falles angesehen werden, dann, wenn ein reines Wesen zur Einverleibung geht, oder bei einem Fallwesen, das sich von Gott abgewandt hat.

Gott hat Seinem Kind die Freiheit gelassen, gegen Sein göttliches Erbe zu sündigen oder es wieder anzustreben, indem der Mensch Schritt für Schritt das Sündigen läßt und sich den Geboten Gottes hingibt. Das ist das Gesetz des freien Willens.

 

Der Christusfreund:

Du sagst, Gott hat Seinem Kind das Gesetz des freien Willens gegeben. In der evangelischen Lehre lese ich das aber wieder anders. Die evangelische Kirche lehrt, daß ich nur einen freien Willen bei den Dingen habe, "so die Vernunft begreift" (Augsburger Konfession XVIII.) Bei der Frage des Glaubens und des Heiles habe ich aber keinen freien Willen. Entweder der Heilige Geist bewirkt in mir den rechten Glauben, oder Er bewirkt ihn nicht. Das evangelische Bekenntnis zitiert an dieser Stelle wiederum Paulus, der schrieb: "Der natürliche Mensch vernimmt nichts vom Geist Gottes" (1. Korintherbrief 2,14).

Auch Martin Luther beruft sich, wie gesagt, auf Paulus und vergleicht den Menschen mit einem "Reittier", das entweder von Gott oder Satan geritten wird. In diesem Zusammenhang lehrt er dann auch für die eine Gruppe die Vorherbestimmung Gottes zur ewigen Seligkeit, für die andere Gruppe die Vorherbestimmung Gottes zur ewigen Verdammnis. Einen freien Willen, sich für einen der beiden Reiter zu entscheiden, hat er nicht. Luther schreibt wörtlich: "Und er hat nicht die Entscheidungsfreiheit, zu einem der Reiter zu laufen oder ihn zu suchen, sondern die Reiter selbst streiten darum, ihn festzuhalten und zu besitzen." (De servo arbitrio, Weimarer Ausgabe, S.635)

Und in der Nachfolge Luthers lehrt die evangelisch-lutherische Kirche bis heute den unfreien Willen in Glaubensdingen. Nur bei der Vorherbestimmung einzelner Menschen zur ewigen Verdammnis haben die Bekenntnisschriften der Kirche die Lehre ihres Gründers abgemildert und lehren nur noch die "Vorsehung". Demnach bestimmt Gott niemanden zur ewigen Verdammnis voraus, aber Er sieht, so die Argumentation seitens der Kirche, alles voraus, was geschieht - also auch, wer letztlich ewig verdammt wird.

 

Antwort des Propheten:

Ich höre, Luther hat gelehrt - seine konfessionellen Nachfolger haben seine Lehre abgemildert. Was bedeutet dies? Hat sich Luther getäuscht? Dann stellt sich die Frage nach dem Wahrheitsgehalt dessen, was Luther noch gelehrt hat. Welche Teile seiner Lehre mögen also ebenfalls falsch sein? Wie steht es mit der Glaubwürdigkeit kirchlicher Lehre?

Der Geist Gottes täuscht sich nie. Was Er lehrte und durch Seinen Sohn, der als Jesus aus Gottes Gesetz lehrte, ist dasselbe, gestern und heute - weil es die Wahrheit ist. Gott ist der Ewige, Absolute, und Sein Gesetz ist ewig und absolut, unveränderlich. Das ist die Sicherheit, darauf ist Verlaß.

Mögen in dieser Welt der Irrtum und die Täuschung auch noch so groß sein - Einer täuscht Sich nie und läßt Sich nicht täuschen. Und Er wird darum auch niemals eine Enttäuschung sein für den, der zu Ihm kommt als Sein Kind, der Ihn anruft und die Schritte tut, die Er uns durch Jesus - z.B. in der Bergpredigt - wies.

Wenn das, was du hier über die evangelische Lehre vorgetragen hast, stimmt, dann ist das für mich von der Wahrheit, der eigentlichen Realität, weit entfernt. Tag für Tag erlebe ich die Stimme des Herzens. Sie ist Liebe, Güte, Wohlwollen, Hilfe und spricht: Jeder, aber auch jeder kehrt zu Gott, unserem ewigen Vater, zurück durch Christus, unseren Erlöser. Jeder jedoch ist für das, was er denkt, spricht und tut, selbst verantwortlich. Durch die ewige Liebe Gottes und durch den Erlöserfunken in jeder Seele wird einst jede Seele ihre wahre Herkunft erkennen, welche die Freiheit ist, die in Gott mündet. Dieser Freiheit wird sie einst zustreben, auch dann, wenn sie viele Schicksale und Inkarnationen hinter sich hat.

Jeder Mensch, der an Gott glaubt und nicht an den Gott der institutionellen Kirchenlehre, wird irgendwann erkennen, daß die Inhalte der Gebote Gottes und der Bergpredigt Jesu der Weg in das Himmelreich sind. Wer danach strebt, die Gebote Gottes und die Bergpredigt zu erfüllen, der erfährt, daß er der Tempel Gottes ist und daß Gott, die große Liebe, in ihm wohnt. Dazu bedarf es nicht des Brimboriums der Amtskirchen.

Es ist nicht verwunderlich, daß es immer mehr Atheisten gibt, denn wer seinen Verstand einsetzt, um darüber nachzudenken, was die Amtskirchen mitunter lehren, verliert den Glauben an Gott. Auf die Prädestinationslehren wurde ich erst durch deine Frage aufmerksam. Jetzt verstehe ich auch immer mehr, warum der Christus Gottes außerhalb der Amtskirchen Sein weltweites Werk gegründet hat. Er, der große Geist der Unendlichkeit, möchte mit Seiner einfachen und schlichten Lehre der Liebe zu Gott und der Nächstenliebe und der geistig-moralischen Werte viele Menschen erreichen, um ihnen die Angst vor der vorherbestimmten oder vorhergesehenen ewigen Verwerfung zu nehmen, vor der ewigen Hölle, aber auch vor der Bestrafung durch Gott.

Liebe Brüder, liebe Schwestern, wenn das, was der Christusfreund vorgetragen hat, der Wahrheit entspricht, also nachlesbar ist, dann sollte jeder nach seinem Gewissen handeln und nicht nach der althergebrachten Tradition. Ich bin entsetzt, daß so etwas über Gott, den Vater der Liebe, ausgedacht und amtlich verkündet wird. Jetzt verstehe ich auch, warum die Amtskirchen die Urchristen als unchristlich bezeichnen. Wahrlich, mit diesem Amtschristentum haben die Urchristen nichts gemeinsam. Der Christus der Amtskirchen ist nicht der Christus, den der ewige Vater zu uns Menschen gesandt hat.

 

Der Christusfreund:

Neben den Lehren der evangelisch-lutherischen Kirchen gibt es noch die Lehren der evangelisch-reformierten Kirchen. Diese Kirchen berufen sich auf Calvin, der sogar noch stärker als Luther die Prädestination betonte. Diese Kirche ist vor allem in der Schweiz, in den Niederlanden und in Schottland verbreitet, dazu auch in manchen Gegenden Deutschlands, und in ihr pflegte man lange Zeit den Glauben Calvins, daß die Prädestination zum Heil oder zur Verdammnis auch am Lebenserfolg des einzelnen abzulesen sei.

Wenn sich in der Tradition dieses Glaubens Menschen bemüht haben, göttliche Gebote zu erfüllen, dann haben sie ihr Tun oft auch als ein Zeichen ihrer Prädestination zum Heil gedeutet und sich dabei vergewissert, nicht zu den Verdammten zu gehören.

Erst 1973, also über 400 Jahre nach Calvins Tod, milderten die evangelisch-reformierten Kirche in Europa den Glauben Calvins ab und räumten ein, daß es "einen ewigen Ratschluß Gottes zur definitiven Verwerfung gewisser Personen" nicht mehr gibt. Man half sich aber mit der Achtung vor dem "Geheimnis von Gottes Wirken" (Leuenberger Konkordie Art. 24f.).

 

Der Prophet:

Ein Religionsgründer stellt also eine Lehre auf, formuliert Glaubensgrundsätze - später wird das revidiert; was als wahr und verbindlich galt, gilt nun nicht mehr - es ist überholt.

Daraus kann man doch schließen: Was heute, 1996, noch gilt und verfochten wird - was wird es morgen noch wert sein?

In diesem Zusammenhang denke ich an die vielen, die sich aufgrund der harten Formulierung der Prädestinationslehre als von Gott verworfen erkannten. Mußten sie sich nicht als die Elendsten unter den Elenden fühlen? Wie konnten sie noch an einen Vater glauben, der gerecht war, geschweige denn an den barmherzigen Gott? Woher sollten sie noch das Vertrauen zu Ihm nehmen und den Glauben an Seine Liebe? Ja, waren sie nicht der Hoffnungslosigkeit, der dumpfen Resignation preisgegeben? Mußten diese bedauernswerten Verführten nicht in Passivität verfallen, ohne jeglichen Ansporn, sich um ein Leben der Erfüllung der göttlichen Gebote zu bemühen, da doch alles vergeblich und sinnlos war?

Könnte darin eventuell eine der Ursachen für die passive und resignative Glaubenshaltung so vieler Christen liegen, für die Hörigkeit und den blinden Gehorsam, aber auch für Verzweiflung, für Herzenskälte und Lieblosigkeit?

 

Der Christusfreund:

Ähnlich ist es in der römisch-katholischen Kirche. Sie hat zwar in Konzilsbeschlüssen erklärt, daß niemand zur ewigen Verdammnis vorherbestimmt ist; die Möglichkeit der ewigen Verdammnis aber lehrt sie weiter: Diese ist jedem vorherbestimmt, der im Zustand "schwerer Sünde" stirbt (Lex.f.Theologie und Kirche, 8. Bd. 1963, 669), den sie selbst definiert: Wer ihr nicht folgt, ist verdammt. Und Gott sieht das bereits bei Erschaffung des neugeborenen Kindes voraus - und erschafft es trotzdem.

 

Der Prophet:

Ich kann es nicht glauben, daß es so ist, wie du es dargelegt hast. Mein Gerechtigkeitssinn sagt, daß Katholiken und Protestanten, welche diese Lehren überprüfen wollen, sich in die entsprechende Literatur ihrer Kirche einlesen können und nicht einen kirchlichen Amtsträger befragen, der mit Ausreden, mit eigenen Vorstellungen, Umschreibungen und Verbrämungen vielfach anderes aussagt, als es authentisch wiedergegeben ist. Dazu will ich weiter keine Stellung nehmen. Es ist mir einfach zu ungeheuerlich, solche Lehren unter dem Deckmantel des Jesus, des Christus, zu verbreiten. Mein einziger Wunsch wäre: Du hast dich geirrt. An katholische, lutherische und calvinistische Verdammungs- bzw. Prädestinationslehren glaube ich nicht, weil ich Gott in meinem Herzen erfahren darf. Kein Mensch kann den großen Geist ergründen, doch jeder kann Ihn erfahren, wenn er die Zehn Gebote und die Bergpredigt Schritt für Schritt erfüllt. Dann erfährt er, daß Gott uns alle liebt und daß Er uns das größte Geschenk gemacht hat: das Gesetz der Liebe und der Freiheit, wodurch wir zu Erben des reinen Seins geworden sind. Alle Erben des Reiches Gottes werden ihr göttliches Erbe wieder antreten: das ist unabdingbar. Wir kehren wieder zurück, von wo wir ausgegangen sind, zu Gott, unserem ewigen Vater, durch Christus, unseren Erlöser.

 

Der Christusfreund:

Was du hier darlegst, wird in den kirchlichen Lehren zur "Allversöhnungslehre" gerechnet und zurückgewiesen, obwohl immer mehr Menschen, auch Katholiken und Protestanten ahnen, wissen und erfahren, daß es so ist, wie du sagst. Die Amtskirchen sagen ihren Gläubigen auch nicht, daß der Reinigungs- und Läuterungsprozeß jeder Seele in den jenseitigen Welten und eventuell weiteren Inkarnationen weitergeht. Sie "verbieten" dem Menschen sogar "von vornherein mit einer Versöhnung und Entsühnung für alle und alles zu rechnen, was wir tun oder unterlassen" (Katholischer Synodenbeschluß, "Unsere Hoffnung" von 1975; zit. aus Weltbild 20/96). Dann appellieren sie an das Gerechtigkeitsempfinden der Menschen und sagen sinngemäß, "gute" und "schlechte" Menschen könnten am Ende nicht "unterschiedslos nebeneinander vor Gott stehen" (Weltbild 20/96, S.24). Gleichzeitig scheut man sich aber, die eigenen Lehren über die für bestimmte Fälle vorgesehene und von Gott vorhergesehene ewige Verdammnis offen zu bekennen und darüber zu predigen. Will man damit eventuell weitere Kirchenaustritte verhindern? So sind die Pfarrer und kirchlichen Journalisten vordergründig damit beschäftigt, die kirchliche Lehre einer Kosmetik zu unterziehen; hinter den Kulissen pflanzen die theologischen Wissenschaftler aber diese beängstigenden Kirchenlehren mit staatlicher Finanzierung von Jahrhundert zu Jahrhundert ungeschminkt fort. Und weil diese Lehren sehr kompliziert sind, haben schon viele Theologen nach jahrelangen Studien ihren Doktorhut damit erwerben können. Das Vertrauen zu Gott werden sie damit wohl nicht wecken können. Denn wie soll ich einem Gott vertrauen, zu dessen "Geheimnis" es gehört, daß viele Menschen und Seelen auf ewig und alle Zeiten furchtbare Qualen erleiden müssen; auch wenn man dieses "Geheimnis" mit schönfärberischen Worten verharmlosend darstellen kann. Kann man bei diesem Thema überhaupt von einem "Geheimnis Gottes" sprechen? Oder hat Jesus hier ein "Geheimnis" Gottes gelehrt?

 

Antwort des Propheten:

Eine solche Lehre stimmt nicht; das weiß ich, weil mein Herz erfüllt ist von Dem, der alle Menschen und Seelen liebt, von Gott, unserem ewigen Vater. Die Lehre Jesu, des Christus, war und ist einfach und schlicht, weil sie die Wahrheit ist. Diese Lehre war und ist das Zentrale aller nichtkonfessionellen Christen.

 

Der Christusfreund:

Was glauben diese nichtkonfessionellen Christen, und was glaubten die ersten Christen?

 

Antwort des Propheten:

Die ersten Christen wußten um den Weg der Wiederverkörperung, also der wiederholten Einverleibungen der Seele in einen irdischen Körper. Sie wußten, daß das Wiederkommen eine Möglichkeit ist, im Zeitlichen, in der Kürze der Verkörperung, Sündhaftes, also Fehlverhalten rascher zu erkennen, zu bereuen, zu bereinigen und nicht mehr zu tun. Auch die Urchristen der nachfolgenden Jahrhunderte wußten um die Wiederverkörperung, die auch in apokryphen Schriften festgehalten ist, die Hieronymus wohlweislich ausgeklammert hat, weil er im Auftrag seiner Kirche stand. Auch eine große Zahl von katholischen und protestantischen Christen glaubt heute an die Wiederverkörperung und an die Gnade Gottes, in der Erdenschule die Lernschritte zu tun, um wieder einzugehen in das Reich Gottes, von wo jedes Wesen herkommt. Wir waren bei Gott, wir sind in Gott geborgen und kommen wieder zurück zu Gott, unserem ewigen Vater - dann, wenn wir unsere Lernschritte getan haben. Das glaubten die Christen der Frühzeit, und das glauben wir Urchristen der heutigen Zeit.

So ist also, bei Lichte besehen, jeder Mensch, jede Seele, mag die Sündenlast derzeit schwer oder leicht sein, prädestiniert - nämlich für das Göttliche. Wir sind prädestiniert, Erben der Unendlichkeit zu sein, weil ein jeder früher oder später sein ewiges göttliches Erbe wieder antreten wird - durch Christus, der uns und allem, was verloren schien, Umkehr und Heimkehr ermöglichte.

Christus, Gottes Sohn, kam ins Erdenkleid, um uns den Weg in die ewige Heimat aufzuzeigen, um uns erneut bewußt zu machen, daß Gott, unser ewiger Vater, sich niemals von auch nur einer Seele abwendet, niemals auch nur eines Seiner Kinder verwirft, denn dann würde Er sich selbst verwerfen.

Es ist nun an der Zeit, daß viele aus Abhängigkeit, aus Dumpfheit, Traurigkeit und Verzweiflung erwachen, in die so mancher verfiel, der z.B. die Aussagen der Prädestinationslehre und folglich auch sein eigenes Lebensschicksal nicht verstehen und verkraften konnte und den Herzensglauben und das innige Vertrauen an seinen himmlischen Vater verlor. So mancher verlor den inneren Halt, der nur in Gott zu finden ist, und wurde denen hörig, die verkündeten, das Heil, der Zugang zum Vater, zur ewigen Heimat, läge in ihren Händen. So mancher verlor den Mut und den Ansporn, selbst aktiv zu werden, sich auf die kleineren und größeren Anstöße aus der Tagesenergie hin zu erkennen, zu bereinigen und fortan das von Gott Gebotene zu tun, um so seinem Schicksal in rechter Weise zu begegnen.

Jesus nahm sich der Schwachen, der Elenden, der Kranken, der Sünder an. Er ist uns mit Seinem Leben das Vorbild und zugleich der Garant für die unverbrüchliche Liebe Gottes. Er bewies als der Menschensohn, daß der Weg zu Gott durch die schrittweise Befolgung der Zehn Gebote und Seiner Lehre gangbar ist und zum Ziel führt - in das ewige Sein.

 


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