Sie sind hier: Startseite > Nachrichten

Offener Brief an Papst Johannes Paul II



 

An
Papst Johannes Paul II.
Palazzo Apostolico Vaticano

13. Februar 2003

V-00120 Città del Vaticano
Per Boten
Per E-Mail: vatio 23@genaff-segstat.va
Per Telefax: 0039-06/69 88-32 95

 


Werter Bruder Karol Wojtyla,

angesichts der wachsenden Gefahr eines furchtbaren Krieges riefen Sie zum Frieden auf und empfingen Diplomaten und Politiker aus aller Welt, um mit ihnen zu erörtern, wie man das bevorstehende Unheil noch abwenden könnte.

Ihre Gesprächspartner denken und reden in den Kategorien dieser Welt, die am Abgrund steht; und auch Sie selbst haben sich dieser Welt in mancher Hinsicht angepasst, gerade auch in Sachen Krieg. Immer noch wird von Seiten der Kirche betont, Friedfertigkeit nicht mit Pazifismus zu verwechseln. Offensichtlich betrachtet Ihre Institution auch in diesem Punkt die Lehre des Nazareners als Utopie.

Dies veranlasst die Urchristen im Universellen Leben, an Sie heranzutreten und Sie um eine Unterredung zu bitten. Wir sind eine weltweite Bewegung und auch in Italien als die Urchristen von heute vielen Menschen bekannt und haben in der Öffentlichkeit wiederholte Male darüber berichtet, dass in unserer Mitte eine Prophetin lebt, durch die Gott erneut zu den Menschen spricht. Vor Jahren hat Ihnen Christus durch sie eine Botschaft übermittelt und Ihnen geraten, Seine Botschafterin zu empfangen. Der Vatikan nahm diesen Brief entgegen und schwieg.

Nun wenden sich die Urchristen durch einen einfachen Vertreter der Gemeinschaft erneut an Sie, um nachfolgende Fragen mit Ihnen zu erörtern:

1. Wenn Ihre Kirche gegen einen Präventivkrieg ist, wie Sie erklären: Warum nehmen Sie dann nicht endlich Abschied von Ihrer Lehre vom gerechten Krieg? Nach der Lehre Jesu ist jeder Krieg Brudermord. Jesus sagte:

"Wer zum Schwert greift, kommt durch das Schwert um."

Die kirchliche Lehre vom gerechten Krieg schließt nach einer Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz aus dem Jahr 2000 die Abschreckung mit Massenvernichtungswaffen ausdrücklich ein. Also nehmen Sie Brudermord billigend in Kauf. Die umfangreichen Atomwaffenarsenale der Großmächte werden von Kirchenvertretern für ethisch vertretbar gehalten. Ist das die Lehre Jesu? Wie wollen Sie glaubhaft für den Frieden sein, solange Sie eine solche Ethik vertreten? Jesus hatte andere ethische Grundsätze.

Warum setzen Sie sich nicht eindeutig gegen jede Waffenproduktion und jeden Waffenhandel ein? Waffen dienen dem Töten. Töten und Krieg ist Brudermord. Gott sprach in Seinen Geboten:

"Du sollst nicht töten."

2. Die Gewalttätigkeit der Menschheit, die in Kriegen ausbricht, ist die Folge vorausgegangenen gewalttätigen Denkens und Handelns. Sie, werter Bruder Wojtyla, haben erkannt, dass Ihre Kirche jahrhundertelang Gewalttätigkeit, Töten und Morden in Kreuzzügen und Inquisitionsprozessen praktiziert hat. Deshalb kam es vor drei Jahren zu Ihrem "Mea culpa". Doch Sie schoben dabei die Schuld auf die verirrten Söhne und Töchter Ihrer Kirche und legten kein Schuldbekenntnis für Ihre Institution selbst ab. Wer hat die Söhne und Töchter Ihrer Kirche zu dieser Inquisitionsbrutalität veranlasst? Wer waren die Inquisitoren, die Veranlasser dieses blutigen Gemetzels?

Müssten Sie sich nicht auch, wenn Sie sich auf Jesus, den Christus, berufen wollen, mit den Nachkommen der Ureinwohner Lateinamerikas dadurch versöhnen, dass Sie das kirchliche Diebesgut zurückgeben und gegenüber den Nachkommen der Ermordeten und Gefolterten Wiedergutmachung leisten? Ungesühnte Verbrechen wirken in Menschen und Seelen über Generationen hinweg als negative Energien fort und sind die Saat zu neuer Gewalt. Jesus spricht auch hier anders als die Kirche. Er sagte:

"Wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst und dort kommt dir in den Sinn, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass dort vor dem Altar deine Gabe und gehe zuerst hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und dann komm und opfere deine Gabe."

3. Wer vom Frieden spricht, muss stets auch Hunger und Not als Ursache weltweiter Gewalt im Auge haben. Deshalb fragen wir Sie: Wäre es nicht an der Zeit, dass die Kirche ihre unermesslichen Reichtümer den Armen dieser Welt zur Verfügung stellt? Sie lassen unter Ihren Gläubigen sammeln, unter Menschen, die selbst immer ärmer werden. Warum verkaufen Sie nicht Ihre Aktienpakete und Immobilien? Sie würden Milliarden dafür erhalten, mit denen Sie das Elend dieser Welt lindern könnten.

Warum verlangt Ihre Kirche zum Beispiel in Deutschland vom Staat jährlich Subventionen in Milliardenhöhe? Warum veranlassen Sie nicht den Staat, das Geld dem Mittelstand und den Armen zukommen zu lassen? Will Ihre Institution immer noch reicher werden? Warum halten Sie sich nicht an die Lehre des Jesus, des Christus? Er sagte bekanntlich in Seinem Gespräch mit dem reichen Jüngling:

"Ein Reicher wird schwer ins Himmelreich kommen... Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher ins Reich Gottes komme."

Verwerfen Sie damit nicht auch die Bergpredigt Jesu als Utopie, wo doch gerade die Bergpredigt die Menschen zur Gleichheit, zum Frieden und zum Wohlergehen aller führt? Für uns Urchristen ist es verständlich, dass Sie als milliardenschwere Kirche nicht durch das Nadelöhr kommen und deshalb auch die Bergpredigt ablehnen, weil diese Lehre Gleichheit, Freiheit, Einheit, Brüderlichkeit und Gerechtigkeit lehrt.

Warum lassen Sie Kirchen und Dome mit staatlichen Geldern errichten und restaurieren, wo auf der anderen Seite Menschen in Armut und Hunger leben? Bereits der Prophet Jesaja wies darauf hin, dass Gott nicht in Steinhäusern lebt. Und der von Ihrer Kirche heiliggesprochene Märtyrer Stephanus wiederholte die Aussage des Propheten – und wurde daraufhin auf Geheiß der damaligen Priesterschaft gesteinigt.

4. Warum verkörpert ihre Kirche das Heidentum und nicht die Lehre des Jesus, des Christus? Das Heidentum war und ist kriegerisch. Es vermittelt Angst und Unfreiheit. Vieles, was in ihren Ritualen und Dogmen eine Rolle spielt, stammt aus heidnischen Mysterienkulten. Wie wollen Sie die katholische Mutter-Gottes-Verehrung, die an die ägyptische Göttin Isis erinnert, mit Jesus von Nazareth in Einklang bringen? Wie den Reliquienkult, der aus dem alten Ägypten stammt? Wie die Dogmen über die Heiligmäßigkeit der Kirche, die Erhöhung der Mutter Jesu zur "Gottesgebärerin" und die ewige Verdammnis – Lehren, die auf den Konzilien von Konstantinopel, Ephesus und Chalcedon nicht etwa vom Heiligen Geist inspiriert, sondern von römischen Kaisern initiiert wurden? Auch die Ablasspforte, durch die Sie ihre Gläubigen im Jahr 2000 schreiten ließen, ist ein heidnischer Brauch aus dem alten Rom und knüpft an das "Janus-Tor" an, das die römischen Kaiser bei Krieg öffneten und bei Frieden schlossen. Was würde wohl Jesus zu dem heidnischen Ablassrummel sagen, der unter Ihrem Pontifikat wieder auflebte? Was würde Er wohl von der Heiligenverehrung mit Statuen und Prozessionen halten, die in vieler Hinsicht an den altbabylonischen Götzen- und Dämonenglauben erinnert. Selbst die Tiara des Papstes, die Mitra der Bischöfe und die Messgewänder des Klerus sind der Garderobe antiker Mysterienkulte entnommen.

Wäre es nicht besser, der Papst und seine Kardinäle und Bischöfe würden ihre prunkvollen Gewänder ablegen? Wirken sie in Zeiten der Not und verglichen mit der Schlichtheit des Nazareners und Seiner Apostel nicht eher peinlich?

5. Nicht nur mit Prunkgewändern hatte Jesus von Nazareth nichts zu tun. Auch prunkvolle Titel waren Ihm fremd. Sie wissen genauso gut wie wir, dass Er ausdrücklich sagte:

"Ihr sollt euch nicht Rabbi nennen lassen, denn Einer ist euer Meister, ihr aber alle seid Brüder."

"Und ihr sollt niemand euren Vater heißen auf Erden, denn Einer ist euer Vater, Der im Himmel ist. Und nur Er ist heilig."

Können Sie sich vorstellen, werter Bruder, dass Jesus von Nazareth damit einverstanden wäre, dass Sie sich "Heiliger Vater" nennen lassen? Solange Sie an Ihren Hierarchien und Ihrem Obrigkeitsdenken festhalten, handeln Sie nicht im Geiste des Jesus, des Christus, des Lehrers der Brüderlichkeit. Solange sind Ihre Friedensaufrufe kraftlos. Angesichts der Kirchenlehre zum gerechten Krieg einschließlich der Androhung von Massenvernichtungswaffen und angesichts der unbewältigten blutigen Vergangenheit Ihrer Institution wirken kirchliche Friedensappelle eher wie Hohn und Spott auf den großen Lehrer der Gottes- und Nächstenliebe.

6. Wie erklären Sie sich, dass die Priester zu allen Zeiten die Gegner der Propheten Gottes waren und die meisten davon umbringen ließen - die Gottesboten des Alten Testaments, dann Jesus von Nazareth und später die Vertreter des Inneren Christentums, wie beispielsweise die Katharer oder Mystiker wie Savonarola?

7. Wir Urchristen sind nicht gegen den Katholizismus und auch nicht gegen den Protestantismus. Jeder kann denken und leben, wie es ihm beliebt. Doch, darf man sich, so fragen wir, mit dem christlichen Namen schmücken, wenn man in den vorgenannten Punkten die Grundsätze des großen Lehrers, des Jesus, des Christus, missachtet?

Das sind nur einige Fragen und Klarstellungen, die die Urchristen von heute mit Ihnen erörtern möchten. Wir hoffen, dass Sie dieser Brief erreicht, damit Sie selbst entscheiden können, ob Sie bereit sind, mit uns darüber zu reden. Die Gerechtigkeit des Jesus, des Christus, lehrt uns: Wer sein Versprechen Gott gegenüber nicht hält, ist nichts wert – das gilt für Sie ebenso wie für uns. Sollten Sie die Fragen und Klarstellungen, die aus urchristlichem Geist stammen, ignorieren, werden Sie anderweitig darüber Rechenschaft geben müssen. Das gilt auch für jene, die dafür zu-ständig sind, dass Ihnen dieses Schreiben vorgelegt wird.

Unsere Fragen und Klarstellungen sind für viele Menschen von Interesse. Deshalb wollen wir dieses Schreiben als offenen Brief verstanden wissen. Die Gemeinschaft der Urchristen im Universellen Leben würde sich freuen, wenn Sie, werter Bruder Karol Wojtyla, zu einem Gespräch bereit wären.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Sailer

 

Zurück zur Nachrichten-Übersicht

 

© 2007 Universelles Leben e.V. • E-Mail: info@universelles-leben.orgImpressum