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Für gute Analytiker:
Wer sitzt auf dem Stuhl Petri? (14)
Woher kommt das Geld der
stein-reichen Kirche?
Und wem dient es?
Inhalt:
Gott-Vater: „Ich habe der stein-reichen Kirche
ihren milliardenschweren Reichtum nicht vom Himmel regnen lassen ...“
Ist die Kirche so arm, daß sie Kinder zum Betteln
schicken muß?
Das ungeheure Vermögen der Kirchen allein in
Deutschland: 500 Milliarden Euro
Der Vatikan besitzt bereits ein Drittel der Häuser
Roms.
Die
kirchliche Soziallüge
Milliardenschwere staatliche Subventionen für die
Kirchen
Die „ewige Rente“ aus Napoleons Zeiten
widerspricht der Verfassung.
Üppiges Bischofsleben auf Staatskosten – und was
Jesus dazu sagte
Sie predigen den Verzicht – der anderen
Die Inquisition – eine Raub- und Lynchjustiz
Von Raubmord bis Urkundenfälschung – die
kriminellen Geldquellen der Kirche
Hauptsache Rendite: Wo die Kirchengelder überall
„arbeiten“
Die finsteren Machenschaften der Vatikanbank
Der Papst reist – zahlen dürfen die anderen.
Gebt das
geraubte Geld zurück!
Die
Lösung liegt auf der Hand!
Daß Gott weder in der Vatikankirche zu finden ist noch
in der Lutherkirche, ist den meisten Menschen heute bereits klar. Wir
Urchristen orientieren uns an der ursprünglichen Lehre des Jesus von
Nazareth, des größten Weisheitslehrers dieser Erde, der der Menschheit
den Weg in die Freiheit zeigte. Der Weg des Christus führt heraus aus
Zwängen und Vorschriften, hin zu Gott, dem großen Geist der Freiheit.
Die Institution Kirche hat die Lehre des Nazareners in ihr Gegenteil
verkehrt und mißbraucht den Namen „Christus“ für ihre unchristlichen
Zwecke. Unser Anliegen ist, diesen Mißbrauch aufzudecken, um Jesus, den
Christus, zu rehabilitieren. Wir haben nichts dagegen, wenn sich die
Vatikankirche „katholisch“ und die Lutherkirche „evangelisch“ nennt, nur
sollen sie durch ihre unethischen und unmoralischen Machenschaften den
Namen des Christus nicht länger in den Schmutz ziehen.
Gott-Vater: „Ich habe der stein-reichen Kirche
ihren milliardenschweren Reichtum nicht
vom Himmel regnen lassen ...“
Zu diesem Mißbrauch schweigt auch Gott, unser aller
Vater, nicht, denn Er läßt Sich von keiner Institution den Mund
verbieten. Gott sandte in dieser Zeit einen Menschen auf die Erde, der
Ihm als Sein Instrument dient. Es ist Gabriele, die Gottesprophetin der
Jetztzeit, die das aktuelle Wort Gottes an uns Menschen weitergibt. Auch
im April des Jahres 2005 – es war zu der Zeit, als ein neuer Inhaber auf
den Stuhl Petri gewählt wurde – empfing Gabriele das Wort des Ewigen zur
damaligen Weltlage. Unter anderem stellte der Ewige folgendes klar:
„Ich habe der steinreichen Kirche ihren milliardenschweren Reichtum
nicht vom Himmel regnen lassen und habe ihre Vertreter auch nicht in
Purpur und Edelsteine gekleidet. Die Milliarden kommen vom gequälten und
malträtierten Volk und von dem Staat, der seinen Staatssäckel mehr für
die Reichen öffnet als für die Ärmsten der Armen. Was die stein-reiche
Kirche bietet, ist einzig Menschenwerk.“ („Die
kirchliche und staatliche Gewalt und die Gerechtigkeit Gottes“,
Verlag DAS WORT, S. 201)
Soweit nur ein ganz kleiner Auszug aus dieser Botschaft Gottes an uns
Menschen, die Sie in voller Länge u.a. auf der Internetseite
www.stuhl-petri.de nachlesen
können. Im Folgenden wird der Frage nachgegangen, woher der Reichtum der
Kirche kommt. Denn von Gott ist er, wie in den Worten Gott-Vaters
deutlich wurde, nicht.
Ist die Kirche so arm, daß sie Kinder
zum Betteln schicken muß?
Liebe Leserin, lieber Leser, bereits in Band 1 und Band
2 dieser Buchreihe sind sehr viele Fakten und detaillierte Aufklärung
über den Stuhl Petri und über den totalitären Götzenkult, der
dahintersteht, zusammengetragen worden. Wenden wir uns nun einem Bereich
zu, der noch nicht im Einzelnen beleuchtet ist.
Nach Weihnachten sieht man z.B. jedes Jahr bis zum sogenannten Fest der
Heiligen Drei Könige immer wieder als „Sternsinger“ verkleidete Kinder
auf den Straßen. In Deutschland ist es Brauch, daß diese Kinder von Haus
zu Haus gehen und Geld von den Hausbewohnern erbetteln. Fragt man nach
dem Sinn dieses Brauches, so hört man, die „Sternsinger“ sollen die
„Heiligen Drei Könige“ symbolisieren, die damals das Kind zu Bethlehem
besuchten. „Wie kann das sein?“, wird jetzt mancher fragen. „Die
Heiligen Drei Könige brachten doch dem Kind in der Krippe Gaben – sie
kamen nicht, um Geschenke von Ihm zu erbetteln.“
In fast allen Bereichen dieses totalitären Götzenkultes katholisch, der
sich christlich nennt, wurde die ursprüngliche Bedeutung verschiedener
Handlungen und ebenso der Lehre des Jesus, des Christus, in ihr
Gegenteil verkehrt, so auch hier. Heute schickt die katholische Kirche
Kinder auf die Straße, um Geld zu erbetteln. Das zusammengebettelte Geld
wird dann, so heißt es, für „gute Zwecke“ eingesetzt. – Ist denn diese
Kirche so arm, daß sie Kinder zum Betteln schicken muß?
Das ungeheure Vermögen der Kirchen allein
in Deutschland: 500 Milliarden Euro
Das Märchen von der „armen Kirche“ läßt sich durch
viele, viele Fakten widerlegen. Die Kirche, katholisch wie evangelisch,
ist nicht arm, sondern sie ist steinreich. Da die Kirche nicht über das
Vermögen und den Reichtum informiert, den sie besitzt, muß man jedoch
durchforschen, wo sie ihre Besitztümer und Reichtümer angesammelt hat.
Das ist, allein hier in Deutschland, gar nicht so einfach.
Die Kirche hat über 80.000 Körperschaften, die alle einen eigenen
Finanzbericht erstellen; sich durch diesen Dschungel durchzuarbeiten,
ist sehr, sehr schwierig. Doch der renommierte Politologe Carsten Frerk
hat sich diese Mühe gemacht und in einem umfassenden Buch, „Finanzen
und Vermögen der Kirchen in Deutschland“, aufgeschlüsselt, wo die
Besitztümer der Kirchen als solche offenkundig sind und wo versteckte
Einnahmen vorliegen.
Der Autor ist auf ein immenses Gesamtvermögen gekommen, das sich auf
über 500 Milliarden Euro beläuft – eine Zahl, die man sich kaum
vorstellen kann. Wie sie sich zusammensetzt, hat Frerk in seinem Buch
ausführlich aufgeschlüsselt:
Da geht es um Immobilien, um Kapitalvermögen, um die Diakonischen
Hilfswerke, um diverse Stiftungen: Es bestehen, beide Konfessionen
zusammengenommen, allein 20.000 Stiftungen, die der Kirche zugeordnet
werden. Da ist aber auch das Vermögen der Ordensgemeinschaften, der
diversen Versicherungen, der Siedlungswerke, der Hilfs- und
Missionswerke, all der Verbände, der Medienunternehmen, die die Kirche
besitzt. Sie verfügt über eigene Rundfunksender und Filmunternehmen,
über Druckereien, Büchereien. Die kircheneigenen Verlage, zum Teil ganze
Verlagsketten, umfangreiche Konzerne sowie die Versicherungen stellen
einen Riesenbereich dar, in dem sich Vermögen sammelt. Eine schier
unüberschaubare Anzahl und Vielfalt von Einrichtungen
unterschiedlichster Art – komplette Ferienstätten, Hochschulen, Banken
und sonstiges mehr – gehören zum Eigentum und Immobilienbesitz der
Kirchen.
Und aus all diesen verschiedenen Betrieben, Unternehmen usw. setzt sich
nach Frerk allein hier in Deutschland ein Vermögen von über 500
Milliarden Euro zusammen. „Der Spiegel“ ist auf dieselbe Zahl gekommen.
– Da kann man ganz sicher nicht sagen, die Kirchen seien arm!
Zur Veranschaulichung können uns weitere Fakten dienlich sein:
Es handelt sich um insgesamt 50.000 Unternehmen, durch welche die
Kirchen in den erwähnten Branchen – Immobilien, Banken,
Fondsgesellschaften, im Medienbereich, im Versicherungsbereich – tätig
sind.
Insgesamt beschäftigen sie 1,3 Millionen Mitarbeiter und erwirtschaften
einen Gesamtumsatz in Höhe von 125 Milliarden Euro pro Jahr.
Zum Vergleich: Mit diesem Gesamtumsatz liegen die Kirchen in
Deutschland derzeit auf Platz 2 hinter Daimler-Chrysler. Unter den
Dienstleistungskonzernen belegen die Kirchen den 1. Platz vor der
Deutschen Telekom mit 55,8 Milliarden Euro Umsatz, der Deutschen Post
mit 40 Milliarden Euro und der Deutschen Bahn mit 28,2 Milliarden Euro.
Man muß diese Zahlen einmal in Verhältnis zueinander setzen, um sich
klarzumachen, daß es hier um ein Wirtschaftsimperium geht und weniger um
eine Religionsgemeinschaft. (nach Friedhelm Schwarz,
„Wirtschaftsimperium Kirche“, 2005, S. 13)
Der
Vatikan besitzt bereits ein Drittel
der Häuser Roms.
Allein der Grundbesitz in Deutschland beläuft sich bei
beiden Kirchen zusammen auf über achttausend Quadrat-Kilometer. Das
entspricht der Fläche vom Stadtstaat Hamburg, zusammen mit Berlin,
Bremen und Bremerhaven plus dem Saarland. Dabei handelt es sich aber
nicht nur um Waldstücke oder Äcker! Die Kirchen besitzen in den Städten
die sogenannten Filetgrundstücke, das heißt Grundstücke in besten Lagen,
wo der Quadratmeter dann nicht nur bei einigen Euros liegt, sondern in
die Hunderte oder Tausende von Euros geht. Und das ist nicht nur in
Deutschland so, sondern gleichermaßen überall dort, wo der Katholizismus
und der Protestantismus herrschen. Z.B. sind es in Italien ca. 500.000
ha, in Amerika schätzt man über 1 Million.
Als in den 70er Jahren ein Journalist in Rom recherchierte, kam er zu
dem Ergebnis, daß ein Viertel der ganzen Stadt bereits in den Händen des
Vatikans war. (L’Europeo, 7.1.1977)
Und zwar fungierte als Eigentümer nicht der Vatikan allein – das wäre ja
augenfällig gewesen –, sondern die betreffenden Liegenschaften waren
aufgeteilt auf 325 katholische Nonnen- und 87 Mönchsorden. Da blickt
eben fast kein Mensch mehr durch.
21 Jahre später, 1998, recherchierte ein anderer Journalist erneut und
stellte fest, daß nun fast ein Drittel aller Häuser Roms bereits im
Besitz des Vatikans waren. (La Padania, 21.6.1998)
Er sagte, es sei sehr schwierig gewesen, in dieser Sache Klarheit zu
gewinnen, weil der Vatikan, politisch gesehen, ein eigener Staat ist;
viele dieser Häuser und Anwesen sind nicht registriert, weil sie als
exterritorial gelten, da der Vatikan in Italien praktisch „Ausland“ ist.
Nach der Veröffentlichung des Resultats seiner Ermittlungen wurden
empörte Stimmen laut, die die allgemeine Richtigkeit dieser Fakten in
Zweifel zogen. Daraufhin stellte der Journalist auch in Verona als einem
weiteren Beispiel Nachforschungen an. Er erstellte einen Plan dieser
Stadt, in welchem er alle Häuser, die der Kirche gehörten, schwarz
einfärbte. Dieses Dokument veröffentlichte er – und, siehe da, die
Hälfte des Stadtplanes war schwarz! Das gibt andeutungsweise einen
Eindruck davon, wie viel der Vatikan besitzt. Es ist unermeßlich.
Am Rande eine kleine Zusatzinformation: Kurz nach der Veröffentlichung
des soeben erwähnten Artikels wurde der Direktor der betreffenden
Zeitung gefeuert. So wurde der Aufklärung der Bevölkerung ein Riegel
vorgeschoben. – Aus diesen Vorgängen kann man schließen, daß entweder
diese Zeitung der Kirche selbst gehörte oder abhängig von anderen
Betrieben in der Hand der Kirche war.
Es geht hier um sehr viel Geld. In dem besagten zweiten Bericht über den
Immobilienbesitz in Rom, der im Jahr 1998 erschien, schrieb jener
Journalist: „Die überwiegende Mehrzahl dieses märchenhaften Vermögens
ist von der Steuerpflicht ausgenommen.“ (La Padania, 21.6.1998) Es
handelt sich also um immense Beträge, die die Kirche hier nicht nur
besitzt, sondern auch Jahr für Jahr in Form von Miete, Pacht usw.
einnimmt.
Die
kirchliche Soziallüge
A propos „von der Steuer ausgenommen“: In Deutschland
gibt es den Begriff „gemeinnützig“. Damit verbindet man die Vorstellung
einer Tätigkeit bzw. Funktion zum Wohle der Allgemeinheit. Sind die
deutschen Firmen, die Einrichtungen in Kirchenbesitz, die oben erwähnt
wurden, nun alle sogenannte gemeinnützige Betriebe, die zum Wohl der
Menschen arbeiten?
Ein weit verbreitetes Märchen besagt, daß die Kirchen von den Steuern,
die sie von ihren Mitgliedern einnehmen, einen großen Teil für
öffentliche Sozialeinrichtungen einsetzen. Tatsächlich handelt es sich
um lediglich 5 bis 8 Prozent, also um einen verschwindend geringen
Anteil.
Daher ist es nicht nur ein frommes Märchen, sondern in Wahrheit eine
Soziallüge, wenn viele kirchenabhängige Politiker dem Volk weismachen
wollen, eine Kürzung der staatlichen Subventionierung der Kirchen oder
eine Reduktion der Kirchensteuer würde dazu führen, daß der deutsche
Sozialstaat zusammenbräche. Die Kirchen sind vielmehr in erheblichem
Maße Nutznießer des Sozialstaates. Sie betreiben viele Kindergärten, die
von den Gemeinden und von den Eltern finanziert werden. Sie führen
Krankenanstalten, die von der öffentlichen Hand und von den Krankenkasse
unterhalten werden.
Diese Information ist höchst brisant, denn die meisten Menschen gehen
tatsächlich davon aus, daß die Kirche recht viel für soziale Zwecke
ausgibt. Eine kürzlich erfolgte Umfrage förderte diesbezüglich
Interessantes zutage. Die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA
veröffentlichte die Meldung: Fast die Hälfte aller Kirchenmitglieder –
genau: 46,6% – würden austreten, wenn die Kirchen wenig oder nichts aus
Kirchensteuer-Einnahmen für soziale Zwecke verwenden würden. Das ergab
eine repräsentative Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut FORSA im
Auftrag der „Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland“ (fowid)
durchführte. („Ida spektrum“, 11.1.2006)
Daraus folgt: Würde die Information über die Soziallüge bezüglich der
Kirchen, von der wir eben lasen, publik, dann wäre die Kirche mit einem
Schlag die Hälfte ihrer Mitglieder los, denn diese gehen alle noch davon
aus, daß die Kirche viel von ihrem Geld für soziale Zwecke einsetzt.
Ganz besonders diejenigen Menschen, die kaum noch den Gottesdienst
besuchen, bleiben vielfach gerade deshalb in der Kirche, weil sie
denken, es wäre so. Der Prozentsatz derjenigen, die austräten, wenn die
Kirche wenig oder nichts für soziale Zwecke ausgeben würde, beträgt
nämlich unter denen, die selten in die Kirche gehen, sogar 61%. Dies
liegt erheblich über dem Durchschnitt von 46,6%.
Jetzt sind viele Einnahmequellen der Kirchen genannt worden – vermutlich
macht sich der Normalbürger gar keine Vorstellung von ihrer Bandbreite.
Wir haben begonnen mit dem Vermögen. Dann haben wir erfahren, daß von
den Steuern, die die Kirchen erheben, z.B. in Deutschland nur ein
Prozentsatz von 5 bis 8% für soziale Zwecke eingesetzt wird, was
bedeutet: Von dem horrenden Vermögen, von dem zuvor berichtet wurde,
wird für soziale Zwecke so gut wie überhaupt nichts eingesetzt.
Milliardenschwere staatliche Subventionen
für die Kirchen
Wenden wir uns jetzt einem weiteren Begriff zu:
„staatliche Subventionierung“ . Gibt es denn zusätzlich zur
Kirchensteuer und zu dem riesigen Vermögen noch mehr Geld für die
Kirchen?
Und ob! Zunächst einmal ist festzustellen, daß der deutsche Staat durch
umfangreiche Steuerbefreiungen zugunsten der Kirchen jährlich auf
Einnahmen in Höhe von 6,25 Milliarden Euro verzichtet. Der größte Betrag
hiervon sind 3,5 Milliarden Euro an Steuerverlusten des Staates, die
dadurch entstehen, daß die Kirchensteuer von der Einkommenssteuer
absetzbar ist. Der Staat ist natürlich auf Einnahmen angewiesen, um
seine Leistungen für den Bürger zu bestreiten. Daher müssen die
Steuergelder, die die Kirche bzw. die Kirchenmitglieder nicht zahlen,
letztlich von allen anderen Steuerzahlern aufgebracht werden. Wieder
wird die Last auf jene abgewälzt, die ohnehin schon schwer zu tragen
haben.
Allein in Deutschland fließen den Kirchen zu: Insgesamt 7,9 Milliarden
Euro jährlich an Subventionen für den konfessionellen
Religionsunterricht, für die Ausbildung der Theologen, für die
Militärseelsorge und anderes mehr. Es handelt sich also um rund 8
Milliarden Euro aus allgemeinen Steuermitteln – nicht aus dem
Kirchensteueraufkommen! (Friedhelm Schwarz, „Wirtschaftsimperium
Kirche“, S. 36)
Folglich finanziert in Deutschland jeder Bürger die theologische
Ausbildung oder auch die Militärseelsorge mit. Ganz gleich, ob er dieser
Kirche angehört, ganz gleich, ob er Pazifist ist – er muß es hinnehmen,
daß seine Steuermittel vom Staat für diese Zwecke verwendet werden. Und
dies in einer Zeit, in der der Finanzminister der Bundesrepublik
Deutschland ständig darüber klagt, er habe viel zu wenig Geld, um die
notwendigsten Sozialmaßnahmen zu finanzieren.
In Deutschland werden immer mehr Menschen arm, wenige immer reicher; wir
haben derzeit eine Arbeitslosenquote wie nie zuvor, und alle müssen den
Gürtel enger schnallen. Davon ist lediglich ein Teil der Bevölkerung
ausgenommen – eine Kirche, deren Botschaft von dem Kirchenvolk offenbar
immer weniger Wert beigemessen wird, denn inzwischen besuchen nur noch 7
bis 8% der Kirchenmitglieder den Sonntagsgottesdienst.
Die Subventionierung der Kirchen kommt also vor allem einem
Kirchenapparat zugute und nicht einer Vielzahl von Gläubigen. Wenn die
Kirchenmitglieder, wie gesagt, wüßten, was mit ihrem Geld gemacht wird,
dann würden viele austreten. – Normalerweise bezeichnet man derartige
Legenden, wie sie hier verbreitet werden, als Betrug. Eine Kirche, die
einen Großteil ihrer Mitglieder nur dadurch halten kann, daß sie ihnen
vorgaukelt, mit ihren Steuern würden Sozial-Einrichtungen finanziert und
würde das Gemeinwohl unterstützt, betrügt ihre eigenen Mitglieder und
die gesamte Öffentlichkeit.
Die „ewige Rente“ aus Napoleons Zeiten
widerspricht der Verfassung.
Hier stellt sich die Frage, wie es möglich ist, daß die
Kirche in Deutschland solche Macht hat, um so großzügig vom Staat
alimentiert zu werden. Hier ist auch die Geschichte im Spiel, die bis in
unsere Gegenwart hineinreicht. Vor etwa 200 Jahren fand die sogenannte
Säkularisation statt. Es wurden damals viele Kirchengüter eingezogen, um
die linksrheinischen Fürsten, die von Napoleon enteignet worden waren,
zu entschädigen. Und nun verlangten die Kirchen, daß sie ihrererseits
entschädigt würden für die Verluste, die sie dadurch erlitten. Wir
werden gleich noch darauf eingehen, wie diese Reichtümer erworben
wurden: durch Blut und Krieg, durch Erbschleicherei und Betrug.
Nun forderten die Kirchen für das, was man ihnen von ihrem Raubgut
weggenommen hatte, Entschädigungsleistungen und verpflichteten den Staat
im Jahr 1803 zu entsprechenden Verträgen. Und diese Verträge sind heute
noch gültig. In der deutschen Verfassung steht zwar, daß der Staat
verpflichtet ist, diese finanziellen Leistungen abzulösen, doch was
hilft das? Es ist bis heute nicht geschehen, so daß sich die alten
Verpflichtungen aus der Säkularisation inzwischen als eine „ewige Rente“
erweisen. Das, was den Fürstbischöfen damals genommen worden war, wurde
ihnen längst zurückbezahlt; und dennoch laufen die Subventionen weiter.
Zum Teil sagt man sogar, der Staat müßte noch wegen jener Verluste
bezahlen, die während der Reformation – also einige hundert Jahre zuvor
– den Kirchen zugefügt worden waren. All das sind Ammenmärchen, mit
denen der Staatsbürger verdummt und dem Volk weisgemacht wird, der Staat
habe Verpflichtungen gegenüber den Kirchen. Die Verfassung gebietet, wie
gesagt, längst, daß er sich von diesen Verpflichtungen befreit.
Da die Tatsachen derart eindeutig und derart extrem sind, ist es
erstaunlich, daß sie z.B. in Deutschland gar nicht bekannt sind.
Entsteht da nicht der Eindruck, daß die Kirchen den Staat total
unterwandert haben? Daß auch dort, wo Informationen ausgetauscht werden,
eine Art Zensur erfolgt, so daß solche entlarvenden Tatsachen nicht
bekannt werden? Hat sich da nicht seit vielen Jahrzehnten – ohne daß es
jemand merkt – gleichsam ein Staat im Staat gebildet? Dann dürfte für
unsere Leser auch eher verständlich sein, warum gerade Deutschland in
unserer Zeit als ein herausragendes Beispiel für Religions-Unfreiheit
gilt. Im Kapitalismus haben diejenigen, die das Geld haben, auch die
Macht. Und offenbar haben die Kirchen nicht nur das Geld, sondern auch
die Macht, die Religionsfreiheit in Deutschland – wie wir schon öfter
berichtet haben – de facto abzuschaffen.
Üppiges Bischofsleben auf Staatskosten –
und was Jesus dazu sagte
Zurück zum Reichtum der Kirche. Wir erfuhren, auf welch
vielfältige Weise die Kirche zu Geld kommt. Wofür wird – z.B. in
Deutschland – dieses Geld verwendet?
Etwa zwei Drittel werden für Personalkosten ausgegeben. Dabei ist zu
bedenken, daß die Gehälter fast aller Bischöfe vom Staat bezahlt werden.
So hat ein katholischer Bischof oder ein evangelischer Landesbischof
z.B. ein Grundgehalt von annähernd 10.000,- Euro. Beispiel: Der
Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern wird nach
der Besoldungsgruppe B 10 entlohnt. Das entspricht dem Gehalt des
stellvertretenden Sprechers der Bundesregierung, eines
Ministerialdirektors oder eines Generals der Bundeswehr. Das war am
1.8.2004 ein Grundgehalt von 9.965,04 Euro, das sich jedoch
kontinuierlich erhöht. Dazu kommen natürlich noch viele Zulagen.
Ein einfacher Pfarrer in der höchsten Dienstaltersstufe wird nach A 14
entlohnt; das ist ein Grundgehalt von 4.400,- Euro. Seine tatsächlichen
Bezüge sind aber wesentlich höher, z.B. durch Ehestandszulage,
Alterszulage, Familienzulage, Kinderzulage, Ausgleichszulage, jährliche
Sonderzahlungen, Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld,
Rentenversicherungszuschlag, Steuerabgeltungszuschlag sowie ein
Sterbegeld in Höhe eines doppelten Monatslohnes, das bei „Normalbürgern“
gestrichen ist. Darüber hinaus genießt ein Pfarrer die Vorzüge einer
mietfreien Wohnung; er erhält Beihilfen, Fürsorgen; er muß keine
Sozialversicherungsbeiträge zahlen. (Quelle: öffentlich zugängliche
Gehaltstabellen) Also kommt für diesen Geistlichen zu den genannten
Grundbeträgen noch sehr, sehr viel hinzu, so daß man sagen kann: Für das
Predigen und für das Beten bekommen die Amtsträger der Kirche eine
üppige Entlohnung, die sich deutlich unterscheidet von der Situation der
meisten Bürger und Familien in unserem Land.
Fragen wir: Worin ist die Sonderstellung des Priesterstandes begründet?
Kann man z.B. aus der Bibel, die die Kirchen ja so hochhalten, ableiten,
daß der Pfarrer sich in der soeben geschilderten Art und Weise am Geld
der Gläubigen bereichert? Wie hielt es Jesus diesbezüglich?
Jesus war ein Mann des Volkes. In keinerlei Hinsicht hob er sich von den
übrigen Bürgern des Landes ab; er war stets einer von ihnen, der
schlichte Zimmermann Jesus, der mit Seiner Hände Arbeit Sein Brot
verdiente. Daß Ihm die Menschen in Scharen zuliefen, lag einzig daran,
daß die unermeßliche Kraft, Liebe und Weisheit Gottes durch Ihn floß. An
den Priestern, Pharisäern und Schriftgelehrten hingegen ließ sich
dergleichen nicht feststellen. Jesus prangerte in überaus deutlichen, ja
scharfen Worten das Gebaren, den Habitus, das Verhalten der
Priesterschaft, ihren elitär und anmaßend vom gemeinen Volk abgehobenen
Status, an. Erstaunlicherweise ist eine solche Rede Jesu im Neuen
Testament erhalten geblieben:
„Darauf wandte sich Jesus an das Volk und an seine Jünger und sagte:
Die Schriftgelehrten und die Pharisäer haben sich auf den Stuhl des Mose
gesetzt. Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet
euch nicht nach dem, was sie tun; denn sie reden nur, tun selbst aber
nicht, was sie sagen.
Sie schnüren schwere Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die
Schultern, wollen selber aber keinen Finger rühren, um die Lasten zu
tragen.
Alles, was sie tun, tun sie nur, damit die Menschen es sehen: Sie machen
ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Gewändern lang; bei
jedem Festmahl möchten sie den Ehrenplatz und in der Synagoge die
vordersten Sitze haben, und auf den Straßen und Plätzen lassen sie sich
gern grüßen und von den Leuten Rabbi (Meister) nennen. Ihr aber sollt
euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr
alle aber seid Brüder. Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater
nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel. Auch sollt ihr
euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer,
Christus.
Der Größte von euch soll euer Diener sein. Denn wer sich selbst erhöht,
wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.
Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr
verschließt den Menschen das Himmelreich. Ihr selbst geht nicht hinein;
aber ihr laßt auch die nicht hinein, die hineingehen wollen.
Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr bringt
die Witwen um ihre Häuser und verrichtet lange, scheinheilige Gebete.
Deshalb wird das Urteil, das euch erwartet, um so härter sein!
Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr zieht
über Land und Meer, um einen einzigen Menschen für euren Glauben zu
gewinnen; und wenn er gewonnen ist, dann macht ihr ihn zu einem Sohn der
Hölle, der doppelt so schlimm ist wie ihr selbst ...
Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr gebt den
Zehnten von Minze, Dill und Kümmel und laßt das Wichtigste im Gesetz
außer acht: Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Treue. Man muß das eine
tun, ohne das andere zu lassen. Blinde Führer seid ihr: Ihr siebt Mücken
aus und verschluckt Kamele.
Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr haltet
Becher und Schüsseln außen sauber; innen aber sind sie voll von dem, was
ihr in eurer Maßlosigkeit zusammengeraubt habt. Du blinder Pharisäer!
Mach den Becher zuerst innen sauber, dann ist er auch außen rein.
Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr seid wie
die Gräber, die außen weiß angestrichen sind und schön aussehen; innen
aber sind sie voll Knochen, Schmutz und Verwesung. So erscheint auch ihr
von außen den Menschen gerecht, innen aber seid ihr voll Heuchelei und
Ungehorsam gegen Gottes Gesetz.
Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr
errichtet den Propheten Grabstätten und schmückt die Denkmäler der
Gerechten und sagt dabei: Wenn wir in den Tagen unserer Väter gelebt
hätten, wären wir nicht wie sie am Tod der Propheten schuldig geworden.
Damit bestätigt ihr selbst, daß ihr die Söhne der Prophetenmörder seid.
Macht nur das Maß eurer Väter voll! Ihr Nattern, ihr Schlangenbrut! Wie
wollt ihr dem Strafgericht der Hölle entrinnen? ...“ (Mat 23, 19-23)
Sie predigen den
Verzicht –
der anderen
Jesus, der Christus, sprach: „Ihr sollt euch nicht
Rabbi nennen lassen.“ (Mat 23,8) Was hätte Er wohl zu einem
„Stellvertreter Gottes“ gesagt? Wir wissen auch durch das aktuelle
Prophetische Wort, daß Gott keinen Stellvertreter auf Erden berufen hat,
sondern daß Er selbst in jedem Menschen und in der ganzen Unendlichkeit
vertreten ist.
Des weiteren sprach Jesus sinngemäß: „Niemand kann zwei Herren
dienen. Entweder er wird den einen hassen und den anderen lieben – oder
er wird zu dem einen halten und den anderen verachten. Ihr könnt nicht
zugleich Gott dienen und dem Mammon.“ (Mat 6, 24)
Bei Matthäus im 6. Kapitel, in der Bergpredigt, ist die klare Aussage
Jesu nachzulesen: „Sammelt euch nicht Schätze hier auf Erden, wo
Motte und Wurm sie zerstören und wo Diebe einbrechen und sie stehlen,
sondern sammelt euch Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Wurm sie
zerstören und keine Diebe einbrechen und sie stehlen.“ (Mat 6,
19-20)
Und laut Apostelgeschichte 3, Vers 6, sagte der Apostel Petrus damals zu
einem gelähmten Mann, der ihn um Almosen bat: „Silber und Gold
besitze ich nicht, doch was ich habe, geb’ ich dir“ – und er heilte
den Kranken.
Diese Worte sind den Kirchenoberen sehr wohl bekannt; sie predigen auch
häufig Verzicht, Armut und Askese, doch selber halten sie sich nicht
daran. In einer Weihnachtspredigt des Kardinal Wetter aus München hieß
es z.B.: „Wir wollen trotz der zweifellos vorhandenen sozialen
Probleme nicht vergessen: In Deutschland herrscht noch immer ein hoher
Lebensstandard, auch wenn wir alle den Gürtel etwas enger schnallen
müssen.“ Wir alle – so tatsächlich wörtlich Kardinal Wetter!
Und er fuhr fort: „Ich verkenne nicht, daß Abnehmen in jeder
Beziehung schwer ist, aber wir alle sollten uns in unseren Ansprüchen
einschränken. Verzicht bekommt dem Menschen nicht schlecht.“
(„Abendzeitung München“, 24.12.2004)
Die Frage bleibt allerdings, was Herr Wetter selber an Verzicht
geleistet hat. Hat er etwa auf einen Teil seines Gehalts von ca.
10.000,00 Euro verzichtet, das ihm Monat für Monat pünktlich vom
bayerischen Steuerzahler finanziert wird? Denn Bischöfe und
Landesbischöfe werden ja in fast allen Bundesländern vom Staat bezahlt.
Oder verzichtet der Kardinal auf seine Dienstwohnung, auf den Chauffeur,
auf den standesgemäßen Dienstwagen? Nichts von alledem. Aber er predigt
es dem Volk, und genauso halten es viele andere Kirchenoberen.
Ergänzend ein weiterer Gesichtspunkt: Priester sind in der Regel
alleinstehend; zu 50 bis 75% wird ihnen jedoch eine Haushälterin von der
Kirchensteuer bezahlt. Ein anderer Alleinstehender kann eine
Haushaltshilfe nicht einmal von der Steuer absetzen. Wir sehen den
krassen Unterschied: einerseits die privilegierten Priester und
andererseits das normale Volk. Es gibt viele Beispiele dieser Art.
Das Volk muß eben bezahlen. Ein Mitglied des Bundes für Geistesfreiheit,
Gerhard Rampp, hat einmal ausgerechnet, wieviel ein Kirchensteuerzahler
de facto für die Kirche arbeitet: Man arbeitet als Kirchensteuerzahler
pro Woche eine Stunde für die Kirche, im Monat einen halben Tag, 6
Arbeitstage im Jahr. Umgerechnet auf ein volles Arbeitsleben, ergibt
sich: Ein Kirchensteuerzahler hat dann ein ganzes Jahr für seine Kirche
gearbeitet. (Nach Gerhard Rampp, „Kirche und Geld: die untrennbaren
siamesischen Zwillinge“ in C. und P. Reinsdorf, „Dreahtzieher Gottes“,
S. 27) Mit demselben Geld könnte man sich – je nach Wohnlage – auch eine
Eigentumswohnung leisten, in jedem Fall aber eine solide Altersvorsorge.
Angesichts dessen, wofür hingegen die Kirche dieses Geld verwendet, kann
man eigentlich nur sagen: Wer in dieser Kirche bleibt, ist selbst
schuld.
Die Inquisition
–
eine Raub- und Lynchjustiz
Das Bibelwort „Sammelt euch nicht Schätze hier auf der
Erde“ ist uns noch „im Ohr“. Im Gegensatz dazu erfuhren wir, wieviel
Geld in Deutschland bei den Kirchen landet. Bei dem Wort „Schätze“
kommen einem unwillkürlich Schatzkammern in den Sinn. Da sind z.B. die
Schatzkammern des Vatikan zu nennen. Oben wurden schon einige besonders
reiche Vertreter der römisch-katholischen Kirche, wie z.B. der Kardinal
Wetter, angeführt. Auf welch enormen Schätzen die Vertreter der Kirchen
wirklich sitzen, kann sich jedoch niemand vorstellen.
Heute könnte man die Meinung vertreten: Wenn Menschen so dumm sind und
ihr Geld freiwillig der Institution Kirche geben, dann hat diese es zu
Recht erhalten. Aber, wie wir sehen werden, so freiwillig vollzog sich
das in der Vergangenheit nicht, denn: Woher kommt das Geld, woher kommt
der riesige Reichtum des Vatikans? Im Grunde ist es Blutgeld, denn das
Geld wurde früher durch Mord und Totschlag „erwirtschaftet“. Das mag
vielleicht jetzt einige Leser oder Hörer aufschrecken, aber die Kirche
hat die Jahrhunderte hindurch keine Skrupel gehabt, auf schändlichste
Art Geld zu „verdienen“, und so Vermögen über Vermögen angehäuft. Das
sei an einigen Beispielen dargelegt:
So war die Inquisition letztlich nichts anderes als eine Raub- und
Lynchjustiz – auch wenn es der Papst heute anders darstellt und
öffentlich bekundet, die Inquisition sei „ein Fortschritt“ gewesen.
Kirchenfürsten haben immer wieder Blutgeld eingestrichen, und zwar auf
so extreme Weise, daß es damals ein geflügeltes Wort gab, das lautete,
das schnellste und leichteste Mittel, reich zu werden, sei das
Hexenbrennen.
Grundlage für die Folterung und die Ermordung Zigtausender von Frauen in
Europa war die Billigung des „Hexenhammers“ durch den Papst. Das Buch
„Der Hexenhammer“ gibt detaillierte Anleitungen zu den verschiedensten,
grausamsten Foltermethoden. Das wahre Gesicht der Inquisition zeigen
aber auch die Anordnungen von Papst Innozenz III. Er gebot, das Eigentum
der Ketzer zu konfiszieren, zu enteignen und Ketzerkinder zu enterben.
Damit das Blutgeld schneller floß und um belastende Geständnisse zu
bekommen, wurden die Opfer brutal gefoltert.
Allein mit dem dem Blutgeld aus dem Vermögen enteigneter Ketzer konnte
z.B. Papst Johannes XXII. im Jahre 1317 sechs neue Bistümer kaufen.
Bereits im Jahre 380 bedrohte man Andersgläubige – sogenannte „Ketzer“ –
mit Ausweisung, Verbannung und Konfiszierung ihres Vermögens. Man sprach
den Andersgläubigen das Recht ab, sich Christen zu nennen, Testamente zu
machen – das war verboten – oder zu erben. Selbst das Erben war ihnen
also untersagt.
„Das große Konzil von Tours, das Alexander III. 1163 abhielt, befahl
allen weltlichen Fürsten, die Ketzer einzukerkern und ihr Eigentum zu
konfiszieren.“ (Charles Lea, „Geschichte der Inquisition im
Mittelalter“, Aalen 1980, Bd. 1, S. 562) „Sobald ein der Ketzerei
Verdächtigter vorgeladen und verhaftet worden war, belegten die
weltlichen Beamten sein Vermögen mit Beschlag.“ (ebenda, S. 565)
Dies geschah also, bevor es überhaupt zu einem Prozeß kam. Ein
wesentliches Ziel des Verfahrens war demnach schlichtweg die
Konfiszierung des Eigentums, die Vereinnahmung von Grund und Geld.
Auch die Familie eines Menschen, der in die Räder der Inquisition kam,
stand auf der Straße – mittellos. Der Historiker Charles Lea schreibt
dazu: „So wurde seine Familie, mochte er nun unschuldig oder schuldig
sein, vor die Tür gesetzt, um Hungers zu sterben oder sich auf die
unsichere Nächstenliebe anderer zu verlassen, eine Nächstenliebe, die
nur allzusehr beeinträchtigt wurde durch die Tatsache, daß jede
Sympathiekundgebung für einen Ketzer gefährlich war.“ (ebenda, S.
589)
Interessant ist auch, wie dieses Blutgeld aufgeteilt wurde. Die Kirche
bekam z.B. in Deutschland jeweils ein Drittel des geraubten Geldes, des
Landes oder der Häuser des Ermordeten, in anderen Fällen die Hälfte. Oft
erhielt ein Drittel die Ortsbehörde, ein Drittel die Inquisitionsbehörde
– damit sie am Laufen blieb – und ein Drittel der Bischof.
Besonders einträglich waren diese „Geschäfte“ natürlich dort, wo Fürst
und Kirche identisch waren. Die sogenannten Fürstbischöfe strichen dann
das gesamte Blutgeld ein. In den Fürstbistümern tobte denn auch die
Hexenverfolgung am schlimmsten, ob in Würzburg, Bamberg, Trier oder
Köln. Aber auch in zahlreichen protestantischen Gebieten wurden die
„Hexen“ mit großem Eifer verfolgt – denn auch dort war der Landesherr
gleichzeitig der oberste Kirchenmann, in diesem Fall der Landesbischof.
Das Gleiche galt für den Vatikan. Ihm fiel 100% des Vermögens der
Verurteilten zu, die auf seinem Gebiet ermordet wurden.
Von Raubmord bis Urkundenfälschung –
die kriminellen Geldquellen der Kirche
Weitere Einnahmequellen der Kirche in der Geschichte
sind ebenfalls viel mit Blut und mit Grausamkeit verbunden. Hier muß
auch die Sklaverei erwähnt werden. Die Kirche besaß Kirchensklaven in
großer Zahl, und sie sorgte dafür, daß die Sklaverei in ihrem Sinne
rechtlich abgesichert wurde. In der Antike war es noch möglich, Sklaven
freizulassen. Die Kirche aber verbot das Freilassen von Kirchensklaven.
(Vgl. Karlheinz Deschner, „Abermals krähte der Hahn“, S. 497 ff: „Die
Kirche und die Sklaverei“)
Der Kirchenzehnt wurde erbarmungslos und mit schonungsloser Härte
eingetrieben. Als im 13. Jahrhundert die Stedinger Bauern aus der Bremer
Gegend sich weigerten, den Kirchenzehnt zu zahlen, wurden sie vom
Erzbischof von Bremen mit einem regelrechten Heer bekriegt und besiegt,
und viele wurden umgebracht. Für die geringsten Vergehen wurden über den
Kirchenzehnt hinaus zusätzliche Geldstrafen angeordnet – und wehe, man
konnte sie nicht bezahlen. Papst Pius V. gab im 16. Jahrhundert eine
Anweisung, die lautete: „Ein gemeiner Mann, der seine Geldstrafe
nicht bezahlen kann, soll beim ersten Mal mit auf den Rücken gefesselten
Händen einen Tag lang vor der Kirchentür stehen, beim zweiten Mal durch
die Stadt gegeißelt werden, beim dritten Mal wird man ihm die Zunge
durchbohren und ihn auf die Galeeren schicken.“ (Horst Herrmann,
„Kirchenfürsten – Zwischen Hirtenwort und Schäferstündchen“, Hamburg
1994, S. 18)
Auch Urkundenfälschung war eine Methode, mit der die Kirche sich
bereicherte – sehr wirksam und mindestens ebenso lukrativ. Es gab
Klöster, die sich darauf regelrecht spezialisierten; das
Benediktinerkloster Reichenau z.B. galt als berüchtigte Stätte der
Urkundenfälschung. Man fälschte Urkunden und behauptete, irgendein
längst verstorbener König oder Kaiser habe diesem Kloster ein bestimmtes
Stück Land vermacht, also geschenkt. Mit dieser erfundenen Geschichte
und der gefälschten Urkunde erschlich sich das Kloster das Land.
Die Klöster hatten dabei allerdings ein „gutes“ Vorbild, denn es war der
sogenannte Kirchenstaat des Stuhles Petri, der hier im 8. Jahrhundert
den Anfang machte:
Die sogenannte „Konstantinische Schenkung“ war eine gefälschte Urkunde.
In dieser wurde behauptet, Kaiser Konstantin, der im 4. Jahrhundert
gelebt hatte, hätte angeblich dem damaligen Papst Silvester fast ganz
Italien vermacht. Mit Hilfe dieser „Urkunde“ erreichte dann Papst Stefan
im Jahr 754 bei dem Frankenkönig Pippin, daß dieser die Langobarden
bekriegte. Anschließend stellte Pippin dem damaligen Papst tatsächlich
die gerade eroberten Gebiete zur Verfügung. Dieser Betrug also war die
Grundlage für den Kirchenstaat, der dann bis ins 19. Jahrhundert
bestand. Aus dem Spätmittelalter sind Fälle bekannt, daß Menschen, die
diesen kirchlich inszenierten Schwindel aufdeckten, umgebracht wurden –
so etwa Johannes Dränsdorf 1425 in Heidelberg oder Friedrich Reiser 1458
in Straßburg. (Horst Herrmann, „Kirchenfürsten – Zwischen Hirtenwort und
Schäferstündchen“, Hamburg 1994, S. 51)
Eine beliebte Einnahmequelle in der Vergangenheit der Kirche war auch
der Raubmord. Beispielsweise hat die Kirche bei der Eroberung Amerikas
durch die Truppen katholischer Länder sehr, sehr viel Gold und
Reichtümer angesammelt. Man weiß, daß mit dem ersten Gold aus der
Südamerika-Beute Papst Alexander VI. die Decke von Santa Maria Maggiore
in Rom verzieren ließ und mit dem Symbol seiner Familie versah. (ARD,
„Mätressen – die Geliebte des Papstes“, 27.12.2005) Ein großer Anteil
des Blutgoldes und -silbers floß in die kirchlichen Schatzkammern. Auch
das Gold für viele Monstranzen stammt aus dieser Quelle. Aus anderen
Teilen der Welt wurden ebenfalls Goldschätze zusammengeraubt.
A propos Schatz. Das Vermögen des Vatikans ist ein gut gehütetes
Geheimnis. Ab und zu dringen dennoch Schätzungen an die Öffentlichkeit.
So bezifferte Nino lo Bello das aktive Vermögen vor rund 20 Jahren auf
mehr als 20 Milliarden Dollar („Vatikan im Zwielicht, 1983, S. 244).
Mittlerweile dürfte es sich stark weiter vermehrt haben.
Eine weitere, oft praktizierte Art, das Vermögen zu vergrößern, war die
Erbschleicherei. Bereits Papst Alexander III. verfügte im Jahre 1170,
„daß kein Testament gültig sei, das nicht in Gegenwart eines Priesters
abgefaßt worden sei; jeder weltliche Notar, der ein Testament
aufstellte, ohne dieser Vorschrift des Papstes zu genügen, sei mit dem
Kirchenbann zu bestrafen.“ (Will Durant, „Kulturgeschichte der
Menschheit“, Bd. 6, S. 454)
Die Kirche sah es nicht gerne, wenn Geld an die Kinder vererbt wurde.
Kirchenvater Salvian aus Marseille predigte im 5. Jahrhundert: „Wer
sein Vermögen seinen Kindern hinterläßt, statt der Kirche, handelt gegen
den Willen Gottes und gegen seinen eigenen Vorteil. Während er für die
irdische Wohlfahrt seiner Kinder Sorge trägt, betrügt er sich um seine
eigene Wohlfahrt im Himmel.“ (Karlheinz Deschner, Kriminalgeschichte
des Christentums“, Bd. 3, S. 504) Und Priester aller Jahrhunderte
erzählten immer wieder den Menschen: Wenn sie Geld spenden, gerade auf
dem Sterbebett, dann hat es ihre Seele im Fegefeuer leichter.
Eine andere Art, Geld zu scheffeln, war – und ist heute noch – der
Verkauf von Titeln unter dem Segen des Papstes. Es ist kaum zu glauben,
doch damit hat der Vatikan tatsächlich außerordentlich viel Geld
gemacht, wie eine Aufstellung aus dem Jahre 1992 zeigt. Damals wurde
eine Urkunde mit einem persönlichen Segen des Papstes für 5.000,- DM
verkauft. Für päpstliche Orden mußte man bis zu 120.000,- DM hinlegen.
Man konnte auch einen Freiherren-Titel kaufen, für 300.000,- DM – oder
man konnte sich in den Fürstenstand erheben lassen, was allerdings 2,5
Millionen DM kostete. (Horst Hermann, „Kirchenfürsten ...“, a.a.O., S.
311)
Während der Renaissance unterhielten manche Päpste sogar eigene
Bordelle, und von den Priestern, die im Konkubinat lebten, verlangten
sie einen sogenannten Hurenzins. In einigen Ländern war es sogar üblich,
daß diejenigen, die keine Frau hatten, ebenfalls den Hurenzins bezahlen
mußten. Es war einfach eine Einnahmemöglichkeit, die man
kirchlicherseits erfand und nützte.
Bei alldem kommt einem doch die ganze Geschichte sehr suspekt vor. Was
hat das alles mit Christus zu tun? Denn vergessen wir nicht: Dieser
totalitäre Götzenkult nennt sich ja nicht nur „katholisch“, sondern auch
„christlich“.
Stellen wir jetzt die Frage: Wer sitzt auf dem Stuhl Petri, der all
diese Machenschaften angeordnet hat? Denn stets sind sie vom Papst
abgesegnet oder vom Papst eingeleitet worden. So kann sich jetzt der
gute Analytiker wieder Gedanken machen: Wer ist es, der auf dem Stuhl
Petri sitzt? Wenn Jesus, der Christus, sagte: „Eher geht ein Kamel
durch das Nadelöhr, als daß ein Reicher ins Himmelreich kommt“, und
von dieser Kirche wird Reichtum über Reichtum gehortet – wer sitzt dann
auf dem Stuhl Petri? Wer über diese Frage nachdenkt, könnte vielleicht
zu dem Schluß kommen: Wer auf diese Art Reichtum hortet, der hat
offenbar gar nicht vor, ins Himmelreich zu kommen. Er wird dort landen,
wo er jetzt schon ist: beim Widersacher.
Hauptsache Rendite:
Wo die Kirchengelder überall „arbeiten“
Soweit einige Fakten aus der Geschichte; jetzt stellt
sich natürlich die Frage: Wie sieht es denn heute mit dem Vatikan aus?
Ist es heute anders?
Vom Vermögen haben wir schon gehört – das ist noch da. In der Tat hat
die Kirche weder vom geraubten Geld noch vom geraubten Gold je etwas
zurückgegeben. Und wie an anderer Stelle bereits festgestellt, hat eine
Wiedergutmachung an den Millionen Opfern der Kirche ebenfalls nie
stattgefunden.
Um in der heutigen Welt den Charakter der Kirche klarer beurteilen zu
können, wäre es interessant zu wissen: Woran ist denn die Kirche heute –
nicht nur in Deutschland, sondern auch der Vatikan selbst – beteiligt?
Gibt es bei der raffinierten Verschleierungstaktik der Kirche überhaupt
Möglichkeiten, herauszufinden, wo die Gelder des Vatikans wirklich
deponiert sind und welche kirchlichen Organisationen sie lenken?
Lassen wir an dieser Stelle Karlheinz Deschner zu Wort kommen. In seinem
Buch „Opus Diaboli“ (1987), das jetzt schon fast 20 Jahre alt ist, gab
er damals eine Momentaufnahme von dem Besitz und von dem Vermögen der
Kirche. Z.B.: Die katholische Kirche, „die noch immer über den
größten Grundbesitz der christlichen Welt verfügt, deren Aktien- und
Kapitalbeteiligungen schon vor einem Jahrzehnt“ – das ist
mittlerweile schon 30 Jahre her – „auf etwa 50 Milliarden Mark
geschätzt worden sind, der allein in Rom fast ein Dutzend Banken
unterstehen, der auch die größte Privatbank der Welt, die Bank of
America, mit 51 Prozent faktisch gehört, die hohe Goldreserven in Ford
Knox liegen und Kapitalien in allen möglichen Unternehmen investiert
hat, in große spanische Firmen, in französische Erdöl-Gesellschaften,
argentinische Gas- und Kraftwerke, bolivianische Zinngruben,
brasilianische Gummiwerke, in die nordamerikanische Stahlindustrie, die
General Motors Corporation, die ‚Alitalia’, die größte italienische
Luftfahrtgesellschaft und die Autofirma Fiat, in eine lange Reihe
führender italienischer Versicherungs- und Baugesellschaften, in
deutsche Lebens- und Sachversicherungen, die Badischen Anilin- und
Sodafabriken, die Farbenfabriken in Leverkusen, die deutsche
Erdöl-Aktiengesellschaft, die Hamburger Elektrizitätswerke, die Essener
Steinkohlen-Bergwerke, die Rheinischen Stahlwerke, die Vereinigten
Deutschen Metallwerke, die Süddeutsche Zuckeraktiengesellschaft, die
Gesellschaft für Lindes Eismaschinen, die Siemens & Halske AG, die
Mannesmann AG, bei BMW usw., usw., von den kircheneigenen Banken nicht
zu reden ...“ (S. 121)
Was für den Vatikan gilt, das setzt sich fort bis hinein in das
Finanzgebaren der katholischen Bistümer und der evangelisch-lutherischen
Landeskirche z.B. in Deutschland. Der aktuelle Stand ist zwar nicht so
leicht ausfindig zu machen, weil es sich um Anlagevermögen handelt, um
Aktien beispielsweise. Und Aktien können jederzeit verkauft und neu
angekauft werden. Trotzdem läßt sich hier einiges aussagen.
Grundsätzlich: Die Kirche hat nicht nur ein riesiges Vermögen an
Immobilien, sondern ein Großteil ihres Vermögens besteht aus Kapital-
und Anlagevermögen, also sozusagen aus „flüssiger Materie“. Die
Zeitschrift „Focus“ (1/97) hat schon 1996 dieses Kapital- und
Anlagevermögen auf 80 bis 100 Milliarden DM allein bei der deutschen
katholischen Kirche geschätzt. Hier ist also eine Menge Geld vorhanden;
bei der evangelischen Kirche dürfte es ungefähr gleich viel sein.
Doch es sind ja nicht nur die einzelnen Bistümer und Landeskirchen, die
über solche Rücklagen verfügen, sondern die Kirche hat auch eigene
Banken. Der oben erwähnte Politologe Carsten Frerk hat in seinem Buch
„Finanzen und Vermögen der Kirche“ sechs evangelische und fünf
katholische Banken aufgezählt. Hinzu kommen zwei freikirchliche Banken
und ein eigene Missionsbank. Darüber hinaus gibt es noch die Bank für
Sozialwirtschaft, bei der Caritas und Diakonie die Mehrheit der Anteile
besitzen. Und es gibt eigene kirchliche Investmentfonds, und zwar eine
ganze Reihe, die hauptsächlich von diesen Banken betrieben werden. Nach
Frerk hatten diese Fonds am 28. Februar 2001 ein Volumen von 2
Milliarden DM – also ein beachtliches Kapital, das indirekt oder direkt
letztlich der Kirche gehört. Hier ist die Drehscheibe für zahlreiche
finanzielle Transaktionen; hier werden Aktien gekauft und andere
Beteiligungen getätigt.
Wofür wird dieses Geld nun eingesetzt? Welche Aktien werden gekauft? Man
kann jetzt indirekt etwas erschließen, und zwar: Es gibt einige wenige
Fonds in diesem Bereich, die sich „Grüne Fonds“ nennen. In diesen wird
darauf geachtet, inwieweit jene Firmen, deren Aktien man kauft,
ökologische oder soziale Kriterien erfüllen. Diese Fonds haben jedoch
nur einen sehr geringen Marktanteil von 0,4%, und auch diese wenigen
„Grünen Fonds“ in der Kirche halten sich Hintertürchen offen. Z.B. darf
der KD-Fonds Oeko-Invest, der von der Bank für Kirche und Diakonie
aufgelegt wurde, bis zu 33% seines Volumens in Firmen investieren, die
überhaupt nicht ökologisch sind. Oder der katholische
Liga-Pax-Aktien-Fonds besitzt Aktien der Firma Schering, die
Anti-Baby-Pillen vertreibt, denn diese Aktie – so Frerk – sei
„einfach zu gut, um nicht berücksichtigt zu werden“. (Carsten Frerk,
„Finanzen und Vermögen der Kirchen in Deutschland“, Aschaffenburg 2002,
S. 266)
Einige der „grünen“ Kirchenfonds nehmen Aktien der Firma
Daimler-Chrysler nicht auf, weil diese Firma mit der Rüstung
verflochten ist, hingegen haben andere kirchliche Fonds diese Aktien,
z.B. der Eagle-Top-Kolping-Aktien-Fonds.
Wenn eine Landeskirche Aktien anlegt, geht es ähnlich verwaschen zu: Die
Landeskirche von Baden stieß nach einer Meldung der „Frankfurter
Rundschau“ (25.9.2001) ihre Daimler-Chrysler-Aktien ab, als der
Rüstungsanteil bei dieser Firma auf mehr als 10% des Gesamtumsatzes
stieg. In der gleichen Meldung steht jedoch: Als dieser Rüstungs-Anteil
im Daimler-Konzern nach einigen Verkäufen von Betriebsteilen wieder auf
unter 10% sank, kaufte die Landeskirche die Aktie erneut an.
Wir können also indirekt schlußfolgern: Es gibt einige wenige
Geldanleger innerhalb der Amtskirchen, die auf solche Kriterien
zumindest teilweise achten, wenn auch nicht besonders konsequent; doch
diese wenigen hängen das dann an die große Glocke – „Tu Gutes, und rede
darüber“. Was ist aber mit den anderen 99%? Denen ist offensichtlich
völlig egal, ob die Aktien in Alkohol, Glücksspiel oder Rüstung
investiert werden – Hauptsache, sie bringen Geld. Das sind in einem
knappen Abriß einige Fakten. Mag jeder Leser sich nun selber eine
Meinung bilden.
Die finsteren
Machenschaften
der Vatikanbank
Aber warum sollte die Kirche z.B. in Deutschland
eigentlich keine Banken haben? Der Vatikan hat doch schließlich auch
eine eigene Bank, deren Eigentümer immerhin der „Pontifex“ selbst ist.
Warum soll es denn dann die Kirche nicht ebenso halten? – Nur einer, der
hatte keine Bank: Jesus von Nazareth, denn Er war ein Mann aus dem Volk.
Und wie Er über den Reichtum dachte, haben wir bereits gehört.
A propos Vatikanbank: Diese ist bekanntlich in ganz finstere
Machenschaften verstrickt gewesen. Hier wurde offenbar in großem Stil
Geldwäsche betrieben. Über alle möglichen Auslandskonten und über
versteckte Firmen wurde Geld am italienischen Fiskus vorbeigeschmuggelt.
Und als die Sache dann platzte, gab es Morde. Es waren Verbindungen zur
Mafia vorhanden. In einem solchen Zusammenhang wurde der sogenannte
„Bankier Gottes“, Roberto Calvi, in London ermordet. Viele Jahre
versuchte man, das zu vertuschen; mittlerweile ist jedoch erwiesen, daß
es kein Selbstmord gewesen sein kann.
Man sollte sich einmal bewußt machen: Vom Vatikan werden keine klaren
Zahlen vorgelegt, so daß letztendlich kein Mensch weiß, a), welche
Vermögenswerte dort lagern, und b), wie diese zustande kommen. Was man
hingegen weiß, ist, wie es derzeit auf der Erde aussieht. Man weiß, daß
852 Millionen Menschen hungern. Man weiß, daß 1,2 Milliarden Menschen,
also ein Fünftel (!) der Weltbevölkerung, in absoluter Armut lebt. Und
der Papst, der dann immer wieder davon spricht, daß man doch Gutes tun
soll, ist Eigentümer einer Bank und sitzt praktisch auf dem Geld, das
helfen könnte, das Elend zu mindern.
Der Papst reist –
zahlen dürfen die anderen.
Ergänzend dazu sei gesagt: Papst Johannes Paul II. hat
ja viele dieser hungernden und armen Menschen besucht; doch es ist nicht
etwa so, daß er dann etwas von seinem Vermögen mitgebracht hätte. Nein,
das Gegenteil war der Fall: In Tansania, wohin der Papst im Jahr 1990
reiste, mußten die Dorfbewohner einer Region, die vom Papst besucht
wurde, natürlich auch die Sicherheitsvorkehrungen für den Papst
bezahlen. Die ehemalige Nonne Maria Lauda berichtete, daß die dortigen
Familien sich, um das zu ermöglichen, in der Höhe eines Monatslohnes
verschulden mußten. („BILD“, 4.2.2000; „Das Weiße Pferd“, 4/2000) Wir
sehen: Der Papst bringt nichts von seinem Reichtum; statt zu geben,
nimmt er. Für die äußere Sicherheit des „heiligen Vaters“ sind die Armen
gezwungen zu zahlen, also von dem Wenigen zu geben, das sie haben – und
darüber hinaus, wie wir soeben lasen. – Und welchen „Segen“ empfingen
sie dafür?
Ähnlich war es auch in Goya, Indien, wo der Papstbesuch 10 Millionen DM
kostete – bei den Gläubigen wurden sie eingesammelt.
Auch der Besuch von Papst Ratzinger in Bayern im September 2006, der bei
Drucklegung dieses Buches gerade bevorsteht, wird vom deutschen
Steuerzahler bezahlt werden – einschließlich gewaltiger
Sicherheitsvorkehrungen. Hinzu rechnen müßte man die immensen
volkswirtschaftlichen Einbußen durch gesperrte Autobahnen und
Bahnstrecken sowie verbarrikadierte Innenstädte.
Gebt
das geraubte Geld zurück!
Gerade im Zusammenhang mit der Armut und der
unerträglichen Not von Millionen von Menschen wird der ungeheure
Reichtum der Kirche und der Luxus, in dem die sogenannten „Diener
Gottes“ leben, zum Skandal – nicht zuletzt, weil es den Kirchen gelungen
ist, ein Image aufzubauen, als würden gerade sie mithelfen, die Not in
der Welt zu lindern. Tritt eine akute humanitäre Katastrophe auf, so
kommen immer als erstes die Spendenaufrufe der verschiedenen Hilfswerke,
was überall den Eindruck erweckt, die Kirche würde sich beteiligen. Doch
so ist es ganz und gar nicht. Sie sammelt lediglich die Spenden jener
Menschen ein, die ihren Mitmenschen in Not helfen wollen. Diese Gelder
wandern dann erst einmal auf die Konten der Kirchen. Bis sie dann
endlich in jene Länder fließen, für die die Zuwendungen bestimmt waren,
kassieren die Kirchen die Zinsen.
Angesichts dieses Finanzgebarens der Kirchen erhebt sich für so manchen
die Frage, die auch Frerk zum Schluß seines Buches den Kirchen in
Deutschland stellt: „Warum verzichten sie nicht für ein einziges Jahr
auf das weitere Aufstocken ihres Kapitalvermögens und investieren diese
drei Milliarden in beispielhafte Projekte?“ (Carsten Frerk,
„Finanzen und Vermögen der Kirchen in Deutschland“, S. 418) Welche
Hilfsprojekte könnte man damit – allein aus einem Jahr – in der Dritten
Welt in die Wege leiten!
Hinsichtlich des Vermögens der Kirche weltweit drängt sich weiter die
Frage auf: Warum legt die Kirche im Jahr 2000 ein halbherziges
Schuldbekenntnis ab und sagt sinngemäß „Ja, es wurde viel geraubt“, ohne
daß daraufhin Taten folgen? Warum gibt sie diese entwendeten Reichtümer
nicht den armen Ländern zurück? Wieviel Mega-Tonnen Gold wurden aus
Südamerika weggeschafft! Warum schmelzen die Kirchen ihre goldenen
Monstranzen nicht ein und lassen das Gold den Ländern zugutekommen, aus
denen es gestohlen wurde: nach Mexiko oder Südamerika, wo die Armut
riesengroß ist?
Eindrückliche Fragen, die aufhorchen lassen und überaus nachdenklich
stimmen. Schlußendlich behaupten die Kirchen, „christlich“ zu sein,
gewissermaßen das geistig-religiöse Erbe des Jesus, des Christus, des
größten Weisheitslehrers der Menschheit, zu hüten und zu bewahren.
Können wir uns vorstellen, daß Er mit solchen Machenschaften irgend
etwas zu tun gehabt hätte? Vergegenwärtigen wir uns, wie Er als Mensch
über diese Erde ging. Seinen letzten Mantel hat Er mit dem Nächsten
geteilt. Er war nicht auf der Seite der Satten, Mächtigen und Reichen.
Er fühlte mit den Armen und nahm sich ihrer an. Unter den Tieren kam Er
zur Welt. Für Seinen Lebensunterhalt arbeitete Er als schlichter
Zimmermann. Und von den Reichen wurde Er am Ende Seines irdischen
Lebensweges auf schändlichste Art und Weise zu Tode gebracht. Der Weg,
den Er lebte und lehrte, ist nicht der Weg des Reichtums. Jesus, der
Christus, gab uns Seine Lehre, die Bergpredigt, mit dem Kernsatz:
»Was du willst, daß andere dir tun, das tue du ihnen zuerst.« Er gab
uns das Gebot der Nächstenliebe, nicht das Gebot, Reichtum anzusammeln
und den Nächsten auszubeuten.
Die
Lösung liegt auf der Hand!
Also wird der kluge Analytiker sich erneut die Frage
stellen: Beim Stuhl Petri – wo bin ich da gelandet? Zweifellos nicht bei
Christus! Wie kann man diesem Stuhl Petri entkommen? Für den Fall, daß
Sie selbst noch Tribut an diesen totalitären Götzenkult zahlen, dann
überlegen Sie sich jetzt vielleicht, sich davon zu lösen. Sogar in der
Kirchenbibel finden Sie eine entsprechende Anregung. Dort heißt es in
der Johannes-Apokalypse: »Gehet hinaus aus ihr, mein Volk, daß ihr
nicht teilhabt an ihren Sünden und nichts empfangt von ihren Plagen«,
und diesem Rat kann man jederzeit folgen.
Man wird sich zwar nicht sofort all den Umklammerungen entziehen können,
von denen bisher die Rede war. Vor allem in Deutschland ist es, wie wir
feststellen mußten, sehr schwer, sich den Klauen der Kirche – soweit es
um das Geld geht – völlig zu entziehen, denn auch als Kirchenaussteiger
finanziert man die Kirchen über den allgemeinen Steuertopf weiterhin
mit. Und trotzdem – der Austritt ist der erste Schritt in die richtige
Richtung.
Jeder kann sich selbst eine Meinung bilden, wohin er sich wenden möchte.
Sofern Sie sich für Jesus, den Christus, den Freiheitsdenker, den
Weisheitslehrer, entscheiden, kostet Sie das keinen Cent. Und dann
brauchen Sie keine Kirche, Sie brauchen keinen totalitären Götzenkult,
und Sie brauchen auch keine Institution, denn Jesus, der Christus, wohnt
inwendig in jedem von uns, auch in Ihnen, liebe Leserinnen und Leser.
Entscheiden Sie sich frei!
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