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Erklärung zur

Religionsunfreiheit in Deutschland

 

Die deutsche Verfassung garantiert Religionsfreiheit: Jeder Bürger soll glauben dürfen, was er für richtig hält, und jeder soll nach seinem Glauben und seiner Ethik leben dürfen, solange er die Gesetze des Staates beachtet.

 

Inzwischen wurde in Deutschland aus der Religionsfreiheit die Religionsunfreiheit. Nur wenige wissen, dass die Freiheit von Religion und Weltanschauung im Alltag längst nicht mehr für alle gilt, sondern praktisch nur mehr für die Amtskirchen. Seit diese unter zunehmendem Mitgliederschwund leiden und neue religiöse Bewegungen entstehen, keimt der alte kirchliche Inquisitionsgeist wieder auf. Katholische Bistümer und evangelische Landeskirchen unterhalten so genannte Sekten- und Weltanschauungsbeauftragte, die gegen neue religiöse Bewegungen mit harten Bandagen kämpfen. Die religiösen Konkurrenten werden pauschal als "gefährliche Sekten" stigmatisiert, wobei ihnen mit Vorliebe Eigenschaften zugesprochen werden, die man nicht zuletzt aus kirchlichen Verhaltensweisen kennt: Absolutheitsansprüche, totalitäre Vereinnahmung von Mitgliedern, Geldgier und anderes mehr. Den kirchlichen Sektenbeauftragten schlossen sich inzwischen staatliche Kollegen an, die in Form von staatlichen Warnungen oft unbesehen weiterreichen, was sie an kirchlichen Projektionen und Verleumdungen Andersdenkender geliefert bekommen.

 

Die Kirchen verhandeln als Körperschaften öffentlichen Rechts mit dem Staat von Amtsträger zu Amtsträger und treten beim Kampf gegen Andersgläubige in der Öffentlichkeit wie Sachverständige auf, obwohl sie einen Glaubenskrieg führen. Die Amtskirchen, katholische Bistümer und evangelische Landeskirchen, wurden zu einem Kampfbund gegen die Religionsfreiheit Andersdenkender. Und der Staat spielt mit - was einen angesehenen deutschen Staatsrechtslehrer zu der Feststellung veranlasste: "In keiner freiheitlichen Demokratie wird Diskriminierung wegen Religion und Weltanschauung so schamlos betrieben wie in Deutschland." Wie ist das möglich?

 

Den Kirchen ist es nach dem 2. Weltkrieg gelungen, trotz ihrer jahrhundertelangen, bis in die jüngste Vergangenheit reichenden Verbrechen und trotz ihrer Verstrickung in die Nazi-Diktatur, erneut die weltanschauliche Meinungsführerschaft zu erlangen. Dem Staat hingegen ist es nicht gelungen, seine weltanschauliche Neutralität zu wahren und der neuen Inquisition zu widerstehen. Und von der Zunft der Journalisten feuern nicht wenige die Hexenjagd genüsslich an – aus Sensationslust, in kirchlichem Auftrag oder aus privater Verfolgungswut.

 

Diese Wut der Priesterkaste und ihrer Anhängerschaft richtet sich naturgemäß vor allem auf jene, die Jesus von Nazareth unmittelbar nachfolgen wollen, die Priester als Vermittler zwischen den Menschen und Gott ablehnen und ihnen sogar vorhalten, die Lehre des Nazareners längst verraten zu haben. Die schärfste Konkurrenz des Kirchenchristentums ist das Urchristentum, die Religion des Inneren, wie sie in der Geschichte der Menschheit in einzelnen Gruppierungen immer wieder auftrat und von den Kirchen meist blutig verfolgt wurde. Mit den Urchristen im Universellen Leben ist erneut eine Bewegung entstanden, dieses Mal weltweit, die sich zum Inneren Christentum bekennt, wie es Jesus von Nazareth lehrte. Sie will mit der Bergpredigt des Nazareners ernstmachen, im Kreise Gleichgesinnter, und ohne dies auch von anderen zu verlangen.

 

Die Urchristen von heute sind eine Religionsgemeinschaft im Sinne der Verfassung und ihre Lehre und Lebenspraxis beachtet die geltenden Gesetze. Sie haben niemanden umgebracht; sie haben keine Spenden unterschlagen; man kann sie auch nicht des Kindsmissbrauchs beschuldigen oder der Mitwirkung an Völkermorden. Sie unterhalten auch keine Verbindungen zur Mafia und sie behaupten auch nicht, dass ihre Lehre über staatlichen Gesetzen steht, wie es die Kirchen für sich in Anspruch nehmen. Ihr einziges Verbrechen besteht darin, dass sie durch ihr Leben im Alltag und ihre Schriften, Jesus, den Christus, rehabilitieren wollen. Deshalb weisen sie die heutige Priesterkaste auch darauf hin, dass deren Rituale und Dogmen mit dem Nazarener nichts zu tun haben, sondern vielfach aus heidnischen Mysterien oder von römischen Kaisern stammen.

 

Die Verfolgungswut der kirchlichen Glaubensherren gegen die religiöse Konkurrenz, vergiftete in Deutschland Politik und Gesellschaft mit dem Virus der Intoleranz und des Vorurteils gegen die Urchristen im Universellen Leben. Sie werden zu Feinden der Gesellschaft stigmatisiert, die für ihre religiösen Veranstaltungen keine Räumlichkeiten mehr finden, bei ihrer Berufsausübung auf einen kirchlichen Wink Kunden- und Werbemöglichkeiten verlieren und auch im privaten Bereich ausgegrenzt werden.

 

Die Verfolgungswut gegen die Urchristen von heute steigert sich neuerdings besonders deshalb, weil die Urchristen sagen: Das Gebot "Du sollst nicht töten" gilt auch gegenüber den Tieren. Wir jagen sie nicht, wir schlachten sie nicht, und wir essen sie nicht. Diese Haltung trifft das amtliche Christentum an einer besonders empfindlichen Stelle: Weil nach der Lehre der Kirche Tiere keine unsterbliche Seele haben, dürfen sie gejagt, geschlachtet und verspeist werden. Eine religiöse Minderheit, die sich dagegen wendet, provoziert nicht nur die Priesterkaste, sondern auch die Mehrheit der von ihr verführten Zeitgenossen, die sich über die blutige Vorgeschichte ihres Schnitzels keine Gedanken machen wollen, und die die Aufforderung, den Fleischverzehr abzubauen und die Jagd einzustellen, als Ärgernis empfinden. Die Tierliebe der Urchristen von heute wurde zum öffentlichen Ärgernis einer Gesellschaft von gestern.

 

Zum Symbol dieser Tierliebe und zum Symbol des tatkräftigen Aufbruchs in ein neues Zeitalter wurde ein großes Areal von Feldern und Wäldern in der Umgebung von Würzburg, auf dem die Urchristen ein neues Verhältnis zwischen Mensch und Tier praktizieren: Sie bebauen ihr Land auf naturgemäße Weise. Sie stellen es Weidetieren zur Verfügung, die nie geschlachtet werden und sie wollen, dass die Jagd ruht, auf dass Frieden werde zwischen Mensch, Natur und Tieren.

 

Ein solches Projekt war bereits vom Propheten Jesaja angekündigt worden - in seiner großen Vision vom Friedensreich. Doch die kirchlich infizierte Klasse der Herrschenden bekämpft diese Vision. Dabei ist jedes Mittel recht. Gegenwärtig müssen einige Wildschweine dafür herhalten, um den Kampf der kirchlich indoktrinierten Ideologen gegen die unbequemen Tierfreunde zu verschärfen:

 

Obwohl es in ganz Unterfranken unzählige Wildschweine gibt, sollen ausgerechnet die Tiere der Urchristen besonders gefährlich sein. Obwohl alle fachlichen Urteile dagegen sprechen, malt man die Panik einer Tierseuche an die Wand, um über 120 Tiere abschießen zu dürfen. Und um die Szenerie noch bedrohlicher zu machen, rückt die Staatsmacht mit Hubschraubern im Tiefflug an, um angeblich Wildschweine zu zählen und nebenbei sicherlich auch Menschen und Tiere in Angst und Schrecken zu versetzen. Es geht zum Teil zu wie bei einer Verbrecherjagd. Und um das Maß voll zu machen: Beamte, die selbst Jäger sind und nachweisbar mit den umliegenden Revierjägern unter einer Decke stecken, wirken auf Seiten der Staatsmacht mit. Lehnt man sie wegen Befangenheit ab, was das Gesetz ausdrücklich vorsieht, wird dies einfach ignoriert und die jägerfreundlichen Beamten dürfen ihren Freunden weiter helfen.

 

Und nun schien diese Ideologie, die alles beiseite schiebt, was traditionellem Denken widerspricht, auch auf die Richter abzufärben: Ob wirklich akute Seuchengefahr besteht, wurde vom zuständigen Verwaltungsgericht Würzburg gar nicht mehr geprüft. Statt dessen wurde zynisch argumentiert: Man kann die Wildschweine ja erst einmal abschießen, schließlich wachsen sie bald wieder nach. Die tierfeindliche Logik kirchlicher Tradition geht auch in Gerichtsentscheidungen ein; vermutlich auch die ganze Wucht der Vorurteile gegen Menschen, die sich von der herrschenden Tradition lösten. Erst in letzter Minute stoppte dann die nächsthöhere Gerichtsinstanz, der Bayerische Verwaltungsgerichtshof, den sofortigen Vollzug des von der Jagdbehörde angeordneten Tiermassakers. Die Abschussanordnung selbst ist damit freilich noch lange nicht vom Tisch.

 

Verglichen mit den furchtbaren Ereignissen, die die Welt gegenwärtig erschüttern, mögen der Rechtsbruch bayerischer Behörden und der Tod von 126 Wildschweinen unbedeutend erscheinen. Doch es geht um weit mehr – um den Aufbruch in eine neue Zeit, gegen die sich eine Zivilisation zur Wehr setzt, die die Erde mit ihrer natur- und tierfeindlichen Ethik zugrundegerichtet hat. Der "Kampf der Kulturen", von dem global so viel die Rede ist, findet in gewisser Hinsicht auch in einem Teil Deutschlands statt – in Form einer geistigen Auseinandersetzung: Auf der einen Seite steht die ruinöse Kirchenmacht mit ihrer Ethik des Tötens, auf der anderen Seite eine urchristliche Bewegung mit einer Ethik des Lebens - wie sie Jesus von Nazareth lehrte.

 

Viele unserer Freunde im Ausland haben dies erkannt. Sie unterstützen uns bei der Auseinandersetzung mit einer Bürokratie, die mit den kirchlichen Hubertusjüngern verfilzt ist. Sie unterstützen den Antrag auf Ruhen der Jagd und wenden sich auch an die zuständigen Behörden – sachlich, aber unmissverständlich; vielleicht auch an den einen oder anderen Botschafter Deutschlands im Ausland, um darauf hinzuweisen: Wir glaubten bisher, in Deutschland gelte Religions- und Weltanschauungsfreiheit; wurde daraus jetzt die Religionsunfreiheit? Wir glaubten bisher, in Deutschland würden Gewissensentscheidungen respektiert; offenbar ist dies immer weniger der Fall. Geht die Freiheit in Deutschland erneut verloren? Oder gilt auch in Deutschland, was der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte vor Jahren für Frankreich feststellte: Niemand darf gegen sein Gewissen gezwungen werden, auf seinem Grundstück Tiere zu töten oder töten zu lassen. So oder ähnlich mag mancher denken oder schreiben. Man könnte sich auch an ein Wort Mahatma Gandhis erinnern, der einmal sagte: "Die Größe einer Nation lässt sich daran ermessen, wie sie ihre Tiere behandelt."

 

Weitere Informationen über das Verhältnis des Universellen Lebens zu den Institutionen Kirche finden Sie unter Urchristen und die Amtskirchen

 

Lesen Sie hier die Kleine Gesprächsrunde im Universellen Leben zum Thema:
Religions-Unfreiheit in Deutschland

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