Für gute Analytiker!

Wer sitzt auf dem Stuhl Petri?

 

 

Für gute Analytiker:
Wer sitzt auf dem Stuhl Petri? (12)

Die Blutspur der Kirche 
 

Inhalt:

„Keine Organisation der Welt, die so lange, so fortgesetzt und so scheußlich mit Verbrechen belastet ist wie die christliche Kirche“

Jesus lehnte jegliche Gewalt ab.
Der Stuhl Petri tat sich in der Geschichte als Kriegstreiber hervor.


Die Vertreter der Kirchen setzten sich auch
im 20. Jahrhundert für Brudermord ein.


Auch in der Gegenwart befürwortet der Stuhl Petri Kriege.

Warum gehen die kirchlichen Kriegsaufwiegler heute nicht dem Heer voran?

Der Stuhl Petri sicherte den Teilnehmern
an Kreuzzügen Absolution für alle ihre Sünden zu.


Ob Rom, ob Luther: ausgeprägte Judenfeindlichkeit

Der Holocaust – die Folge des kirchlichen Antijudaismus

100 Millionen Tote als Ergebnis einer „bewundernswerten Evangelisierung“

Die Inquisition – Terror und Geschäft zugleich

Kirche und Kirchensklaven: „Die Sklaverei ist ein Gottesgeschenk.“

Jesus berief keine Sünder, schon gar keine klerikalen.

 

„Keine Organisation der Welt,
die so lange, so fortgesetzt und so
scheußlich mit Verbrechen belastet ist
wie die christliche Kirche“


Liebe Leserinnen, liebe Leser! Sind auch Sie immer wieder tief erschüttert und entsetzt, aus den Medien von religiös motivierten Morden und Massakern wie denen in New York, in London, Madrid, Bagdad, in Israel oder an anderen Stellen dieser Erde zu erfahren? Halten Sie diese Taten für verabscheuungswürdige Verbrechen, die aufs Entschiedenste zu verurteilen sind? Und fragen auch Sie sich hin und wieder, wo wohl die schlimmsten Verbrecher oder Terroristen beheimatet sind?

Bevor Sie vorschnell urteilen, sollten Sie wissen, was der weltweit anerkannte und vielfach preisgekrönte Schriftsteller und Wissenschaftler Karlheinz Deschner schon 1986 in seinem Buch „Die beleidigte Kirche oder: Wer stört den öffentlichen Frieden?“ feststellt. Deschner schreibt: „Nach intensiver Beschäftigung mit der Geschichte des Christentums kenne ich in Antike, Mittelalter und Neuzeit, einschließlich und besonders des 20. Jahrhunderts, keine Organisation der Welt, die zugleich so lange, so fortgesetzt und so scheußlich mit Verbrechen belastet ist wie die christliche Kirche, ganz besonders die römisch-katholische Kirche.“ (S. 42/43)
In Anbetracht der Prägnanz und Eindeutigkeit dieser Beurteilung ist es schon ungewöhnlich, daß Deschner sie ungestraft verbreiten darf. Das läßt nur einen Schluß zu: Die schwerwiegende Aussage Deschners über den verbrecherischen Charakter besonders der katholischen Kirche ist weder zu leugnen noch zu widerlegen. Wie Karlheinz Deschner zu dieser Tatsachenfeststellung kommt, können Sie in vielen seiner zahlreichen Bücher nachlesen.
Doch auch die folgenden Fakten und Darlegungen aus der Sendereihe „Für gute Analytiker – Wer sitzt auf dem Stuhl Petri?“ werden Ihnen in einigen wenigen Beispielen aus der Unzahl der Verbrechen und unglaublichen Grausamkeiten die Blutspur der Kirche aufzeigen. Viele von Ihnen werden schockiert sein, andere hingegen werden sich nicht mehr wundern, weil sie aus den bisherigen Sendungen bereits wissen, welche fragwürdige Institution den Namen „Christus“ für ihre Machenschaften mißbraucht. Diesen Mißbrauch des Namens des Jesus, des Christus, für einen totalitären Götzenkult aufzudecken, ist der Grund, warum wir als Urchristen die Wahrheit über den Stuhl Petri weltweit verbreiten.

Jesus lehnte jegliche Gewalt ab.
Der Stuhl Petri tat sich in der Geschichte als Kriegstreiber hervor.

Jesus war Pazifist. Er lehnte jegliche Gewalt ab. Er sagte: „Wer zum Schwert greift, wird durch das Schwert umkommen.“ Auch die ersten Christen lebten gewaltfrei und friedfertig. Kein Soldat oder Jäger konnte Mitglied der urchristlichen Gemeinde werden – er mußte zuvor seinen Beruf aufgeben. Unter Konstantin wurde es dann plötzlich anders:
Im Jahr 314 auf der Synode von Arelate, dem heutigen Arles in Südfrankreich, beschloß die damalige Kirche, daß ab sofort jeder ausgeschlossen wird, der den Wehrdienst für den römischen Kaiser verweigert. Wohlgemerkt: Vorher fand bei den friedfertigen Urchristen keiner Aufnahme, der die Waffe in die Hand nahm – jetzt hingegen wurde ausgeschlossen, wer die Waffen niederlegte. Also vollzog sich eine Wende um 180 Grad, weg von der ursprünglichen Lehre. Seitdem hetzte die Kirche den Staat nicht nur gegen Andersdenkende und Andersgläubige auf, sondern auch gegen ganze Völker. So nahm die Blutspur der Kirche ihren Anfang.

Ein kurzer Blick in die Geschichte zeigt den weiteren Verlauf: Im 6. Jahrhundert riefen die Kleriker des Byzantinischen Reiches sowie der damalige Papst in Rom den Kaiser Justinian dazu auf, gegen die Vandalen und gegen die Ostgoten Krieg zu führen. Die Vandalen lebten seinerzeit in Nordafrika, die Ostgoten in Italien. Hier zeichnet sich schon das Verlangen des Papstes ab, in Italien die Macht zu übernehmen, denn die Ostgoten waren keine Katholiken, sondern arianische Christen. Der Kirche gelang es damals, Kaiser Justinian dazu zu bringen, diese beiden Völker auszurotten, und Italien wurde verwüstet wie Deutschland im Dreißigjährigen Krieg. Im 8. Jahrhundert überschritt sodann Papst Stefan II. die Alpen und reiste zum Frankenkönig Pippin, um diesen zum Krieg gegen die Langobarden aufzufordern. Auch hier haben wir wieder das Gleiche. Die Langobarden herrschten in Italien – der Papst wollte die Macht in Italien übernehmen, die Langobarden standen ihm im Weg, wurden besiegt und verschwanden von der Landkarte. Gleichzeitig erreichte Papst Stefan durch einen dreisten Betrug, durch die sogenannte „Konstantinische Schenkung“, daß er einen Kirchenstaat bekam: In einer gefälschten Urkunde wurde behauptet, Kaiser Konstantin habe dem Papst 400 Jahre zuvor ganz Italien geschenkt. Damals begann also die Geschichte des sogenannten Kirchenstaates, in dem der Papst als weltlicher Herrscher ein militärisch abgesichertes Regiment führte.
Im 11. Jahrhundert war es dann Papst Gregor VII., der einen Bürgerkrieg in Deutschland entfesselte; dabei ging es nun nicht um Italien, sondern um die Macht im deutschen Reich. Deutschland wurde über Jahrzehnte hinweg verwüstet – und im Endeffekt wurde durch die Spaltung Deutschlands die Macht der Kirche gestärkt.
Übrigens war das Lieblingswort des Papstes Gregor: „Verflucht, wer sein Schwert abhält vom Blutvergießen“ – ein Wort aus dem Alten Testament (Jer 48,10). Wir sehen an dieser Stelle schon: Das Alte Testament fand sehr häufig Verwendung, wenn es darum ging, Kriege und Gewalt zu rechtfertigen. Warum? Im Alten Testament steht sehr vieles, das nicht von Gott inspiriert, sondern Menschenwerk ist. Mehr darüber in „Für kluge Köpfe und gute Analytiker: Wer sitzt auf dem Stuhl Petri?“, Band 1.
Im 12. Jahrhundert war es dann so, daß der Vatikan erst die Staufer unter Barbarossa gegen die Normannen unterstützte. Dann wechselte er die Seiten und hielt es mit den Normannen, gegen die Staufer. Immer zur rechten Zeit setzte sich der sogenannte „Heilige Stuhl“ für jene Völker ein, die gerade die mächtigsten waren, um dadurch seine eigene Machtposition zu festigen. Auch der Dreißigjährige Krieg wäre ohne die Kriegstreiberei insbesondere der Jesuiten am Habsburger Hof wohl kaum zustande gekommen.

So mancher Leser könnte hier einwenden: „Das war damals. Heute ist es doch ganz anders!“ Aber ist es heute wirklich anders? Hält man heute das Schwert ab vom Blutvergießen, oder wird das Schwert mehr mit Blut besudelt als je zuvor?

Die Vertreter der Kirchen setzten sich auch
im 20. Jahrhundert für Brudermord ein.

Ein Blick ins 20. Jahrhundert zeigt deutlich, daß die Kirche nach wie vor das Blutvergießen nicht bekämpft, sondern fördert. Im Ersten Weltkrieg forderte der Vatikanische Gesandte in Wien die damalige österreichische Regierung zur Härte – wörtlich: „scharfem Vorgehen“ – gegen Serbien auf und beschwor damit de facto den Ersten Weltkrieg mit herauf. Auch im Zweiten Weltkrieg verkündeten die deutschen Bischöfe bis zum Schluß Durchhalteparolen. Nach dem Krieg wollten sie davon natürlich nichts mehr wissen, doch während des Krieges trieben tatsächlich deutsche Bischöfe bis zum Schluß die Soldaten in den Krieg. Einer von ihnen, Kardinal Graf von Galen aus Münster, wurde inzwischen seliggesprochen; er wird noch heute wegen seines Einsatzes gegen die Euthanasie, die Ermordung Behinderter, als großer Widerstandskämpfer gefeiert. Doch das Leben der Soldaten erschien ihm offenbar weniger wertvoll. Graf von Galen ließ noch 1942 in einem Hirtenbrief die gefallenen Soldaten rühmen: „Sie wollten Blutspender sein, auf daß das an Altersschwäche und anderen Übeln erkrankte Volk wieder jugendlich gesunde und aufblühe. Sie wollten in einem neuen Kreuzzug mit dem Feldgeschrei ‚Gott will es’ den Bolschewismus niederringen, wie es vor wenigen Jahren der spanische Befreier Franco in einer Rede zu Sevilla mit christlicher Zielsetzung rühmte.“ (Karlheinz Deschner, „Die Politik der Päpste im 20. Jahrhundert“, Teil 2, S. 581)
Doch nicht nur dieser Kirchenmann setzte sich mit Eifer für das Gemetzel Mensch gegen Mensch, Bruder gegen Bruder, ein. Noch kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs, im Januar 1945, forderte der Würzburger Bischof Ehrenfried die Gläubigen auf: „Stellt euch aber auch auf Seiten der staatlichen Ordnung! ... Im Geiste des heiligen Bruno darf ich euch zurufen: Erfüllet gerade in Notzeiten eure Pflichten gegen das Vaterland! Denkt an die Mahnung des heiligen Paulus: ‚Jedermann unterwerfe sich der obrigkeitlichen Gewalt’.“ (Karlheinz Deschner, „Ein Jahrhundert Heilsgeschichte“, Bd. II, Köln 1983, S. 203)
Man kann nur ahnen, wie viele Millionen von Soldaten in den Tod gegangen sind, in den Schlachten andere getötet haben und selber getötet wurden, weil sie diesen kirchlichen Würdenträgern geglaubt hatten. Die evangelischen Bischöfe verbreiteten ebenfalls bis zum Kriegsende Ähnliches und stachelten unter dem Deckmantel der Vaterlandsliebe zu Feindeshaß auf.

Bei dem Völkermord in Kroatien (1941-1943) waren auch Kleriker beteiligt, z.B. Franziskanermönche. Einer von ihnen war Leiter eines KZs. Am schwerwiegendsten aber war, daß der damalige Erzbischof Stepinac von Zagreb auf der Seite des faschistischen Führers Pavelic stand. Erzbischof Stepinac war auch oberster Militärgeistlicher der faschistischen Ustascha-Miliz, die eine dreiviertel Million orthodoxer Serben ermordete. Man sieht auch hier wieder: Das Leben der Andersdenkenden, der Andersgläubigen, der Angehörigen anderer Konfessionen, war keinen Pfifferling wert, wenn die katholische Kirche die Macht innehatte. Der damalige Papst, Pius XII., empfing den Ustascha-Führer Pavelic mehrfach zu Audienzen und verabschiedete ihn jeweils mit den besten Wünschen „für die weitere Arbeit“. Noch 1998 wurde der soeben erwähnte Erzbischof Stephinac von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen.
So war es nicht nur in Jugoslawien. Der Vatikan hat damals mit allen faschistischen Regimen in Europa zusammengearbeitet. Laut Duden ist Faschismus eine „nach dem Führerprinzip organisierte, nationalistische, antidemokratische, antisozialistische und antikommunistische rechtsradikale Bewegung, Herrschaftsform.“ Es ist in der Öffentlichkeit wenig bekannt, wie intensiv der Vatikan z.B. das Mussolini-Regime in Italien unterstützte. Dies zeigte sich z.B. beim Überfall Italiens auf Abessinien 1935. „Nach einem Gelehrten der Harvarduniversität unterstützten wenigstens 7 italienische Kardinäle, 29 Erzbischöfe und 61 Bischöfe den faschistischen Überfall sofort ...“ (Karlheinz Deschner, „Abermals krähte der Hahn“, S. 598)

Ähnliches trug sich in Spanien zu, als das Franco-Regime an die Macht kam. Auch dort huldigte die Kirche – Bischöfe und Kleriker – dem neuen Führer. So schrieb z.B. Papst Pius XII. am 1. April 1939 an Franco: „Indem wir Unser Herz zu Gott erheben, freuen Wir Uns mit Ew. Exzellenz über den von der katholischen Kirche so ersehnten Sieg. Wir hegen die Hoffnung, daß Ihr Land nach der Wiedererlangung des Friedens mit neuer Energie die alten christlichen Traditionen wiederaufnimmt.“ (Karlheinz Deschner, „Kirche und Faschismus“, Wuppertal, 1968, S. 36)

Was darunter zu verstehen war, „die alten christlichen Traditionen wieder aufzunehmen“, hat dann Franco in den folgenden Jahren gezeigt: Es kamen – wohlgemerkt: nach Kriegsende! – mehr als 100.000 Republikaner hauptsächlich in Gefängnissen und bei Erschießungen zu Tode.
Wieder wird der eine oder andere jetzt vielleicht sagen: „Was interessiert mich 1939? Was 1941? Da war ich noch nicht geboren. Heute ist alles anders.“ – Wirklich?
Diesbezüglich interessant sind Äußerungen des derzeit amtierenden Inhabers des Stuhles Petri, Herrn Ratzinger, als Kardinal. Am 11. April 2003 kam über den katholischen Nachrichtendienst Katnet eine Meldung zur Reaktion des „Heiligen Stuhls“ nach dem Angriffskrieg der USA gegen den Irak und der Einnahme Bagdads durch die Amerikaner. Dort Herr Ratzinger wörtlich: „Wir sind froh, daß es so geschehen ist. Man konnte nicht vorhersehen, was hätte passieren können. Mit chemischen Waffen wäre alles möglich gewesen, doch nun kann man von vorn anfangen.“ Das also erklärte der damalige Präfekt der Glaubenskongregation, Herr Ratzinger; jetzt ist er der oberste katholische Kirchenfunktionär. Seine Erklärung lehnte sich inhaltlich an die Aussagen und Erklärungen der amerikanischen Regierung an.
Heute haben aber die damals auf amerikanischer Seite maßgeblichen Personen inzwischen zum Teil ein schlechtes Gewissen. In den Medien war zu hören, daß der damalige Außenminister Powell, der seinerzeit diesen Angriffskrieg vor der Weltöffentlichkeit, vor den Vereinten Nationen, begründete, sich nun dafür entschuldigte. Er bezeichnete es sinngemäß als das düsterste Kapitel seines Lebens, die Weltöffentlichkeit mit falschen Fakten belogen zu haben. Es gibt also offensichtlich noch Menschen, die sich für solche Dinge schämen und entschuldigen. Vom Vatikan hingegen hat man bis heute für die Einstellung, die in den Worten des Herrn Ratzinger zum Ausdruck kam, noch keine Entschuldigung gehört. Im Gegenteil: Noch im November 2004, wenige Monate vor seiner Wahl zum Papst, lehnte Ratzinger Pazifismus als „unchristlich“ ab (Radio Vatikan, 23.11.2004). Also lehnt er Christus ab, der Pazifist war!

Auch in der Gegenwart befürwortet der Stuhl Petri Kriege.

Papst Johannes Paul II., der bis heute als großer Friedensbringer gefeiert wird, war in Wahrheit ebenfalls ein Befürworter von Kriegen. Er hat z.B. 1991, während des damaligen Krieges gegen den Irak, Golfkrieg genannt, öffentlich bekannt: „Wir sind keine Pazifisten; wir wollen keinen Frieden um jeden Preis, sondern einen gerechten Frieden, Frieden und Gerechtigkeit.“ („Abendzeitung München“, 18.2.1991)
Wir sehen: Die uralte Lehre des Augustinus vom sogenannten „gerechten Krieg“ war auch bei Papst Johannes Paul II. sehr tief verwurzelt und hat auch in seinen Katechismus Eingang gefunden. 1995, als der Krieg in Bosnien, tobte, erklärte er öffentlich: „Das Recht auf Verteidigung muß umgesetzt werden zum Schutz der Zivilbevölkerung in einem ungerechten Krieg.“ („Abendzeitung München“, 24.7.1995)
Als daraufhin die Abendzeitung aus München groß die Schlagzeile brachte: „Der Papst ruft zum Krieg auf“, wurde dies von vielen als Ermunterung, ja als Aufforderung verstanden, Krieg zu führen. Kardinal Meisner aus Köln, ein sehr enger Vertrauter und Anhänger jenes Papstes wie auch des jetzigen, tat in einer Predigt im am 30.1.1996 vor Soldaten folgendes kund: „Einem Gott lobenden Soldaten kann man guten Gewissens Verantwortung über Leben und Tod anderer übertragen, weil sie bei ihm gleichsam von der Heiligkeit Gottes mit abgesichert sind.“ „Wem käme es in den Sinn, Soldaten, die auch Beter sind, dann noch als Mörder zu diskriminieren. Nein, in betenden Händen ist die Waffe vor Mißbrauch sicher.“ („Monitor“, 15.2.1996)
– Das also ist katholische Ideologie!
Ganz auf derselben Linie liegt die Einsetzung von Militärbischöfen und Militärgeistlichen, die die Soldaten moralisch unterstützen sollen. Wie so etwas aussehen kann, konnten wir u.a. 2003 miterleben. Nach einer Meldung der katholischen Presseagentur KNA vom 26.3.2003 erklärte der US-Militär-Erzbischof Edwin O’Brian, daß die im Irak eingesetzten Truppen mit gutem Gewissen kämpfen dürften. Er erklärte, es sei „völlig angemessen, daß die Mitglieder unseres Militärs von der Integrität und der Entscheidungsfähigkeit unserer Führer ausgehen und deshalb ihre militärischen Pflichten guten Gewissens ausführen“.
Das ist wieder nichts anderes als die totale Verhöhnung der Lehre Jesu! Es ist undenkbar, daß Jesus, der Christus, einen Krieg befürwortet hätte. Er lehrte die absolute Gewaltlosigkeit.

Warum gehen die kirchlichen Kriegsaufwiegler
heute nicht dem Heer voran?

Grundsätzlich stellt sich die Frage: Kann man mit Leid, mit Menschenblut, mit Grausamkeit und Tod Frieden und Gerechtigkeit schaffen? Und: In früheren Zeiten gingen ganz selbstverständlich die Heerführer den Soldaten voran – warum gehen die Kriegsaufwiegler heute nicht dem Heer voran?
Tatsächlich zogen im Mittelalter Päpste mit in die Schlacht, ebenso Bischöfe, von denen auch einige bei den Kampfhandlungen fielen. Heute hingegen rechtfertigen Päpste, Bischöfe und Theologen Kriege und rufen zum Krieg auf, werden sich jedoch hüten, selbst ein Gewehr in die Hand zu nehmen. Weshalb tun sie das nicht? Wenn sie einen Krieg für so gerechtfertigt halten – müßten sie als Vorbilder da nicht mit gutem Beispiel vorangehen?
Ja, sollte man also nicht all jene im Volk, die für den Krieg sind, aufrufen, dem Heer voranzugehen und sich somit als die „guten Vorbilder“ zu erweisen? Wie heißen sie denn alle, die den Krieg befürworten? Rufen wir sie doch auf! Wer sollte dem Heer vorangehen, also Heerführer sein?
Ganz aktuell wäre Herr Ratzinger zu bitten, in den Krieg zu ziehen, denn er warnt schließlich vor Pazifismus und lehnt diesen als „unchristlich“ ab, so geschehen im Jahre 2004. Also, Herr Ratzinger, wenn Pazifismus „unchristlich“ ist, dann nehmen doch Sie das Schwert bzw. das Gewehr in die Hand und ziehen in den Krieg!
Herr Meisner müßte natürlich ebenfalls an die Front geschickt werden, denn er hat ja „betende Hände“, in denen, wie er sagt, „die Waffe vor Mißbrauch sicher“ ist. Kardinal Meisner kann seinen Satz ja einmal auf sich selber beziehen und ein „Gott lobender Soldat“ werden.
Unter vielen anderen hätte sich auch der Erzbischof Angelo Comastri für den Kriegsdienst qualifiziert. Er segnete im Jahr 2000 im Marienwallfahrtsort Loreto eine Kampffliegerstaffel der italienischen Luftwaffe. Das Bild ging durch die Presse: Der Bischof segnet mit dem Weihwasserwedel die Kampfflugzeuge. („Passauer Neue Presse“, 11.9.200, Überschrift: „Marias Segen für italienische Kampfflieger)
Wäre es nicht glaubwürdiger, wenn er sich selbst in eine solche Maschine setzen würde, denn schließlich gibt er ja den Segen zum Abwerfen von Bomben auf seine Mitmenschen?
Eigentlich müßten alle Militärbischöfe an vorderster Front ihren Soldaten vorangehen, u.a. der jetzt in Augsburg neu ernannte Bischof Mixa, der sich als Militärbischof der katholischen Institution einen Namen gemacht hat. Auch ihn könnten wir auffordern, beim nächsten Kampfeinsatz vor seinen Soldaten herzumarschieren.
Auch Pater Eberhard von Gemmingen, der das deutschsprachige Radio Vatikan betreibt, sollte in den Krieg ziehen, denn er befürwortet den „gerechten Krieg“. Er schreibt auf die Frage, ob der „gerechte Krieg“ nicht der Haltung Jesu widerspräche: „Jesus gibt mit dem Aufruf zur Gewaltlosigkeit nur einen Rat. Es ist kein Befehl, kein Gebot. Das Naturrecht erlaubt die Selbstverteidigung.“ Als man nun wissen wollte, ob Jesus denn nicht Pazifist gewesen wäre, antwortet er: „Ich würde Jesus lieber nicht Pazifist nennen, denn damit wird er in eine ideologische Ecke gestellt.“ Somit wäre Herr von Gemmingen ebenfalls ein Kandidat für den aktiven Einsatz im Kriegsgeschehen.
Die Aussage des Herrn von Gemmingen über Jesus ist schon sehr bemerkenswert. Der Mensch übt Gewalt aus. Der Mensch führt Kriege. Die Kirche unterstützt Kriege; sie ruft zu Kriegen auf. Sie ist der Meinung: Wer siegt, hat recht. Und sie ist auch der Meinung, jeder, der das vertritt, was Jesus lehrte, sei ein „Ideologe“. Jesus lehrte – und Christus lehrt es heute wieder in Seinem Prophetischen Wort durch Gabriele –, daß man durch Gewalt und Kriege keine Gerechtigkeit, keine bessere Welt schaffen kann, sondern daß man dadurch nur Gegengewalt auslöst. Das ist in den Augen der Kirche eine „Ideologie“, eine Weltanschauung, die man nicht vertreten sollte. Hier zeigt sich ganz klar, wes Geistes Kind die Kirche ist! Sie steht nicht auf der Seite Gottes, sondern auf der Seite des Widersachers.
Die Aussage von Gemmingens ist noch in einer anderen Hinsicht bezeichnend: Kennt er seine Bibel nicht? Was hat Jesus, der Christus, gelehrt, und wie hat Er sich verhalten? Hat Er nicht das Gebot „Du sollst nicht töten“ in Seiner Bergpredigt noch erweitert? Untersagte Er nicht sogar, als man Ihn gefangennehmen wollte, Seinem Jünger die Gewaltanwendung zur Selbstverteidigung, indem Er sprach: „Stecke dein Schwert in die Scheide“? Und Er fügte hinzu: „... denn alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen.“
Natürlich war Jesus kein Leisetreter. Natürlich war Er kein anpaßlerischer Karrierist, sondern Er sprach stets die Wahrheit offen aus. Er stellte klar. Er klärte auf. Er mahnte. Doch nie rief Er dazu auf, zur Waffe zu greifen. Nie rief Er dazu auf, einen „gerechten Krieg“ zu führen. Er hat überhaupt nie Gewalt in irgendeiner Form gutgeheißen. Wenn also heute jemand in angeblich Seinem Namen den Krieg befürwortet und den Pazifismus verteufelt, dann weiß man, wer dahintersteckt – wiederum der Stuhl Petri, ein totalitärer Götzenkult mit seinen Götzendienern, die die Lehre des Jesus, des Christus, für ihre Zwecke mißbrauchen.

Bei Karlheinz Deschner ist in dem Buch „Abermals krähte der Hahn“ folgende Aussage von Professor Gundlach zu lesen, einem Jesuiten, der zeitweilig Rektor am Päpstlichen Gregorianum in Rom war. Er schreibt: „Der Staat hat Träger und Verteidiger des Rechts zu sein – er kann nicht die Bergpredigt üben!“ Und selbst, wenn die Welt durch einen Atomkrieg unterginge, würde das wenig bedeuten, denn, so schreibt der Jesuit, „wir haben erstens sichere Gewißheit, daß die Welt nicht ewig dauert, und zweitens haben wir nicht die Verantwortung für das Ende der Welt. Wir können dann sagen, daß Gott, der Herr, der uns durch seine Vorsehung in eine solche Situation hineingeführt hat oder hineinkommen ließ, wo wir dieses Treuebekenntnis zu seiner Ordnung ablegen müssen, dann auch die Verantwortung übernimmt.“ (S. 674) Als Gipfel der Unverschämtheit schiebt man also auch noch Gott die Verantwortung zu!

Die Kirche scheut sich auch nicht, das Wort des Jesus, des Christus, zu verdrehen und zu fälschen. Als Jesus sagte „Wer das Schwert nimmt, der wird durch das Schwert umkommen“, hätte das eine Warnung sein können, die dem gesunden Menschenverstand einleuchtet. Doch das Wort Jesu wird in Kirchenbibeln oft falsch übersetzt. So findet man in einigen Bibeln die Formulierung: „Wer das Schwert nimmt, der soll durch das Schwert umkommen.“ Daraus wiederum wird abgeleitet, man dürfe sich also durchaus mit dem Schwert verteidigen oder Kriege führen. Ja, diese Aussage stellt es geradezu als gottgewollt und als logische Konsequenz hin, daß der „umkommen soll“, der seinerseits zuvor das Schwert gezückt hatte. – Was ist dies wiederum anderes als eine bewußte Verhöhnung des Jesus, des Christus?

Der Stuhl Petri sicherte den Teilnehmern an Kreuzzügen
Absolution für alle ihre Sünden zu.

Was die Kirche hier vertritt, kann man mit Fug und Recht als heidnische Ideologie bezeichnen. Und welche Folgen, Wirkungen und Auswirkungen hatte und hat diese? Wir dürfen nicht vergessen: All das, was die katholische Kirche an Lehrweisheiten von sich gibt, bleibt nicht quasi wie ein abstraktes Programm im luftleeren Raum stehen, sondern das Gesagte hat Auswirkungen auf Menschen, auf Tiere, auf ganze Länder, unmittelbar und mittelbar. Soeben wurde der Krieg im Irak, in Bagdad, erwähnt. Wenn von Bagdad die Rede ist, vom Orient, so denkt man unwillkürlich an Arabien. Gehen wir doch einen Sprung in der Zeit zurück – es ist ja nicht das erste Mal, daß sogenannte Christen glauben, sie müßten die Araber zum Besseren bekehren. Das begann ja schon vor knapp tausend Jahren, nämlich in den Kreuzzügen.
Tatsächlich waren es auch hier die Päpste, die zum Kreuzzug, also zum Morden, aufforderten. Im Jahr 1095, am 27. September, bestieg Papst Urban II. ein Podest, das auf einem Feld jenseits des Osttores der französischen Stadt Clairmont errichtet worden war, und rief in seiner Predigt zu einem Kreuzzug auf, zu einem „Krieg für das Kreuz“. In einem solchen Kreuzzug konnte man sich, so versprach der Papst, die Gnade Gottes und einen Sitzplatz nahe Seinem Thron „verdienen“, indem man tötete. Das ist nachzulesen in dem Buch „Als die Kirche Gott verriet“ von Michael Baigent und Richard Leigh. Es war also wirklich so, daß dem sogenannten „guten Christen“ hiermit die Lizenz zum Töten gegeben wurde. Automatisch erhielt er auch die Absolution für alle seine Sünden, wenn er an diesem Kreuzzug teilnahm, von dem wir ja wissen, daß die Soldaten „im Blut wateten“ und Millionen von Menschen ihr Leben lassen mußten.
Der „Freibrief“, den der Papst hier gegeben hatte, wurde voll genutzt, denn es fanden zwischen 1096 und 1291 sieben Kreuzzüge ins „Heilige Land“ statt. Nach Schätzung des Schriftstellers Hans Wollschläger sind dabei insgesamt 22 Millionen Menschen ums Leben gekommen. Bei der Eroberung Jerusalems im Jahre 1099 wurden etwa 70.000 Muslime und Juden im Blutrausch umgebracht. Es gab riesige Massenenthauptungen von Gefangenen und Zivilisten. Das Massaker dauerte einen und einen halben Tag. Und was geschah nach diesen Ermordungen? Darüber heißt es in einer Chronik: „Dann, glücklich und vor Freude weinend, gingen die Unsrigen hin, um das Grab unseres Erlösers zu verehren.“ (Karlheinz Deschner, „Abermals krähte der Hahn“, S. 582)

Gert von Paczensky schreibt in seinem Buch „Teurer Segen“: „Der Aufruf Papst Urbans II. vom 27. November 1095 hatte mehr als eine Million Menschen auf entsetzliche Weise zu Tode gebracht – Moslems, Juden und Christen, Männer, Frauen und Kinder. ‚Am 14.7.1881 wurde Urban II. von der Alleinseligmachenden Kirche offiziell in den Kanon der Seligen aufgenommen’.“ (Gerd von Paczensky, „Teurer Segen“, S. 27; er zitiert am Ende Hans Wollschläger „Die bewaffneten Wallfahrten gen Jerusalem“, S. 41)
Man darf nicht vergessen, daß alle diese Massaker damals unter Vorspiegelung eines gottgewollten Vorgehens vollzogen wurden. Hört man heute, daß Muslime einen „gerechten Krieg“ gegen die „Christen“ führen, so wird oft davon berichtet, daß die Muslime sich selbst auch „Gotteskrieger“ nennen und die sogenannten Christen als „Kreuzritter“ bezeichnen. Sie beziehen sich also in ihrem Kampf gegen die westliche Welt auf diese damaligen Kreuzzüge. Man könnte fast vermuten, heute wie damals bestünden ähnliche Konstellationen, daß also ähnliche Menschen heute wieder hier sind, nur mit umgekehrtem Vorzeichen. Und wenn sich dann katholische Theologen oder katholische Politiker Gedanken darüber machen, woher denn diese Gewaltbereitschaft von moslemischer Seite kommt, dann blenden sie einfach die Tatsache aus, daß die katholische Kirche das ja schon vor Jahrhunderten quasi vorgemacht hat.
Doch nicht nur die Gewaltbereitschaft auf Seiten der Islamisten, also von Fundamentalisten auf muslimischer Seite, ist letzten Endes auf die Kreuzzüge zurückzuführen.
Stellen wir einmal die Frage: Worin ist die Gewaltbereitschaft, auch in Deutschland, begründet? Der Rechtsradikalismus, die Ausländerfeindlichkeit, der Fremdenhaß? Bedenken wir: Es gab auch Kreuzzüge z.B. gegen die Slawen im Osten Europas. Man hat einmal ausgerechnet, daß in 400 Jahren 170 Kriege von deutschen Kaisern und Fürsten gegen die Slawen geführt worden sind, teilweise mit Bischöfen an der Spitze. Der Bischof Arn von Würzburg ist 871 selber mit in die Schlacht gezogen, 892 noch einmal und ist dabei auch ums Leben gekommen. (Karlheinz Deschner, „Kriminalgeschichte des Christentums“, Band 5, S. 153)

Der „heilige“ Bonifatius hat die Slawen gar als „das abscheulichste und schlechteste Geschlecht der Menschen“ bezeichnet. (Karlheinz Deschner, „Kriminalgeschichte des Christentums“, Band 5, S. 149 f.) Auch hier hat also die Kirche den Grundstein für diese Massaker an den Nachbarvölkern der Deutschen gelegt. Und als das Bistum in Bamberg errichtet wurde – durch einen „Heiligen“, nämlich Kaiser Heinrich II. –, da gab es folgenden Anlaß dazu.

Auf einer Frankfurter Synode wurde protokolliert, dieses Bistum solle eingerichtet werden, damit „das Heidentum der Slawen vernichtet werden und der Name Christi dort für immer in feierlichem Andenken stehen soll.“ (Karlheinz Deschner, „Kriminalgeschichte des Christentums“, Band 6, S. 71) – Ist es ein Wunder, daß es in einem Land, in dem solche Leute bis heute als „Heilige“ verehrt werden, heute immer noch Ausländerfeindlichkeit und Rechtsradikalismus gibt?

Ob Rom, ob Luther:
ausgeprägte Judenfeindlichkeit

Wenn von Rechtsradikalismus die Rede ist, darf die Haltung der Vatikankirche gegenüber den Juden nicht unerwähnt bleiben. Die deutschen Juden waren die ersten Opfer der Kreuzzüge. Noch bevor die Kreuzritter im „Heiligen Land“ ankamen, vernichteten sie zur Gänze die jüdischen Gemeinden in Worms und in anderen Städten, denn diese waren angeblich die „Feinde der Christen“ – so hatte es die Kirche über viele Jahrhunderte hinweg gelehrt. Daher lag es nahe, dieser Verteufelung die Tat folgen zu lassen. Und, nicht zu vergessen: Man brauchte Geld für den begonnenen Kreuzzug. Außerdem war die Liquidation der deutschen Juden eine willkommene Gelegenheit, seine Aggressionen möglichst schnell auszutoben. Also fiel man über die Juden her.
Die Judenfeindlichkeit kommt auch in dem zum Ausdruck, was der Historiker Pinchas Lapide herausgefunden hat: 114 von damals 266 römischen Bischöfen erließen auf 96 Kirchenkonzilien Gesetze gegen die Juden. (Uli Weyland, „Strafsache Vatikan – Jesus klagt an“, S. 363)
Hört man von Antisemitismus, so denkt manch einer, dieser sei dem Gedankengut Adolf Hitlers entsprungen. Geschichtliche Tatsache ist jedoch, daß schon während der Zeit der Kreuzzüge die Juden aufgrund von Konzilsbeschlüssen besondere Kleidung tragen mußten. Der Judenstern ist also keine Erfindung von Adolf Hitler. Die Juden durften schon im Mittelalter teilweise keine Synagogen mehr bauen. Sie durften an Feiertagen nicht auf die Straße. Sie mußten in Judenvierteln wohnen. Sie wurden diskriminiert und bei ihrer Ausbildung benachteiligt; sie durften z.B. keine akademischen Grade erwerben. All diese Gegebenheiten nahmen später die Nazischergen zum Anlaß, ihrerseits die Diskriminierung, Ausgrenzung und schlußendliche Vernichtung jüdischer Mitbürger als begründet hinzustellen.
Der berüchtigte Julius Streicher berief sich bei den Nürnberger Prozessen zur Rechtfertigung des Holocaust ausdrücklich auf Martin Luthers Hetzreden gegen die Juden. Und Hitler bemerkte in seinem Buch „Mein Kampf“: „Ich tue nur, was die Kirche seit 1500 Jahren tut, allerdings gründlicher.“ Wir sehen, auch der Antisemitismus im Deutschen Reich der Nationalsozialisten geht letztlich auf die Vatikankirche zurück und auf ihren Ableger, die Lutherkirche.
Weil allgemein die Ansicht herrscht, der Protestantismus sei im Vergleich zum Katholizismus freiheitlich-liberal, soll bei dieser Gelegenheit klar gesagt werden: Die Lutherkirche ist trotz der Abspaltung vor ungefähr 500 Jahren nicht sehr weit entfernt von der Ideologie der Vatikankirche. Gerade Martin Luther hat oftmals den Ideologien der Vatikankirche noch die Krone aufgesetzt.
Luther hat sich sogar besonders darin hervorgetan, die Judenverfolgung zu fordern. In seinem Buch „Von den Juden und ihren Lügen“ z.B. heißt es: „ ... daß man ihre Häuser dergleichen zerbreche und zerstöre, dafür mag man sie etwa unter ein Dach oder einen Stall tun. Man soll ihre Synagogen oder Schulen mit Feuer anstecken, unserem Herrn und der Christenheit zu Ehren, damit Gott sehe, daß wir Christen seien.“ („Der achte und letzte aller Bücher und Schriften des teuren seligen Mans Gottes, Doctoris Martini Lutheri vom 42. Jan an, Tomos 8, Jena 1562“, zit. nach www.theologe.de/theologe4.htm) Oder er fordert, „daß man ihnen verbiete, bei uns öffentlich Gott zu loben, zu danken, zu beten, zu lehren, bei Verlust des Leibes und Lebens.“ Dann geht es weiter: „Man soll ihnen das ganze Geld wegnehmen, ihnen das freie Geleit nehmen.“ Letzteres besagt, sie sollen sich nicht mehr frei auf der Straße bewegen dürfen. Und zusammenfassend sagt Luther: „... daß ihr und wir alle der teuflischen Last der Juden entladen werden.“
Wenige Tage vor seinem Tod beklagt Luther, daß trotz seiner Aufrufe noch niemand etwas gegen die Juden unternimmt. Spätere Generationen – auch die Nationalsozialisten – haben diesen „frommen“ Wunsch des honorigen Kirchenmannes aufgegriffen. Dann hieß es: Jetzt ist die Zeit gekommen – nun handeln wir!

Bekannt geworden ist der Aufruf von Landesbischof Martin Sasse im Jahre 1938. Als die Synagogen in Deutschland ausgerechnet an Luthers Geburtstag in Brand gesteckt wurden, da freut er sich und jubelt. Wörtlich heißt es: „Am 10. November 1938, an Luthers Geburtstag, brennen in Deutschland die Synagogen. In dieser Stunde muß die Stimme des Mannes gehört werden, der als der Deutschen Prophet im 16. Jahrhundert einst als Freund der Juden begann, der, getrieben von seinem Gewissen, getrieben von den Erfahrungen und der Wirklichkeit, der größte Antisemit seiner Zeit geworden ist.“ (Martin Sasse, „Martin Luther über die Juden: Weg mit ihnen!“, Freiburg 1938, zit. nach www.theologe.de/theologe4.htm) Ein erschütterndes Dokument zur Urheberschaft der Kirche – hier der Lutherkirche – für die Massaker, die durch unterschiedliche politische Führer erfolgten.
Mit gutem Recht kann also gesagt werden: Die Untaten des Adolf Hitler an den Juden wurden von der Kirche nicht nur geduldet, sondern waren zuvor von dieser mit vorbereitet, mit gefördert und ideologisch untermauert worden.

Der Holocaust – die Folge
des kirchlichen Antijudaismus

Es ist heute unbestritten, daß die Kirchen ebenfalls dazu beitrugen, daß Adolf Hitler an die Macht kam. Nicht nur die Lutherkirche, sondern auch der spätere Papst Pius XII. hat bekanntlich mit den Nationalsozialisten kooperiert – und pikanterweise Verträge geschlossen, aus denen die Vatikankirche heute noch Forderungen an den deutschen Staat herleitet. Und es ist so manchem steuerzahlenden Staatsbürger unerfindlich, daß die Milliardenforderungen der Vatikankirche in Form von Subventionen vom deutschen Staat immer noch anstandslos, wie selbstverständlich, gewährt werden – auf Kosten des Steuerzahlers, versteht sich, unabhängig davon, ob dieser Mitglied der Kirche ist oder nicht.
Angesichts der dargelegten Fakten ist es eine dreiste Geschichtslüge, wenn der jetzige Papst beim Besuch der jüdischen Synagoge in Köln behauptet, der Holocaust sei die Folge einer neuheidnischen Ideologie gewesen, aber nicht des kirchlichen Antijudaismus.

Der Historiker David Kertzer ist in seinem bedeutenden Buch „Die Päpste gegen die Juden“ dieser Frage nachgegangen und bezeichnet es als „unbequeme Wahrheit“, daß sich die durch „die Nürnberger Gesetze der Nationalsozialisten und die Rassengesetze der italienischen Faschisten festgelegten Bestimmungen, die die Juden ihrer bürgerlichen Rechte beraubten, auf das Vorbild der Maßnahmen stützten, die die katholische Kirche von jeher ergriffen hatte. Noch im 19. Jahrhundert wurden im Kirchenstaat Juden, die ohne das vorgeschriebene gelbe Abzeichen angetroffen wurden, gefangengenommen; noch in den 1850er Jahren war der Papst bestrebt, die Juden aus den meisten Orten seines Herrschaftsgebiets zu vertreiben und sie zu zwingen, in den wenigen Städten zu leben, wo es Ghettos gab, sie einzusperren.“ (S. 15) Kertzer kommt nach intensivem Studium der vatikanischen Dokumente zu dem Ergebnis: „Der Übergang von den mittelalterlichen Vorurteilen gegen die Juden zur modernen, politischen antisemitischen Bewegung, der sich innerhalb weniger Jahrzehnte vor dem Holocaust vollzog, hatte in der katholischen Kirche einen seiner wichtigsten Architekten.“ (S. 16)
Hier können natürlich nicht alle Verbrechen aufgeführt werden, die die Kirche initiierte und unterstützte. Aufgrund der von der Kirche ausgehenden Verfolgung der Juden sind, wie dargelegt, schon im Mittelalter Hunderttausende von Menschen getötet worden. Später, unter Adolf Hitler, kam eine noch weit höhere Zahl jüdischer Mitbürger ums Leben.

100 Millionen Tote als Ergebnis einer „bewundernswerten Evangelisierung“

Daß in Amerika mit Billigung, durch den Einfluß und unter Mitwirkung der Kirche eine horrend hohe Zahl von Menschen in den Tod gingen, ist den wenigsten bekannt. Die Opfer der Eroberung Amerikas werden auf 100 Millionen Menschen geschätzt. Werfen wir kurz einen Blick auf dieses düstere Kapitel der Vatikankirche:
Schon in den ersten 50 Jahren nach der Entdeckung Amerikas durch die katholischen Spanier waren bereits eine Million Indianer auf den Karibik-Inseln entweder ermordet, durch Zwangsarbeit zu Tode geschunden worden oder an Infektionen gestorben. Nach Ablauf von 150 Jahren waren es dann die soeben genannten 100 Millionen. Das bestätigt u.a. eine Veröffentlichung der „Südwest Presse“ am 2.5.1992.
Wie überaus grausam die Indianer damals abgeschlachtet wurden, ist in Aussagen von Zeitzeugen belegt. Es ist eine grauenvolle Blutspur, die die Kirche auf dem neuen Kontinent hinterließ! Lassen wir hier den Augenzeugen Las Casas zu Wort kommen: „Die Christen drangen unter das Volk, schonten weder Kind noch Greis, weder Schwangere noch Entbundene, rissen ihnen die Leiber auf und hieben alles in Stücke, nicht anders, als überfielen sie eine Herde Schafe ... Sie wetteten miteinander, wer unter ihnen einen Menschen auf einen Schwertstreich mitten voneinander hauen, ihm mit einer Pike den Kopf spalten oder das Eingeweide aus dem Leibe reißen könne. Neugeborene Geschöpfchen rissen sie bei den Füßen von den Brüsten ihrer Mutter und schleuderten sie mit den Köpfen wider die Felsen. Andere schleppten sie bei den Schultern durch die Straßen, lachten und scherzten dazu, warfen sie endlich ins Wasser und sagten: »Da zapple nun, du kleiner schurkischer Körper.« Andere ließen Mutter und Kind zugleich über die Klinge springen.“ (Karlheinz Deschner, „Memento“, S. 178) So geht es seitenweise – ein schauriger Bericht über diese unglaublichen und mehr als barbarischen Verbrechen.
Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, wie der vorige Papst, Johannes Paul II., bei einem Besuch dieser Länder die schändlichen Taten der Kirche verbrämte; er sprach von einer „bewundernswerten Evangelisierung“ , die die dortigen Menschen erfahren hätten. („Spiegel Special“, 3/2005)
Als Johannes Paul II. auf Haiti zu einer seiner vielen Reisen unterwegs war – allein auf Haiti waren über eine Million Indianer umgekommen –, sagte der Papst, die Kirche sei dorthin gekommen, „um Christus, den Erlöser, zu verkünden, um die Würde der Eingeborenen zu verteidigen, für eure unantastbaren Rechte einzutreten“, „das Reich Gottes bei euren Vorfahren präsent zu machen ... Seitdem öffnete sich dieses geliebte Volk hier dem Glauben an Jesus Christus ... Gepriesen sei der Herr, der mich hierher geführt hat, wo für diesen Kontinent zu Gottes Ruhm und Ehre die Zeit des Heiles begonnen hat.“ (Karlheinz Deschner, „Memento“, S. 178)
Es ist nicht zu fassen! Hundert Millionen Menschen kommen um, und der Papst spricht von einer „Zeit des Heiles“, die damals begonnen habe. Und heute soll dieser Papst zum „Heiligen“ erhoben werden. Sind Lüge und Volksverdummung denn mit einer Heiligsprechung zu vereinbaren?

Die Inquisition –
Terror und Geschäft zugleich

Was soeben dargelegt wurde, treibt so manchem die Zornesröte ins Gesicht. Es erinnert den einen oder anderen auch an eine weitere überdimensionale Katastrophe, die von der Vatikankirche mitverursacht wurde, nämlich an den Hexenwahn. Denn ähnlich brutal und sadistisch, ja man kann schon sagen, pathologisch, sind die Kirchenmänner gegen die sogenannten Hexen vorgegangen. Auch darauf wollen wir nur kurz eingehen.
Die Zahl der Opfer des kirchlichen Hexenwahns zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert wird auf mindestens 40000 bis 80000 geschätzt. Die Hexenverfolgung war eine groß angelegte Verteufelungs- und Vernichtungsbewegung, deren Ausläufer bis ins 19. Jahrhundert hineinreichten. Wie der Name schon sagt, waren davon überwiegend Frauen betroffen – Frauen, die ja seit eh und je von der Kirche als „minderwertig“ oder als „Irrtum der Natur“ bezeichnet worden waren. Ausführlich berichtet darüber der zweite Band des Buches „Für kluge Köpfe und gute Analytiker: Wer sitzt auf dem Stuhl Petri?“.
Doch nicht nur Frauen und Greise, alte Leute, Männer – auch viele Kinder wurden gefoltert, verbrannt oder anderweitig umgebracht. Und wer waren die Täter?
Da ist z.B. Fürstbischof Julius Echter (Regierungszeit 1573 – 1617), der in Würzburg residierte. Von ihm heißt es heute noch im Volksmund: „Julius Echter – der Schlächter“; oder auch „Julius Echter – Spitzbub-Schlächter“. Das klingt fast verharmlosend. Doch wer ein „Spitzbube“ war und geschlachtet werden sollte, das bestimmte damals vornehmlich die Kirche.
Jedenfalls steht auch heute Julius Echter in der „schwarzen“ Stadt am Main hoch in Ehren. Wer Würzburg besucht, lernt automatisch auch den Namen dieses Unholdes – meist in Verbindung mit seinem Konterfei – kennen: Eine der Hauptstraßen Würzburg ist die „Julius-Promenade“, in der ein überlebensgroßes steinernes Denkmal des fanatischen Gegenreformators errichtet ist, der 1588 die Protestanten aus der Stadt vertreiben ließ. Es steht gleich gegenüber dem „Julius-Spital“, das zur Universitätsklinik Würzburg gehört. Dieses Spital wurde auf dem Gelände eines jüdischen Friedhofs gebaut, den Echter kurzerhand enteignen und einebnen ließ. Außerdem gibt es in der Stadt ein Echter-Bier, ein Echter-Haus, einen Echter-Verlag und vieles mehr.
Es scheint sich kaum einer an der schwarzen Vergangenheit dieses finsteren Mannes zu stören, der Frauen und sogar Kinder zuhauf foltern und umbringen ließ und sich ihr Vermögen einverleibte. Er ließ sogar eigens Verbrennungsöfen für die Hinrichtungen bauen.
Während Echter und einer seiner Nachfolger, sein Neffe, Philipp Adolf von Ehrenberg (Regierungszeit 1623 – 1631), unter dem das Hexenbrennen in Würzburg einen traurigen Höhepunkt erreichte, pompöse Grabmäler im Dom erhielten, erinnert an die Opfer fast nichts.
„Onkel Julius“ hatte übrigens einen zweiten Neffen, der als Georg Fuchs von Dornheim im Nachbarbistum Bamberg (1623-1633) zum dortigen grausamsten Hexenbrenner avancierte. Man sieht am Ergebnis, wo der Schwerpunkt der Erziehung der beiden Neffen lag, um die sich der Onkel persönlich kümmerte.

Und was waren die wesentlichen Motive des Hexenwahns? Zum einen, Menschen zu quälen und zu töten, massives Ausleben von Machtgelüsten; zum zweiten wollte man jegliche Abweichung vom „rechten Glauben“ vernichten und verfolgte daher die „Hexensekte“. Und schließlich ging es schlichtweg darum, das Vermögen der Diskriminierten zu konfiszieren.
Hierzu ein Beispiel aus dem Bistum Würzburg vom 10. Juni 1627: „Fürstbischof Philipp Adolf von Ehrenberg in Würzburg veröffentlichte ein Mandat, in dem er befiehlt, die Güter der wegen Hexerei Verurteilten einzuziehen und unter Amtsverwaltung zu stellen. Diese unterstand ihm als Landesherrn.“ (Rainer Schepper, „Das ist Christentum“, S. 320.)
Die gesamte Habe aller Hexen und Ketzer, die verbrannt wurden, kassierte also wieder die Kirche. Ein einträgliches Geschäft! Und wer stand hinter diesen Vorgängen? Der, der davon profitierte: die Kirche, sowohl die katholische als auch die Lutherkirche.

Die Hauptverantwortung für die Vorgänge im Zusammenhang mit dem Hexenwahn liegt ganz eindeutig bei der Kirche. Es gibt ganz „Schlaue“, die das in Frage stellen wollen, aber die Entwicklung, die dahin führte, kann sehr genau nachverfolgt werden:
Es war das Buch „Der Hexenhammer“ aus dem Jahr 1487, das die Hexenverfolgung in großem Stil erst ermöglichte. Dieser „Hexenhammer“ stammt von einem Dominikanermönch namens Heinrich Kramer, lateinisch „Institoris“. Die Druckerkunst, die im 15. Jahrhundert erfunden worden war, trug dazu bei, daß sich dieses teuflische Werk rasch weit verbreitete. Papst Innozenz VIII. gab dazu die päpstliche Druckerlaubnis und brachte überdies eine „Hexenbulle“ heraus.
Übrigens: Auch im Fall der Eroberung Amerikas liegt eindeutig die Verantwortung bei der Vatikankirche, denn sie stimmte die Spanier ideologisch darauf ein, daß Indianer Menschen zweiter Klasse seien. Der ganze Feldzug zur Eroberung des Landes, wurde damit gerechtfertigt, daß hier „der Glaube“ verkündet werden sollte. –
In beiden Fällen trägt also die Schuld die Kirche. Das räumte – allerdings mit beschönigenden Worten – auch Papst Johannes Paul II. ein, indem er, wie schon gesagt, von einer „bewundernswerten Evangelisierung“ sprach, die zu einer „Ausweitung der Heilsgeschichte“ beigetragen habe. Das grausame Geschehen rühmte er am Ende jedoch triumphierend als „glückliche Schuld“. (Spiegel Special 3/2005, S. 91) Wer die ursächliche Schuld der Kirche an Inquisition und Hexenverfolgung kleinzureden versucht, betreibt also Geschichtsklitterung.

Karlheinz Deschner schreibt in „Abermals krähte der Hahn“: „Neben der Folter hing das Kreuz, und während der Tortur besprengte man die Marterwerkzeuge mehrmals mit Weihwasser. Beim Zusammentreten des Ketzergerichtes flehte man den Heiligen Geist an, gestattete jedoch dem Opfer keine Verteidigung und keinen Rechtsbeistand. ... Die Hinrichtung der ‚Ketzer’, die meist an einem Festtag stattfand, gestaltete die Catholika zu einer Schaustellung ihrer unbeschränkten Gewalt. Sonderreiter luden das Volk ein. Man nahm hohe Preise für Fensterplätze und gab jedem Gläubigen, der Holz für den Scheiterhaufen herbeischleppte, einen vollkommenen Ablaß. ... Während der Häretiker, je nach Windrichtung, erstickte oder langsam verbrannte, sangen die versammelten Katholiken das Lied »Großer Gott, wir loben Dich«.“ (S. 548)

Die Hexenverfolgung, die eng mit der Inquisition zusammenhängt, ist eine solch unglaubliche und offensichtliche Mißachtung zum einen des menschlichen Lebens, zum anderen der Lehre des Jesus, des Christus, daß man eigentlich annehmen könnte, die Kirche unserer Zeit nähme davon Abstand. Doch was sagt Herr Ratzinger heute? Er verlautbarte kurz vor seiner Wahl zum Papst: „Wir versuchen heute das, was nach damaligen Methoden, zum Teil kritisierbar, gemacht worden ist, jetzt aus unserem Rechtsbewußtsein zu machen. Aber man muß doch sagen, daß Inquisition der Fortschritt war, daß nichts mehr verurteilt werden durfte ohne Inquisitio, das heißt, daß Untersuchungen stattfinden mußten.“ – Eine üblere Verhöhnung der Opfer, der vielen, vielen tausend Opfer dieser Verbrechen, kann man sich nicht vorstellen!
Am Tag seiner Wahl zum Papst brachte das ZDF eine Sondersendung über das Leben des Joseph Ratzinger. Hier erklärte Ratzinger zum Thema Inquisitionsprozesse, bei Galilei habe man sich geirrt; viele andere seien jedoch Giftmischer und Zauberer gewesen. Diese Aussage zeigt, wie der „Großinquisitor“ Ratzinger sogar heute noch über die Opfer seiner Institution urteilt.

Kirche und Kirchensklaven:
„Die Sklaverei ist ein Gottesgeschenk.“

Auch als man nach der Entdeckung Amerikas bis zum 19. Jahrhundert 13 Millionen Afrikaner versklavte und in den neuen Kontinent brachte, erhob die Kirche keinen Einspruch. Im Gegenteil, Papst Nikolas V. legitimierte in seiner Bulle „Divino Amore Comuniti“ vom 18. Juni 1452 die Sklaverei, indem er den portugiesischen König ermächtigte, die Länder der Ungläubigen zu erobern, ihre Bewohner zu vertreiben, zu unterjochen und in die ewige Knechtschaft zu zwingen. Auch Kolumbus hatte diesbezüglich keine Skrupel, da Heiden ohnehin zu ewiger Verdammnis verurteilt seien. In Sevilla stand anfangs sogar der Bischof Rodriguez de Fonseca selbst als Auftraggeber hinter dem Verkauf der Indianer als Sklaven.
Ein Skandal, der ebenfalls in Beziehung zum Sklavenhandel steht: Der römische Kirchenstaat schaffte als einer der letzten europäischen Staaten erst 1838 die Sklaverei offiziell ab. Das allein zeigt schon, wie die Kirche zum Sklavenhandel stand.
Viele Kirchenmänner und Kirchenverbände hielten selbst Sklaven. Jeder kennt z.B. den Heiligen Martin, der, einer Legende zufolge, seinen Mantel teilte und die eine Hälfte einem Bettler schenkte. Es handelt sich um den französischen Nationalheiligen Martin von Tours, der – nach Deschner in „Kriminalgeschichte des Christentums“, Band 3 (S. 524) – selber 20000 (!) Sklaven hielt. Und der Kirchenlehrer Ambrosius stellte ein für allemal klar: „Die Sklaverei ist ein Gottesgeschenk.“ (a.a.O., S. 518)
Angesichts all dieser schwerwiegenden Tatsachen muß man sich schon immer wieder einmal die Frage stellen: Wer sitzt auf dem Stuhl Petri? – Mit dem, was Jesus von Nazareth lehrte, hat das nicht das Geringste zu tun. Gott hat dem Menschen einen Verstand und die Fähigkeit zu logischem Denken gegeben; somit dürfte einem guten Analytiker spätestens jetzt klar sein, wer auf dem Stuhl Petri sitzt.

Jesus berief keine Sünder,
schon gar keine klerikalen.

Vielleicht kann auch eine Aussage des derzeit amtierenden Inhabers des Stuhles Petri hilfreich sein, um noch genauer zu erfassen, wer darauf sitzt. Was sagte er, als er in Köln beim Weltjugendtag 2005 eine Vigil feierte? Er meinte: „An der Kirche kann man sehr viel Kritik üben. Wir wissen es, und der Herr hat es uns gesagt: Sie ist ein Netz mit guten und schlechten Fischen, ein Acker mit Weizen und Unkraut.“ Und einige Sätze weiter: „Im Grunde ist es doch tröstlich, daß es Unkraut in der Kirche gibt. In all unseren Fehlern dürfen wir hoffen, doch noch in der Nachfolge Jesu zu sein, der gerade die Sünder berufen hat.“
Ein treffendes Beispiel dafür, wie man – so ganz nebenbei – „Unkraut säen“ kann, Fehlinformationen in die Herzen junger Menschen. Jesus hat die Sünder gerufen, und zwar, um sie zu erlösen. Nie aber hat Er „gerade die Sünder berufen“!
Die Bedeutung von „berufen“ wird im Duden Wörterbuch folgendermaßen definiert: „jemanden in ein [hohes] Amt einsetzen“. Warum hat der Papst es so formuliert? Welches „hohe Amt“ bzw. welche hohen Ämter mag er bei seiner Aussage wohl im Sinn gehabt haben?
Für alle, die sich nicht in diesem „Netz mit den guten und den schlechten Fischen“ weiter von der Kirche gefangen halten lassen wollen: Es gibt ein ganz einfaches Mittel, um aus diesem Netz herauszukommen: den Kirchenaustritt.
Abschließend noch eine Frage zu der Aussage des Papstes vom Acker mit Weizen und Unkraut: Wer ist eigentlich der Sämann, der das Unkraut sät? – Die Antwort kann nur lauten: Es ist derselbe, der auf dem Stuhl Petri sitzt.

Liebe Leserinnen, liebe Leser! Wir haben nichts dagegen, wenn sich eine Organisation, die sich auf das Unkraut bezieht, eben „Unkraut“ nennt – oder wenn sie sich „Vatikanisch“, „Katholisch“ oder „Lutherisch“ nennt. Wir klären nur deswegen auf, weil sich diese Organisation des Namens des Jesus, des Christus, bemächtigt hat und damit Etikettenschwindel betreibt. Dazu schweigen wir nicht!
 

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