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Für gute Analytiker:
Wer sitzt auf dem Stuhl Petri? (2)
Heidnischer Opferkult
und priesterlicher Machtanspruch.
Wer verfaßte die Bücher Mose?
Inhalt:
Die Wurzeln der heutigen Priesterkaste.
Während seiner Gefangenschaft in Ägypten übernahm
das Volk Israel viele dortige Gepflogenheiten, z.B. die pompöse Kleidung
der Priester
Die Bücher Mose wurden größtenteils erst 1000
Jahre nach Mose von Priestern verfaßt, um deren zweckdienliche
Vorstellungen und Wünsche in das Alte Testament einzuschleusen
Die Priester stellten sich bewußt zwischen Gott
und die Menschen, um diese mittels Drohungen zu beherrschen
„Und das soll Gott wirklich zu Mose gesagt haben?“
– Schilderungen aus dem Alten Testament. Wer die Vorschriften nicht
einhält, „soll sterben“
Bekleidungsvorschriften und rituelle Handlungen aus dem Alten Testament als
Vorbild für die Kirche heute. – Was sagte Jesus, der Christus, über
Pharisäer und Schriftgelehrte?
Tieropfer im Alten Testament „zum beruhigenden
Duft für den Herrn“. – Jesus setzte sich immer für die Tiere ein
Nur wenigen bekannt: Der Stuhl Petri bestimmt:
Altes und Neues Testament – „beide sind wahres Wort Gottes“. In den
Berichten des Alten Testamentes waltet ein grausamer heidnischer Gott
Der krasse Gegensatz der kirchlichen Lehre zur
wahren Lehre Jesu. Soll das Alte Testament wieder zum Durchbruch kommen,
unter Benützung des Mäntelchens „Jesus“ und „Christus“?
Im Folgenden die Wiedergabe des Inhalts des zweiten
Teils der Reihe: „Für gute Analytiker – Wer sitzt auf dem Stuhl Petri?“
Die Medienkampagne, die der Stuhl Petri Anfang 2005 weltweit
veranstaltet hat, ist Anlaß für diese Gesprächsrunde der Urchristen.
Wir wollen der Frage nachgehen: Was steckt eigentlich hinter dem Stuhl
Petri? Wie hat sich der Stuhl Petri in der Vergangenheit präsentiert?
Was sind seine Absichten, und was haben wir noch von ihm zu erwarten?
Die Wurzeln der
heutigen Priesterkaste.
Im Folgenden gehen wir noch einmal den Wurzeln der
heutigen Priesterkaste in Rom mit ihren Riten und Zeremonien, mit ihrem
Prunk, mit ihren Prunkgewändern, mit ihrem Reichtum bis in die Zeit des
Alten Testamentes nach. Fragen wir noch einmal: Gab es schon zur Zeit
Abrahams eine solche Priesterkaste?
Abraham stammte aus Ur in Chaldea im heutigen Irak. Die Menschen dort
glaubten an viele Götter. Es gab viele Priester, unterschiedliche Kulte.
Die Familie, in der Abraham aufwuchs, hat also – wie alle Familien der
damaligen Zeit – die Vielgötterei gelebt, das Heidentum. Und das
Heidentum hatte die entsprechenden Priester.
Die Zeit, in der Abraham lebte – etwa in der ersten Hälfte des 2.
Jahrtausends vor Christus – war in Mesopotamien die Zeit der Sumerer. Es
war Babylon, in dem sich die Götterwelt der Sumerer entwickelte. Es gab
einen Sonnengott, es gab verschiedene Stadtgötter, es gab eine
Liebesgöttin namens Ischtar, und es gab eine hierarchisch gegliederte
Priesterkaste, die sich als Vermittler zwischen Gott und den Menschen
verstand.
Die Priesterkaste hatte auch die Herrschaft im Staat inne. Der König war
zugleich der Priesterkönig und mußte den Gott oder die Götter beruhigen
und besänftigen, um die Kommunikation zwischen den Menschen und diesen
Gottheiten herzustellen.
Der „Gott“ verlangte nach damaliger Vorstellung selbstverständlich
Opfer, Tieropfer, aber auch Menschenopfer. Bei den Menschenopfern mußten
nicht selten die erstgeborenen Kinder der Gottheit geopfert werden, um
den Gott, an den die damaligen Menschen glaubten, zufriedenzustellen.
Isaak war Abrahams erster Sohn, und Abraham liebte ihn über alles. Es
war für Abraham ein Herzensgefühl, einen Sohn zu haben, den er als
seinen Erben einsetzte, den er vor alle anderen Kinder stellte. Und zu
Abraham sagte Gott: „Opfere Mir diesen Erstgeborenen, deinen Sohn
Isaak.“ Damit meinte Er die Bindung Abrahams an seinen Sohn und nicht,
den Sohn selber zu opfern.
Abraham rang mit Gott wegen Gottes Verlangen „Opfere Mir deinen Sohn
Isaak, deinen Lieblingssohn.“ Aber das Wort „Opfer“ war bei ihm so im
Bewußtsein verankert, daß er sich sagte: „Tieropfer, Menschenopfer – es
ist ganz normal, dem Gott einen Sohn zu opfern“, und dabei dachte er
selbstverständlich an einen Gott aus dem Heidentum, aus der
Vielgötterei, denn in diesem Bewußtsein war er aufgewachsen. Für Abraham
war klar: Er muß jetzt ein Menschenopfer bringen, seinen geliebten Sohn.
Es handelt sich also um ein Mißverständnis von seiten Abrahams. Gott
wollte, daß Abraham seinen Sohn nicht, wie wir heute sagen würden,
vergöttert, seinen Sohn also nicht mehr liebt als Gott, sondern Gott an
erste Stelle stellt. Abraham aber glaubte, dieses „Opfern“ bedeute, den
Sohn umzubringen. Es ist also nicht so, daß Gott Abraham hätte versuchen
wollen, denn wir wissen ja, daß dann der Engel eingegriffen hat, sondern
Abraham war noch geprägt von den Glaubensvorstellungen aus der Umwelt,
aus der er kam.
Daß der Engel dazwischenging und Abraham zurückhielt und sagte: „Opfere
nicht deinen Sohn, Gott will das nicht!“, war ein Symbol. Gott wollte
nichts anderes, als daß Abraham seinen Sohn an die Hand nimmt und beide
zu Ihm, zu dem einen Gott der Liebe, kommen, daß Abraham nicht Isaak den
Vorrang gibt, sondern immer Gott. Und das hat Abraham zunächst
mißverstanden. Er wollte gehorsam sein und Isaak töten, um damit das
„Opfer“ zu bringen. Wir wissen: Abraham opferte schließlich ein Schaf.
Doch durch die Propheten, die Gott gesandt hatte, sprach Er auch gegen
ein solches Opfer.
Hier dringt ebenfalls noch das alte heidnische Kultdenken durch: Wenn ich
schon nicht meinen Sohn darbringe, dann wenigstens ein Tier! - Man sieht,
daß ein Ringen in den Menschen, hier in Abraham, stattfindet. Die
Bewußtwerdung vom Gottesgeist, dem einzig-einen Gott, konnte sich erst allmählich gegen die
alten Priesterkulte durchsetzen. Es dauerte Jahrhunderte, in denen immer
wieder die wahren Propheten auftraten und mit den heidnischen
Priesterkulten um das wahre Opfer rangen, das nicht in Menschen oder
Tieren besteht, sondern in der Hingabe an Gott.
In der Vielgötterei lag auch die Angst vor den Göttern, Angst davor, daß diese über
den Menschen hereinbrechen und ihm, dem Menschen, Tiere oder das Land
wegnehmen würden, ihn töten, ihn quälen und dergleichen. Denn im Alten
Testament heißt es ja immer wieder: Gott muß man besänftigen. Also
versuchte auch Abraham durch das Opfern des Schafes, Gott zu
besänftigen, in der Hoffnung: „Sei mir bitte nicht böse, wenn ich jetzt
meinen Sohn nicht opfere. Tu mir bitte nichts an, und tu auch vor allem
Isaak nichts an! Deshalb opfere ich dir das Lamm, um dich zu
besänftigen.“ Obwohl Abraham schon von Gott, dem All-Einen, wußte,
dachte er an einen grausamen Gott aus der Vielgötterei, weil dieses
Gedankengut noch in ihm nachwirkte.
Während seiner Gefangenschaft in Ägypten
übernahm das Volk Israel viele dortige Gepflogenheiten,
z.B. die pompöse Kleidung der Priester
Die heidnische Vorstellung, die von der Priesterkaste
gepflegt wurde, daß Gott ein grausamer Gott sei, findet sich auch in
den weiteren Büchern Mose wieder, z.B. in Berichten über die Zeit,
nachdem Mose das Volk aus Ägypten weggeführt hatte. Mose, der große
Prophet, empfing von Gott auf dem Berg Sinai die Gebote; als er vom
Berg Sinai herunterstieg, hatten die Israeliten inzwischen einen Opferaltar
mit einem Kalb aus Gold aufgebaut und opferten diesem. Hier war wieder
der Einfluß des heidnischen Priestertums am Werk, denn die Israeliten
kamen ja aus Ägypten, und auch in Ägypten gab es das heidnische
Priestertum mit den Opfern. Dort haben es die Israeliten auch
kennengelernt. Sie haben sich vieles von der dortigen Religion und dem Volk der
Ägypter zu eigen gemacht, hatten also noch nicht das Vertrauen zu
dem barmherzigen, gütigen Gott.
Der Einfluß, den die heidnischen Priesterreligionen zur Zeit des Mose
auf das Volk Israel hatten, ist verständlich, denn das jüdische Volk war
schließlich einige hundert Jahre bei den Ägyptern in Gefangenschaft,
erlebte also dort, wie die Priesterkaste gekleidet war, was sie tat und
welche Macht sie hatte. Ganz offensichtlich wurde sehr viel davon
übernommen, angefangen von der pompösen Bekleidung. Man kennt aus der
Geschichte die prunkvolle Kleidung des Pharao und seiner Priesterkaste.
Da liegt es auf der Hand, daß die Israeliten das abgeschaut haben.
Die Bücher Mose wurden größtenteils erst 1000 Jahre nach Mose
von Priestern verfaßt, um deren zweckdienliche Vorstellungen
und Wünsche in das Alte Testament einzuschleusen
Warum und von wem wird von den Büchern Mose als den
„Priesterbüchern“ gesprochen?
An den Hochschulen lehrt man die Pfarrer, die Theologen, daß die
Mose-Bücher zu einem großen Teil von Priestern geschrieben worden sind.
Es sind in den Büchern Mose mehrere Schriften zusammengefaßt worden;
eine davon ist die sogenannte Priesterschrift. Diese Priesterschrift ist
im 6. Jahrhundert vor Christus entstanden. Geschrieben wurde sie von den
israelischen Priestern, die im Exil in Babylon waren; sie haben
ihren Kult und ihren priesterlichen Glauben praktisch in die Zeit des
Mose zurückprojiziert.
Es ist naheliegend, daß auch Einflüsse aus dem alten Babylon in diesen
Texten vorhanden sind, wo ja ebenfalls ein Vielgötterglaube herrschte
und eine Priesterkaste mit speziellen Gewändern und mit Opfern.
Die Bücher Mose wurden also nicht zu Lebzeiten des Mose verfaßt, sondern
fast tausend Jahre später. Vorher gab es einzelne Überlieferungen. Z.B.
gehen die ersten Aufzeichnungen über Mose in die Zeit von David und
Salomo zurück. Die Details über die Priesterkulte wurden erst später
ergänzt, eben im 6. Jahrhundert.
Genau genommen haben die Priester den Mose dazu benützt, um ihre
Vorstellungen, ihre Wünsche, ihre Positionen in das sogenannte Alte
Testament einzuschleusen. Letzten Endes ist es das Testament der
Priester und nicht des Mose.
Auch von den Theologen der Kirche wird es so gesehen, wenngleich man
dort natürlich sagt, in den früheren Schriften sei eben das
Priesterliche nicht so wichtig gewesen, man habe es erst später in
seiner Wichtigkeit erkannt.
Die Priester stellten sich bewußt zwischen Gott und die Menschen,
um diese mittels Drohungen zu beherrschen
Der gute Analytiker sucht zu ergründen, warum gerade das
„Priesterliche“ so wichtig sein soll. Das Priesterliche ist für die
Priester wichtig, weil sie sich durch das „Priesterliche“ zwischen Gott
und den Menschen stellen können, weil sie zu den Menschen sinngemäß
sagen können: „Ihr braucht den Priester, um euer Heil zu erlangen. Ihr
braucht den Priester, um Gott zu besänftigen. Ihr braucht den Priester,
um all das auszuführen, was vorgeschrieben ist, damit ihr gute Anhänger
des Kultes seid.“ Und der Priester läßt sich dafür bezahlen.
Heute ist es ganz ähnlich. Der Priester ist wichtig, der zwischen Gott
und den Menschen steht. Und wie ist das bei Jesus? Jesus hat nicht von Priestern gesprochen, sondern Er hat gelehrt: „Das Reich Gottes ist
inwendig in euch.“ (Lk 17, 21) Entsprechend dieser Lehre wird jeder
Priester, jede Priesterkaste und jede priesterliche Institution
überflüssig.
Es gibt auch namhafte katholische Theologen, z.B. Rupert Lay und Herbert
Haag, die sagen, daß Jesus keine Priester eingesetzt hat. (Rupert Lay,
"Nachkirchliches Christentum - der lebende Jesus und die sterbende
Kirche", Düsseldorf 1995; Herbert Haag, "Worauf es ankommt - wollte
Jesus eine Zwei-Stände-Kirche?", Freiburg 1997) Er hat weder eine Kirche
gegründet noch Priester eingesetzt. Wenn nun die Propheten keine
Priester wollen und schon gar nicht Jesus, der Christus – warum will
denn das Volk Priester? – Es ist eben viel bequemer, zu einem Priester
zu gehen und zu beichten, und dieser nimmt dann alle Sünden hinweg, als
wenn ich selber zu meinem Bruder gehen soll, um mit ihm ins Reine zu
kommen. Der Priester nimmt mir quasi meine Arbeit ab, und ich komme
sozusagen gratis in den Himmel. Das ist der Aberglaube, der heute noch
kirchlicherseits gelehrt wird.
Das Volk braucht offenbar die ranghohen Persönlichkeiten. Das
allzumenschliche Ich möchte ein Bild vor sich haben, das Gott
repräsentiert. Doch war diese Vorstellung von Anbeginn vorhanden, oder
hat man dies dem Volk nicht erst beigebracht? Und wer? Natürlich
diejenigen, die davon profitieren, nämlich die Priester.
Wenn Jesus von Nazareth lehrte: „Gott ist inwendig in euch“, dann
war das doch eine Botschaft, die die Menschen sehr bewegte. Wieso
kam das Volk dann auf die Idee, Beichtstühle zu benötigen, Ablässe
bezahlen zu müssen und Opfer erbringen zu müssen? Nur deshalb, weil
es priesterliche Götzendiener gab, die diesen Zwang ausübten, verbunden mit
geistigen Strafandrohungen: „Wenn ihr uns nicht folgt, dann kommt ihr in
die Hölle. Wenn ihr das nicht tut, was wir angeordnet haben, dann kommt
ihr nicht zu Gott.“ Hier wiederholt sich das, was schon in den
sogenannten Priesterschriften enthalten ist, nämlich eine bestimmte
Rechtsordnung, die ganz konkrete Vorschriften für das Verhalten der
Menschen enthält und die Menschen massiv bedroht, für den Fall, daß sie
diese Vorschriften nicht erfüllen.
Wenn die Priesterschrift fast tausend Jahre nach der Zeit geschrieben
wurde, in der Mose lebte, dann kann man sich gut vorstellen – auch
in Anbetracht dessen, wer das geschrieben hat –, daß das, was in
den Büchern heute steht, mit der Realität wenig zu tun hat. Es wurde
geschickt so gefärbt, wie man es tausend Jahre später haben wollte.
„Und das soll Gott wirklich zu Mose gesagt haben?“ –
Schilderungen aus dem Alten Testament.
Wer die Vorschriften nicht einhält, „soll sterben“
Man muß also diese Bücher mit äußerster Vorsicht lesen
und sich immer vor Augen halten: Über den Propheten Mose schreibt
hier die Priesterkaste, der Feind des Propheten – wie es Walter Nigg in
seinem Buch „Prophetische Denker. Löschet den Geist nicht aus“, S. 124
f., darstellt. Fragen wir immer: „Hat Gott das wirklich durch Mose
gesagt?“, so merken wir, wie unwahrscheinlich es ist, daß Gott durch
Mose z.B. folgendes gesagt haben soll:
Wir lesen in Exodus (2 Mose 28, 1-4): „Laß aus der Mitte der
Israeliten deinen Bruder Aaron und mit ihm auch seine Söhne zu dir
kommen, damit sie mir als Priester dienen, Aaron mit Nadab, Abihu,
Eleasar und Itamar, den Söhnen Aarons. Laß für deinen Bruder Aaron
heilige Gewänder anfertigen, die ihm zur Ehre und zum Schmuck gereichen.
Rede mit allen Sachverständigen, die ich mit dem Geist der Weisheit
erfüllt habe; sie sollen Aarons Gewänder anfertigen, damit er geheiligt
sei und mir als Priester dient."
Weiter in 2 Mose 28, 6-14): „Das sind die Gewänder, die sie anfertigen
sollen: Lostasche, Efod, Obergewand, Leibrock aus gewirktem Stoff,
Turban und Gürtel. Sie sollen also für deinen Bruder Aaron und für seine
Söhne heilige Gewänder anfertigen, damit er mir als Priester dient. Sie
sollen dazu Gold, violetten und roten Purpur, Karmesin und Byssus
verwenden. Das Efod sollen sie als Kunstwebearbeit herstellen, aus Gold,
violettem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Byssus. Es soll zwei
miteinander verbundene Schulterstücke haben, und zwar an seinen beiden
Enden sollen sie miteinander verbunden sein. Die Schärpe am Efod soll
von derselben Machart sein und mit ihm ein einziges Stück bilden, aus
Gold, violettem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Byssus. Nimm
die beiden Karneolsteine, und schneide die Namen der Söhne Israels ein:
sechs von den Namen in den einen Stein und die übrigen sechs Namen in
den andern Stein, in der Reihenfolge, wie sie geboren wurden. In
Steinschneidearbeit wie Siegelgravierung sollst du in die beiden Steine
die Namen der Söhne Israels schneiden, in Goldfassungen eingesetzt
sollst du sie herstellen. Befestige die beiden Steine an den
Schulterstücken des Efod als Steine, die den Herrn an die Israeliten
erinnern. Aaron soll ihre Namen auf beiden Schulterstücken vor dem Herrn
zur Erinnerung tragen. Du sollst also die Fassung aus Gold und zwei
Kettchen aus purem Gold machen; dreh sie wie eine Schnur, und befestige
die schnurartigen Kettchen an den Fassungen!“
Wir überspringen einige Verse und lesen weiter in Exodus 28, 31:
„Verfertige den Efodmantel ganz aus violettem Purpur; in seiner Mitte
soll sich eine Öffnung für den Kopf befinden; an seiner Öffnung ringsum
soll wie bei der Öffnung eines Panzerhemds ein gewebter, unzerreißbarer
Rand angebracht sein. An seinem unteren Saum mach Granatäpfel aus
violettem und rotem Purpur und aus Karmesin, an seinem Saum ringsum, und
dazwischen goldene Glöckchen ringsum: ein Goldglöckchen und ein
Granatapfel abwechselnd ringsum am Saum des Mantels. Aaron soll ihn beim
Dienst tragen; sein Ton soll zu hören sein, wenn er in das Heiligtum vor
den Herrn hintritt und wenn er wieder herauskommt; sonst muß er
sterben.“
Dem guten Analytiker kommen erhebliche Zweifel, ob Gott das gesagt hat.
Man kann sich nicht vorstellen, daß Gott diese prunkvolle Verehrung
nötig hat. Vor allem kann man sich nicht vorstellen, daß ein Mensch
sterben soll, nur deshalb, weil er sich nicht an solche Vorschriften
hält.
„Sonst muß er sterben“, hieß es im Buch Mose; also soll er getötet
werden. Und Gott, der Ewige, sprach doch durch Mose in den
Zehn Geboten:
„Du sollst nicht töten.“ – Diesen Widerspruch findet man an vielen
Stellen im Alten Testament, wo Gott angeblich immer wieder dazu aufruft,
jene Menschen zu töten, die bestimmte Vorschriften nicht befolgen. Das
zieht sich durch die ganze Priesterschrift. Diese Anordnungen traf mit
Sicherheit nicht Gott.
Bekleidungsvorschriften und rituelle
Handlungen
aus dem Alten Testament als Vorbild für die Kirche
heute. –
Was sagte Jesus, der Christus, über Pharisäer und
Schriftgelehrte?
Die Kleidung der derzeitigen Priesterkaste ist der
Ausstattung der Priester im Alten Testament sehr ähnlich, entstammt also
dem Heidentum. In Exodus 28, 36-38 heißt es:
„Mach eine Rosette aus purem Gold, und bring darauf nach Art der
Siegelgravierung die Inschrift an: ‚Heilig dem Herrn’. Befestige die
Rosette an einer Schnur aus violettem Purpur, und bring sie am Turban
an; sie soll an der Vorderseite des Turbans angebracht werden. Sie soll
auf Aarons Stirn sein, denn Aaron ist verantwortlich für die
Verfehlungen an den Weihegaben, die die Israeliten weihen, für alle
heiligen Abgaben; sie soll ständig auf Aarons Stirn sein, damit sie dem
Herrn genehm sind.“
Interessant ist auch die Verwendung von Salböl; sie erinnert an die
heutigen Salbungen. Z.B. lesen wir darüber: „Vom Salböl goß
er etwas auf das Haupt Aarons und salbte ihn, um ihn zu weihen.“ (3
Mose 8, 12) Oder: „Mit dem Öl spritzte er siebenmal gegen den Altar,
salbte ihn und alle seine Geräte, das Becken und sein Gestell, um sie zu
weihen.“(3 Mose 8, 11)
Wem fallen dabei nicht sofort die heutigen Rituale ein: wenn eine Kirche
geweiht wird, wenn ein Bischof, ein Priester, ein Diakon geweiht wird.
Immer gibt es solche genauen Vorschriften, wie das präzise abzulaufen hat. Im
Grunde ist es auch so aufwendig und ihr Sinn so unverständlich, wie es im
Zitat beschrieben ist.
Und was sagte Jesus, der Christus, zu dem ganzen Kult? Er sagte
sinngemäß zum Menschen: Du bist der Tempel des Heiligen Geistes.
Schmücke deine Seele mit der Zierde der Tugend, mit guten, gottgewollten
Gedanken. Lebe nach den Zehn Geboten Gottes und nach dem Wort des
Lebens, das Ich, Jesus, den Menschen brachte, z.B. die
Bergpredigt.
– Jesus hat nie von Kulthandlungen gesprochen, geschweige denn vom
Einsetzen eines Priesters.
Daß da etwas nicht stimmen kann, fiel auch schon dem Propheten Jeremia
auf, denn bei ihm im Alten Testament lesen wir in Jer 8, 8: „Wie
könnt ihr sagen, ‚weise sind wir, und das Gesetz des Herrn ist bei uns’.
Ja, aber der Lügengriffel der Schreiber hat es zur Lüge gemacht.“
Ein großer Prophet also, Jeremia, sagt: Hier stimmt etwas nicht. Hier
ist die Schrift, das Wort, bereits verfälscht worden - durch die Priester.
Die Kleidungsvorschrift erinnert so manchen auch an das, was Jesus über
jene Menschen, die so bekleidet sind, gesagt hat, nachzulesen im
Matthäus-Evangelium: „Alles, was sie tun, tun sie nur, damit die
Menschen es sehen: Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an
ihren Gewändern lang, bei jedem Festmahl möchten sie den Ehrenplatz und
in der Synagoge die vordersten Sitze haben, und auf den Straßen und
Plätzen lassen sie sich gern grüßen und von den Leuten Rabbi (Meister)
nennen.“ (Mt 23, 5-7) Und dann kommt der bekannte Satz: „Ihr aber
sollt euch nicht Rabbi nennen lassen, denn nur einer ist euer Meister,
ihr alle aber seid Brüder.“ (Mt 23, 8) – sinngemäß gilt das
natürlich für Brüder und Schwestern. Jedenfalls lehrte Jesus die
Gleichheit und nicht die Hierarchie von Priestern und Amtsträgern.
Und Jesus lehrte auch Seine Nachfolge in den Worten: „Folget Mir
nach!“ (Mt 4, 19) Das bedeutet: Tut, was Ich euch gelehrt habe, und
letzten Endes auch, was in den Geboten Gottes steht, denn die Weisungen
Jesu stehen in Einklang mit dem Gebot Gottes.
Tieropfer im Alten Testament „zum beruhigenden Duft für den Herrn“. –
Jesus setzte sich immer für die Tiere ein
Was sprach Jesus eigentlich zu den Tieropfern?
Es gibt ein Zitat von Jesus, das steht in einer apokryphen Schrift. Von
dieser sind nur noch wenige Papierschnipsel erhalten, aber
interessanterweise ist dieser eine Teil erhalten. In Museen kann man es
nachlesen: „Ich bin gekommen, die Opfer abzuschaffen“. (Ebonäerevangelium Nr. 6, zit. bei Epiphanius
Contra Haereses 30,4 f.) Man liest es ja auch im Neuen Testament,
wie Jesus in der Wüste war und mit den sogenannten wilden Tieren in
Frieden gelebt hat, oder wie Er im Tempel die Tiere befreite, die von
den Händlern als Opfertiere verkauft werden sollten. Es gibt viele
Beispiele dafür, daß Jesus sich für die Tiere eingesetzt hat. Manches steht in
der Bibel, das meiste allerdings in Schriften außerhalb der Bibel.
Eine deutliche Aussage ist auch noch im Markus-Evangelium, 11, 7,
zu finden. Dort heißt es: „Steht nicht geschrieben, mein Haus soll
ein Bethaus heißen für alle Völker? Ihr aber habt eine Mördergrube
daraus gemacht.“ Jesus spricht von „Mördergrube“. Wer wurde
ermordet? – Tiere.
Was sagen im Gegensatz dazu die Priesterschriften des Alten Testamentes?
– Sie berichten: Der Herr rief Mose, redete ihn vom Offenbarungszelt an
und legte dar: Brandopfer sind Tieropfer, bei denen das ganze Tier auf dem
Altar verbrannt wird, im Unterschied zu anderen Opfern, bei denen nur
ein Teil verbrannt, der andere Teil aber den Priestern übergeben oder
von der Gemeinschaft, die das Opfer stiftet, beim Opfermahl verzehrt
wird (sinngemäß zusammengefaßt aus 3 Mose).
In Levitikus 1, 3-9, lesen wir detaillierte Anweisungen: „Ist seine
Opfergabe ein Brandopfer vom Rind, so bringe er ein männliches Tier ohne
Fehler dar; er soll es an den Eingang des Offenbarungszeltes bringen,
damit es vor dem Herrn Annahme findet. Er lege seine Hand auf den Kopf
des Opfertiers, damit es für ihn angenommen werde, um ihn zu entsühnen.
Er soll dann den Stier vor dem Herrn schlachten, und die Söhne Aarons,
die Priester, sollen das Blut darbringen. Sie sollen es ringsum an den
Altar sprengen, der am Eingang des Offenbarungszeltes steht. Dann soll
er das Opfer abhäuten und es in Stücke zerlegen. Die Söhne Aarons, die
Priester, sollen Feuer auf den Altar bringen und Holz darauf schichten.
Hierauf sollen die Söhne Aarons, die Priester, die Stücke sowie den Kopf
und das Fett auf das Holz über dem Altarfeuer legen. Der Priester soll
dann die Eingeweide und die Beine mit Wasser waschen und das Ganze auf
dem Altar in Rauch aufgehen lassen. Ein Brandopfer ist es, ein
Feueropfer zum beruhigenden Duft für den Herrn.“
Diese Worte – „zum beruhigenden Duft für den Herrn“ – klingen
doch ganz nach Heidentum: Opfer darbringen, um die vielen Götter zu
besänftigen. Das Buch Levitikus ist voll von Opfervorschriften, also von
Vorschriften, wie Tiere umgebracht werden sollen. Und dort, im Kapitel
8, 13-18, wird sogar behauptet, daß Mose die Priester folgendermaßen
geweiht haben soll:
„Dann ließ Mose die Söhne Aarons nähertreten, bekleidete sie mit
Gewändern und legte ihnen den Gürtel an; er setzte ihnen den Kopfbund
auf, wie es der Herr dem Mose befohlen hatte. Dann ließ er den
Sündopferstier heranbringen. Auf seinen Kopf legten Aaron und seine
Söhne ihre Hände, und Mose schlachtete ihn. Dann nahm Mose das Blut und
tat etwas davon mit seinem Finger ringsum auf die Hörner des Altars, um
ihn zu entsündigen. Nachher goß er das Blut am Sockel des Altars aus und
weihte ihn; so entsühnte er ihn. Danach nahm er das ganze Fett, das die
Eingeweide bedeckt, die Fettmasse über der Leber, die beiden Nieren und
ihr Fett und ließ diese Stücke auf dem Altar in Rauch aufgehen. Was vom
Stier noch übrig war, sein Fell und Fleisch sowie seinen Mageninhalt
verbrannte er außerhalb des Lagers, wie es der Herr dem Mose befohlen
hatte. Dann ließ er den Widder für das Brandopfer herbeibringen ...“
Das geht so fort und fort mit unglaublich üblen Anweisungen. Und der
„Bericht“ endet jeweils mit dem Satz: „Es war ein Brandopfer zum
beruhigenden Duft, ein Feueropfer für den Herrn, wie es der Herr dem
Mose befohlen hatte.“ (3 Mose 8, 21)
An anderer Stelle wird beschrieben, wie eine Taube geopfert werden soll:
„Der Priester soll sie zum Altar bringen, ihren Kopf abtrennen und
ihn auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen. Ihr Blut soll gegen die
Altarwand ausgepreßt werden.“ (3 Mose 1, 15)
Diese grausamen rituellen Handlungen sind im Buch Levitikus
aufgezeichnet. Es ist Teil jener Bücher Mose, die, zumindest
überwiegend, von den Priestern im Nachhinein geschrieben wurden. Es
widerspricht ja auch vollkommen dem 1. Buch Mose, wo Gott gesprochen
hat: „Dann sprach Gott: Hiermit übergebe ich euch alle Pflanzen auf
der ganzen Erde, die Samen tragen, und alle Bäume mit samenhaltigen
Früchten. Euch sollen sie zur Nahrung dienen. Allen Tieren des Feldes,
allen Vögeln des Himmels und allem, was sich auf der Erde regt, was
Lebensatem in sich hat, gebe ich alle grünen Pflanzen zur Nahrung. So
geschah es. Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Es war sehr gut.“
(1 Mose 1, 29-31)
Es widerspricht auch vielen anderen Stellen, die wir zitiert haben. Es
widerspricht schon der Tatsache, daß Mose gerade kurz zuvor die
Zehn
Gebote erhalten hatte, in denen Gott ausdrücklich gesagt hat: „Du sollst
nicht töten.“
Zur Abrundung des Bildes noch eine Aussage, wie der Priester angeblich
zur Ehre Gottes am Altar verfahren soll. Wir haben gehört, wie die
Tauben behandelt werden. Die Anweisung an den Priester endet so:
„Dann soll er ihren Kropf mit den Federn entfernen und ihn an der
Ostseite des Altars auf den Platz der Fettasche werfen. Darauf soll der
Priester den Vogel an den Flügeln einreißen, ohne ihn dabei zu teilen,
und ihn auf dem Altar, auf dem Holz über dem Feuer in Rauch aufgehen
lassen. Ein Brandopfer ist es, ein Feueropfer zum beruhigenden Duft für
den Herrn.“ (3 Mose 1, 16-17)
Wir sehen: Hier wird der grausame Gott beschrieben: „Zum beruhigenden
Duft für den Herrn.“ Jesus, der Christus, lehrte uns den Gott der Liebe,
den Gott des Friedens, den Gott der Einheit, den Gott, der mit der Natur
ist, für die Natur ist, für die Mutter Erde.
Hieronymus, der aus der Fülle der damals noch vorhandenen Schriften eine
Auswahl traf und die erste Bibel (Vulgata) zusammenstellte, fügte den
verwendeten Texten einiges hinzu, änderte und „verbesserte“. Eine klare
Aussage des Hieronymus, der die ursprünglichen Schriften noch vor sich
hatte, lautet jedoch: „Der Genuß des Tierfleisches war bis zur
Sintflut unbekannt. Aber seit der Sintflut hat man uns die Fasern und
die stinkenden Säfte des Tierfleisches in den Mund gestopft.“ Er
sagt nicht: „Gott hat es angewiesen“, er sagt: „Man hat uns ...“
Dann fährt er fort: „Jesus, der Christus, welcher erschien, als die
Zeit erfüllt war, hat das Ende wieder mit dem Anfang verknüpft, so daß
es uns jetzt nicht mehr erlaubt ist, Tierfleisch zu essen.“
(Hieronymus Adversus Jovinianum, Lib, 1.30; zitiert nach Robert
Springer, ENKARPA, Culturgeschichte der Menschheit im Lichte der
pyhtagoräischen Lehre, Verlag Schmorl & von Seefeld, Hannover 1884, S.
307-308, und Hieronymus, Gegen Jovinian (Adversus Jovinianum) I, 18;
Carl Anders Skriver; Die vergessenen Anfänge der Schöpfung und des
Christentums, 1977, S. 123)
Nur wenigen bekannt: Der Stuhl Petri bestimmt: Altes und
Neues Testament – „beide sind wahres Wort Gottes“. In den Berichten des
Alten Testamentes waltet ein grausamer heidnischer Gott
Man kann sich jetzt vorstellen, warum Gott, unser ewiger
Vater, Seinen Sohn, Jesus, den Christus, zu uns sandte: Um all diesen
Kulthandlungen, dem ganzen Heidentum, Einhalt zu gebieten. Und Jesus,
der Christus, hat auch diesen Einhalt gelehrt. Er war und ist auch heute
gegen die Priesterkaste, die Gott als Mittel zum Zweck benützt.
So mancher wird nun einwenden: „Das war! Es ist aber doch schon längst
vergangen.“ Die heutige Priesterkaste hingegen sagt: „Das Alte Testament
soll sich im Neuen erhellen.“ Bedeutet das nicht, daß irgendwann diese
schrecklichen Szenarien des Alten Testamentes wieder in das Neue
einfließen werden? Dies hat letztendlich die katholische Kirche
tatsächlich in ihrem Katechismus festgelegt, in dem wir bei
Randbemerkung 140 lesen: „Das Alte Testament bereitet das Neue vor,
während dieses das Alte vollendet. Beide erhellen einander“, und
weiter heißt es: „beide sind wahres Wort Gottes.“
Was wir in den Büchern Mose nachlesen können, soll also das wahre Wort
Gottes sein! Z.B. erfährt man in Levitikus, daß „jeder, der seinen
Vater oder seine Mutter verflucht, mit dem Tod bestraft wird“. (3
Mose 20, 9) Oder daß „ein Mann, der mit der Frau seines Nächsten die
Ehe bricht", mit dem Tod bestraft wird – „der Ehebrecher samt der
Ehebrecherin“. (3 Mose 20, 10) Ebenso liest man: „Wenn einer mit
einem Mann wie mit einer Frau schläft, dann haben sie eine Greueltat
begangen. Beide werden mit dem Tod bestraft.“ (3 Mose 20, 13) Oder
auch: „Ein Mann, der einem Tier beiwohnt, wird mit dem Tod bestraft.
Auch das Tier sollt ihr töten.“ (3 Mose 20, 15) Und das, obwohl das
Tier doch gar nichts dafür kann. Es heißt dort auch, daß „eine Frau,
die sich einem Tier nähert, um sich mit ihm zu begatten“, eine Greueltat
begangen hat und der Tod auf sie wartet. (3 Mose 20, 16)
Interessant ist auch eine Aussage aus dem Buch Deuteronomium: „Wenn
ein Mann einen störrischen und widerspenstigen Sohn hat, der nicht auf
die Stimme seines Vaters und seiner Mutter hört, und wenn sie ihn
züchtigen, und er trotzdem nicht auf sie hört, dann sollen Vater und
Mutter ihn packen, vor die Ältesten der Stadt und die Torversammlung des
Ortes führen. Und zu den Ältesten der Stadt sagen: ‚Unser Sohn hier ist
störrisch und widerspenstig, er hört nicht auf unsere Stimme, er ist ein
Verschwender und Trinker.’ Dann sollen alle Männer der Stadt ihn
steinigen, und er soll sterben.“ (5 Mose 21, 18-21)
Dies sind nur um einige Beispiele aus einer ganzen Fülle von grausamen
Vorschriften, die in diesem Buch enthalten sind. Unter anderem steht
darin auch sinngemäß: Wer den Priestern nicht Folge leistet, ist des
Todes (5 Mose 17, 12).
Man kann ebenfalls darin lesen, daß Gott angeblich dazu aufgefordert
habe, alle Feinde zu vernichten und alles niederzumachen, was gegen die
eigene Auffassung steht.
Manche versuchen, die blutigen Passagen dieses Buches dadurch zu
verharmlosen, daß sie sagen, es handle sich nur um Mythen oder eben um
Erzählungen aus längst vergangenen Zeiten. Das ist allerdings nach der
gültigen kirchlichen Lehrmeinung ein grundlegender Irrtum. Noch im Jahre
1965, auf dem so viel gerühmten Zweiten Vatikanischen Konzil, auf dem
die Kirche angeblich eine Wendung in die moderne Zeit vollzogen haben
soll, wurde beschlossen: „Das von Gott Geoffenbarte, das in der
Heiligen Schrift enthalten ist und vorliegt, ist unter dem Anhauch des
Heiligen Geistes aufgezeichnet worden. Denn auf Grund apostolischen
Glaubens gelten unserer heiligen Mutter, der Kirche, die Bücher des
Alten wie des Neuen Testaments in ihrer Ganzheit mit allen ihren Teilen
als heilig und kanonisch.“ (Neuner-Roos, Rd.-Nr. 150)
Man hält es kaum für möglich, daß die Kirche Derartiges lehrt, denn der
Inhalt dieser Lehre lautet: Alles, was an Grausamkeiten in diesem
sogenannten Alten Testament enthalten ist, sei ein Produkt des Heiligen
Geistes!
Jesus hat uns ganz anderes geboten.
Der krasse Gegensatz der kirchlichen Lehre zur wahren Lehre Jesu.
Soll das Alte Testament wieder zum Durchbruch kommen,
unter Benützung des Mäntelchens „Jesus“ und „Christus“?
Warum haben wir heute noch eine Priesterkaste, die
ähnlich verfährt wie das Alte Testament?
Hat Gott, unser ewiger Vater, Jesus, Seinen Sohn, der unser Erlöser
wurde, umsonst gesandt? Denn die heutige Priesterkaste handelt wieder
gegen Jesus, gegen Seine Lehre, und nimmt dennoch das Wort „Jesus“ und
„Christus“ in den Mund, ähnlich, wie es in den Priesterschriften
geschah. Sie nannten den Namen „Mose“ zitierten und zitieren ihn immer
wieder. Es waren aber die Priester, die diesen, man möchte fast
sagen „Unsinn“ erfunden haben. Gott will es anders, und das tat Er
über die Propheten des Alten Testamentes kund und ganz besonders über
Jesus, Seinen Sohn. Jesus lehrte auch etwas anderes als das, was heute
die Priester unserer Zeit tun. Es ist doch ein riesiger Unterschied: Der
sogenannte „Gott“ des Alten Testamentes sowie die heutige Priesterkaste
– und Jesus, der den Menschen den liebenden Vater nahebrachte.
Was Jesus uns Menschen gelehrt hat, können wir z.B. nachlesen in der
Bergpredigt bei Matthäus 5. Dort heißt es:
„Selig sind, die arm sind vor Gott, denn ihnen gehört das
Himmelreich.
Selig die Trauernden, denn sie werden getröstet werden.
Selig, die keine Gewalt anwenden, denn sie werden das Land erben.
Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit, denn sie werden
satt werden.
Selig, die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott schauen.
Selig, die Frieden stiften, denn sie werden Söhne Gottes genannt
werden.“ (Mt 5, 3-9)
Über das Beten sagte Jesus: „Wenn ihr betet, macht es nicht wie die
Heuchler. Sie stellen sich beim Gebet gerne in die Synagogen und an die
Straßenecken, damit sie von den Leuten gesehen werden. Amen. Das sage
Ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber geh in deine
Kammer, wenn du betest und schließ die Tür zu, dann bete zu deinem
Vater, Der im Verborgenen ist. Dein Vater, Der auch das Verborgene
sieht, wird es dir vergelten.“ (Mt 6, 5-6) Dazu paßt, was Jesus auch
an anderer Stelle sprach: „Wer sich selbst erhöht, der wird
erniedrigt werden. Und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht
werden.“ (Mt 23, 12)
Und wie äußerte sich Jesus über die Priesterkaste? Wir lesen es, wie
oben gesagt, in Matthäus 23, 8 – 9: „Ihr aber sollt euch nicht Rabbi
nennen lassen, denn nur Einer ist euer Meister, ihr alle aber seid
Brüder. Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen, denn nur
Einer ist euer Vater, der im Himmel.“
Es heißt dann weiter: „Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer,
ihr Heuchler. Ihr zieht über Land und Meer, um einen einzigen Menschen
für euren Glauben zu gewinnen. Und wenn er gewonnen ist, dann macht ihr
ihn zu einem Sohn der Hölle, der doppelt so schlimm ist wie ihr selbst.
Weh euch, ihr seid blinde Führer.“ (Mt 23, 15-16)
Und bei Matthäus 23, 13 spricht Jesus: „Weh euch, ihr
Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr verschließt den
Menschen das Himmelreich. Ihr selbst geht nicht hinein, aber ihr laßt
auch die nicht hinein, die hineingehen wollen.“
Ganz offenkundig wird hier ein ganz krasser Gegensatz deutlich zwischen
dem, was Jesus von Nazareth lehrte, und dem, was in den
Priesterschriften des sogenannten Alten Testaments enthalten ist. Der
gute Analytiker möge sich noch einmal bewußt machen: Dieser krasse
Gegensatz wird von der Kirche, die sich auf Jesus von Nazareth beruft,
noch dadurch verschärft, daß sie sich anmaßt, zu lehren, das Alte
Testament mit den gegensätzlichen Texten der Priester, gegen die sich
Jesus von Nazareth ausdrücklich gewandt hat, sei eine Offenbarung
Gottes, die heute noch Gültigkeit besitze und die das Neue Testament, in
dem die Lehren des Jesus von Nazareth enthalten sind, erhellen solle.
Wie kann man eigentlich das Alte Testament im Neuen – in den wunderbaren
Lehren der Liebe, des Friedens und der Einheit – erhellen? Eigentlich
nur dann, wenn man sich selbst als „Neues Testament“ bezeichnet. Denn
erhellt hat sich das, was wir von den Priesterschriften gelesen haben,
in der heutigen Priesterkaste, aber nicht im Neuen Testament. Wenn wir
also diese Aussage einmal genau durchleuchten, dann heißt das nichts
anderes als: Das Alte Testament soll wieder zum Durchbruch kommen. – Und
dazu benutzt man Jesus, den Christus – den Namen „Jesus“, der ja für die
Liebe steht, für den Frieden, für die Einheit, für die Natur, für die
Mutter Erde, für jedes Tier!
Wer war eigentlich Jesus? Woher kam Er?
Jesus wurde geboren von Maria und war der Sohn von Maria und Josef. Er
wuchs unter einfachen Verhältnissen auf. Man weiß, daß Jesus aus dem
Geschlechte David abstammte und zum Stamme Juda gehörte. Das ist eine
interessante Tatsache, denn aus dieser kann man bereits ablesen, daß
Jesus kein Priester war und auch nie einer hätte werden können, denn die
Priester waren alle aus dem Stamme Levi und mußten zudem Aaron, also den
Bruder des Mose, zum Vorfahren haben. Beides traf aber auf Jesus nicht
zu; somit hätte er nie Priester sein können. Jesus war also ein Mann des
Volkes.
Als Mann des Volkes lehrte Er auch das großartige und wunderbare Gesetz
des Lebens, das in Gott ist und das gegeben ist für alle Menschen, die
Jesus, den Christus, lieben, indem sie Ihm nachfolgen.
Wir Urchristen sehen es als unsere Aufgabe, dies allen Menschen wieder
nahezubringen, damit nicht der falsche Eindruck entsteht, Institutionen,
die mit dem, was Jesus, der Christus, lehrte, nichts gemein haben, wären
Vertreter Seiner Lehre, nur weil sie sich das Mäntelchen „christlich“
umhängen.
Zur nächsten Sendung:
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