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Weihnachten das Fest der Liebe? Zwischen Corpus Christi und Weihnachtskrippe zwischen Engelein und Kreuz

Der Prophet

Die Stimme des Herzens,
die ewige Wahrheit, das ewige Gesetz Gottes,
gegeben von der Prophetin Gottes für unsere Zeit

Dez. 1996 Vollständige Version Nr. 7

Das Fundamentale in unserer Zeit zum
Nachdenken und zur Selbsterkenntnis

Weihnachten,
das höchste Fest des Jahres?
Das Leben der »Christen« im Jahreslauf


Der Christusfreund: Als ich neulich einen Versandhauskatalog durchblätterte, kam mir dort allerlei "Weihnachtliches" entgegen. Neben gepflegter Kleidung und zum Teil schönen, gediegenen Gebrauchsgegenständen fand ich im Bild all das, was in der Vorstellungswelt der meisten Menschen "Weihnachten" ausmacht. Tannengrün und Kerzenschein, leuchtende Kinderaugen, trautes Familienglück am Gabentisch. Der rotwangige Weihnachtsmann bzw. Nikolaus präsentierte mit verschmitztem Lächeln seinen prall gefüllten Sack, Englein aus Terrakotta oder Kunststoff sangen oder spielten diverse Instrumente; ein Kästchen zur Aufbewahrung von Schmuck enthielt eine Spieldose, die ganz nach Wahl "Stille Nacht, heilige Nacht" oder "O du fröhliche" oder "Ihr Kinderlein kommet" spielen konnte. Weihnachtskrippen aus Holz und Kunststoff wurden
angeboten mit dem niedlichen Jesusknäblein in der Holz- und Kunststoffwiege, das segnend die Händchen hob, mit einer andachtsvollen Maria, dem Josef mit hochgehaltener Stallaterne, in der ein Glühbirnchen für richtiges Licht sorgte. Da waren kniende Hirten, Schäfchen und die drei Könige aus dem Morgenland in prächtigen Gewändern mit Kronen auf den Häuptern. Der strahlende Stern und musizierende, mit wehenden Stoffbändern bekleidete, rundliche Englein waren auch vorhanden - alles, was eben zu einem "richtigen" Weihnachten so dazugehört.
Ein paar Seiten weiter Schmuck-anhänger in Form eines Kreuzes, zum Teil mit Corpus, in Gold und Silber, mit Diamanten besetzt und für den schmaleren Geldbeutel mit Zirkonia. Neben dem traditionellen Weihnachtsgebäck auch feinste Gänseleberpastete und zarte Schinken mit Gütesiegel und anderes mehr.

Auf den weit über 1000 Seiten dieses Kataloges begegneten mir, eingefangen von geschulten Werbefachleuten, all die Wunschvorstellungen, die Klischees, die in Menschen um Weihnachten so lebendig sind. Wären sie es nicht, so würden jene geschickten und psychologisch geschulten Werbefachleute sie nicht so gekonnt - und werbewirksam - ins Bild setzen. Ich war betroffen. Mir kam der Gedanke: Was haben wir Menschen - Christen - aus Weihnachten gemacht?
Doch zugleich fiel mir ein: Obwohl ich mich auch während meiner - vor 18 Jahren beendeten - Zugehörigkeit zur katholischen Kirche durchaus als Christ fühlte, hatte diese veräußerlichte Weihnacht mit ihren Klischees und Sentimentalitäten auch zu meiner Welt gehört. Obwohl ich Jahr für Jahr die Christmette und jede Woche den Sonntagsgottesdienst besuchte, kam mir die wahre Bedeutung von Weihnachten erst zum Bewußtsein, als ich der Kirche den Rücken gekehrt und mich auf die Suche nach der Wahrheit gemacht hatte.
Der Prophet:
Wie es dir erging, erging und ergeht es wohl vielen, die sich Christen nennen. Weihnachten ist zum Rummel geworden, zum Spektakel der menschlichen Genußsucht und Eitelkeit, dem sich letztlich erst derjenige entziehen kann, der sich mit der Nachfolge Jesu befaßt und innere Werte aufbaut. Erst wenn wir uns bewußt machen, daß Christus in unserem Herzen lebendig ist und wir durch die aktive Umsetzung der Gebote Gottes und der Bergpredigt Jesu unsere Lebensinhalte wandeln, wird sich auch unsere weihnachtliche Bilder- gleich Programmwelt ändern. Wir werden dann auch des Sohnes Gottes gedenken, dessen Geburt als Mensch dem Weihnachtsfest zugrunde liegt.
Höre ich von der Geburt Jesu, dann geht mir das Herz auf. Besonders in der Weihnachtszeit wird mir erneut bewußt, wie der Sohn Gottes den Himmel, die Herrlichkeit, das Sein, den Frieden und nicht zuletzt den ewigen Vater und auch Seinen Thron,

der zur Rechten des Ewigen steht, zurückgelassen hat, um Sich in einen Menschenkörper, in einen Säugling, einzugebären. Er nahm, wie alle Kinder dieser Erde, die irdische, rauhe und kalte Welt an, um darin zu leben. Die Reichen dieser Welt haben warme, mit kostbaren Dingen ausgestattete Wohnräume; ihr Leben verläuft in einer wohlhabenden Gesellschaft, in der zwar einer über den anderen oftmals nicht gerade freundlich denkt und redet, doch Reichtum deckt immer wieder die vielen zwischenmenschlichen Unebenheiten zu, nach der weltlichen Maxime: "Tue du mir nichts, dann tue ich dir auch nichts." In diesem Bewußtsein leben viele Reiche, und sie leben, so weit man von "gut" sprechen kann, recht gut. Man kann sich im Äußeren alles Erdenkliche leisten - man ist "gut situiert". Doch wie war es mit dem Wohlhabenden der Himmel, dem Sohn des Allerhöchsten, der aus dem Inneren Reich kam, in welchem alle Wesen reich sind, weil sie Erben der Unendlichkeit sind, also wahrhaft Wohlhabende? Jesus kam in die Zimmermannsfamilie zu Maria und Josef. Er kam nicht in eine irdisch wohlhabende Familie, aber zu Menschen, die durch ihr gottbewußtes Leben dem Ewigen wohlgefällig waren, der ihnen durch Seinen Engel die Frohbotschaft verheißen ließ. Maria und Josef waren also Gott zugetane Menschen, die in ihrer Seele den Auftrag trugen und ihn auch erfüllten, den Sohn des Allerhöchsten als Mensch in ihre Mitte aufzunehmen. Er kam in ihre Mitte, umschlossen von Hirten, Schafen und von weiteren Tieren, die an der Geburtsstätte zugegen waren, in dem Stall, der das Licht der Himmel beherbergte.

Obwohl ich in meinem irdischen Leben so manche Entbehrungen auf mich nehmen mußte, bin ich dankbar und froh, daß ich im Äußeren nicht reich bin. Besitz, Macht, ein millionenschweres Ansehen würden mich niederdrücken im Angesicht Gottes, der Seinen Sohn in die Niedrigkeit dieser Welt hat eingebären lassen, der Ihn Menschen anvertraut hatte, die nur ein kleines Häuschen besaßen und nicht mehr als das zu essen hatten, was Josef durch seiner Hände Arbeit verdiente.

Der Christusfreund: Wäre Gott für den Reichtum der Reichen, so hätte Er Seinen Sohn in eine reiche Familie eingebären lassen oder Maria und Josef zu Wohlstand verholfen. Gerade Weihnachten symbolisiert mir Gottes Liebe. Gerade Weihnachten zeigt mir, daß ich mit meiner geringen Habe auf dem rechten

Weg bin. Gerade zu Weihnachten spüre ich, daß es einzig darauf ankommt, das zu tun, was uns der Mitregent der Himmel in Jesus gelehrt und vorgelebt hat. Gerade zu Weihnachten fühle ich, daß ich, ein kleines Lichtlein, Ihm, dem großen Licht, nachfolgen darf, indem ich mich immer wieder am großen Licht, am Christus Gottes, entzünde, so daß mein Liebeflämmchen größer wird.
Weihnachten ist für mich nicht mehr das, was mir auf den Advents- oder Weihnachtsmärkten, in den Ladenstraßen der Städte, in den Angeboten der Versandhäuser begegnet - doch die Adventswochen und Weihnachten selbst sind heute für mich eine ganz besondere Zeit.
Zu Weihnachten ist mir, als würden sich in meinem Inneren Schleusen öffnen, Kräfte frei werden, die mir nicht das Jesus-Kindlein nahebringen, sondern den Christus Gottes, der als Jesus zu uns kam, der in die Dunkelheit

dieser Welt eintrat und uns das Licht der Himmel brachte, die Verheißung der Liebe Gottes und die Erlösung für alle Seelen und Menschen.

Antwort des Propheten:
Wie recht du hast! Weihnachten ist eine besondere Zeit. Sie kann die Herzen der Menschen weich machen, dann, wenn diese das Jahr über das vollzogen und angewendet haben, was die harten Krusten der Ichsucht und des Profitdenkens löst, was den Menschen versöhnlicher und friedlicher macht: die Bereinigung des Allzumenschlichen, um in die Nachfolge des Jesus, des Christus, zu treten. Dann ist unsere Seele lichter geworden, denn wir spüren, daß sich das zur Neige gehende irdische Jahr für uns gelohnt hat. Unser Leben verläuft dann mehr und mehr bewußt, weil die Mitte unseres Lebens Christus geworden ist. Wir haben Schritte getan, die uns zu unserem Nächsten führten, um für ihn zu sein. Die positive Kommunikation - mit unseren Mitmenschen, mit Tieren, Pflanzen, Steinen, den Gestirnen, den Elementarkräften, mit allem, was lebt - nimmt zu.

Das bringt ein dankbares Gefühl im Erfülltsein, das inneres Glück bedeutet und uns reich macht, unabhängig davon, wie es mit dem äußeren, materiellen Wohl bestellt ist. Wer den inneren Reichtum erschließt, der erfreut sich auch an den kleinen Dingen des Lebens; er wird lebensbewußt und lebensnah. Er bejaht in allem das Positive, auch dann, wenn er das Negative sieht. Dem Gegensätzlichen wird er keine Kraft verleihen, sondern sich mit dem Positiven verbinden, gleich in Kommunikation treten. Wir sind nun mal auf Erden, um in die Erdenschule zu gehen, das heißt, Tag für Tag unsere Lernschritte zu tun, indem wir die Aspekte unseres Sündhaften erkennen, bereuen und bereinigen, die uns der Tag zustrahlt, so daß wir mit der Hilfe des Christus Gottes und mit Seiner Führung Gott, unserem Vater, näherkommen. Auf diesem Erkenntnis- und Bereinigungsweg werden wir sensibler, aufgeschlossener für unsere Mitmenschen, weil sich unsere Seele immer wieder am Licht des Christus Gottes entzündet.

Blickt man in diese Welt, dann sieht man in all dem katastrophalen, machthungrigen, ausbeuterischen und habgierigen Treiben immer wieder ein Lichtlein, einen Menschen, der sich von diesem Vampirdasein abgekehrt hat und sich Christus zuwandte, der sich eines Besseren besonnen hat, der sein Denken und Leben an den Zehn Geboten Gottes und an den Lehren Jesu mißt. Daß diese Lichter an Zahl zunehmen, daß sie sich zu einem erdumspannenden Lichternetz zusammenfügen, das weitere anzieht, die ihr Herzenslicht durch ein positives, Gott zugewandtes Leben entzünden wollen - darin liegt die Hoffnung für eine bessere, eine wahrhaft christliche Welt, in deren Mitte Christus ist, das Leben in Gott.
Solche Menschen sind sanft, also weichen Herzens, weil sie das Jahr über mit ihren Fehlern und Schwächen, ihrem egoistischen Denken und Verhalten gerungen haben, um mit der Hilfe unseres Erlösers davon frei zu werden. Es sind Menschen, die sich vielfach von dem Brimborium um das Ton-, Wachs- oder Holzfigürlein, welches das Kindlein zu Bethlehem symbolisieren soll, abgewendet haben, um sich dem Auferstandenen zuzuwenden, dessen erlösende Kraft in ihnen - wie in jedem von uns - lebt. Es sind diejenigen, die bei sich selbst die Tempelordnung vornehmen, was besagt, den Tempel Gottes, die Seele und den Leib, von den Sünden zu reinigen, so daß das große Licht - von dem du eben sprachst - im Tempel,

in der Seele und im Körper des Menschen immer mehr auferstehen kann. Diese gottbezogenen Menschen sind es, die um die Allkraft und Allmacht Gottes wissen, die in jedem Menschen wohnt und in allen Lebensformen der Natur. Für sie gilt: Hebe den Stein auf, und du empfindest Gott. Spüre in den Wassertropfen, in das Bächlein, die mächtige Meereswoge hinein, und du erlebst Ihn. Betrachte ein Tierlein, und du nimmst göttliches Leben wahr. Schau eine Blume an, und du schaust das Licht der Himmel. Blicke in das Firmament, betrachte die Gestirne, und es leuchtet dir die Allmacht Gottes entgegen. Nimm deinen Nächsten an, und du erfährst, daß in ihm die Liebe Gottes wohnt.
Für solche Menschen ist das Weihnachtsfest ein großes Danke-Fest für das zur Neige gehende Jahr. Sie leben in der inneren Betrachtung und wissen, daß auch sie Kinder des Allerhöchsten sind, die während ihres Erdendaseins wieder bewußt zum Sohn, zur Tochter Gottes
geistig heranreifen, um in die Ewigkeit, in Gott einzugehen, also zu Dem zurückzukehren, der Seinen Sohn zu uns Menschen sandte, Jesus, den Christus.
In der Weihnachtszeit werden Unsummen ausgegeben, um in den Straßen der Städte, in den Häusern und teilweise auch in den Vorgärten im Äußeren das Licht zu produzieren, das im Inneren vieler Menschen nicht entfaltet ist. Wohl liegt der Funke göttlichen Lichtes, der Gottes- und Erlöserfunke, unauslöschlich in der Tiefe unserer Seele, wohl wird er - besonders zur Weihnachtszeit - in so manchem angerührt. Doch wo das Eis des Herzens nicht während des Jahres zum Schmelzen gebracht wurde, wird aus der sehnsuchtsvollen Empfindung aus dem Seelen- gleich Herzensgrund wenig mehr erblühen können als eine diffuse Wehmut, eine Rührseligkeit - Sentimentalität. Sentimentalität ist daran als solche zu erkennen, daß sie fruchtlos, also ohne Konsequenz für das Denken und Leben des einzelnen bleibt. Rührseligkeit

bedeutet das Herumrühren im Topf unklarer Wehmutsgefühle und uneingestandener Schuld, vermengt mit Selbstmitleid, dem Bedauern, manches versäumt zu haben. Wer sich der Rührseligkeit hingibt, wird davon kaum selig werden, hingegen werden Schuldzuweisungen an die Adresse des Nächsten, Vorwurf, Anklage und nicht selten Aggressionen nicht lange auf sich warten lassen. Mitunter wird zur sogenannten "Heiligen Nacht" viel gestritten; eventuell wartet man noch mit den Auseinandersetzungen, bis die Kleinen zu Bett gegangen sind. Viele ertränken ihre massiven und aggressiven Gemütsbewegungen in Wein und Champagner. "Stille Nacht, heilige Nacht." Am nächsten Tag geht's weiter wie zuvor. Würde so mancher in seine weihnachtlichen sentimentalen Anwandlungen hineinblicken, das Gefühl kommen lassen, so würde er daraus Selbsterkenntnis gewinnen und die Kraft zur Reue für manches Begangene oder schuldhaft Versäumte und könnte so mit der Kraft seines, unseres Erlösers Christus vieles wiedergutmachen und eine Wende in seinem Leben einleiten.


Wie die Sonne eines einzigen Tages nicht einen großen Eisblock in lebendig fließendes Wasser verwandeln kann, so wird auch zur Weihnacht das Herz so manches "Christen" nicht weich werden, der die Energien seiner Tage dazu verwendet hat, seine Mitmenschen weichzukneten oder aus ihnen herauszupressen, was ihnen zu seinem Nutz und Frommen abzugewinnen war. Viele haben längst ihr Gewissen zum Schweigen gebracht, so daß es ihnen nur noch wenig bewußt wird, daß sie das ganze Jahr über ihre Nächsten mißachteten, diese für ihre Zwecke mißbrauchten, ausbeuteten, Besitzansprüche geltend machten, auf sie Druck ausübten, damit diese für sie das tun, was sie selbst nicht tun wollen, die sich mit den Ellbogen auf der Leiter des Erfolgs emporrangelten. Es war und ist das Weichkneten der Mitmenschen durch Verleumdung, Diskriminierung, durch Verbreitung von Unwahrheiten und vieles mehr. Viele Menschen kamen an den Rand des Existenzminimums, Millionen sind arbeitslos.

Jedoch Abertausende sind Millionäre, die ihre Bankkonten weiter auffüllen, auf daß es ihnen wohlergehe auf Erden. Sie alle, Reich und Arm, Ausbeuter, Hetzer, Vergewaltiger, Kindesmißhandler, Bordellbesitzer, Tierquäler, Erpresser und viele mehr nennen sich "Christen"; viele davon sind katholisch und lutherisch. Sie sitzen im Kreise der Familie als traute Familienväter und -mütter um den frischgeschlagenen Tannenbaum, der duftend seine Lebenskraft aushaucht, verzehren "gesittet" den lebend in kochendes Wasser geworfenen Hummer oder die durch Stopfen fettgemästete, jetzt gebratene Gans, singen "Stille Nacht, heilige Nacht", unterdrücken eventuell eine Träne der Wehmut, weil sie, von der Weihnachtsstimmung erfaßt, an ihre Kindheit denken müssen, wo Vater und Mutter ihnen wenigstens zur Weihnachtsstunde ein wenig "heile Welt" ins Wohnzimmer beschert hatten.
Das Weihnachtsfest, das "höchste Fest des Jahres",
ist zur Krönung der Lächerlichmachung des Jesus, des Christus, geworden. Werfen wir nachfolgend einige Schlaglichter auf das Blendwerk Welt, das im Namen des Christseins vollzogen wird. Um die Weihnachtszeit neigt sich das Jahr dem Ende zu. Blicken wir auf das Jahr zurück. Einige Tage nach dem Weihnachtsfest beginnt der Neujahrsrummel, an dem "Christen" einige hundert Millionen für Feuerwerkskörper als Knalleffekte für das beginnende Jahr in die Luft jagen. Wie vielen Menschen könnte mit diesen Millionen geholfen werden - Kindern, die erbärmlich in Waisenhäusern dahinvegetieren, Menschen, die unter Brücken hausen, Kindern in den unterentwickelten Ländern mit dicken Bäuchen, die der quälende Hunger auftreibt. Kinder sterben an der Brust ihrer Mutter, weil diese keine Nahrung hat und der Körper infolgedessen keine Milch entwickelt, um das Kleine zu nähren. Menschen,

die zu Zehntausenden Hungers sterben, Menschen, die in den Elendsvierteln oder Flüchtlingslagern dahinvegetieren, deren Körper von Krankheiten übersät sind, die auf ihren Tod warten müssen, weil ihnen der Christ, der die Nächstenliebe praktizieren soll, nicht die notwendigen Medikamente, oftmals nicht einmal eine Handvoll Reis, eine Handvoll Korn, ein Stück Brot bringt. Der "Christ" jagt es in die Luft. Prosit Neujahr! Der Alkohol strömt, trunken ist so mancher "Christ". Wieder andere stellen ihren wohlgenährten Leib zur Schau und wissen vor Überfluß vielfach nicht mehr, welche kulinarischen Köstlichkeiten sie sich noch einverleiben sollen. Es geht weiter: Dem Prosit Neujahr schließt sich der Karneval an. Rauschende und berauschende Feste in Nachtclubs, in Diskotheken, in wohlgeschmückten Tanzlokalen bieten die Gelegenheit, dem Mann die Frau zu nehmen und der Frau den Mann. Man bietet sich geradezu an. Was ist schon Treue, wenn man Lust hat, die Lüste zu steigern?


Die Wohlhabenden und Reichen in aller Welt finden sich zu Galafesten und Galaabenden zusammen. Wer steht vor der Tür? Ein armer, zerlumpter Junge, der die Hungersnot vieler Menschen symbolisiert, eine junge Frau, mager und verhärmt, die ihr totes Kind an ihrer Brust trägt. Sie verkörpern die Straßen des Elends. Der arme Junge und die magere junge Frau mit ihrem toten Kind symbolisieren die Worte Jesu: "Ich Bin hungrig gewesen, und ihr habt Mich nicht gespeist. Ich Bin durstig gewesen, und ihr habt Mich nicht getränkt. Ich Bin ein Gast gewesen, und ihr habt Mich nicht beherbergt. Ich Bin nackt gewesen, und ihr habt Mich nicht bekleidet. Ich Bin krank und gefangen gewesen, und ihr habt Mich nicht besucht." Da werden sie Ihm auch antworten und sagen: "Herr, wann haben wir Dich gesehen, hungrig oder durstig oder als einen Gast oder nackt oder krank oder gefangen und haben Dir nicht gedient?" Dann wird Er ihnen antworten und sagen:

"Wahrlich, Ich sage euch: Was ihr nicht getan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr Mir auch nicht getan."
Sie alle, die vor den Pforten der Gala-Lokale, vor den Clubs, vor den Nobel-Hotels stehen, versinnbildlichen auch die Herbergssuche von Maria und Josef. Maria, die hochschwangere Frau, und Josef gingen von Haus zu Haus und klopften an die Pforten der Menschen, weil Maria der Niederkunft nahe war. Die Türen blieben verschlossen. Ein Mensch, der selbst kaum ein Zuhause hatte, der selbst kaum Nahrung besaß, gab Maria und Josef Herberge; wir nennen sie den Stall zu Bethlehem. Dort kam Maria nieder, dort lag das Kind in einer Krippe auf Stroh. Heute steht ein Kind in Lumpen, eine junge Frau mit ihrem toten, verhungerten Kindlein vor dem Gala-Lokal. Wo? In London? In Delhi? In Rio? In New York? -
Unter uns, hier und heute. Unter denen, die sich "Christen" nennen. Hört ihr "Christen", vor einigen Wochen schallte es aus demselben Festsaal: "Fröhliche Weihnacht, überall!". Und: "Ihr Kinderlein, kommet, o kommet doch all ..." Jetzt verlassen einige sentimental Angehauchte die Festlichkeit durch die hellerleuchtete Eingangshalle - die Mägen gefüllt mit Wein und köstlichen Speisen, mit Fisch, Truthahn, gespickter Rehkeule, wohl zubereitetem Hasenrücken, also Wildbret für die "Christen"; ein feiner Rinderbraten darf auch nicht fehlen, ein Stück vom Schwein soll es auch sein, ein schöner Hühner-, Enten- oder Gänseschenkel, festlich zubereitet, natürlich in der rechten Tunke. In die Händchen des mageren, zerlumpten Jungen werfen die hohen Gäste einige Groschen. Vor der mageren Frau mit den weit aufgerissenen Augen bleiben sie entsetzt stehen, denn der Anblick des toten Kindes erschreckt sie zutiefst.

Sie schütteln ihr wohlgepflegtes Haupt und meinen: Welch eine Zumutung! Und so etwas vor unserem Club! Entrüstet gehen sie weiter. Ihre aufflackernde Sentimentalität schwindet dahin im sanften Wiegen der Luxuslimousine, die sie in ihr geheiztes Haus, in ihre warme Wohnung bringt, in ihre heile, schöne Welt.
Der Karneval neigt sich dem Ende zu, der Aschermittwoch zieht herauf - Asche auf das geschätzte Haupt. Es heißt: Gedenke Mensch, daß du Staub bist und wieder zu Staub zurückkehren wirst. Doch wer denkt schon über den Staub nach, der er, der Mensch, sein soll? Für so manchen liegt dieser nur auf der Straße. Oder es sind für ihn die Menschen, die arm und elend auf den Straßen dieser Welt liegen oder bettelnd vor den edlen Lokalen stehen. Solange sich der "Staub" in kostbare Gewänder kleiden kann, sind der Staub "die anderen".

Corpus Jesusknäblein in der Krippe am Kreuz Gänseleberpastete die Engelein singen Corpus Karfreitag Ostern Weihnachtsgans Copus auf dem Kreuz die Weihnachtszeit
Nun ist Fastenzeit! O nein, für so manchen - in Bayern - ist nun die Starkbierzeit! Jetzt fließt mehr das Starkbier, weniger der Wein; von irgend etwas muß der "Christ" trunken sein. Draußen vor dem Starkbierzelt steht ein Kind, eine alte Frau mit einem frierenden Kind. In der Hand trägt sie einen Korb und bietet Blümelein an, auch für den bierstarken Mann. Im Kindlein und in der alten Frau steht Jesus vor der Tür.

Wie verhältst du dich, o Christ,
der du ein Weltkind und begütert bist?
Hast du für Christus ein Gespür,
vor einem Bierzelt, einer Gala-Tür?
Im Nächsten ist der Herr zur Stelle,
der Meister ruft: "Hör' zu, Geselle,
ein Kindlein bittet um Brot,
im Gesicht steht einer alten Frau die Not!"
Was tust du, o trunkener Christ?
Dein Gewissen weiß, wer du bist,
doch du verschenkst ein paar Groschen
und schon ist das Mitleid erloschen.


 

 

 


Neigt sich die Fastenzeit und die Starkbierzeit dem Ende zu, dann ist die Osterwoche angesagt. Wochen vor diesen Feiertagen denken viele Christen darüber nach, wo und wie sie die Feiertage verbringen werden. So mancher legt noch ein, zwei oder weitere Urlaubstage dazu, um ins Gebirge zu fahren oder in wärmere Gegenden, ans Meer. Was kümmert viele "Christen" der Karfreitag? So mancher sagt sich: Die Predigt des Pfarrers zum Karfreitag oder zu Ostern ist ohnehin jahrzehntelang die gleiche. Karfreitag heißt für viele Christen: Wir gedenken des Sterbens Jesu am Kreuz. Zu Ostern heißt es: Wir gedenken der Auferstehung Jesu. Man gedenkt also. Hat der Christ in all den zweitausend Jahren schon darüber nachgedacht,
warum trotz der Auferstehung Jesu der tote Mann noch immer am Kreuz hängt - gestern, heute und morgen? Die Gedenktage, Karfreitag und die Ostertage, sind für viele Christen nur Erinnerungen zum Einprägen des Geschehens vor 2000 Jahren, das die Prediger immer wieder auffrischen. Auferstehung heißt: Christus hat den Tod überwunden.
Warum - ich betone: warum, also aus welchem Grund und zu welchem Zweck - macht man Jahr für Jahr Seine Auferstehung gleichsam rückgängig? Als Bild genommen: Warum tötet man Ihn erneut? So foppt man den Gläubigen, der durch das "Vollbracht" des Jesus, des Christus, die Erlösung trägt und den Weg des Freiwerdens von seinen Sünden gehen möchte, indem er Christus, dem Auferstandenen, nachfolgt.

Das ist Hohn und Spott auf Christus, Hohn und Spott auf all jene, die ihr Kreuz aufnehmen, um sich mit der Hilfe des Christus Gottes und dank Seiner Auferstehung von ihrer Sündenlast zu befreien, sich zu erheben und dem Reich des Friedens und der Liebe zuzuwandern. Angesichts des toten Mannes, der noch immer am Kreuz hängt, fragen sich viele: Was hat uns der Tote, der Nazarener, gebracht? Die Welt ist nicht besser geworden. Die vielen gutgemeinten Worte der Pfarrer und Priester machten aus dieser Welt nicht das Paradies. Was soll's also mit dem Karfreitag und mit dem Osterfest? Vielleicht, denkt so mancher, ist das Ganze nur noch für die alten Leute und für all jene, die noch ein wenig Sentimentalität brauchen. Vielleicht in der Art, wie der Philosoph Nietzsche kritisch über einen Gott schrieb, "der uns zur rechten Zeit vom Schnupfen kuriert oder der uns in einem Augenblick in die Kutsche steigen läßt,
wo gerade ein großer Regen losbricht", gerade so, wie es sich der Mensch eben nach seinem Gefühl wünscht. Andere haben sich ganz vom Glauben verabschiedet und halten es insgeheim so wie Nietzsche selbst, für den die Kirchen nichts anderes mehr sind als "die Grüfte und Grabmäler Gottes". Und wie zum Zeichen, daß der Philosoph recht haben könnte, hängt darin auch reglos ein toter Mann am Kreuz, während - so Nietzsche - ein "Kanzelrabe" dort seinen Dienst tut. So mancher Christ geht in seiner Distanz nicht so weit wie der Philosoph, doch er mißt den Pfarrerworten ebenfalls keine große Bedeutung bei. Aber wenigstens den Schein will er noch wahren. Um nicht ganz und gar gewissenlos zu erscheinen, macht er den Karfreitags- und Osterbrauch gerade noch am Rande mit. Am Karfreitag, einem Fastentag, ißt man Fisch. Natürlich soll es ein frischer Karpfen, eine frisch

geschlachtete Forelle oder ein Kabeljau sein. Gestern noch spazierte man am Bach entlang und erfreute sich an den lustigen Sprüngen der Forelle, an den anmutigen Bewegungen ihrer Artgenossen. Morgen liegen diese eventuell schon als Kadaver, geschmackvoll zubereitet, auf dem Mittagstisch. Unbekümmert um die Forelle mit ihrem jetzt starren Blick, wird das "Mahl" gehalten. Man denkt nicht mehr daran, daß es gestern noch diese Fische waren, die munter und lebensfroh im Wasser schwammen und sich ihres Daseins erfreuten. Für den Tier-Kannibalen Mensch ist alles recht, ob Forelle oder Hecht. Wichtig für ihn ist der Genuß ohne Verdruß, vermutlich auch dann, wenn ein Mensch wie ich ihm ins Gewissen spricht. Viele sind der Ansicht, der Mensch sei zum Tier geworden. Bitte nicht das Tier beleidigen! Es ist oftmals um vieles edler und feinfühliger als der grobschlächtige, kannibalische Mensch.
Was sich die oberen Zehntausend leisten, einschließlich der kirchlichen Obrigkeiten, das will der Steuer- gleich Kirchensteuerzahler auch. Gerade die kirchlichen Obrigkeiten - so glaubt der Nachahmer - müßten es wissen, und er macht jedes Brauchtum mit, ob es heidnisch oder kannibalisch ist. Er, der einfache Christ, mordet und schlachtet ja nicht selbst. Er läßt die blutige Arbeit andere verrichten. Gestern sah der christliche Spaziergänger ein Lämmchen auf der Weide tollen, das Häschen auf der Wiese hüpfen, das Rehlein schnell in das Gebüsch schlüpfen. Er erfreute sich am Leben der Tiere, an ihrer Schönheit, ihrer Anmut und an ihrer Lebensfreude. Morgen, am Ostersonntag, verspeist der Kirchenchrist die Lammkeule, den gebeizten Hasen oder den gespickten Rehrücken. Der Bauer, ebenfalls ein Christ, hat das kleine Lamm erschlagen. Der Jäger - wiederum ein

Christ - hat den lustigen Hasen und das anmutige Reh gejagt und erlegt. Was soll's? Von irgendetwas soll man sich doch ernähren! Lamm, Hase und Reh wandern zerstückelt, gut gewürzt, gekonnt gespickt in die Bratenpfanne und dann auf den Tisch der kirchlichen Würdenträger und der nachahmenden Kirchenchristen. Den Übernächsten, die wir Schweine nennen, geht es nicht besser. Gestern war das Ferkel noch munter und vergnügt, heute ist es geschlachtet und zerlegt. Stücke seines toten Leibes werden vom Metzger geräuchert, also genußfertig gemacht und zum Kauf angeboten.

So mancher Kirchenchrist, der weiß, was sich schickt, wickelt den geräucherten Schinken in ein feines und sauberes Tuch ein, um ihn dann im Korb in die Kirche zum Priester zu tragen. Dieser legt den Segen über die "Naturgaben". Nun ist der Schinken gesegnet und zum Verzehr bereit; gesegnet

sei - durch den geweihten Schinken - der tier-kannibalische Leib. Am Rande war man doch noch "Christ". Das christliche Gewissen, das sich weniger an den Zehn Geboten und der Lehre Jesu orientiert als am Vorbild der Theologen, ist flexibel. Am Karfreitag gab es schließlich Fisch, an Ostern - ganz nach traditionell-österlicher Art - gibt es am Sonntagmorgen ein Stück geweihten Schinken, zu Mittag den gespickten Reh- oder Hasenrücken oder ein Stück gebratenes Rind oder eine Lammkeule, denn "schließlich hat auch Jesus Lammfleisch gegessen". Wer noch die Kirche besucht, wird beim Ostersonntagsgottesdienst mit fester und sicherer Stimme das bekannte Auferstehungslied singen: "Jesus lebt, mit Ihm auch ich. Tod, wo sind da deine Schrecken?" Der Christus Gottes ist wahrlich auferstanden. Sein Geist lebt in uns - doch leben wir

in Ihm und mit Ihm? Tut der Christ, was Jesus lehrte und vorlebte? Oder wurden viele Menschen gleichsam zu Schreckensgespenstern für die Tiere des Waldes, des Feldes, der Luft, der Gewässer und der Ställe? Wurden nicht viele zu Schreckensgespenstern für die gesamte Natur? Der "Christ" fällt die Bäume, einerlei, ob es Frühling, Sommer, Herbst oder Winter ist, ähnlich wie er die Tiere malträtiert, schlägt und tötet. Christen wurden zu Schlächtern und Metzgern der Naturreiche. Tiere nehmen Reißaus vor dem ungezügelten Tier-Kannibalen Mensch. Viele Christen nehmen dies alles als selbstverständlich hin - fühlen sie sich doch als die Herren der Erde und der Gesellschaft. Welcher Gesellschaft? Einer Gesellschaft von Schlächtern, Dieben, Mördern, Erpressern, Räubern, Betrügern, Gewalttätern, Lügnern,
Verleumdern, Diskriminierern, Ehebrechern, Kinderschändern, Gewalttätern in der Natur, Tierquälern, Pflanzen- und Mineralienschändern und, und, und - also von Zerstörern des ganzen Planeten Erde.
So mancher wird nun empört den Einwand bringen: "Aber nicht ich!" Er muß sich entgegenhalten lassen: "Beweise es!" Wie verhältst du dich mit deinen Worten und Taten gegenüber deinen Mitmenschen, geschweige denn erst in deinen Gedanken? Wie sprichst du über deine Mitmenschen? Was sind deine Taten und Werke? Wie groß ist deine Gottes- und Nächstenliebe? Wohl dem, der aus ganzem Herzen Gutes fühlt, Gutes wünscht, das Gute will, gut denkt und sich auch danach verhält. Er wird ein gutes und ruhiges Gewissen, also ein von Frieden erfülltes Herz haben.

Der Christusfreund:
Halt, jetzt reicht mir's! Ich hatte letztlich immer noch ein so schönes Bild vom Weihnachtsfest. Bin ich verrückt gewesen, daß ich als Kirchenchrist so etwas mitgemacht habe! Ich schäme mich, daß ich überhaupt Christ bin, denn bei dem, was du dargelegt hast, habe ich mich etliche Male an die eigene Brust klopfen müssen. Aber Jesus hat zum Passahfest auch ein Stück Lamm gegessen. Und außerdem hat Er doch auch Fische vermehrt. Hat Er uns damit nicht gezeigt, daß wir - zumindest hin und wieder - Fleisch essen können?

Antwort des Propheten:
In "Das ist Mein Wort. Alpha und Omega. Das Evangelium Jesu. Die Christus-Offenbarung, welche die Welt nicht kennt" erläutert Christus dazu folgendes:

"Weder von den Aposteln noch von den Jüngern wurde angeordnet, ein Lamm zu schlachten. Doch sowohl Mir als auch den Aposteln und Jüngern wurden Teile eines zubereiteten Lammes als Gabe der Liebe gereicht. Unsere Nächsten wollten uns damit beschenken, da sie es nicht besser wußten. Ich segnete die Gabe und begann, das Fleisch zu Mir zu nehmen. Meine Apostel und Jünger taten es Mir gleich. Anschließend stellten sie Mir sinngemäß die Frage: Wir sollen doch vom Fleischverzehr Abstand nehmen. So hast du uns befohlen. Nun hast Du selbst Fleisch verzehrt.
Ich unterwies die Meinen: Der Mensch soll kein Tier mutwillig töten und auch nicht das Fleisch von Tieren verzehren, die zum Fleischverzehr getötet wurden. Doch wenn Menschen, die noch unwissend sind, Fleisch als Nahrung


zubereitet haben und es dem Gast zum Geschenk machen und ihm zum Gastmahl reichen, dann sollte der Gast die Gabe nicht ablehnen. Denn es ist ein Unterschied, ob der Mensch aus Gier nach Fleisch dieses verzehrt oder als Dank an den Gastgeber für seine Mühe.
Der Wissende sollte jedoch, wenn es ihm möglich ist und es die äußeren Umstände und die Zeit erlauben, dem Gastgeber allgemeine Hinweise geben, ihn jedoch nicht eines Besseren belehren wollen. Wenn die Zeit reif ist, wird auch der Gastgeber diese allgemeinen Hinweise verstehen.
Zur selbstlosen Liebe gehören in dieser Welt auch Verständnis und Toleranz. Laßt jedem Menschen den freien Willen, ob er eure allgemeinen Hinweise verstehen und annehmen möchte oder nicht. Wenn ihr allezeit selbstlos denkt, sprecht und handelt, dann bleibt ihr in der Liebe, und die Liebe wird euch segnen. Was euch dann als Gabe der Liebe gereicht wird, ist gesegnet."


"Mit der Brot-, Frucht und auch Fischvermehrung zeigte Ich ihnen, daß kein Mensch hungern und darben muß, wenn er Gottes Gesetze erfüllt.
Im sogenannten Wunder der Vermehrung wurde offenbar, daß der Mensch in der Fülle leben könnte, wenn er Gottes Willen erfüllte; denn das universelle Gesetz ist unerschöpflich für Geistwesen und für die Seelen und Menschen, welche den Willen Meines Vaters tun, der auch ihr Vater ist.
Meine Jünger brachten Mir Brote und Trauben zur Vermehrung. An diesem Tage wurden Mir auch tote Fische zur Vermehrung gereicht. Als Ich diese tote Substanz in Meine Hände nahm, klärte Ich die Menschen auf, daß aus ihr das Kräftepotential des Vaters, die hohe Lebenskraft, weitgehend gewichen war und Ich nicht lebende Fische schaffe, damit sie wieder getötet werden.


Ich klärte die Menschen auf, daß das Leben in allen Lebensformen ist und der Mensch diese nicht mutwillig töten soll. Die Menschen, insbesondere die Kinder, schauten Mich traurig an. Sie konnten Mich nicht verstehen, denn sie lebten zum größten Teil von Fisch, Brot und wenig anderem. Da sprach Ich sinngemäß zu ihnen: Die Energien der Erde halten die toten Fische noch zusammen. So werde Ich euch aus des Vaters Geist keine lebenden Fische schenken, sondern aus der Energie der Erde euch Fische, die tot, also schwingungsarm, sind, erschaffen. Sie werden nie Leben tragen und können nicht getötet werden. Ich will euch zeigen, wie Lebendiges - Brot und Früchte - schmeckt, und im Vergleich dazu tote Nahrung.
Und Ich schuf für sie Fische aus den Energien der Erde, die wenig Geistsubstanz trugen. Ich gab ihnen die toten Fische und gebot ihnen, zugleich auch Brot und Früchte zu essen, damit sie den Unterschied erkennen zwischen lebender und toter Nahrung, zwischen hochschwingender und niedrigschwingender Kost."
Viele Mitmenschen werden über meine drastischen Ausführungen über viele Christen empört sein, doch ist es nicht so, wie ich in dieser Schrift dargelegt habe? Von dem Vorwurf des gleichsam tier-kannibalischen Verhaltens vieler Christen will ich mich nicht ausschließen, denn auch ich war Katholikin und erlebte Ähnliches in meinem Elternhaus. Die ganze Familie, einschließlich der Verwandtschaft, war katholisch.

Jeder hatte, ohne darüber nachzudenken, was Jesus wollte, das getan, was kirchliche Obrigkeiten predigten und lebten. Man wußte um die Gebote Gottes, in denen es heißt: Du sollst nicht töten. Doch der Kirchenchrist glaubt, das gelte ausschließlich für Menschen und nicht auch für die Tiere und die weiteren Lebensformen der Natur.
Erst, als mir das Licht aufging, was mit der Lehre Jesu gemacht, wie sie verbogen wurde und wofür Jesus, der Christus, herhalten mußte und muß, das, was die kirchlichen Obrigkeiten für angenehm und lustvoll hielten und halten, machte ich auf dem Absatz kehrt und ließ hinter mir, was ich bisher als normal angesehen hatte. Wir alle, auch ich, müssen uns selbst den Vorwurf machen: Warum denken wir nicht über den Kannibalismus gegenüber den Tieren nach?
Warum fühlen wir nicht, daß auch in der Natur das Leben Gottes ist, weil sie Gottes Schöpfung ist? Wenn wir hören "Macht euch die Erde untertan", so bedeutet das nicht "Beutet sie aus", sondern: Dient der Erde, auf daß sie euch um ein Vielfaches mehr zu dienen vermag. Was geschieht jedoch alles auf und in der Erde? Rücksichtslos sind viele Christen gegenüber den Schöpfergaben und somit gegen den Schöpfer. Jesus hat ein ganz anderes Bild von Seiner Nachfolge gezeichnet. Seine Worte: Folget Mir nach - also dem Jesus, dem Christus - besagen: Werdet sanftmütig und demütig von Herzen, und liebt einander, so wie Ich euch als Jesus geliebt habe und als Christus liebe. Dazu gehört auch die Mutter Erde und alles, was in und auf ihr lebt, in und auf den Meeren und in den Lüften.

Nachdem kirchliche Obrigkeiten aus dem Gebot "Du sollst nicht töten" vor wenigen Jahren "Du sollst nicht morden" gemacht haben, ist das Töten in sogenannter Notwehr und im "gerechten Krieg" angeblich erlaubt. Doch Gott hat uns den Verstand gegeben, damit wir ihn gebrauchen. Ist es der gerechte Krieg, wenn in Irland ein katholischer Heckenschütze einen patrouillierenden evangelischen Soldaten tötet? Es gemahnt an Schizophrenie, wenn die katholische Kirche die Abtreibung eines Embryos verbietet - wohlgemerkt, wir Urchristen sind ebenfalls gegen Abtreibung -, andererseits jedoch das Töten bei Notwehr und im "gerechten" Krieg erlaubt. Man denke einmal den konkreten Fall durch: Zunächst wird der Embryo geschützt, das Kind also geboren und eventuell katholisch getauft. Später wird der Erwachsene evangelisch und ist nun ein patrouillierender evangelischer Soldat. Er wird vom katholischen Heckenschützen erschossen, weil dieser - ebenso wie sein evangelischer Gegner - glaubt, im "gerechten" Krieg zu stehen.
Übrigens: Wer bestimmt eigentlich, was ein "gerechter" Krieg ist, wo doch Jesus von der Feindesliebe gesprochen hat? So grausam, wie Menschen untereinander sind, handeln sie auch gegen Tiere, Pflanzen und Mineralien.
Dann soll zu Pfingsten die Kraft des Heiligen Geistes auf die "Christen" herabkommen ...

Der Christusfreund:
Und dieser soll aber nur noch indirekt und mittelbar über die Prediger wie Bischöfe, Pfarrer und Priester sprechen. Denn diese haben für Ihn, den großen Geist, das freie Reden des Christus Gottes nicht vorgesehen. Laut II. Vatikanischem Konzil (1965) heißt es: "Erfüllt und vollendet hat sich die Offenbarung und das Heilswerk Gottes in Jesus Christus. In ihm ist in der Zeit die Offenbarung abgeschlossen." "Daher ist die christliche Heilsordnung, nämlich der neue und endgültige Bund, unüberholbar, und es ist keine neue öffentliche Offenbarung mehr zu erwarten vor der Erscheinung unseres Herrn Jesus Christus in Herrlichkeit."


Antwort des Propheten:
Du glaubst doch nicht, daß sich Gott nach kirchlichen Obrigkeiten richtet und erst 1965 Jahre nach Jesus solches verkündet haben soll? Er beachtet den freien Willen - gleichsam den Eigenwillen der kirchlichen Obrigkeiten. Deshalb spricht Er nicht mehr in ihren Kirchen, auch wenn die Altäre noch so sehr goldverbrämt sind und die sogenannten Vertreter Gottes in Purpur glänzen. Jesus lag weder in einer Wiege aus Gold, noch trug Er Purpur. Das will uns etwas sagen - aber nur dem, der denkt.
Der Heilige Geist, der Geist des Christus Gottes, ist in jedem von uns. Im Urgrund unserer Seele pocht das große Leben und ruft uns, wieder Söhne und Töchter der Himmel zu werden, also Wesen des Lichts aus Seinem Licht.
Der Heilige Geist pocht und ruft uns, Seine Gebote zu halten und Jesus, dem Christus, nachzufolgen, der die Liebe des Vaters nicht nur verkündete, sondern selbst Offenbarung der Liebe Gottes war. Jesus liebte die Menschen und sprach immer wieder von der Gottes- und Nächstenliebe. Jesus liebte die Tiere, die Pflanzen, ja jeden Stein. Die Natur war für Ihn der große Garten Gottes, in dem Er lebte, den Er schätzte, den Er mit Seinen Gefühlen und Gedanken pflegte und die Tiere soweit umsorgte, wie es Ihm möglich war.
In "Das ist Mein Wort. Alpha und Omega. Das Evangelium Jesu. Die Christus-Offenbarung, welche die Welt nicht kennt" steht dazu:
"Es geschah, daß der Herr aus der Stadt zog und mit Seinen Jüngern über das Gebirge ging.

 


Und da kamen sie an einen Berg mit sehr steilen Wegen. Dort begegneten sie einem Mann mit einem Lasttier.
Das Pferd aber war zusammengebrochen, denn es war überlastet. Der Mann schlug es, bis das Blut floß. Und Jesus trat zu ihm hin und sprach: 'Du Sohn der Grausamkeit, warum schlägst du dein Tier? Siehst du denn nicht, daß es für seine Last viel zu schwach ist, und weißt du nicht, daß es leidet?'
Der Mann aber erwiderte: 'Was hast Du damit zu schaffen? Ich kann mein Tier schlagen, so viel es mir gefällt; denn es gehört mir, und ich kaufte es für eine schöne Summe Geldes. Frage die, die bei Dir sind, sie sind aus meiner Nachbarschaft und wissen es. Und einige von den Jüngern antworteten und sagten: 'Ja, Herr, es ist so, wie er sagt, wir waren dabei,

als er das Pferd kaufte.' Und der Herr erwiderte: 'Sehet ihr denn nicht, wie es blutet, und höret ihr nicht, wie es stöhnt und jammert?' Sie aber antworteten und sagten: 'Nein, Herr, wir hören nicht, daß es stöhnt und jammert!' ..."
"Selbst wenn der Mensch ein Tier erworben hat, so ist es trotzdem nicht sein Eigentum. So, wie der geistige Leib, die Seele im Menschen, zum ewigen Sein gehört, weil der Ewige den geistigen Leib geschaffen hat und das Geistwesen durch den Ewigen im ewigen Sein lebt, so wurde auch das Tier vom ewigen Schöpfergeist geschaffen und gehört zu dem Leben, das ist und ewig währt - zu Gott.
Die ganze Unendlichkeit ist dienende Liebe, dienendes Leben: Auch der Mensch ist von Mir, Christus, gerufen, seinem


Nächsten in selbstloser Weise zu dienen. Dazu gehört auch der Übernächste, das Tier. Denn auch das Tier ist mit den Gaben selbstlosen Dienens ausgestattet und dient gern und bereitwillig dem Menschen, der es liebt.
Wenn der Mensch seine Nächsten, seine Mitmenschen also, nicht selbstlos liebt, wird er ihnen auch nicht selbstlos dienen. Seine Selbstsucht überträgt er dann ebenfalls auf die Tier-, Pflanzen- und Mineralwelt.
Das Tier kann nicht reden. Still leidet und duldet es und kann kaum seinen Schmerz und sein Weh mitteilen. Nur der vernimmt, was das Tier an Schmerz und Pein erduldet, der Menschen, Tiere, Pflanzen und Steine selbstlos liebt. Der Ichbezogene, der Herrenmensch, erwartet, daß seine Mitmenschen ihm dienen. Er verlangt auch vom Tier, daß es über seine

Möglichkeiten und Kräfte hinaus ihm dient. Er selbst bestimmt - und dient nicht. Deshalb fügt er Menschen und Tieren unsagbare Qualen zu. Wenn der Mensch seine Mitmenschen zu seinen Abhängigen - gleichsam zu Sklaven - macht, dann wird er auch die Tiere unterjochen. Wer nicht mehr auf sein Gewissen hört, der wird hartherzig gegenüber Mensch und Tier. Er sieht nur noch auf seine Belange, auf seinen Eigennutz. Er nimmt sich selbst sehr wichtig und vergißt dabei, daß seine Nächsten und Übernächsten, die Tiere, unter seiner ichbezogenen Herrschaft zu leiden haben. Er spürt dann auch nicht mehr, was sein Nächster und das Tier benötigen. Wenn die Sinne des Menschen verroht sind, dann ist der ganze Mensch gefühlsarm. Um so empfindlicher reagiert er jedoch, wenn sein eigenes Ich angesprochen und sein Tun in Frage gestellt wird.

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  • Die Stellung der Frau in der Gemeinde (Nr. 3)
  • Der Aufbau des göttlichen Werkes und die Tat - die Betriebswirtschaft nach der Bergpredigt -, vom Geiste des Christus Gottes empfangen (Nr. 4)
  • Verfolgung wegen Nachfolge Jesu. Das Glaubensbekenntnis der Urchristen im Universellen Leben (Nr. 5)
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  • Das Leben der "Christen" im Jahreslauf (Nr. 7)
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