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Für gute Analytiker:
Wer sitzt auf dem Stuhl Petri? (7)
„Heilig, heilig“ – was ist der
Kirche heilig?
Dem Stuhl Petri von Nutzen –
posthum ein „Heiliger“
Inhalt:
Gott allein ist heilig! Warum werden Tote
heiliggesprochen, nicht die Lebenden? Fortsetzung des Totenkultes alter
heidnischer Kulte
Die Götter des Heidentums wurden katholisiert und,
unter neuen Namen, zu „Heiligen“ – mit den verschiedensten
Zuständigkeitsbereichen
Mörder, Gewaltverbrecher – nun angeblich Heilige,
die im Himmel „zusammen mit Christus“ regieren? Gefährliche
Namenspatrone
Großinquisitoren auf dem Papstthron. „Heilige“
Inquisition – Hohn und Spott auf Christus
Krimineller Unfug, Totalitarismus, Faschismus
religiöser Art – warum ließ sich die Menschheit so lange an der Nase
herumführen?
Der Papst, der weiß, wessen Stellvertreter er ist,
maßt sich an, sein Leiden mit dem von Jesus am Kreuz in direkte
Beziehung zu setzen
Heiligsprechungen, Reliquien, Orden, Adelstitel –
lukrative Einnahmequellen für den Stuhl Petri
In den vergangenen Sendungen „Für gute Analytiker: Wer
sitzt auf dem Stuhl Petri?“ haben wir dokumentiert, wie sich die
katholische Kirche und ihr Anhängsel Lutherisch aus dem Heidentum zu
einer heidnischen Kult-Macht-Religion entwickelt hat, die zur Täuschung
der Menschen den Namen des Jesus, des Christus, mißbraucht. Wir haben
gesehen, daß der katholische Kult, ganz in der Tradition des Heidentums,
das Gegenteil dessen ist, was Jesus, der Christus, lehrte und lehrt.
Gehen wir einmal der Frage nach: Was steht hinter dem Begriff „heilig“?
Der gutgläubige Durchschnittsbürger verbindet den Begriff „heilig“ mit
positiven Eigenschaften wie rein, edel, selbstlos – vielleicht denkt er
dabei sogar an Gott, denn nach der Lehre des Jesus, des Christus, gibt
es nur einen Heiligen, und das ist Gott, der himmlische Vater.
Zur Zeit erlebt das Wort „heilig“ im katholischen Kult geradezu eine
Inflation. Dort werden Menschen zu Heiligen befördert, wenn sie tot
sind. Welche Voraussetzungen müssen vorliegen, daß Menschen „heilig“ im
Sinne der heidnischen Kultreligion Katholisch werden? Wie müssen
Menschen beschaffen sein, die „heilig“ gesprochen werden? Und was
charakterisiert Menschen, die an „Heilige“ glauben?
Dies sind nur einige Aspekte, über die heute Urchristen in ihrer
Gesprächsrunde im Zusammenhang mit dem Wort „heilig“ informieren wollen.
Gott allein ist heilig!
Warum werden Tote heiliggesprochen, nicht die Lebenden?
Fortsetzung des Totenkultes alter heidnischer Kulte
Kommen wir noch einmal zum Ausgangspunkt zurück: Nach
der Lehre des Jesus, des Christus, gibt es nur einen Heiligen, den
himmlischen Vater. Wenn also der Stuhl Petri ständig neue „Heilige“
produziert oder auch den Inhaber des Stuhles Petri als „heilig“
bezeichnet, verspottet, diffamiert und verhöhnt er damit nicht
öffentlich und unverhohlen den großen Geist, den himmlischen Vater,
Gott? – Die Antwort darauf ist einfach: Da die dem Stuhl Petri
Zugehörigen der Schriften kundig sind, kann man davon ausgehen, daß der
Stuhl Petri auf diese Weise bewußt Gott lästert.
Die Propheten des Alten Testamentes wußten um die Heiligkeit Gottes, des
All-Einen. Der Seher von Patmos, der Verfasser des letzten Buches der
Bibel, der „Offenbarung des Johannes“, gibt Worte des großen Propheten
Mose wieder, in dem „ Lied des Mose“. Darin heißt es: „Groß und
wunderbar sind deine Werke, Herr, allmächtiger Gott ... Denn du allein
bist heilig, ja alle Völker werden kommen und anbeten vor dir.“ (Off 15,
3 und 4)
So haben es die Propheten immer gelehrt, und so lehrte es auch Jesus:
Gott allein ist heilig. Der Stuhl Petri hingegen leugnet das, indem er
Menschen zu „Heiligen“ erklärt. Es mutet seltsam an, wenn man heute im
katholischen Gottesdienst hört, wie im Glaubensbekenntnis die
„Gemeinschaft der Heiligen“ gepriesen wird und man sieht an jeder Ecke
im Kircheninnenraum eine heilige Figur stehen. Andererseits heißt es in
einem Lied, das Teil der Deutschen Messe von Schubert ist: „Heilig,
heilig, heilig – heilig ist nur Er.“
Das Jesuswort in Matth 23, 9 sagt es klar: „Auch sollt ihr niemand auf
Erden euren Vater nennen, denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel.“
Die Kirche jedoch erklärt, der Papst sei der „heilige Vater“. Folglich
verleumdet der Stuhl Petri Jesus, den Christus. Er tut dies besonders
nachdrücklich dadurch, daß er seinen Gläubigen sogar vorschreibt, an
sogenannte „Heilige“ zu glauben, die von der Kirche ernannt werden. In
den Dokumenten der Kirche ist ausdrücklich festgelegt: Wer an diese
Heiligen nicht glaubt und ihre Reliquien nicht verehrt, „der sei
ausgeschlossen“.
Im Lehrbuch der katholischen Kirche von Neuner-Roos „Der Glaube der
Kirche in den Urkunden der Lehrverkündigung“ heißt es im Lehrsatz Nr.
474: „Gottlos aber denken, die leugnen, daß man die Heiligen in der
ewigen Seligkeit des Himmels anrufen soll ...“
Das ist nicht nur das Gegenteil dessen, was Jesus von Nazareth lehrte,
es ist auch das Gegenteil dessen, was die ersten Christen taten, wie sie
lebten. Sie verehrten keine Heiligen; sie kannten das gar nicht. Sie
wußten ja, daß jeder Mensch ein Tempel des Heiligen Geistes ist, daß
jeder Mensch dazu berufen ist, der Vollkommenheit zuzustreben, und daß
Gott auf diesem Weg nach Innen jedem Menschen beisteht, der Ihn um Hilfe
anruft. Man braucht also keine Vermittlung von Priestern, auch nicht von
„Heiligen“, sondern man kann sich direkt mit Gott, mit Christus im
Inneren des Menschen selbst, verbinden. Das war die Lehre der ersten
Christen und auch ihr Leben: Der Mensch ist der Tempel Gottes, und Gott
wohnt im Menschen, tief in dessen Seelengrund.
Eines gibt zu denken: Warum werden Tote heiliggesprochen und nicht die
Lebenden? Warum muß der Körper erst sterben, bevor der Mensch dann
heiliggesprochen wird? – Soll vielleicht das Volk nicht merken, daß der
Betreffende eventuell gar nicht so heilig war? Denn über einen Toten
kann man ja alles mögliche verbreiten, allerlei Legenden, die den
Menschen vorgaukeln, daß er „heiligmäßig“ gelebt haben soll. Durch den
Umgang mit dem lebenden Menschen könnte sich unter Umständen sehr rasch
ein anderes Bild ergeben. Außerdem kann die Verherrlichung von
Verstorbenen auch darin begründet sein, daß man ja in vielen heidnischen
Kulten, z.B. im alten Ägypten, den Totenkult gepflegt hat. Im Grunde ist
der Heiligenkult eine Fortsetzung dieses Totenkultes.
Die Götter des Heidentums wurden, katholisiert
und unter neuen Namen, zu „Heiligen“ –
mit den verschiedensten Zuständigkeitsbereichen
Man findet in der katholischen Kirche auch Parallelen zu
den religiösen Vorstellungen aus Babylon. Die Babylonier hatten etwa
5000 Götter und Göttinnen, und so, wie die Katholiken von ihren
Heiligen, so glaubten die Babylonier von ihren Göttern, daß diese einst
lebende Helden auf der Erde waren, die sich jetzt jedoch auf einer
höheren Seinsebene befinden. Jeder Monat und jeder Tag des Monats stand
unter dem Schutz einer besonderen Gottheit. Für jedes Problem gab es
einen Gott, für jeden Beruf und für jede Lebenslage. Genauso finden wir
das im Katholizismus. Man nennt sie jetzt einfach „Heilige“ und nicht
„Götter“, aber im Grunde ist es der gleiche Götzendienst; vielleicht
könnte man sogar sagen: Spiritismus – weil man ja Tote anruft und
verehrt (im weitesten Sinne kann man durchaus von „anbeten“ sprechen).
Die Parallelen zum katholischen Glauben sind also augenfällig. Hier hat
ebenfalls jede Berufsgruppe einen Heiligen für sich. Es gibt Heilige für
die Anstreicher, für die Anwälte, für die Apotheker, für die
Beichtväter, für die Bergleute, für die Branntweinbrenner, für die
Buchhändler, für Büchsenmacher, sogar für die Gefängniswärter, die
Geldwechsler, die Gemüsegärtner, Gerichtsdiener, Gipser, Pfarrer, und
nicht zu vergessen: für die Pfarrhaushälterinnen. Sogar für die
amerikanischen Piloten im Krieg, für die Schatzgräber und Soldaten sind
besondere Heilige zuständig. Ebenso kann man für alle möglichen
Widerfahrnisse – für eine Ameisenplage etwa, oder wenn man ein
aussichtsloses Anliegen hat – einen Heiligen anrufen.
Es gibt auch Heilige, die einem helfen sollen, mit seinem Gewissen und
mit seinem freien Geist umzugehen. Da gibt es z.B. Heilige gegen
Freigeister. Es gibt einen Heiligen gegen Gewissensbisse; wenn also
jemand ein Gewissen hat, dann kann er zu diesem Heiligen beten, und der
tötet das dann wieder ab. Interessanterweise ist das Ignatius von Loyola,
Gründer des Jesuitenordens, der unter anderem sagte: „Um in allen Dingen
der Wahrheit zu dienen, müssen wir glauben, daß das, was ich für weiß
halte, statt dessen schwarz ist, wenn es die hierarchische Kirche so
bestimmt.“ (Hans-Jürgen Wolf, „Sünden der Kirche“, Erlensee 1995, S.
564)
Auch gegen die Tanzwut, für die Lotterie oder wenn jemand Glücksspiele
sucht, gibt es Heilige, für Telefon und auch fürs Internet – für all das
kann man „Heilige“ anrufen.
Gehen wir doch einmal der Frage nach: Haben all diese sogenannten
Heiligen in ihrem Erdenleben Wunder vollbracht, woraufhin sie
heiliggesprochen werden konnten? Was sind denn die Voraussetzungen
dafür, „Heiliger“ zu werden?
Es gibt zwei Aspekte, die gegeben sein müssen: Zum einen muß der Ruf der
Heiligkeit und eines vorbildlichen Lebens, zum anderen der Ruf der
Wundertätigkeit einer solchen Heiligsprechung vorausgehen.
Hier als Beispiel der Heilige als Patron der Huf- und Goldschmiede, der
Wagner und der Tierärzte, der Bischof Eligius von Noyon, mit folgender –
im wahrsten Sinne des Wortes „sagenhafter“ – Vorgeschichte: Im 7.
Jahrhundert war Eligius Schmied. Es wird erzählt, er habe einem
widerspenstigen Pferd einfach das Bein abgeschnitten und nach dem
Beschlagen wieder angesetzt. Er habe das Bein also mit in die Werkstatt
genommen, das Hufeisen darauf befestigt und dann draußen das Bein beim
Pferd dorthin zurückgesetzt, wohin es gehörte. So lautet die Legende.
Deshalb wird Eligius jetzt als Patron der Hufschmiede verehrt. (Vgl.
hierzu: „Ora pro nobis“, Haus zum Dolder, Beromünster 2001, Heft 3)
Solche Legenden sind oft ausgesprochen lachhaft. Die katholische
Enzyklopädie sagt auch ganz ehrlich, daß diese Legenden nicht christlich
sind, sondern christianisiert, und auf das Heidentum zurückgreifen. Es
sind zum Teil ganz dümmliche und unglaubhafte Geschichten. Doch was viel
schwerwiegender ist: Es sind viele kriminelle Menschen heiliggesprochen
worden, und hier wird es eigentlich erst richtig makaber.
Ein Grund, weshalb jemand bei seiner Heiligsprechung bereits tot sein
muß, könnte ebenfalls darin liegen, daß diesem Menschen das
möglicherweise gar nicht recht wäre. Denn man fragt die „Heiligen“ ja
selber nicht, ob sie Heilige werden wollen. So mancher würde dann
vielleicht sagen: „Ich kann gegen eine Ameisenplage gar nicht helfen“,
„ich kann den Hufschmieden“ bzw. „den Piloten im Krieg gar nicht
helfen“. Oder aber er hätte vielleicht Angst, daß seine Verbrechen ans
Tageslicht kommen. Er wäre also möglicherweise gar nicht damit
einverstanden, heiliggesprochen zu werden. Es ist durchaus denkbar, daß
man auch deshalb die Heiligsprechung erst nach dem Tod des Betreffenden
durchführt.
Das Ganze ist somit Totenkult und letztlich Spiritismus: Anrufung von
Toten. Und was sagt die Kirche zum Spiritismus? – Den Spiritismus
verbietet die Kirche nur, soweit sich andere damit beschäftigen. Sie
selbst praktiziert ihn bis heute, z.B. in Form der Teufelsaustreibungen.
In Rom gibt es Lehrgänge darüber, wie man Teufel aus Menschen austreiben
soll, und es sind schon etliche Menschen bei solchen
Teufelsaustreibungen gestorben.
Fragen wir an dieser Stelle: Wie haben es die Heiden gehalten? Pflegten
sie auch Formen von Spiritismus? Hielten sie es auch mit dem Totenkult?
– Man weiß z.B., daß beim Mithraskult die Heroen eine ähnliche Funktion
hatten wie im Katholizismus die „Heiligen“. Das waren Tote, die es bei
Lebzeiten zu Ansehen gebracht und ein großes Vermögen hinterlassen
hatten. An den Orten ihres Wirkens baute man kleine Tempel,
Gedenkstätten, zu denen die Menschen pilgerten. Darin könnte man ein
Vorbild für die Heiligenverehrung in der heutigen Zeit sehen.
Schauen wir genauer hin in der Frage, warum zu den „Heiligen“ gebetet
wird, so erkennen wir das alte Grundmuster: Man glaubt, man bräuchte
jemanden, der den wütenden „Gott“ besänftigt und ihn milde und gnädig
stimmt. Wir stoßen also immer wieder auf die ursprüngliche heidnische
Einstellung, daß Gott ein zürnender Rachegott sei; wenn der Mensch bei
Ihm Gehör finden möchte, dann sei ein Mittler notwendig, der diesen Gott
besänftigt – sei es durch jene brutalen Opfer, von denen wir schon
hörten, sei es durch Tote, die man zu „Heiligen“ erhebt, die bei „Gott“
ein gutes Wort für ihn einlegen.
In diesem Zusammenhang ist eine Lehraussage der katholische Kirche
interessant, die besagt: Die Seelen der Verstorbenen ruhen im Grab bis
zum letzten Tag, der auch der Jüngste Tag genannt wird, also bis zur
Auferstehung. Da fragt man sich: Sind die „Heiligen“ nicht auch Seelen?
Ruhen sie nicht im Grab bis zum letzten Tag, bis zur Auferstehung – oder
wie verhält es sich damit?
Hier macht man offenbar eine Ausnahme. Jedenfalls hat das Konzil von
Trient folgendes festgelegt: „Die Heiligen, die zusammen mit Christus
regieren“ – wir sehen, sie befinden sich demzufolge nicht mehr in der
Grabesruhe, sondern „regieren“, zusammen mit Christus –, „bringen ihre
eigenen Gebete für die Menschen vor Gott dar. Es ist gut und nützlich,
sie flehentlich anzurufen, um durch ihre Gebete von ihnen Unterstützung,
Hilfe und Schutz zu erfahren, um darüber hinaus Gottes Gunst zu
bekommen.“ (Zit. nach „The Catholic Encyclopedia“, Bd. 8, S. 70, Art. „Intercession“)
Daraus ist zu schließen: Offensichtlich ruhen diese „Heiligen“ nicht im
Grab, sondern kommen gleich nach dem Tod des Körpers in den Himmel.
Mörder, Gewaltverbrecher – nun angeblich Heilige,
die im Himmel „zusammen mit Christus“ regieren?
Gefährliche Namenspatrone
Grundsätzlich ist noch eine weitere Frage zu stellen:
Warum braucht man überhaupt die Fürbitter bei Gott, wenn doch der Papst
selber der „Lenker des Erdkreises“ ist? Damit müßte er doch die Macht
besitzen, alles zu steuern, eben als Lenker des Erdkreises. Warum
braucht man dann diese sogenannten Fürbitter, die Heiligen? Und noch
eine Frage: Wenn es so viele Heilige gibt, warum gibt es dann so viel
Elend auf der Erde?
Was sind denn das für Menschen gewesen, die heiliggesprochen wurden? Zum
Teil waren es ja Verbrecher, also können sie doch gar nicht mit Christus
im Himmel regieren und können die Erde nicht verbessern. Was soll z.B.
Gutes dabei herauskommen, wenn man zu einem Konstantin betet oder zu
einem Karl dem Großen, der ein Massenmörder war?
Johannes Paul II. hat beispielsweise, kurz nachdem er in Israel um
Sympathie für die Juden geworben hatte, Pius IX. seliggesprochen – einen
Papst, der ein jüdisches Kind entführen, dieses zwangsweise zum
Katholiken und schließlich zum Priester erziehen ließ. Er war ein Papst,
der in seinem Kirchenstaat ein jüdisches Ghetto wieder einrichtete, in
dem die jüdischen Mitbürger unter erbärmlichsten Verhältnissen leben
mußten. Dies nur als Beispiel aus jüngster Zeit dafür, was die
katholische Kirche unter „selig“ oder „heilig“ versteht.
Pius IX. wurde jedoch nicht wegen dieser Verbrechen seliggesprochen,
sondern weil er die Unfehlbarkeit des Papstes verkündet hat. Das zählt
für die Kirche. Er erhob den Anspruch: Der Papst ist in Lehraussagen
unfehlbar, und er hat den Jurisdiktionsprimat, das heißt, die oberste
Rechtssprechung über alle Herrscher der Erde. Das verkündete Pius IX. im
Jahre 1870 als Dogma, und diese Tatsache ist für die Kirche
entscheidend: Jemand, der die Macht der Kirche in dieser Weise stärkt,
wird entsprechend belohnt werden. Daß er außerdem vieles andere verübte,
was letztlich als Verbrechen zu bezeichnen ist, bleibt unter dem
Teppich.
Und wie steht es mit Kaiser Konstantin, der für zahlreiche Verbrechen
verantwortlich war? Wurde auch er von der Kirche heiliggesprochen?
Konstantin war wirklich ein Verbrecher. Das Ziel seiner Handlungen war
durchweg, seine Macht auszubauen. Im Jahr 310 ließ er seinen
Schwiegervater, Kaiser Maximianus, erhängen; seinen Schwager Licinius
ließ er erwürgen; dessen Sohn degradierte er zum Sklaven und ließ ihn
totschlagen. Crispus, seinen Sohn aus erster Ehe, und Fausta, seine
Frau, ließ er ermorden, weil er die beiden verdächtigte, eine Beziehung
miteinander eingegangen zu sein. Es steht also außer Frage, daß
Konstantin ein Verbrecher war. (Vgl. hierzu: Karlheinz Deschner,
„Kriminalgeschichte des Christentums“, Bd. 1, S. 213 )
Im katholischen Namenskalender ist Konstantin wie ein Heiliger
aufgeführt; seine Verehrung wird also von der katholischen Kirche
zugelassen. De facto heiliggesprochen wurde er zwar nicht – was aber
nicht an seiner verbrecherischen Laufbahn lag, sondern nur daran, daß er
von einem Anhänger des Arianismus getauft worden war, von Eusebius, der
später als Ketzer verfemt wurde. Daher fehlt die förmliche Anerkennung
Konstantins als Heiliger – nicht wegen seines Lebenswandels, sondern
wegen einer katholischen Formalität. Als Heiligen verehren darf man ihn.
Die Kirche sagt auch, wer in diesem Namenskalender steht, sei ein
Namenspatron. Wird ein Kind so genannt, dann ist ihm automatisch die
Fürbitte dieses Patrons sicher. Konstantin sichert also jedem, der heute
Konstantin heißt, seine Fürbitte zu – so die Lehre der katholischen
Kirche.
Aus diesem Sachverhalt könnte der wache Analytiker Schlußfolgerungen
ziehen und die Frage stellen: Gibt es deshalb so viele Verbrechen in
unserer Welt?
Die logische Antwort könnte lauten: Vielleicht ist dies einer der
Gründe, denn viele der sogenannten Heiligen, die ja eine Brücke zu Gott
bilden sollen, sind selbst Verbrecher gewesen, wie am Beispiel
Konstantins deutlich wird.
Ein weiteres Beispiel wäre Karl der Große. Er wurde auch nicht in einem
formellen Verfahren heiliggesprochen, wird aber vielfach als Heiliger
verehrt – obwohl er ein Massenmörder war, der 44 Jahre hindurch Kriege
geführt, Menschen massakriert und gemordet hat. Gleichwohl gilt er als
eine der großen, heiligmäßigen Gestalten der katholischen Kirche. Später
wird dieses Verbrechertum, das heiliggesprochen wird, auf einige Päpste
angewandt. Es gab Päpste, die als Inquisitoren für die Ermordung vieler
ihrer Mitmenschen verantwortlich waren und später heiliggesprochen
wurden.
Man müßte sich einmal klarmachen, was das für den einzelnen Gläubigen
unter Umständen zur Folge hat. Betet der arglose, fromme Mensch jetzt zu
einem Massenmörder – könnte es dann sein, daß der Betende von dessen
Werken inspiriert wird? – Nach der bekannten Regel, daß Gleiches immer
Gleiches anzieht und beeinflußt, ist das durchaus möglich.
Deshalb ist es ja auch so äußerst bedenklich, daß z.B. alle zwei Jahre
in Aachen der sogenannte „Karlspreis“ verliehen wird. Die europäischen
Politiker pilgern nach Aachen, um sich einen Preis verleihen zu lassen,
der nach Karl dem Großen benannt ist, der eine ganze Reihe von
Verbrechen verübte, heute jedoch als der „große Vater Europas“ gilt.
Der hartnäckige Analytiker fragt weiter: Könnte es sein, daß dieser
Preis ein Mörderpreis ist, der bestimmten Menschen übertragen wird, die
z.B. ähnliche Anlagen haben wie Karl der Große? – Wenn man weiß, daß
alles Energie ist – und das ist heute naturwissenschaftlich unbestritten
–, dann trägt auch dieser Preis die Energie seines Namenspatrons. Der
Inhalt dieser ganzen Preisverleihung und alles dessen, was dahintersteht,
ist ein bestimmtes Energiefeld. Ob man sich dessen bewußt ist oder nicht
– man bewegt sich als Preisträger in diesem Energievolumen. Auf diese
Art wirkt der Geist des Karls des Großen dann möglicherweise mehr oder
weniger auch im Preisträger fort.
Zu fragen wäre noch: Wenn Karl der Große als „Heiliger“ gilt – was waren
seine Wunder? Der Mord? – Seine „Wunder“ waren Kriegszüge, in denen er
seine Feinde vernichtete. Sein „Wunder“ bestand des weiteren darin, daß
er durch Mord und Totschlag ein Reich zusammenraubte, aus dem
schließlich Europa hervorging. Deshalb spricht man von Karl dem Großen
als dem Gründer Europas.
Vergegenwärtigen wir uns: Eine seiner für die Kirche bedeutendsten Taten
war auch, daß er alle Völker, die er unterwarf, zwangs-katholisierte
bzw. jene, die sich nicht bekehren lassen wollten, kurzerhand
ausrottete.
Karl der Große führte 30 Jahre hindurch Krieg gegen die Sachsen, die
damals Heiden waren. Und er ließ in Verden an der Aller 4500 gefangene
Sachsen hinrichten, weil diese Sachsen eben in seinen Augen so
halsstarrig waren. Er hat dann sogenannte „Blutgesetze“ gegen die
Sachsen erlassen, die besagten: Wenn jemand die Fastengesetze nicht
einhält, wird er hingerichtet. Wenn jemand sich nicht taufen läßt, wird
er hingerichtet. Wenn jemand eine Kirche bestiehlt, wird er
hingerichtet. (Vgl. Karlheinz Deschner, „Kriminalgeschichte des
Christentums“, Bd. 4, S. 478) – Bezüglich der Fastengesetze ist zu
sagen, daß Karl der Große selber nicht gern fastete. Es heißt in der
Literatur: „Das war seinem Körper zuwider“. (Karlheinz Deschner, a.a.O.,
S. 479) Es ist häufig festzustellen, daß die Herrschenden Gesetze, die
sie selber erließen, nicht einhielten.
Karl der Große ließ also mit Waffengewalt den katholischen Glauben
verbreiten. Was des weiteren für die Kirche bedeutsam war: Karl der
Große trieb – ebenfalls mit Waffengewalt – den Kirchenzehnt ein. Das war
sehr wichtig für den Stuhl Petri. Ein Drittes noch: Als erster Herrscher
im damaligen germanischen Reich ließ er sich vom Papst, es war Papst
Leo, krönen. Das heißt, er führte die Verbindung von Thron und Altar
herbei, die dann viele Jahrhunderte anhielt und zu blutigen
Bürgerkriegen im deutschen Reich führte. Das Bündnis, das Karl der Große
mit der Kirche einging, hatte für beide Seiten Vorteile: Der Papst
konnte seine Position stärken, seinen Nimbus erweitern, weil er den
Kaiser gekrönt hatte; Kaiser Karl andererseits konnte dadurch seine
Dynastie, eine Thronräuberdynastie – sein Großvater kam durch Thronraub
an die Macht –, legitimieren.
Genau genommen darf man Karl den Großen also deshalb als Heiligen
verehren – weil er für die Kirche gemordet hat. Es ist bis heute so, daß
in der Geschichtsschreibung derjenige, der große Ländereien
zusammenraubte, als ein „Großer“ bezeichnet wird. Es waren seine
Untaten, die Karl den Beinamen „der Große“ eintrugen. Auf der anderen
Seite wird ein Mensch, der seine Nachbarn umbringt und deren Häuser
plündert, gemeinhin als Raubmörder angesehen. Bis heute ist in der
Geschichte diese Schizophrenie zu verzeichnen. Im Dom von Aachen liegt
ein kleines Buch aus, das für Kinder geschrieben ist, in dem es heißt:
„Karl der Große zog durch ganz Europa, um die Grenzen seines Reiches zu
verteidigen.“ (Annette Fusenig, „Wie kommt der Zacken in die Krone? Ein
Krönungs-ABC für junge Leser ab 10 Jahren“, Aachen 2000, S. 37)
Vielleicht schreibt man in tausend Jahren einmal über Adolf Hitler: „Er
zog durch ganz Europa, um in Stalingrad und Moskau die Grenzen des
Deutschen Reiches zu verteidigen.“ Das wäre ungefähr die gleiche Logik.
Bei konsequent logischer Betrachtung wäre sogar die Frage zu erwägen:
Könnte es nicht sein, daß auch Hitler irgendwann einmal zum Heiligen
ernannt wird? – Das wird wohl kaum eintreten. Warum nicht? Hitler
mordete für sich und sein Reich, nicht zum Nutzen und zur „Ehre“ der
römisch-katholischen Kirche.
Ziehen wir von Karl dem Großen den Bogen etwas weiter, so ist
festzustellen: Viele andere, die für die Kirche mordeten – z.B. in den
Kreuzzügen –, sind dafür ebenfalls mit dem Status des „Heiligen“ belohnt
worden. Ein Beispiel dafür wäre Papst Leo I. Auch er verfolgte
unbarmherzig Andersgläubige, die Manichäer, fast schon mit der
Blutrünstigkeit eines Inquisitors. Auch er verhalf letztlich der Kirche
dazu, weitere Macht zu erlangen, und wurde heiliggesprochen – nach Mord
an Andersgläubigen. Papst Leo I. ist nicht nur heiliggesprochen, sondern
als einer von zwei Päpsten überdies zum Kirchenlehrer ernannt worden.
Leo verbot den Katholiken jeden Umgang mit Nichtkatholiken und forderte
zu deren Verachtung auf. Er befahl, die Nicht-Katholiken zu fliehen „wie
todbringendes Gift! Verabscheut sie, weicht ihnen aus und vermeidet es,
mit ihnen zu sprechen.“ „Keine Gemeinschaft mit denen, die Feinde des
katholischen Glaubens und nur dem Namen nach Christen sind!“ (Karlheinz
Deschner, „Kriminalgeschichte des Christentums“, Bd. 2, S. 258) – Das
ist „Originalton“ Leo der Große, eines „Heiligen“ der katholischen
Kirche.
Angesichts dieser Ausführungen wäre es eine Bemäntelung der Tatsachen,
die Dinge nicht klar beim Namen zu nennen: Was hier geschieht – und das
unter dem Namen „christlich“ –, ist wahrhaft teuflisch. Denn Jesus, der
Christus, hat so etwas nie und nimmer gelehrt. Er war ein Mann des
Friedens, ein Mann der Einheit, ein Mann der Liebe, der unseren ewigen
Vater als den Vater der Liebe brachte und auch verkörperte. Er sprach:
„Wer zum Schwert greift, wird durch das Schwert umkommen.“ (Mt. 26, 52)
Er war und ist der Friedefürst. – Wen repräsentiert der, der zu
Ausgrenzung, Mißachtung, Feindschaft aufruft? Und was ist die Kirche,
die ja Mord und Totschlag befürwortet?
Wenn man sich das alles vor Augen führt, ist es schon erstaunlich, wie
viele Menschen in dieser Welt aus ihrem beschränkten Gesichtskreis nicht
sehen und erkennen bzw. nicht sehen und erkennen wollen, was doch so
offensichtlich ist. Sonst müßten doch die Menschen aufschreien, wenn
z.B. Persönlichkeiten wie Karl der Große dermaßen verehrt werden, wie
dies in Europa geschieht. Sie hätten auch aufschreien müssen, als Papst
Johannes Paul II. diesen blutbehafteten Karlspreis allzugern
entgegennahm.
Hier ist der Energieaustausch vom 9. Jahrhundert bis ins 21. Jahrhundert
gegeben. Der Kaiser mordete und stärkte dadurch die Macht der Kirche;
infolgedessen läßt die Kirche ihn als Heiligen verehren. Tausend Jahre
später nimmt ihr höchster Vertreter einen Preis entgegen, der nach
diesem Verbrecher benannt ist. Wie sollte ein Papst, der eine solche
„Auszeichnung“ entgegennimmt, sich gleichzeitig ehrlich für die
Verbrechen seiner Vorgänger entschuldigen? – Jedoch das tat er ja auch
gar nicht. Er streute lediglich mit ein paar nichtssagenden Worten
gutgläubigen und blauäugigen Zeitgenossen ein wenig Sand in die Augen.
Johannes Paul sagte nur sinngemäß, einige verirrte Christen hätten die
Kreuzzüge inszeniert, einige verirrte Christen hätten die Morde in
Südamerika begangen. Und er beschönigte, ja pries auch noch die
Greueltaten bei der Eroberung Südamerikas als „glückliche Schuld“
(Näheres dazu in „Nur für kluge Köpfe und gute Analytiker. Wer sitzt auf
dem Stuhl Petri?“, Band 1, S. 105).
Großinquisitoren auf dem Papstthron.
„Heilige“ Inquisition – Hohn und Spott auf Christus
Wenn es sinngemäß hieß, „einige verirrte Christen“
hätten dies getan, fällt so manchem das ein, was der heutige Papst zur
Inquisition sagt. Ratzinger, damals noch Kardinal, bekannte sich
unlängst dazu in einem Interview in der Sendung ARD Kontraste, die am
3.3.2005 ausgestrahlt wurde: „Großinquisitor ist eine historische
Einordnung; irgendwo stehen wir in der Kontinuität. Aber wir versuchen
heute, das, was nach damaligen Methoden – zum Teil kritisierbar –
gemacht worden ist, jetzt aus unserem Rechtsbewußtsein zu machen. Aber
man muß doch sagen, daß Inquisition der Fortschritt war, daß nichts mehr
verurteilt werden durfte ohne Inquisitio, das heißt, daß Untersuchungen
stattfinden mußten.“
Da erhebt sich die Frage, ob der heutige Papst nicht ebenfalls in die
Reihe der verirrten Christen der damaligen Zeit gehört. – Würde er sonst
wohl jetzt, wenige Wochen nach dem Hinscheiden seines Vorgängers, diesen
bereits seligsprechen wollen, um ihn möglichst schnell auch zum Heiligen
zu machen? Er knüpft an die unheilvolle und blutige Tradition seiner
Kirche an. Er knüpft an die Inquisition an, die heute nicht mehr so um
sich schlagen kann wie vor Hunderten von Jahren, die aber im Grunde
genommen noch dieselbe Intoleranz in sich trägt wie eh und je.
Es gab drei Großinquisitoren, die später zu Päpsten wurden, zwei davon
hießen Benedikt, wie der heutige Papst. Da ist im 14. Jahrhundert
Benedikt XII., der als Jacques Fournier Bischof in Pamiers am Fuße der
Pyrenäen war und dort die blutige Verfolgung und Ausrottung der letzten
noch verbliebenen Katharer besorgte, der zum Teil selbst die Verhöre
führte und die Scheiterhaufen anzünden ließ. Im 18. Jahrhundert kam dann
Benedikt XIV., der u.a. die Todesstrafe für Hostienmißbrauch zu
magischen Zwecken schon bei Ersttätern vorschrieb.
Es gibt nur zwei Päpste, die nach 1400 heiliggesprochen wurden. Einer
davon war Pius V., der im 16. Jahrhundert lebte und als Großinquisitor
tätig gewesen war. Auch als Papst setzte Pius V. diese Praxis fort.
Josef Bernhard schreibt in dem Buch „Der Vatikan als Weltmacht“ über
Pius V.: „Zeitlebens blieb er der wahre Bettelmönch ... Aber der große,
gefährliche Gedanke, ein Werkzeug der Vorsehung zu sein, nahm Besitz von
ihm. Der Eifer, der ihn verzehrte, sollte auch andere verzehren. Scharf
bis zur Härte dringt er auf Kirchenzucht, hart bis zur Grausamkeit
vollstreckt er den Willen, der ihm als Wille Gottes erscheint ... Nach
seinem Willen soll das Glaubensgericht nicht nur die sprechenden und die
schweigenden Häretiker ermitteln, auch solche, die nicht wissen, daß sie
es sind. Als Anhänger der Glaubenserneuerung wird Pietro Carnesecchi,
ehedem der einflußreiche Sekretär Klemens VII., unter ihm enthauptet und
verbrannt; selbst eines der Häupter des Konzils, sein frommer,
großgesinnter Ordensbruder Carranza, Erzbischof von Toledo, verfällt dem
Kerker in Rom. Gegen Elisabeth von England, wo die Neuerung [die
Reformation] kräftig fortgeht, schleudert er das Anathem [also die
Verfluchung], erklärt sie für abgesetzt, die Untertanen des Treueides
entbunden, und stiftet solcherweise das Unheil der Verfolgung aller
Papisten als staatsgefährlicher Sekte.“ (Josef Bernhard, „Der Vatikan
als Weltmacht“, München 1951, S. 250 f)
Also ein extremer Fanatiker auf dem Papstthron – aber heiliggesprochen.
Was war sein „Verdienst“? Pius V. hat Hunderte von Ketzern bei
lebendigem Leibe verbrennen lassen. Er war auch verantwortlich für die
Verfolgung der Juden zur damaligen Zeit, die er zu Leibeigenen und
Sklaven machen ließ. Er war verantwortlich für Mord, Totschlag und
Kriege unter dem Motto: „Gegen die Feinde Gottes keine Schonung!“ (Uli Weyland, „Strafsache Vatikan. Jesus klagt an“)
Und heute sitzt wieder ein Großinquisitor auf dem Papstthron, denn der
jetzige Papst Benedikt XVI. war als Kardinal der Leiter der
„Kongregation für Glaubensfragen“, der Nachfolge-Organisation der
„Heiligen Inquisition“. Der heutige Papst weiß natürlich, daß manches
(auch aus seiner Sicht) nicht richtig gelaufen ist, und er war ja auch
maßgeblich verantwortlich für die Abfassung des Katechismus, in dem es
scheinheilig heißt, daß Mord, Gewalt und dergleichen „die Strahlkraft
der Heiligkeit der Kirche“ behindern. Aber gleichzeitig habe eben die
Kirche „die Gewalt, ihre Söhne und Töchter von der Sündenschuld wieder
zu befreien“.
Das heißt, bei Licht besehen: Man kann das, was offensichtlich nicht in
Ordnung ist, einfach hinwegnehmen – und dann ist ein solcher Mensch eben
trotzdem heilig und strahlt und repräsentiert die Strahlkraft der
Kirche. – Da fragt man sich doch: Warum lassen sich die Menschen
eigentlich eine derartige Scheinheiligkeit gefallen?
Schon hinter der Tatsache, daß man von der „heiligen“ Inquisition
spricht, steht doch Hohn und Spott. Was soll an Mord und Totschlag
heilig sein?
Auch die „Heiligkeit der Kirche“ wird bezeichnenderweise sehr oft im
Zusammenhang mit Mord und Totschlag genannt. Könnte es sein, daß
„heilig“ im Sinne der heidnischen, katholischen Kultreligion einen ganz
anderen Inhalt hat, als z.B. wahre Christen diesem Begriff beimessen?
Heißt „Heiligkeit“ vielleicht soviel wie: „Nützlichkeit für uns, die
katholische Kirche, für unsere Vorhaben“? Daß dies nicht aus der Luft
gegriffen ist, zeigt ein Zitat von Benedikt XIV., also dem Papst, auf
den der heutige Papst sich namentlich beruft. Dieser „vertrat die
Ansicht, daß die Ansprüche eines Papstes auf Heiligkeit »an seinem
Einsatz für die Erhaltung und Verbreitung des katholischen Glaubens, für
die Einhaltung und Wiederherstellung kirchlicher Disziplin und die
Verteidigung der Rechte des Heiligen Stuhls« gemessen werden sollten“.
(Kenneth L. Woodward, „Die Helfer Gottes. Wie die katholische Kirche
ihre Heiligen macht“, S. 362) Hier ist es also klar und unzweideutig
ausgesprochen. Demnach gilt: Wer den Machtbereich der Kirche am meisten
ausbaut, wird heiliggesprochen.
Der gute Analytiker kann sich des Gedankens nicht erwehren: Ist das, was
der Stuhl Petri als „Kirche Christi“ bezeichnet, nicht viel eher ein
teuflisches Werk?
Krimineller Unfug, Totalitarismus, Faschismus religiöser Art –
warum ließ sich die Menschheit so lange an der Nase herumführen?
Es ist im Grunde genommen religiöser Faschismus, der
hier praktiziert wird. Und es ist schon sehr verwunderlich, daß in einer
Welt, die sich nach demokratischen Verhältnissen sehnt, dieser
Totalitarismus und Faschismus religiöser Art so selbstverständlich
hingenommen wird.
Das führt wieder zu der Frage: Wie läßt sich das Phänomen erklären, daß
die Menschheit sich von diesem kriminellen und im höchsten Maße
gefährlichen Unfug so lange hat an der Nase herumführen lassen? Wenn man
etwas nachforscht, stellt man fest, daß es immer wieder Menschen gab,
die auf die Übelstände im Bereich der katholischen Kirche hingewiesen
haben. Z.B. sagte Helvétius, ein französischer Philosoph aus dem 18.
Jahrhundert: „Wenn man ihre Heiligenlegenden liest, findet man die Namen
von tausend heiliggesprochenen Verbrechern.“ – Es gibt auch viele andere
Zitate, die Ähnliches aussagen. In den Büchern von Karlheinz Deschner
z.B. wird diese Kultreligion ganz eindeutig als verbrecherisch
eingeordnet. Wie ist es also möglich, daß Menschen auf diese
verbrecherische Kultreligion immer noch und immer wieder hereinfallen?
Ein wesentlicher Grund besteht darin, daß die Menschen allgemein viel zu
wenig darüber wissen, wen alles diese Organisation namens „katholische
Kirche“ heiliggesprochen hat. Die Menschen wissen nicht, wie viele
Verbrecher sich darunter befanden. Die Menschen wissen des weiteren
nicht, welch ein Aberglaube hinter dieser sogenannten Heiligenverehrung
steckt. Besonders erstaunlich ist natürlich, daß im 21. Jahrhundert, in
dem man auf die Naturwissenschaft baut, dieser Aberglaube fröhliche
Urständ feiern darf. Und niemand sagt: „Das ist doch absurd“, wenn der
jetzige Papst, der sich doch als besonders gebildeter Mann gibt, auf die
ersten Wunder wartet, die sein Vorgänger nun wirken wird, damit er
möglichst schnell selig- und heiliggesprochen werden kann. Eigentlich
müßte diese Verhaltensweise des Stuhles Petri ein weltweites Gelächter
auslösen. Wenn es nicht so traurig wäre, wäre es tatsächlich zum Lachen.
Traurig ist es deshalb, weil die Kirche auf diese Weise Jesus von
Nazareth erneut massiv verrät und sich dennoch verbal auf Ihn beruft.
Spielen wir doch einmal folgenden Gedanken durch:
Weder ein Mensch noch ein Toter kann aus eigener Kraft einem Menschen
helfen, ihn heilen, ihm dieses oder jenes Gute tun. Beten die Menschen
nun zu einem sogenannten „Heiligen“, dann glauben sie doch nicht nur an
den „Heiligen“, sondern vor allem an Gott. Sie glauben, daß Gott
eventuell durch diesen „Heiligen“ zu wirken vermag. In Wirklichkeit
beten die Menschen also zu Gott, auch wenn sie den Namen des sogenannten
„Heiligen“ verehren.
„Der Glaube“, so sagte sinngemäß auch Jesus, „versetzt Berge.“ Das
heißt: Glauben Menschen an Gott, so vermögen der starke Glaube und die
Hingabe an Gott in den Menschen „Berge zu versetzen“, das heißt:
Negatives wird umgewandelt in Positives; Heilung und Hilfe kann dem
Menschen zuteil werden; er kann von Gott getragen und geführt werden.
Der Gläubige betet also im Grunde genommen nicht unmittelbar zu dem
„Heiligen“, sondern er betet zu Gott, im Glauben an Gott. Wenn er aber
einzig im Glauben an den Heiligen betet, dann kann dem Betenden das Heil
nicht zuteil werden, weil der Heilige keine Berge versetzen kann. Das
vermag einzig Gott und somit Christus, unser Erlöser.
Der Punkt ist jedoch: Durch diese Heiligenverehrung führt die Kirche die
Menschen erneut von Gott weg. Statt ihnen anzuraten, sich unmittelbar an
Christus und den liebenden Vater, den allmächtigen Gott, zu wenden,
werden sie veranlaßt, irgendeinen Heiligen um Hilfe anzuflehen. Auf
diese Weise übergeben sie ihre Energie nicht Gott, sondern bringen ihre
Bitten, ihre Hingabe diesem fragwürdigen Heiligen dar, der mitunter ein
Verbrecher war.
Gott ist die Macht und die Kraft der Unendlichkeit. Ihn können und
sollten wir in uns finden, denn Er ist der Geist, die Kraft und Substanz
in unserem Seelengrund. Unser innerstes, ewiges Wesen ist eins mit Ihm.
Hätte Jesus, unser Erlöser, der Friedefürst, Heilige befürwortet, dann
hätte Jesus, der Christus, uns nicht das Vaterunser gelehrt. Gerade das
Vaterunser ist der unmittelbare Kontakt zu Gott, unserem Vater: „Vater
unser, Der Du bist im Himmel, geheiligt ist Dein Name, und Dein Wille
geschieht“ – es ist die Anbetung des Vaters. So hat es uns Jesus
gelehrt. Und wer es nicht so hält, ist gegen Jesus, den Christus, den
großen Freiheitslehrer, Der uns die Liebe des ewigen Vaters brachte und
sie uns auch im Vaterunser näherbrachte.
Jeder gute Analytiker könnte das auch selbst beobachten und die
Schlußfolgerungen daraus ziehen. Es ist denkbar, daß auch die Inhaber
des Stuhles Petri sehr wohl um diese Zusammenhänge wissen. Sie wissen,
daß weder ihre „Heiligen“ noch sie irgendwelche Wunder vollbringen
können. Auch der jetzt zur Seligsprechung anstehende Papst Johannes Paul
II., der angeblich Menschen durch ein Wunder geheilt haben soll – er
wußte, daß er nicht heilen kann. Das erweist sich schon in der Tatsache,
daß er selbst nicht auf seine Heilkraft vertraut hat, sondern auf die
Kunst der Ärzte, bis hin zum Luftröhrenschnitt.
Der Papst, der weiß, wessen Stellvertreter er ist, maßt sich an, sein
Leiden
mit dem von Jesus am Kreuz in direkte Beziehung zu setzen.
Verräterisch ist auch folgende Begebenheit: Auf die
Frage, weshalb er nicht wegen seiner Krankheit zurücktritt, antwortete
Johannes Paul II.: „Jesus ist ja auch nicht vom Kreuz gestiegen.“ Der
Papst zog also die Parallele von seinem körperlichen Leiden zu dem
Leiden des Jesus von Nazareth am Kreuz. Führen wir diese Argumentation
logisch fort und fragen: Ist Jesus von Nazareth damals auch in eine
Klinik gegangen? – Rein logische Antwort: Das konnte er natürlich nicht;
Er war doch festgehalten durch die Nägel.
Macht diese Gedankenkette nicht eines deutlich?: Die Aussage des Papstes
ist blanker Zynismus. Ein Mensch, der zu der Gruppe derer gehört, die
Jesus ans Kreuz gebracht, ja letztlich Ihn ans Kreuz geschlagen und Ihn
brutal umgebracht haben, der vergleicht sich nun – quasi als „Täter“ –
mit dem Opfer.
Man fragt sich: Wenn der Mensch, der Johannes Paul II. war, aber die
Leiden tragen wollte, ähnlich wie Jesus, der Christus – warum hat er
seine Krankheit dann nicht getragen? Warum ließ er sich dann immer
wieder von Ärzten helfen?
Ist es nicht eine große Anmaßung, daß sich ein Mensch mit Jesus von
Nazareth vergleicht und dessen Leiden am Kreuz zu den eigenen in direkte
Beziehung setzt? Und es ist dann eine besondere Anmaßung, wenn dies ein
Mitglied der Priesterkaste tut, sozusagen der oberste Priester jener
Kaste, die für den Tod des Jesus von Nazareth vor 2000 Jahren
verantwortlich war. Und ist es nicht auch deshalb eine Anmaßung, weil
der Papst einer Organisation vorsteht, die Jesus von Nazareth nicht
allein seit 1500, ja seit 2000 Jahren verraten hat, sondern die bis in
die jüngste Vergangenheit hinein den großen Friedenslehrer verrät? Das
geschah z.B., als Papst Johannes Paul II. während des Jugoslawienkrieges
erklärte: „Wir sind keine Pazifisten.“ (Abendzeitung, München,
18.2.1991) Damit billigte und rechtfertigte er die Bombardierung
Jugoslawiens, entgegen allem, was Jesus von Nazareth lehrte. Und dieser
Mann maßte sich an, sein Leiden mit dem Kreuzestod Jesu zu vergleichen.
Obwohl er doch genau weiß, wessen Stellvertreter er in Wahrheit ist, hat
er keine Skrupel, sich auf diese Weise mit Jesus, dem Christus, auf
dieselbe Stufe zu stellen.
Muß man aus der Tatsache, daß dieser Mann dann trotzdem in die Klinik
ging, nicht schlußfolgern, daß der Papst – und ebenso viele andere
Kirchenmänner – in Wirklichkeit gar nicht im Innersten glaubt, daß die
Heiligen helfen können oder daß er selber die Kraft hat, die ihm als
„Lenker des Erdkreises“ zugeschrieben wird? Ist er sich im Grunde völlig
im Klaren darüber, daß das alles gar nicht stimmt?
Man könnte auch fragen: Warum hat er sich nicht an die „Mutter Gottes“
gewandt, die er doch angeblich so sehr verehrte, oder sich die Hilfe von
der sogenannten Schabmadonna erhofft oder von dem sogenannten Freßzettel,
von dem wir schon hörten? (Näheres
darüber in „Nur für kluge Köpfe und gute Analytiker. Wer sitzt auf dem
Stuhl Petri?“, Band 1, S. 108 f)
Angesichts all dessen kommt man immer mehr zu der Überzeugung: Das ganze
Brimborium, der ganze heidnische Kult, ist nur für die dummen Gläubigen
gedacht. Diejenigen, die davon in Luxus und Prunk leben, glauben in
Wirklichkeit selbst nicht daran.
Goethe hat es recht prägnant ausgedrückt, als er sagte: „Es ist gar viel
Dummes in den Satzungen der Kirche, aber sie will herrschen, und da muß
sie eine bornierte Masse haben, die sich duckt und die geneigt ist, sich
beherrschen zulassen. Die hohe, reichdotierte Geistlichkeit fürchtet
nichts mehr als die Aufklärung der unteren Massen.“ (Eckermann,
11.3.1832)
Gott spricht auch heute wieder zu allen Menschen, die Sein Wort hören
wollen. Er spricht heute so, wie Er vor 2000 Jahren durch Jesus von
Nazareth sprach und allezeit. Sie können es nachlesen im aktuellen Wort
Gottes, das Er durch Seine Prophetin der Jetztzeit gegeben hat.
Im April
des Jahres 2005 sagte Gott-Vater: „Jesus lehrte, daß einzig
Gott, der Ich Bin, heilig ist, und daß der Mensch keinen »Vater« auf
Erden nennen soll, außer den Einen, der im Himmel ist und der Ich im
Wort durch den Mund der Propheten Bin. Was an Lasterhaftem in dieser
Welt geschieht, einschließlich durch die Vertreter der kirchlichen
Institutionen und ihre Anhänger, wird die Erde nach und nach zudecken.“
(Sie finden diese große Gottesoffenbarung in dem Buch von Gabriele:
„Für erfahrene Analytiker. Entdecken Sie die
Wahrheit! Die kirchliche und staatliche Gewalt und die Gerechtigkeit
Gottes“, S. 198 ff)
Heiligsprechungen, Reliquien, Orden, Adelstitel –
lukrative Einnahmequellen für den Stuhl Petri
Und warum ist gerade im Augenblick diese Inflation an
Selig- und Heiligsprechungen zu verzeichnen? Was könnte dahinterstehen?
Ein Grund dafür könnte sein, daß der Vatikan recht gut an diesen
Verfahren verdient, denn ein solches Verfahren kostet 250.000 Euro.
Diese Kosten werden in der Regel von den Antragstellern, also von den
Diözesen oder Orden, aufgebracht und sind eine wichtige Einnahmequelle
für den Vatikan, nachzulesen im ökumenischen Heiligenlexikon. Was es
damit auf sich hat, haben übrigens nach der Reformation auch schon die
damaligen Protestanten erkannt. Es heißt im damaligen evangelischen
Bekenntnis aus dem 16. Jahrhundert über die katholische Kirche und den
Heiligenkult: „Das selbige“ – also den Heiligenkult – „erdichten sie
nicht, daß sie damit die Heiligen ehren, sondern daß sie ihre Kretzschmerei [Geldgeschäfte] und [ihren] Jahrmarkt, welche ihnen Geld
trägt, verteidigen.“ (Apologie der Konfession XXI., S. 318 f)
In seinem Buch „Kirchenfürsten“ schreibt Horst Herrmann über
Heiligsprechungen und Seligsprechungen: „Der Vatikan investiert keine
einzige Lira in eine Heiligsprechung; er läßt sich alles bezahlen ...
angefangen von den ersten Aktensammlungen bis hin zur feierlichen
Papstmesse, bei der es dann soweit ist. (Mietpreis für den Petersdom
10.000 Dollar.)“ (Horst Herrmann, „Kirchenfürsten“, S. 297) – Inzwischen
dürften es schon mehr sein, denn das Buch ist bereits 20 Jahre alt.
In seinem Buch „Die Helfer Gottes“ beziffert Kenneth Woodward die
Gesamtsumme für eine Heiligsprechung auf mindestens 250.000 Dollar,
einschließlich der Reise- und Übernachtungskosten für geladene Gäste,
der Zeremonien und Empfänge, Gebetbüchlein und sonstiger Geschenke sowie
der obligatorischen Spenden an den Vatikan. (Kenneth Woodward, „Die
Helfer Gottes“, S. 136) Doch auch diese Angaben sind schon überholt,
denn Charles Panati schreibt in seinem „Populären Lexikon der religiösen
Gegenstände und Gebräuche“ einen einzigen lapidaren Satz: „Ungefähre
Kosten einer modernen Heiligsprechung 1 Million Dollar pro Fall.“
(Charles Panati, „Populäres Lexikon der religiösen Gegenstände und
Gebräuche“, Frankfurt 1998, S. 250)
Unter dem Pontifikat des vorigen Papstes gab es auffallend viele Heilig-
und Seligsprechungen. Johannes Paul II. hat so viele heiliggesprochen,
wie nicht einmal in den letzten 400 Jahren zusammen heiliggesprochen
worden waren, nämlich 480. Insgesamt gab es vor ihm 4000 Heilige, jetzt
sind es also knapp 4500. Und 1300 wurden durch ihn seliggesprochen.
Das war für den Vatikan eine gute Einnahmequelle. Daher ist zu vermuten,
daß Papst Johannes Paul II. unter anderem dafür heiliggesprochen wird.
Es gibt weitere Einnahmequellen des Vatikans, die wenig bekannt sind.
Horst Herrmann schreibt, daß der Vatikan auch einen schwunghaften Handel
mit Reliquien betreibt, bis zu mehrere Hunderttausend Dollar pro Stück,
und mit päpstlichen Segensurkunden, für die je 2.500 Euro zu zahlen
sind. Für vatikanische Orden zahlt man bis zu 60.000 Euro und für
Adelstitel – sogar die gibt es im Vatikan zu kaufen! – bis zu 150.000
Euro. (Horst Herrmann, „Kirchenfürsten“, S. 311)
Wir sehen, der Stuhl Petri weiß, mit Geld umzugehen. Es stimmt schon
sehr nachdenklich, wie leicht – und wie lange – sich Menschen für dumm
verkaufen lassen. Da kommt einem unwillkürlich ein Lied von Reinhard Mey
in den Sinn, in dem es unter anderem heißt: „Der Minister nimmt
flüsternd den Bischof beim Arm: Halt du sie dumm, ich halt sie arm!“
Für alle, die einen guten Rat aus guter Quelle schätzen, sei der Satz
aus der Offenbarung des Johannes, 18,4, zitiert: „Gehet hinaus aus ihr,
mein Volk, daß ihr nicht teilhabt an ihren Sünden und nichts empfangt
von ihren Plagen.“
In diesem Zusammenhang zur Erinnerung noch einmal der Hinweis: Wer sich
einem solchen totalitären Götzenkult anschließt und sich von Goethe als
Teil der „bornierten Masse“ bezeichnen lassen möchte, dem sei das
unbenommen. Jeder kann ja glauben, was er möchte. Niemand wird ihm
seinen Glauben streitig machen. Wogegen wir Urchristen uns wenden, ist
allein die Tatsache, daß all dieser – man kann schon sagen – kriminelle
Unfug, von dem wir hörten, unter dem Banner des Jesus, des Christus,
vollbracht wird, daß also der Name des Gottessohnes derart eklatant
mißbraucht wird. Niemand kann verlangen, daß Nachfolger des Nazareners
diesem Treiben schweigend zusehen.
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