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An 8. April 2003
V-00120 Città del Vaticano
in einem Brief vom 13.2.2003 haben Ihnen die Urchristen im Universellen Leben einige kritische Fragen zu Ihren Friedensappellen gestellt, über die wir gerne mit Ihnen gesprochen hätten.
Zwischenzeitlich stellte sich heraus, wie begründet unsere Zweifel an der Ehrlichkeit Ihrer Friedensappelle sind: Wie Sie sicherlich wissen, hat am 26. März 2003 der US-Militär-Erzbischof Edwin O'Brien, Washington, allen amerikanischen Militärgeistlichen eine Botschaft übermittelt, in der er den Angriffskrieg seines Landes ausdrücklich billigt. Unter anderem schreibt er: "Die Bewunderung, die die Mitglieder unseres Militärs heute genießen, ist selten höher gewesen, und das zu Recht. Es ist bedauerlich, dass es erst einer solchen Situation bedarf, um seitens unserer Landsleute den Stolz und die Wertschätzung für unser Militär sichtbar werden zu lassen. Die professionellen Werte, die unser Militär führen, sind von höchster Qualität."
Wir dürfen Sie höflich bitten uns mitzuteilen, ob der Militär-Erzbischof Ihr Ruder in die Hand genommen hat. Sie haben Ihrem Vertreter in Washington seine Verherrlichung eines blutigen Krieges nicht untersagt. Daraus müssen wir schließen, dass Sie seiner Meinung sind. Dann aber stellen Ihre Friedensappelle eine Täuschung der Weltöffentlichkeit dar. Werter Bruder, wann wird Ihre Kirche endlich ehrlich?
Was würde Jesus zu Ihnen und Ihrem Militär-Erzbischof Edwin O'Brien sagen? Würde Er mit einer Teufelsaustreibung beginnen – einer Methode, die ja von Ihnen schon wiederholte Male praktiziert wurde – oder würde Er Ihnen die Bergpredigt vor Augen halten und Seine Aussage "Wer zum Schwert greift, kommt durch das Schwert um"?
Was würde Er überhaupt zur Existenz von Militärgeistlichen sagen? Würde Jesus auch die Wertschätzung des Militärs sichtbar werden lassen? Würde Er auch zur Bewunderung des Militärs aufrufen, das Waffen trägt? Was würde Jesus über die Werte des Militärs sagen, dessen Tötungs- und Mordinstrumente von höchster Qualität sind? Sie wollen doch die Kirche Jesu sein. Warum stellen Sie nicht diese Fragen?
Auch noch aus einem anderen Grund sollten Sie Ihren Erzbischof aus Washington zur Ordnung rufen: Er fordert seine Priester dazu auf, den Angehörigen der Soldaten Gelegenheit zu bieten, "das zu vollenden, was dem Leiden Christi mangelt". Nach Ansicht des Militär-Erzbischofs hat Jesus, der Christus, nicht genug gelitten. Die Militärs müssen Sein Leiden vollenden, indem sie Tausende unschuldiger Männer, Frauen und Kinder niedermetzeln. Nachdem Sie Ihrem Bischof nicht ins Wort fallen, scheint es, dass auch Sie der Auffassung sind, dass die Erlösertat des Jesus von Nazareth mangelhaft war.
Billigen Sie die weitere Aussage Ihres Erzbischofs, der von der "militärischen Familie" spricht, die "für ihre gegenwärtig waffentragenden Kameraden ihre Leiden mit denen Christi vereint"? Wer ist denn die "militärische Familie"? Jesus, der Christus, oder der Satan, der diese Welt unter der jahrhundertelangen Anleitung der Priesterkaste zu einem Tollhaus machte? Nachdem Sie den Erzbischof bisher nicht seines Amtes enthoben haben, müssen wir davon ausgehen, dass Sie diese Verhöhnung des Jesus von Nazareth billigen.
Jetzt können wir verstehen, warum Sie unserer Bitte um ein Gespräch nicht nachkommen. Wir halten die Stellungnahmen zur Weltlage für unehrlich und für eine Verunglimpfung des Jesus von Nazareth.
Mit freundlichen Grüßen
Christian Sailer Zurück zur Nachrichten-Übersicht
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