Ist Gott ein Kriegsgott? Ist Gott ein Staatsgott? Wer ist Gott?

Sondersendung vom 15.10.2001

 

Ist Gott ein Kriegsgott? Ist Gott ein Staatsgott?

 

(Diese Sendung ist auch in Real Audio zu hören unter www.radio-santec.com)

 

 

Christian:
Hier ist DAS WORT – DIE KOSMISCHE WELLE! Liebe Hörerinnen, liebe Hörer! Wir begrüßen Sie herzlich zu unserer Gesprächsrunde zum aktuellen Weltgeschehen. Wir wollen unsere Gespräche heute unter das Thema stellen: „Ist Gott ein Kriegsgott? Ist Gott ein Staatsgott?“

Die Attentäter von New York und Washington vollbrachten ihr schreckliches Werk im Namen Gottes. Dies ergibt sich aus einer spirituellen Anweisung, die man im Gepäck eines der „Gotteskrieger“, wie sie sich nennen, fand. Unter anderem hieß es dort: „Wenn du im Flugzeug bist, solltest du zu Gott beten, denn du tust dies für Gott“.

Als der amerikanische Präsident in einer Fernsehansprache den Beginn der militärischen Angriffe auf Afghanistan bekannt gab, schloss er seine Rede mit den Sätzen: „Die Schlacht ist nun an vielen Fronten im Gange. Frieden und Freiheit werden obsiegen. Möge Gott Amerika weiterhin segnen.“ - Ende des Zitats.
Wenig später tauchte Osama bin Laden auf den Bildschirmen auf, um ganz Amerika mit Unheil zu drohen. Amerika voll Angst und Gott sei Dank dafür, sagte er, „ich schwöre bei Gott, weder Amerika, noch die Menschen, die dort leben, werden von Sicherheit träumen.“ Am Ende wandte er sich an seine Glaubensbrüder im Lande Mohammeds: „Gott ist groß, möge der Stolz mit dem Islam sein, möge Frieden und Gottes Gnade mit euch sein.“ – Ende des Zitats.
Im globalen High-Noon, so könnte man sagen, von Krieg und Terror, beruft sich also jeder der Helden auf Gottes Hilfe, um den anderen als Weltfeind zu vernichten.

Liebe Hörerinnen, lieber Hörer! Was ist das für ein Gott, von dem man sich solche Hilfe verspricht?
Vielleicht gehen wir zunächst der Frage nach, auf welchen Gott sich der amerikanische Präsident beruft am Beginn dieses Krieges. Es ist der Gott von Protestanten, Katholiken und Juden, den drei Hauptreligionen der Vereinigten Staaten. In weiten Passagen der Bibel im Alten Testament wird dieser Gott als äußerst kriegerisch geschildert, zornig auf Nachbarvölker und blutrünstig gegenüber den Feinden. So soll er in den fünf Büchern Mose, die ihm die Priesterschaft unterschoben hat für die Behandlung der Feinde gesagt haben: „Wenn sie der Herr, dein Gott, dir in die Hand gibt, so sollst du alles, was männlich darin ist, mit der Schärfe des Schwertes erschlagen.“
Der Gott des Alten Testaments ist auf weiten Teilen ein Kriegsgott. Und auch der Gott der Christen, der Kirchenchristen, die das Alte Testament durch das Neue fortführen und ergänzen, wurde schon früh von der Staatsmacht in Anspruch genommen, obwohl Jesus von Nazareth doch gelehrt hatte: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“.

Gabriele:
Auf welchen Gott beruft sich dann Bin Laden, wenn er diesen Schwur getan hat, z. B. „Ich schwöre bei Gott“?

Christian:
Er beruft sich auf den Gott Mohammeds, auf den Gott des Islam. Der Islam ist im Koran niedergelegt. Der Gott des Mohammed hat keine pazifistische Religion gelehrt. Der Prophet Mohammed hat Eroberungskriege geführt.

Gabriele:
Wenn ich das jetzt so höre, was du sagst, dann gibt es letztlich drei Götter: Es gibt den kriegerischen Gott, der zum einen Amerika helfen soll; es gibt den kriegerischen Gott, der den Moslems, gleich Bin Laden helfen soll; und dann gibt es den Gott des Jesus, des Christus. Also haben wir drei Götter! Jetzt stellt sich die Frage: An wen soll man glauben?

Gert:
Wenn man sich das so überlegt, dann herrscht doch eine gewisse Übereinstimmung zwischen den Amerikanern und den Moslems. Sie beide haben einen kriegerischen Gott, der mit dem christlichen Gott nichts zu tun hat, sodass man sich also die Frage stellen kann: Glaube ich an einen Gott wie Bin Laden oder wie George Bush, oder glaube ich an Jesus Christus?

Gabriele:
Ja, aber der Gott Mohammeds sagte wieder was ganz anderes – also für Bin Laden. Der Gott Amerikas soll für Amerika sein, und der Gott in Jesus, dem Christus, soll mal wieder für die Christen sein, jetzt kenne ich mich nicht mehr aus. Wen soll man jetzt wählen? Welchen Gott soll man wählen? Zu welchem Gott soll man beten?

Gert:
Ich glaube, man muss es so halten, wie das seit Jahrtausenden in allen Priesterreligionen war: Es wird immer ein bestimmter Götze verehrt, der einem helfen soll, seine Feinde zu überwinden und seine Umgebung zu beherrschen. Und jedes Land hat seinen eigenen Götzen, nennt ihn Gott, betet den an und bittet ihn um Hilfe gegen seine Feinde.

Gabriele:
Nun, ich denke mir: Wir kommen in eine Zeit, wo sich beweist, welcher der drei Götter von Bedeutung ist, welcher also der richtige Gott ist. Und ich bin heute überzeugt, dass Jesus, der Christus, den richtigen Gott, den wahren Gott, den ewigen Gott gelehrt hat. Denn jetzt beweist sich’s, dass kein Frieden geschaffen werden kann durch Terror. Terror gleich Terror gibt immer wieder Terror. Jesus sagte in Seiner Lehre, in der Bergpredigt: „Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.“ Damit deutet Er auf den kriegerischen Gott hin, auf den Gott der Priesterkaste des Alten Testamentes. „Ich aber sage euch“ – so sagte Jesus, der Christus – „liebet eure Feinde. Tut Gutes denen, die euch hassen.“

Christian:
Er durchbricht damit den Kreislauf der Gewalt, in den der Kriegsgott immer wieder neu hineingeführt hat, der Kriegsgott des Alten Testaments, der Kriegsgott der Kirchen, die damit Kreuzzüge gerechtfertigt haben. Den Kreislauf der Gewalt durchbricht Jesus von Nazareth durch Seine Bergpredigt. Und dies gilt auch für die Gewalt, die vonseiten eines islamistisch ausgelegten Gottes ausgeht.

Gabriele:
Es beweist sich immer mehr, dass Jesus, der Christus, zum einen für das Christentum der größte Prophet und der Erlöser aller Menschen, den wahren Gott gelehrt hat, denn, Jesus lehrte uns auch das Gesetz: „Was der Mensch sät, das wird er ernten.“ Wir sagen: Auf jede Aktion erfolgt eine Reaktion. Das ist doch nichts anderes als Ursache und Wirkung oder – wie es auch biblisch heißt – Saat und Ernte.

Gert:
Eigentlich war Jesus von Nazareth Seiner Zeit – wenn man es aus wissenschaftlicher Sicht betrachtet – weit voraus. Heute müsste eigentlich jeder aufgeklärte Mensch sagen, das ist die einzig wirkliche Lehre, denn wir akzeptieren doch ohne weiteres in der Wissenschaft, dass auf jede Aktion eine Reaktion folgt, dass es keine Reaktion ohne Aktion gibt, und wir akzeptieren ohne weiteres alle den Satz, „keine Energie geht verloren“. Das heißt also: Wenn eine Energie, negative Energie, z. B. Terror, Hass, irgendwo in die Welt gesetzt wird, dann bleibt diese Energie so lange bestehen, bis diese Energie aufgelöst ist. Und aufgelöst – das wissen wir – heißt: Man bittet um Vergebung, man macht wieder gut und versucht, sich so mit dem Nächsten zu versöhnen. Das akzeptiert heute eigentlich in der Naturwissenschaft jeder. Und so müsste heute, in unserer Zeit, eigentlich jede Religion, die diese Zusammenhänge leugnet, von allen aufgeklärten und intelligenten Menschen verworfen werden.

Gabriele:
Ich komme noch einmal zurück, dass sich die Lehre des Jesus, des Christus, als die richtige Lehre beweist, denn Er hat gesagt: „Ihr habt gehört, dass gesagt ist: »Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen«“. Er hat nicht gesagt, Gott hat durch Mose gesprochen, „Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.“ Er hat gesagt: „Ihr habt gehört, dass gesagt ist“.

Christian:
Er distanziert sich im Grunde genommen damit von dem, was die Priesterkaste und die Hofschreiber Gott untergeschoben haben durch die Texte, die sie Moses in den Mund gelegt haben. Und was mich sehr beeindruckt, ist, dass die Lehre des Jesus von Nazareth, Der auf das Gesetz von Saat und Ernte hinweist und auf die Notwendigkeit der Friedfertigkeit, auch eine sehr praktische Hilfe ist. Denn wir haben ja gesehen, dass die Reaktion – Gewalt gegen Gewalt – immer wieder neu in den Krieg führt. Hätte man in dem heutigen Weltkonflikt die Lehre des Nazareners berücksichtigt, dann wäre die Situation der Welt jetzt weit weniger gefährlich, als sie es in den letzten zwei, drei Wochen geworden ist. Das Gegenteil davon – nämlich wieder Gewalt gegen Gewalt zu setzen - hat dazu geführt, dass weltweit die Angst wächst und die Gefahr von weiteren Terroranschlägen ebenfalls.
Man sieht also, Jesus von Nazareth hat auch eine Ethik der praktischen Vernunft gelehrt.

Gabriele:
Wenn wir uns Christen nennen, dann müssen wir uns nun mal auf die Lehre des Jesus, des Christus, berufen, und sollten letztlich das erfüllen, was uns der größte Lehrer und unser Erlöser gelehrt hat. Er hat gesagt zum Beispiel – weil du von Gewalt sprichst: „Und wenn du etwas begehrst, das anderen Pein und Kummer bereitet, reiß’ es aus deinem Herzen. Nur so wirst du Frieden erlangen, denn es ist besser, Kummer zu erleiden, als jenen Kummer zu bereiten, die schwächer sind als ihr.“

Gert:
Das heißt also, wenn man es auf unsere Zeit überträgt: Nachsicht mit den Schwachen und nicht versuchen, mit der eigenen Stärke den anderen zu vernichten.

Christian:
Hätte man dieses Gebot befolgt, dann wäre der jetzige Weltkonflikt nicht entstanden, dann wäre der Gegensatz zwischen Reich und Arm auf dieser Erde längst überbrückt. Dann würden sich nicht die einen als Schwache und Unterdrückte fühlen, die jetzt einen Aufstand mit Gewalt durchzuführen versuchen, sondern es wäre das Wohl aller im Mittelpunkt einer Weltpolitik gestanden, die dieser Ethik des Jesus von Nazareth gerecht geworden wäre.

Gabriele:
Die Christenheit, die diese kämpferischen Parolen der Gewalt ausgibt und verübt, dürfte sich nicht Christen nennen. Sie wären höchstenfalls Katholiken und Protestanten, denn die wünschen sich, dass die Bücher der damaligen Priesterkaste, die sie Mose unterschoben haben, erfüllt werden, das heißt: Kampf, Terror, Töten, Morden, Quälen – also Gewalt.

Christian:
Das bestreiten sie natürlich ausdrücklich, indem sie sagen: „Wir sind doch nicht für Mord und Quälen und für Gewalt. Wir wenden uns nur gegen die Gewalt, die man uns angetan hat.“

Gabriele:
„Liebet eure Feinde. Tuet Gutes denen, die euch hassen“, sagte Jesus.

Christian:
Und gleichzeitig sagen dieselben Leute, die sich dagegen verwahren, dass man ihnen Gewalttätigkeit unterstellt, dass die fünf Bücher Mose, von denen du vorhin gesprochen hast, weiterhin als Wort Gottes anzuerkennen sind. Ich kann also nicht sagen, „ich bejahe die fünf Bücher Mose, aber ich bin für den Frieden“, denn diese fünf Bücher Mose sind kriegerische Bücher.

Gabriele:
Und Jesus verlangt, man soll nicht Gleiches mit Gleichem vergelten. Wo steht die Christenheit?

Gert:
Die Christenheit steht in der Tradition der Konfessionen. Die Tradition – wie Christian schon gesagt hat – ergibt sich aus den unchristlichen Anweisungen, die von der Priesterkaste in die Bibel hineingeschrieben wurden.
Und man könnte ja sagen, was in der Bibel steht, ist geduldig, in Wahrheit tun wir etwas anderes. Aber man unterschätzt damit die Gefahr, die sich daraus ergibt, dass die Lehranweisungen von Generation zu Generation als verbindlich weitergegeben werden.
Was passiert zum Beispiel, wenn ein junger Mensch in der Bibel liest? Er sieht die Bücher Mose und sieht die Gewaltanweisungen. Wird er sich nicht sagen: „Das ist verbindliches Glaubensgut, ich werde meine Handlungen danach richten“. Und wenn ich sie z. B. wegen staatlicher Einschränkungen und Gesetze im Augenblick nicht ausüben kann, dann werde ich eben suchen, wo ich einen Freiraum finde. Ist da nicht schon die Wurzel zum Terrorismus gelegt? Und was ist der Unterschied eines solchen fanatisierten Glaubensgutes zu dem, was man verschiedenen Strömungen der Moslems zuschreibt, nämlich Gewalt gegen all das, was mir als fremd erscheint, oder was meiner Vorstellung nicht entspricht?

Gabriele:
Meines Erachtens ist Gott ein Gott der Liebe, so wie uns Jesus unseren Gott und Vater gelehrt hat. Infolgedessen gibt es keinen kriegerischen Gott, und somit wird der Gott der Liebe, der Gott der Wahrheit, Der Gott, Den uns Jesus, der Christus, gelehrt hat, weder Bin Laden helfen, noch allen anderen, die sich christlich nennen und mit kriegerischen Parolen gegen ihre Brüder und Schwestern vorgehen.

Jetzt hätte ich mal eine Frage: Wenn die christliche Welt das getan hätte, was z. B. Bin Laden gefordert hat – was forderte er denn von den Christen?

Christian:
Es ist eine gute Frage, die du stellst, was fordert er eigentlich? Vielleicht ist es gar nicht so viel, wie wir immer meinen. Es sind nur drei Dinge: Abzug der Amerikaner aus Saudi Arabien, weil dieses Land für ihn heiliges Land ist. Dort sind die Städte Mekka und Medina. Zweitens fordert er das Recht der Palästinenser auf einen eigenen Staat, also Befriedung des Palästina-Israel-Konflikts. Und drittens verlangt er die Einstellung des Embargos gegenüber dem Irak, weil er sagt, dass Hunderttausende von Kindern durch dieses Embargo verhungert sind.

Gabriele:
Wäre das nicht eine Verhandlungsmöglichkeit auf christlicher Basis?

Gert:
Es wäre auf jeden Fall für den Westen und Amerika viel billiger und viel naheliegender, darauf einzugehen und darüber zu verhandeln, und dafür die Milliarden einzusetzen, anstatt jetzt wieder – wie schon im Golfkrieg – zig, ja Hunderte von Milliarden DM auszugeben. Ich bin überzeugt, mit diesem Geld, im Einverständnis mit dem heutigen Gegner eingesetzt, wäre jeder Konflikt leicht zu lösen.

Gabriele:
Wir kämen dann vielleicht wieder auf die Bibel zurück, wo Jesaja sinngemäß sagte: „Die Waffen sollen zu Pflugscharen werden“. Also wir könnten als Christen mit der Zeit die Waffen zu Pflugscharen werden lassen.

Gert:
Wenn man das nur mal probiert hätte. Heute denkt man ja immer, wenn ich mich nicht gegen einen Angriff wehre, dann gehe ich unter. Wer hat denn schon versucht, dem Feind so entgegen zu kommen, wie es Jesus, der Christus, empfohlen hat? Wer hat denn schon einmal versucht, die Macht des Guten auszuprobieren und auch die Gesetzmäßigkeit »Was du säst, wirst du ernten« im Positiven zu erproben? Was spricht denn dagegen, dass der, dem ich das Böse nicht mit Bösem vergelte, sondern ihm Gutes tue, dass der nicht plötzlich auch zur Besinnung kommt?

Gabriele:
Die Christen hätten eigentlich diese Chance ergreifen können, denn es ist paradox: Einerseits ruft man jetzt zu Spenden für Afghanistan auf, andererseits wird das Geld verbombt und das Land dem Erdboden gleichgemacht. Was ist das für ein Glaube?

Christian:
Aber die Erfüllung deiner Empfehlung setzt eigentlich voraus, dass diejenigen, die sich als Christen bezeichnen, das tun, was Jesus von Nazareth als ersten Schritt gelehrt hat, nämlich sich selbst zu erkennen, nach den geistigen Wurzeln zu fragen. Zu fragen, warum hasst mich eigentlich der andere? Was ist mein Anteil an dieser Auseinandersetzung? Also sich von dem alten Programm zu lösen, wenn ich angegriffen wurde, ist immer der andere schuld, möglicherweise hatte er Grund. Das soll nicht heißen, dass die furchtbaren Anschläge von New York und Washington durch irgendetwas zu rechtfertigen sind. Aber das Entsetzen über diese Anschläge sollte uns nicht den Blick verstellen vor der Frage: Wie konnte es überhaupt zu diesem Hass und zu dieser Aggression kommen?

Gabriele:
Jesus sagte – weil du sagst, es heißt nur immer wieder „die anderen sind schuld“ -»Richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet. Denn mit welcherlei Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden. Und mit welcherlei Maß ihr messet, wird euch wieder gemessen werden. Und wie ihr anderen tut, so wird euch getan werden.«

Sowohl Bin Laden, als auch viele Christen, die an der Macht sitzen, führen sich auf wie Propheten, die ihre Weisungen geben - vielfach mit Gott auf den Lippen. Und da sagte Jesus: »Hütet euch vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln? Ebenso bringt jeglicher gute Baum gute Früchte, aber ein fauler Baum bringt schlechte Früchte. Ein jeglicher Baum, der keine gute Frucht bringt, ist nur noch dazu gut, umgehauen und ins Feuer geworfen zu werden. Darum: An ihren Früchten sollt ihr das Gute von dem Schlechten unterscheiden.«
So, wo liegt die Unterscheidungsgabe, wenn die Christen gemäß den Büchern Mose handeln, die letztlich nicht vom Propheten Mose sind, sondern die von der damaligen Priesterkaste geschrieben und Mose untergeschoben wurden? Denn Gott ist ein liebender Gott, und Mose war ein gerechter Prophet. Er hat solches nicht gelehrt.

Gert:
Was du gerade vorgelesen hast, wendet sich natürlich auch nicht nur an die Herrschenden, sondern auch an das Volk. Wenn man sich vor den falschen Propheten hüten soll, dann muss man auch in der Lage sein, zu unterscheiden. Und diese Unterscheidungsgabe – das wissen wir aus den Lehren des Jesus, des Christus - kann ich nur dann erlangen, wenn ich selbst noch ein intaktes Gewissen habe, wenn ich mich selbst prüfe bei den Dingen, die ich tue, und wenn ich selbst nicht ein Teilhaber dieser aggressiven, kriegerischen Gesinnung bin, die dann z. B. dazu führt, dass Staatsmänner vollmundig Versprechen abgeben, ihre Staatsbürger, für die sie zu sorgen haben, in den Krieg zu schicken mit der Gefahr, dass sie dann in einem Zinksarg zurückkommen. Sie selber sitzen im Trockenen, im Sicheren, und scheuen sich nicht, ihrem Volk diese Lasten aufzubürden. Aber dazu gehört eben auch, dass die, die von den Herrschenden regiert werden und die sie gewählt haben, die Unterscheidungsgabe erlangt haben.

Gabriele:
Wir haben hier wieder eine Hilfe, die zum Beweis führen könnte, welcher der drei Götter der wahre Gott ist. Der Kriegsgott der katholischen, evangelischen Kirche, der Kriegsgott des Islam oder der Gott der Liebe, Den Jesus gelehrt hat, denn Jesus sagte:
»Es werden nicht alle, die zu Mir sagen, ‚Herr, Herr’ in das Himmelreich kommen, sondern die, die den Willen tun Meines Vaters, Der im Himmel ist. Es werden viele zu Mir sagen an jenem Tage: ‚Herr, Herr, haben wir nicht in Deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in Deinem Namen Teufel ausgetrieben?« - denken wir an Bin Laden, der die Amerikaner teuflisch nennt - »haben wir nicht in Deinem Namen Teufel ausgetrieben? Haben wir nicht in Deinem Namen viele wunderbare Werke getan?’ Dann werde Ich zu ihnen sprechen: ‚Ich habe euch noch nie gekannt, weichet alle von Mir, die ihr Böses bewirkt.’«
Und Jesus sprach weiter: »Darum: Wer diese, Meine Worte hört und sie befolgt, den vergleiche Ich mit einem klugen Mann, der sein Haus fest auf einem Felsen baute. Und ein Regen fiel und die Fluten kamen, und die Winde bliesen um dieses Haus. Und es fiel nicht ein, denn es war auf einen Felsen gegründet. Und wer diese Meine Worte hört und sie nicht befolgt, der sei mit einem törichten Mann verglichen, der sein Haus auf Sand baute. Und ein Regen fiel und die Fluten kamen, und die Winde bliesen und stießen an das Haus. Und es fiel ein, und groß war sein Sturz. Aber eine Stadt, welche fest gebaut ist, ummauert in einem Kreis, fest oder auf dem Gipfel eines Berges, und auf einen Felsen gegründet, kann niemals fallen, noch verborgen sein.«

Und es steht geschrieben: »Und es geschah, dass Jesus diese Rede vollendet hatte, erstaunte das Volk über Seine Lehre. Denn Er sprach Kopf und Herz an, wenn Er lehrte, und redete nicht wie die Schriftgelehrten, die nur von Amts wegen lehrten.«

Gert:
Diese Rede des Jesus und die Lehre des Christus ist eine Botschaft des Vertrauens, der Sicherheit. Wenn man diese ganzen Aggressionen, diese kriegerischen Handlungen in unserer Zeit sieht, dann sind sie doch nichts anderes als Ausfluss der Angst, der Angst und der Schwäche. Die Aggression kommt daraus, dass jeder vor dem anderen Angst hat und glaubt, er müsse ihn übertrumpfen. Niemand getraut sich, dem anderen die Hand zu reichen, weil er glaubt, er vergibt sich etwas.
Christus und Jesus in Seiner Bergpredigt gibt uns hier eine Verheißung. Er sagt, wer Seine Lehre befolgt, wer friedvoll ist, wer dem Nächsten die Hand reicht, wer dem Feind nicht feindselig begegnet, der wird zu Seiner Rechten sein. Und ich glaube, nur aus dieser tröstlichen Lehre kann die Stärke erwachsen, auch auf den Nächsten zuzugehen, der einem nicht freundlich gesinnt ist.

Christian:
Es käme also darauf an, dass man das ausprobiert. Die Botschaft, von der wir jetzt gehört haben, gilt für die heutige Welt einschließlich den Lehren der Kirchenchristen als nicht lebbar, als Utopie. Aber die Menschheit – wie du vorhin schon sagtest – hat sich nie darauf eingelassen. Es wäre eine große Chance, in dieser kritischen Situation, in die die Welt durch die Nichtbefolgung der Lehren des Nazareners geraten ist, nun Seine Lehren endlich auszuprobieren und im Alltag umzusetzen, und nicht auf Gewalt wieder mit Gewalt zu antworten. Denn wir sehen ja, dass die gewalttätige Antwort keineswegs die Sicherheit erhöht hat, im Gegenteil, die Gefahren sind noch größer geworden.

Gabriele:
Wenn wir in der Zeit der Apokalypse stehen, dann sind die Ursachen aller Menschen – einerlei welchen Glauben, einerlei welche Religion sie haben – schon wirksam, sodass unter Umständen die ganze Menschheit in ihren Wirkungen steht. Denn die Christenheit hat letztlich 2000 Jahre Jesus verhöhnt und verspottet. Man hat Teile aus Seiner Lehre genommen, hat sie vermischt mit Dogmen, Riten und Kulten und hat immer nur einige Brosamen dieser großen Friedenslehre gelehrt. Die Folge ist, dass unter Umständen die Apokalypse der ganzen Menschheit die Wirkungen bringt.

Christian:
Das heißt, dass es gewissermaßen zu spät ist, weil die Aura dieser Erde so erfüllt ist mit der negativen Energie, mit den Aggressionen einer mehrtausendjährigen Menschheitsgeschichte, die die Lehre des Nazareners immer in den Wind geschlagen hat.

Gabriele:
Wenn wir in der Apokalypse des Johannes lesen und die verschlüsselten Worte auf unser Herz legen, dann könnten wir daraus einiges lesen und unter Umständen ergründen, wo die Menschheit steht.
Ich bin für die Lehre des Jesus von Nazareth. Ich bin für die Gebote Gottes, die Er durch Mose gab. Die Gebote Gottes sind eindeutig, und Er sagte immer in den Geboten: „Du sollst“. Er hat nie gesagt, „du musst“.


Christian:
Aber was kann ich in dieser schrecklichen Situation, in der sich die Menschheit und jeder von uns nun offensichtlich befindet, tun? Du hast uns darauf hingewiesen, dass möglicherweise vieles bereits zu spät ist, weil die Menschheit zu lange die Lehre des Nazareners abgelehnt hat. Was kann man den heutigen Menschen sagen, die jetzt leben? Müssen sie verzweifeln? Oder gibt es eine Hoffnung?

Gabriele:
Ich finde, dass wir Menschen immer schnell zur Hand sind, andere zu verurteilen und mit dem Finger auf andere zu deuten. Wie wäre es, wenn jeder Einzelne sich auf sich selbst besinnen würde, denn was nützt es, wenn wir sagen, „die anderen sind schuld“? Jeder Einzelne ist mitschuldig an diesem großen Gericht, das letztlich wir selbst ausführen wollen: Terror gegen Terror – erfolgt wieder mit Terror. Gewalt gegen Gewalt – erfolgt wieder mit Gewalt.
Wenn wir uns fragen, in welchen Punkten sind wir denn selbst gewalttätig, wodurch wir mit dazu beigetragen haben, dass, global gesehen, solches immer und immer wieder geschehen kann, zweitausend Jahre lang. Ich finde, jeder Einzelne sollte sich auf sich selbst besinnen, indem er sich bewusst macht, dass er in keine Kirche aus Stein gehen muss, um Gott anzubeten. Dass er sich endlich mal bewusst macht, dass jeder Mensch der Tempel Gottes ist, und dass der Geist der Liebe, der Geist der Hilfe, der Geist der Vergebung, in jedem von uns wohnt.
Wenn wir daran glauben, dann wird es uns auf vielerlei Art und Weise bewusst, dass Gott, der Geist der Liebe, i n uns ist. Dann werden wir uns auch nach Innen wenden, ich wiederhole: Denn jeder Mensch ist der Tempel Gottes, und Gott wohnt in ihm. Gott ist der allgegenwärtige, allweise Gott in allem. Gott ist in Tieren, Pflanzen und Mineralien. Gott ist der Schöpfer der Mutter Erde. Wenn uns das bewusst wird, werden wir den Leichnam unserer kleinen Geschwister, der Tiere, nicht mehr verzehren. Wir werden der Natur mit Liebe und Friedfertigkeit begegnen und werden uns auch bewusst werden, dass jeder Stein Gottes Liebe beinhaltet. Daraus ergibt sich ganz allmählich die Demut gegenüber einem großen, mächtigen Geist der Liebe, und eine gewisse Sanftmut allen Lebensformen gegenüber, woraus sich wieder die Nächstenliebe ergibt, die Nächstenliebe zu unseren Mitmenschen, die Liebe zu unseren kleinen Tiergeschwistern, die Liebe zur Natur, die Liebe zur Mutter Erde. Das bedeutet: Jeder Einzelne kann das für sich tun. Dann beginnt er zu leben, und dann spürt er, was Leben bedeutet, denn Leben ist Liebe und Leben ist Frieden.

Christian:
Was du jetzt gesagt hast, ist eigentlich die große Vision, die bereits bei Jesaja nachzulesen ist, und von der auch in der Johannesoffenbarung die Rede ist, nämlich von der Verwandlung der Erde, von einer neuen Erde und einem neuen Himmel, und beides kommt zustande durch die innere Wandlung der Menschen, die sich auf die geistige Wiederkunft des Christus Gottes vorbereiten, Der eine neue Erde vorfinden soll: eine Vision, die über die apokalyptische Situation hinausgeht, eine Vision, die uns Optimismus vermittelt.

Gabriele:
Der neue Mensch muss geboren werden, der Mensch in Jesus, dem Christus. Wir dürfen nicht sagen „andere tun´s für uns“ oder „der ist halt noch nicht geboren, der neue Mensch“. Wir sind jeden Tag aufs Neue gerufen, ein neuer Mensch zu werden, und wir haben die Hilfen von Gott, unserem Vater, bekommen durch Mose: Es sind die Gebote Gottes. Wir haben die Hilfen des Jesus, des Christus, bekommen – es ist Seine Lehre und vor allem die zentrale Lehre des Jesus, die Bergpredigt. Wir haben von Gott, unserem Vater, und unserem Erlöser Hilfen über Hilfen bekommen, ein neuer Mensch in Seinem Geiste zu werden.

Liebe Brüder, liebe Schwestern! Heute ist ein neuer Tag! Beginnen Sie, ein neuer Mensch zu werden. Sie beginnen zu leben. Sie sehen klarer. Sie sehen tiefer. Sie erlangen inneren Frieden, und Sie werden auch nicht mehr den Leichnam Ihrer Mitgeschöpfe verzehren, die Tiere. Sie werden die Natur achten und plötzlich in Ihrem Herzen spüren: Gott ist allgegenwärtig - und ganz bewusst in jedem von Ihnen!

Christian:
Und in jeder Situation, selbst in dieser gefährlichen Weltsituation, in der wir uns heute befinden.

Liebe Hörerinnen, liebe Hörer! Ich glaube, die letzten Worte, die wir jetzt gehört haben, enthalten einen großen Trost. Wir müssen nicht in Apathie und Angst verfallen, sondern jeder kann bei sich selbst anfangen, um diese Welt zum Besseren zu wenden.

Gabriele:
Und was sagte Jesus sinngemäß? »Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes, alles andere wird euch hinzugegeben.« Das ist doch Trost, das ist Hilfe. Und die Bewusstheit, dass in uns, tief in unserer Seele, ein Wesen lebt, das ewig lebt, und das dem Reich Gottes angehört.
Trachten wir zuerst nach dem Reich Gottes, indem wir die Gebote der Liebe erfüllen, wie wir ja auch in der Bergpredigt erfahren, und wir werden friedvoll. Mag sein, dass diese Welt – so wie sie ist – nicht mehr zu retten ist, aber der, der sich Christus hingibt, der hat den Retter an seiner Seite, Jesus, den Christus, den Erlöser aller Seelen und Menschen!
 

Ist Gott ein Kriegsgott? Ist Gott ein Staatsgott? Wer ist Gott?

 

 

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