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Für gute Analytiker:
Wer sitzt auf dem Stuhl Petri? (5)
Marienkult und Reliquienverehrung:
Wer nicht daran glaubt, ist von der
katholischen Kirche ewig verdammt
Versucht hier eine Diktatur, eine
Demokratie zu beherrschen?
Inhalt:
Der katholische Kult der Maria als „Gottesmutter“
ist tief im vorchristlichen Heidentum verwurzelt
Maria, jungfräuliche und unbefleckte
Gottesgebärerin – wer’s nicht glaubt, verfällt der ewigen Verdammnis.
Viele, die ihre Kirchensteuer zahlen, sind sich dessen nicht bewußt.
Wer den Reliquien der Heiligen keine Hochachtung
und Ehre zollt, ist von der katholischen Kirche verdammt. Ein Totenkult:
Glaube und Praxis dieser Kirche sind auf Gebeinen gegründet.
Finsterer Aberglaube – noch heute: Eine Reliquie
im Brustkreuz des Bischofs, eine Reliquie in jedem Altar ... Dogma: „Wer
nicht die ganze kirchliche Überlieferung annimmt ...“ – der befindet
sich quasi bereits in der Hölle.
Wer sitzt auf dem Stuhl Petri?
Tolstoi wußte schon, wer die Kirche gegründet hat ...
Protestantische Lehre: Gott hat „vorherbestimmt“
bzw. „vorhergesehen“, wer in den Himmel, wer in die Hölle kommt.
Eine Kirche, die die Willensfreiheit des Menschen
leugnet, leugnet die Grundfesten der Rechtsordnung. Die Paradoxie in der
Praxis
Im Staat bestimmt die Priesterkaste – solange das
Volk dies zuläßt.
Eine Diktatur versucht hier, eine Demokratie zu beherrschen.
Der Programmsatz der katholischen Kirche wird im
öffentlichen Leben in die Tat umgesetzt. „Was christlich ist, bestimmen
wir!“
In unserer letzten Sendung haben wir aufgezeigt, wie das
Urchristentum entstand und sich im Laufe der Jahrhunderte veränderte –
von den friedvollen Lehren des Jesus von Nazareth hin zur aggressiven
heidnischen Kultreligion mit dem Namen Katholisch. Dabei wurde deutlich,
wie immer mehr römische und andere heidnische Vorstellungen – teilweise
mit Gewalt – gegen die christlichen Lehren durchgesetzt wurden. Daß der
Stuhl Petri fast ausschließlich auf diesen heidnischen Grundlagen
gründet, wollen wir heute im einzelnen darlegen. Wir wollen die
katholische Tradition beleuchten, Bräuche, Riten, Kulte, Dogmen,
Insignien, Feiertage usw.
Wir werden sehen, daß es sich um ein Sammelsurium heidnischer
Kult-vorstellungen handelt, und zwar in einem Ausmaß, das man nicht für
möglich hält.
Der katholische Kult der Maria als „Gottesmutter“
ist tief im vorchristlichen Heidentum verwurzelt
Lehre und Struktur der katholischen Kirche entstammen
also in fast allen Aspekten direkt dem heidnischen Götzenkult. Angesichts dieser Aussage liegt die Assoziation zum
Marienkult nahe, der ein wesentlicher Bestandteil des katholischen
Glaubens ist: der Kult der „Gottesmutter“, die nach einem Dogma, das
Pius XII. verkündet hat, sogar leiblich in den Himmel aufgenommen worden
sein soll. Gehen wir nun der Frage nach, wie dieser Kult
entstand und welche Vorläufer er hat. Denn Jesus von Nazareth hat ja von
Seiner Mutter nicht als der „Gottesmutter“ gesprochen, sondern es war
Maria, eine schlichte, bescheidene, gottergebene Frau, eine Frau des
Volkes. Also wäre es vielleicht zunächst interessant: Wie kam es denn zu
dieser merkwürdigen Entwicklung, und vor allem: Welche Vorläufer hat
dieser Kult? Wenn man zurückschaut, stellt man fest, daß der Kult einer
Gottesmutter tief im vorchristlichen Heidentum verwurzelt ist.
Es ist z.B. bekannt, daß die ägyptische Göttin Isis und die griechische
Göttin Artemis in ähnlicher Weise verehrt wurden, wie in der
katholischen Kirche Maria bis heute verehrt wird. Zum Teil wurden
sie mit den wörtlich gleichen Begriffen belegt wie „Himmelskönigin“ oder
„Meerstern“ – vielleicht kennen einige das Lied „Meerstern, ich dich
grüße ...“; es wird ja bis heute an Marienwallfahrtsorten gesungen. Hat
wohl Jesus von Nazareth jemals Maria, Seine Mutter, mit „Meerstern“
angeredet? – „Meerstern“ war ein Titel dieser großen Muttergöttinnen in
Griechenland und Ägypten. Es ist auch bezeichnend, daß das Dogma, Maria
sei die Mutter Gottes – also nicht nur die Mutter Jesu, sondern die
„Mutter Gottes“ – auf dem Konzil von Ephesus im Jahre 431 beschlossen
wurde. Ephesus war ein Zentrum des Diana-Kultes, also eine Stadt, in der
besonders die Muttergöttin Diana verehrt worden ist. Hier ist also ganz
klar ein Gedankengut, ein Glaubensgut aus dem Heidentum in die Kirche
eingeflossen.
Vielleicht ist es auch interessant zu wissen, daß die Diana eine
Jagdgöttin war, Göttin der Jagd und gleichzeitig „Mutter Gottes“.
Also wurde die Mutter von Jesus zum Kultobjekt, zum heidnischen
Kultobjekt. Das ging so weit, daß z.B. in Altötting, einem bayerischen
Wallfahrtsort, bis ins 20. Jahrhundert die sogenannten „Schabmadonnen“
verkauft wurden. Wie schon erwähnt, ist darüber in einer Broschüre (Dr.
Müller, Mittel zum Heil, S. 43) folgendes zu lesen: „Eine sehr
augenfällige Möglichkeit, sich im Bedarfsfall eine heilkräftige Substanz
gleich einer Arznei einzuverleiben, war das Abschaben von Ton an einer
Schabmadonna. Solche verkleinerte Kopien des Gnadenbildes konnten einst
an verschiedenen Wallfahrtsorten erworben werden. Sehr bekannt waren bis
ins 20. Jahrhundert die geschwärzten Schabmadonnen aus dem bayerischen
Altötting und die beim Volk auch »Laicheibli« genannten Gnadenkopien aus
Einsiedeln. Letztere galten deshalb als wundertätig und heilkräftig,
weil dem Ton angeblich Erde und Mörtel aus der Gnadenkapelle und
außerdem Reliquienpartikel beigemischt waren. Dies galt indes nur für
jene Schabmadonnen, welche das Kloster selber verkaufte ...“
So hat man also Reliquienpartikel, unter Umständen Teile von
Leichen, dieser Madonna beigefügt. Wer dieses „religiöse Heilmittel“
erworben hatte, schabte von dem Tongemisch einiges ab, fügte das dem
Essen bei – und hatte damit unter Umständen letztlich seine Vorfahren gegessen. Das
wäre Kannibalismus. Es ist so heidnisch, daß man es fast nicht
glauben kann. Das Kloster selber hat diese Madonnen bis ins 20.
Jahrhundert verkauft. Das ist ein Beispiel dafür, wie weit ein Kult, ein
heidnischer Kult, gehen kann. Die meisten Katholiken wissen das gar
nicht. Wer denkt da nicht: „Das ist ja übelstes Heidentum!“ Und dem
einen oder anderen wird eventuell übel, wenn er darüber nachdenkt. Es
hat mit Religion, erst recht mit christlicher Religion oder gar mit der
Lehre des Nazareners nicht mehr das Geringste zu tun.
Vielleicht wird mancher Kirchenobere jetzt die Ausrede suchen, daß es
sich hier um einen Volksglauben handelt, der vielleicht in die Nähe des
Aberglaubens gekommen sei. Dem ist jedoch entgegenzuhalten, daß die
Grundfesten dieses Marienkultes eben kirchlich dogmatisiert sind, bis
hinein in die Darstellung Marias als „Gottesmutter“. Sie wird ja in der
katholischen Kirche verehrt als die Madonna im Sternenkranz, die auf dem
Halbmond steht. Es handelt sich um ein Bildnis, das dem der ägyptischen
Göttin Isis gleicht, die genauso abgebildet wurde.
Maria, wie sie von der römisch-katholischen Kirche übernommen und dann
zur Gottesmutter hochstilisiert wurde, ist in ihrer Darstellung die
unmittelbare Nachfolgerin ägyptischer Göttinnen wie der Isis und anderer
Gestalten des heidnischen Mysterienkults. Sie ist, wie schon gesagt,
eine Nachfolgerin der Diana oder der Artemis oder auch der Astarte; bei
letzterer handelt es sich um die phönizische Gottheit der Fruchtbarkeit.
Und zu diesem Dogma, zur Inthronisation Marias als einer mysteriösen
Kultgöttin, kam es in Ephesus, einer Stadt, in der dieser
Mutter-Gottes-Kult seit Jahrhunderten Brauch war. Bezeichnend ist, daß
während des Konzils eine fanatisierte Menge durch die Stadt Ephesus zog
und verlangte, daß der alte Diana-Kult nunmehr als der Kult der großen
Mutter, der Gottesmutter, zum Dogma der aufstrebenden
römisch-katholischen Kirche gemacht wird.
Daraus ist abzuleiten: Maria, die Frau und Mutter, steht über allen
Frauen und Müttern. Bedenken wir nun, daß gerade die katholischen
Priester nicht heiraten dürfen, weil sie z.B. eine einfache Frau
heiraten würden, so könnte man daraus den Schluß ziehen: Sie mußten sich
sozusagen mit der Frau aller Frauen und der Mutter aller Mütter
„verheiraten“.
So ist in der Tat in der tiefsten psychologischen Wurzel der
Kirchenzölibat zu erklären. Die „große Mutter“ war eine Gestalt, die
Jahrtausende vor Entstehung des Christentums die Menschheit in ihrem
Unterbewußtsein beherrschte. Es gab bereits Priester der „großen
Mutter“; sie durften nicht heiraten, trugen weibliche Gewänder und
verstanden sich als die Söhne dieser großen Mutter. In Anlehnung daran
stehen die Priester, die keine Frau heiraten dürfen, im Grunde genommen
im Dienst dieser „großen Mutter“, einer archetypischen Figur heidnischer
Herkunft.
Die weitere Frage wäre: Weshalb brauchte die Kirche die Übernahme dieses
heidnischen Muttergöttin-Kultes? Vielleicht deswegen, weil sie auf der
anderen Seite Gott als den grausamen, den strafenden Willkür-Gott
dargestellt hat, der Seine Kinder angeblich in die ewige Verdammnis
schicken kann. Zum Ausgleich dazu hat man die „Mutter Gottes“ genommen,
die eben tröstend war, damit die Menschen nicht in dem Schrecken vor dem
„strafenden“ Gott steckenbleiben.
Maria, jungfräuliche und unbefleckte Gottesgebärerin –
wer’s nicht glaubt, verfällt der ewigen Verdammnis.
Viele, die ihre Kirchensteuer zahlen, sind sich dessen nicht bewußt.
Wie ist es: Wer an diesen Marienkult nicht glaubt und
die sogenannte „Mutter Gottes“ nicht verehrt, sondern sie schlicht
achtet und schätzt als die Mutter Jesu, die leibliche Mutter Jesu – ist
der laut Kirchenlehre schon auf ewig verdammt?
Die Antwort lautet: Ja, das ist er. Wir können das nachlesen in dem Buch
„Der Glaube der Kirche“, Neuner-Roos, unter Randnummer 195. Dort heißt
es:
„Wer nicht mit den heiligen Vätern im eigentlichen und wahren Sinne
die heilige und immer jungfräuliche und unbefleckte Maria als
Gottesgebärerin bekennt, da sie eigentlich und wahrhaft das göttliche
Wort selbst, das vom Vater vor aller Zeit gezeugt, in den letzten Zeiten
ohne Samen vom heiligen Geiste empfangen und unversehrt geboren hat,
indem unverletzt blieb ihre Jungfrauschaft auch nach der Geburt, der sei
verworfen.“
Daraus ergibt sich eine weitere Frage: Da demnach alle, die sich
evangelisch nennen, ewig verworfen, ewig verdammt sind – warum biedern
sie sich bei dem Stuhl Petri an?
Das ist eine Frage, die einem immer wieder dann kommt, wenn auf der
einen Seite von Ökumene gesprochen wird, wenn die Protestanten zum Stuhl
Petri pilgern oder sich in anderer Weise mit ihm versammeln, und wenn
dann – wie z.B. in den vergangenen Tagen – ein hochrangiger Kardinal wie
der Kardinal von Köln, Kardinal Meisner, sich diesbezüglich
ausgesprochen zurückhaltend äußert. In der epd-Meldung vom 5.6.2005 hieß
es: „Ökumenische Fortschritte erwartet der Kölner Erzbischof nur
zwischen der römisch-katholischen und der orthodoxen Kirche, aber nicht
zwischen Katholiken und Protestanten. ‚Mit den reformatorischen Kirchen
ist es ein langer, mühsamer Weg’ sagte Meisner. ‚Wir sollten uns keine
Dinge vormachen, die nicht einzulösen sind.’“
Manchmal zweifelt man an den geistigen Fähigkeiten dieser Protestanten,
die sich eigentlich wie geistig Umnachtete von dem Honig der
katholischen Kirche immer wieder ansaugen lassen.
Wenn Sie, liebe Hörer, liebe Leser, also an den Marienkult nicht
glauben, dann sind Sie - laut Kirchenlehre - verworfen, im eigentlichen Sinne heißt das: ewig
verdammt. Wer bleibt da noch in der katholischen Kirche, um Steuern zu
zahlen? Zahlen Sie also der katholischen Kirche Ihre Steuer, die
Kirchensteuer, dafür, daß sie Sie schon ewig verdammt hat?
Kein vernünftig denkender Mensch sollte das tun. Zahlreiche junge
Menschen tun es nicht mehr. Es ist zu hoffen, daß auch viele Ältere mit
der Zeit davon Abstand nehmen.
Wer den Reliquien der Heiligen keine Hochachtung und Ehre zollt,
ist von der katholischen Kirche verdammt. Ein Totenkult:
Glaube und Praxis dieser Kirche sind auf Gebeinen gegründet.
Man ist übrigens sehr schnell verdammt: Dort, wo ich
damals als Kind gezwungenermaßen in die Kirche gehen mußte, stand rechts und
links vom Altar je ein Glassarg; darin lag ein Skelett, mit
wunderschönen Kleidern angezogen, und ich dachte: „Was ist denn das
Furchtbares?“ Es hat mich immer gegruselt. Aber erst jetzt habe ich
gelesen: Wenn ein Katholik nicht glaubt, daß von diesen Skeletten das
Heil ausgeht, ist er verdammt.
Das Konzil von Trient ordnete die Verehrung der Leichen der Märtyrer an
und verdammte außerdem diejenigen, die nicht an Reliquien glauben.
Zitat: „Die heiligen Körper heiliger Märtyrer ... müssen von den
Gläubigen verehrt werden, denn durch diese Körper gewährt Gott den
Menschen viele Gnadenerweise, so daß diejenigen, die erklären, daß den
Reliquien der Heiligen keine Hochachtung und Ehre gebühre ... gänzlich
verdammt werden müssen; und so verdammt die Kirche sie nun auch.“
(Ralph Woodrow, Die Römische Kirche. Mysterien-Religion aus Babylon,
zit. nach The Catholic Encyclopedia, Bd. 13, S. 454, Art. "Santa Casa
die Loreto") Diese Erklärung ist zwar nicht direkt unter die Dogmen
einzureihen, aber sie ist nichtsdestoweniger verpflichtend. Das heißt:
Der Kirchenanhänger muß solche Sachen glauben, die wirklich
allertiefstes Heidentum sind.
Im alten Ägypten gab es viele Kultstätten, in denen die Überreste
Verstorbener, sogenannter „Götter“, verehrt wurden und von denen eine
magische Wirkung ausgehen sollte. Hören wir nun, was von den Reliquien
gesagt wurde, so führt von dort zu der Schabmadonna, von der die Rede
war, unmittelbar der Weg hinein in die heute noch herrschende Magie der
römisch-katholischen Kirche, die mit Christentum nichts zu tun hat.
Ein Aspekt dieser Gegebenheiten: Es wäre interessant, einen Arzt zu
befragen, was er von der Schabmadonna hält. Welche Spuren konnten sich
an dieser Schabmadonna befinden, die krankmachend sind? Der andere
Gesichtspunkt ist die Frage, ob durch die Verehrung von Reliquien dieser
Art nicht gegen die gesetzlichen Vorschriften über das Heilwesen
verstoßen wurde. Denn es gab durchaus Katholiken, die nach Altötting
wanderten, sich dort eine Genesung ihres Körpers erwarteten und auf diese
Weise möglicherweise den Besuch des Arztes verdrängten und unterließen.
Normalerweise wird Derartiges in Deutschland verboten. Wenn eine
Religionsgemeinschaft nichtkirchlicher Art so etwas anbieten würde, dann
würde man vermutlich das Gewerbeaufsichtsamt einschalten, insbesondere,
wenn die Kultobjekte auch noch verkauft würden. Man würde sagen: Das ist
eine Gefahr für die Volksgesundheit; das muß unterbunden werden.
Vor allem kann man nicht sagen, das alles sei Volksglaube. Die Angelegenheit
mit den Reliquien hat ja der Stuhl Petri selber von Anfang an in die
Hand genommen: „Um das Jahr 750 kamen immerfort lange Trecks von
Wagen nach Rom, die enorme Mengen Schädel und Skelette enthielten, die
dann von den Päpsten sortiert, etikettiert und verkauft wurden. In der
Nacht wurden Gräber geplündert, und in den Kirchen wurden die Grabmale
von bewaffneten Männern bewacht! ‚Rom’, sagte Gregorovius, ‚war wie ein
vermodernder Friedhof ....’“ (Ralph Woodrow, Die Römische Kirche.
Mysterien-Religion aus Babylon, S.66) In der Kirche St. Prassede ist
heute noch eine Marmortafel angebracht, auf der geschrieben steht, daß
im Jahre 817 Papst Pascal die Leichen von 2300 Märtyrern von Friedhöfen
in diese Kirche hat bringen lassen. Als Papst Bonifatius IV. um 609 das
Pantheon in eine christliche Kirche umwandelte, „sollen 28
Wagenladungen heiliger Gebeine aus den Katakomben entfernt worden und in
ein Becken unter dem Hochaltar gelegt worden sein.“ (Ralph Woodrow,
Die Römische Kirche. Mysterien-Religion aus Babylon, zit. nach The
Catholic Encyclopedia, Bd. 2, S. 661, Art. "Boniface IV", S. 66) Das
Fundament dieser Kirche sind Hunderte, Aberhunderte von Skeletten, und
darauf wurde der Hochaltar errichtet.
Also könnte man sagen: Glaube und Praxis der katholischen Kirche
sind wirklich auf Gebeinen gegründet; das ist ein Totenkult. Insofern ist
die Aussage gerechtfertigt: Diese Reliquienverehrung ist eine Steigerung
des heidnischen Kults. Generell ist festzustellen: Vieles in der
katholischen Kirche, fast alles an deren Gebräuchen, stammt aus dem
Heidentum. Hier haben wir nicht nur Wurzeln aus dem Heidentum, die wir
schon erwähnt haben, sondern die katholische Kirche hat das Heidentum
noch immens gesteigert. Solche Reliquienbräuche sind im Heidentum in
diesem Ausmaß nicht bekannt gewesen.
Vielleicht sollte man sich bei der Darlegung der Gegebenheiten
zwischendurch immer wieder einmal vergegenwärtigen, ob in den Lehren des
Jesus von Nazareth irgend etwas von diesen Gebräuchen und von diesen
Riten und Kulten vorkommt. Man wird auch nicht einen Ansatzpunkt dafür
finden! Auch der wiederholte Vergleich lohnt: Was hat Jesus, der
Christus, gelehrt – und was lehrt jetzt die katholische Kirche?
Jesus sagte: „Laßt die Toten ihre Toten begraben. Du aber folge Mir.“
(Mt 8, 22)
In Matthäus 22, 35-40, gibt es eine Passage, da heißt es: „Ein
Gesetzeslehrer wollte ihn“ – also Jesus – „auf die Probe stellen
und fragte ihn: ‚Meister, welches Gebot im Gesetz ist das Wichtigste?’
Und er antwortete ihm. ‚Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit
ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Das ist das
wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: ‚Du sollst
deine Nächsten lieben, wie dich selbst. An diesen beiden Geboten hängt
das ganze Gesetz samt den Propheten.’“ Also ist zu fragen: Woher
kommt der ganze Rest, und wozu soll er dienen?
Auch darüber ist einiges bekannt. Schon von den Propheten des Alten
Bundes hörten wir, daß all das aus dem Heidenkult kommt. Jeremia z.B.
sprach: „Denn die Gebräuche der Heiden sind leerer Wahn, ihre Götzen
sind nur Holz, ein Werk aus der Hand des Schnitzers, verziert mit Silber
und Gold. Sie sind wie Vogelscheuchen im Gurkenfeld. Sie können nicht
reden, man muß sie tragen, weil sie nicht gehen können. Fürchtet euch
nicht vor ihnen, denn sie können weder Schaden zufügen noch Gutes
bewirken.“ (Jer. 10, 3-5)
Also haben schon die Propheten gesagt: Das ist alles Brimborium, was da
üblich ist. Das Gottesvolk sollte sich nicht mit solchen Statuen umgeben
oder solche Gegenstände aus Holz, Silber und Gold für ihren Glauben
zurechtlegen; das machen alles nur die Heiden. – Aber, wie gesagt, die
katholische Kirche hat eben an diese heidnischen Kulte angeknüpft und
nicht an die wahren Propheten Gottes.
Finsterer Aberglaube – noch heute: Eine Reliquie im Brustkreuz
des Bischofs, eine Reliquie in jedem Altar ...
Dogma: „Wer nicht die ganze kirchliche Überlieferung annimmt ...“ –
der befindet sich quasi bereits in der Hölle.
So mancher arglose Mitbürger möchte diese Relikte des
finsteren Aberglaubens so gern in eine längst vergangene Zeitepoche
verweisen. Geradezu schockierend ist aber: Das alles ist uns weit näher,
als man gemeinhin glaubt. Ein Urchrist besuchte unlängst das Museum mit
dem Domschatz von Würzburg. Dort sah er dann die
Insignien der heutigen Bischöfe und mußte feststellen: Es ist bis heute
so!
Nehmen wir das Beispiel „Brustkreuz“. Seit dem 12. Jahrhundert muß jeder
Bischof ein gewisses Brustkreuz tragen. Schon im 4. Jahrhundert gab es
ein Amulett, ein Behältnis mit einer Reliquie. Und bis auf den heutigen
Tag muß in diesem Brustkreuz des Bischofs ebenfalls eine Reliquie sein –
das ist so vorgeschrieben. Auf diese und ähnliche Weise werden diese
Rituale und diese Insignien bis in die Gegenwart so getragen und
weitergegeben. Es ist also heute nicht anders – wie viele denken – ,
sondern es ist Gegenwart, absolute Gegenwart.
Auch in jeden Altar wird eine Reliquie eingearbeitet. Ein katholischer
Altar ist erst dann vollgültig geweiht, wenn er eine Reliquie enthält.
Was sagt wohl der gläubige Katholik, der bisher nicht wußte, daß im
Altar der Kirche, die er unter Umständen Sonntag für Sonntag besucht,
irgendwelche Gebeine oder andere „hochheilige“ Leichenteile still vor
sich hinmodern?
Da fragt sich der denkende Zeitgenosse: Muß denn dieser Reliquienkult
wirklich geglaubt werden? Wenn er von den sogenannten Gläubigen nicht angenommen
wird, wenn die Menschen also daran nicht glauben – was ist dann?
Es wurde schon gesagt, daß speziell an die Macht der Reliquien
auch geglaubt werden muß. Ganz allgemein kann man sagen: Es gibt ein
Dogma, das übergreifend klarstellt: „Wer nicht die ganze kirchliche
Überlieferung annimmt, die geschriebene und die ungeschriebene, der sei
ausgeschlossen.“ (Neuner-Roos, Rd.-Nr. 85, Denzinger-Schönmetzer
609) Das heißt also auch für den, der diese Überlieferung gar nicht
kennt: Wer nur einen einzigen Bestandteil dieser Überlieferung nicht
annimmt, nicht für wahr hält, der ist bereits verdammt – selbst wenn er
es nicht weiß. Er befindet sich, laut katholischer Kirche, quasi bereits
in der Hölle, ohne sich dessen bewußt zu sein.
Da stellt sich die Frage: Trifft das dann nicht fast alle Katholiken?
Denn es ist kaum anzunehmen, daß alle Katholiken alle Dogmen und
Überlieferungen kennen. Das würde folglich bedeuten: Sie zahlen für eine
Kirche, die sie längst schon verdammt hat.
Vielleicht sollte man sich einmal klar machen, was das eigentlich heißt:
ewig verdammt. Man sagt es meist einfach so, empfindet es als Skandal.
Aber das ganze Ausmaß dieses Skandals wird einem erst bewußt, wenn man
sich klar macht, was es wirklich heißt: Ewig. Ewig, ewig im Feuer
unsägliche Qualen leiden zu müssen und nie daraus erlöst zu werden. Es
gibt kein Ende dieser Qual, so lehrt es die Kirche. Und dies bloß, weil
man das eine oder andere Dogma nicht glaubte. Neuerdings übrigens auch
dann, wenn man ohne Trauschein zusammenlebt. Erst vor wenigen Tagen hat
Benedikt XVI. verkündet, daß die Ehe ohne Trauschein nicht mit der Lehre
dieser Kirche vereinbar, also eine schwere Sünde sei. Und wer im Zustand
dieser Sünde stirbt, verfällt nach dem Dogma von der ewigen Verdammnis
dem ewigen Feuer der Hölle.
Doch die Kirche geniert sich nicht, von all den vielen, die nicht jedes
ihrer Dogmen glauben, weiterhin kräftig abzukassieren, obwohl sie ihnen
erklärt: Ihr seid für immer verdammt, weil ihr nicht alles glaubt, was
wir verkünden (laut Neuner-Roos, Rd.-Nr. 85).
Wer sitzt auf dem Stuhl Petri?
Tolstoi wußte schon, wer die Kirche gegründet hat ...
Das verkündet also die Kirche. Wer glaubt, daß Gott der
Kirche das befohlen hat? Wer glaubt daran? Kein normal denkender Mensch
wird daran glauben, daß Jesus, der Christus, Gott, unser Vater, der
Kirche einen solchen Gedanken, ein solches Mandat übertragen hat. Wenn
Gott die Liebe ist, dann ist Er die Liebe. Liebe vergibt, Liebe
verzeiht, Liebe trägt. Aber die Kirche verdammt! – Wer sitzt hier auf
dem Stuhl Petri?
Muß man es noch aussprechen, oder kann sich nicht jeder Hörer, jeder
Leser jetzt
selbst seinen Reim machen?
Sehr deutlich sagte es ein großer russischer Dichter, nämlich Leo
Tolstoi, und zwar in seiner Erzählung „Die Wiederherstellung der
Hölle“. (Lew Tolstoj, Odbudowywanie piekta, abgedruckt in
Wegetarianski Swiat, Mai 1998) Diese Erzählung wurde erst nach seinem
Tod veröffentlicht, und sein Sohn, der sie veröffentlichte, wurde
deshalb wegen Gotteslästerung angeklagt, dann aber freigesprochen.
In dieser Erzählung geht es – sinngemäß – darum, daß nach dem Ereignis
von Golgatha, als Jesus am Kreuz gestorben war, der Teufel in den
tiefsten Abgrund der Hölle verbannt wurde. Er wurde also „gefesselt“.
Warum? Weil die Menschen ab dieser Zeit danach gestrebt hatten, die
Lehren des Jesus von Nazareth in die Tat umzusetzen. Es gab weniger
Streit, die Menschen versöhnten sich miteinander, und der Teufel hatte
nichts mehr zu tun. Die Hölle war leer. Doch dann, nach langer Zeit, war
plötzlich wieder ein Lärmen in der Hölle. Es kamen einige Teufel mit
Fackeln herein, ganz freudig, und der Beelzebub fragte: „Leute, was ist
los?“ Sie antworteten: „Das, was immer los ist.“ Sie hatten die Hölle
wieder in Betrieb genommen. – „Ja, und wie habt ihr das gemacht?“ Darauf
sagte der Zweitoberste der Teufel: „Ich dachte mir die Kirche aus.“
Leo Tolstoi führt dann aus, wie das abgelaufen ist: Daß durch die
Gründung der Kirche wieder Streit unter die Menschen kam, daß sich
wieder eine „Elite“ bildete, die andere unterdrückte und ausbeutete, daß
auch der Staat die Menschen ausbeutete, daß auf diese Weise der Ansatz
des Urchristentums wieder zerstört wurde und daß demzufolge nun die
Verbrechen größer und zahlreicher waren als zuvor.
Im Folgenden einige kurze Passagen aus dieser Erzählung Tolstois. Als
der Teufel hört, „ich dachte mir die Kirche aus“, fragt er: „Ja, was ist
eigentlich eine ‚Kirche’?“ Er weiß das nicht. Darauf erläutert ihm sein
Stellvertreter folgendes:
„Kirche, das kann man sich so vorstellen, daß, wenn die Leute lügen
und spüren, daß man ihnen nicht glaubt, daß sie sich dann auf Gott
berufen und sagen: ‚Weil ich Gott liebe, ist das die Wahrheit, was ich
sage.’ Das ist eigentlich Kirche, nur mit der Besonderheit, daß die
Menschen, die sich zu dieser Kirche bekennen, der festen Überzeugung
sind, daß sie unfehlbar sind und daß sie sich später von nichts mehr
lossagen können, und sei es auch von Unsinn, den sie nur ein einziges
Mal gesagt haben.
Eine Kirche entsteht folgendermaßen: Die Leute reden sich und anderen
ein, daß ihr Lehrer, Gott, damit das durch ihn den Menschen offenbarte
Gesetz nicht falsch verstanden werden kann, bestimmte Menschen
auserwählt hat, und daß diejenigen, denen diese Vollmacht übertragen
wurde, einzig seine Lehre wahrhaft auslegen können.“ – Das ist
Kirche.
Also: Auch Tolstoi war der Auffassung: Der Teufel hat die Kirche
gegründet. Und daß Tolstois weitere Ausführungen nicht aus der Luft
gegriffen sind, zeigen folgende Lehrsätze der katholischen Kirche, zu
lesen in Neuner-Roos, Rd.-Nr. 44: „Deshalb muß auch immer jener Sinn
der Glaubenswahrheiten beibehalten werden, der einmal von der heiligen
Mutter Kirche dargelegt worden ist; nie darf man von diesem Sinn unter
dem Schein und Namen einer höheren Erkenntnis abweichen.“ Und, wie
bereits zitiert: „Wer nicht die ganze kirchliche Überlieferung annimmt,
die geschriebene wie die ungeschriebene, der sei ausgeschlossen.“
(Neuner-Roos, Rd.-Nr. 85)
In Neuner-Roos, Rd.-Nr. 234 lesen wir: „Im Glauben müssen wir
festhalten, daß außerhalb der apostolischen, römischen Kirche niemand
gerettet werden kann; sie ist die einzige Arche des Heils und jeder, der
nicht in sie eintritt, muß in der Flut untergehen.“
Auch daraus folgt: Alle anderen Religionen gehören nach Kirchenlehre
schon der ewigen Verdammnis an. Die großen Religionen, das sind z.B.:
der Hinduismus, der Buddhismus, der Islam, der Jainismus, der
Konfuzianismus, das Judentum, der Taoismus. Dazu gehören auch alle
Protestanten, aber auch alle anderen Konfessionen, die nicht katholisch
sind. Es wird ja immer behauptet, auf dem Vatikanischen Konzil wäre
diese Aussage abgeschwächt worden, aber das ist eine Lüge – sie wurde
nicht abgeschwächt. Denn auf dem Vatikanischen Konzil beschloß man
folgendes: „Darum könnten jene Menschen nicht gerettet werden, die um
die katholische Kirche und ihre von Gott durch Christus gestiftete
Heilsnotwendigkeit wissen, in sie aber nicht eintreten oder in ihr nicht
ausharren wollten.“ (Neuner-Roos, Rd.-Nr. 417).
Jetzt muß man sich fragen: Wer von den Protestanten weltweit kennt die
katholische Kirche nicht? Sie alle kennen die katholische Kirche. Das
heißt: Die vorstehende Aussage trifft also alle Menschen, ausgenommen
höchstens irgendwelche isolierte Volksstämme in Papua Neu-Guinea oder im
Amazonasgebiet, die tatsächlich noch nichts von der Existenz einer
katholischen Kirche wissen. Für alle anderen jedoch gilt: Sie fallen
nach Auffassung der Kirche der Verdammnis anheim.
Die Reihe der Gesprächsrunden steht ja unter dem Thema: Wer sitzt auf
dem Stuhl Petri? Dazu hat der Gründer der evangelischen Kirche, Martin
Luther, einiges gesagt. Er äußerte sich in der „Heerpredigt gegen die
Türken“, 1529: „Ich glaube, daß der Papst ein vermummter,
leibhaftiger Teufel ist, weil er der Endchrist ist.“ Oder:
„Wider das Papsttum, vom Teufel gestiftet.“ Wir lesen dort auch
Luthers folgende Worte: „Denn der Teufel, der ja das Papsttum
gestiftet, der redet und wirket alles durch den Papst und den Römischen
Stuhl. Da hast du den Papst, was er sei und wo er herkomme, nämlich ein
Greuel aller Abgötterei von allen Teufeln aus dem Grund der Hölle
hervorgebracht.“
Das redet der Gründer der evangelischen Kirche über den Papst. Und
obwohl es nicht widerrufen wurde – trotzdem biedert sich die
evangelische Kirche bei der katholischen an und versucht so, in den
einen Schoß zurückzukehren. Warum? Um doch noch dem ewigen Feuer zu
entgehen? – Kraß gesprochen, heißt das also: Die evangelische Kirche
biedert sich bei dem Teufel an. Weshalb?
Vielleicht deshalb, weil sie selber auch noch sehr viel Heidnisches in
sich trägt. Den Marienkult und die Reliquien haben die Evangelischen ja
nicht aufgegriffen, doch sehr viel anderes haben sie übernommen, das
ebenfalls heidnisch ist. Die Altäre in den Kirchen sind z.B. heidnisches
Gedanken-gut, heidnische Praxis. Die Kanzel gab es schon im Isis-Kult.
Auch das Abendmahl in der katholischen und evangelischen ritualisierten
Form hatten die Urchristen nicht. Sie feierten ein gemeinsames
Liebesmahl, bei dem sie miteinander speisten, bei dem auch die Armen
gespeist wurden. Später wurde das dann ritualisiert: Es wurde auf den
Vormittag verlegt; es trat ein Pfarrer auf mit besonderen Gewändern; es gab
einen Altar, und es wurde ein Meßopfer daraus gemacht, ein Opfermahl,
wie es solche in den heidnischen Kulten gab.
Das alles hat Luther übernommen und vieles andere auch – u.a. den
Hauptbestandteil kirchlichen Lebens, den „Priester“. Er bejahte also die
Anmaßung eines Menschen, sich zwischen den einzelnen Menschen und Gott
zu stellen. Das zentrale Prinzip der katholischen Lehre ist, daß der
Einzelne nur in den Himmel kommen kann, wenn er das glaubt, was ein
anderer Mensch ihm vorgibt. Diesen Aberglauben hat sich die
evangelische Kirche zu eigen gemacht: Nur der Priester kann das Heil
vermitteln. Wobei die Kirchen damit auch ihrer eigenen Bibel einmal mehr
widersprechen, denn dort heißt es: „Denn: Einer ist euer Gott, einer
auch Mittler zwischen Gott und den Menschen“ – jetzt kommt’s –,
nicht der Priester, sondern in der Bibel heißt es: „der Mensch
Christus Jesus“. (1 Tim 2, 5) Vom Priester ist nicht einmal hier die
Rede.
Dabei nützt das alles ja den Protestanten nichts, daß sie so viel von
der katholischen Kirche übernommen haben, was diese wiederum vom
Heidentum übernommen hat. Denn, wie gesagt: Solange sie nicht die
gesamten zentralen Sätze des katholischen Glaubens übernehmen, sind auch
die Protestanten verdammt – das bestimmt die katholische Lehre. Das heißt,
die Evangelischen können sich anbiedern – es nützt ihnen nach
katholischem Glauben nichts. Aber warum sie das tun, hat natürlich auch
seinen Grund darin, daß die katholische Kirche selbst ihre Lehre immer
überaus geschickt zu verschleiern weiß.
Wir haben jetzt vielfach von der ewigen Verdammnis gehört, von der
ewigen Hölle, von diesen Grausamkeiten. Fragt man jedoch einmal genau
nach, so wird das oft sogar von Katholiken geleugnet oder verharmlost.
Z.B. gibt es in der katholischen Zeitschrift „WELTBILD“ für die
Katholiken eine „Sprechstunde“. Darin steht die Frage: „Wie soll man
heute von der Hölle reden?“ – Die Antwort lautet: „Es gibt die These,
daß die Hölle für einen Menschen bedeutet, daß er schlichtweg ganz
aufhört, zu existieren. Es gibt ihn nicht mehr.“ (Weltbild 20/96,
Artikel „Ewig einsam“)
Man bringt hier plötzlich ganz neue Deutungen! Da erhebt sich die Frage:
Was steckt denn nun wieder dahinter? Der Einzelne soll nicht mehr
existieren?
Dazu ist zu sagen: Im Grunde genommen handelt es sich hier um eine
Gotteslästerung. Einerseits erkennt sogar diese Kirche, daß der Mensch
eine unsterbliche Seele in sich trägt; andererseits will sie offenbar
jetzt verkünden, daß derjenige, der nicht an ihre Dogmen glaubt,
vernichtet wird. Das von Gott geschaffene Leben soll also vernichtet
werden, wenn man nicht an die Dogmen dieser Organisation glaubt. Im
Grunde genommen ist es satanischer kaum mehr denkbar.
Bei der zitierten Aussage geht es ja auch nicht nur um die Auflösung ins
Nirwana, denn dabei würde ja die Energie bestehen bleiben. Aber hier
heißt es: In Nichts löst er sich auf. – Was ist eigentlich „Nichts“?
Gibt es überhaupt ein Nichts, wenn alles Energie ist? – Das Gesetz
Gottes kennt keinen Zerfall, keine Auflösung, kein Verschwinden oder
Vergehen, sondern einzig die Umwandlung, und zwar die Evolution, das
Hineinreifen in höhere Seins- bzw. Lebensformen. Hinter einer Aussage
wie der, daß ein Wesen aufhört zu sein, verbirgt sich entweder eine
profunde geistige Unwissenheit oder aber der Wunsch, die Schöpfung
Gottes zu zerstören.
Die Hölle an sich ist ja ein Gedanke, von dem man sagen muß: Landet auch
nur ein Mensch in der ewigen Verdammnis und bleibt dort, dann wäre das
ja ein Sieg über Gott, denn Gott hat dieses Leben geschaffen. Gott ist
ein Gott der Liebe, und wenn auch nur ein Mensch ewig verdammt bliebe,
dann wäre Gott besiegt. Die Lehre von Hölle und ewiger Verdammnis ist
demnach Gotteslästerung.
Die katholische Kirche behauptet, Gott habe ihr die Heilsnotwendigkeit
zugesprochen. Was heißt also „Heilsnotwendigkeit“?
Das heißt, es ist zum Heil des Menschen notwendig, in dieser Kirche zu
sein. Wenn er nicht in dieser Kirche ist, dann erlangt er kein Heil. Das
bedeutet: Dann ist er verdammt.
Das ist festgeschrieben in einem Dogma, wiederum nachzulesen bei
Neuner-Roos, Rd.-Nr. 381: „Die heilige römische Kirche durch das Wort
unseres Herrn und Erlösers gegründet, glaubt fest, bekennt und
verkündet, daß »niemand außerhalb der katholischen Kirche, weder Heide«
noch Jude, noch Ungläubiger oder ein von der Einheit Getrennter des
ewigen Lebens teilhaftig wird, vielmehr dem ewigen Feuer verfällt, das
dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist, wenn er sich nicht vor dem
Tod ihr (der Kirche) anschließt.“
Protestantische Lehre: Gott hat „vorherbestimmt“ bzw. „vorhergesehen“,
wer in den Himmel, wer in die Hölle kommt.
Wir haben klargestellt, daß nach der katholischen Lehre
z.B. Protestanten auch dem ewigen Feuer oder der ewigen Verdammnis
anheimfallen. Ein Angehöriger der Luther-Kirche könnte jetzt auf den
Gedanken kommen, zu sagen: „Ich glaube an das Dogma nicht. Ich glaube
nicht, was in Neuner-Roos steht, denn ich bin ja Protestant. Damit bin
ich aus dem Schneider.“ Vielleicht in analoger Anwendung des Satzes:
„Gehet aus von ihr, mein Volk“ – wie es schon in der Bibel heißt –,
„damit ihr nicht teilhaftig werdet ihrer Sünden und nichts empfangt
von ihren Plagen.“ (Off 18, 4) Doch was der Protestant nicht weiß:
Er kommt vom Regen in die Traufe. Denn obwohl es heute zwar nicht mehr
offen gesagt wird, heißt es in der Lehre der protestantischen Kirche:
Der Mensch ist vorherbestimmt; ein Teil der Menschheit ist nach dem
willkürlichen Willen Gottes dem Heil versprochen, der andere Teil fällt
der ewigen Verdammnis anheim, ohne daß er etwas dagegen tun könnte. Das
ist eine Lehre, die eigentlich noch perverser ist als die der
römisch-katholischen Kirche. Ein Ausweg aus dem Dilemma ist der
Protestantismus mit Sicherheit nicht.
Noch einmal deutlich gesagt: Luther lehrte also, Gott habe schon vor der
Geburt eines Menschen bestimmt, daß dieser entweder in den Himmel kommt
oder in die ewige Hölle, das heißt, dem Teufel verfallen ist. Doch die
evangelische Kirche hat das inzwischen etwas abgeschwächt, indem sie
formuliert: Gott hat es nicht vorherbestimmt, er hat es nur
„vorhergesehen“ ... (z.B. Augsburger Konfession XVII in Verbindung mit
Konkordienformel, EpitomeXI)
Allerdings braucht man dann auch keine Kirche! Denn wenn es
vorhergesehen ist und wenn es ohnehin so abläuft, dann müßte man ja von
allen guten Geistern verlassen sein, wenn man den Vertretern dieser
Institution auch noch sein Geld hinträgt.
Eine Kirche, die die Willensfreiheit des Menschen leugnet,
leugnet die Grundfesten der Rechtsordnung.
Die Paradoxie in der Praxis
Die Unsinnigkeit dieser Lehre wird besonders deutlich,
wenn wir die Aussage auf den konkreten Fall anwenden: Wie ist es in
einem Gerichtsverfahren? Wenn jemand ein Verbrechen begangen hat, kann
er doch immer sagen: „Gott hat ja schon vor meiner Geburt beschlossen,
daß ich ein böser Mensch werde oder ein schlimmes Verbrechen begehe. Da
kann man mich doch jetzt nicht dafür verurteilen!“ Was sagt jetzt dazu
der Richter?
In dem Fall geht es dem Richter wie fast allen Protestanten: Er weiß gar
nichts davon. Denn die Protestanten „glauben“, aber sie wissen meist
nicht, was sie überhaupt glauben. Der Richter wird vermutlich
über diesen Einwand einfach hinweggehen.
Nach Ansicht der Kirche ist der Richter dann aber ebenfalls ein Kandidat
des Teufels: Er verurteilt jemanden, den Gott schon vor der Geburt in
die ewige Hölle geschickt hat. Ist der Richter dann auch in der ewigen
Hölle?
Wir sehen: Hier liegt eine Paradoxie vor, die in der Lehre der
evangelisch-lutherischen Kirche vorprogrammiert ist und die jede
Rechtsordnung untergräbt. Eine Kirche, die die Willensfreiheit des
Menschen in ethischen Dingen leugnet, die ihm sagt: „Du kannst dich
nicht aufgrund deiner Freiheit zum Guten oder zum Bösen entscheiden,
sondern bist vorherbestimmt“, leugnet im Grunde genommen die Grundfesten unserer
Rechtsordnung, auch unserer Verfassung, die davon ausgeht, daß jeder die
Freiheit hat, sich nach seinen Entscheidungen zu entfalten, nach
ethischen Maßstäben sein Leben zu gestalten. All das ist hinfällig, wenn
man die Lehre Luthers ernst nimmt.
Die ganze Rechtsordnung funktioniert nicht mehr, wenn man die
lutherische Kirchenlehre zugrunde legt: Es dürfte niemand mehr wegen
eines Verbrechens verurteilt werden, denn es fehlt ihm von vornherein
die Schuld, und der Richter, der das dennoch tut, macht sich natürlich
seinerseits schuldig.
Der Richter landet im Grunde genommen genauso in der Hölle, weil er
Unrecht getan hat. Aber vielleicht würde Luther den Richter retten und
würde sagen: „Auch du bist ja völlig unfrei; du kannst ja nicht anders.“
Insofern ist es ein unsinniger Kreislauf von unfreien „Marionetten
Gottes“. Obwohl Gott der Gott der Freiheit, der Gott der Liebe ist,
wird hier ein Menschenbild installiert, das die Geschöpfe Gottes zu
Marionetten macht, die Gott niemals so geschaffen hat.
Brauchen wir denn überhaupt eine Rechtsordnung, wenn wir alle
Mario-netten sind? Die einen sind zum Bösen verurteilt, die anderen zum
Guten, der eine für den Himmel, der andere für die Hölle; ja, wir können
ja gar nicht anders, nach Luther. Brauchen wir dann eine Rechtsordnung?
Nach dem lutherischen Prinzip könnte unser Staat überhaupt nicht
funktionieren, und deshalb wird es einfach ignoriert. Wir dürfen nämlich
eins nicht vergessen: Nehmen wir an, der Richter würde die
Willensfreiheit des Angeklagten verneinen, so, wie es Luther tut, und
seine eigene auch, dann müßte er sich selbst ja auch für
unzurechnungsfähig erklären. Und damit wäre das ganze System
abgeschafft. Man müßte sowohl den Angeklagten als auch den Richter in
Sicherungsverwahrung nehmen.
Logisch gedacht, ergäbe sich dann die Frage: Brauchen wir dann überhaupt
Richter? Brauchen wir überhaupt noch eine staatliche Rechtsordnung, da
doch nach evangelischer Lehre der Mensch vorherbestimmt ist und die
katholische Kirchenlehre festlegt: Wenn du nicht glaubst, bist du ewig
verdammt? – Ist der Mensch ohnehin ewig verdammt, wozu braucht er dann
noch einen Richterspruch?
Die katholischen Theologen werden hier entgegenhalten, daß die weltliche
Rechtsordnung für eine gewisse Ordnung sorgen muß. In Klammern wäre
hinzuzufügen: also auch für die Ordnung unter den bereits Verdammten.
Im Staat bestimmt die Priesterkaste – solange das Volk dies zuläßt.
Eine Diktatur versucht hier, eine Demokratie zu beherrschen.
Betrachtet man die katholische Lehre genau, vor allen
Dingen auch die Aussagen, die in den Büchern Mose stehen, die nach
katholischer Lehre „wahres Wort Gottes“ sind und sich ja im Neuen
Testament „erhellen“, dann ist es so, daß man die weltliche
Rechtsordnung eigentlich nicht bräuchte, denn das letzte Wort hat immer
der Priester. So könnte man also sagen: Die weltliche Rechtsordnung ist
nur als ein Mäntelchen vorgesehen, das man sich umhängt. In Wahrheit spricht die
katholische Kirche, was gemacht werden soll, und die weltliche Ordnung
soll tun, was die katholische Kirche will. So erscheint das
nationale oder staatlich legitimierte Recht in der Lehre der Kirche. Man
könnte auch
sagen: Die Demokratie, in der vom Volk die Gewalt ausgeht, soll zum
Schein erhalten werden. In Wahrheit will die Priesterkaste der
herrschenden Religion, bestimmen, was gemacht wird.
Denken wir nur daran: Was war mit Jesus von Nazareth? Wer hat Ihn
umgebracht? Doch nicht die römische Besatzungsmacht, die damalige
weltliche Macht, sondern es war die Priesterkaste. Die Frage klingt zwar
etwas komisch: Brauchen wir weltliche Richter? Die Antwort könnte
lauten: Nach Bibel und Kirchenlehre braucht man sie, damit die Priesterkaste ein Deckmäntelchen für
ihre gewalttätigen Operationen hat.
Ob Lutherkirche oder katholische Kirche, die Regierung soll in jedem Fall
deren langer Arm sein; die Regierung ist der Ausführende – solange das Volk
dies zuläßt.
Es wird ja auch ganz ungeniert so gesagt in dem Buch Neuner-Roos (Rd.-Nr.
434): „Wir bestimmen, daß der Heilige, Apostolische Stuhl und der
römische Bischof den Vorrang über den ganzen Erdkreis innehat.“
Müßte man dann nicht sagen: Die Demokratie wird
eigentlich dem Volk nur vorgegaukelt; in Wirklichkeit steht hinter der
Demokratie die Diktatur der Kirche? Wenn man
berücksichtigt, daß die Kirche von ihren Gläubigen verlangt, in jeder
Situation, sei es privat oder im Beruf, dafür zu sorgen, daß die
christliche Lehre – und zwar verstanden nach der kirchlichen Dogmatik –
sich durchsetzt (über diesen Sachverhalt lesen Sie ausführlich in "Für
erfahrene Analytiker: Entdecken Sie die Wahrheit. Die kirchliche und
staatliche Gewalt und die Gerechtigkeit Gottes", Verlag DAS WORT,
S. 31ff), dann
wird hier die Ideologie einer Organisation über die staatliche
Rechtsordnung gestellt. Da es sich um eine totalitäre Ideologie handelt,
die mit Demokratie nichts im Sinn hat, könnte man durchaus sagen, daß
hier eine Diktatur eine Demokratie zu beherrschen versucht.
Der Programmsatz der katholischen Kirche wird im öffentlichen Leben
in die Tat umgesetzt. „Was christlich ist, bestimmen wir!“
Man muß natürlich immer unterscheiden zwischen
Programmsätzen und der Frage, ob diese Programmsätze in der Realität
durchgesetzt werden können. Die totalitären Programmsätze, die wir von
der katholischen, heidnischen Kultkirche kennen, sind in der Tat als
Programmsätze schon gefährlich.
So mancher wird wohl sagen: „Ja, aber in der Realität kommen sie nicht
zum Tragen.“ Diesbezüglich ist interessant, daß der schon erwähnte
Kardinal Meisner unter anderem vor einigen Tagen auch gefordert hat, daß
die Deutsche Partei CDU das C aus ihrem Namen streicht. Nicht deswegen,
weil sowohl die CDU als auch die katholische Kirche mit Christus nichts
zu tun haben, sondern er sagt sinngemäß: Was christlich ist, bestimmen
wir! Meisner hat deutlich werden lassen, daß die Partei nicht mit seinen
streng reaktionären Vorstellungen konform geht (epd-Meldung, 5.6.2005).
– Also steht doch ganz offensichtlich dieser Programmsatz der Kirche
nicht nur auf dem Papier, sondern er wird in die Tat umgesetzt. Und wer
daran noch zweifelt, dem ist das Buch von Gabriele zu empfehlen: „Für
erfahrene Analytiker: Entdecken Sie die Wahrheit. Die kirchliche und
staatliche Gewalt und die Gerechtigkeit Gottes.“
In diesem Buch wird mit einer unglaublichen Prägnanz und Klarheit
dargelegt, wie diese Mechanismen funktionieren. Die Fäden im
demokratischen Staat werden vielfach von der Priesterkaste gezogen.
Und wenn Sie es nicht glauben, lesen Sie dieses Buch.
Nach all dem absurden heidnischen Kirchenglauben, von dem wir in unserer
heutigen Sendung hörten, möchten wir gern einen kurzen Abschnitt aus
diesem Buch vorlesen. Dort heißt es auf Seite 75:
»Immer mehr Menschen sind kritisch gegenüber dem Kirchenglauben.
Ursprünglich waren sie der Ansicht, Gott sei gleich Kirche. Weil sie mit
der Kirche nicht mehr einverstanden sind, zweifeln viele nun auch an der
Existenz Gottes. – Und welchen Gottes? Des „Gottes“, den die Kirche
lehrte und lehrt? Gott ist nicht der Kirchengott! Christus ist nicht der
„Christus“ der Kirchenlehre!
Wäre in dieser Zeit nicht der Geist der ewigen Wahrheit in Seinem Wort
gekommen, wüßten tatsächlich viele nicht, wer Gott, wer Christus ist und
was von Ihm zu halten ist. Sie wüßten nicht, daß sie Ihm näherkommen und
Ihn erfassen können, indem sie sich Ihm zuwenden, der in ihrem Inneren
wohnt. Jesus predigte das Reich Gottes in uns. Er lehrte uns, ein
stilles Kämmerlein aufzusuchen: „... Du aber geh in deine Kammer,
wenn du betest, und schließ die Tür zu; dann bete zu deinem Vater, der
im Verborgenen ist. Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es
dir vergelten.“« (Mt 6,6)
*
Liebe Hörer und Hörerinnen, liebe Leser, wenn auch Sie
zu den Menschen gehören, die nicht mehr an den Kirchengott und den
Christus der Kirchen glauben können, dann probieren Sie das aus, was
Jesus uns gelehrt hat. Wir Urchristen halten es so, daß wir uns in
unserem Zuhause ein stilles Kämmerlein schaffen – es kann einfach eine
kleine, schön gestaltete Ecke im Zimmer sein, in die wir uns
zurückziehen können, um zu beten. Sie können aber auch in die Natur
gehen, den Lauten der Natur lauschen, dabei still werden, und so zu
Gott, Ihrem Vater, beten. Sie werden die Erfahrung machen: Das ist der
schnellste Weg, um Gott in sich näherzukommen.
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